70 Jahre Ende des Zweiten Weltkriegs

Dokumentationen in ZDF und ZDFinfo

2015 steht im Zeichen des Gedenkens an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren. Dieser erlebte von August 1944 bis zum Sommer 1945 eine lange Schlussphase, die die zwölfteilige Reihe "Countdown zum Untergang" in ZDFinfo nachzeichnet. "Das lange Ende des Zweiten Weltkriegs" beschreibt Filmautor Michael Kloft im Monatsrhythmus. Über diese Reihe hinaus bieten ZDF und ZDFinfo mit Blick auf den 8. Mai 1945 - dem Tag der bedingungslosen deutschen Kapitulation, als Tag der Befreiung gewürdigt - noch weitere Programme im Gedenken an das Kriegsende.

  • ZDF info, Sonntag, 3. Mai 2015, 15.00 Uhr / Mittwoch, 6. Mai 2015, 19.30 Uhr / Freitag, 8. Mai 2015, 21.00 Uhr

    Texte

    ZDF und ZDFinfo mit umfangreichem Programmangebot zum Ende des Zweiten Weltkriegs

    Die Erinnerungen an das Ende des Zweiten Weltkriegs und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft vor 70 Jahren fördert das ZDF mit zahlreichen Programmangeboten. Am Sonntag, 3. Mai 2015, 15.00 Uhr ist in ZDFinfo die neue Folgen der zwölfteiligen Dokumentationsreihe "Countdown zum Untergang" über den Juli 1945 zu sehen. Die Reihe schildert das lange Ende der Naziherrschaft im Monatsrhythmus von August 1944 bis Juli 1945 schildert. Die Folge über den Mai 1945 ist erstmals am Mittwoch, 6. Mai 2015, 19.30 Uhr in ZDFinfo zu sehen. Am Freitag, 8. Mai 2015, dem 70. Jahrestag der bedingungslosen Kapitulation und Befreiung, zeigt ZDFinfo ab 21.00 Uhr zum ersten Mal die Folge über den Juni 1945. Im Laufe des Aprils sind zudem die ersten Folgen der Reihe, von August 1944 bis April 1945, auf verschiedenen Sendeplätzen in ZDFinfo erneut zu sehen.  

    Die "ZDFzeit" widmet sich am Dienstag, 5. Mai 2015, 20.15 Uhr den "Verbrechen der Befreier – Amerikas dunkle Geheimnisse im Zweiten Weltkrieg". Zudem veranschaulichen Fernseh- und Spielfilme die letzten Kriegsmonate. "ZDF-History" bietet  am Sonntag, 3. Mai 2015, "Deutschland 1945 von oben".

    Von Montag, 27., bis Mittwoch, 29. April 2015, sendet das "ZDF-Morgenmagazin" aus Anlass von 70 Jahre Kriegsende in jeder Ausgabe ein Zeitzeugen-Porträt. Zum Abschluss dieser Porträtreihe moderiert Wolf-Christian Ulrich am Donnerstag, 30. April 2015, live vom Deutsch-Russischen-Museum in Berlin-Karlshorst eine Gesprächsrunde zum Thema "Letzte Kriegstage, Kapitulation und Befreiung von der NS-Herrschaft".

    Die abschließenden drei Folgen der zwölfteiligen Reihe "Countdown zum Untergang – Das lange Ende des Zweiten Weltkriegs" über die Monate Mai, Juni und Juli 1945 strahlt ZDFinfo neben den oben genannten Erstausstrahlungsterminen auch noch mal am Mittwoch, 13. Mai 2015, ab 15.00 Uhr und am Freitag, 15. Mai 2015, 7.00 und 12.30 Uhr aus – die Monate Februar, März und April 1945 sind dann zu sehen. Die ersten Folgen über die Monate August, September und Oktober 1944 waren erstmals am 30. Dezember 2014 in ZDFinfo zu sehen, die Folgen über die Monate November und Dezember 1944 sowie Januar 1945 zeigte ZDFinfo in Erstausstrahlung am 10. und 11. Februar 2015.

    Bereits am 24. und 31. März 2015 war die zweiteilige "ZDFzeit"-Dokumentation "Die Suche nach Hitlers Volk. Deutschlandreise '45." zu sehen, die die Mentalität der Deutschen in der NS-Zeit erkundet: Was brachte so viele dazu, Hitler bedingungslos zu folgen? Die historische Dokumentation "Wir Geiseln der SS" schildert am 14. April 2015, wie prominente Gefangener von der SS als "Verhandlungsmasse" mit den Alliierten missbraucht wurden – darunter viele Kinder der Widerstandskämpfer.

    Auf die letzten Kriegsmonate in Deutschland blickt "ZDF-History" am Sonntag, 3. Mai 2015, gegen 23.30 Uhr. Die Sendung zeigt Deutschland 1945 von oben – die Vogelperspektive auf das zerstörte Land wird mit aktuellen Luftaufnahmen verglichen. Nach der Kapitulation am 8. Mai 1945 glich Deutschland einer Trümmerwüste. Am Beispiel der Städte Berlin, Dresden und Köln schildert die Dokumentation das Leben der Deutschen zwischen den Trümmern.

