Terra X: Die Rettung Palmyras

Dokumentation

"Stunde Null" heißt das vom Deutschen Archäologischen Institut ins Leben gerufene internationale Projekt zur Rettung Palmyras. Erstmals schildert ein Film den Angriff des IS auf die Kulturstätte im Detail und wirft die Frage auf, wie das kulturelle Erbe Syriens bewahrt werden kann. Die Dokumentation zeigt die Ruinenstadt Palmyra vor und nach ihrer Zerstörung und zeichnet ihren erfolgreichen Weg zur globalen Handelsmacht der Antike nach.

  • ZDF, Sonntag, 17. September 2017, 19.30 Uhr
  • ZDF Mediathek, Samstag, 16. September 2017, 19.30 Uhr

    Texte

    Sendedatum, Stab, Inhalt

    Sonntag, 17. September 2017, 19.30 Uhr, ZDF
    Die Dokumentation wird auch in ARTE ausgestrahlt.

    Terra X: Die Rettung Palmyras

    Dokumentation

    Buch: Alexander Hogh
    Regie:
    Martin Papirowski
    Kamera: Timm Westen, Roxana Ardelean
    Schnitt:
    Timm Westen
    Musik:
    Michael Dees
    Animationen:
    Golem Studios, Guido Leuck
    Produktionsleitung:
    Lucia Mogos
    Produzent:
    Hans-Hermann Stein
    Sprecher:
    Heiko Grauel
    Fachberatung:
    Margarete van Ess
    Redaktion ZDF:
    Claudia Moroni
    Redaktion ZDF/ARTE:
    Peter Allenbacher
    Leitung:
    Georg Graffe
    Archiv:
    Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz, The State Hermitage St. Petersburg, Palmyra Monitoring, Telepool

    Eine Produktion von Film Produktion Stein e.K. im Auftrag des ZDF in Zusammenarbeit mit ARTE.

    Der Film erzählt von der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der syrischen UNESCO-Weltkulturstätte Palmyra. In der Antike war Palmyra ein globales Handelszentrum im Grenzgebiet zwischen Römischem Imperium und Persischem Reich. Dort trafen Orient und Okzident aufeinander, die Metropole war ein Schmelztiegel der Kulturen und Religionen. Im syrischen Bürgerkrieg gerät Palmyra als Symbol der Vielfalt und Toleranz ins Visier der fanatischen Gotteskrieger des so genannten "Islamischen Staates". Die Terrormiliz zerstört die wichtigsten Bauwerke, darunter auch den weltberühmten Bel-Tempel. Zahlreiche Indizien sprechen dafür, dass sich die Terrormiliz darüber hinaus am illegalen Handel mit antiken Kulturgütern beteiligt.

    Forscher in Syrien, Deutschland und anderen Ländern arbeiten zurzeit an einer genauen Bestandsaufnahme der Schäden in Palmyra. Auf Grundlage dieser Daten entwickeln sie Pläne für einen möglichen Wiederaufbau der Stadt nach dem Krieg.

    Die Dokumentation zeigt nicht nur den Zustand der Ruinenstätte vor der Zerstörung durch den IS, sondern auch, welche Bauwerke bei den Kämpfen beschädigt und welche nach der Eroberung systematisch gesprengt wurden. Der Film liefert einen wichtigen Beitrag zur Diskussion, welche Bedeutung die Rettung von Kulturgütern im Angesicht von Not und Leid haben kann. Gerade in einem vom Bürgerkrieg zerrütteten Land wie Syrien ist die Bewahrung und Wiederherstellung des kulturellen Erbes für die Menschen ein wichtiges Zeichen der Hoffnung, wie Prof. Hermann Parzinger von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz betont. Die Rettung Palmyras könnte ein Symbol für den Neuanfang in Syrien werden.

    "Uns geht es um Capacity Bulding"
    Interview mit Prof. Dr. Friederike Fless

    Friederike Fless ist Präsidentin des Deutschen Archäologischen Instituts Berlin und Koordinatorin des Projekts "Stunde Null".

    Was ist das Projekt "Stunde Null – Eine Zukunft für die Zeit nach der Krise"?

