Das Erbe der Nazis

Zwei neue Folgen der Doku-Reihe

Mit den zwei neuen Folgen "Davon haben wir nichts gewusst" und "Die Täter sind unter uns" setzt ZDFinfo seine fünfteilige Reihe "Das Erbe der Nazis" fort. Diese bietet einen profunden Einblick, wie sich das Nachkriegs-Deutschland mit der NS-Vergangenheit auseinandergesetzt hat und auseinandersetzt. Am Samstag, 2. April 2016, sind die fünf Dokumentationen der Reihe von 19.30 Uhr bis 23.15 Uhr erstmals komplett und nacheinander zu sehen.

  • ZDF info, Samstag, 2. April 2016, 19.30 Uhr

    Texte

    Sendetermine

    Samstag, 2. April 2016, 19.30 Uhr, ZDFinfo

    1945 – 1960: Davon haben wir nichts gewusst
    Film von Jobst Thomas

     

    Samstag, 2. April 2016, 20.15 Uhr, ZDFinfo 

    Die 60er Jahre – Die Täter sind unter uns
    Film von Sonja von Behrens

     

    Samstag, 2. April 2016, 21.00 Uhr, ZDFinfo

    1968 – 1989: Der Muff von tausend Jahren
    Film von Heinrich Billstein

     

    Samstag, 2. April 2016, 21.45 Uhr, ZDFinfo

    1945 – 1989: Die DDR – Anspruch und Wirklichkeit
    Film von Michael Fräntzel

     

    Samstag, 2. April 2016, 22.30 Uhr , ZDFinfo

    1990 – 2015: Aufarbeitung oder Schlussstrich?
    Film von Dominic Egizzi

     

    Weiterer Sendetermin für die fünf Dokumentation:

    Samstag, 9. April 2016, von 13.30 bis 17.15 Uhr in ZDFinfo

     

    Angaben zum Stab:

    Produktion: ECO Media
    Redaktion: Christian Deick, Susanne Krause-Klinck
    Länge: 5 x ca. 45 Minuten

    Das Erbe der Nazis

    Adolf Hitler und die Nationalsozialisten herrschten zwölf Jahre lang – von 1933 bis 1945. Millionen folgten ihrem Führer und dessen Helfern bis in den Untergang. Das Erbe, das die Nazis hinterließen: Schuld, Scham und Verstrickung. Die Doku-Reihe zeigt, wie zwischen Abscheu und Faszination Hitlers langer Schatten bis heute reicht. Der Historiker Edgar Wolfrum sagt im Intro der Dokumentationen dazu: "Die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit ist ein Lebenselixier der deutschen Demokratie."

    1945 – 1960: Davon haben wir nichts gewusst

    Deutschland 1945 – Stunde Null. Ein Land in Trümmern: Die Städte verwüstet, die Menschen verstört. Und Hitler konnte sich bis zum bitteren Ende an der Macht halten.

    Es werde 50 Jahre dauern, so US-General Eisenhower, um Deutschland zu entnazifizieren und umzuerziehen. Die Alliierten wollen die Deutschen dazu bringen, sich für die Nazi-Vergangenheit persönlich verantwortlich zu fühlen. Wie etwa für das, was in den KZs geschah. Doch die Deutschen trieb die Angst vor der Zukunft um, nicht die Last der Vergangenheit. Die Pädagogik der Besatzer verfehlte ihr Ziel.

    Die 60er Jahre – Die Täter sind unter uns

    "Die Täter sind unter uns" wurde nach der Wende auch zu einem Schlagwort in der Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit. Doch der Satz galt vor allem für die Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg, als viele NS-Täter von Politik und Justiz unbehelligt blieben. "Man schüttet kein schmutziges Wasser weg, solange man kein sauberes hat", kommentierte zum Beispiel Bundeskanzler Konrad Adenauer die Debatte um die Wiedereingliederung der NS-Beamten in den Verwaltungsapparat.

    1968 – 1989: Der Muff von tausend Jahren

    War die friedliche Integration der ehemaligen Täter und Mitläufer in die westdeutsche Demokratie letztlich ein Erfolg? Die Dokumentation fragt, ob es Alternativen gegeben hätte – und stützt sich auf neueste Forschungsergebnisse. Sie fragt nach den Gründen, warum nur 1,4 Prozent der Entnazifizierten in den westdeutschen Besatzungszonen als "Hauptschuldige" oder "Belastete" eingestuft wurden und warum von den gut hunderttausend KZ-Wächtern nur einige Dutzend verurteilt wurden.

    Der Anteil derer, die trotz NS-Belastung im Nachkriegsdeutschland Karriere machten, war größer als bisher vermutet. Zahlreiche Forschungsprojekte, unter anderem zum Bundesnachrichtendienst, zum Auswärtigen Amt oder aktuell zu Nachkriegskarrieren in Schleswig-Holstein (ein Hauptfluchtort ehemaliger NS-Täter) decken auf, dass der Neuanfang mit dem alten Personal gemacht wurde.

