Am 12. Dezember 2018, 20.15 Uhr berichtet ZDFinfo über "Russlands Frauen – Rechtlos und geschlagen". Foto: ZDF/Jonathan Young
Am 12. Dezember 2018, 20.15 Uhr berichtet ZDFinfo über "Russlands Frauen – Rechtlos und geschlagen". Foto: ZDF/Jonathan Young

ZDFinfo-Dokus im Dezember

10 von über 70 Erstausstrahlungen

10 aus 70: ZDFinfo bietet im Dezember über 70 Erstausstrahlungen. Die Top 10 dieses vollen Doku-Programms zum Jahresabschluss werden hier vorgestellt. Sie reichen vom Zweiteiler "Sündenbabel Berlin" über die zehnteilige Reihe "Die Kanada-Saga" und den Dreiteiler "Geheimnisse des Kaiserreichs" bis zu zwei neuen Folgen "Das war dann mal weg" sowie zwei Dokumentationen über "Amerikas neue Nazis" und den "Fall Jeremiah Duggan".

  • ZDF info, 12.12.2018, 20.15 Uhr / 13.12.2018, 20.15 Uhr / 15.12.2018, 20.15 h / 20.12.2018, 20.15 Uhr / 22.12.2018, 20.15 Uhr / 25.12.2018, 20.15 Uhr / 27.12.2018, 20.15 Uhr / 29.12.2018, 20.15 Uhr

Texte

Sendetermine und Stab

Dienstag, 4. Dezember 2018, 20.15 Uhr und 21.00 Uhr, ZDFinfo

Sündenbabel Berlin – Mörder, Opfer, Ermittler

Sündenbabel Berlin – Drogen, Sex und schwere Jungs

Film von Michael Kloft und Nathalie Boegel

Produktion: Spiegel TV
Redaktion: Antje Böhning-Nüsse, Laura-Sophie Nied
Länge: 2 x 45 Minuten

 

Samstag, 8. Dezember 2018, 20.15 Uhr, ZDFinfo

Countdown zum Zweiten Weltkrieg – Täuschung: September bis Dezember 1937

Film von Michael Kloft

Produktion: Spiegel TV Geschichte
Redaktion: Christian Deick, Susanne Krause-Klinck
Länge: 45 Minuten

 

Mittwoch, 12. Dezember 2018, 20.15 Uhr, ZDFinfo

Russlands Frauen – Rechtlos und geschlagen

Film von Stecey Dooley

Produktion: BBC
Redaktion: Bea Starke
Länge: ca. 45 Minuten

 

Donnerstag, 13. Dezember 2018, 20.15 Uhr, ZDFinfo

Der Mars – Reiseführer zum Roten Planeten

Film von Rebecca Harrison und Euan McDonald Smith

Produktion: BBC
Redaktion: Amira Mesic, Antje Böhning-Nüsse
Länge: ca. 45 Minuten

 

Samstag, 15. Dezember 2018, 20.15 Uhr, ZDFinfo

DDR mobil – Zwischen Tatra-Bahn und Ikarus

Film von Matthias Hoferichter

Produktion: doclights
Redaktion: Michael Gries, Susanne Krause-Klinck
Länge: ca. 45 Minuten

 

Donnerstag, 20. Dezember 2018, 20.15 Uhr, ZDFinfo

Die Kanada-Saga

Zehnteilige Reihe

20.15 Uhr: Zwei Welten
21.00 Uhr: Pioniere und Abenteurer
21.45 Uhr: Krieg gegen die USA
22.30 Uhr: Lokomotiven und Telegrafen
23.15 Uhr: Eigene Wege
24.00 Uhr: Erster Weltkrieg
01.15 Uhr: Aufschwung und Krise
02.00 Uhr: Zweiter Weltkrieg
02.45 Uhr: Kampf um Einheit
03.30 Uhr: Erbe und Zukunft

