Jo Schück und Salwa Houmsi
Jo Schück und Salwa Houmsi

13 FRAGEN

online bei ZDFkultur und auf dem YouTube-Kanal von ZDFheute

Überraschende Perspektiven, differenzierte Meinungen und eine konstruktive Streitkultur: Seit seinem Auftakt im Herbst 2020 rückt das innovative Debattenformat "13 FRAGEN" brisante gesellschaftspolitische Themen in den Fokus. Gemeinsam mit ihren Gästen gehen Moderator Jo Schück und Moderatorin Salwa Houmsi in jeder Folge drängenden Fragen auf den Grund. Zu sehen sind die Diskussionen im digitalen Kulturraum ZDFkultur und auf dem YouTube-Kanal von ZDFheute.

  • ZDF Mediathek, neue Folgen ab Mittwoch, 3. November 2021

Texte

13 FRAGEN - Worum geht es?

Kann man auf einem Spielfeld ernsthaft brisante Themen diskutieren? Man kann! Das Debattenformat "13 FRAGEN" ist experimenteller und dynamischer als herkömmliche Talkshows.

Bei "13 FRAGEN" werden Kompromisse dort geschlossen, wo die Zukunft gemeinsam entschieden werden muss. Sechs meinungsstarke Gäste treffen sich in der Halle einer ehemaligen Berliner Brauerei auf einem Spielfeld und diskutieren über kontroverse Themen aus Gesellschaft und Politik. Die Gastgeber: Journalist und Moderator Jo Schück – bekannt unter anderem durch die Sendung "aspekte" – und Salwa Houmsi, die als Journalistin und Moderatorin unter anderem an der mehrfach ausgezeichneten Webvideo-Reihe "Jäger & Sammler" mitgewirkt hat.

Ihre Gäste teilen sie je nach deren Haltung zum Thema in zwei Gruppen ein. Ziel ist es, im Verlauf von 13 hitzig diskutierten Fragen alle sechs Teilnehmenden ins Mittelfeld der Spielfläche und somit zu einem Kompromiss zu führen. "Ja" oder "Zustimmung" bedeutet, dass man sich ein Feld weiter Richtung Mitte bewegt. Wer verneint, geht ein Feld zurück. Wer macht einen Schritt auf die Gegenseite zu? Welche Argumente überzeugen?

"13 FRAGEN" bietet ein Forum für fundierte Argumente und pointierte Kritik, für einen Austausch auf Augenhöhe und eine differenzierte Meinungsbildung. Zugleich überzeugt das Format als unterhaltsames Übungsfeld für das Hinterfragen der eigenen Ansichten. "13 FRAGEN" ist ein Online-First-Format, das von ZDFkultur für den YouTube-Kanal von ZDFheute Nachrichten entwickelt wurde.

Abrufbar sind die Diskussionen über https://zdf.de/kultur/13-fragen sowie über den YouTube-Kanal von ZDFheute: https://youtube.com/zdfheute

Stab der aktuellen Staffel

Host _____ Salwa Houmsi, Jo Schück
Regie / Autoren _____ Katharina Lauck, Niels Folta
Redaktion _____ Mascha Schlubach, Laura Oppermann, Katharina Schaar, Lukas Wiehler
Produzent _____ Bastian Asdonk
Creative Producer _____ Niels Folta, Katharina Lauck
Produktionsleitung _____ Saskia Kuhnert
Aufnahmeleitung _____ Chiara Noack
Kamera _____ Michel Gumnior, Fabian Uhlmann, Taner Asma, Gabriel Rufatto
Set Design _____ Justus Saretz
Licht _____ Micha Plundrich, Ulrich Kalliske, David Ketel
Ton _____ Wladimir Gelwich
Schnitt _____ Suraj Chandran
Grafik _____ Sara-Mae Reif, Marc Trompetter
Make-up _____ Juliane Polak, Jula Hoepfner
Social Media ____ Melanie Schoepf, Anne Lange

Redaktion ZDF _____ Stefan Münker
Formatentwicklung ZDF _____ Vanessa Olivier
Produktionsmanagement ZDF _____ Christiane Alsfasser

Eine Produktion von hyperbole im Auftrag des ZDF

3. Staffel "13 FRAGEN"

Nach dem großen Erfolg der beiden ersten Staffeln setzt ZDFkultur die von Jo Schück und Salwa Houmsi im Wechsel moderierte Reihe mit fünf neuen Folgen fort. Führen Nachteile für Ungeimpfte zu einer Spaltung unserer Gesellschaft? Diesem Thema widmet sich die erste Folge, mit der das Online-Debattenformat "13 FRAGEN" am Mittwoch, 3. November 2021, in die dritte Staffel startet, abrufbar unter: https://www.zdf.de/kultur/13-fragen 

2G-Regeln für Restaurants, Kneipen und Theater, kostenpflichtige Coronatests – wer ungeimpft ist, muss mit stärkeren finanziellen Belastungen und gesellschaftlichen Einschränkungen rechnen. Für die einen ist das eine logische Konsequenz auf dem Weg zurück in die Normalität, für die anderen der Weg in eine Zweiklassengesellschaft. Darüber und über mögliche Alternativlösungen diskutiert Jo Schück mit: Dr. Elke Ender, Ärztin & Vize-Leiterin eines Impfzentrums; Erik Helbl, Barbesitzer; Friedemann Karig, Autor; Jessica Hamed, Rechtsanwältin; Miriam Stein, Schauspielerin; Lutz Leichsenring, Sprecher der Berliner Clubkommission.