    1945 – 1989: Die DDR – Anspruch und Wirklichkeit

    Im Januar 1990 erstürmte die Bevölkerung der DDR die Zentralen der Macht – die streng abgeschirmten Stasi-Gebäude.

    Doch die Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit waren gut vorbereitet: Viele Akten wurden bereits in den Tagen zuvor vernichtet. Über Jahrzehnte hatte die Stasi nicht nur Informationen und Beweise über Nazi-Verbrecher (in West und Ost) gesammelt und ausgewertet – der Geheimdienst war auch für die juristische Aufarbeitung verantwortlich.

    Mit Hilfe der Staatssicherheit wurden zwischen 1961 und 1989 mehr als 700 Nazi- und Kriegsverbrecher entlarvt und ihrer Bestrafung zugeführt. Das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite hat das Ministerium für Staatssicherheit Altnazis auch gezielt ins System integriert.

    1990 – 2015: Aufarbeitung oder Schlussstrich?

    Eine Buch-Veröffentlichung befeuerte 1996 die Debatte um die Aufarbeitung des NS-Erbes und zeigte, dass so etwas wie ein Abschluss der Vergangenheitsbewältigung nicht wirklich möglich ist: Als "Hitlers willige Vollstrecker" erschien, versetzte es Historiker und die deutsche Öffentlichkeit in Aufruhr. Geschrieben hatte es Daniel Goldhagen, ein junger Harvardprofessor und Sohn eines Holocaust-Überlebenden.

    Die Hauptthese des Buches: Es war nicht nur die nationalsozialistische Elite, die den Holocaust verantwortete. Sondern: "zehntausende von ganz gewöhnlichen Deutschen, die getötet haben, um ein Volk auszurotten." Goldhagen geht davon aus, dass die Deutschen schon weit vor der NS-Zeit von einem "eliminatorischen" Antisemitismus geprägt gewesen seien und bereitwillig zum Genozid beigetragen hätten – sie seien nicht dazu gezwungen worden.

    Infos zu ZDFinfo 

    ZDFinfo hat auch 2015 seinen Wachstumskurs insbesondere in den jüngeren Zuschauergruppen fortgesetzt und 1,1 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen erreicht. 2014 lag der Marktanteil noch bei 0,9 Prozent. Auch bei den Zuschauern gesamt hat sich der Anteil erhöht: von 0,9 Prozent (2014) auf 1,0 Prozent (2015). 

    Der Digitalsender mit hochwertigen Dokumentationen aus den Themenfeldern Zeitgeschichte, Politik, Wissen und Service hat dabei von seinem stetig wachsenden Programmangebot profitiert. 2015 sind pro Monat etwa 50 neue ZDFinfo-Dokus gestartet. Besonders erfolgreich waren dabei die mehrteiligen Dokumentarreihen, die zum Markenzeichnen von ZDFinfo geworden sind.

    Die 154 Ausstrahlungen der zwölfteiligen Reihe "Countdown zum Untergang" erreichten im Schnitt 1,3 Prozent Marktanteil. Mit im Schnitt 1,2 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen bestätigen die 137 Ausstrahlungen der sechsteiligen Reihe "Die Geschichte der RAF", dass gerade jüngere Zuschauergruppen solche historischen Themen in ZDFinfo suchen. Im Ranking der erfolgreichsten Dokumentationen in ZDFinfo liegt der Film "Tödliches Stalking – Der Fall Jonathan Vass" ganz vorne. Diesen sahen am 2. Januar 2015 450.000 Zuschauer in ZDFinfo, bei einem Marktanteil von 1,5 Prozent und 2,2 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen. Im Ranking der erfolgreichsten Wissensdokumentationen in ZDFinfo ist der Film "Katastrophen der Erdgeschichte: Stunde Null" top: Diesen sahen am 24. September 2015 410.000 Zuschauer in ZDFinfo, bei einem Marktanteil von 1,6 Prozent und 1,9 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen.

    Robert Bachem, Leiter des Programmbereichs ZDFinfo, Gesellschaft und Leben: "Es freut mich, dass wir mit so hochwertigem und anspruchsvollem Programm jüngere Zuschauergruppen für die ZDF-Programmfamilie zurückgewinnen konnten. Gerade Menschen, die mitten im Leben stehen, schätzen unser Programmangebot, bei dem man immer etwas lernt. Mit diesem klaren Profil wollen wir auch 2016 weiter erfolgreich sein."

    Beim Start 2011 hatte ZDFinfo lediglich 0,1 Prozent Marktanteil und ist seitdem kontinuierlich gewachsen.

    Fotohinweis und Impressum

    Fotohinweis

    Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/nazis

    Impressum 

    ZDF-Hauptabteilung Kommunikation
    Presse und Information
    Verantwortlich: Alexander Stock
    Copyright: ZDF 2016 

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    Ansprechpartner

    Name: Thomas Hagedorn
    E-Mail: hagedorn.t@zdf.de
    Telefon: 06131/7013802