Produktion: Bristow Global Media
Redaktion: Markus Goldschmitt, Susanne Krause-Klinck
Länge: 10 x 45 Minuten

 

Samstag, 22. Dezember 2018, 20.15 Uhr, ZDFinfo

Geheimnisse des Kaiserreichs

20.15 Uhr: Aggression und Aufbruch
21.00 Uhr: Hoheiten und Herrenmenschen
21.45 Uhr: Glanz und Größenwahn

Film von Ulrich Weis

Produktion: Vistarena/ZDF Digital
Redaktion: Christian Deick, Susanne Krause-Klinck
Länge: 3 x 45 Minuten

 

Dienstag, 25. Dezember 2018, 20.15 Uhr, ZDFinfo

Das war dann mal weg

20.15 Uhr: Modellbahn, Tamagotchi & Co.
21.00 Uhr: Testbild, Sendeschluss & Co. 

Film von Julia Waldmann

Kamera: Robert Cöllen
Schnitt: Gunnar Refardt
Produktion: werwiewas medienproduktion
Länge: 2 x ca. 45 Minuten 
 

 

Donnerstag, 27. Dezember 2018, 20.15 Uhr

Amerikas neue Nazis – Aufmarsch in Charlottesville

Film von A.C. Thompson

Produktion: PBS Frontline
Redaktion: Jochen Leibig
Länge: ca. 45 Minuten

 

Samstag, 29. Dezember 2018, 20.15 Uhr

Der Fall Jeremiah Duggan

Film von Carla Röthig

Produktion: AVE
Redaktion: Imke Meier
Länge: ca. 45 Minuten

Sündenbabel Berlin

Sündenbabel Berlin – Mörder, Opfer und Ermittler

Der Erste Weltkrieg war überstanden und aus der Monarchie eine Republik geworden. Ganz Berlin versuchte trotz Aufständen, Hungersnot und Inflation, wieder auf die Beine zu kommen.

Während der Anfangszeit der Weimarer Republik erschütterten gleich zwei Massenmörder die Hauptstadt. Der eine hatte es vor allem auf Liebespaare abgesehen, der andere bekam den Beinamen "die Bestie von Berlin" und tötete nur Frauen. In beiden Fällen dauert es Jahre, bis die Kriminalpolizei die Täter überführen konnte. In dieser Folge entwickelte Kriminalrat Ernst Gennat die Berliner Mordinspektion mit seinen neuen Methoden zu einer der führenden weltweit.

Bedingt durch Armut und Verelendung stieg die Zahl der Eigentumsdelikte wie Diebstahl und Raub deutlich an. In der Hoffnung, schnell und bequem zu Geld zu kommen, vertrauten mehr als eine Viertelmillion Menschen ihre letzten finanziellen Reserven einem gewissen Max Klante an. Der selbst ernannte "Volksbeglücker" versprach Renditen bis zu 600 Prozent. Erst, als sein System zusammenbrach, wurde er vor Gericht gestellt.

Sündenbabel Berlin – Drogen, Sex und schwere Jungs

In den 1920er Jahren ereigneten sich in Berlin zahlreiche Mordfälle und andere schwere Kriminaldelikte. Die kriminalpolizeiliche Ermittlungsarbeit steckte jedoch erst in den Anfängen. Der Berliner Kriminalrat Ernst Gennat entwickelte ein Verfahren, mit dem Mörder durch Tatortarbeit und Öffentlichkeitsfahndung ermittelt werden konnten – mit großem Erfolg. Viele seiner Methoden sind bis heute weltweit Standard.

Zwei Tresorknacker allerdings, Erich und Franz Sass, führten die Berliner Kripo jahrelang an der Nase herum. Ihnen gelang ein spektakulärer Einbruch in den Tresorraum der Berliner Diskontobank, den sie offenbar monatelang vorbereitet haben. Die Höhe ihrer Beute, die bis heute nicht gefunden wurde, ist unbekannt.

