Copyright: ZDF/Oliver Roetz
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Terra X: Faszination Erde - mit Dirk Steffens

Drei neue Folgen

Drei neue Folgen "Faszination Erde": Dirk Steffens zeigt, wie Naturschützer weltweit im notwendigen Kampf für den Artenschutz immer ausgefallenere Methoden entwickeln. Er entdeckt, Fluch und Segen von Vulkanen, blickt in das Innere der Erde, und er spürt den Einflüssen nach, die die Alpen auf das Leben in Europa haben.

  • ZDF, Ab Sonntag, 8. November 2020, 19.30 Uhr

Texte

Aus Liebe zum Leben: Artenschutz

Sonntag, 8. November 2020, 19.30 Uhr

Autoren: Eva Rauert, Nora Bergenthal
Redaktionsleitung: Christiane Götz-Sobel
Länge: 45 Minuten

Die Welt erlebt derzeit das größte Artensterben seit dem Verschwinden der Dinosaurier. Jeden Tag gehen 150 Arten verloren. Die Vernichtung von Wäldern und die Ausbreitung der Landwirtschaft sind die Hauptgründe. Dirk Steffens zeigt, wie Naturschützer weltweit im Kampf für den Artenschutz immer ausgefallenere Methoden entwickeln. Denn noch gibt es Möglichkeiten, dagegenzuhalten.

Weltweit gibt es schätzungsweise rund acht Millionen Tier- und Pflanzenarten, eine Million Arten sind vom Aussterben bedroht. Unzählige sind bis heute noch gar nicht entdeckt. Bei dieser Vielfalt stellt sich zwangsläufig die Frage: Wo soll Artenschutz ansetzen? Welche Tierarten wollen wir retten? Und welche müssen wir sogar im ureigenen Interesse schützen?

Manche Tiere stehen bei Schutzmaßnahmen mehr im Fokus als andere. Beispielweise Pandabären. Und um sie zu retten, ist kein Preis zu hoch, so werden sie sogar durch künstliche Befruchtung vermehrt. Im chinesischen Chengdu gibt es ein Forschungszentrum, das auf die Nachzucht von Pandas spezialisiert ist – ein aufwendiges und teures Unterfangen. In freier Wildbahn sind Pandas mittlerweile selten, es gibt nur noch rund 2000 Tiere. Und ihr Lebensraum schwindet. Doch aussterben lässt man Pandas nicht, denn sie sind Publikumslieblinge in den Zoos auf der ganzen Welt. Dort landen die Pandas aus der Nachzucht. Die chinesische Regierung verleiht sie gegen eine Gebühr von rund einer Million US-Dollar pro Jahr. Artenschutz – oder nur ein großes Geschäft? Der Verlust von Lebensraum ist für den Panda und viele andere Tiere das Hauptproblem.

Es gibt heute rund acht Milliarden Menschen auf der Erde, und die hinterlassen ihre Spuren auf dem gesamten Planeten. Dreiviertel der Landfläche weltweit sind durch den menschlichen Einfluss bereits stark verändert.

Auf Borneo in Südostasien dehnen sich die Flächen für Palmöl-Plantagen immer weiter aus, der Lebensraum der Orang-Utans schwindet. Das Überleben der größten Baumbewohner im ganzen Tierreich ist nicht nur durch Abholzung massiv bedroht, sondern auch durch illegalen Tierhandel.

Nach Drogen-, Waffen- und Menschenschmuggel ist der Wildtierhandel mit bedrohten Arten ein lukratives – wenn auch illegales – Geschäft weltweit. Die internationalen Schmugglerbanden verdienen damit jedes Jahr Milliarden Euro. Jeden Tag werden in Südafrika drei Nashörner von Wilderern getötet – nur wegen ihres Horns. Ein Kilogramm davon kostet auf dem Schwarzmarkt ungefähr 60.000 Dollar, etwa so viel wie derzeit ein Kilogramm Gold. Denn viele Menschen in Asien glauben an eine medizinische Wirkung von Nashornpulver. Dieser Aberglaube befeuert ein grausames Geschäft, das Wilderer skrupellos macht.  