    Wie aus normalen jungen Männern Massenmörder werden, zeigt am Freitag, 1. Mai 2015, 23.15 Uhr, die ZDF-Kino-Koproduktion "Das radikal Böse". Das Nonfiction-Drama von Regisseur und Drehbuchautor Stefan Ruzowitzky beschäftigt sich mit den systematischen Erschießungen jüdischer Zivilisten durch deutsche Einsatzgruppen in Osteuropa und mit der Suche nach den Ursachen des Bösen. Was während des Warschauer Aufstandes geschah, schildert der polnische Spielfilm "Miasto '44" (Arbeitstitel), dessen Free-TV-Premiere am Freitag, 8. Mai 2015, 23.45 Uhr, im ZDF zu erleben ist.

    Bereits zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am Dienstag, 27. Januar 2015, erinnerten das ZDF und ZDFinfo mit zahlreichen Sendungen (zum Beispiel mit der achtteiligen Doku-Reihe "Die Wahrheit über den Holocaust" und der Doku "Mit dem Mut der Verzweiflung") sowie mit einem umfassenden Online-Angebot an die Schlussphase der NS-Herrschaft und an die Opfer des Vernichtungskriegs. Das Webspecial ist abrufbar unter http://webstory.zdf.de/auschwitz/

    ZDF-Morgenmagazin mit Zeitzeugen-Porträts

    Zum 70. Jahrestag der Befreiung von Nationalsozialismus und dem Ende des Zweiten Weltkriegs sendet das "ZDF-Morgenmagazin" an den Tagen Montag, 27. bis Mittwoch, 30. April 2015, drei Zeitzeugen-Porträts. Zum Abschluss dieser Porträtreihe greift die "Morgenmagazin"-Sendung am Donnerstag, 30. April 2015, das Thema in einer Gesprächsrunde auf - live im Deutsch-Russischen Museum in Berlin-Karlshorst. "Moma"-Moderator Wolf-Christian Ulrich spricht dort unter anderem mit Museumsdirektor Jörg Morre, dem Historiker Moritz Hoffmann ("Als der Krieg nach Hause kam") und den Schülern eines Geschichtskurses über die letzten Kriegstage, die Kapitulation und die Befreiung von der NS-Herrschaft.

    Das "ZDF-Morgenmagazin" sendet Zeitzeugen-Porträts von der 93-jährigen Ursula Ziebarth aus Berlin, dem 87-jährigen Günter Lucks aus Hamburg und dem 82-jährigen Wiktor Sosow aus Kiew.

    Ursula Ziebarth hat das Ende des Zweiten Weltkrieges in Berlin erlebt. Ihr Stiefvater gehörte zu den wenigen Juden, die den Krieg in Berlin überlebten. Insbesondere während der letzten Kriegsmonate und nach dem 8. Mai 1945 hat sie sich intensiv um ihn gekümmert, da sie Angst hatte, er könne sich aus Verzweiflung das Leben nehmen. Denn seine Frau, Ursula Ziebarths Mutter, war 1945 bei einem Bombenangriff ums Leben gekommen. Sie schildert im Beitrag vor allem den Alltag in den letzten Kriegsmonaten.

    Gegen den Willen seiner Mutter ging Günter Lucks mit 16 zur Wehrmacht. Nach einigen Schnell-Lehrgängen rekrutierte ihn die Waffen-SS. Bis heute hat er die Blutgruppen-Tätowierung der Waffen-SS am Oberarm. Lucks erzählt in dem Beitrag, wie er als Teil von "Hitlers buchstäblich letztem Aufgebot" an der Front in Böhmen-Mähren regelrecht verheizt wurde.

    Als Kind erlebte Wiktor Sosow Hunger und Repressionen während der deutschen Besatzung Kiews. Der Junge wurde Augenzeuge von Razzien und Erschießungen. Für den Beitrag treffen wir Wiktor Sosow in seiner Heimatstadt. Im Herbst 1943 wurde er mit seiner Mutter von deutschen Truppen zur Zwangsarbeit nach Polen und Deutschland verschleppt.

    ZDFzeit: Die Suche nach Hitlers Volk

    24.03.2015 und 31.03.2015, jeweils 20.15 Uhr
    "ZDF Zeit: Die Suche nach Hitlers Volk – Deutschlandreise ‘45"
    Film von Peter Hartl und Christian Frey

    Redaktion: Alexander Berkel
    Leitung:Stefan Brauburger
    Eine Produktion von ZDF und ZDF Enterprises

    Der Film entstand unter Verwendung von: Saul K. Padover: "Lügendetektor. Vernehmungen im besiegten Deutschland 1944/45".Aus dem Amerikanischen von Matthias Fienbork.

