Die Azoren – Inselparadies im Atlantik

Dokumentation

Spektakuläre Landschaften und eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt machen die Azoren zu einem der letzten Naturparadiese Europas. Die Inseln sind ein Sehnsuchtsort für Weltenbummler und Naturliebhaber. Der Film von Thomas Lischak zeigt in eindrucksvollen Bildern den Außenposten Portugals im Atlantik und porträtiert seine Bewohner.

  • ZDF, Pfingstmontag, 10. Juni 2019, 14.05 Uhr
  • ZDF Mediathek, ab Sonntag, 9. Juni 2019, 14.05 Uhr

    Texte

    Sendedatum, Inhalt

    Pfingstmontag, 10. Juni 2019, 14.05 Uhr, ZDF
    ab Sonntag, 9. Juni 2019, 14.05 Uhr, ZDFmediathek

    Die Azoren Inselparadies im Atlantik

    Dokumentation

    Film von Thomas Lischak

    Die deutschen Forscher Kirsten und Joachim Jakobsen haben sich auf den Azoren ein neues Leben aufgebaut. Die abgeschiedene Lage ist perfekt, um das noch weitgehend intakte Ökosystem der Tiefsee dieser Region zu erforschen und dabei sogar auf historische Relikte zu stoßen. In 870 Metern Tiefe entdeckten die Jakobsens das Wrack eines deutschen U-Bootes, das im Zweiten Weltkrieg von einem britischen Zerstörer versenkt wurde. Heute ist es die Heimat von Tiefseekorallen. Gemeinsam mit der Meeresbiologin Marina Carreiro von der Universität der Azoren tauchen sie, um eine Koralle für Forschungsarbeiten zu entnehmen. Denn es ist ungewöhnlich, die Nesseltiere in dieser Tiefe anzutreffen.

    Überhaupt gelten die Landschaft und das Meer rund um die Azoren noch immer als Paradies für Flora und Fauna. Ihr mildes Klima und die abgeschiedene Lage machen die neun Inseln ausgesprochen artenreich. Rund 500 Fischarten sind vor den Küsten heimisch. Dazu kommen über 30 Walarten, die die Gewässer regelmäßig aufsuchen. Und im Sommer sind die steilen Küsten Kinderstube der Sepiasturmtaucher. 80 Prozent des weltweiten Bestandes kommen Jahr für Jahr hierher, um sich fortzupflanzen und ihre Jungen großzuziehen.

    Die frostfreien Winter und warmen, aber nicht zu heißen Sommer ermöglichen sogar den Anbau von Tee, wie auf São Miguel, der größten Azoreninsel und einem der wenigen Orte in Europa, an denen der Teeanbau überhaupt möglich ist. Diese Pflanzen sind nicht die einzigen Einwanderer, die sich auf den Azoren wohlfühlen. Auch Hortensien, die heute vielerorts das Landschaftsbild prägen, kamen vor gerade mal 150 Jahren aus Asien auf die Azoren.

    Das berühmte Azorenhoch, das uns in Deutschland angenehme Sonnenstunden beschert, herrscht nicht immer auf den Inseln. Im Gegenteil: Dort kann man gleich mehrere Jahreszeiten an einem Tag erleben. Grund dafür sind die ständig wechselnden Winde, die feuchte Luftmassen vom Meer auf die Inseln transportieren, wo sie sich an den Hängen der Vulkane abregnen.

    Die Azoren liegen rund 2000 Kilometer vor der europäischen Festlandküste. Mit dem Flugzeug sind sie in wenigen Stunden erreichbar. Ohne Tourismus könnten die Bewohner der Azoren kaum wirtschaftlich überleben und doch fehlen die Bedingungen, in dieser noch immer sehr ländlich geprägten Landschaft urlaubshungrige Massen unterzubringen. Ein Glück für das Paradies mitten im Atlantik.

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