"Fluss des Lebens: Kwai". Fotocredit: ZDF/Eva Katharina Buehler.
"Fluss des Lebens: Kwai". Fotocredit: ZDF/Eva Katharina Buehler.

Fluss des Lebens – Kwai: Familienbande

"Herzkino" mit Nadeshda Brennicke und Tilo Prückner

Sarah (Nadeshda Brennicke) stellt fest, dass ihr Vater (Tilo Prückner) sang- und klanglos nach Thailand ausgewandert ist. Ein neuer Tiefpunkt im ohnehin schon angespannten Verhältnis der beiden. Doch am Ufer des Kwai schaffen sie es, endlich eine Brücke zueinander zu schlagen.

  • ZDF, Sonntag, 14. April 2019, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Samstag, 13. April 2019, 10.00 Uhr

Texte

Stab

Buch                       Michael Kenda
Regie                 Bettina Blümner
Kamera   Eva Katharina Bühler
Kostüm  Margarethe Przywara
Produktion           Schiwago Film
Produzent         Martin Lehwald
Redaktion              Sebastian Hünerfeld
Länge                ca. 89 Minuten

Besetzung

Sarah     Nadeshda Brennicke  
Jochen   Tilo Prückner   
Leah   Maria Matschke
Nissa    Duangjai Hiransri
Kamon Krit Trairatana  
Stefan      Heinrich Giskes 
Christiane Gertrud Roll
Peter   Bernd Stegemann
Anna  Renate Krößner
Pana (Tha)        Thanut Sripantawanosorn
und andere

Inhalt

Sarahs Vater Jochen ist weg – ohne ihr Wissen hat er ihr Elternhaus verkauft. Nur zögerlich gesteht Sarahs Tochter Leah, dass sie weiß, wo ihr Opa sich befindet: am River Kwai in Thailand. Keine Frage, dass Sarah ihn zurückholen will. Also reisen sie und Leah nach Thailand. In der Altenresidenz "Happy Valley" stellen sie jedoch fest, dass Jochen nicht nur ein neues Zuhause gefunden hat, sondern auch eine neue Liebe. Auf seine alten Tage will er noch einmal heiraten – und zwar die Thailänderin Nissa.

Während Leah ihren Opa bei der Ankunft herzlich umarmt, gelingt es Sarah nicht, über den Groll hinwegzukommen, den sie bereits seit der Kindheit gegen ihren Vater hegt. Ihr Vorwurf: Er habe seinen Beruf ihr vorgezogen. Außerdem traut sie Jochens neuer Liebe Nissa nicht über den Weg: Warum kommt er mit seiner Altersvorsorge für jegliche Umbauten in der Altenresidenz auf? Und warum scheint Nissa mit einem Verwandten über den Preis der Baumaterialien immer zu Jochens Ungunsten zu verhandeln?

Doch dank Leahs fröhlicher Aufgeschlossenheit gegenüber der deutschen Rentner-Gesellschaft lässt sich Sarah dennoch Stück für Stück aus der Reserve locken. Auch der smarte, humorvolle Thai Kamon, trägt seinen Teil dazu bei. Er ist nach einem missglückten Versuch, in Deutschland Rockstar zu werden, in seine Heimat an den Kwai zurückgekehrt ist und fährt Sarah nun hin, wo immer sie will.

Bei einem spontanen Frühstück mit seiner Familie und einem ungezwungenen Date mit dem unterhaltsamen Musiker wird Sarah zunehmend klar, dass es keinen Wert hat, alleine zu sein. Langsam kommt sie auch dahinter, was ihr Vater in Thailand gesucht und gefunden hat. Denn Jochen ist durchaus bewusst, dass er mit seinem Ersparten nicht nur die Residenz, sondern eben auch Nissas Familie finanziert. Und warum sollte er das nicht tun, für die Frau, die er liebt? Dennoch bringt die Anwesenheit seiner Tochter Jochen zum Zweifeln. Führt die späte Weichenstellung in seinem Leben ihn tatsächlich in die richtige Richtung?

"In der heutigen Zeit schieben wir unsere Eltern in Altenheime ab" – Interview mit Nadeshda Brennicke

In "Fluss des Lebens – Kwai" spielen Sie Sarah, die eine sehr schwierige Beziehung zu ihrem Vater hat. Wie würden Sie das Verhältnis der beiden Charaktere beschreiben?

Es handelt sich um zwei Menschen, die durch ein traumatisches Ereignis jahrelang nicht zueinander gefunden haben. Vater und Tochter sind sich sehr ähnlich, beide haben sich in das eigene Leben zurückgezogen und keiner ist in der Lage dazu, mit dem anderen zu kommunizieren.

Im Film fällt der Satz: "Alt braucht Jung und Jung braucht Alt." Wie interpretieren Sie das?

