Inez Bjørg David und Katharina Wackernagel. Fotocredit: ZDF/Britta Krehl
Inez Bjørg David und Katharina Wackernagel. Fotocredit: ZDF/Britta Krehl

Chaos-Queens: Für jede Lösung ein Problem

nach dem gleichnamigen Roman von Kerstin Gier

Weil in ihrem Leben einfach nichts nach Plan läuft, will sich Gerri mit Tabletten ins Jenseits befördern. Doch zuvor geigt sie ihrem Umfeld in Abschiedsbriefen noch einmal richtig die Meinung. Blöd nur, dass der Suizid dann schief geht ...

  • ZDF, Sonntag, 19. März 2017, 20.15 Uhr

Texte

Stab

Drehbuch        Aglef Püschel, Wiebke Jaspersen
Regie    Thomas Freundner
Kamera    Benjamin Dernbecher
Musik       Helmut Zerlett
Szenenbild          Axel Nocker
Produktion    Producers at Work GmbH, Berlin
Produzent    Christian Popp
Redaktion    Beate Bramstedt
Länge     ca. 89 Minuten

Besetzung

Gerri Thaler                            Katharina Wackernagel
Gregor Adrian     Janek Rieke
Ole    Roman Knizka
Charly     Maxi Warwel
Ulrich    Bernhard Piesk   
Lulu Thaler      Inez Bjørg David
Patrick Becker   Bernd-Christian Althoff
Dorothea Thaler     Eleonore Weisgerber
Gustav Thaler   Christof Wackernagel 
Patricks Mutter    Petra Zieser
Meisenfreund007    Nicolai Tegeler
Concierge    Christian Packbier
Vermieter       Thomas Chemnitz
Empfangsdame Marianne Rose Dagny Dewath
Sylvia Adrian    Klara Höfels  
Andrea Wolters    Dorothee Krüger
Christine Peters     Sonja Bertram  
Obdachloser    Gode Benedix
und andere

Inhalt

Gerri hat endgültig die Nase voll vom Leben, denn irgendwie scheint das Glück einfach an ihr vorbeizuziehen: Mit Mitte 30 ist sie immer noch Single, und das, obwohl sie mehrfach versucht hat, mit Hilfe diverser Partnervermittlungen den Richtigen an Land zu ziehen. Im Gegensatz dazu schwebt ihre schwangere Freundin Charly bereits auf dem höchsten Level der Glückseligkeit. Als Gerri dann auch noch ihren heißgeliebten Job als Autorin von Arztromanen verliert, ist das Maß endgültig voll. Mit Schlaftabletten und Wodka will sie ihrem tristen Dasein ein Ende bereiten und diese öde Welt verlassen.

Vorher aber rechnet Gerri noch einmal ordentlich ab und geigt ihrem Umfeld in Abschiedsbriefen endlich mal so richtig die Meinung: Nicht nur ihre Mutter, sondern auch ihre Schwester, ihr Vermieter und ihr Chef werden ins Gebet genommen. Dumm nur, dass dann der Selbstmord nicht klappt. Denn jetzt steht die entsetzte Gerri vor einem selbst verursachten Scherbenhaufen - und beginnt nachzudenken.

Vielleicht ist die Idee ihres neuen Chefs, Gregor Adrian, eine Vampir-Reihe aufzusetzen, doch nicht so schlecht, wie sie zunächst dachte? Und vielleicht steht es ihr ja gar nicht zu, ihrer Schwester die schmutzige Wahrheit über deren neuen Freund Patrick zu stecken? Gerri sortiert ihr Leben neu und kämpft um das, was ihr wichtig ist. Und so startet sie nicht nur ihre Karriere neu - sie versöhnt sich mit ihrer Schwester und findet vor allem endlich auch ihren Traumprinzen fürs Leben.

"Die Erwartungshaltung der Gesellschaft an die Frau Mitte 30 finde ich ganz schön altmodisch" - Interview mit Katharina Wackernagel

Was macht eine gute Freundschaft aus?

Eine wirklich gute Freundschaft macht aus, wenn man die Sachen, die man über den anderen im tiefsten Inneren denkt, nicht erst in einem Brief schreibt, bevor man sich das leben nimmt (lacht). Darüber hinaus würde ich aber sagen, dass Charly und Gerri eine sehr schöne, warme Freundschaft haben. Es gefällt mir gut, wie das in dem Drehbuch beschrieben wird. Dass man auch in schwierigen Zeiten für den anderen da ist, auch wenn er einen möglicherweise mit seinen Problemen nervt. Das gibt's ja manchmal, dass dann alles nur um denjenigen kreist.Manchmal steht man dann da und weiß eigentlich nicht mehr, was man jetzt noch Tolles sagen kann, um demjenigen zu helfen. Aber darum geht es ja oft gar nicht. Es geht darum, da zu sein, zuzuhören, um dem anderen zu zeigen, dass man ihn verstehen kann.

Schreiben Sie gerne Briefe?

Ich bin eine leidenschaftliche Briefeschreiberin und habe eigentlich überall, wo ich hingehe, Briefmarken dabei. Weil ich nicht nur gerne Briefe schreibe, sondern auch gerne Postkarten - manchmal sogar lieber als Whatsapp. Ich mag es auch sehr gerne, selber Briefe zu bekommen. Meine älteste Freundin aus Kassel, wo ich aufgewachsen bin, und ich schreiben uns wirklich halbe Telefonbücher.

Wie muss eine Frau Mitte 30 heute sein, um dem perfekten Rollenverständnis zu entsprechen?

