"Fluss des Lebens - Yukon". Fotocredit: ZDF/Erik Pinkerton.
"Fluss des Lebens - Yukon". Fotocredit: ZDF/Erik Pinkerton.

Fluss des Lebens: Yukon – Ruf der Wildnis

"Herzkino" mit Dagna Litzenberger-Vinet, Florian Lukas und Ulrike Kriener

Goldgräberin Annika (Dagna Litzenberger-Vinet) führt ein zurückgezogenes Leben am Yukon. Doch als plötzlich eine deutsche Urlauber-Familie in ihre abgeschiedene Hütte platzt, wird die Einzelgängerin auf eine harte Probe gestellt.

  • ZDF, Sonntag, 22. September 2019, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, ab Samstag, 21. September 2019, 10.00 Uhr

Texte

Stab

Buch            Gernot Gricksch
Regie Mia Spengler
KameraRalf Noack
TonLudwig Bestehorn, Marc Fragstein
MusikDavid Grabowski
SzenenbildFrancis "Kiko" Soeder
Kostüm Tina Eckhoff
SchnittLinda Bosch
Produktion  Schiwago Film
Produzenten      Martin Lehwald, Marcos Kantis, Michal Pokorny
Redaktion  Sebastian Hünerfeld
Länge      ca. 89 Minuten

Besetzung

Annika        Dagna Litzenberger-Vinet
Daniel    Florian Lukas   
Lisa     Ulrike Kriener
Frauke      Milena Dreissig 
Linus     Taddeo Kufus  
Louis    Trevor Caroll   
und andere    

Inhalt

Annika, die am kanadischen Yukon nach Gold schürft, lebt abgeschottet von der Außenwelt. Nur einmal in der Woche versorgt sie ein Freund mit Lebensmitteln, ansonsten ist sie völlig auf sich allein gestellt. Doch die Ruhe findet ein abruptes Ende, als der sympathische Daniel (Florian Lukas), seine Mutter Lisa (Ulrike Kriener), Ex-Frau Frauke (Milena Dreissig) und Sohn Linus (Taddeo Kufus) von einem Sturm in Annikas einsame Hütte "gespült" werden.

Die Familie ist nach Kanada geflogen, um Daniels lang gehegten Traum von einem Goldgräber-Abenteuer wahr werden zu lassen. Nun sind sie in der Wildnis auf sich allein gestellt. Schockiert von ihrer Naivität willigt Annika erst ein, ihnen zu helfen, als sie erfährt, dass sie alles verloren haben – auch Daniels Tabletten, die er wegen eines Herzfehlers einnehmen muss. Dass er krank ist, hat er seiner Familie verheimlicht. Doch ohne seine Medikamente, beginnt für Daniel ein Wettlauf gegen die Zeit.

Allerdings stellt die beschwerliche Wanderung zurück in die Zivilisation auch Annika vor einige Herausforderungen. Denn eigentlich hatte sich in die Einsamkeit Kanadas zurückgezogen, um den Tod ihrer Tochter zu verarbeiten. Doch als ihr auf dem Trip immer wieder ein mysteriöser Wolf erscheint, der ihr einen Weg zu weisen scheint, kommt Annika ins Grübeln. Ihr wird klar, dass sie sich Daniel und seiner Familie gegenüber öffnen muss.

"Der Druck, erfolgreich 'normal' zu sein, ist immens" – Interview mit Dagna Litzenberger-Vinet

In "Fluss des Lebens – Yukon" spielen Sie eine junge Frau, die mutterseelenallein in die kanadische Wildnis ausgewandert ist. Was macht Annika aus?

Die Idee sich zurückzuziehen, an einen solchen Ort zu reisen und dort von vorne anzufangen, ist für viele eine Art Idylle – eine, die aber nur die wenigsten wagen. Es braucht Mut, das System, in dem wir funktionieren, zu verlassen. Annika aber sagt von sich, dass sie nicht mutig sei. Sie ist nicht aus Lust "geflohen", sondern weil sie verschwinden wollte und will. Um ihre Trauer und ihre Einsamkeit zu spüren. Aber Annika ist für mich trotz allem immer sehr eigenwillig und stark, und auch wenn sie geflohen ist, bleibt in ihr ein unglaublicher Wille zum Leben, welcher nicht erloschen ist.

Annika hat sich auch für das Einsiedlerleben entschieden, weil sie mit dem Verlust ihrer kleinen Tochter zu kämpfen hat. Können Sie diese Entscheidung und Annikas Umgang mit dem Schicksalsschlag nachvollziehen?