Countdown zum Zweiten Weltkrieg – Täuschung: September bis Dezember 1937

1. September 1937 – noch 730 Tage bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs. Adolf Hitler war seit über viereinhalb Jahren an der Macht. Es gab kaum Widerstand gegen seine Herrschaft. Mit diktatorischen Mitteln und Terror hatte Hitler sich Deutschland unterworfen. In jenen Tagen reiste der amerikanische Filmemacher Julien Bryan durch Nazideutschland. Auch wenn er nicht drehen konnte, was er wollte, gelangen ihm dennoch einzigartige Einblicke.

Immer wieder machten vor allem Politiker aus Großbritannien ihre Aufwartung bei dem Diktator, um ihn von einer gesamteuropäischen Friedenspolitik zu überzeugen. Das "Dritte Reich" präsentierte in diesem Sommer 1937 seine wiedergewonnene Stärke nicht nur vor heimischer Kulisse: Auf der großen Weltausstellung in Paris hatten die Deutschen für ihren riesigen Pavillon von Hitlers Lieblingsarchitekt Albert Speer einen Platz direkt am Eiffelturm bekommen. Gleich gegenüber hatte die Sowjetunion ihre Ausstellungshalle gebaut. In Sachen Monumentalität stand die sozialistische Diktatur der deutschen in nichts nach.

Russlands Frauen – Rechtlos und geschlagen

2017 wurde in Russland eine Gesetzesänderung verabschiedet, die häusliche Gewalt von einer Straftat zu einer Ordnungswidrigkeit machte. Das hat spürbare Auswirkungen auf die Rechte der Frauen. Journalistin Stacey Dooley reiste nach Moskau, um den Hintergründen dieses neuen Gesetzes nachzugehen. Dort bekam sie einen Einblick in eine Gesellschaft, die sich auf traditionelle, streng-konservative Werte zurückbesinnt und in der Frauen ihre Eigenständigkeit verlieren.

Der Mars – Reiseführer zum Roten Planeten

Vom Mars, dem Roten Planeten, liegen dank der vielen Satelliten- und Rover-Missionen der vergangenen 50 Jahre faszinierende Landschaftsaufnahmen vor. Von unzähligen Kratern durchzogene Ebenen, tiefe Schluchten und sonderbare Felsformationen sind zu sehen. Nun werden die ersten bemannten Marsmissionen geplant. Dieser "Reiseführer zum Roten Planeten" zeigt, wo man landen und leben würden, wenn Marsmissionen möglich werden. Führende Mars-Experten geben Tipps, wohin sie auf dem Mars reisen würden – und was man dort zum Überleben braucht.

DDR mobil – Zwischen Tatra-Bahn und Ikarus

Wer in der DDR nicht zwölf Jahre auf ein Auto warten wollte oder sich keinen Gebrauchtwagen leisten konnte, war auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Im Nahverkehr der DDR hatte der Durchschnittsbürger die Auswahl vom Schwarztaxi bis zu Tatra-Bahnen.

Wer ein Auto besaß, konnte sich einiges mit privaten Taxifahrten dazuverdienen. In den sogenannten Schwarztaxis beförderten Autobesitzer ohne Gewerbegenehmigung fremde Fahrgäste. Das war zwar verboten, dennoch drückten vielerorts die Behörden beide Augen zu.

Für die breite Masse fuhren Busse aus Ungarn und Tatra-Straßenbahnen aus Tschechien. Der Einheitsfahrschein kostete nur 20 Ost-Pfennig. Zu Beginn der DDR standen nur Reste der Busse und Bahnen aus der Vorkriegszeit – und was Russland nach den Reparationsleistungen davon übrig ließ – zur Verfügung. Erst langsam begann eine Fahrzeugproduktion.