    Inhalt

    Folge 1
    Bei seiner Fahrt durch gerade eroberte Gebiete Deutschlands interviewt ab Ende 1944 der US-Soziologe und Historiker Saul Padover mit seiner Spezialeinheit für psychologische Kriegsführung unzählige "ganz normale" Deutsche: Bäuerinnen, Bürgermeister, junge Frauen in der Kluft des "Bundes deutscher Mädel", Lehrer, Anwälte, Arbeiter, Hausfrauen und einstige Gewerkschafter. Was er über seine Gespräche notiert, bleibt bis heute der unmittelbarste und beklemmende Stimmungsbericht aus dem ruinierten Niemandsland zwischen Krieg und Frieden. Padover trifft auf verbitterte, illusions-, teils gefühllose Zivilisten – sie fühlen sich vom "Führer", der ihnen so viel verheißen hatte, betrogen. Plötzlich wollte keiner mehr ein "richtiger Nazi" gewesen sein – man habe unter Zwang mitgemacht und sich der Partei angeschlossen. Und immer aufs Neue bekommt er Erklärungsversuche, Entschuldigungen, Ausflüchte zu hören – aber keine schlüssige Antwort auf die Fragen, die den Betrachter bewegen: Wie konnte das alles geschehen? Wie funktionierte die Diktatur in ihrem Inneren? Wie bereitwillig reihten die Deutschen sich ein?

    Die erste Folge der Dokumentation "Die Suche nach Hitlers Volk – Deutschlandreise '45"  greift diese Fragen auf und widmet sich den Vorkriegsjahren. Illustriert durch authentische Bilder, erläutert von renommierten Forschern und gestützt auf den neuesten Erkenntnisstand, entwirft sie eine Charakterstudie der Deutschen in der Diktatur. Und dabei offenbart sich ein erstaunliches Bild. Hitlers Volk setzte sich in seiner Mehrheit nicht aus durch Terror verängstigten oder vom schönen Schein verblendeten Untertanen zusammen, wie gemeinhin überliefert. Es war eine Diktatur, die während der Vorkriegsjahre die Zustimmung der Massen suchte und auch fand – Terror und Zwang waren dosiert und auf bestimmte Gruppen fokussiert. Die meisten Zeitgenossen fühlten sich – bis in die ersten Kriegsjahre hinein – bestens aufgehoben in der Illusion einer unterschiedslosen Volksgemeinschaft. Ein modern wirkendes Vorzeigemodell, wie es auch von ausländischen Besuchern und Diplomaten geschätzt und bewundert wurde. Das aber auf der Abgrenzung der Verfemten gründete: "Arbeitsscheuen", Homosexuellen, Behinderten und vor allem Juden.

    Der Film will keine letztgültigen Erklärungsmuster verkünden, aber er geht der Wirklichkeit hinter Klischees und Trugbildern auf den Grund, schafft Überblicke, liefert Zahlen und quellengesicherte Bestandsaufnahmen. Authentische Filmbilder, Fotos und Dokumente, Grafiken, Zahlen und Zeugnisse, Erkenntnisse und Analysen kundiger Fachleute bringen uns die alltägliche Welt jener Generation näher, sie machen augenfällig, was bis heute unbegreiflich bleibt.

    Folge 2
    Als Saul K. Padover im Dezember 1944 hinter der Front in Belgien Gespräche mit deutschen Kriegsgefangenen führt, stellt er erschüttert fest, dass sie immer noch bereit sind, bedingungslos für das "Dritte Reich" und Hitler zu kämpfen. Hitler verlangte "fanatischen Widerstand" selbst in völlig aussichtsloser Situation. Und die Mehrheit der deutschen Soldaten folgte ihm bis in den Untergang. Bis zuletzt glaubten viele an die sogenannten "Wunderwaffen": Düsenjäger und Raketen. Auch viele deutsche Zivilisten klammerten sich an diese Hoffnung. Wunder-"Gläubigkeit" ist konstitutiv für die nationalsozialistische Mentalität und wird von einer großen Anzahl der "Volksgenossen" verinnerlicht. Es sind vor allem die ganz Jungen, die nach wie vor vorbehaltlos bereit sind, sich zur Not selbst für ihren "Führer" zu opfern: Folge einer totalitären Erziehung, die ganz offen darauf angelegt war, aus Kindern und Jugendlichen Kampfmaschinen zu machen. Dies gilt in besonderem Maße für Angehörige der SS: Durchdrungen von einem rassistischen Überlegenheitsgefühl, das völlige Rücksichtlosigkeit gegen "Minderwertige" rechtfertigen soll, dazu kommt die fast schon pathologische Vorstellung, Träger einer historischen Mission der "Vorsehung" zu. Ein junger ehemaliger Angehöriger der Waffen-SS erzählt Padover – nicht ohne Stolz – von Erschießungen. Was hat Männer wie ihn zu hemmungslosen Tätern gemacht?

    Saul Padover staunt auch darüber, wie gut gekleidet und genährt die Deutschen noch Anfang 1945 sind. Das ist kein Zufall. Dieser Krieg war von deutscher Seite von Anfang an auch ein Raub-Krieg: Systematisch ließ die nationalsozialistische Führung die besetzten Gebiete, vor allem im Osten, ausplündern, um die Versorgung der deutschen Bevölkerung sicher zu stellen. Padover sieht von den Alliierten verheerte Städte – verblüfft stellt er fest, dass die Post immer noch einigermaßen pünktlich zugestellt wird, Bahnen fahren und die Menschen zur Arbeit gehen. Der deutschen Bürokratie, dem deutschen Ordnungssinn und der allgemeinen Loyalität zum "Führer" hatte selbst die immer weiter fortschreitende Zerstörung der deutschen Städte nichts anhaben können. Kein "Widerstand" weit und breit. Im Gegenteil: Die Hitler-Attentäter des 20. Juli 1944 galten den meisten Deutschen als Verräter.

