Audrey McCulloh (Fiona Coors). Fotocredit: Rick Friedman
Audrey McCulloh (Fiona Coors). Fotocredit: Rick Friedman

Katie Fforde: Herzenssache

Herzkino mit Ralf Bauer und Fiona Coors

Seitdem Krankenschwester Audrey das Herz ihres tödlich verunglückten Sohnes zur Transplantation freigegeben hat, kann sie Kliniken nicht mehr von innen sehen. Doch die Begegnung mit Ray, der durch ein Spenderherz gerettet wurde, krempelt ihr Leben um.

  • ZDF, Sonntag, 26. März 2017, 20.15 Uhr

Texte

Einleitung

Der 30. Film der in den USA gedrehten "Katie Fforde"-Reihe erzählt von einer besonderen "Herzenssache": Astrid Ruppert schrieb das bewegende Drehbuch zu der Liebesgeschichte, die sich um das zeitlos aktuelle Thema Organspende rankt. Unter der bewährten Regie von Helmut Metzger, der bereits viele "Katies" inszenierte, spielt Fiona Coors eine hoch sympathische Krankenschwester, die sich nach dem Verlust ihres Sohnes als Taxifahrerin in einem anderen Leben geparkt hat. Wie ist es möglich, nach einem so schweren Schicksalsschlag wieder zu sich und neuem Lebensmut zu finden? Der Arzt Chad (Ralf Bauer) zieht alle möglichen Register, um seine geliebte Audrey zurück an seine Seite zu gewinnen. Doch es ist die ungeplante Begegnung mit dem jugendlichen Ray, beeindruckend gespielt von Max Hegewald, der durch das Hadern mit seinem transplantierten Herzen Audrey zu helfen vermag. Die von Jutta Lieck-Klenke und Sabine Jaspers von Network Movie Hamburg hochwertig produzierte "Katie Fforde"-Verfilmung punktet als fein gesponnenes und ausgesprochen beschwingendes "Herzkino".

Verena von Heereman, HR Fernsehfilm / Serie II

Stab, Besetzung und Inhalt

Stab

Buch    Astrid Ruppert
Regie    Helmut Metzger
Kamera    Meinolf Schmitz
Musik    Jens Fischer
Music Supervision    Hansjörg Kohli
Schnitt    Angelika Sengbusch
Szenenbild   Lars Brockmann
Kostüm    Didra Szugs
Maske    Marcus Michael, Erica Pearce
Aufnahmeleitung    Anja Becker, Lars Buscher
Produktionsleitung    Christa Lassen
Herstellungsleitung    Roger Daute
Producerin    Nina Tanneberger
Produzenten    Jutta Lieck-Klenke, Sabine Jaspers
Redaktion   Verena von Heereman
Länge ca. 90 Minuten

 

Die Rollen und ihre Darsteller

Audrey McCulloh  Fiona Coors
Ray Gaynor    Max Hegewald
Dr. Chad Morrison    Ralf Bauer
Ivy Gaynor    Idil Üner
Alex Gaynor    Thomas Schmuckert
Mrs. Jankovicz    Peggy Lukac
Tilda Gaynor   Niamh Barrios
Liz    Belen Cusi
Rick    Jeff Bellin
Dan    Jackson Royal
Dima    Anna Talakkottur
Sue   Samantha Valletta
Nicholas McCulloh   Evan Vihlen
und andere

 

Inhalt

Audrey arbeitet als Taxifahrerin in Boston. Die Kunden schätzen ihre schlagfertige und hilfsbereite Art. Keiner von ihnen ahnt, dass sie vor einem Jahr ihren 17-jährigen Sohn Nicholas durch einen Unfall verloren hat.