Ja, sehr. Ich glaube wir werden mit der Idee eines "normalen" und "funktionierenden" Lebens als Ziel erzogen. Der Druck ist immens, in der Gesellschaft seinen Platz zu finden, und darin erfolgreich "normal" zu sein. Für mich war Annika aber auch schon in ihrem Leben in Deutschland, vor dem Tod ihrer Tochter, voller Komplikationen, innerer Fragen und Zweifel – darüber, wer sie ist und was ihr Ziel sein soll. Den Tod ihrer Tochter sieht sie als ultimativen Beweis, dass sie gescheitert ist und entzieht sich dieser Gesellschaft.

Die überraschende Begegnung mit Daniel und seiner Familie aber gibt ihr unverhofft wieder Vertrauen und kitzelt ihren Kampfgeist raus.

Mit dem Yukon verbindet man Weite und Wildnis. Hat Sie die Umgebung beim Dreh in Kanada vor eine ungewöhnliche Herausforderung gestellt?

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Wir waren fast einen ganzen Monat auf der anderen Seite der Welt. Die Berge sehen dort so anders aus, die Distanzen sind enorm, die Farben überwältigend, das Licht ist anders – ich habe Bären gesehen, Nordlichter!

Ach, diese Erfahrung war in so vielen Bereichen einfach unglaublich und neu für mich. Annika ist meine erste Hauptrolle im Fernsehen, und ich habe es sehr geliebt, sie zu sein. Auch wenn es mich wirklich mitnahm – ihre Welt ist schließlich eine etwas dunkle. Aber die Zusammenarbeit mit der Regisseurin Mia Spengler war ein solches Geschenk, meine Kollegen waren toll.

Natürlich gab es Herausforderungen – wir hatten Zeitdruck und ein Außendreh bringt so seine Komplikationen mit sich. Körperlich gab es extrem anstrengende Situationen. Aber ich fiel jeden Tag ins Bett fast ungläubig und glücklich darüber, was wir an dem Tag alles "geschafft" hatten.

Annika gräbt täglich nach Gold, auch wenn der Ertrag überschaubar ist. Was gehört für Sie zu den Zielen, die Sie hartnäckig verfolgen?

Ich wollte schon immer Schauspielerin werden. Und diesen Traum durfte ich frei träumen. Aber irgendwann musste ich beweisen, dass ich das tatsächlich will. Meiner Familie, aber dann auch mit den ersten Aufnahmeprüfungen, den ersten Castings, den ersten Premieren. Eigentlich hört es nie auf – und da bleibe ich hartnäckig.

Im Film spürt Annika eine mystische Verbindung zu einem Wolf. Um die Tiere gibt es auch in Deutschland zunehmend hitzige Diskussionen.

Ich kann mich gut daran erinnern, wie ich auf diese Szenen beim ersten Lesen des Drehbuchs reagiert habe. Ich liebe diese Tiere und fand die Verbindung mit Annika sehr interessant. Der ganzen Geschichte verleiht es eine zunehmend mystische und symbolische Atmosphäre, die in Verbindung mit dem Ort Yukon noch spezieller wird.

Es handelte sich beim Dreh um einen trainierten Wolfshund. Die Trainer waren immer dabei und die Tiere waren perfekt darauf vorbereitet, das zu tun, was von ihnen erwartet wurde.

"Der Yukon ist ein Abenteuer" – Interview mit Florian Lukas

Für Daniel könnte die Reise nach Kanada das letzte Abenteuer im Leben sein. In welcher Situation steckt er?

Daniel leidet an einer ernsten Herzerkrankung, die schwer zu operieren ist. Seine letzte Hoffnung setzt er auf eine OP, die vielleicht nicht erfolgreich sein wird. Seine Familie weiß nicht, dass er krank ist und dass dieser Roadtrip die letzte gemeinsame Zeit sein könnte.

Wieso verschweigt Daniel seiner Familie, dass er herzkrank ist?

Ich kann das nachvollziehen. Daniel ist einer, der die Probleme mit sich allein aushandelt und er möchte seine Familie vor den harten Wahrheiten schützen. Er verliert dadurch die Verbindung zu den Menschen, die ihm etwas bedeuten, aber auch zu sich selbst. Das versteht er im Laufe der Reise und möchte das ändern.

