Bauchgefühl

Sechsteilige Instant Fiction/ZDFneoriginal-Serie

Völlig überraschend ist Lena schwanger – und das ungewollt. Von jetzt auf gleich ändert sich in der sechsteiligen Instant-Fiction-Serie ihr ganzes Leben. 

  • ZDF Mediathek, ab Donnerstag, 14. März 2024, 10.00 Uhr
  • ZDF neo, am Sonntag, 7. April 2024, ab 20.15 Uhr, im Binge

Texte

"Wir wollen einen Beitrag zum Diskurs beisteuern" - Statement aus der Redaktion

"Bauchgefühl" erzählt nur eine von vielen unterschiedlichen Geschichten zum Thema Schwangerschaftsabbruch und verschafft betroffenen Frauen, eine Sichtbarkeit in der Gesellschaft. Die Hauptfigur Lena zeigt, dass man eine Entscheidung treffen kann, die sich richtig anfühlt, auch wenn sie unglaublich schwer ist. Gleichzeitig macht sie gesellschaftskritisch darauf aufmerksam, dass eine Frau durch dieses persönliche Vorhaben in die Abhängigkeit und Wahrnehmung außenstehender Menschen gerät, welche scheinbar eine Mitentscheidungsgewalt haben. Das Durchschnittsalter von Frauen, die eine Schwangerschaft abbrechen, liegt zwischen 18 und 34 Jahren und deckt sich zu einem großen Teil mit der Zielgruppe 25 bis 34 Jahre, auf die die Instant-Fiction-Serien des ZDF ausgerichtet sind. Das Thema dürfte dort demnach von Relevanz sein. Zudem prüft in Deutschland derzeit eine Expertenkommission eine Überarbeitung des §218 StGB, der einen Schwangerschaftsabbruch vor der zwölften Woche bislang zwar als straffrei, aber dennoch als rechtswidrig einstuft. Voraussichtlich Ende März 2024 wird sich die Kommission dazu verhalten. Mit "Bauchgefühl", einem ZDFneoriginal aus der Kategorie "Instant Fiction" greifen wir diese aktuelle gesellschaftliche Debatte auf und wollen einen Beitrag zum Diskurs beisteuern.  

Elisabeth Müller 

Redaktion Fernsehfilm/Serie II 

Stab und Besetzung

Buch    Esther Rauch, Anneke Janssen 
Regie    Esther Rauch 
Kamera    Lisa Eidenhammer 
Schnitt    Christoph Loidl 
Ton    Till A. von Reumont 
Musik   Dürbeck & Dohmen
Kostümbild    Meike Stangier
Szenenbild    Melanie Opitz 
Produktion   Storytelle c/o Alpha Entertainment Film- und Fernsehproduktion GmbH
Produzentinnen    Carolin Engstfeld, Wiebke Mercier
Redaktion    Elisabeth Müller 
Koordination ZDFmediathek   Theresa Schreiber 
Länge   

6 x ca. 15 min 

Die Rollen und ihre Darsteller*innen 

Lena    Laura Berlin
Felix    Ludwig Trepte
Tina    Luise von Finckh 
Greta   Lilo Nika Daners 
Zoe     Davina Donaldson
Max    Jan Liem 
Dr. Evelyn Roithner   Antje Lewald 
Guido Fahlen   Kai Schumann 

und andere

   

Inhalt

Völlig überraschend ist Lena schwanger – und das ungewollt. Von jetzt auf gleich ändert sich ihr ganzes Leben. Denn plötzlich scheint Lena nicht mehr selbstbestimmt handeln zu können, sondern von der Gunst und dem Verständnis der Menschen um sie herum abhängig zu sein. Mit dem Vorhaben, ihre Schwangerschaft vorzeitig zu beenden, begibt sie sich auf ihren bisher schwierigsten Weg. Immerhin hat man für keine so tiefgreifende Entscheidung im Leben so wenig Zeit wie für diese.

Folgenübersicht

Folge 1: Lena 

Lena bleibt nicht viel Zeit. Die Kisten für ihren Umzug nach Bangkok sind bereits gepackt, als sie feststellt, dass sie schwanger ist. Laut den Ärzten soll das medizinisch gesehen in ihrem Fall eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit sein. 