Eigentlich gibt es auf diese Frage zwei Antworten: Zum einen denkt Gerri, dass sie den Ansprüchen nicht genügt, dass sie nicht so ist, wie die anderen sie haben wollen. In ihrer Projektion stimmt das auch - natürlich ist ihre Mutter stolz auf ihre kleine Schwester und ist mit ihr öfter unzufrieden. Aber letztendlich muss man sagen: Sie nimmt es auch auf. Wie sehr man sich selbst in Frage stellt, hat auch ganz oft mit einem selbst zu tun, nicht nur mit den anderen.

Natürlich spürt man eine gewisse Erwartungshaltung, aber man kann sich dem auch widersetzen. Das hat natürlich viel mit dem Selbstbewusstsein zu tun. Bei Gerri kommt erschwerend hinzu, dass sie sich sowieso eben gerade in einer Krise mit sich selbst befindet. Die Tatsache, dass sie Mitte 30 ist und noch nicht den Mann kennen gelernt hat, mit dem sie zusammen sein will, wird ihr ja nicht vorgeworfen. Für sie ist das eine unerfüllte Sehnsucht. Das ist das eine.

Das andere, wie eine Frau heute mit Mitte 30 sein muss, was die Gesellschaft erwartet, hat, denke ich, ganz, ganz viel mit dem eigenen Umfeld zu tun. Ich weiß gar nicht, ob es darauf eine generelle Antwort gibt. Das, was ich persönlich spüre, ist eben das, was ich auch sehr kritische betrachte: Diese ständige Frage nach dem Kinderkriegen bei einer Frau ab Mitte 30. Das ist so eine intime Frage und jeder meint, sich erlauben zu können, dass er einen danach fragt, weil er meint: "Naja, Mitte 30, das steht doch jetzt an. Was ist denn bei dir?" Egal, ob das jetzt ein Journalist in einem Interview ist oder jemand bei einer Grillparty.

Ich mach mir diesen Druck nicht, aber wenn ich mir vorstelle, ich würde mir diesen Druck machen, dann würde ich da sicher drunter leiden, dass man da in so eine Richtung gedrängt wird. Oder auch die Frage: "Haben Sie sich etwa nur für den Beruf entschieden?" Da höre ich auch immer so eine Wertung durch. Das würde einem Mann in meinem Alter nie so ergehen. Die Erwartungshaltung der Gesellschaft an die Frau Mitte 30 finde ich sehr zwiespältig und für das Jahr, in dem wir uns befinden, eigentlich auch ganz schön altmodisch.

"Wenn ein Mann seine Frau bewundert, ist das schon die halbe Miete für eine gute Beziehung" - Interview mit Janek Rieke

Was macht Ihre Rolle besonders?

Mir macht es immer Spaß Männer zu spielen, die einen weichen, kindlichen Kern haben. Männer, die noch sehr um das wohlwollende Urteil der Mutter kämpfen. Mir gefallen nervöse, sensible, unsichere Männer. Wenn ich höre, dass Katharina Wackernagel meine Partnerin spielt, bin ich auch immer zu allem bereit. Dann überfliege ich das Drehbuch vor einer Zusage nur noch, weil ich weiß, dass wir zusammen viel lachen und eine gute Zeit haben werden.

Warum sind Sie der perfekte Traumprinz für Gerri?

Wir begeistern uns für Geschichten. Wir sind beide Romantiker und ich bewundere sie. Wenn ein Mann seine Frau bewundert, ist das schon mehr als die halbe Miete für eine gute Beziehung. Mein Vater hat meine Mutter immer bewundert. Er hat immer ganz stolz erzählt: "Sie ist schlauer als ich." Das fand ich als Teenager schon richtig gut von meinem Vater. Es war auch wirklich so. Meine Mutter war die Leuchte in unserer Familie.

Gerri nimmt ja kein Blatt vor den Mund und sagt in ihren Briefen jedem kräftig die Meinung. Würden Sie auch mal jemandem gerne die Meinung sagen?

Naja, neulich war ich so wütend. Ich trainiere Zehnjährige. Fußball. Und da hat mir ein Vater sehr unhöflich erklärt, dass ich seinen Jungen falsch sehe und dass der Junge viel besser spielt, dass ich das nur nicht erkennen würde. Sowas schreiben Eltern oft. Meist kann ich sie beruhigen, aber in diesem Fall war ich ungehalten und habe eine sehr wütende Mail verfasst. Als ich sie abschicken wollte, habe ich gezögert zum Glück. Denn meist bin ich direkt nach dem Abschicken am Zweifeln, ob meine harte Wortwahl richtig war. Aber dann hatte ich einen Top-Einfall und habe eine zweite Mail geschrieben:

"Lieber xy,
 
ich habe eine Antwort auf deine Mail formuliert, die nicht sehr höflich ist, wenn du dich jetzt für deinen Ton entschuldigst und versprichst, mich in Zukunft mit ähnlichem Wahnsinn in Ruhe zu lassen, dann bleibt die Mail im Entwürfe-Ordner."

Neue Reihe "Chaos-Queens" im Herzkino

Selbstironisch und lebendig sollen die neuen Herzkino-Komödien nach den Bestsellern von Kerstin Gier vom alltäglichen Wahnsinn erzählen. Die Heldinnen der Filme sind keine omnipotenten Superweiber. Ganz im Gegenteil: Sie zweifeln, hadern und straucheln. Aber sie finden auf jeden Fall eine Lösung für ihre Misere – und zwar eine, mit der niemand gerechnet hat.

"Für jede Lösung" ein Problem mit Katharina Wackernagel in der Hauptrolle ist der erste Film, der unter dem Label "Chaos-Queens" ausgestrahlt wird. Im Frühjahr 2017 zeigt das ZDF mit "Die Braut sagt leider nein" einen weiteren Film aus der Reihe.

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