Sind Arten erst einmal fast ausgestorben, ist es äußerst aufwendig, in der Natur wieder stabile Populationen aufzubauen. Der Waldrapp ist einer der seltensten Vögel der Welt. Einst war der Ibisvogel in Mitteleuropa weit verbreitet, bis er im 17. Jahrhundert so stark gejagt wurde, dass er aus seinen natürlichen Lebensräumen verschwand. Doch jetzt gibt es wieder Hoffnung: In Zoos ausgebrütete Waldrappe werden mit einer aufwendigen Strategie ausgewildert.

Dabei stehen die Naturschützer vor einer großen Herausforderung: Waldrappe sind Zugvögel und lernen normalerweise von ihren Eltern, wie sie in ihr Wintergebiet kommen. Diese Aufgabe müssen nun menschliche Zieheltern übernehmen. Mit Ultraleichtflugzeugen wollen sie die jungen Waldrappe über die Alpen nach Italien begleiten und ihnen so den Weg weisen. Eine knapp zweiwöchige Mission mit ungewissem Ausgang.

Dirk Steffens zeigt, was der Mensch verliert, wenn Arten verschwinden, und was wir tun müssen, damit das fein abgestimmte Netzwerk der Natur keine Löcher bekommt, die nicht mehr zu flicken sind. Er geht der Frage nach, welche Arten Schlüsselpositionen in diesem Netzwerk inne haben – und was der Mensch überhaupt vom Wert einzelner Arten wissen kann.

Vulkane – Die unheimlichen Schöpfer 

Sonntag, 15. November 2020, 19.30 Uhr

Autoren: Iris Zink, Frank Siegwart
Redaktionsleitung: Christiane Götz-Sobel
Länge: 45 Minuten

Vulkane sind schlafende Riesen. Doch wehe, wenn sie erwachen. Ein eben noch friedlicher Berg verwandelt sich dann zum todbringenden Feuerspucker. Weltweit leben Millionen Menschen in ihrem Schatten. Auf seinen Reisen hat Dirk Steffens die verschiedensten Vulkane besucht. Vulkane, die glühende Lava spucken, wie in der Südsee, seit Jahrhunderten schlafen oder deren Ausbruch unmittelbar bevorstehen könnte. Er blickt in das gewaltige Innere der Erde und zeigt, dass die Vielfalt des Lebens ohne Vulkane nie entstanden wäre.

Die Welt ist überzogen von Vulkanen. Es gibt etwa 1500 aktive Vulkane, die in den vergangenen 10.000 Jahren ausgebrochen sind. Jährlich machen etwa 50 lautstark auf sich aufmerksam. Wenn die weißen Wolken aus dem Erdinneren aufsteigen, senden sie warnende Botschaften aus der Unterwelt.

Dies geschieht an einem der gefährlichsten Vulkane überhaupt - dem Nyiragongo in der Demokratischen Republik Kongo. Er liegt in unmittelbarer Nähe zur Millionenstadt Goma. 2002 ist der Nyiragongo zum letzten Mal ausgebrochen. Die Lava hat damals 147 Menschen getötet und große Teile der Stadt zerstört, 200.000 Menschen verloren ihre Häuser. Er ist eine tickende Zeitbombe und gleichzeitig ein Glücksfall für die Wissenschaft.

Denn eine Besonderheit zieht Forscher aus aller Welt zum Schlund des ostkongolesischen Vulkans: Der Nyiragongo ist einer von weltweit drei Vulkanen, bei denen der Lavasee immer aktiv ist. Sein Krater hat einen Durchmesser von 1000 Metern, er ist mit zehn Millionen Kubikmetern Magma gefüllt. Die zerstörerischen Kräfte in den Tiefen des Berges lassen sich nur erahnen. Wenn sie sich entfalten, hält sie nichts und niemand auf.