Und obwohl Lena und ihr Mann Felix bereits Eltern einer kleinen Tochter sind und damit die Ausgangssituation für ein zweites Kind ideal scheint, möchte Lena ihre Schwangerschaft abbrechen. 

Doch wie weitreichend werden die Konsequenzen für Lena sein?   

 

Folge 2: Felix 

Lena und Felix sind sich uneins über einen Schwangerschaftsabbruch. Aber was tun, wenn ein Elternteil das Kind möchte und der andere nicht? 

Felix versteht nicht, warum Lena nicht über alle Maßen glücklich ist über ihre Schwangerschaft. Seiner Meinung nach ändern sich Pläne nun mal. Doch Lena will kein weiteres Mal Mutter werden – und dagegen scheint es kein Argument zu geben. 

Als Felix' Freund Max zu Besuch kommt, verkündet dieser Neuigkeiten, die Felix gerade nur schwer hören kann. 

 

Folge 3: Tina 

Lena stellt sich ihrer ersten Hürde auf dem Weg zu einem Schwangerschaftsabbruch. 

Beim Frauenarzt trifft sie jedoch nicht nur auf Unverständnis mit ihrem Vorhaben, sondern muss sich auch einem Fragenhagel stellen. Als sie nach Hause zurückkommt, ist Felix weg und hat nur einen Zettel hinterlassen. Zwar ist ihre Schwester Tina für sie da, aber Lena merkt zunehmend, dass ihr niemand wirklich etwas abnehmen kann. 

Dabei will Tina, eine Medizinstudentin, ihrer Schwester mit bestem medizinischem Wissen zur Seite stehen. Doch dabei schießt sie übers Ziel hinaus.   

 

Folge 4: Zoe 

Lena wird klar, dass sich immer mehr völlig fremde Menschen in ihre private Entscheidung einmischen möchten. Der Weg zur Beratungsstelle führt sie dabei an ihren schlimmsten Gegnern vorbei. 

Zum Glück trifft sie auf Zoe, die sie nicht nur neutral und professionell beraten kann, sondern auch zu einer Freundin wird. 

Bei Zoe und Max zuhause kommt es ausgerechnet zu einem Wiedersehen zwischen Felix und Lena. 

 

Folge 5: Dr. Roithner 

Zufällig trifft Lena ihren alten Freund Jakob, der mittlerweile Religionslehrer ist, wieder. Auch seine Lebenspläne haben sich über die Jahre geändert, und Lena vertraut sich ihm indirekt an. Wenig später sitzt sie in der Praxis vor ihrer Frauenärztin Dr. Roithner und muss sich ihrer größten Herausforderung stellen. 

Wird sie den Schwangerschaftsabbruch wirklich durchführen? 

 

Folge 6: Wieder Lena 

Den letzten Schritt kann Lena nur alleine gehen. 

Sie hat eine Entscheidung getroffen, und diese hat in erster Linie sie, aber durchaus auch ihre kleine Familie, verändert. 

"In unserer Gesellschaft bleibt der freiwillige Schwangerschaftsabbruch ein großes Tabuthema" - Interview mit Laura Berlin (Lena)

Lena entscheidet sich in der Serie zu einem Schwangerschaftsabbruch. Wie bereitet man sich auf so eine emotionale Rolle vor?  

Ich hatte und habe nach wie vor großen Respekt vor dieser Thematik, und ich war mir der Komplexität und der Relevanz dieser Geschichte von Anfang an bewusst. Durch meine Recherche und Gespräche durfte ich in individuelle und ganz konkrete Geschichten eintauchen, um die Rolle der Lena auf den verschiedenen emotionalen Ebenen kennenzulernen.  

Regisseurin Esther Rauch und das gesamte Team vor und hinter der Kamera haben es zudem ermöglicht, am Set eine Atmosphäre der Offenheit, Ehrlichkeit und des Respekts zu kreieren, die es einem erlaubt hat, konsequent auch die eigenen Grenzen zu überwinden, um dem Thema und den Betroffenen mit der Sorgfalt zu begegnen, die sie verdient haben.  

 

Was hat Sie daran gereizt, sich durch die Serie näher auf diese Thematik einzulassen?  