    Auf der Grundlage neuester Forschungsergebnisse stellt der Film zahlreiche traditionelle Einschätzungen auf den Prüfstand und liefert Antworten auf Fragen, die noch immer bewegen: Was wussten die Deutschen von der systematischen Ausplünderung der besetzten Gebiete, von den Millionen Verhungerten und Erschossenen, vom Holocaust? Wie viele von ihnen waren in die Verbrechen involviert? Welche Bedeutung hatte die Bindung an Eid und Befehl? Wie viel Eigeninitiative legten die Täter an den Tag?

    ZDFzeit: Wir Geiseln der SS

    Dienstag, 14. April 2015, 20.15 Uhr
    ZDFzeit: Wir Geiseln der SS
    Odyssee vor Kriegsende
    von Christian Frey

    Redaktion: Stefan Mausbach / Zeitgeschichte

    Es ist die Geschichte einer dramatischen Odyssee kurz vor Kriegsende 1945. Als "Geiseln der SS" beginnt für prominente Häftlinge aus Politik und Widerstand eine Reise ins Ungewisse. Die Frage, ob sie der SS als Verhandlungsmasse bei Kapitulationsgesprächen dienen oder fern der Front liquidiert werden sollen, wird für die Geiseln bald unerträglich. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

    Die Welle der Verhaftungen, die dem gescheiterten Anschlag auf Hitler am 20. Juli 1944 folgt, macht auch vor den Familien der Attentäter nicht halt. Im Spätsommer 1944 wird Fey von Hassell Pirzio-Biroli verhaftet, Tochter des Diplomaten Ulrich von Hassell, der als Außenminister einer möglichen Übergangsregierung vorgesehen war. Aus ihrer Sicht wird das Geschehen im Doku-Drama "Wir Geiseln der SS" erzählt.
    Angehörige der Familien Goerdeler und Stauffenberg erlebten das gleiche Schicksal wie sie: Als sogenannte Sippenhäftlinge wurden die Kinder der Widerständler inhaftiert, in beklemmender Ungewissheit, was mit ihren Angehörigen und mit ihnen selbst geschehen wird.

    Ende April 1945, in den letzten Kriegstagen, zieht die SS ihre "wertvollsten" Gefangenen im KZ Dachau zusammen. Darunter Kurt Schuschnigg, letzter österreichischer Bundeskanzler, und der international bekannte Hitler-Gegner Pastor Martin Niemöller - aber auch Kriegsgefangene wie Lieutenant "Jimmy" James, Pilot der Royal Air Force, der allein zwölf Mal zu flüchten versucht hatte. Die SS schlägt mit ihren Geiseln den Weg nach Süden ein, in das Gebiet der sogenannten "Alpenfestung". Mit einem Konvoi von Bussen werden die Gefangenen am 26. April 1945 ins Lager Reichenau bei Innsbruck verfrachtet. Der Plan der SS bleibt für die Geiseln undurchschaubar. Die Ungewissheit, ob sie als Verhandlungsmasse bei der bevorstehenden Kapitulation dienen oder fern der Front liquidiert werden sollen, wird für sie zunehmend unerträglich. Der Wettlauf mit der Zeit endet wenige Tage vor dem Untergang des Hitler-Reiches, mit der glücklichen Befreiung der Gefangenen.

    ZDF-History: Deutschland 1945 von oben

    Sonntag, 3. Mai 2015, 23.30 Uhr
    ZDF-History: Deutschland 1945 von oben
    von Johanna Kaack

    Redaktion: Friedrich Scherer / Zeitgeschichte

    Nach der Kapitulation am 8. Mai 1945 gleicht Deutschland einer Trümmerwüste. Mithilfe von Luftaufnahmen alliierter Militärs blickt die Dokumentation erstmals von oben auf die Zerstörungen.

    Noch in den letzten Kriegsmonaten fallen zigtausende Bomben auf deutsche Städte, darunter Dresden, Würzburg und Mainz. Hunderttausende Menschen verlieren ihr Zuhause, ihre Familien und oft auch ihren Lebensmut. Im Sommer 1945 schauen sie in eine ungewisse Zukunft. Denn in den Städten herrscht das Chaos. Hitlers Krieg hatte eine Dynamik der Gewalt entfacht, die weit über die Kapitulation hinauswirkte. Am Beispiel der Städte Berlin, Dresden und Köln blickt die Dokumentation auf das Leben der Deutschen zwischen den Trümmern und vergleicht die Filmaufnahmen der Westmächte aus dem Sommer 1945 mit Aufnahmen aus den 30er Jahren und aus der Gegenwart, 70 Jahre danach.

    ZDFzeit: Die Verbrechen der Befreier

    Dienstag, 5. Mai 2015, 20.15 Uhr
    ZDFzeit: Die Verbrechen der Befreier
    Amerikas dunkle Geheimnisse im Zweiten Weltkrieg
    Film von Annette Harlfinger und Michael Renz
    Kamera: Zelijko Pehar
    Redaktkion: Christian Deick

    US-Soldaten kämpften für die Demokratie und die Freiheit anderer Völker. Doch bei ihren Einsätzen begingen sie auch zahlreiche Verbrechen. Die meisten blieben ungesühnt.