In der zweiten Folge, abrufbar ab Mittwoch, 17. November 2021, dreht sich alles um die Frage, ob die Bundeswehr nach dem Afghanistan-Debakel weiterhin im Ausland eingesetzt werden sollte – und wenn ja, für welche Aufgaben? Salwa Houmsi spricht darüber mit: Andreas Eggert, Ex-Soldat; Sarah Bressan, Global Public Policy Institute (GPPi); Zala Khalili, Studierende aus Afghanistan; Michael Schulze von Glaßer, Geschäftsführer Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen; Mattea Weihe, Kabul Luftbrücke, SeaWatch; Moritz Neumeier, Comedian & Autor.

Alle Folgen der dritten Staffel gehen im Zweiwochenrhythmus jeweils mittwochs online bei ZDFkultur. Diskutiert wird beispielsweise, ob SUVs aus den Innenstädten verbannt werden sollten, eine weitere Folge befasst sich mit dem Pro und Kontra eines Boykotts der WM in Katar.

2. Staffel "13 FRAGEN"

Seit dem 14. April 2021 online bei ZDFkultur und im YouTube-Kanal von ZDFheute

Am Mittwoch, 14. April 2021, startete die zweite Staffel der Talkreihe, die bereits zahlreiche lebhafte Debatten im Netz angeregt hat, für heikle Themen sensibilisiert und eine offene Gesprächskultur vorlebt.

Auch das Themenspektrum der 16 Folgen der 2. Staffel war breit gefächert und die von Salwa Houmsi und Jo Schück jeweils geladene Gästerunde so divers wie möglich. Die Folgen 1 bis 5 erschienen ab Mittwoch, 14. April 2021, im Zweiwochenrhythmus. Die Folgen 6 bis 13 gingen ab Mittwoch, 16. Juni 2021, wöchentlich  um 17:00 Uhr online. Die letzten drei Folgen wurden ab Mittwoch, 18. August 2021, wieder im Zweiwochenrhythmus veröffentlicht.

Acht Folgen der 2. Staffel im TV bei ZDFneo, Start: 20. Juni 2021, wöchentlich um 23:15 Uhr

Die acht bei ZDFneo ausgestrahlten Folgen der 2. Staffel (Folgen 6 bis 13) befassen sich mit Themen, die insbesondere im Hinblick auf die Bundestagswahl relevant waren. Dabei geht es in den jeweils 30-minütigen Episoden nicht um Parteipolitik, sondern um eine fundierte Meinungsbildung zu Fragen, die nah an der Lebenswelt der Zuschauerinnen und Zuschauer sind. Im Vorfeld wurde sorgfältig recherchiert, für welche Themen sich die Zielgruppe von "13 FRAGEN" besonders interessiert.

Die einzelnen Folgen seit der 2. Staffel

2. STAFFEL

Online seit Mittwoch, 14. April 2021
Folge 1: Ist Abtreibung ein Grundrecht?

Jährlich finden in Deutschland über 100.000 Schwangerschaftsabbrüche statt. Dennoch sind sie bis heute ein gesellschaftliches Tabu. Verantwortlich könnte die Gesetzgebung sein, die Schwangerschaftsabbrüche immer noch als Straftat behandelt. Ärzte und Ärztinnen dürfen auf ihrer Homepage zwar erwähnen, dass sie den Eingriff vornehmen, nicht aber darüber aufklären, wie er verläuft. Bei Verstoß drohen ihnen Geld- oder sogar Gefängnisstrafen. Darf der Staat sich auf diese Weise in das Selbstbestimmungsrecht der Frau einmischen, um ungeborenes Leben zu schützen?

Host: Salwa Houmsi

Gäste: Masha Sedgwick (Influencerin), Kerim Kakmaci (Keynote Speaker, alleinerziehender Vater), Bettina Gaber (Frauenärztin), Cornelia Kaminski (Lehrerin und Vorsitzende "Lebensrecht für alle e.V."), Sabina Scherer (Psychologin, Podcasterin, Mutter), Dr. Michael Kiworr (Gynäkologe, Autor)

Online seit Mittwoch, 28. April 2021 
Folge 2: Kriminelle Clans in Deutschland. Sind sie ein rassistisches Klischee geworden?

Clans sorgen für Quote, die Namen Remmo, Abu Chaker oder Miri sind Dauerbrenner-Themen in der deutschen Medienlandschaft. Immer im Mittelpunkt der Berichterstattung: Geldwäsche, getunte Autos, Waffenhandel, Drogen und Gewalt. Dabei geraten oft nicht nur die Straftäter ins Blickfeld – alle Angehörigen einer arabischen Großfamilie stehen plötzlich unter Generalverdacht. Sind "kriminelle Clans" ein rassistisches Klischee geworden?

