Stella (Wanda Perdelwitz) mit ihrer Mutter Barbara (Michaela May) und ihrem Verlobten Josh (Robin Sondermann). Fotocredit: ZDF/Rick Friedman.
Stella (Wanda Perdelwitz) mit ihrer Mutter Barbara (Michaela May) und ihrem Verlobten Josh (Robin Sondermann). Fotocredit: ZDF/Rick Friedman.

Katie Fforde: Meine verrückte Familie

"Herzkino" mit Wanda Perdelwitz und Michaela May

Die liebe Verwandtschaft – Anwältin Stella (Wanda Perdelwitz) bekommt unerwarteten Besuch von ihrer Mutter (Michaela May). Denn die wurde nach 40 Ehejahren einfach von ihrem Mann sitzen gelassen...

  • ZDF, Sonntag, 17. Dezember 2017, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Samstag, 16. Dezember 2017, 10.00 Uhr

Texte

"Die richtige Einstimmung auf das Fest der Familie" – Statement der Redakteurin Verena von Heereman

Was passt in der Vorweihnachtszeit besser ins "Herzkino" als eine liebevolle Familienkomödie? Die neue "Katie Fforde"-Verfilmung "Meine verrückte Familie" erzählt von der jungen Anwältin Stella, bezaubernd gespielt von Wanda Perdelwitz, die endlich mit einem spannenden Fall Karriere machen könnte. Doch andauernd klingelt es an ihrer Haustür und ein weiteres Familienmitglied möchte bei ihr einziehen. Michaela May punktet als Stellas Mutter Barbara, die als erste verzweifelt bei ihrer Tochter Unterschlupf sucht. Doch auch Stellas Vater (Andreas Schmidt-Schaller) und ihre Schwester Maddie (Kristina Pauls) halten die aufstrebende Anwältin erfolgreich von der Arbeit und auch ihrem Privatleben ab. Denn Stellas zukünftiger Ehemann Josh (Robin Sondermann) ergreift bei so viel verrückter Familie die Flucht.

Kirsten Peters lieferte das witzige Drehbuch, das von Helmut Metzger temporeich und gefühlig inszeniert wurde. Die von Jutta Lieck-Klenke und Sabine Jaspers sowie Producerin Nina Tanneberger an der malerischen amerikanischen Ostküste hochwertig produzierte "Katie Fforde"-Verfilmung feiert launig das Kraftfeld Familie – und ist damit genau die richtige Einstimmung auf Weihnachten!

Verena von Heereman
HR Fernsehfilm / Serie II

Stab

Buch           Kirsten Peters
Regie            Helmut Metzger
Kamera             Meinolf Schmitz
Musik            Jens Fischer
Music Supervision    Hansjörg Kohli
Schnitt            Angelika Sengbusch
Szenenbild        Lars Brockmann
Kostüm             Carola Neutze
Maske            Brigitta Lüttge, Margina Dennis
Aufnahmeleitung        Henning Falk, Olly Stück
Produktionsleitung    Christa Lassen
Herstellungsleitung    Roger Daute
Junior-Producer         Jenny Maruhn
Producer        Nina Tanneberger
Produzenten        Sabine Jaspers, Jutta Lieck-Klenke
Redaktion        Verena von Heereman
Länge            ca. 90 Minuten

Besetzung

Die Rollen und ihre Darsteller:

Stella Sheridan        Wanda Perdelwitz
Barbara Sheridan        Michaela May
Stanley Sheridan        Andreas Schmidt-Schaller
Josh Olsen        Robin Sondermann
Maddie Sheridan        Kristina Pauls
Rita            Therese Hämer
Jazzy            Aléa Figueroa
Richard Duncan        Robert Herrle
Maureen Holmes        Cassandre Fiering
Scott Angwin       Jeffrey Thompson
Kellner            Matthew Malone
Richterin       Judith Nelson Dilday
und andere  

Inhalt

Trotz Studium an einer Elite-Uni ist Anwältin Stella Sheridan nicht in einer schicken Kanzlei gelandet, sondern steckt mit ihren Gummistiefeln buchstäblich im Kuhmist. Ihr Klienten-Portfolio besteht aus sturen Bauern und ihre Fälle drehen sich um Traktorschäden und die Qualität von Zuchtbullensperma. Erst als sie das Mandat für den pressewirksamen Sorgerechtsstreit einer Lokalpolitikerin an Land zieht, scheint sich das Blatt endlich zu wenden.