    Der Vormarsch der Alliierten gegen Hitlers Tyrannei war nicht nur im Osten begleitet von Gräueltaten der Sieger. So mancher US-Soldat hütet neben glänzenden Orden auch ein finsteres Geheimnis. GIs erschossen deutsche Gefangene und vergewaltigten tausende Frauen.

    Schätzungen der deutschen Opferzahlen gehen weit auseinander und sorgen für Streit unter den Experten auch weil sie ein Tabubruch sind und in der Bundesrepublik jahrzehntelang als potenzielle Belastung für das Verhältnis zu den westlichen Bündnispartnern galten.

    Allein in Bayern, das im April 1945 von US-Truppen befreit wurde, gehen Historiker von mehreren tausend Sexualdelikten durch amerikanische Soldaten aus. An manchen Landungsstränden in der Normandie überlebte nur jeder zweite deutsche Kriegsgefangene. Oft gerieten die Befreier, schockiert durch deutsche Verbrechen, in eine Spirale der Gewalt. Nur ein Bruchteil der Straftaten wurde von US-Gerichten geahndet. Studien des US-Kriegsministeriums, die auf überproportional viele Übergriffe hinwiesen, wurden kurzerhand für geheim erklärt.

    "ZDFzeit" dokumentiert den Streit um Disziplin und Militärjustiz in der US-Armee mit unveröffentlichten Dokumenten und bewegenden Aussagen von US-Soldaten und Opfern.

    Countdown zum Untergang: Das lange Ende des Zweiten Weltkriegs 

    Im Sommer 1944 tritt der Zweite Weltkrieg in seine Endphase. Angesichts des Vormarsches der alliierten Armeen an allen Fronten ist das Dritte Reich zum erbitterten Widerstand entschlossen. Nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler im Juli werden noch mehr Menschen sterben als in allen Kriegsjahren zuvor. Doch was hielt das Räderwerk der NS-Diktatur noch fast zehn Monate in Gang und warum kämpften die Deutschen bis zum bitteren Ende weiter? Am Ende haben Millionen Menschen ihr Leben verloren und halb Europa liegt in Trümmern.

    Die zwölfteilige Dokumentation "Countdown zum Untergang" von Autor Michael Kloft schildert das lange Ende der Naziherrschaft von August 1944 bis zum Sommer 1945, als die Siegermächte in Potsdam über die Zukunft des geschlagenen und zerstörten Landes entschieden. In den einzelnen Folgen lässt ZDFinfo die Monate Revue passieren.

    Mittels eines Zeitstrahls können die Zuschauer dem unaufhaltsamen Weg in die Katastrophe folgen. In kurzen Sequenzen werden schlaglichtartig Schauplätze gezeigt und Zusammenhänge erläutert. Sie thematisieren die entscheidende Momente an der Front und in der Heimat, berichten über tragische Schicksale und unerwartete Rettung. Mit Hilfe seltener Filmaufnahmen und Fotos, sowie Interviewaussagen und Zeitzeugenberichten wird die dramatische Entwicklung sichtbar. Prominente Historiker analysieren die militärische Lage und beleuchten die Ängste und Nöte der Deutschen und ihrer Opfer.

    Die drei neuen Folgen über die Monate Mai, Juni und Juli 1945 sendet ZDFinfo erstmals am Sonntag, 3. Mai 2015, 15.00 Uhr (Juli 1945), Mittwoch, 6. Mai 2015, 19.30 Uhr (Mai 1945) und Freitag, 8. Mai 2015, 21.00 Uhr (Juni 1945).

    Animationsserie über den Zweiten Weltkrieg im KiKA

    "Die langen großen Ferien" heißt die Animationsserie über den Zweiten Weltkrieg, die ab Sonntag, 10. Mai 2015, 13.00 Uhr im KiKA zu sehen ist.

    Sommer 1939: Die Geschwister Ernest (10) und Colette (6) besuchen ihre Großeltern in der Normandie. Schon nach wenigen Tagen trüben beunruhigende Meldungen die Ferientage der Kinder: Der Krieg bricht aus und der Vater wird eingezogen, die Kinder können vorerst nicht nach Paris zurückkehren. Mit Fortschreiten des Krieges spiegeln sich dessen soziale und existenzielle Folgen auch in der ländlichen Gegend um Grangeville.

    Die Besetzung des Dorfes durch deutsche Soldaten, die Rationierung von Essen, das Auseinanderreißen von Familien und die Judenverfolgung erzählt die Serie aus dem Blickwinkel der Kinder. Deren unverstelltes Gespür für Gerechtigkeit lässt ihren Mut wachsen und bringt die Geschwister im Lauf der alltäglichen Ereignisse dazu, sich der Resistance anzuschließen und sogar den Alliierten bei der Landung in der Normandie zu helfen.

    Als erste französische Animationsserie thematisiert "Die langen großen Ferien" den Zweiten Weltkrieg und schlägt Brücken zwischen dem Leben heutiger Kinder und dem ihrer Urgroßeltern. KiKA zeigt die Serie anlässlich des 70. Jahrestages des Kriegsendes.