Host: Jo Schück

Gäste: Ali Bumaye (Rapper), Mohamed Amjahid (Journalist, Autor), Ria Halbritter (Strafverteidigerin), Ralph Ghadban (Migrationsforscher), Düzen Tekkal (Journalistin), Dorotea Sevelj (Polizistin aus Berlin / Bund Deutscher Kriminalbeamter)

Online seit Mittwoch, 12. Mai 2021
Folge 3: Jugend an die Macht. Brauchen wir das Wahlrecht ab 16?

Bewegungen wie Fridays for Future oder Black Lives Matter haben gezeigt, dass vor allem die junge Generation eine treibende Kraft ist, wenn es darum geht, die Welt von Morgen zu gestalten. Die Jugendlichen wollen ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen – nachhaltig, divers und gerecht soll sie sein! Deswegen plädieren auch viele für mehr Mitspracherecht. In Österreich dürfen 16-Jährige bereits seit 2007 wählen, und auch in Deutschland wird das Thema immer wieder kontrovers diskutiert. Aber ist man mit 16 Jahren schon politisch reif genug, um zu wählen?

Host: Jo Schück

Gäste: Tracy Osei-Tutu (Studentin, Aktivistin), Friedrich Liechtenstein (Musiker), Anna Peters (Studentin, Bundessprecherin der Grünen Jugend), Leonard Geßner (16 Jahre, Schüler), Sarah Beckhoff (Junge Union), Stephan Eisel (Politikwissenschaftler)

Online seit Mittwoch, 26. Mai 2021
Folge 4: Führt Identitätspolitik zu einer gerechten Gesellschaft?

Schwarz, feministisch, queer – immer mehr Menschen betonen ihre Gruppenidentität. Der Streit darum, wem es heute zusteht, seine Meinung zu Themen wie Rassismus oder Diskriminierung zu äußern, ist längst entfacht: Darf jemand, der weiß ist, seine Meinung über Rassismus sagen? Dürfen Männer sich über Feminismus und Heterosexuelle sich über die queere Community äußern? Minderheiten wollen gehört und anerkannt werden. Sie sind lauter und fordernder denn je in unserer Gesellschaft. Andere hingegen haben das Gefühl, leiser werden zu müssen und ihre Meinung nicht mehr sagen zu dürfen.

Host: Salwa Houmsi

Gäste: Emilia Roig (Politologin, Autorin), BRKN (Rapper), Malcolm Ohanwe (Journalist), Simon Ruane (YouTuber), Mirza Odabaşı (Filmregisseur), Cinzia Sciuto (Schriftstellerin)

Online seit Mittwoch, 9. Juni 2021
Folge 5: Bedingungsloses Grundeinkommen! Jetzt erst recht? Ist das bedingungslose Grundeinkommen die Lösung für die Existenzangst durch Corona?

Der Ausnahmezustand, in dem sich die Welt seit Beginn der Coronapandemie befindet, bringt Hunderttausende Menschen, darunter Kulturschaffende, Konzertveranstalter und Gastronomen, schwer in Bedrängnis. Viele verdienen seit einem Jahr kaum oder gar kein Geld mehr und bangen um ihre Existenz. Immer lauter werden die Rufe nach einem bedingungslosen Grundeinkommen. Aber wäre das finanziell überhaupt machbar? Und ist das bedingungslose Grundeinkommen ein Weg in eine sichere Zukunft für alle? Oder höhlt es unseren Sozialstaat aus?

Host: Jo Schück

Gäste: Tonia Merz (Unternehmerin), Mark Adrian Appoh (Expedition Grundeinkommen), Michael Bohmeyer (Gründer "Mein Grundeinkommen e.V."), Ole Nymoen (Autor, Podcaster), Ulrike Herrmann (Wirtschaftsredakteurin taz), Karsten Berning (Bäcker)

Online seit Mittwoch, 16. Juni 2021, 17.00 Uhr
Ausstrahlung bei ZDFneo: Sonntag, 20. Juni 2021, 23.15 Uhr
Folge 6: Diversity for future! Brauchen wir eine Migrationsquote?

Gut jede dritte Person in Deutschland hat einen Migrationshintergrund. Von Chancengleichheit kann jedoch keine Rede sein: Menschen mit Migrationshintergrund haben einen schlechteren Zugang zum Wohnungsmarkt sowie Nachteile bei Bewerbungsverfahren. Im öffentlichen Dienst und in der Politik sind sie immer noch unterrepräsentiert. Brauchen wir eine Migrationsquote, um strukturelle Diskriminierung in Zukunft ernsthaft zu bekämpfen?

Host: Salwa Houmsi

Gäste: Hatice Schmidt (Influencerin), Nkechi Madubuko (Diversity-Trainerin), Michael Fritz (Mitbegründer von "Viva con Agua"), Cahit Başar (Lehrer und Generalsekretär der Kurdischen Gemeinde Deutschland), Katharina Wolff (Gründerin und Unternehmerin), Joe Chialo (Musikmanager)

Online seit Mittwoch, 23. Juni 2021, 17.00 Uhr
Ausstrahlung bei ZDFneo: Sonntag, 27. Juni 2021, 23.15 Uhr
Folge 7: Stoppt die Klimakatastrophe! 
Sind politische Verbote unsere letzte Chance, den Planeten zu retten?