Besonders in den Großstädten sollten Doppelstockbusse helfen, die Transportprobleme zu lösen. Sie boten auf gleicher Fläche zwei Etagen und somit Platz für mehr Passagiere. Die Vorbilder der ersten Doppeldecker-Motorbusse waren die Pferdeomnibusse, die in den Großstädten schon lange doppelstöckig waren. Die obere Etage dieser sogenannten Decksitzwagen konnte durch eine Treppe am Heck erreicht werden. In der DDR wurden in den 1950er Jahren die Doppeldecker vom Typ Do 54 und Do 56 im Volkseigenen Betrieb Waggonbau Bautzen hergestellt. Sie wurden in Ost-Berlin, Leipzig und Rostock eingesetzt.

Die Kanada-Saga

Hunderte indigener Völker mit hochentwickelten Kulturen lebten bereits vor der Ankunft der Europäer auf dem Territorium, das wir heute als Kanada kennen. Als die ersten französischen und englischen Siedler dort eintrafen und Land für sich beanspruchten, führte dies bei der indigenen Bevölkerung zu großem Leid. Jahrhundertealte indigene Traditionen standen auf einmal vor einem plötzlichen Wandel.

In zehn Folgen erzählt "Die Kanada-Saga" die außergewöhnlichen Geschichten der Menschen, Orte und Ereignisse, die Kanada geprägt haben. Es sind Geschichten von Leuten, die die Welt verändert haben, von Träumern und Visionären, Forschern und Unternehmern, die aus einem riesigen, rauen Land eine Nation gemacht haben. Dabei wird die Erzählung kombiniert mit Spielszenen, 3D-Animationen und Interviews mit prominenten Kanadiern.

Von den Anfängen Kanadas mit der Kolonialisierung Nordamerikas im 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart begleiten die Zuschauer das Land auf seinem Weg durch die Zeit. Der Film beschreibt die Landung der ersten französischen und britischen Siedler in Nordamerika und ihr Aufeinandertreffen mit der indigenen Bevölkerung ebenso wie den Wettstreit um die reichen natürlichen Ressourcen des Landes und den kanadischen Unabhängigkeitskrieg. Außerdem zeigt er die Herausforderung, in dem riesigen Land die nötige Infrastruktur zu schaffen.

"Die Kanada-Saga" erzählt von der Vergrößerung des Landes und der Gründung des britischen Dominion; von der Beteiligung Kanadas am Ersten Weltkrieg; von den 1920er Jahren, dem wirtschaftlichen Boom und der darauffolgenden Krise; von Kanadas Rolle im Zweiten Weltkrieg und der Veränderung der Rolle der Frau in der kanadischen Gesellschaft; von der Nachkriegszeit, während der sich Kanada mit Problemen wie Rassismus und dem Umgang mit der indigenen Bevölkerung auseinandersetzen muss. Und schließlich geht es um Kanadas Weg ins 21. Jahrhundert: als ein Einwanderungsland, das man als Modell für eine multikulturelle Gesellschaft betrachten kann.

Das war dann mal weg

Das war dann mal weg – Modellbahn, Tamagotchi & Co.

Die Erfolgsgeschichte von "Das war dann mal weg" bei ZDFinfo geht weiter. Diesmal geht es um Dinge des Alltags aus dem Kinderzimmer einst geliebt, heute kaum mehr bekannt. Wer weiß noch, wie ein Bonanzarad aussah? Was es mit den "Yps"-Heften auf sich hatte? Und was hat man nochmal mit einem Tamagotchi gemacht? Die etwas Älteren werden sich erinnern, die Kinder im Film müssen schon sehr rätseln.

"Das war dann mal weg" widmet sich auf unterhaltsame und informative Weise ausgestorbenen Dingen aus unterschiedlichen Lebensbereichen. Wie funktionierte ein Fernschreiber? Und was hat ein Bleistift mit einer Musikkassette zu tun?

Die Dokumentationsreihe nimmt die Zuschauer mit auf eine wahre Zeitreise. Die Älteren haben vielleicht nie gemerkt, dass Telegramme und Telefonzellen irgendwann mal verschwunden waren. Und die Jüngeren vielleicht nie gewusst, dass es sie überhaupt gab. Prominente steuern ihre persönlichen Anekdoten zu den Kultgegenständen der Vergangenheit bei, Animationen sorgen für so manchen Aha-Effekt.