Wieso leben Menschen in der Nähe der Feuerberge? Abgesehen davon, dass viele Gebiete der Erde so dicht besiedelt sind, dass die Menschen gar keine Möglichkeit haben, den Vulkanen weiträumig auszuweichen, stellen die Vulkane eben nicht nur eine Gefährdung dar, sondern bringen dem Menschen auch Nutzen. Oft betreiben die Menschen in der unmittelbaren Umgebung der Vulkane intensiven Ackerbau, denn die Vulkanasche enthält wichtige Nährstoffe wie Phosphor, Kalium und Calcium. Die porösen Teilchen der Asche speichern Sonnenwärme und Feuchtigkeit, die sie nach und nach an die Pflanzen abgeben. Zudem regnen sich an den hohen Vulkanhängen oft Wolken ab. In einem solch natürlichen Treibhaus mit perfekter Bewässerung und Düngung sind zwei bis vier Ernten pro Jahr möglich. Aus diesem Grund leben weltweit etwa 500 Millionen Menschen in der Nähe aktiver Vulkane.

Die Menschen nutzen die Vulkane, ebenso die Tiere. Auch wenn der Lebensraum des Großfußhuhns auf den ersten Blick äußerst lebensfeindlich erscheint. Auf Papua-Neuguinea, in der Südsee, lebt dieses skurrile Geschöpf: In den frühen Morgenstunden buddelt das Großfußhuhn ein bis zu drei Meter tiefes Loch in den Vulkansand. Exakt so tief, dass der Sand etwa die Temperatur von 33 Grad Celsius hat. Ist der ideale Ort gefunden, legt das Huhn sein Ei ab und bedeckt es mit Sand. Dann übernimmt der Vulkan das Ausbrüten. Nach dem Schlüpfen sind die Jungen auf sich allein gestellt und müssen sich in der lebensfeindlichen Umgebung, ohne Hilfe der Eltern, zurechtfinden. Und der Vulkan ist nicht die einzige Gefahr.

Quer durch die Südsee und rund um den Pazifik verläuft der sogenannte Ring of Fire, es ist der größte zusammenhängende Vulkangürtel der Erde. In einem der aktivsten Vulkane der Welt, dem Yasur auf Vanuatu, wagt sich Dirk Steffens in den Vulkanschlot. Zusammen mit einem Forscher will er herausfinden, ob sich ein großer Ausbruch ankündigt. Denn immerhin leben auf der kleinen Insel etwa 30.000 Menschen – obwohl der Vulkan Yasur mehrmals am Tag ausbricht. Im Schnitt alle 20 Minuten, eine genaue Vorhersage gibt es nicht. Mithilfe des ihn begleitenden Geologen will Dirk Steffens eine Probe einer noch glühenden Lavabombe nehmen, in der sich Hinweise auf Veränderungen im Vulkan finden. Ein äußerst gefährliches Unterfangen.

An vielen Orten kann man die gewaltigen Kräfte der Vulkane spüren. Berühmt und berüchtigt ist Island. Die gesamte Insel hat ihre Existenz den Vulkanen zu verdanken, und hier lässt sich noch viel mehr erforschen. Überraschenderweise sind es die Dämpfe aus den heißen Quellen und Vulkanen, die zeigen, dass unsere Erde das Leben spendende Wasser und die schützende Atmosphäre den Kräften des Erdinneren zu verdanken hat. Island erlaubt Dirk Steffens einen Blick in die Vergangenheit unseres Planeten. Denn Vulkane sind Zerstörer und Lebensspender zugleich.