Sind wir alle zu bequem, um den Klimawandel aufzuhalten? Seit der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 haben sich die privaten Konsumausgaben in Deutschland um mehr als vier Fünftel erhöht. Unser Ressourcen verbrauchender Lebensstil ist auf dem Weg zum Klimakiller Nummer 1. Gut gemeinte Appelle zum freiwilligen Verzicht reichen offenbar nicht aus. Sind politische Verbote unsere letzte Chance, den Planeten zu retten?

Host: Jo Schück

Gäste: Pia Schulze (Aktivistin, Influencerin), Carla Reemtsma (Klimaschutzaktivstin, Mitorganisatorin Fridays for Future), Yasemin Kiracti-Kücük (Projektkoordinatorin bei Yeşil Çember - ökologisch interkulturell gGmbH), Daniel Mack (Leiter Verkehrs-, Umwelt- und Digitalpolitik bei Daimler), Philipp Gerhard (Forstwirt und Agroforst-Experte), Melanie Jaeger-Erben (Soziologin, Leiterin des Fachgebiets Transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung in der Elektronik an der TU Berlin)

Online seit Mittwoch, 30. Juni 2021, 17.00 Uhr
Ausstrahlung bei ZDFneo: Sonntag, 4. Juli 2021, 23.15 Uhr
Folge 8: Wohlstand für alle! Ist der Kapitalismus am Ende?


Der Kapitalismus verbraucht enorme Ressourcen. Viele Deutsche denken mittlerweile, dass er mehr schadet als hilft, dass permanentes Wachstum keine Probleme löst, sondern neue schafft. Muss also ein anderes Wirtschaftssystem her, das soziale Gerechtigkeit und Wohlstand für alle begünstigt? Oder sollte der Kapitalismus das, was er verursacht hat, auch wieder geradebiegen? Und gäbe es überhaupt eine ernsthafte Alternative?

Host: Jo Schück

Gäste: Disarstar (Rapper), Ronja Morgenthaler, (Pressesprecherin Konzeptwerk / Zukunft für alle), Kofi Shakur (Student & politischer Aktivist), Génica Schäfgen (Head of Germany, Ecosia und im Vorstand der "Stiftung Verantwortungseigentum"), Jeremias Thiel (Student und Autor), Maximilian Götze (Finanzexperte)

Online seit Mittwoch, 7. Juli 2021, 17.00 Uhr
Ausstrahlung bei ZDFneo: Sonntag, 11. Juli 2021, 23.15 Uhr
Folge 9: Kein Sterben an EU-Grenzen! Braucht die EU mehr Macht, um die Flüchtlingskrise zu lösen?

Eigentlich sind wir uns alle einig: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Schaut man sich allerdings die Zustände in Lagern wie in Moria an, scheint die Einhaltung dieses Grundsatzes fraglich. Warum bleiben Rechtsverstöße in der europäischen Flüchtlingspolitik folgenlos? Bei "13 FRAGEN" wird diskutiert, wie dem Sterben an den Grenzen ein Ende gesetzt werden kann und welche Rolle Deutschland dabei spielen sollte.

Host: Salwa Houmsi

Gäste: Zain-Alabidin-Al-Khatir (Geflüchteter, Auszubildender, Fußballtrainer), Maura Magni (Pressesprecherin "Seebrücke"), Yassin (Rapper), Gerald Knaus (Soziologe, Migrationsforscher, EU-Politikberater), Katja Schneidt (Flüchtlingshelferin, Autorin), Sandra Kostner (Soziologin, Historikerin, Migrationsforscherin)

Online seit Mittwoch, 14. Juli 2021, 17.00 Uhr
Ausstrahlung bei ZDFneo: Sonntag, 18. Juli 2021, 23.15 Uhr
Folge 10: Hass im Netz: Müssen die Sozialen Netzwerke stärker reguliert werden?

Facebook & Co prägen öffentliche Debatten und beeinflussen demokratische Meinungsbildungsprozesse. Zugleich werden Soziale Medien zunehmend zum Nährboden von rassistischer Hetze, Frauenfeindlichkeit, Fake News, Verschwörungstheorien und Populismus. Immer mehr Stimmen werden laut, die sagen: Soziale Medien müssen reguliert werden. Denn wer die Demokratie beeinflusst, kann sie auch ins Wanken bringen. Aber wer bestimmt, wo Meinungsfreiheit aufhört und Diskriminierung anfängt?

Host: Jo Schück

Gäste: Electra Pain (Drag Queen), Hans Block (Regisseur), Canel Ataman (Künstlerin, Aktivistin), Diana zur Löwen (Influencerin, Unternehmerin, Autorin), Linus Neumann (Chaos Computer Club), Maya El-Auwad (Rechtsanwältin und Redakteurin bei iRights)

Online seit Mittwoch, 21. Juli 2021, 17.00 Uhr
Ausstrahlung bei ZDFneo: Sonntag, 25. Juli 2021, 23.15 Uhr
Folge 11: Rechter Terror in Deutschland. Muss der Staat gewalttätige Radikalisierung stärker bekämpfen?