Doch das Herz von Nicholas schlägt jetzt in einem anderen Menschen weiter – Audrey hatte es zur Transplantation freigegeben. Seitdem kann sie keine Klinik mehr von innen sehen. Sie musste deshalb sogar ihren Beruf als Krankenschwester aufgeben. Aber ihr Freund Chad, ein sympathischer Arzt, möchte Audrey helfen und sie davon überzeugen, dass der Tod ihres Sohnes nicht komplett sinnlos war. Darum zeigt er ihr die Krankenakte des 19-jährigen Ray, der ohne ein Spenderherz heute nicht mehr am Leben wäre.

Also macht sich Audrey auf den Weg nach Rockport, wo sie Ray kennenlernen will. Doch angekommen bei Familie Gaynor stellt sie fassungslos fest, dass Ray alles andere als dankbar ist für sein neu gewonnenes Leben. Lieber setzt er es andauernd unachtsam aufs Spiel.

Durch einen Zufall hält Ray Audrey für seine neue Physiotherapeutin – und ehe sie sich versieht, hat sie sich auch schon von seinen Eltern Alex und Ivy für genau diesen Job engagieren lassen, ohne das Missverständnis aufzuklären. Aber je mehr sich Audrey in Rays Leben einmischt, desto mehr provoziert er sie. Nur langsam gelingt es ihr, hinter die Fassade des Jungen zu blicken, der nicht damit klarkommt, weniger leistungsfähig zu sein als andere. Um ein Mädchen zu beeindrucken, will Ray sogar an einer leichtsinnigen Mutprobe teilnehmen. Nur in letzter Minute kann Audrey ihn noch retten.

Weil sie sich immer tiefer in ein Netz aus Lügen verstrickt, gerät auch ihr Privatleben zunehmend aus den Fugen. Als Audreys Charade schließlich auffliegt, muss sie sich ihrem Selbstbetrug stellen: Sie hat aus den richtigen Gründen das Falsche getan. Doch diesmal ist es Ray, der ihr hilft.

„Ich habe einen Organspendeausweis“ – Interview mit Fiona Coors

Sie spielen Audrey, deren Sohn verstorben ist und dessen Organe sie zur Transplantation freigegeben hat. Aus ihrem Beruf als Krankenschwester hat sie sich erst einmal zurückgezogen. Aber nach dem Trauerjahr erwarten nun alle um sie herum, dass sie ins Leben zurück findet. Wie ist das gemeint?

Ihr Freund Chat, gespielt von Ralf Bauer, wünscht sich nach all der Zeit wieder eine Beziehung zu ihr wie früher. Ohne Druck zu machen, hätte er natürlich gern, dass sie ihre Trauer überwindet. So versucht er sie aufzumuntern, muss aber ganz schön einstecken im Verlaufe des Films, denn Audrey macht erstmal ihr Ding. Aber Chat verzeiht ihr alles, so sehr liebt er sie.

Hatten Sie sich vor dem Film schon mal mit dem Thema Organspende befasst?

Ich habe einen Organspendeausweis und habe mich deshalb vor ein paar Jahren mit dem Thema befasst, allerdings nicht besonders intensiv. Wie viele andere habe ich ihn von meiner Krankenkasse geschickt bekommen und gedacht: „Ja ,klar.“ Ich habe kein Problem damit. Was aber ja ein Thema sein könnte ist die Frage: „Wie finden das eigentlich engste Angehörige? Kinder, Partner oder Eltern?“ Es ist sicherlich sinnvoll, diesen Menschen Bescheid zu sagen. So haben sie die Chance, sich vorher mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Im Film begegnen sich zwei Menschen, Audrey und Ray, die beide auf ihre Weise eigentlich das Gleiche tun: Das Gegenteil von Leben und das konsequent. Erwartet wird aber gerade von Ray ja etwas ganz anderes ...

Man würde Ray gern schütteln, denn er hat Momente, in denen er zickig und rebellisch ist. An anderen Tagen ist er dann wiederum sehr traurig und mutlos, also eher depressiv. Bei ihm ist halt nichts mehr, wie bei anderen Jungs in seinem Alter. Damit muss er erstmal zurechtkommen, das ist nachvollziehbar.

