ZDF Fernsehratssitzung in Mainz. Copyright: ZDF/Ralph Orlowski
ZDF Fernsehratssitzung in Mainz. Copyright: ZDF/Ralph Orlowski

ZDF-Fernsehrat in Mainz

Am Freitag, 13. September 2019, traf sich in Mainz der ZDF-Fernsehrat zur 14. Sitzung der XV. Amtsperiode. 

    Texte

    ZDF legt Fernsehrat Änderungskonzept zu Telemedienangeboten vor

    ZDF-Intendant Dr. Thomas Bellut hat dem Fernsehrat am Freitag in Mainz ein Änderungskonzept zu den Telemedienangeboten des Senders vorgelegt. Im Kern geht es darum, eigenständigere Inhalte im Netz anzubieten. So sollen künftig in der ZDFmediathek auch Bewegtbildinhalte gezeigt werden, die nur einen losen (z. B. "Online-First") oder keinen Bezug zur linearen Ausstrahlung einer Sendung haben ("Online-Only").

    Inhalte des ZDF sollen den Erwartungen der Nutzerinnen und Nutzer entsprechend länger verfügbar bleiben und auch verstärkt über Drittplattformen wie YouTube verbreitet werden.

    Mit Online-Only-Angeboten können etwa in den Bereichen Kultur oder Wissenschaft eigenständige Rubriken entstehen. ZDFheute kann sein Informationsangebot ohne zwingenden Sendungsbezug schneller und besser präsentieren.

    Das Onlineangebot sport.zdf.de hatte bereits 2012 zu den Olympischen Spielen exklusive Livestreams angeboten - diese Möglichkeit könnte künftig bei Live-Sport-Übertragungen verstärkt genutzt werden. Damit würde auch Randsportarten eine große Öffentlichkeit abseits von PayTV-Angeboten geboten. Auch bei ZDFtivi sollen eigens produzierte Inhalte entwickelt werden, etwa Informations- und Wissensangebote oder interaktive Shows für Kinder.

    Das neue Konzept orientiert sich an den Erwartungen der Nutzerinnen und Nutzer, die sich längere Verweildauern von Inhalten im ZDF-Onlineangebot wünschen. Außerdem muss der Programmauftrag auch in den immer stärker genutzten Onlinemedien erfüllt werden. Deshalb sollen die Verweildauern zwar nicht grundsätzlich abgeschafft, aber Öffnungen vorgesehen werden.

    Das Konzept sieht für Nachrichten, aktuelle Informationen, Gesprächssendungen, Magazine oder Reportagen sowie politisches Kabarett, Comedy und Satire eine Bereitstellung von bis zu zwei Jahren vor. Fiktionale Inhalte wie Filme, Reihen und Serien blieben bis zu zwölf Monate im Angebot. Bis zu fünf Jahre würden Inhalte im Kinderangebot tivi.de sowie aus den Bereichen Wissenschaft, Technik, Theologie oder Ethik, politische Bildung, Umwelt, Arbeit und Soziales sowie bestimmte Kulturinhalte abrufbar sein. Sendungen von Großereignissen, Spiele der Fußball-Bundesliga oder angekaufte Spielfilme, die keine Auftragsproduktionen sind, würden bis zu 30 Tagen nach deren Ausstrahlung bereitgehalten.

    Diese Veränderungen sind nach dem neuen Telemedienstaatsvertrag, der Anfang Mai in Kraft getreten ist, grundsätzlich möglich. Soweit damit eine erhebliche Änderung des bestehenden Telemedienkonzepts verbunden ist, muss ein sogenannter Drei-Stufen-Test durchgeführt werden. Darüber entscheidet der Fernsehrat des ZDF.

    https://www.zdf.de/zdfunternehmen/drei-stufen-test-100.html

    Beschluss des ZDF-Fernsehrates zum Tagesordnungspunkt "Stand und Entwicklung der Telemedienangebote des ZDF sowie Änderungskonzept der Telemedienangebote"