    Das Projekt wurde als Reaktion auf die barbarischen Zerstörungen durch den so genannten Islamischen Staat im Irak und in Syrien ins Leben gerufen. Internationale Institutionen, Vereinigungen und Experten haben sich WANN? zusammengetan, um nicht länger tatenlos dem Zerstörungswerk zuschauen zu müssen, sondern zu handeln auch wenn an konkretes Arbeiten vor Ort damals natürlich nicht zu denken war. Wir konnten das Auswärtige Amt gewinnen, das Projekt zu unterstützen, um Kolleginnen und Kollegen aus Syrien und dem Irak bei den Planungen einer Zukunft für ihr Land zu helfen. Es geht konkret um einen Beitrag zum Schutz und Erhalt des bedrohten kulturellen Erbes dieser Krisenregion.

    Auch wenn es am Ende eines solche Konflikts, wie wir ihn gerade erleben, die eine "Stunde Null" natürlich nicht geben wird, steht der Begriff doch für einen Zeitpunkt, an dem mit dem Wiederaufbau begonnen werden kann. Dafür haben wir einige Aktivitäten gestartet.

    Welche?

    Ziel ist es, syrische und irakische Kollegen in ihren Planungen für den Schutz und Erhalt ihres kulturellen Erbes, aber auch beim Wiederaufbau zu unterstützen. Wir führen Schulungen in modernen Dokumentationstechnologien und traditionellen Techniken der Bauforschung und Denkmalpflege durch. Gemeinsam mit deutschen Universitäten werden vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderte Studiengänge in Ägypten und Jordanien angeboten, die Flüchtlinge aus dem Irak, dem Jemen und Syrien im Bereich der Konservierung und Restaurierung von Denkmälern ausbilden. Darüber hinaus gibt es ein Ausbildungsprogramm für syrische Architekten, die in die Türkei geflohen sind und gemeinsam Pläne für den Wiederaufbau, also für die Zukunft ihres Landes erarbeiten. Bei diesen Ausbildungsprogrammen geht es uns um "Capacity Building".

    "Capacity Building"?

    Der Aufbau von Kapazitäten, die man braucht, um zum Beispiel ein zerstörtes Denkmal wieder aufzubauen. Darunter fallen aber nicht nur die Ausbildung von Studierenden oder Workshops für Experten. Es werden auch Steinmetze, Restauratoren und Handwerker ausgebildet, um Denkmäler erhalten oder wiederherstellen zu können. In Kursen für Steinmetze im Libanon und in Jordanien werden neben Jordaniern und Libanesen auch Flüchtlinge aus Syrien ausgebildet. Für sie sind diese Programme als Teil humanitärer Hilfe zu verstehen. Sie können mit ihren erworbenen Fähigkeiten in ihren Gastländern Arbeit finden und, so hoffen wir, in nicht allzu ferner Zeit zum Aufbau ihres eigenen Landes beitragen.

    Was ist das Ziel des "Syrian Heritage Archive Project"?

    Wenn man zerstörte Denkmäler wieder aufbauen will, braucht man Informationen. Durch unsere lange Forschungstätigkeit in Syrien und dem Irak besitzt das Deutsche Archäologische Institut, aber auch das Museum für Islamische Kunst der Staatlichen Museen Berlin, immense Archive. Seit 2013 unterstützt das Auswärtige Amt das großangelegte Digitalisierungsprojekt. Bis heute haben wir ein digitales Archiv mit mehr als 100.000 digitalisierten Fotos, Plänen und Zeichnungen, das wir für die Planungen des Wiederaufbaus zur Verfügung stellen. Unter den Unterlagen befindet sich auch ein Plan des antiken Palmyra, der 2011 analog publiziert worden war und nun in ein Geoinformationssystem umgesetzt wird.

    Wie könnte ein Wiederaufbau von Palmyra aussehen?