Was halten Sie vom Selbstoptimierungsboom nach dem Motto: „Alles wird gut”?

Manchmal haben wir die Aufgabe, genau dort hinzuschauen, wo es weh tut, wo eben nicht alles gut ist. Denn es gibt ja Gründe und die brauchen dann ihre Aufmerksamkeit. Diese zu übergehen oder zu leugnen, bringt nichts. Es gibt ja bei jedem von uns im Leben Dinge, die nicht wieder gut werden, so ist das einfach. Audrey hat ihren Sohn verloren. Wir können Leid in unserem Leben nicht vermeiden. Besser, wir kümmern uns dann darum.

Das zeigt auch der Film ...

Ja, erst als Audrey sich öffnet und ihre eigene Trauer zeigt, erreicht sie Ray. Durch die wahren Gefühle entsteht Nähe, Empathie und Vertrauen auf beiden Seiten und es kommt der Heilungsprozesse in Gang. Audrey hat ja auch einige Rechnungen offen. Sie denkt, sie hat Ray zweifach das Leben gerettet: Einmal mit dem Herz ihres Sohnes und einmal, weil sie ihn vor dem Ertrinken gerettet hat. Also findet sie natürlich, dass Ray sich glücklich schätzen sollte, das Organ überhaupt bekommen zu haben. Und zweitens möchte sie höchstpersönlich dafür sorgen, dass genau dieses Herz weiter schlägt und nicht alles vergebens war. Dumm nur, dass ihr Engagement in dieser Form reichlich verboten ist.

Sie haben zwei Söhne. Hat das Drehbuch etwas bei Ihnen ausgelöst?

Ja, absolut. Mein 17-Jähriger Sohn hat es gleich gelesen. Es könnte ja quasi er sein und die Geschichte hat ihn sehr berührt.

Audrey, die eigentlich Krankenschwester ist, versucht als Taxifahrerin das Erlebte zu vergessen. Was ist Ihre beste Geschichte mit einem Taxifahrer?

Ich hatte mal einen Taxifahrer, der mich sofort heiraten wollte. Das war schräg, denn er hatte über die Bestellung ja meine Nummer. Ich war nicht im Job unterwegs, sondern privat mit meinen beiden Söhnen Richtung Bahnhof. Selbst das konnte ihn nicht abhalten, sich später noch häufiger zu melden. Er war dabei aber sehr sympathisch, obwohl keinerlei Hoffnung bestand.

Wie würden Sie Ihren Fahrstil beschreiben?

Resolut, aber vorsichtig! Vor Kindergärten höchstens 20 Kilometer pro Stunde. Ich fahre unfallfrei seit meinem 18. Lebensjahr.

Den Film haben Sie in Boston im Sommer vor den Wahlen gedreht. Wie haben Sie das erlebt?

Es ist eine gänzlich andere Wahlkultur. Es wird sich nicht versteckt, sondern man steht zu seiner Meinung und dazu, wen man wählt. Jeder hat einen Aufkleber auf dem Auto, alle parken friedlich nebeneinander. Geheime Wahlen interessieren also dort nicht so sehr. Mir ist ein Bild besonders haften geblieben: Ein altes Fischerhäuschen auf dem Lande und die Flagge, die über der Hütte wehte, war größer als das Haus selbst. Andere hatten ihren Eingang mit einer Flagge verhängt und mussten sich da erstmal durchwurschteln beim Betreten des Hauses.

Audrey schmettert im Auto laut „I will survive“ mit. Haben Sie einen persönlichen „Gute-Laune-Song“?

Musik ist Gold wert, ich höre gern Radio. Gemäß meinen Vorfahren höre ich auch keltische Musik.