Die Inspiration für 'Bauchgefühl' kam unter anderem durch eine Serie von Interviews mit Frauen, die bereits einen freiwilligen Schwangerschaftsabbruch erlebt haben und von ihren individuellen Erfahrungen erzählen. Trotz ihrer vielfältigen Hintergründe eint diese zwölf sehr unterschiedlichen Berichte vor allem eines: das Schweigen. In unserer Gesellschaft bleibt der freiwillige Schwangerschaftsabbruch anscheinend nach wie vor ein großes Tabuthema, wobei die Angst vor sozialer Stigmatisierung oft im Vordergrund steht. Das hat mich überrascht und in gewisser Weise auch geschockt. Gleichzeitig ist mir aufgefallen, dass ich persönlich bis dato scheinbar keine einzige Frau kannte, die diesen Weg gegangen ist, was statistisch betrachtet eigentlich unwahrscheinlich ist. Das hat mir zu denken gegeben. 

 

Haben die Serie und Ihre Rolle Ihren Blickwinkel auf das Thema Schwangerschaftsabbruch verändert?  

Die Auseinandersetzung mit Erlebnissen und Perspektiven von Betroffenen hat es mir ermöglicht, tiefer in meine Rolle und das Thema einzutauchen und eine komplexere emotionale Sensibilität dafür zu entwickeln. Es wäre anmaßend zu behaupten, dass ich die psychischen Herausforderungen und inneren Konflikte wirklich nachempfinden kann, aber es hat mir geholfen, die Relevanz der Thematik und der dazugehörigen Debatte besser zu verstehen. 

 

Inwiefern glauben Sie kann "Bauchgefühl" einen Beitrag zur aktuellen Debatte leisten?  

Unser Bestreben war es, eine Geschichte zu erzählen, die ein vielschichtiges Thema auf subtile und nuancierte Weise beleuchtet. Wichtig waren uns dabei die Empathie für die Charaktere und ihre Entscheidungen. Man ist Beobachter*in und zugleich reflektierende/r Teilnehmer*in, denn es werden existenzielle Fragen aufgeworfen, die uns alle in irgendeiner Weise auf persönlicher Ebene berühren. Vielleicht können wir dazu beitragen, mehr Aufmerksamkeit auf dieses Thema zu lenken und ein Bewusstsein zu schaffen, dass dieses Thema in seiner Komplexität auch seinen Raum in der breiten öffentlichen Wahrnehmung bekommt.  

 

Protestaktionen von Abtreibungsgegnern sind keine Seltenheit. Haben Sie Bedenken, durch Ihre Rolle selbst in die Kritik zu geraten?  

Wenn man ein Thema behandelt, das so emotional aufgeladen ist, muss man natürlich mit Kritik rechnen. Grundsätzlich ist Kritik ja nicht zwangsläufig negativ. Unterschiedliche Sichtweisen bieten uns die Gelegenheit, zu reflektieren und zu lernen, selbst wenn sie mit starken Emotionen verbunden sind. Das kann dazu beitragen, neue Blickwinkel zu öffnen und einen Dialog zu initiieren. Ich hoffe, dass uns das mit dieser Geschichte gelungen ist. Denn genau das ist die Aufgabe, wenn nicht sogar die Verantwortung der Kunst. Das Medium Film besitzt die Fähigkeit, gesellschaftliche, politische und kulturelle Themen erlebbar zu machen und eine Reaktion hervorzurufen. Das kann, besonders in einer Debatte wie dieser, ein Mittel der Kommunikation und Aufklärung sein.  

 

Wie gehen Sie persönlich mit schwierigen Entscheidungen um?  

Eine Entscheidung fühlt sich in erster Linie schwierig an, wenn eine grundlegende Angst dahintersteckt und uns daran hindert den nächsten Schritt zu wagen. Wenn ich mit solchen Situationen konfrontiert bin, versuche ich herauszufinden, welche Angst mich blockiert, was ihr Ursprung ist, und suche Wege wie ich damit umgehen kann. Dadurch wird der Blick auf die Dinge klarer und eine Entscheidung dann oft schon weniger herausfordernd. Natürlich suche ich auch gerne Rat von Menschen, denen ich vertraue, deren Meinungen und Ideen ich schätze. In dieser ehrlichen Auseinandersetzung mit mir und mit anderen finde ich am Ende den besten Weg für mich. 

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