Jo Schück und Salwa Houmsi
Jo Schück und Salwa Houmsi

13 FRAGEN

Neues, innovatives Debattenformat: Unter https://zdf.de/kultur/13-fragen veröffentlicht ZDFkultur im Wochentakt je eine Ausgabe von "13 FRAGEN". Gemeinsam mit ihren Gästen gehen die Moderatoren Jo Schück und Salwa Houmsi 13 gesellschaftlich brisanten Fragen auf den Grund.

  • ZDF Mediathek, ab Dienstag, 15. September 2020

Texte

Sendedatum, Stab, Inhalt

ab Dienstag, 15. September 2020
13 FRAGEN 

Regie / Autorin ____Ann-Catrin Malessa & Katharina Lauck
Kamera ____Gabriel Rufatto, Michel Gumnior, Fabian Uhlmann
Kameraassistentin ____Claudia Sebastian
Licht ____Micha Plundrich
Ton ____Wladimir Gelwich
Set Design ____Justus Saretz
Schnitt ____Suraj Chandran
Grafik ____Alexander Papoli-Barawati, Janica Schäfer, Rosa Gehlich & Moritz Stumm
Produktionsleitung ____Saskia Kuhnert
Redaktion ____Clara Böning
Redaktion ZDF ____Stefan Münker
Formatentwicklung ZDF ____Vanessa Olivier

Zwei Hosts, sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmer, ein riesiges Spielfeld und 13 gesellschaftlich brisante Fragen: ZDFkultur geht mit dem Debattenformat "13 FRAGEN" online. Die Folgen werden ab Dienstag, 15. September 2020, im Wochentakt nicht nur bei ZDFkultur unter https://zdf.de/kultur/13-fragen veröffentlicht, sondern sie sind auch abrufbar auf dem YouTube-Kanal von ZDFheute unter https://youtube.com/zdfheute.

Bei "13 FRAGEN" werden Kompromisse dort geschlossen, wo die Zukunft gemeinsam entschieden werden muss. Sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit unterschiedlichen Meinungen treffen sich in der riesigen Halle einer ehemaligen Berliner Brauerei auf einem gemeinsamen Spielfeld und diskutieren über kontroverse Themen aus Gesellschaft und Politik. Die Gastgeber: Journalist und Moderator Jo Schück - bekannt unter anderem durch die Sendung "aspekte" - und Salwa Houmsi, die als Journalistin und Moderatorin unter anderem an der mehrfach ausgezeichneten Webvideo-Reihe "Jäger & Sammler" mitgewirkt hat. Sie teilen die Gäste anhand ihrer Einstellung zum jeweiligen Thema in zwei Gruppen ein. Ziel ist es, im Verlauf von 13 hitzig diskutierten Fragen, alle sechs Teilnehmenden ins Mittelfeld und somit zu einem Kompromiss zu führen. "Ja" oder "Zustimmung" bedeutet, dass man sich ein Feld weiter Richtung Mitte bewegt. Wer verneint, geht ein Feld zurück. Wer macht einen Schritt auf die Gegenseite zu? Welche Argumente überzeugen?

Die Reihe "13 FRAGEN" ist Teil des digitalen Kulturangebots des ZDF. Eingebettet in die ZDFmediathek bündelt und produziert ZDFkultur Inhalte aus allen kulturellen Genres, um Nutzerinnen und Nutzern Raum für aktuelle Diskurse und neue Perspektiven zu schaffen.

Folgen 1 und 2

Folge 1

Das Thema der ersten Folge lautet "Revolution Bildung: Wie sieht die Schule der Zukunft aus?". Darüber, dass das Bildungssystem einer Erneuerung bedarf, scheint seit Langem Einigkeit zu herrschen. Nun erzwingt die Coronapandemie drastische Regeln, und alte Fragen werden wieder lauter: Was ist die Aufgabe der Schule im 21. Jahrhundert? Was bedeutet moderne Wissensvermittlung? Wie können Bildungschancen für alle geschaffen werden? Bei "13 FRAGEN" diskutieren auf der einen Seite Verantwortliche aus der Politik, auf der anderen Seite Lehrer und Schüler die zentrale Frage: Wofür ist Schule in Zukunft da? Als Gäste werden begrüßt: Jamila Tressel, Autorin; Marie Czilwik, Lehrerin; Max Maendler, Gründer "lehrermarktplatz.de"; Maja Lasić, bildungspolitische Sprecherin SPD Berlin; Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes; Marlis Tepe, Vorsitzende GEW.