Das war dann mal weg – Testbild, Sendeschluss & Co.

Was machte eigentlich eine Fernsehansagerin? Und wozu brauchte man eine Störpappe? Und ein Testbild zum Sendeschluss soll es beim guten alten Fernsehen auch mal gegeben haben. Inzwischen gibt es all das nicht mehr. Viele Menschen haben gar kein Fernsehgerät mehr. Und doch erinnern sich viele gerne an die Dinge des Alltags aus der Vergangenheit, die ihnen einmal so bekannt und vertraut waren.

Amerikas neue Nazis – Aufmarsch in Charlottesville

Am 12. August 2017 eskalierte in Charlottesville im US-Bundesstaat Virginia eine rechtsextreme Demonstration der Bewegung "Unite the Right". Ein Rechtsextremist fuhr mit seinem Auto in eine Gruppe Gegendemonstranten, ein Mensch starb. Der Tod der jungen Frau wurde zum Sinnbild einer neuen Gewaltbereitschaft der US-amerikanischen Neonazi-Szene. Die Dokumentation macht sich auf die Suche nach Hintermännern.

Geheimnisse des Kaiserreichs

Aggression und Aufbruch

Kaiserzeit klingt nach "guter alter Zeit". Es herrschte über 40 Jahre Frieden. Die Zeit war gegenüber der nachfolgenden Weimarer Republik und der Zeit des Nationalsozialismus stabil. Die Wirtschaft wuchsbeständig. Und da immer breitere Bevölkerungskreise in der Politik mitbestimmen konnten, wurde rückblickend von "Lehrjahren der Demokratie" gesprochen. Aber war die Kaiserzeit wirklich so gut?

In Deutschland wie auch in ganz Europa war eine frenetische Begeisterung für alles Militärische verbreitet. Der Ertrag der boomenden Wirtschaft wurde sehr ungleich verteilt. Nicht alle hatten Anteil daran, viele lebten in elenden Verhältnissen. Die Führungseliten stemmten sich vehement gegen eine Herrschaft des Volkes und verteidigten ihr autoritäres, obrigkeitsstaatliches Regime im Staat und vor allem im Militär. Ein Indiz: Die Prügelstrafe war sogar gesetzlich vorgesehen.

Hoheiten und Herrenmenschen

Kaiser Wilhelm II. drückte einer ganzen Epoche seinen Stempel auf: Er wurde zur nationalen Symbolfigur, zur Personifizierung des Reiches. Im Wettlauf mit anderen Mächten wurde Deutschland zur Kolonialmacht. Das Kolonialreich wuchs, der Imperialismus war begleitet von Grausamkeiten bis hin zum Völkermord. Die Bevölkerungsexplosion löste eine Massenwanderung vom Land in die Städte aus.

Im Jahr 1888 gab es drei Wechsel an der Spitze des Staates. Mit dem Tod Kaiser Wilhelms I. trat die Gründergeneration des zweiten deutschen Kaiserreichs ab. Ihm folgte sein Sohn Friedrich III. auf den Thron. Er hatte als Kronprinz fast 30 Jahre auf diesen Moment warten müssen und war zermürbt von der Langzeitregierung seines Vaters.

Liberale Kräfte setzten in Friedrich III. große Hoffnungen, hatte er doch liberale-reformerische Tendenzen erkennen lassen, wie zum Beispiel die, eine konstitutionelle Monarchie einzuführen. Seine freisinnige Mutter Augusta hatte ganz im Gegensatz zum konservativen Vater Wilhelm liberales Denken bei ihrem Sohn angelegt. Während seines Studiums in Bonn war Friedrich mit liberalen Kreisen in Berührung gekommen. Seine englische Frau Victoria, Tochter von Queen Victoria, hatte das im Vereinigten Königreich mit seiner konstitutionellen Monarchie vorherrschende liberalere politische Denken mitgebracht.

