Copyright: ZDF / Patrick Pfeiffer
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Die Toten vom Bodensee – Der Stumpengang

Der Fernsehfilm der Woche

Von Autor Timo Berndt stammt das Drehbuch für den achten Fall der Krimireihe: Das deutsch-österreichische Kommissaren-Duo Micha Oberländer und Hannah Zeiler werden von einem Lehrer und seiner Schulklasse gerufen, die bei einer Nachtwanderung durch den dunklen Wald auf eine Leiche stoßen. Utensilien, mit denen der Tote gefesselt war, stammen aus dem nahegelegenen Heimatkundemuseum.

  • ZDF, Montag, 4. Februar 2019, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, ab Freitag, 1. Februar 2019, 10.00 Uhr

Texte

Stab, Besetzung, Inhalt

Buch     Timo Berndt
Regie       Michael Schneider
Kamera        Matthias Pötsch
Schnitt     Jörg Kroschel
Ton       Hjalti Bager-Jonathansson
Musik    Chris Bremus
Szenenbild     Hans Jager
Kostüme      Heike Werner
Maske         Birgit Beranek, Gerda Pichler
Produktionsleitung       Thomas Pascher
Herstellungsleitung      Michal Pokorny
Produzenten      Sam Davis, Klaus Graf
Redaktion       Daniel Blum (ZDF), Sabine Weber (ORF)
Länge     ca. 89 Minuten

 

Eine Produktion der Rowboat Film- und Fernsehproduktion GmbH in Koproduktion mit der Graf Filmproduktion GmbH, dem ZDF und dem ORF; gefördert von Fernsehfonds Austria und dem Land Vorarlberg.

 

Die Rollen und ihre Darsteller

Micha Oberländer     Matthias Koeberlin
Hannah Zeiler      Nora Waldstätten
Thomas Komlatschek      Hary Prinz
Kim Oberländer       Ines Bjørg David
Karsten Brandstätter      Peter Kremer
Thomas Egger       Stefan Pohl
Lisa Weidinger       Bernadette Heerwagen
Lukas Weidinger      Béla Gabor Lenz
Meinhardt Hager       Harald Windisch
Dr. Aloys Hartl    Michael A. Grimm
Manuela Frick      Sophie Stockinger
und andere 

 

Inhalt

Die Kommissare Micha Oberländer und Hannah Zeiler aus Bregenz werden von einer Schulklasse und ihrem Lehrer gerufen: Eine Schülerin hat während einer Nachtwanderung durch den dunklen Wald am Bodensee den Leichnam des leblosen und mit Lederkappen über den Händen gefesselten Sebastian Weidinger gefunden. Die Utensilien stammen aus dem nahegelegenen Heimatkundemuseum und verweisen auf die Geschichte des mittelalterlichen Stumpengangs, bei dem Straftäter mit "Lederkelchen", die über die Hände gestülpt wurden, gefesselt, im Wald ausgesetzt und gejagt wurden. Wer überlebte, war frei, die meisten jedoch kamen um.

Wer hatte ein Motiv, Weidinger auf diese brutale Reise in den Tod zu schicken? Zeiler und Oberländer werden mit einer tragischen Geschichte um Liebe, Verlust und Rache konfrontiert.

Eine fiktive Legende

Statement von Autor Timo Berndt

Zur Legende des Stumpengangs und damit zu diesem neuen Mordfall inspirierten uns zum einen die Kreuzwege – zum Beispiel der Hirschlatter Kreuzweg – rund um den Bodensee, die für den Leidensweg Christi stehen. Zum anderen die im Mittelalter auch in der Bodenseeregion praktizierte Ehrenstrafe, bei der Straftäter öffentlich gedemütigt wurden, ebenso wie die damals gängige Leibes- und Lebensstrafe, in der, je nach Vergehen, einzelne Körperteile verstümmelt oder der Straftäter gebrandmarkt wurde.

