Terra X: Faszination Universum

Zwei neue Folgen mit Harald Lesch

"Faszination Universum" ist seit 2009 fester Bestandteil der "Terra X"-Reihe. Diesmal sind die Themen Licht und Dunkelheit. Wer bisher überzeugt war, dass sich die Welt am besten im Licht erkunden lässt, wird einige Überraschungen erleben. Manch weltbewegende Entdeckung war überhaupt nur im Dunkeln möglich.

  • ZDF, Sonntag, 4. und 11. Oktober 2015, 19.30 Uhr

Texte

Universum – und kein Ende

"Faszination Universum" ist nun schon seit 2009 fester Bestandteil der "Terra X"-Reihe. Und Harald Lesch hat noch viele Ideen, welche aufregenden, spannenden, abenteuerlichen Geschichten es von Forschern und Entdeckungen zu erzählen gibt. Die Gespräche zur Vorbereitung einer Sendung können schon jeweils einige Stunden dauern. Es entspinnen sich dabei Diskussionen über Aspekte der Kulturgeschichte, den Einfluss der Philosophie und über die neuesten Erkenntnisse der astrophysikalischen Forschung. Schließlich dann die unvermeidliche Frage: „Wann machen wir mal etwas über …?“

Ein "Highlight" im Verlauf der Produktion von "Faszination Universum" sind für das gesamte Team die Moderationsaufzeichnungen auf dem Potsdamer Telegrafenberg im denkmalgeschützten Gebäude des Großen Refraktors. Die erste für Astrophysik errichtete Sternwarte wurde 1899 eingeweiht und gehört heute zum Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam. Da die Aufzeichnungen an diesem geschichtsträchtigen Ort erst nach Einbruch der Dunkelheit beginnen können, herrscht am Set eine besondere Atmosphäre. Container und Biertische unter Bäumen erinnern an einen provisorisch errichteten Campingplatz. Bier gibt es allerdings erst nach Drehschluss, und das kann schon mal nach 3.00 Uhr am frühen Morgen sein. Harald Lesch ist selbst mitten in der Nacht noch hoch konzentriert. Sein Geheimnis: Die Arbeit im Team macht ihm großen Spaß. Und schließlich ist der Drehort für ihn ein ganz besonderer: Zu Beginn des letzten Jahrhunderts war hier ein Zentrum der physikalischen Forschung von weltweiter Bedeutung. Bis heute begegnet man auf dem Telegrafenberg den Spuren berühmter Physiker wie etwa denen von Albert Einstein. Und der spielt im Jahr 100 der Veröffentlichung seiner Allgemeinen Relativitätstheorie in den Sendungen natürlich auch eine Rolle.

Diesmal sind die Themen der Reihe "Terra X: Faszination Universum" Licht und Dunkelheit. Wer bisher überzeugt war, dass sich die Welt am besten im Licht erkunden lässt, wird einige Überraschungen erleben. Manch entscheidende, sogar weltbewegende Entdeckung war überhaupt nur im Dunkeln möglich.

Christiane Götz-Sobel
Leiterin der Redaktion Naturwissenschaft und Technik

Inhalte

Sonntag, 4. Oktober 2015, 19.30 Uhr

Terra X: Faszination Universum
Im Bann des Lichts

Autoren: Hanna Kotarba, Tobias Schultes
Redaktion: Christiane Götz-Sobel

Das Leben auf der Erde hängt am Licht der Sonne. Doch könnten wir dank moderner Technik auch ohne unseren "guten Stern" überleben? Harald Lesch geht dieser Frage nach.

Wie lebenswichtig die Sonne ist, zeigt sich, wenn sie fehlt. Vulkanausbrüche und Kometeneinschläge haben sie schon mehrfach in der Geschichte mit Staub verhüllt – und so ganze Arten ausgelöscht. Könnte der Mensch das Fehlen der Sonne meistern und gar ihr Ende überleben?

Fast alle Kulturen der Welt verehrten die Sonne aufgrund ihrer Bedeutung für das Leben. Sonnenfinsternisse ängstigten die Menschen, sie galten als göttliche Zeichen. Doch schon in der Steinzeit gab es Bemühungen, den Lauf der Sonne zu entschlüsseln und so den Rhythmus ihrer Finsternisse zu verstehen. Denn wer das Schwinden des Sonnenlichts vorhersagen konnte, erlangte Macht. Das Verständnis der Himmelsmechanik erreichte im antiken Griechenland einen Höhepunkt. Doch zu Beginn des 19. Jahrhunderts sollte ein ungewöhnlicher Fund am Meeresgrund unsere Vorstellung von den Fertigkeiten der alten Griechen revolutionieren.

Spätestens die moderne Astronomie hat die Sonne endgültig von ihrem göttlichen Thron gestürzt. Doch noch immer gebietet unser Zentralgestirn Ehrfurcht. Denn die Sonne ist ein Feuer spuckender Gigant aus glühend heißem Plasma. Sie macht es den sonnennahen Planeten schwer, eine lebensfreundliche Atmosphäre zu schaffen. Nur die Erde konnte der Kraft des Sonnenwindes trotzen: Sie schlägt die Sonne mit ihren eigenen Waffen.

Die Tiefsee, in die nie ein Sonnenstrahl vordringt, sei ein lebensfeindlicher Ort – so glaubte man lange. Doch moderne Expeditionen enthüllten eine Welt voller Leben. Selbst in großer Tiefe, dort wo nie ein Sonnenstrahl hinkommt, ist das Leben vom Sonnenlicht abhängig. Einige Tiefseewesen haben aber das scheinbar Unmögliche gemeistert: Sie haben eine alternative Energiequelle gefunden. Und das fehlende Licht machen sie einfach selbst.