Die Fragen stellte Claudia Maxelon

„Niemand ist verpflichtet, nach einer Organtransplantation glücklich zu sein“ – Interview mit Max Hegewald

Sie spielen Ray, der nach einer Herztransplantation zurück ins Leben finden muss. Haben Sie sich vor den Dreharbeiten mit dem Thema befasst?

Ich habe mich mit dem Thema Organtransplantation schon vor dem Dreh beschäftigt. Denn ich habe mal einen Jungen gespielt, der eine Lungentransplantation hinter sich hat, aber dessen Körper das Organ dann abstößt.

Bei der Recherche zu diesem Film habe ich einen Artikel über Menschen gelesen, deren Charakter sich verändert hat, nachdem sie ein so zentrales Organ wie das Herz transplantiert bekommen haben. Das finde ich als Schauspieler besonders interessant. Das kann  wohl daran liegen, dass zum Beispiel der Mensch, von dem man das Herz bekommen hat, viel sportlicher war als man selbst. Durch das größere Herz kann man mehr leisten und bekommt mehr Produktivität in sein Leben. Ich bin absolut pro Organspende. Es ist schon toll, dass es diese Möglichkeiten gibt.

Haben Sie einen Spenderausweis?

Nein, ich habe noch keinen Ausweis, aber ich bin dabei.

Es gibt den Moment, wo das Herz eines Spenders noch schlägt, der Körper funktioniert, aber der Hirntod bereits eingetreten ist. Glauben Sie, dass bei einer Organtransplantation vom Spender noch mehr an den Empfänger übergeht als das Organ?

Ich denk da ganz physikalisch: Das größere Herz eines Spenders wird das Leben des Empfängers dadurch verändern, dass es eben ein anderes Organ ist. Das verändert dann auch den Lebensstil.

Im Film begegnen sich zwei Menschen, Audrey und Ray, die beide auf ihre Weise eigentlich das Gleiche tun: Das Gegenteil von Leben und das konsequent. Erwartet wird aber gerade von Ray etwas ganz anderes ...

Er begegnet dem mit Sarkasmus. Für ihn ist es schwer, glücklich zu sein und er will eigentlich nur in Ruhe gelassen werden. Das macht ihn aber dann zwangsläufig auch einsam. Audrey zwingt ihn zu leben, indem sie sagt: „Hey, jetzt mach was draus!“

Eine gewisse Dankbarkeit ist ja immer angebracht, wenn man die Möglichkeit zur Transplantation bekommt. Aber ich denke, die hat auch jeder. Dennoch ist niemand verpflichtet, danach glücklich zu sein. Vielleicht hadern manche mit dem Schicksal, das überhaupt alles auf sich nehmen zu müssen.

Seine Mutter und sein Vater gehen ganz unterschiedlich mit Ray um. Was würden Sie ihnen raten, wenn Ray ihr Freund wäre?

Ich würde ihnen raten, ihm mehr Widerhall und Reibungsfläche zu geben. Sie müssten ihn auch ab und zu mehr in die Schranken weisen. Seinen Freunden würde ich raten, nicht den Mut aufzugeben.

Was hat Sie am Drehort USA nachhaltig beeindruckt?

Sehr lustig war es zu hören, wie die amerikanischen Kollegen, die schon lange mit dem deutschen Team für die Reihe arbeiten, selbstverständlich deutschen Slang in ihre englischen Sätze einbauen. Das sorgt für komische Momente, vor allem wenn man frisch aus Deutschland dazu kommt. Da rechnet man halt nicht mit: „Hier fliegen gleich die Löcher aus dem Käse.“ Und die Bucht, in der wir gedreht haben, war sehr schön. Es gibt dort Felsen im Wasser, die ich so in der Formation noch nie in Europa gesehen habe. 

Die Fragen stellte Claudia Maxelon

„Mein Lieblingsreiseland ist Deutschland“ – Interview mit Idil Üner

Sie haben etwas mit Regula Grauwiller gemeinsam.

Was denn?

Den Weg von „Kurz und schmerzlos“ zu „Katie Fforde“ ...