Kein anderes Land in Westeuropa hat seit 1990 so viel rechte Gewalt erlebt wie Deutschland. Das Vertrauen vieler Bürgerinnen und Bürger in unseren Staat ist erschüttert. Bei "13 FRAGEN" wird diskutiert: Wie können wir marginalisierte Gruppen besser schützen? Und muss der Staat gewalttätige Radikalisierung stärker bekämpfen?

Host: Salwa Houmsi

Gäste: Nemi El-Hassan (Journalistin und Ärztin), Florian Hartleb (Politikwissenschaftler und Autor), Ruben Gerczikow (Vize-Präsident der European Union of Jewish Students), Axel Reitz (Ex-Nazi, Referent für den Verein "Extremislos e.V."), Daniel Kretzschmar (Bund Deutscher Kriminalbeamter), Stephan J. Kramer (Verfassungsschutzpräsident Thüringen)

Online seit Mittwoch, 28. Juli 2021, 17.00 Uhr
Ausstrahlung bei ZDFneo: Sonntag, 1. August 2021, 23.15 Uhr
Folge 12: Wohnungsmarkt am Limit! Brauchen wir ein Grundrecht auf bezahlbares Wohnen?


Das Recht auf Wohnen ist ein Menschenrecht, festgeschrieben in Artikel 11 des "Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte". Aber was hilft dieses Recht, wenn Wohnen so teuer ist, dass viele es sich gar nicht mehr leisten können? Allein in Berlin wurden in den vergangenen 30 Jahren 210.000 Wohnungen privatisiert – die Miete hat sich seitdem verdreifacht. Der öffentliche Wohnungsbau stagniert. Müssen wir auch das Recht auf bezahlbaren Wohnraum gesetzlich verankern?

Host: Salwa Houmsi

Gäste: Sven Fischer (Caterer und Mieter), Claudia Engelmann (Institut für Menschenrechte), Emilene Wopana Mudimu (Sozialarbeiterin), Michael LaFond (CoHousing-Experte), Babs Steger (Immobilieninvestorin), Maike Kipker (Finanzberaterin, Mentorin "Mrs. Property")

Online seit Mittwoch, 4. August 2021, 17.00 Uhr
Ausstrahlung bei ZDFneo: Sonntag, 8. August 2021, 23.15 Uhr
Folge 13: Thema: Erben neu denken. Ist Erben gerecht?


Viele Menschen mit geringem Einkommen, wenig Bildung, wenig Chancen haben nicht das Glück, zu erben. Über die Hälfte aller privaten Vermögen in Deutschland werden nicht durch eigene Arbeit, sondern durch Erbschaften und Schenkungen erzielt. Wenn Erbschaften die soziale Ungleichheit verstärken: Welche strukturellen Gegenmaßnahmen wären sinnvoll und gerecht?

Host: Jo Schück

Gäste: Gerd Maas (Familienunternehmer und Autor), Roland Strango (Immobilieninvestor), Anastasia Barner (Gründerin FeMentor), Marlene Engelhorn (Mitgründerin der Initiative "tax me now"), Wolfgang M. Schmitt (YouTuber und Podcaster), Orry Mittenmayer (Gewerkschafter)

Online seit Mittwoch, 18. August 2021
Folge 14: Ich will sterben. Sterbehilfe für alle?

Sollte jeder selbst über seinen Tod entscheiden dürfen? Und dafür auch legal Hilfe in Anspruch nehmen können? Die Mehrheit der Deutschen sagt Ja, und das Bundesverfassungsgericht hat ebenso entschieden. Geschäftsmäßige Sterbehilfe ist in Deutschland seit 2020 erlaubt. Sinnloses Leiden durch schwere Krankheiten soll so beendet, das Recht auf selbstbestimmtes Sterben selbstverständlich werden. Aber auch für Menschen, die nicht körperlich, sondern psychisch krank sind?

Host: Salwa Houmsi

Gäste: Brigitte Meyer-Simon (Mitglied im Sterbehilfeverein), Benedikt Matenaer (Palliativmediziner), Eric Wrede (Bestatter), Philipp Mickenbecker (YouTuber mit Krebsdiagnose), Heiner Melching (Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin), Nora Fieling (Autorin, Genesungsbegleiterin)

Online seit Mittwoch, 1. September 2021
Folge 15: Kunstfreiheit!

Michael Jackson, Woody Allen, Roman Polanski: Ihnen und weiteren Kunstschaffenden wurde sexuelle Belästigung und Machtmissbrauch vorgeworfen. Kann man ihre Musik dennoch hören? Ihre Filme weiterhin sehen? Sind Kunst und Urheber voneinander zu trennen? 