    Dies ist eine nicht so leicht zu beantwortende Frage. Am Anfang muss eine genaue Dokumentation der Schäden stehen. Nachdem die ersten Satellitenbilder 2015 so aussahen, als hätte der IS die Denkmäler quasi pulverisiert, zeigten Drohnenbilder 2016, dass doch recht viel Bausubstanz erhalten zu sein scheint. Eine Dokumentation vor Ort wird dann erkennen lassen, ob die Bauten ohne umfassende Ergänzungen wieder aufgebaut werden können. Wenn jedoch viel der originalen Substanz verloren ist, ist bei einer UNESCO Welterbestätte gemeinsam mit der UNESCO zu entscheiden, ob man ein solches Denkmal mit vielen Ergänzungen quasi neu errichten will. Letztlich muss jedoch jedem klar sein, dass der Ort nie wieder vollständig so aussehen wird wie vor der Zerstörung. Es ist jedoch auch nicht alles vollständig verloren.

    Die Fragen stellte Claudia Moroni.

    Kurzbio Prof. Dr. Friederike Fless

    Friederike Fless studierte Klassische Archäologie, Kunstgeschichte und Alte Geschichte in Trier, Würzburg und Mainz. 1992 wurde sie mit einer Arbeit zum Thema "Opferdiener und Kultmusiker auf stadtrömischen historischen Reliefs" an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz promoviert. 1993 wurde sie mit dem Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Institutes ausgezeichnet. Im Jahre 2000 habilitierte sie sich am Institut für Klassische Archäologie in Köln mit dem Thema "Überlegungen zu den Formen der Aneignung und der Funktion attisch-rotfiguriger Vasen im 4. Jh. v. Chr.". Seit 2003 ist Friederike Fless ordentliche Professorin am Institut für Klassische Archäologie der Freien Universität Berlin, wo sie seit November 2007 als Sprecherin das Exzellenzcluster 264 "TOPOI - The Formation and Transformation of Space and Knowledge in Ancient Civilizations" leitet. Im April 2011 trat sie das Amt der Präsidentin des Deutschen Archäologischen Instituts an. Sie ist Mitglied in zahlreichen Gremien. 2014 wurde ihr die Ehrendoktorwürde der Humboldt Universität in Berlin verliehen. Ihre Arbeitsschwerpunkte reichen von der archäologischen Feldforschung bis hin zu ikonographischen und bildwissenschaftlichen Fragestellungen. Im Rahmen des Exzellenzclusters befasst sie sich insbesondere mit antiken Formations- und Transformationsprozessen von Raum und Wissen, aber auch mit der Problematik der Generierung und Langzeitsicherung des durch Forschung erhobenen Wissens und der geschaffenen Wissensarchive, zum Beispiel digitaler Daten im archäologischen und altertumswissenschaftlichen Bereich.

    "Die Terroristen werden nicht das letzte Wort behalten"
    Interview mit Prof. Dr. Hermann Parzinger

    Hermann Parzinger ist Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz Berlin.

    Was bezweckt der IS mit der Zerstörung Palmyras?

    Mit der Zerstörung der kulturellen Denkmäler in Syrien führt der IS auch einen Feldzug gegen die Identität der Menschen. Er will ihnen ihre Geschichte nehmen. Mitarbeiter der syrischen Antikenverwaltung haben mit großem Engagement wichtige Kunstwerke und andere historische Zeugnisse aus dem Museum von Palmyra abtransportiert, bevor sie dem IS in die Hände fallen konnten. In einer Hölle wie Syrien mag uns das als nachrangiges Problem erscheinen. Und doch ist es eine Episode, die Hoffnung macht, weil sie zeigt, dass die Menschen dieses Landes auch um ihre kulturelle Identität kämpfen.

    Wie beurteilen Sie den Standpunkt, dass ein "paar alte Steine" gegenüber den menschlichen Tragödien in Syrien bedeutungslos sind?

    Eins steht vollkommen außer Frage: Nichts geht über das Leben der Menschen in Syrien, die Linderung ihres Leidens muss Vorrang vor allem haben. Man darf den humanitären Aspekt nicht gegen den kulturellen ausspielen. Wir müssen die Zerstörung der Denkmäler thematisieren. Die Geschichte der Menschen in Syrien ist auch ein Teil ihrer Zukunft, und diese wollte ihnen der IS nehmen.

    Sie sagen, das syrische Kulturerbe berge eine "aussöhnende Kraft" – was meinen Sie damit?