Die Verurteilung, die brutale Bestrafung und der öffentlich zur Schau gestellte Sühnegang des Straftäters dienten uns als Ausgangspunkt. Wie auf einem Kreuzweg wird jemand für sein Vergehen bestraft und muss verschiedene Stationen und Leiden durchlaufen. Ein Martyrium, welches kaum jemand überlebt.

"Es hat sich alles gedreht im Leben"

Kurzinterview mit Nora Waldstätten

Frau Waldstätten, Ihre Figur Hannah Zeiler musste sich der Tatsache stellen, dass ihr totgeglaubter, vermeintlich im Bodensee ertrunkener Vater noch lebt und nicht Opfer, sondern Täter war. Was hat sich dadurch in Hannahs Leben geändert?

Es hat sich alles gedreht im Leben von Hannah Zeiler. Sie lebt nun nicht mehr mit einem ewigen Fragezeichen, sondern mit der Gewissheit, dass ihr Vater ein skrupelloser Verbrecher war und er sie jahrelang getäuscht hat. Um einen Schlussstrich zu ziehen, versucht sie nun, alles, was mit ihm zu tun hat, abzustoßen.

In der Reihe liefert Ihre Figur sich regelmäßig einen verbalen Schlagabtausch mit Ihrem Kollegen Micha Oberländer. Gehen diese Frotzeleien mit Matthias Koeberlin weiter, wenn die Kamera aus ist?

Matthias und ich lachen gern und viel, und es ist immer eine große Freude, mit ihm zu drehen. Mittlerweile haben wir schon neun Bodensee-Filme abgedreht, und die nächsten zwei sind schon in Planung.

Das neue Jahr hat gerade begonnen. Haben Sie gute Vorsätze für 2019 gefasst?

Ich rauche nun seit sechs Jahren nicht mehr. Darauf bin ich sehr stolz, und ich habe fest vor, das auch 2019 so beizubehalten. Mich weiterhin gesund zu ernähren, auf mich zu achten, und weiterhin an meinem ökologischen Fußabdruck zu arbeiten.

"Ein kleiner Spiegel für das deutsch-österreichische Verhältnis"

Kurzinterview mit Matthias Koeberlin

Herr Koeberlin, Ihre Figur Micha Oberländer musste Hannah Zeilers Vater in einer dramatischen Situation erschießen. Hat sich dadurch sein Verhältnis zur Kollegin verändert?

Natürlich war die Erschießung von Hannah Zeilers Vater ein Einschnitt in der Beziehung der beiden. Die Tatsache, dass es in Notwehr geschah, um Hannahs Leben zu schützen, relativiert das Ganze ein Stück weit. Es bleibt aber für beide ein traumatisches Erlebnis, welches noch lange nachhallen wird.

Micha Oberländer lebt inzwischen getrennt von seiner Frau Kim und Tochter Luna. Welche Rolle spielt Kims neuer Lebenspartner für ihn?

Micha reagiert auf den neuen Partner seiner Frau und den Stiefvater seiner Tochter durchaus nachvollziehbar. Dabei ist er wütend, traurig, voller Angst und Eifersucht. Gleichzeitig fühlt er sich überfordert, unverstanden und einsam. Ich kann ihn und seine Gefühle wirklich gut verstehen.

Wenn Ihre Figur mit Zeiler und Komlatschek spricht, kontern diese mit österreichischem Dialekt. Wie gut ist Ihr Österreichisch nach nunmehr acht gemeinsamen Filmen?

Der unterschiedliche Humor zwischen meiner Figur und den österreichischen Kollegen ist ja fester Bestandteil unserer Reihe. Das Gefrotzel zwischen den Hauptfiguren ist wie ein kleiner Spiegel für das deutsch-österreichische Verhältnis überhaupt. Ich wehre mich nach Kräften, verstehe inzwischen vieles, an der Aussprache arbeite ich allerdings noch.

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