    1.   Der Fernsehrat nimmt die Vorlage hinsichtlich Stand und Entwicklung der Telemedienangebote des ZDF zur Kenntnis.

    2.   Der Fernsehrat nimmt das ihm vom Intendanten in der Vorlage vorgelegte Änderungskonzept der Telemedienangebote des ZDF entgegen. Er leitet hierzu ein Genehmigungsverfahren gem. § 11f Abs. 4 bis 7 RStV i. V. m. der Richtlinie für die Genehmigung von Telemedienangeboten in der Fassung vom 14. Juni 2019, hinsichtlich folgender wesentlicher Änderungen des am 25.06.2010 genehmigten Telemedienkonzeptes ein:

    a) Eigenständige audiovisuelle Inhalte ("Online-only")

    b) Verweildauer / Archivkonzept

    c) Verbreitung der Inhalte über Drittplattformen

    3.   Das Änderungskonzept der Telemedienangebote wird auf der Homepage des Fernsehrates fernsehrat.zdf.de veröffentlicht. In einer Pressemeldung weist die Vorsitzende des Fernsehrates darauf hin. Dritte haben bis zum 28. Oktober 2019 die Möglichkeit zur Stellungnahme. Die Stellungnahmen sind per E-Mail an die Adresse fernsehrat.drei-stufen-test@zdf.de zu übermitteln. Dritte haben Betriebs- oder Geschäftsgeheimnisse in ihrer Stellungnahme als solche zu kennzeichnen und ggf. eine vertrauliche und eine nicht vertrauliche Version ihrer Eingabe einzureichen. Die Stellungnahmen sind den Fernsehratsmitgliedern zugänglich zu machen. Vertrauliche Daten werden den Mitgliedern von der Vorsitzenden des Fernsehrates nur zur Verfügung gestellt, sofern sie zuvor eine schriftliche Vertraulichkeitserklärung abgegeben haben. Dem Intendanten sind lediglich die nicht vertraulichen Fassungen der Stellungnahmen zuzuleiten (§ 11f Absatz 5 RStV und Abschnitt 1 Ziffer 7 der Richtlinie für die Genehmigung von Telemedienangeboten).

    4.   Der Fernsehrat beauftragt die Vorsitzende, gemeinsam mit dem Erweiterten Präsidium ein beschränktes Ausschreibungsverfahren zur Vergabe eines Gutachtens durchzuführen und den Gutachter zu mandatieren. Der Gutachter soll die Auswirkungen der wesentlichen Änderungen der Telemedienangebote des ZDF auf allen relevanten Märkten untersuchen und bewerten. Die Fernsehratsvorsitzende informiert den Fernsehrat über das Ergebnis des Vergabeverfahrens. In der Sitzung am 13. Dezember 2019 ist dem Plenum des Fernsehrates das Gutachten zur Beratung vorzulegen und in einer Präsentation durch den Gutachter zu erläutern.

    http://fernsehrat.zdf.de

    Fernsehrat leitet Genehmigungsverfahren für das Änderungskonzept der ZDF-Telemedienangebote ein

    Der Fernsehrat leitet für das Änderungskonzept der Telemedienangebote des ZDF das nach dem Rundfunkstaatsvertrag vorgesehene Genehmigungsverfahren ("Drei-Stufen-Test") ein.

    Das vom Intendanten vorgelegte Telemedienänderungskonzept sieht wesentliche Änderungen in den Bereichen eigenständiger audiovisueller Inhalte ("Online-Only"), Verweildauer sowie der Verbreitung der Inhalte über Drittplattformen vor.

    Dritte haben bis zum 28. Oktober 2019 die Möglichkeit zur Stellungnahme. Die Stellungnahmen sind per E-Mail an die Adresse fernsehrat.drei-stufen-test@zdf.de zu übermitteln.

    Der Fernsehrat hat die Vorsitzende zudem beauftragt, gemeinsam mit dem Erweiterten Präsidium ein beschränktes Ausschreibungsverfahren zur Vergabe eines Gutachtens durchzuführen und einen Gutachter zu mandatieren. Dieser Gutachter soll die Auswirkungen der wesentlichen Änderungen der Telemedienangebote des ZDF auf allen relevanten Märkten untersuchen und bewerten.

    Der vollständige Beschluss des Fernsehrates, das Änderungskonzept der ZDF-Telemedienangebote sowie weitere Informationen zum Verfahren sind auf der Internetseite des Fernsehrates veröffentlicht.

    http://fernsehrat.zdf.de

    ZDF baut barrierefreie Angebote weiter aus - Intendant Bellut: "Unsere Angebote sollen für alle zugänglich sein"

    "Unsere Angebote sollen für alle zugänglich sein. Deshalb wollen wir möglichst viel Programm barrierefrei anbieten", sagte ZDF-Intendant Dr. Thomas Bellut vor dem Fernsehrat in Mainz. "Zu den Hauptsendezeiten oder bei Sportgroßereignissen gelingt uns das schon sehr gut. Wir werden das aber weiter ausbauen – vor allem auch in der ZDFmediathek, damit die barrierefreien Inhalte jederzeit und ganz individuell abrufbar sind."