Folge 2

In der zweiten Folge von "13 FRAGEN" (online ab Dienstag, 22. September 2020) geht es um "Political Correctness vs. Redeverbot: Kann Sprache unsere Gesellschaft gerechter machen?". Sowohl in der aktuellen Rassismus- als auch in der Gender-Debatte wird auch die deutsche Sprache zum Streitthema. Die Forderung nach einer diskriminierungsfreien Sprache steht dem Vorwurf gegenüber, die Rede- oder gar Meinungsfreiheit werde durch sprachliche Vorgaben eingeschränkt. Während Institutionen verpflichtende Leitfäden für eine diskriminierungsfreie Sprache einführen, werden auf der Gegenseite Schlagworte wie Genderwahn, Tugendterror und Sprachpolizei verwendet, um solchen Regelwerken ein Ende zu setzen. Es diskutieren: Julia Monro sowie Seyda Kurt, beide Journalistinnen; Marius Jung, Kabarettist; Nele Pollatschek, Schriftstellerin; Karen Schmied, Programmchefin Radio Fritz; Torsten Schulz, Drehbuchautor und Professor an der Filmuniversität Babelsberg.

Die Moderatoren

Jo Schück

Jo Schück, 1980 geboren, hat Publizistik, Philosophie und BWL studiert. Seit 2014 moderiert er die Kultursendung "aspekte" im ZDF und fungiert als Autor und Moderator für gesellschaftspolitische Dokumentationen. Zudem präsentiert er politische Spezialformate und seit 2011 die Musiksendung "zdf@bauhaus". Schück war nominiert für den Grimme-Preis und den Deutschen Fernsehpreis und ist ausgezeichnet mit dem Ernst-Schneider-Preis und dem CNN Journalist Award. 2020 erschien sein erstes Buch: "Nackt im Hotel - wie Freundschaft der Liebe und Familie den Rang abläuft" (dtv). Das Sachbuch landete kurz nach Veröffentlichung auf der Spiegel-Bestsellerliste.

Salwa Houmsi

Salwa Houmsi, 1996 geboren, hat sich als eine wichtige Stimmen im deutschen Musikjournalismus etabliert. In ihrem Podcast "Vor der Mio" traf sie zuletzt die erfolgreichsten Rapperinnen und Rapper Deutschlands. Von 2016 bis 2019 war sie Gesicht des investigativ-journalistischen, gesellschaftskritischen und mehrfach ausgezeichneten Webvideo-Formats "Jäger & Sammler" (ZDF/funk). Salwa Houmsi ist außerdem im Programm von Radio Fritz zu hören und kuratiert eine eigene monatliche DJ-Show beim Radiosender WDR/COSMO. Ebenfalls für COSMO ist sie 14-tägig im Podcast "Machiavelli Push" zu hören, um zusammen mit Jan Kawelke die neusten News aus Pop und Politik zu vereinen. Seit 2020 bildet sie zusammen mit Jo Schück das Moderationsduo für das neue Debattenformat "13 FRAGEN" bei ZDF Kultur.

Interview mit Jo Schück und Salwa Houmsi

1. Salwa und Jo, erklären Sie doch mal kurz, wie das neue Format "13 FRAGEN" funktioniert?

Jo: In jeder Folge haben wir ein kontroverses gesellschaftspolitisches Thema. Dazu laden wir uns sechs Gäste ein, die in der Regel auf jeweils der anderen Seite der Medaille stehen und innerhalb eines Spielformates stellen wir 13 Fragen – auf der Suche nach einem Kompromiss. Das heißt, wenn jemand Fragen mit 'Ja' oder 'Nein' beantwortet, kann er auf einem Spielfeld nach vorne oder nach hinten gehen. Und unser Ziel – Salwas und mein Ziel – ist es, am Ende alle Menschen möglichst in die Mitte, zu einem sogenannten Kompromissfeld, zu bewegen. Das Ganze ist ein Spielformat, das ist die äußere Hülle, im Endeffekt geht es natürlich um eine Diskussion.

Salwa: Ich stelle mir das bei der Sendung immer so ein bisschen vor wie einen politischen Kongress oder so etwas. Ich war früher sehr lange im Debattierclub und das erinnert mich so ein bisschen daran: Jeder präsentiert natürlich seine eigene Seite, aber wenn du zum Beispiel in der Politik bist, dann geht es nicht nur darum, dass jeder seine Meinung einmal abbildet und sagt: Ich bin hier und du bist da, sondern dass du am Ende auch sagst: Gut, jetzt haben wir die verschiedenen Positionen, aber was machen wir jetzt damit und wie können wir dann dieses Problem lösen, so dass alle irgendwie zufrieden sind. (1’10)

2. Wie suchen Sie die sechs Gäste aus?

Salwa: Uns ist auf jeden Fall wichtig, dass wir eine diverse Gästeauswahl haben, weil wir natürlich auch über Themen sprechen wie Rassismus, Chancengleichheit, soziale Herkunft, Religion. Wir haben dafür natürlich eine Redaktion, Jo und ich suchen die Gäste nicht persönlich aus. Wichtig ist auch, dass es sechs Gäste sind: drei, die auf der Pro-Seite der These sind und drei auf der Kon-Seite. (0’23)

3. Ziel ist es, die sechs Menschen zu einem Kompromiss zu bringen. Wird das immer gelingen?

Jo: Wir haben schon in den ersten Piloten und in den ersten Folgen gemerkt, dass tatsächlich das Spielprinzip dergestalt aufgeht, dass manchmal Menschen, die eigentlich eine komplett konträre Meinung haben, dann doch einen Schritt auf den anderen zugehen, weil sie sagen: Ok, ich bin nicht deiner Meinung, aber ich kann das nachvollziehen, was du sagst. Das ist natürlich für uns der Glücksfall.