Host: Salwa Houmsi

Gäste: Peter Wittkamp (Freier Autor und Texter, unter anderem für ZDF "heute-Show", "Late Night Berlin" und Jan Böhmermann), Elke Buhr (Chefredakteurin des Kunstmagazins "Monopol", Kunstkritikerin und Journalistin), Ersan Mondtag (Regisseur und Bühnenbildner), Balbina (Sängerin, Komponistin und Produzentin), Anna Nero (Künstlerin), Dax Werner (Musiker und Autor)

Online seit Mittwoch, 15. September 2021
Folge 16: Religiöse Symbole. Sollten wir religiöse Symbole in staatlichen Institutionen verbieten?

Am 22. April 2021 wurde ein neues Gesetz verabschiedet, das Regelungen darüber enthält, inwieweit Körperschmuck (etwa in Form von Tattoos oder Piercings) für Beamt*innen zulässig ist. Anlass war der Fall eines Berliner Polizisten, der wegen eines verfassungsfeindlichen Tattoos entlassen wurde. Verbote für religiöse Symbole soll es nur in Ausnahmefällen geben, "wenn sie objektiv geeignet sind, das Vertrauen in die neutrale Amtsführung der Beamtin oder des Beamten zu beeinträchtigen". Kritiker*innen fürchten nun ein Kopftuchverbot durch die Hintertür. Und somit ist eine alte Debatte neu entfacht.

Host: Jo Schück

Gäste: Karina Jehniche (Schulleiterin), Fatma Keser (Mitgründerin der "Migrantinnen für Säkularität und Selbstbestimmung"), Philipp Möller (Pädagoge, Autor, Atheist), Dani Levy (Schauspieler, Regisseur), Rabia Küçükşahin (Jurastudentin), Dominik Rittweg (Pfarrer)

 

3. STAFFEL

Online ab Mittwoch, 3. November 2021
Folge 1:  Führen Nachteile für Ungeimpfte zu einer Spaltung unserer Gesellschaft? (Arbeitstitel)

2G-Regeln für Restaurants, Kneipen und Theater, kostenpflichtige Coronatests – wer ungeimpft ist, muss mit stärkeren finanziellen Belastungen und gesellschaftlichen Einschränkungen rechnen. Für die einen ist das eine logische Konsequenz auf dem Weg zurück in die Normalität, für die anderen der Weg in eine Zweiklassengesellschaft.

Host: Jo Schück

Gäste: Elke Ender (Ärztin & Vize-Leiterin eines Impfzentrums), Erik Helbl (Barbesitzer), Friedemann Karig (Autor), Jessica Hamed (Rechtsanwältin), Miriam Stein (Schauspielerin), Lutz Leichsenring (Sprecher der Berliner Clubkommission)

Online ab Mittwoch, 17. November 2021
Folge 2: Soll die Bundeswehr weiter im Ausland eingesetzt werden? (Arbeitstitel)

Seit vielen Jahren engagiert sich die Bundeswehr im Ausland. Über 3000 deutsche Soldatinnen und Soldaten sind derzeit in Europa, Asien und Afrika im Einsatz. Die NATO-Mission "Resolute Support" in Afghanistan, an der auch das deutsche Militär maßgeblich beteiligt war, endete in einem Debakel. Bei "13 FRAGEN" wird diskutiert, ob deutsche Soldaten und Soldatinnen nach den Erfahrungen in Afghanistan weiterhin im Ausland eingesetzt werden sollte – und wenn ja, für welche Aufgaben?

Host: Salwa Houmsi

Gäste: Andreas Eggert (Ex-Soldat), Sarah Bressan (Global Public Policy Institute, GPPi), Zala Khalili (Studierende aus Afghanistan), Michael Schulze von Glaßer (Geschäftsführer Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen), Mattea Weihe (Kabul Luftbrücke, SeaWatch, Moritz Neumeier (Comedian & Autor).

Die Moderatoren

Jo Schück

Jo Schück, 1980 geboren, hat Publizistik, Philosophie und BWL studiert. Seit 2014 moderiert er die Kultursendung "aspekte" im ZDF und fungiert als Autor und Moderator für gesellschaftspolitische Dokumentationen. Zudem präsentiert er politische Spezialformate und seit 2011 die Musiksendung "zdf@bauhaus". Schück war nominiert für den Grimme-Preis und den Deutschen Fernsehpreis. Er ist ausgezeichnet mit dem Ernst-Schneider-Preis und dem CNN Journalist Award. 2020 erschien sein erstes Buch: "Nackt im Hotel - wie Freundschaft der Liebe und Familie den Rang abläuft". Das Sachbuch landete kurz nach Veröffentlichung auf der Spiegel-Bestsellerliste.

Salwa Houmsi

Salwa Houmsi, 1996 geboren, hat sich als eine wichtige Stimmen im deutschen Musikjournalismus etabliert. In ihrem Podcast "Vor der Mio" traf sie zuletzt die erfolgreichsten Rapperinnen und Rapper Deutschlands. Von 2016 bis 2019 war sie Gesicht des investigativ-journalistischen, gesellschaftskritischen und mehrfach ausgezeichneten Webvideo-Formats "Jäger & Sammler" (ZDF/funk). Salwa Houmsi ist außerdem im Programm von Radio Fritz zu hören und kuratiert eine eigene monatliche DJ-Show beim Radiosender WDR/COSMO. Ebenfalls für COSMO ist sie 14-tägig im Podcast "Machiavelli Push" zu hören, um zusammen mit Jan Kawelke die neusten News aus Pop und Politik zu vereinen. Seit 2020 bildet sie zusammen mit Jo Schück das Moderationsduo für das Debattenformat "13 FRAGEN".