Echt? Stimmt (lacht).

Und Sie haben auch beide gesungen für die Filme, in denen Sie spielen. Bei Ihnen unvergessen: Die Szene aus „Im Juli“ mit Moritz Bleibtreu am Elbstrand. Das ist lang her, mittlerweile spielen Sie ganz unterschiedliche Rollen. Sie konnten sich damit von der Besetzung in den üblichen Klischees komplett befreien, führen selbst Regie. Wie sieht es da mit der Musik aktuell aus?

Ich habe immer nur für Filme gesungen – „Im Juli“, „Gegen die Wand“ – aber nie eine Platte aufgenommen, obwohl ich das noch vorhabe. Aber wann?

Wie wählen Sie Ihre Projekte aus?

Mittlerweile begegne ich allen Formaten erst einmal neutral, offen und mit Respekt. Ob Kino oder Serie und egal welcher Sendeplatz: Interessant ist das Buch. Wenn man jünger ist, hat man vielleicht große Ziele, Hauptsache hoch hinaus. Aber später, wenn man gesetteld ist mit Familie und Kindern, kann man das alles viel entspannter sehen.

Sie spielen in „Katie Fforde: Herzenssache“ die Mutter eines Jungen, der eine Herztransplantation hinter sich hat. Er ist auch ein Jahr nach der Spende noch sehr geschwächt. Der Mutter wird immer wieder vorgeworfen, sie packe Ihren Sohn in Watte. Kennen Sie das?

Ist mir absolut bekannt mit zwei Kindern! (lacht) Natürlich ist es auch eine extreme Situation, die ich zum Glück nicht erlebt habe und auch nicht erleben möchte. Man denkt ja immer, dass kleine Kinder eines besonderen Schutzes bedürfen. Wenn sie größer werden, kann man besser loslassen und sie gehen ihren Weg. Aber in so einer Situation ist es egal, ob die Kinder zwanzig sind oder fünf oder vierzig, man bangt einfach um ihr Leben. Das ist natürlich und ich konnte mir aus meiner tatsächlichen Situation des Mutter-Seins für diese Rolle etwas heranziehen.

Rays Familie stellt ihr gesamtes Leben zurück und ist überfordert. Was hätten Sie ihnen geraten, wenn es Ihre Freunde wären?

Ich – ganz persönlich – würde mich da sehr zurückhalten. Ich würde eher versuchen, die Familie zu unterstützen als Ratschläge zu erteilen. Bei der emotionalen Verknüpfung oderBetroffenheit der Leute finde ich es eh schwierig, von außen zu urteilen. Da sein, die Menschen auch mal mitnehmen und von der immer präsenten Schwere ablenken, erscheint mir hilfreicher. Das ist wie bei Kindern: Ratschläge gehen ‚da rein und da raus‘, eher muss man ja versuchen, emotional eine Verbindung aufzubauen, um ihnen zu helfen.

Das zeigt auch der Film: Der Sohn öffnet sich seiner Mutter gegenüber erst wieder, als sie mit ihren Ratschlägen aufhört und anfängt, mit ihren Träumen und Erwartungen ans Leben sichtbar zu werden.

Ja, sie hat sich selbst sehr an die Seite gestellt, was aber in ihrer eigenen Verantwortung liegt und nicht in der des Sohnes oder des Mannes. Es ist nachvollziehbar, dass sie alles für ihren Sohn tun würde und sich vernachlässigt, aber wenn das zu lange der Fall ist, kann Ray ja nur in dieser Mühle, diesem Kreislauf „Mach dies nicht, mach das nicht“ bleiben.

Die emotionale Bindung zwischen Mutter und Sohn ist aber vermutlich vor allem deshalb verloren gegangen, weil die Mutter die emotionale Bindung zu sich selbst verloren hat. Wenn sie bei sich ist und sich spürt, kann sie auch die andere Person besser nachvollziehen – würde ich jetzt mal laienpsychologisch vermuten. Es ist doch wie ein Ersatz: Wenn man so weg von sich ist, muss man sich umso mehr um den anderen kümmern, damit man die Entfernung zu sich selbst überdeckt. Das kann nicht gut gehen auf Dauer.