Salwa: Bei meiner Sendung war es vor allem so, dass ich das Gefühl hatte, es war ein sehr schwieriges Thema, es ging um Rassismus. Am Anfang haben sich die Leute sehr wenig aufeinander zu bewegt. Am Ende waren alle sogar im Mittelfeld. Ich war total baff, ich hätte das nicht gedacht. Ich finde aber gerade das total schön, weil bei einer normalen Talksendung, die nicht das Ziel hätte, dass man am Ende eine Lösung findet, wäre das gar nicht passiert. (0’41)

4. "13 FRAGEN" wird es jede Woche geben. Welche Themen planen Sie?

Salwa: Wir haben ganz viele verschiedene Themen. Uns ist vor allem wichtig, auch aktuelle Debatten abzubilden. Wir werden aber natürlich auch Themen setzen, die wir wichtig finden: Religion wird vorkommen, Chancengleichheit, wir haben schon über Rassismus gesprochen. Mal kucken, was wir uns noch alles raussuchen. (0’19)

5. Jede Sendung dauert 30 Minuten. Wie schwer ist es, komplexe Sachverhalte in dieser doch recht kurzen Zeit zu diskutieren?

Jo: Das ist wie bei allen Bewegtbildformaten immer der Kompromiss zwischen so kurz wie möglich und so lange wie nötig. Denn man will natürlich auch der Community keine Zwei-Stunden-Diskussion vorsetzen. Es soll ja am Ende auch jemand kucken wollen. Da muss man auf die Zeit achten, wohl wissend, dass wir es auch nicht künstlich verkürzen wollen, denn es geht eben nicht nur um diesen Schlagabtausch, sondern um echte Erkenntnisgewinne. Die brauchen Zeit. (0’23)

6. Sie haben schon einige Pilotfolgen abgedreht, die schon im Netz stehen. Wie waren die Reaktionen bei den Zuschauern?

Salwa: Sehr viel positives Feedback. Ich war selber gespannt, was dort für Feedback kommen würde, weil anfangs das Konzept natürlich sehr neu wirkt. Auch gerade dadurch, dass es einmal ein Debattenformat ist und das mit dieser Spielform verbindet. Aber gerade dieser Ansatz, dass man eben nicht sagt, das ist eine Talkshow, in der es darum geht, dass jeder einmal kurz für zwei Minuten seine Meinung präsentiert und am Ende haben sich alle gestritten und man hat aber gar nicht über Kompromisse gesprochen, dass das eben nicht stattfindet, das kam bisher sehr, sehr gut an. (0’30)

7. Und wird es auch mal richtig krachen zwischen den beiden Dreiergruppen?

Jo: Ich hab das Gefühl, dieser Spielaufbau verleitet Menschen dazu, eher mal versöhnlich zuzuhören. Im Gegensatz zu einer Maybrit Illner-Talkshow, wo man eher seine Positionen an die Wand nageln will. Da geht es eher darum, dass die Menschen zuhören. Und selbst die harten Brocken – wir hatten durchaus harte Brocken dabei – wurden auf wundersame Weise zahm.

Salwa: Man kann auch als Moderatorin in meinem Fall immer wieder daran erinnern: Leute, es ist ein Spiel. Seht das spielerisch. Das motiviert tatsächlich die Leute dazu, mehr zu lächeln, das alles ein bisschen mit Freude zu sehen, auf diesem Feld ein bisschen hin und her zu hüpfen. Trotzdem sind das häufig Themen, wo Menschen dabei sind, die persönlich davon betroffen sind, zum Beispiel wenn wir über Rassismus sprechen oder über soziale Herkunft. Da ist es dann natürlich schwierig, das Ganze wie ein Spiel zu sehen, aber das ist dann die Dynamik, die dabei ist und da auch dazugehört. (0’53)

Das Interview steht bei all4radio unter https://all4radio.eu/ kostenlos zum Download zur Verfügung.

ZDFmediathek und YouTube

Das Format ist ab Dienstag, 15. September 2020, in der ZDFmediathek unter https://zdf.de/kultur/13-fragen zu sehen und auf dem YouTube-Kanal von ZDFheute unter https://youtube.com/zdfheute.

Fotos

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/zdfkultur

Weitere Informationen

"13 FRAGEN" in der ZDFmediathek: https://zdf.de/kultur/13-fragen

"13 FRAGEN" auf dem YouTube-Kanal von ZDFheute: https://youtube.com/zdfheute

ZDFkultur in der ZDFmediathek: https://zdfkultur.de

ZDFkultur bei Facebook: https://facebook.com/ZDFkultur

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