In meiner eigenen Familie gab es Konflikte wie diesen. Oft führt erst ein weiteres drastisches Ereignis dazu, dass beide Seiten gezwungen sind, den Kontakt wieder aufzunehmen und sich miteinander auseinanderzusetzen. Ich finde, dass sich Jung und Alt in jedem Fall ergänzen.

In der heutigen Zeit verlernen wir das jedoch immer mehr und schieben unsere Eltern in Altenheime ab. Wir verlieren dadurch den Kontakt zum alten Wissen, da wir Jungen immer denken, alles besser zu können. Das ist sehr schade, denn unsere Gesellschaft wird dadurch mehr und mehr in die Isolation und Einsamkeit getrieben.

Der Film scheut sich nicht, Themen wie Altersarmut, Demenz oder schwierige Familienverhältnisse anzusprechen. War das einer der Gründe, weswegen Sie sich für das Projekt entschieden haben?

Das Thema hat mich sehr berührt und ich finde es spannend, es in einem so wunderbaren Format wie dem ZDF-Sonntagabendfilm anzusprechen. Der Sendeplatz bietet eine wichtige Alternative zu den Kriminalgeschichten und die redaktionelle Entscheidung, Familiengeschichten auch ernsthaft zu belichten, gefällt mir sehr.

Was nehmen Sie von den Dreharbeiten am Fluss Kawi mit?

Es war berührend, in die Freundlichkeit und Ursprünglichkeit dieses Teils Thailands eintauchen zu dürfen. Ich kenne das Land gut, doch Kanchanaburi und der River Kwai waren mir bis dahin unbekannt. Ich habe zusammen mit einem großartigen Team eine wunderbare Zeit erlebt und bin der asiatischen Kultur nähergekommen als jemals zuvor auf meinen Asienreisen.

"Altersarmut ist ein gesellschaftlicher Skandal" – Interview mit Tilo Prückner

Im Film werden aktuelle gesellschaftliche Themen wie Altersarmut oder Pflegenotstand angesprochen. Die Protagonisten möchten in ihrem neuen thailändischen Zuhause miteinander und in Würde alt werden. Wie empfinden Sie es persönlich, dass immer mehr Deutsche den Weg ins Ausland suchen, um dort ihren Lebensabend zu verbringen?

Dass die Altersarmut ein gesellschaftlicher Skandal ist, ist ja bekannt. Die Konsequenz davon, dass viele, bevor sie hier miserabel leben, lieber in ein billigeres Land ausweichen, liegt auf der Hand.

Was macht für Sie den Reiz des Flusses Kwai und seiner Landschaften aus?

Dass dort vor Ewigkeiten mal ein Hollywoodfilm gedreht worden ist, macht den Fluss für mich nicht so interessant. Krass fand ich vielmehr, dass jedes Wochenende eine Unzahl riesiger Partyboote den Fluss hinauf und hinunter schippert und die Ufer mit megalauter Musik beschallt.

Jochen findet in Thailand mit Nissa eine neue Liebe. Filmtochter Sarah steht vor allem dem Altersunterschied des Paares skeptisch gegenüber...

Ich glaube, dass die gesellschaftlichen und kulturellen Unterschiede bestimmender sind als ein großer Altersunterschied.

Facts and Figures

Die Reihe "Fluss des Lebens", die sich durch hochkarätige Besetzungen auszeichnet, führt die Zuschauer an bekannte Flüsse und Ströme dieser Erde. In den Geschichten finden sich die Protagonisten in existenziellen Situationen wieder, die ihnen neue Perspektiven auf ihr Leben, die Liebe und andere Kulturen ermöglichen.

Der sechste Film der Herzkino-Reihe "Fluss des Lebens: Kwai – Familienbande" entstand im November 2017 in Thailand. Er thematisiert die Geschichte der Apothekerin Sarah, die erst im "Happy Valley" am River Kwai erfährt, was Familie, Zusammenhalt und Miteinander wirklich bedeuten.

Im Jahr 2018 zeigte das ZDF "Fluss des Lebens: Okavango – Fremder Vater". Bereits ein Jahr zuvor waren "Geboren am Ganges" und "Geliebte Loire" zu sehen. Der erste Teil, "Verloren am Amazonas", wurde im Jahr 2013 ausgestrahlt, ein Jahr später folgte "Wiedersehen an der Donau".

Fotohinweis

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/flussdeslebens

Impressum

ZDF Hauptabteilung Kommunikation
Presse und Information

Verantwortlich: Alexander Stock
E-Mail: pressedesk@zdf.de
© 2019 ZDF

Ansprechpartner

Name: Anja Scherer
E-Mail: scherer.an@zdf.de
Telefon: (06131) 70-12154