Copyright: ZDF / Felix Korfmann
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Die Treuhand - Die wahre Geschichte

ZDF-History-Dokumentation

Im Taumel der Wendezeit wittern Kriminelle fette Beute: Sie kaufen der Treuhand ehemalige DDR-Staatsbetriebe ab und sacken Subventionen in Millionenhöhe ein. Für viele Betriebe bedeutet es das Aus – die Betrüger aber kommen oft davon.
Detlev Karsten Rohwedder, Chef der Treuhand-Behörde, initiiert die Gründung einer internen Sondereinheit. Sie soll Korruption, Betrugsfälle und andere Spielarten der Wirtschaftskriminalität aufklären. Jahrelang waren die internen Akten dieser Einheit verschwunden. Für "ZDF-History" ist es einem Rechercheteam nun gelungen, die Dokumente aufzuspüren.

  • ZDF, Sonntag, 4. Oktober 2020, 23.45 Uhr

Texte

Sendetermin und Stab

Sonntag, 4. Oktober 2020, 23.45 Uhr
ZDF-History: Die Treuhand – Die wahre Geschichte

Buch und Regie_____Dirk Laabs
Schnitt_____Sigrid Sveistrup
Kamera_____Felix Korfmann
Produktion_____Theresa Auer (Elbmotion Filmproduktion), Frauke Wolf (ZDF)
Produzent_____Michael Cordero, Elbmotion Filmproduktion
Redaktion_____Johanna Kaack
Leitung_____Michael Renz, Stefan Brauburger

Inhalt

Für viele Menschen – vor allem im Osten – gilt "die Treuhand" noch immer als Synonym für Ausbeutung und zerstörte Existenzen. Woran ist die Treuhand gescheitert?

Im Taumel der Wendezeit wittern Kriminelle fette Beute: Sie kaufen der Treuhand ehemalige DDR-Staatsbetriebe ab und sacken Subventionen in Millionenhöhe ein. Für viele Betriebe bedeutet es das Aus, Tausende Arbeiter verlieren ihre Jobs – die Betrüger aber kommen oft davon.

Ein ganzes Land soll damals innerhalb kürzester Zeit von Plan- auf Marktwirtschaft umgestellt werden. Mehr oder weniger über Nacht wird die Treuhand aus dem Boden gestampft. Die Ausstattung ist anfangs so dürftig, dass die Behörde nur eingeschränkt arbeitsfähig ist. Trotzdem muss sie schon in den ersten Jahren 8.500 Großbetriebe privatisieren, sanieren oder abwickeln. Und obwohl oder gerade weil die DDR-Wirtschaft so tief in der Misere steckt, lässt sich viel Geld im Osten verdienen – oftmals auch mit kriminellen Methoden.

Das weiß auch der Chef der Treuhand-Behörde Detlev Karsten Rohwedder. Er initiiert die Gründung einer internen Sondereinheit. Sie soll Korruption, Betrugsfälle und andere Spielarten der Wirtschaftskriminalität aufklären. Jahrelang waren die internen Akten dieser Einheit verschwunden. Für "ZDF-History" ist es einem Rechercheteam nun gelungen, die Dokumente aufzuspüren. Sie belegen, wie aktiv Wirtschaftsbetrüger in Ostdeutschland waren und auch, dass sie nur selten gestoppt wurden. Denn den Treuhand-Ermittlern fehlten letztlich die Mittel, den profitgierigen Glücksrittern Einhalt zu gebieten.

So auch im Fall Michael Rottmann. Mit Komplizen wirtschaftet der Ingenieur Millionen an Betriebswerten und Treuhand-Investitionen der Ostberliner Firma WBB Wärmeanlagenbau in die eigene Tasche. Als er aufzufliegen droht, setzt er sich ab und hält sich jahrelang im Ausland versteckt. Nach seiner Auslieferung wird er in Berlin zu drei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt. Doch das Urteil kommt zu spät, der Fall ist verjährt. Ende 2010 hebt der Bundesgerichtshof das Urteil auf. Das Geld bleibt verschwunden.


Rottmann ist nicht der einzige kriminelle Glücksritter, der nach der Wende durch Betrug im Osten reich wurde und davonkam. Wie konnte das passieren? Hat der Rechtsstaat versagt? Warum wurden diese Fälle nie systematisch aufgeklärt? Und welche Rolle spielte die Treuhandanstalt, eine der mächtigsten und umstrittensten Behörden der Nachwendezeit bei der Privatisierung der DDR-Wirtschaft tatsächlich?

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