Doch bei all den Bällen, die Stella gleichzeitig in der Luft hat, würde selbst einem Multitasking-Talent schwindelig: Neben der Arbeit für ihren neuen Fall muss sie auch noch ihrem Langzeitfreund Josh gerecht werden, der nach seinem Heiratsantrag sofort in die Hochzeitsplanung einsteigen will. Das Fass zum Überlaufen bringt dann aber der Liebeskummer von Mutter Barbara: Mit Sack und Pack steht sie vor Stellas Tür, weil ihr Mann Stanley sie nach 40 gemeinsamen Ehejahren für seine jüngere Fitnesstrainerin verlassen hat. Nun fordert Barbara nicht nur Liebe und Aufmerksamkeit, sondern auch den Platz an Stellas Seite im Schlafzimmer. Aber Reibung erzeugt ja bekanntlich auch Wärme.

Als der Alltag der Anwältin zunehmend aus dem Lot gerät, reist auch noch ihre chaotische Schwester Maddie aus New York an, um kluge Tipps zur elterlichen Versöhnung zu geben. Stellas Freund Josh wird das zu viel: Er sucht das Weite. Und Barbara stürzt sich Hals über Kopf in eine Affäre – ausgerechnet mit Stellas gegnerischem Anwalt Richard Duncan. Kurzerhand zieht sie bei ihm ein. Aber der nun frei gewordene Platz in Stellas Bett bleibt nur für kurze Zeit unbelegt, denn jetzt steht ihr reuiger Vater vor der Tür.

"Normalität kannte ich in meiner Schauspieler-Familie gar nicht" – Interview mit Wanda Perdelwitz

In "Meine verrückte Familie" können beide Töchter nicht nachvollziehen, was ihr Vater in seiner Midlife-Crisis so treibt. Doch plötzlich gibt es diesen ganz besonderen Moment der Nähe: Die Töchter übernachten mit ihrem Vater in einem Zimmer, er quält sich auf der Klappliege ...

Andreas Schmidt-Schaller hat das sehr bewegend gespielt, sodass mir durch sein Spiel ganz von selbst die Tränen gekommen sind. Was ich ganz schön finde an dieser intimen Szene: Es dreht sich etwas um. Die Tochter, Rechtsanwältin Stella, ist ja zu Recht ziemlich sauer auf ihren Vater, weil er die Mutter verlassen hat. Auf einmal aber sieht man: Er ist eben auch nur ein Mensch, hat auch nur Gefühle, ist auch verletzlich. Und Stella springt über ihren Schatten. Sie lässt die hohen Ansprüche fallen, die man als Kind hat, denn ihr Vater braucht Trost. Nicht sie wird nun als Kind vom Vater umsorgt und getröstet, sondern umgekehrt. Sie übernimmt Verantwortung.

Geht es eigentlich jedem so, dass er denkt: "Okay, meine Familie ist noch verrückter als alle anderen Familien?"

Ja, das könnte sein (lacht). Die Geschichte, die wir im Film erzählen, ist mir – wie vermutlich vielen anderen auch – nicht fremd. Trennung ist kein Tabu in meinem Umfeld, ich kenne viele Patchwork-Familien. Der Film bildet ab, dass es Trennungen gibt, die den Zusammenhalt einer Familie nicht zwangsläufig beschädigen müssen. Kinder können so ehrlicher mit den Problemen umgehen. Ich finde es so besser, als nur wegen der Kinder zusammen zu bleiben.

Wir zeigen die Generation der 68er, die ja wild gelebt hat. Und je wilder die Eltern, desto vernünftiger die Kinder. Mich hat in meiner Kindheit Normalität fasziniert. Das kannte ich ja gar nicht in meiner Schauspieler-Familie. Stella ist vernünftiger als ihre Mutter, sie versucht alles unter Kontrolle zu behalten. Aber so richtig haut das auch nicht hin. Das ist das Unterhaltsame am Film.

Im Film wird gezeigt, dass es schwierig ist, sich als Frau in bestimmten Berufsfeldern zu behaupten. Stella sagt zu ihrer Mutter: "Ich spiele hier keine Anwältin, ich bin eine!" Wie sind Ihre Erfahrungen damit?

Ich bin als Kind gleichberechtigt und emanzipiert aufgewachsen. Für mich war es immer selbstverständlich, dass meine Mutter gearbeitet hat. Ich habe erst ziemlich spät mitbekommen, dass das keine Selbstverständlichkeit ist, und es hat mich schwer erstaunt. Meine Mutter hat ihren Traum gelebt und mir das Rollenbild vermittelt, dass man das als Frau auch tun darf. Deswegen wäre ich nie auf die Idee gekommen, es anders zu machen. Hat vielleicht auch was damit zu tun, dass ich im Osten groß geworden bin. Es gibt noch viel zu tun in puncto Gleichberechtigung.