Die Dreharbeiten fanden überwiegend unter freiem Himmel statt. War das für Sie auch eine Art Abenteuer? Sie mussten beim Dreh ja sogar selbst in den Fluss springen … 

Der Yukon ist ein Abenteuer. Wir haben es gesucht, und wir haben es gefunden. Stille Flussfahrten in der Nachtdämmerung. Bärenalarm am Set. Die Saloons von Dawson City, Wildwasser und Geisterstädte am Ende der Welt. Am faszinierendsten war die absolute Stille. Und die Nordlichter während der Nachtdrehs.

Daniel hadert damit, dass er in der Vergangenheit zu viel Zeit mit seinem Job verbracht und sich dadurch von seiner Frau und seinem Sohn entfremdet hat. Für die Dreharbeiten zu "Fluss des Lebens" waren Sie selbst vier Wochen von Ihrer Familien getrennt. Wie schaffen Sie den Spagat zwischen Arbeit und Familie?

Man braucht viel Verständnis füreinander, dann geht es. Man muss sich mitteilen, sich interessieren, schreiben und telefonieren. Und da sein, wenn es drauf ankommt.

"Ich muss mir meinen Glauben immer wieder neu erobern" – Interview mit Ulrike Kriener

Sie spielen Lisa, die mit einer gewissen Naivität an den Yukon reist. Was lernt sie in der fremden Umgebung?

Dass Bären gefährlich sind und Elche nicht nur nett (lacht). Nein, im Ernst: Lisa ist einfach eine unbekümmerte Frau, die ihre eigenen Maßstäbe – so, wie sie sie in Europa gelernt hat – auf Kanada überträgt. Aber sie lernt ihre Grenzen kennen und wird durch die Erlebnisse gezwungen, sie zu überschreiten. Außerdem hat sie einen trockenen Humor, der es ihr ermöglicht, bedrohliche Situationen auszuhalten.

Lisa scheint keine Angst vor der Wildnis zu haben. Waren Sie vor Drehbeginn ähnlich furchtlos?

Ich hab natürlich viel über Kanada gelesen, und außerdem wusste ich eine Menge von meinem Mann, der vor 25 Jahren im Kanu den Yukon runtergefahren ist. Außerdem waren wir vor zehn Jahren als Familie in Alberta im Urlaub.

Die Reise nimmt für Lisa eine unerwartete Wendung, als sie von der lebensbedrohlichen Krankheit ihres Sohnes erfährt. In der rauen Umgebung am Yukon muss sie über sich hinauswachsen und echte Stärke beweisen. Wie ist das bei Ihnen persönlich: Woraus schöpfen Sie im Leben Kraft?

Ich weiß das eigentlich nicht. Am stärksten vielleicht aus meiner Familie und meinen lebendigen Beziehungen und Freundschaften.

Mit der Religiosität ihrer Ex-Schwiegertochter kann Lisa nicht viel anfangen. Wie ist Ihr Verhältnis zum Glauben?

Es ist nichts Festes, was ich besitze – ich muss mir meinen Glauben immer wieder neu erobern. Aber ich denke, dass Zweifel und Fragen zum Leben dazugehören und dann natürlich auch zum Glauben.

Facts and Figures

Die Reihe "Fluss des Lebens", die sich durch hochkarätige Besetzungen auszeichnet, führt die Zuschauer an bekannte Flüsse und Ströme dieser Erde. In den Geschichten finden sich die Protagonisten in existenziellen Situationen wieder, die ihnen neue Perspektiven auf ihr Leben, die Liebe und andere Kulturen ermöglichen.

Der siebte Film der Herzkino-Reihe "Fluss des Lebens: Yukon" entstand im September 2018 in Kanada. Er erzählt die Geschichte der Goldgräberin Annika (Dagna Litzenberger-Vinet), die ein zurückgezogenes Aussiedler-Leben am Yukon führt. Mit der Ruhe ist es allerdings vorbei, als plötzlich eine deutsche Urlauber-Familie in ihre abgeschiedene Hütte platzt.

Im Jahr 2019 zeigte das ZDF mit "Fluss des Lebens – Kwai: Familienbande" den sechsten Teil der Reihe. Bereits ein Jahr zuvor war "Fluss des Lebens: Okavango – Fremder Vater" zu sehen. 2017 wurden "Geboren am Ganges" (Teil 4) und "Geliebte Loire"(Teil 3) ausgestrahlt. Der erste Teil, "Verloren am Amazonas", wurde im Jahr 2013 gesendet, ein Jahr später folgte "Wiedersehen an der Donau".

Fotohinweis

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/flussdeslebens

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