Die Alpen – Nichts ist für die Ewigkeit 

Sonntag, 22. November 2020, 19.30 Uhr

Autorinnen: Sabine Armsen, Elisabeth zu Eulenburg
Redaktionsleitung: Christiane Götz-Sobel
Länge: 45 Minuten

Hier ist Europa noch wild: hohe Gipfel aus Fels und Eis, mächtige Gletscher und unberührte Natur. Die Alpen wirken wie ein Monument für die Ewigkeit – dabei sind sie in stetem Wandel. Was haben alpine Stalagmiten mit Eisbohrkernen aus Grönland gemein und wie verhindern die Bergketten Tornados in Europa? Dirk Steffens spürt den Einflüssen nach, die die Alpen auf das Leben in Europa haben, auf unser Wetter, unsere Kultur, unsere Biodiversität.

Im Hochgebirge herrschen extreme Lebensbedingungen. Die Alpenbewohner trotzen diesen und der Gefahr mit verblüffenden Anpassungen. Steinböcke beispielsweise haben spezielle Hufe, mit denen sie fast senkrechte Staumauern erklettern können und Bartgeier sind die einzigen Vögel der Welt, die sich fast ausschließlich von Knochen ernähren können. Beide Arten wurden von den Menschen gegen Ende des 19. Jahrhunderts so gut wie ausgerottet. Ihre Geschichten sind eindrucksvolle Beispiele, wie tief Menschen in natürliche Abläufe eingreifen und wie schwierig es ist, ein Gleichgewicht wiederherzustellen. Einiges an der Wiederansiedlung dieser ikonischen Tiere ist durchaus skurril: Wer hätte gewusst, dass es ein König und ein paar italienische Wilderer waren, denen wir die Rettung des Steinbocks im Alpenraum zu verdanken haben?

Dass da, wo heute die gewaltigen Gebirgsmassive thronen, früher ein tropisches Meer war, ist hinlänglich bekannt. Aber wie drastisch die Hinterlassenschaften des Ur-Ozeans Tethys Europas Kultur geprägt haben, wird erst langsam klar. Dirk Steffens besucht das älteste Salzbergwerk der Welt, das immer noch in Betrieb ist. Seit 7000 Jahren bauen Menschen hier Steinsalz ab, das nicht nur die Region reich und weltbekannt gemacht hat, sondern bis heute archäologische Schätze bewahrt, die nirgendwo sonst zu finden sind.

Heute befindet sich der ehemalige Meeresboden in bis über 4000 Meter Höhe - Zeichen einer gewaltigen Kontinentalkollision. Und weil nichts ewig währt, schleifen die Naturkräfte ohne Unterlass an diesem Gebirge. Doch was haben die einstigen Meeresorganismen mit der verborgenen Unterwelt der Alpen zu tun? Dirk Steffens seilt sich ab in den furchterregenden Abgrund einer nahezu unbekannten Schachthöhle, um den geologischen Urkräften und den Rätseln der Vergangenheit nachzuspüren, die im unterirdischen Labyrinth wie in einer Zeitkapsel gespeichert sind.

Eis- und Warmzeiten prägen die Alpen schon seit Jahrmillionen, doch dem jungen Gebirge steht wieder ein einschneidender Wandel bevor: Nun sind es wir Menschen, die den Klimawandel forcieren, und auch im Gebirge für tiefgreifende Veränderungen sorgen. Was eine Zunahme von Starkniederschlägen für die Bewohner bedeutet und wie die vielleicht mächtigsten Relikte der Eiszeit, die Gletscher, auf die Erwärmung reagieren, ist Gegenstand aktueller Forschungen. Dirk Steffens begleitet Glaziologen in der Mont-Blanc-Region und dokumentiert ein Megaexperiment in der Graubündner Schweiz: Tonnenschwere Felsbrocken werden zu Tal geworfen, gespickt mit Messsonden aller Art, um auf zukünftige Katastrophen besser vorbereitet zu sein.

Wie hat es das Murmeltier geschafft, fast alle seine Zeitgenossen aus der Eiszeit erfolgreich zu überleben? Warum fließen Gletscher jetzt langsamer anstatt schneller? Und vielleicht die drängendste Frage von allen: Was macht der Klimawandel mit dem fragilen Lebensraum der Alpen? Denn eines ist sicher in dieser Region: Nichts ist für die Ewigkeit.

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