"Fluss des Lebens – Okavango". Fotocredit: ZDF/Ralf Noack.
"Fluss des Lebens – Okavango". Fotocredit: ZDF/Ralf Noack.

Fluss des Lebens – Okavango: Fremder Vater

"Herzkino" mit Roeland Wiesnekker und Christina Hecke

Charlotte soll ihre Patenkinder zu deren Vater bringen, der nach Afrika ausgewandert ist. Doch der Trip wird für sie zu einer Reise in eine andere Welt: In Namibia angekommen, macht ihr nicht nur die ungewohnte Kultur zu schaffen.

  • ZDF, Sonntag, 14. Oktober 2018, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Samstag, 13. Oktober 2018, 10.00 Uhr

Texte

Stab

Buch                     Caroline Hecht 
Regie             Torsten C. Fischer
Schnitt          Heike Parplies  
Kamera        Ralf Noack
Musik   Fabian Römer
Szenenbild      Susanne Abel 
Kostüm          Metin Misdik
Produktion        Schiwago Film
Produzenten     Martin Lehwald
Redaktion          Sebastian Hünerfeld
Länge             ca. 89 Minuten

Besetzung

Charlotte        Christina Hecke
Gunnar      Roeland Wiesnekker
Lilly      Matilda Jork 
Julian        Tom Gronau
August      David Ndjavera
Kunyanda    Mikiros Garoes
Thuyi      Nomsa Xaba
und andere

Inhalt

Nach dem Tod ihrer Schwester muss sich die Molekularbiologin Charlotte mit ihrem Schwager Gunnar auseinandersetzen und herausfinden, wie es mit ihr und den Kindern ihrer Schwester weitergehen soll. Denn Gunnar ist vor Jahren an den Okavango ausgewandert und hat seine beiden Kinder seitdem nicht mehr gesehen. Nun bringt Charlotte Julian und Lilly, die seit dem Tod ihrer Mutter nicht mehr spricht, in Gunnars neue Heimat nach Namibia. Doch als sie dort ankommen, ist Gunnar nicht da. Stattdessen werden sie von der Dorfgemeinschaft um die Dorfälteste Thuyi in Empfang genommen. Kein guter Start.

Als Gunnar endlich auftaucht, brechen die alten Konflikte wieder auf. Julian kann seinem Vater nicht verzeihen, dass er seine Familie im Stich gelassen hat. Charlotte ist unterdessen von den Lebensbedingungen vor Ort völlig überfordert: Wie in aller Welt stellt sich ihr Schwager einen gemeinsamen Alltag mit seinen Kindern in der namibischen Einöde vor?

Erst als Gunnar mit seinen Kindern heimlich zu einer Safari aufbricht und Charlotte ihnen hinterherreisen muss, keimt die Chance eines Neubeginns auf.

"Wir fliegen zum Mond, aber können nicht füreinander sorgen" – Interview mit Christina Hecke

Die "Fluss des Lebens"-Reihe spielt an den großen Strömen dieser Welt. Was macht Ihrer Meinung nach die Faszination dieser großen Flüsse, zu denen auch der Okavango zählt, aus?

Aus meiner Sicht ist das Leben an einem Fluss vom ständigen Loslassen geprägt. Jeder Fluss ist schon mal über die Ufer getreten, einige sind schon mal ausgetrocknet. Das macht was mit den Menschen, die da wohnen, die sich ständig mitbewegen müssen. Der Okavango schlängelt sich unter anderem an der Staatsgrenze zwischen Namibia und Angola entlang. In dieser Gegend steckt viel Geschichte und Vergangenheit. Die großen Flüsse sind wie Tore zu großen Geschichten von Menschen und Völkern.

Sie spielen Charlotte, die die Kinder ihrer verstorbenen Schwester zu deren leiblichem Vater nach Afrika begleitet. Was für ein Mensch ist Charlotte?

Charlotte ist eine Frau, die entschieden hat, ihre Gefühle hintanzustellen. Diese Entscheidung war für eine Karriere und gegen Familie oder Kinder. Bewusst. Ihre Lebensaufgabe hat sie woanders gesehen. Ohne Bedauern. In Klarheit. Jetzt, da sie möglicherweise die Verantwortung für die beiden Kinder zu übernehmen hat, hinterfragt sie sich selbst im Stillen, ob die Rationalisierung ihrer Gefühlswelt wirklich der richtige Weg war. Denn Frau-Sein bedeutet mehr als nur die Frage nach Mutter oder Karrierefrau.