    Der Anteil des untertitelten ZDF-Programms stieg von 75,8 Prozent im Jahr 2016 auf 81,7 Prozent 2018 (insgesamt 422.000 Minuten), wozu das Sportjahr 2018 unter anderem mit den Olympischen Spielen und der Fußball-WM beitrug. 2019 lag der Anteil – ohne vergleichbare Sportevents – nach den ersten sieben Monaten bei 79,1 Prozent. In der Zeit, in der die meisten Menschen fernsehen, zwischen 15.00 Uhr und 22.15 Uhr, bietet das ZDF ein zu 100 Prozent untertiteltes Programm an. In Zukunft sollen auch neue Inhalte der Digitalkanäle und ausgewählte 3sat-Formate mit Untertiteln angeboten werden.

    Im Bereich der Audiodeskription baute das ZDF seinen Anteil von 11,7 Prozent im Jahr 2016 auf 17,3 Prozent im aufgelaufenen Jahr (bis einschließlich Juli) aus. Neben der Sport- und Liveübertragung – 2018 wurden alle großen Sportereignisse mit Audiodeskription versehen – spielen unter anderem Hörfassungen von Filmen und Serien eine wesentliche Rolle. Fiktionale Angebote zwischen 18.00 Uhr und 21.45 Uhr werden inzwischen von Montag bis Sonntag fast durchgängig mit Audiodeskription ausgestrahlt. Die Arbeit des ZDF in diesem Bereich ist in den vergangenen vier Jahren jeweils mit dem Deutschen Hörfilmpreis ausgezeichnet worden, zuletzt für die Serie "Bad Banks".

    Am deutlichsten ausgebaut wurde im vergangenen Jahr das Angebot mit Gebärdensprache. Seit Juni 2018 bietet das ZDF ausgewählte Informationssendungen wie das "heute journal", "logo!", "37°" oder "maybrit illner" im Livestream der ZDFmediathek mit Gebärdensprache an – monatlich waren das 2018 rund 2500 Minuten. Wer über einen Smart TV verfügt, kann dieses Angebot seit Juli 2019 auch mit dem sogenannten Red Button zuschalten. In einem nächsten Schritt sollen die Sendungen mit Gebärdensprache noch 2019 auch als VoD-Angebote in der ZDFmediathek zum Abruf bereitstehen.

    Umfangreiche Informationen: https://barrierefreiheit.zdf.de

    Pressemitteilung zum Inklusionsprojekt "TV für Alle": https://kurz.zdf.de/xdr/

    KiKA weiter Lieblings- und erster Wissenssender bei Kindern - Intendant Bellut: Non-lineare Angebote weiter stärken

    Im Alltag von Drei- bis Dreizehnjährigen ist lineares Fernsehen noch immer das wichtigste Bewegtbildangebot. So erreichte KiKA, der gemeinsame Kinderkanal von ZDF und ARD, im ersten Halbjahr 2019 in dieser Altersgruppe einen Marktanteil von 17,0 Prozent (2018: 16,9 Prozent). Bei den Vorschulkindern lag KiKA im Jahr 2018 mit einem Marktanteil von 26,8 Prozent auf Platz eins.

    "KiKA ist nach wie vor der Lieblings- und erste Wissenssender der Kinder", so ZDF-Intendant Dr. Thomas Bellut vor dem Fernsehrat in Mainz. Damit das so bleibe, sei es wichtig, im linearen Angebot relevant zu bleiben, gleichzeitig aber die nicht-linearen, interaktiven Angebote weiter zu stärken. Es gelte, über die in der Zielgruppe beliebten Plattformen wie zum Beispiel YouTube auch diejenigen zu erreichen, die das KiKA-Angebot bisher wenig oder nicht nutzen.

    Die Mediennutzung der Drei- bis Dreizehnjährigen ist insgesamt gestiegen, wird jedoch breiter und vielfältiger.