Statements von Jo Schück und Salwa Houmsi zur 2. Staffel

Salwa Houmsi:

"Ganz grundsätzlich bin ich Fan von Talkshows. Ich habe nur das Gefühl, dass es neben '13 FRAGEN' kaum prominent positionierte Debattenformate gibt, die tatsächlich eine junge Zielgruppe zwischen 25 und 35 ansprechen und auch Platz für die Themen und Probleme der jüngeren Generationen machen. Das gefällt mir an '13 FRAGEN'; wir sind jung, aber trotzdem erwachsen. Wir sprechen eine Zielgruppe an, die im linearen Programm zu oft vergessen und der zu wenig zugetraut wird. Abgesehen davon finde ich, dass Debattenformate nur dann richtig Spaß machen, wenn wirklich Tacheles geredet und nicht die ganze Zeit nur um den heißen Brei geschwurbelt wird. Es ist nicht selten passiert, dass ich bei mir und meinen Freund*innen gemerkt habe, dass '13 FRAGEN' uns angeregt hat, anders über ein Thema zu denken. Das ist, finde ich, das schönste, was ein Debattenformat bewirken kann."

"Ich mache bei '13 FRAGEN' mit, weil ich Talkshows liebe und von unserem Konzept sehr überzeugt bin. Ich habe selten so viel positives Feedback aus so vielen verschiedenen 'Bubbles' zu einem Format bekommen. Das macht ja sehr gut deutlich, dass die Idee dahinter aufgeht und '13 FRAGEN' tatsächlich die Menschen erreicht, die wir erreichen wollen.

"Ich denke, dass es gerade jetzt unserer Debattenkultur sehr gut tun würde, wenn wir alle lernen, wieder etwas mehr zuzuhören und auch bereit sind, Fehler einzugestehen oder ein Argument der anderen Seite anzuerkennen. Ich hoffe, dass '13 FRAGEN' in Zukunft noch mehr solche Momente hervorrufen kann."

 

Jo Schück:

"Allerorts wird das Klagelied über den vermeintlichen Niedergang der Debattenkultur gesungen. Wir hatten zwei Möglichkeiten: Mitsingen oder dem etwas entgegensetzen. Wir haben uns für Letzteres entschieden."

"Bei '13 FRAGEN' geht es nicht darum, dem Gegenüber die eigene Meinung möglichst geschickt um die Ohren zu hauen. Wir fordern explizit Kompromissbereitschaft von unseren Gästen. Das unterscheidet uns von manch anderer Talkshow und erzeugt ein erstaunliches Maß an Empathie. Bockig in den Sessel sinken, das gibt’s bei uns nicht. Allein schon, weil wir keine Sessel haben."

"Es ist schon bemerkenswert, wie anders Talk-Gäste agieren, wenn sie nicht im Sessel sitzen, sondern sich auf ein Spielfeld begeben und vielleicht sogar aufeinander zugehen. Offenbar bleibt da nicht nur der Körper beweglich."

Interview mit Jo Schück und Salwa Houmsi zum Start von "13 FRAGEN" 2020

1. Salwa und Jo, erklären Sie doch mal kurz, wie das neue Format "13 FRAGEN" funktioniert.

Jo: In jeder Folge haben wir ein kontroverses gesellschaftspolitisches Thema. Dazu laden wir uns sechs Gäste ein, die in der Regel auf jeweils der anderen Seite der Medaille stehen und innerhalb eines Spielformates stellen wir 13 Fragen – auf der Suche nach einem Kompromiss. Das heißt, wenn jemand Fragen mit 'Ja' oder 'Nein' beantwortet, kann er auf einem Spielfeld nach vorne oder nach hinten gehen. Und unser Ziel – Salwas und mein Ziel – ist es, am Ende alle Menschen möglichst in die Mitte, zu einem sogenannten Kompromissfeld, zu bewegen. Das Ganze ist ein Spielformat, das ist die äußere Hülle, im Endeffekt geht es natürlich um eine Diskussion.