"Es sind die Frauen, die die Familie zusammenhalten", wirft Stammesoberhaupt Thuyi Charlotte an den Kopf. Wie sehen Sie das?

Es ist Liebe, die Menschen zusammenhält. Ob verwandt oder nicht. Wahre Liebe. Fürsorglich und unromantisch. Der Begriff Familie birgt so viele Glaubenssätze, mit denen wir umgehen müssen, und Bilder davon, wie eine "gute Familie" auszusehen hat. Uns gegenseitig stetig zum Wachstum anzuregen das ist eines jeden Aufgabe. Ob da die DNA übereinstimmt oder nicht, spielt keine Rolle. Die Frauen haben aus meiner Sicht nur vertiefend eine haltende Funktion. Unsere sensible, tief liebende oder nährende Qualität ist eine Kraft, keine Schwäche.

Gedreht wurde der Film in Namibia: Waren Sie zum ersten Mal dort?

Ja, ich war zum ersten Mal dort, und ich war sowohl berührt als auch abgestoßen. Es gibt Ecken auf dieser Erde, bei denen der Eindruck entsteht, wir hätten uns als Weltbürger gegenseitig nicht mehr im Blick. Menschen, die wie ein Appendix der Ersten Welt vor sich hin existieren, aus beiderlei Perspektive gruselig: die einen, die sich für was Besseres halten, und die anderen, die aufgegeben haben. Beides ist eine Entscheidung. Die Kluft zwischen Hunger, Gewalt, Armut und Krankheit und den überall existenten Mobilfunktelefonen, die für mich symbolisch für die Vereinsamung stehen, erschließt sich mir nicht. Wir fliegen zum Mond, aber können nicht füreinander oder uns selbst sorgen. Irgendwie läuft da was schief …

"In Deutschland hatte es Gunnar zu sehr mit unschönen Erinnerungen zu tun" – Interview mit Roeland Wiesnekker

Sie spielen den Auswanderer Gunnar, der sich eine neue Existenz in Namibia aufgebaut hat. Wieso verschlägt es ihn ausgerechnet an den Okavango?

Gunnar hat am Okavango einfach Menschen gefunden, mit denen er sich wohlfühlt. Mit der Vergangenheit hat er abgeschlossen, hat sich hier eine neue Existenz aufgebaut.

Warum musste Gunnar diesen weiten Weg machen, um seine Alkoholprobleme hinter sich zu lassen?

In Deutschland hatte er zu sehr mit unschönen Erinnerungen zu tun. Ein neues Umfeld außerhalb der gewohnten Bahnen hat ihm schließlich dabei geholfen, diese Probleme hinter sich zu lassen.

Sie sprechen im Film sehr überzeugend Afrikaans. Es wirkt, als sei Ihnen das leicht gefallen.

Afrikaans ist nahe beim Niederländischen, was ja eine meiner Muttersprachen ist.

Was ist das Faszinierende an Namibia?

An Namibia ist vieles faszinierend – vor allem die Landschaft. Es ist eines der am wenigsten besiedelten Länder auf der Welt. Das kann bestimmt auch für Auswanderer seinen Reiz haben.

Facts and Figures

Die Reihe "Fluss des Lebens", die sich durch hochkarätige Besetzungen auszeichnet, führt die Zuschauer an bekannte Flüsse und Ströme dieser Erde. In den Geschichten finden sich die Protagonisten in existenziellen Situationen wieder, die ihnen neue Perspektiven auf ihr Leben, die Liebe und andere Kulturen ermöglichen.

Der fünfte Film der Herzkino-Reihe "Fluss des Lebens" taucht ein in die ursprüngliche Wildnis Afrikas: "Okavango" erzählt die Geschichte der strukturierten Molekularbiologin Charlotte (Christina Hecke), die die Kinder ihrer kürzlich verstorbenen Schwester zu deren leiblichem Vater Gunnar (Roeland Wiesnekker) nach Afrika bringt. Dort angekommen, ist sie völlig überfordert: Wie in aller Welt stellt sich ihr Schwager einen gemeinsamen Alltag mit seinen Kindern in der namibischen Einöde vor? Erst eine abenteuerliche Reise über den Okavango öffnet Charlotte die Augen für einen völlig neuen Lebensentwurf.

Im Jahr 2017 zeigte das ZDF "Geboren am Ganges" und "Geliebte Loire". Der erste Teil, "Verloren am Amazonas", wurde im Jahr 2013 ausgestrahlt, ein Jahr später folgte "Wiedersehen an der Donau".

Fotohinweis

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/flussdeslebens

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