    Die Serie richtet sich an Kinder ab acht Jahren. Neben einem begleitenden Online-Angebot für Kinder bietet das ZDF für Eltern sowie Pädagogen ausführliche Begleitmaterialien zur Serie. Im Rahmen der Produktion von "Die langen großen Ferien" entstanden zudem zehn animierte Kurzfilme, die wie das andere Begleitmaterial unter zdftivi.de zur Verfügung gestellt wird. In den Kurzfilmen erzählen Zeitzeugen, welche Erfahrungen sie als Kinder im Zweiten Weltkrieg gemacht haben. 

    Chronologie der Ereignisse vom August 1944 bis Juli 1945

    August 1944

    01.08.: Anne Frank schreibt den letzten Eintrag in ihr Tagebuch.
    01.08.: Albert Speer übernimmt die Rüstungsproduktion für die Luftwaffe.
    07.08.: Beginn der Prozesse gegen die "Verschwörer des 20.Juli".
    10.08.: US-Truppen befreien Guam.
    15.08.: Beginn der alliierten Landung in Südfrankreich.
    25.08.: Die Befreiung von Paris.
    31.08.: Die Rote Armee erobert Bukarest.

    September 1944

    03.09.: Einnahme von Brüssel durch britische Truppen.
    05.09.: Anne Frank trifft mit ihrer Familie in Auschwitz ein.
    08.09.: Die erste V2 trifft London.
    11.09.: Churchill und Roosevelt beraten über die deutsche Nachkriegsordnung.
    13.09.: US-Truppen erreichen die deutsche Grenze an der "Siegfried-Linie".
    25.09.: Hitler ordnet die Aufstellung des "Deutschen Volkssturms" an.
    28.09.: SS-Massaker an den Einwohnern von Marzabotto, Italien.

    Oktober 1944

    08.10.: Gründung des "Werwolfs".
    10.10.: Die Rote Armee erreicht die Grenze Ostpreußens.
    14.10.: Freitod von Feldmarschall Erwin Rommel.
    19.10.: Niederschlagung des Warschauer Aufstands.
    20.10.: Befreiung Belgrads.
    21.10.: US-Truppen besetzen mit Aachen die erste deutsche Großstadt.
    30.10.: Anne Frank wird von Auschwitz nach Bergen-Belsen deportiert.

    November 1944

    06.11.: US-Präsident Roosevelt wird für eine vierte Amtszeit gewählt.
    16.11.: Zerstörung Dürens durch alliierte Bombardements.
    20.11.: Hitler verlässt sein Hauptquartier in der Wolfsschanze.
    23.11.: Französische Truppen erobern Straßburg.
    24.11.: US-Bomber greifen Tokio an.
    26.11.: Himmler befiehlt die Zerstörung der Krematorien von Auschwitz und Birkenau.

    Dezember 1944

    02.12.: US-Truppen erreichen die Saar.
    03.12.: Ende der Deportationen ungarischer Juden.
    13.12.: Kamikaze-Angriffe auf amerikanische Zerstörer.
    16.12.: Beginn der letzten deutschen Offensive in den Ardennen.
    16.12.: V"-Raketen treffen Antwerpen.
    24.12.: Budapest wird zum "Stalingrad an der Donau".

    Januar 1945

    03.01.: Alliierte Gegenoffensive in den Ardennen.
    12.01.: Beginn der sowjetischen Winteroffensive.
    17.01.: Beginn der Evakuierungen aus Ostpreußen.
    23.01.: Operation "Hannibal" der deutschen U-Boote.
    27.01.: Die Befreiung von Auschwitz.
    30.01.: Die "Wilhelm Gustloff" wird versenkt.

    Februar 1945

    01.02.: Berliner bauen die Stadt zur Festung aus.
    02.02.: Fluchtversuch von Häftlingen des KZ Mauthausen.
    03.02.: Anne Frank in Bergen-Belsen. 
    04.02.: Die Konferenz von Jalta beginnt. 
    13.02.: Bombardierung Dresdens.
    15.02.: NS-Verordnung über die Errichtung von Standgerichten.
    17.02.: Ende der internationalen Gewerkschaftskonferenz in London.
    18.02.: Eroberung der Zitadelle von Posen. 
    19.02.: US-Truppen landen auf Iwo Jima.
    23.02.: Beginn der US-Offensive an der Rur bei Jülich.
    26.02.: Erneuter Bombenangriff auf Berlin.

    März 1945

    Anfang März: Anne Frank stirbt im KZ Bergen-Belsen.
    02.03.: Britische Truppen erreichen den Rhein.
    06.03.: US-Truppen erobern Köln.
    07.03.: Eroberung der Brücke von Remagen.
    10.03.: Bombardierung Tokios.
    11.03.: Propaganda-Auftritte von Joseph Goebbels an der Oder.
    18.03.: Eroberung der Stadt Kolberg.  
    19.03.: Hitler ordnet die Zerstörung aller lebenswichtigen Versorgungsanlagen an.
    20.03.: Hitlers letzter Auftritt im Garten der Reichskanzlei. 
    22.03.: Die westlichen Alliierten überqueren den Rhein.
    26.03.: Ende der Kämpfe auf Iwo Jima.
    27.03.: Eroberung der Stadt Danzig.
    30.03.: US-Truppen erreichen Frankfurt am Main.