    Alle Gruppen der syrischen Gesellschaft können sich auf die vielschichtige Vergangenheit des Landes beziehen und sie als ihr gemeinsames Erbe betrachten. Diese Gemeinsamkeit kann dem zerrissenen Land in der Zukunft helfen, wieder zusammenzufinden. Palmyra ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie dort in den ersten Jahrhunderten nach Christus zwischen Römischem Reich, Persien, Indien und China Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und kultureller Zugehörigkeit einander begegnet sind, wie Toleranz und Integration tagtäglich gelebt wurde. Das ist genau die Botschaft, die wir brauchen, um all den Angstmachern und Populisten etwas entgegenzusetzen - nämlich eine Erfolgsgeschichte der Vielfalt.

    Wer soll an den Gesprächen über die Zeit nach dem Krieg in Syrien beteiligt werden?

    Wenn eines Tages die Waffen schweigen, müssen es die Syrer selbst sein, die entscheiden, wie es mit ihrem Land weitergehen soll. Es braucht dann eine große Kraftanstrengung der Weltgemeinschaft, idealerweise unter Führung der UNESCO, um Syrien zu beraten und zu unterstützen. Bevor es so weit ist, gilt es nationale Alleingänge zu vermeiden und mit allen im Gespräch zu bleiben, die sich dem Erhalt des kulturellen Erbes verpflichtet fühlen - mit Institutionen des Regimes genauso wie mit Oppositionsgruppen und mutigen Aktivisten.

    Welche Botschaft geht von Orten wie Palmyra aus?

    Palmyra ist mehr als eine historische Stadt. Die Welt von heute braucht Orte friedlichen Zusammenlebens. Das ist eine ganz wichtige Botschaft gegen die perfide Barbarei des IS, der das kulturelle Erbe der Menschheit zerstören will. Aber der islamistische Terror konnte die Botschaft dieser einzigartigen multikulturellen und multireligiösen Handelsmetropole nicht auslöschen. Terroristen werden nicht das letzte Wort behalten.

    Die Fragen stellte Claudia Moroni.

    Kurzbio Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hermann Parzinger

    Hermann Parzinger, geb. 1959 in München, Studium der Archäologie und Geschichte, Promotion und Habilitation in München. 1990 bis 2003 Direktor am Deutschen Archäologischen Institut in Frankfurt a. M. und Berlin, seit 1996 Honorarprofessor für Prähistorische Archäologie an der Freien Universität Berlin, 1998 Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. 2003 bis 2008 Präsident des Deutschen Archäologischen Instituts. Ab März 2008 Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) und dabei als Bauherr verantwortlich für den Masterplan Museumsinsel und die anderen großen Bauvorhaben der SPK. 2015 Berufung in die Gründungsintendanz des Humboldt Forums.

    "Es ist die Bedeutung der zerstörten Monumente, die getroffen hat"
    Interview mit Dr. Dr. h.c. Margarete van Ess

    Margarete van Ess ist wissenschaftliche Direktorin der Orientabteilung des Deutschen Archäologischen Instituts Berlin und Fachberaterin für die "Terra X"-Dokumentation über Palmyra.

    Welche Rolle spielt die satellitengestützte Fernerkundung in der Archäologie – besonders im Hinblick auf die zerstörten Baudenkmäler in Palmyra?

    Mit hochaufgelösten Satellitenbildern lassen sich sehr schnell Veränderungen in einer Landschaft oder einem Bauwerk überprüfen. Wir können also ziemlich präzise sagen, was an welcher Stelle verändert wurde – also ob zerstört, auf- oder weggeräumt oder anders genutzt als zuvor. Damit ist der Ort und das Monument zwar noch nicht erreichbar, man kann sich aber recht gut auf später notwendige Projekte vorbereiten, diese methodisch diskutieren und sicherlich auch schon einmal den möglichen organisatorischen Umfang kalkulieren.

    Wie gehen Sie bei der Analyse eines Satellitenbildes vor?