    Das KiKA-Onlineangebot erreichte im ersten Halbjahr 2019 im Durchschnitt 3,92 Millionen Visits pro Monat. Die im Oktober 2018 gelaunchte App KiKA-Player verzeichnete 148.000 Downloads bis Jahresende 2018, die mehrfach ausgezeichnete KiKANiNCHEN-App 512.000 Downloads.

    Von den Wettbewerbern grenzt sich KiKA mit hochwertiger Unterhaltung und anspruchsvollen Informations- und Bildungsangeboten ab. Die KiKA-Sendungen stellen differenzierte Rollenbilder, Toleranz und gesellschaftliche Werte in den Mittelpunkt. So kommt der Sender seinem öffentlich-rechtlichen Auftrag nach und betont seine gesellschaftliche Bedeutung für Kinder und Familien.

    Im September 2019 richtet ein KiKA-Schwerpunkt "Respekt für meine Rechte!" den Fokus auf das Thema Schule: mit der Factual-Entertainment-Reihe "Die Kamerahelden", der Doku "Starke Kinder – Starke Klasse", mit "PUR+", "logo!", "Löwenzahn" und "1, 2 oder 3" sowie einem vertiefenden Online-Angebot. 2019/2020 zeigt KiKA unter anderem neue Folgen von "Find me in Paris", die zweite Staffel "Dschermeni" über gesellschaftliche Themen aus Kindersicht und die Serie "JoNaLu" für Vorschulkinder. Besondere Highlights versprechen der 40. "Löwenzahn"-Geburtstag sowie 25 Jahre "PUR+". Das neue Wissensformat "Princess of Science" soll zehn- bis 13-jährige Mädchen für die MINT-Fächer interessieren.

    Pressemeldung zum Schwerpunkt "Respekt für meine Rechte!": https://kurz.zdf.de/jgd/

    Pressemappe zu den KiKA-Programmhighlights Sommer/Herbst 2019: https://kurz.zdf.de/qqnsW/

    Drei Jahre funk: Drei Viertel der Zielgruppe kennen das Content-Netzwerk

    Drei Jahre nach seinem Start ist funk zu einer festen Größe bei den 14- bis 29-Jährigen geworden. 73 Prozent der funk-Zielgruppe kennen laut Bekanntheitsstudie der SWR- und ZDF-Medienforschung das Content-Netzwerk von ARD und ZDF und/oder eines seiner Angebote. Zum Portfolio gehören mittlerweile rund 70 Formate, die informieren, Orientierung bieten und unterhalten. Dabei wachsen die Kanäle aus den Kategorien Information und Orientierung in der Nutzung am stärksten.

    "Der Erfolg von funk ist ein starkes Signal für die Zukunftsfähigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks", so ZDF-Intendant Dr. Thomas Bellut vor dem Fernsehrat in Mainz.

    2018 erreichte funk auf YouTube eine Milliarde Views. Videos wie "Der Rap Hack: Kauf Dich in die Charts! Wie Klickzahlen manipuliert werden" von den Journalisten des "Y-Kollektiv" oder der Wissenschaftskanal "maiLab" von Chemikerin Dr. Mai Thi Ngyuen-Kim mit dem Video "Rezo wissenschaftlich geprüft" verzeichnen mehrere Millionen Aufrufe. Zudem konnte die von funk und ZDF produzierte Webserie "DRUCK" seit ihrem Start im März 2018 bereits mehr als 70 Millionen Views auf YouTube verbuchen. 

    Mehrere funk-Formate wurden in diesem Jahr bereits mit Auszeichnungen geehrt: Das Satire-Format "Bohemian Browser Ballett" erhielt den Grimme-Preis 2019. Beim Grimme Online Award gewann "Einigkeit & Rap & Freiheit" den Publikumspreis. Die funk-Formate "maiLab", "MrWissen2go" sowie "STRG_F" sind bei dem diesjährigen YouTube Goldene Kamera Digital Award in der Kategorie "Best of Information" nominiert. Für den Aufbau und die Konzeption von funk werden Florian Hager, Programmgeschäftsführer, und Sophie Burkhardt, stellvertretende Programmgeschäftsführerin, am Donnerstag, 26. September 2019, in Berlin mit dem Robert Geisendörfer Sonderpreis 2019 ausgezeichnet.

    Weitere Informationen

    Ansprechpartner: Presse-Desk, Telefon: 06131 – 70-12108, pressedesk@zdf.de

    Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100,
    und über https://presseportal.zdf.de/presse/zdffernsehrat

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