    April 1945

    08.04.: Eroberung von Königsberg.
    08.04.: Hinrichtung von Bonhoeffer, Dohnanyi und anderen Widerstandskämpfern (08./09.04.).
    10.04.: Befreiung des Konzentrationslagers Ohrdruf.
    12.04.: US-Präsident Roosevelt stirbt. Truman wird sein Nachfolger.
    13.04.: Einnahme von Bamberg.
    16.04.: Schlacht um die Seelower Höhen.
    24.04.: US-Truppen und Rote Armee treffen in Torgau aufeinander (24./25.04.).
    25.04.: Bombardierung des Obersalzbergs.
    28.04.: Tod Benito Mussolinis in Italien.
    29.04.: US-Truppen befreien das Konzentrationslager Dachau.
    30.04.: Selbstmord Adolf Hitlers.

    Mai 1945

    02.05.: Endgültige Eroberung von Berlin
    02.05.: George Stevens in Dachau
    04.05.: George Stevens auf dem Berghof in Berchtesgaden
    07.05.: Kapitulation Jodls in Reims
    08.05.: Bedingungslose Kapitulation in Berlin-Karlshorst 
    23.05.: Selbstmord Himmlers

    Juni 1945

    04.06.: George Stevens in Hamburg                                                         
    05.06.: Alliierter Kontrollrat übernimmt die Regierung in Deutschland
    18.06.: Siegesparade in Paris
    21.06.: US-Sieg in der Schlacht von Okinawa
    21.06.: Erlass der Benes-Dekrete in der Tschechoslowakei
    24.06.: Siegesparade in Moskau
    26.06.: Gründung der Vereinten Nationen in San Francisco

    Juli 1945

    01.07.: Briten und Amerikaner besetzen ihre Sektoren
    16.07.: Erste Atombombe wird in den USA gezündet
    13.07.: George Stevens in Berlin und Potsdam
    15.07.: US-Präsident  Truman kommt nach Berlin
    16.07.: Erster US-Atombombentest in der Wüste von New Mexico
    17.07.: Beginn der Konferenz von Potsdam
    26.07.: Nach verlorener Wahl tritt Winston Churchill zurück

    Ausblick

    06.08.: Atombombe auf Hiroshima
    09.08.: Atombombe auf Nagasaki
    02.09.: Kapitulation des Kaiserreichs Japan
    03.09.: Feiern zum Kriegsende in New York City

    "Die Gleichzeitigkeit der Ereignisse in der Schlussphase des Zweiten Weltkriegs dokumentieren" - Interview mit Filmautor Michael Kloft über den "Countdown zum Untergang" vor 70 Jahren

    Vor fast 20 widmeten Sie sich in "Welche Farbe hat der Krieg?" dem Deutschland des Jahres 1945, vor fast zehn Jahren entstand die Dokumentation "Als der Krieg nach Deutschland kam – Tagebuch 1945" und nun bieten Sie zum Start ins Gedenkjahr zum Kriegsende vor 70 Jahren eine zwölfteilige Reihe auf: "Countdown zum Untergang – Das lange Ende des Zweiten Weltkriegs". Ist das nun die detaillierteste Schilderung der letzten Kriegsmonate, die über insgesamt 560 Filmminuten möglichst viel der damaligen Wirklichkeit erfassen will?

    Das ist tatsächlich die Idee der Reihe: zu erzählen, was in diesem letzten Kriegsjahr zwischen Sommer 1944 und Frühjahr1945 passiert ist, in einem Zeitraum, in dem mehr Zivilisten und Soldaten ums Leben gekommen sind, als in den fünf Kriegsjahren zuvor. Wenn Hitler das Attentat vom 20. Juli 1944 nicht überlebt hätte, wäre möglicherweise eine ganz andere Situation entstanden, in der der Krieg früher hätte beendet werden können. So aber erzählt unsere Reihe nun von den dramatischen Folgemonaten. Dabei rückt die Parallelität der Ereignisse zwischen August 1944 und Juli 1945 in den Blick: Seit der Landung der Alliierten in der Normandie ging es im August langsam Richtung Befreiung von Paris, in eben diesem Monat wurde Anne Frank mit ihrer Familie in der Amsterdamer Prinsengracht entdeckt und verhaftet, kurz darauf gab es neue Entwicklungen beim Warschauer Aufstand. Die Gleichzeitigkeit der Ereignisse in einer Monatsschau zu dokumentieren, ist der Aufhänger dieser neuen Reihe. Dafür bedarf es allerdings genügend Filmmaterial und Fotos, was nicht so einfach zusammenzubringen war. Gerade ab Sommer 1944 wird das Bildmaterial aus Privatbesitz deutlich weniger im Vergleich zum Kriegsbeginn.

    War denn schon während der Konzeptionierung der Reihe klar, welche Ereignisse in jedem Fall parallel zu erzählen sind?

    Natürlich sind bestimmte Ereignislinien vorgegeben. Aber im Zuge der Recherchen sind kleine Geschichten hinzugekommen, etwa von einem Mann in Rheine, der im Oktober 1944 hingerichtet wurde, weil er nach zehn Jahren einen Bekannten wiedergetroffen hatte, der zum Widerstand zählte. Wir haben seine Nichte ausfindig gemacht, die sich noch an die Verhaftung erinnern konnte.

    Bei all den kleinen und großen Geschichten, die Ihre zwölfteilige Reihe bereithält: Was ist denn der Grund, dass die Nazi-Herrschaft auch nach dem Sommer 1944 immer noch über zehn opferreiche Monate funktionierte?