    In der Regel gehen wir zweigleisig vor: Archäologen, die einen Ort oder ein Monument wissenschaftlich sehr gut kennen, nehmen eine visuelle Bewertung vor, das heißt, es werden ältere Bilder (oder Wissen) und das aktuelle Satellitenbild verglichen. Gleichzeitig analysieren Fernerkundungsspezialisten die Bilder und können Informationen zu der Aussagekraft der Bilddaten, zum Material eines Monuments oder zur Struktur eines Zerstörungsbilds beisteuern.

    Wie stark ist die Zerstörung von Palmyra durch die Terrormiliz des IS tatsächlich?

    Die Beobachtung von Palmyra über Fotos und Fernerkundungsdaten wird nicht erst seit Beginn der Zerstörungen durch ISIS gemacht. Wir wissen daher, dass es keineswegs nur ISIS war, der in Palmyra Zerstörungen hinterlassen hat. Raubgrabungen und Zerstörungen bei Militäreinsätzen gab es während des Syrien-Konflikts vorher schon und gibt es immer noch. ISIS hat jedoch gezielt mehrere sehr gut erhaltene Monumente zerstört, die für den Weltkulturerbe-Ort Palmyra besondere Bedeutung hatten. Es ist also weniger die Anzahl als vielmehr die Bedeutung der zerstörten Monumente, die Palmyra so sehr getroffen hat.

    Angenommen, Palmyra könnte wieder aufgebaut werden, was sollte man beachten?

    In jedem Fall muss als erstes der Zustand des zerstörten Monuments im Detail dokumentiert werden. Dazu gehört nicht nur ein exakter Plan des zerstörten Monuments, sondern auch eine Sichtung der zerstörten, aber noch herumliegenden Bauteile aus materieller und konservatorischer Sicht. Nur so lässt sich präzise bestimmen, wie stark die Zerstörung tatsächlich ist, welche Originalteile bei einer Restaurierung nutzbar sind, ob eine klassische Restaurierung möglich ist, oder ob man einen Wiederaufbau oder ein Abbild mit modernen Materialien einplanen sollte. Unbedingt ist aber auch der emotionale Wert und die bisherige Raumwirkung des Monuments einzubeziehen und zwar sowohl aus Sicht professioneller Kulturschützer als auch aus der Sicht der lokalen Bevölkerung.

    Wie könnte das Deutsche Archäologische Institut den Wiederaufbau Palmyras nach der Zeit der Krise vor Ort unterstützen?

    Die Stärke des DAI liegt eindeutig in dem großen Bestand an alter Dokumentation, das heißt archäologischem und bauhistorischem Detailwissen zu Palmyra. Diese wird im Moment systematisch digital aufbereitet. Die Daten sind wichtig, wenn es um die Planung zukünftiger Maßnahmen geht. Ohne Kenntnis der dokumentierten Details kann keine professionelle Restaurierung umgesetzt werden. Auch unsere Expertise im praktischen Umgang mit antiken Baumaterialien und Bauwerken und vor allem die jahrzehntelange Arbeit vor Ort in Syrien mit den dortigen Kollegen hilft sehr, die notwendigen Arbeitsschritte und Techniken vorzuplanen und dann auch umzusetzen. Deswegen investieren wir bereits jetzt intensiv in die Ausbildung junger lokaler Archäologen, die dann hoffentlich maßgeblich die Maßnahmen durchführen können.

    Die Fragen stellte Claudia Moroni.

    Kurzbio Dr. Dr. h.c. Margarete van Ess

    Margarete van Ess hat Vorderasiatische Archäologie, Altorientalistik und Vor- und Frühgeschichte in Tübingen und Berlin studiert. Seit 1996 ist sie wissenschaftliche Direktorin der Orient-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts und leitet kommissarisch die Außenstelle Bagdad. Sie führt archäologische Feldforschungen im Irak und im Libanon durch. Seit 2003 engagiert sie sich intensiv für den Kulturerhalt des Irak, war aktiv im "International Committee for the Saveguarding of the Iraqi Cultural Heritage" der UNESCO beteiligt und konzipiert beziehungsweise führt Krisen- und Fortbildungsprogramme in den Gastländern und Deutschland durch. 

    Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 - 701 6100, oder über https://presseportal.zdf.de/presse/terrax

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