Zugleich war Friedrich III. auch in den konservativen preußischen Kreisen als Kriegsheld geachtet, hatte er doch im deutsch-französischen Krieg als Feldherr in der Schlacht von Sedan entscheidend zum Sieg beigetragen. Als er endlich seine Herrschaft angetreten hatte, blieb ihm jedoch keine Zeit mehr, sein politisches Programm vorzustellen, geschweige denn es umzusetzen. Denn er war an Kehlkopfkrebs erkrankt und starb nach 99 Tagen auf dem Thron. Sein Sohn und Nachfolger Wilhelm II. war aus ganz anderem Holz geschnitzt. Die ersten offiziellen Kaiserfotos von Wilhelm II. zeigen es: ein vor Selbstbewusstsein strotzender, 29 Jahre junger Mann, beseelt von einem ungeheuren Geltungsdrang bis hin zum Größenwahn. Nun trat der Mann an, der dem Wilhelminischen Zeitalter seinen Namen gegeben hat.

Glanz und Größenwahn

"Unsere Zukunft liegt auf dem Wasser" – mit diesem Schlachtruf startete Kaiser Wilhelm II. ein millionenschweres Flottenbauprogramm. Das Ziel: Großbritannien mit seiner Flotte Paroli zu bieten. Auch die Handelsflotte wurde aufgerüstet. Kaiser Wilhelm taufte ein Schiff auf den Namen "Deutschland". Es war das größte Schiff weltweit. Das Deutsche Reich war Forschungs- und Exportweltmeister. Doch wem kommt der Aufschwung zugute?

Aufsehenerregende Kriminalfälle schlugen ganz Deutschland in ihren Bann. In einem spektakulären Fall erbeutete der falsche "Hauptmann" von Köpenick sogar eine ganze Stadtkasse.

Der Fall Jeremiah Duggan

Am 27. März 2003 um kurz nach 6.00 Uhr morgens kam auf der Bundesstraße 455 nahe Wiesbaden ein britischer Student ums Leben. Überfahren von zwei Autos. Es dämmerte, als Jeremiah Duggan sein Leben verlor. Die Polizei nahm den tödlichen Unfall auf. Die Aussagen der Unfallbeteiligten stützten den Verdacht, dass sich dort ein junger Mann, 22 Jahre alt, auf tragische Weise das Leben nehmen wollte.

Suizid. Die Akte wurde schnell geschlossen. Zu schnell? So zumindest sieht es Jeremiahs Mutter, Erica Duggan. Nur eine Stunde vor seinem Tod rief der junge Mann seine Mutter im entfernten London an, mitten in der Nacht. Sie gab später zu Protokoll, dass ihr Sohn am Telefon ängstlich gewirkt habe, dass er darum gebeten hatte, dass sie ihn abholt. "Wo bist Du?", fragt sie ihn in dieser Nacht. Seine Antwort: "Wiesbaden".

"Wiesbaden" – seit 15 Jahren hört die Mutter das Wort immer wieder. Es waren die letzten Worte ihres Sohnes. Was danach folgte, ist das tragische Ende eines jungen Mannes mit literarischen Ambitionen und der Beginn einer mysteriösen Spurensuche. Warum starb Jeremiah Duggan? Die 45-minütige Dokumentation sucht Antworten und blickt zurück auf die damaligen Geschehnisse.

Erica Duggan ist davon überzeugt, dass nicht ihr Sohn sich das Leben nahm, sondern dass es ihm genommen wurde. Ihr Verdacht: Hinter Jeremiahs Tod stecken Mitglieder einer umstrittenen politischen Vereinigung. Eine Vereinigung, mit der Jeremiah kurz vor seinem Tod in Kontakt kam – und auf deren Veranstaltung er war, am Vorabend seines Todes.