Haben Sie einen Organspendeausweis?

Nein, aber ich habe vor, mich damit zu beschäftigen. Aber es ist ein sehr vielschichtiges Thema: Mir hat jemand erzählt, dass er sich daran erinnern kann, wie er im Aufwachprozess aus dem Koma (der über eine Woche gehen kann), größte Angst davor gehabt habe, dass ihm Organe entnommen werden, weil er Gespräche von Ärzten dazu im Raum mithören musste. Es ist ja wohl nicht selten, dass Komapatienten wahrnehmen können, was um sie herum passiert. Heikles Thema. Nichtsdestotrotz finde ich es gut, wenn Organe entnommen werden und jemand weiterleben kann.

Das Gehirn ist schon tot, das Herz schlägt noch: Glauben Sie, dass bei einer Organtransplantation mehr als das Organ von Spender zum Empfänger übergeht?

Ich wüsste jetzt nicht, wie ich es bezeichnen würde, aber ich glaube, dass da eine gewisse Energie drin steckt. Das ist ja keine Schraube aus einer Maschine.

Der Film wurde in den USA gedreht. Wie fanden Sie das Land?

Ich war nicht zum ersten Mal da, aber was mich diesmal positiv überrascht hat, ist die Freundlichkeit der Menschen: Sie sind gesprächig und hilfsbereit. Es gibt beispielsweise den unausgesprochenen Kodex, dass die Fußgänger Vorrang haben. Auch wenn da gar keine Ampel und kein Zebrastreifen ist, wird angehalten sobald ein Fußgänger die Straße überqueren möchte. Großartige, gute Umgangsweise.

Wie machen Sie Urlaub?

Mein Mann (Schauspieler Laurens Walter, Anm. d. Red.) und ich haben so viele Verwandte und Bekannte überall verstreut, dass wir sie besuchen und das ist dann unser Urlaub. Mein Lieblingsreiseland ist Deutschland (lacht). Fernreisen in Gegenden, in denen die Menschen, die mir dort den Cocktail servieren, umgekehrt niemals bei uns Urlaub machen könnten, weil sie einfach nicht das Geld haben, sind überhaupt nicht mein Ding. Echt ungerechnet dieses Ungleichgewicht. Und der Flug verpestet dann auch noch die Umwelt.

Die Fragen stellte Claudia Maxelon

Katie Fforde im ZDF: Facts and Figures

Die "Katie Fforde"-Verfilmungen, die auf den Geschichten der britischen Erfolgsautorin Katie Fforde  beruhen, werden seit 2010 im ZDF ausgestrahlt. Gedreht werden die Liebesfilme in New York, im Hudson Valley und auf Long Island. Seit 2014 entstehen sie zudem auch in Boston und Neu-England. Urbane Schauplätze gepaart mit malerischen Landschaften prägen das "Katie Fforde"-Setting.

"Herzenssache" mit Fiona Coors und Ralf Bauer ist der 30. Film der "Herzkino"-Reihe. Nach "Diagnose Liebe" aus dem Jahr 2012 ist es für Fiona Coors bereits der zweite Auftritt innerhalb der "Katie Fforde"-Reihe, Ralf Bauer wirkt zum ersten Mal mit.

Die Katie Fforde, ist seit 2012 Präsidentin der "Romantic Novelist Association". Im Herbst 2016 veröffentlichte sie "A Christmas Feast and other Stories" ("Rendezvous zum Weihnachtsfest"). Inspiriert von der Hochzeit ihrer eigenen Tochter schrieb Katie Fforde den Roman "Vintage Wedding", der voraussichtlich im Sommer 2017 in Deutschland erscheint.

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