    Da ist vor allem der Fanatismus der Führung zu nennen, der zur Aufrechterhaltung der brutalen Diktatur beitrug. Es wurde in den Monaten damals auch viel geredet über den Herbst 1918, dem die Legende zugeschrieben wurde, nach der die kämpfenden Truppen aus der Heimat den Dolch in den Rücken gestoßen bekommen hätten. Deswegen gelte es diesmal durchzuhalten. Vom Endsieg konnte ernsthaft seit der Schlacht von Stalingrad nicht mehr die Rede sein, doch wer am Endsieg zweifelte, musste mit dem Schlimmsten rechnen. Aus Sicht der Nazis war die bedingungslose Kapitulation keine Alternative, also musste man weitermachen und peitschte seit Oktober 1944 die Menschen mit Endsieg-Propaganda auf. Zudem wurde die Angst vor der Roten Armee geschürt, die mit Brutalität und Vergewaltigungen anrücken würde. Der Fall Nemmersdorf ist ein Beispiel dafür. Im Oktober 1944 hatte die Rote Armee das ostpreußische Dorf besetzt, die Kampfhandlungen dort nutzten wiederum die Nazis für ihre Propaganda, um den Landsleuten zu signalisieren: durchhalten, nicht aufgeben.

    Zeithistorische Dokumentationen kompensieren den möglichen Mangel an Filmmaterial gerne über die Einbindung von Historiker-O-Tönen. Welche Fachleute lassen Sie zu Wort kommen?

    Der bedeutende Militärhistoriker Anthony Beevor, dessen Geschichte des Zweiten Weltkriegs gerade auf Deutsch erschienen ist, erzählt uns die militärischen Aspekte in der Parallelität der Ereignisse, etwa auch von den Abstimmungsproblemen bei den Alliierten im September 1944, als viele gedacht hatten, der Krieg sei bald zu Ende, die Deutschen brechen zusammen. Der Historiker Gerhard Krebs wiederum ist ein profunder Experte für den Krieg im Pazifik. Und die Auseinandersetzungen dort nehmen ja mit der Schlacht um Okinawa im April 1945 an Intensität zu – bis hin zu den Abwürfen der Atombombe.

    Eine besondere Rolle in Ihrer Reihe übernimmt der bereits verstorbene US-Regisseur George Stevens. Ist das mehr als nur die Nutzung des Bildmaterials, das von ihm stammt?

    George Stevens, der nach dem Zweiten Weltkrieg mit Filmen wie "Mein großer Freund Shane" oder "Giganten" berühmt wurde, war als Kriegsberichterstatter am D-Day in Europa gelandet und reiste in den letzten Kriegsmonaten bis nach Berlin. Er drehte auch vieles rund um die Potsdamer Konferenz. Aus dem Blickwinkel des Kriegsberichterstatters, der alles dokumentiert, begleitet er uns als Chronist durch einen Großteil der zwölf Folgen. Über zehn Stunden Filmmaterial aus seinem Nachlass haben wir für die Reihe komplett in HD abgetastet.

    "Countdown zum Untergang – Das lange Ende des Zweiten Weltkriegs" ist Ihre erste Auftragsproduktion für ZDFinfo. Sind solche historischen Dokumentationen besonders geeignet für ein jüngeres Publikum unter 50 Jahren?

    Wir haben im Pay-TV mit Spiegel Geschichte gute Erfahrungen mit historischen Dokumentationen gemacht, die ein jüngeres, eher männliches Publikum ansprechen. Und in diesem Segment liegt ZDFinfo im Digitalmarkt ganz vorne. Da passt es, dass jetzt unsere Reihe ihre Free-TV-Premiere in diesem Sender feiert. Zudem finde ich es gut, dass ZDFinfo den Start der Reihe so früh angesetzt hat: So können wir in Entsprechung zum Zeitstrahl unserer Dokus zeigen, wie sich der Weg zum Kriegsende hin entwickelt hat.

    Mit Michael Kloft sprach Thomas Hagedorn.

    Fotohinweis und Impressum

    Fotos zum Programmschwerpunkt "70 Jahre Ende des Zweiten Weltkriegs" sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 - 7016100, oder unter http://pressefoto.zdf.de/presse/siebzigjahrekriegsende

    Impressum

    ZDF Hauptabteilung Kommunikation
    Presse und Information
    Verantwortlich: Alexander Stock
    Copyright: ZDF 2015 

    Weitere Informationen

    Sendetermine im ZDF (Auswahl):

    Sonntag, 3. Mai 2015, 23.30 Uhr
    ZDF-History: Deutschland 1945 von oben
    Dienstag, 5. Mai 2015, 20.15 Uhr
    Die Verbrechen der Befreier - Amerikas dunkle Geheimnisse im Zweiten Weltkrieg

    http://zdfinfo.de

    http://zeit.zdf.de

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag/video/2350022/Anne-Frank-und-die-Kinder-des-Krieges

    http://www.zdf.de/zdfinfo/countdown-zum-untergang-das-lange-ende-des-zweiten-weltkriegs-36550848.html

    Impressum

    Ansprechpartner

    Name: Thomas Hagedorn
    E-Mail: hagedorn.t@zdf.de
    Telefon: 06131/7013802