Salwa: Ich stelle mir das bei der Sendung immer so ein bisschen vor wie einen politischen Kongress oder so etwas. Ich war früher sehr lange im Debattierclub und das erinnert mich so ein bisschen daran: Jeder präsentiert natürlich seine eigene Seite, aber wenn du zum Beispiel in der Politik bist, dann geht es nicht nur darum, dass jeder seine Meinung einmal abbildet und sagt: Ich bin hier und du bist da, sondern dass du am Ende auch sagst: Gut, jetzt haben wir die verschiedenen Positionen, aber was machen wir jetzt damit und wie können wir dann dieses Problem lösen, so dass alle irgendwie zufrieden sind. (1’10)

2. Wie suchen Sie die sechs Gäste aus?

Salwa: Uns ist auf jeden Fall wichtig, dass wir eine diverse Gästeauswahl haben, weil wir natürlich auch über Themen sprechen wie Rassismus, Chancengleichheit, soziale Herkunft, Religion. Wir haben dafür natürlich eine Redaktion, Jo und ich suchen die Gäste nicht persönlich aus. Wichtig ist auch, dass es sechs Gäste sind: drei, die auf der Pro-Seite der These sind und drei auf der Kon-Seite. (0’23)

3. Ziel ist es, die sechs Menschen zu einem Kompromiss zu bringen. Wird das immer gelingen?

Jo: Wir haben schon in den ersten Piloten und in den ersten Folgen gemerkt, dass tatsächlich das Spielprinzip dergestalt aufgeht, dass manchmal Menschen, die eigentlich eine komplett konträre Meinung haben, dann doch einen Schritt auf den anderen zugehen, weil sie sagen: Ok, ich bin nicht deiner Meinung, aber ich kann das nachvollziehen, was du sagst. Das ist natürlich für uns der Glücksfall.

Salwa: Bei meiner Sendung war es vor allem so, dass ich das Gefühl hatte, es war ein sehr schwieriges Thema, es ging um Rassismus. Am Anfang haben sich die Leute sehr wenig aufeinander zu bewegt. Am Ende waren alle sogar im Mittelfeld. Ich war total baff, ich hätte das nicht gedacht. Ich finde aber gerade das total schön, weil bei einer normalen Talksendung, die nicht das Ziel hätte, dass man am Ende eine Lösung findet, wäre das gar nicht passiert. (0’41)

4. "13 FRAGEN" wird es jede Woche geben. Welche Themen planen Sie?

Salwa: Wir haben ganz viele verschiedene Themen. Uns ist vor allem wichtig, auch aktuelle Debatten abzubilden. Wir werden aber natürlich auch Themen setzen, die wir wichtig finden: Religion wird vorkommen, Chancengleichheit, wir haben schon über Rassismus gesprochen. Mal kucken, was wir uns noch alles raussuchen. (0’19)

5. Jede Sendung dauert 30 Minuten. Wie schwer ist es, komplexe Sachverhalte in dieser doch recht kurzen Zeit zu diskutieren?

Jo: Das ist wie bei allen Bewegtbildformaten immer der Kompromiss zwischen so kurz wie möglich und so lange wie nötig. Denn man will natürlich auch der Community keine Zwei-Stunden-Diskussion vorsetzen. Es soll ja am Ende auch jemand kucken wollen. Da muss man auf die Zeit achten, wohl wissend, dass wir es auch nicht künstlich verkürzen wollen, denn es geht eben nicht nur um diesen Schlagabtausch, sondern um echte Erkenntnisgewinne. Die brauchen Zeit. (0’23)

6. Sie haben schon einige Pilotfolgen abgedreht, die schon im Netz stehen. Wie waren die Reaktionen bei den Zuschauern?

Salwa: Sehr viel positives Feedback. Ich war selber gespannt, was dort für Feedback kommen würde, weil anfangs das Konzept natürlich sehr neu wirkt. Auch gerade dadurch, dass es einmal ein Debattenformat ist und das mit dieser Spielform verbindet. Aber gerade dieser Ansatz, dass man eben nicht sagt, das ist eine Talkshow, in der es darum geht, dass jeder einmal kurz für zwei Minuten seine Meinung präsentiert und am Ende haben sich alle gestritten und man hat aber gar nicht über Kompromisse gesprochen, dass das eben nicht stattfindet, das kam bisher sehr, sehr gut an. (0’30)

7. Und wird es auch mal richtig krachen zwischen den beiden Dreiergruppen?

Jo: Ich hab das Gefühl, dieser Spielaufbau verleitet Menschen dazu, eher mal versöhnlich zuzuhören. Im Gegensatz zu einer Maybrit Illner-Talkshow, wo man eher seine Positionen an die Wand nageln will. Da geht es eher darum, dass die Menschen zuhören. Und selbst die harten Brocken – wir hatten durchaus harte Brocken dabei – wurden auf wundersame Weise zahm.

Salwa: Man kann auch als Moderatorin in meinem Fall immer wieder daran erinnern: Leute, es ist ein Spiel. Seht das spielerisch. Das motiviert tatsächlich die Leute dazu, mehr zu lächeln, das alles ein bisschen mit Freude zu sehen, auf diesem Feld ein bisschen hin und her zu hüpfen. Trotzdem sind das häufig Themen, wo Menschen dabei sind, die persönlich davon betroffen sind, zum Beispiel wenn wir über Rassismus sprechen oder über soziale Herkunft. Da ist es dann natürlich schwierig, das Ganze wie ein Spiel zu sehen, aber das ist dann die Dynamik, die dabei ist und da auch dazugehört. (0’53)

Das Interview wurde im Herbst 2020 geführt und steht bei all4radio unter https://all4radio.eu/ kostenlos zum Download zur Verfügung.

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