Trotz offener Fragen stellte die Staatsanwaltschaft Wiesbaden die Ermittlungen zwei Monate nach Jeremiah Duggans Tod ein. Gemeinsam mit ihren Anwälten kämpfte Erica Duggan in den Jahren danach um eine Wiederaufnahme. Und tatsächlich: Das Oberlandesgericht Frankfurt wies neun Jahre nach Jeremiahs Tod eine erneute Untersuchung an. Doch auch diese blieb ohne Ergebnis. Die Mutter kämpft weiter für ihre Wahrheit – auch 15 Jahre danach.

Für diesen Film hat die Autorin Carla Röthig die Familie des verstorbenen Jeremiah in London besucht und ein intensives Gespräch mit den Eltern über den Verlust des eigenen Kindes und die Zerwürfnisse mit den Behörden geführt. Für sie ist bis heute noch vieles unklar. Warum ruft ihr Sohn 40 Minuten vor seinem Tod panisch bei seiner Mutter an? Was veranlasste Jeremiah am frühen Morgen des 27. März 2003, auf eine viel befahrene Straße zu laufen?

Die Autorin hat neben der Familie mit deren Anwalt, Serdar Kaya, gesprochen, hat wichtige Zeugen der Ermittlungen getroffen und einen der damaligen Autofahrer aufgespürt, vor dessen Wagen Jeremiah am Morgen des 27. März gelaufen ist. Und sie hat in akribischen Recherchen ein Zeitzeugnis von besonderer Bedeutung gefunden: ein Video, das vermutlich die letzten Aufnahmen des lebenden Jeremiah Duggan zeigt, auf besagter Veranstaltung.

Mit Experten geht der Film den offenen Fragen von Erica Duggan nach: War es Suizid – oder handelt es sich beim Tod von Jeremiah Duggan um ein Verbrechen?

Infos zu ZDFinfo

Wissens-Dokus im "Fernsehen zum Mitreden" sind weiter stark nachgefragt: Im Oktober 2018 erreichte ZDFinfo einen Marktanteil von 1,6 Prozent bei den Zuschauern gesamt und 1,5 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen.

ZDF-Chefredakteur Peter Frey: "ZDFinfo spricht mit seinen informativen Dokumentationen weiter verstärkt ein jüngeres Publikum an und führt dieses an das Programmangebot der ZDF-Familie heran."

Die Wissensvermittlung bleibt der Markenkern des Digitalkanals, der mit langen Dokumentationsstrecken aus den Bereichen Zeitgeschichte, Gesellschaft, Politik und Wissenschaft erfolgreich ist. 

Zur Entwicklung der Marktanteile von ZDFinfo:

ZDFinfo erreichte 2017 bei den Zuschauern gesamt einen Marktanteil von 1,2 Prozent – und steigerte seinen Marktanteil in der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen auf 1,3 Prozent.  2016 hatte der Digitalsender gegenüber 2015 um 0,2 Prozent zugelegt. Der Sender erreichte sowohl bei den Zuschauern gesamt als auch in der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen einen Marktanteil von 1,2 Prozent. Im Jahr 2015 kam ZDFinfo auf 1,1 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen und 1,0 Prozent bei den Zuschauern gesamt. 2014 lag der Marktanteil beim Gesamtpublikum und der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen bei 0,9 Prozent. Beim Start 2011 hatte ZDFinfo lediglich 0,1 Prozent Marktanteil und ist seitdem kontinuierlich gewachsen.

Fotohinweis

Weitere Informationen

Impressum

ZDF Hauptabteilung Kommunikation
Presse und Information
Verantwortlich: Alexander Stock
E-Mail: pressedesk@zdf.de
© 2018 by ZDF

 

 

Ansprechpartner:

Thomas Hagedorn
Telefon: 06131/70-13802
E-Mail: hagedorn.t@zdf.de

Anja Scherer
Telefon: 06131/70-12154
E-Mail: scherer.an@zdf.de