Plagt Sie eher das Heimweh oder das Fernweh?

Das Fernweh – das liegt an meiner Mutter. Seit Öffnung der Mauer hat sie mich gepackt und ist mit mir raus in die Welt. Wir sind sehr viel gereist, das hat schon immer zu meinem Leben dazugehört. Ich fühle mich in der Ferne oft sehr angekommen.

 

Die Fragen stellte Claudia Maxelon

"In der drehfreien Zeit haben wir gelebt wie eine richtige Familie" – Interview mit Andreas Schmidt-Schaller

Sie spielen Stan Sheridan, den Vater der "verrückten Familie", der sich in einer verspäteten Midlife-Crisis befindet. Helfen da ein Sportwagen und eine sportliche, dreißig Jahre jüngere Freundin?

Wahrscheinlich schon. Das passiert ja oft, wenn die Beziehung grad nicht so gut läuft und die Angst vor dem Altwerden da ist. Und die jüngeren Frauen verlieben sich ja auch tatsächlich in diese Männer.

Kamen ihnen einige Szenen aus dem Drehbuch vertraut vor, als sie es das erste Mal gelesen haben?

Ja, es gab einige Momente, die ich sehr gut kenne und verstehe. Na gut, ich verrate jetzt das Geheimnis: An der Stelle, als Stan so schlecht aus dem Sportwagen aussteigen kann, musste ich sehr lachen. Ich konnte einfach zu gut nachvollziehen, dass man als älterer Mann aus so 'nem Ding gar nicht raus kommt, und wollte das spielen.

Ein "Herzkino"-Film ist ja etwas ganz anderes im Vergleich zu Ihren bisherigen Kommissar- und Theater-Rollen …

Ja, mir hat das sehr, sehr viel Spaß gemacht, was aber auch an dem Team lag. Ich hatte eine tolle Lebenszeit da drüben in Neuengland – natürlich mit Arbeit verbunden. Das passiert leider nicht immer.

Auch in der drehfreien Zeit haben wir gelebt wie eine richtige Familie: Michaela May hat gekocht und Wanda Perdelwitz und ich wurden zum Essen gebeten. Manchmal haben wir quer durchs Appartement-Haus zu Wanda rübergerufen: "Mutti und Vatti sind wieder da!" Wenn Wanda aus war, haben wir uns natürlich ganz elterlich Sorgen gemacht. Bei einem Whale-Watching-Ausflug haben wir Selfies gemacht – wie eine richtige Familie eben – und wurden ganz sicher von anderen auch für eine gehalten. Ein verrücktes Zusammensein!

Waren Sie schon öfter in den USA?

Ja, sogar auch in Boston. Ich bin die Route 66 von Chicago nach Los Angeles gefahren. Meine erste große Auslandsreise ging nach Amerika – mit meiner Tochter, damals 1991.

Ihre Kinder sind sehr erfolgreiche Schauspieler, spielen großartige Rollen, in denen sie teilweise richtig schlecht behandelt werden. Schauen Sie sich das als Vater dann an und leiden mit?

Wir machen keine Auswertung der Rollen in dem Sinne – sie sollen ihre Erfahrungen selber machen. Wir treten ja auch selten in der Öffentlichkeit zusammen auf. Jeder macht sein Ding, und das ist gut so. Aber natürlich schaue ich mir die Filme an. Es ist in der Tat nicht immer einfach, man erlebt das schon mit. Aber ich bin zu sehr Schauspieler, als das ich nicht wüsste, wie die Dinge entstehen. Man kommt generell als Schauspieler manchmal diesbezüglich an Grenzen. Aber das ist das Spannende, das ist unser Beruf.

Sind Sie auch eine verrückte Familie?

Ja, ja (lacht). Aber das ist gut so, denn nur so lebt man – wenngleich man dabei auch manches durchleben muss. Meine Großmutter hat immer gesagt: "Unter jedem Dach ein Ach." Wenn man genau hinschaut, ist das ja tatsächlich so. Es gibt eben kein Gesetz dafür, was eine glückliche Familie ausmacht. Jeder Mensch ist anders, das muss man einfach mal akzeptieren. Und diese Gegensätze zwischen den Menschen machen den Reiz ja erst aus.

 

Die Fragen stellte Claudia Maxelon

Fotohinweis

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über  https://presseportal.zdf.de/presse/katiefforde

Weitere Informationen

Impressum

ZDF Hauptabteilung Kommunikation
Presse und Information

Verantwortlich: Alexander Stock
E-Mail: pressedesk@zdf.de
© 2017 ZDF   

Ansprechpartner

Name: Anja Scherer
E-Mail: scherer.an@zdf.de
Telefon: (06131) 70-12154