Die Tiefseewesen nutzen Chemolumineszenz, um Licht ins Dunkel zu bringen. Der Mensch hat einen anderen Weg gewählt: Elektrizität. Deren Erforschung hat manch einen Wissenschaftler in Lebensgefahr gebracht. Andere haben alles daran gesetzt, Profit aus ihren Entdeckungen zu ziehen. Unter ihnen: Thomas Edison. Anders als viele glauben, ist er nicht der wahre Erfinder der Glühbirne. Und doch ist sein Ruhm nicht unbegründet.

Dank Elektrizität muss sich der Mensch heute nicht mehr nach dem Lauf der Sonne richten. Auf die Energie der Sonne sind wir aber nach wie vor angewiesen. Doch selbst diese Abhängigkeit soll eines Tages überwunden werden: Indem wir die Sonne auf die Erde holen. Die Grundlagen für dieses Projekt wurden schon vor 100 Jahren von Albert Einstein gelegt. Das Zauberwort: Kernfusion. Doch kann der Mensch die titanischen Kräfte, die in der Sonne wirken, tatsächlich bändigen?

Auch wenn die Bemühungen des Menschen angesichts der Übermacht der Sonne müßig scheinen, eines Tages könnten sie das Überleben der Menschheit sichern. Denn schon in einer Milliarde Jahren beginnt die Sonne ihren Todeskampf – auf der Erde wird es dann ungemütlich.

Einzige Überlebenschance: die Flucht ins All. Doch um die Herausforderungen interplanetarer Raumfahrt zu meistern und andere Himmelskörper zu besiedeln, werden wir all die Erfahrungen benötigen, die wir beim Versuch, uns von der Sonne zu emanzipieren, gewonnen haben. Nur als Beherrscher des Sonnenlichts können wir das Universum erobern.

Harald Lesch zeigt, welche Herausforderungen Forscher und Erfinder schon meisterten, um die Sonne zu verstehen und zu beherrschen. Und es wird klar, vor welchen Hürden wir noch stehen, wenn wir uns von unserem Stern wirklich unabhängig machen wollen.

 

Sonntag, 11. Oktober 2015, 19.30 Uhr

Terra X: Faszination Universum
Das Geheimnis der Finsternis

Autoren: Stefan Busse, Tobias Schultes
Redaktion: Christiane Götz-Sobel

Dunkelheit ist mehr als nur fehlendes Licht: Mit ihrer Hilfe können wir so manches klarer sehen. Und gerade in der Dunkelheit des Universums entdecken wir seine größten Geheimnisse.

Newton entschlüsselte in einem dunklen Zimmer die Natur des Lichts und der Farben des Regenbogens. Nur in der Dunkelheit einer Sonnenfinsternis konnte es gelingen, Einsteins größte Theorie zu beweisen. Die Inka sahen im Dunkel des Himmels ihre Götter wandern, und wir finden darin den Stoff, der die Welt zusammenhält.

Viele Kinder haben Angst vor der Dunkelheit, und auch Erwachsenen bereitet sie oft noch Unbehagen. Kein Wunder, ist es doch gar nicht lange her, da war der Mensch ihr ausgeliefert und musste jede Nacht erneut darauf vertrauen, dass die Sonne wiederkehrt. Mit dieser Urangst des Menschen haben die Pharaonen im alten Ägypten so geschickt gespielt, bis sie zur wichtigsten Säule Ihrer Macht wurde. Die selbsternannten Söhne des Sonnengottes regierten mithilfe der Nacht.

Auch die ewige Dunkelheit von Höhlen füllten die Menschen seit jeher mit ihrer Phantasie: als Eingang zur Unterwelt oder gar zur Hölle, als Rückzugsort von Drachen und anderen düsteren Fabelwesen. Dennoch traut sich der Mensch immer tiefer in Höhlen hinein und findet tatsächlich bizarre Kreaturen, angepasst an das Leben ohne Licht. Und manchmal zeigen sich ihre Spuren auch in unserer Welt, wenn die Wesen aus der Dunkelheit der Höhlen die Nacht erobern.

Das Geheimnis der Farben sollte erst gelöst werden, als sich Forscher im Dunkeln mit der Natur des Lichts befassten. Isaac Newton, den viele für den größten Physiker der Neuzeit halten, erforschte in Selbstversuchen und mit akribisch durchgeführten Experimenten die Eigenschaft von Farben. Neuere Forschungen zeichnen ein ganz anderes Bild von Newton: als dem letzten Magier des Mittelalters. Tatsächlich soll er die meiste Zeit seines Lebens der dunklen Magie gewidmet haben. Und gerade deshalb soll er zu bahnbrechenden Erkenntnissen gekommen sein.

Auch Einstein brauchte die Dunkelheit: Nur mithilfe einer Sonnenfinsternis konnte ein britischer Zeitgenosse zeigen, dass Einsteins Formeln zur Allgemeinen Relativitätstheorie richtig waren. Sir Arthur Eddington gelang es ein Jahr nach Ende des Ersten Weltkriegs das entscheidende Foto bei einer Sonnenfinsternis einzufangen.

Während die Inka in der Dunkelheit des Himmels etwas Göttliches sahen, fragte man sich in Europa, was wohl zu entdecken wäre, blickte man nur mit immer besseren Instrumenten ins Dunkel. Die Griechen vermuteten irgendwo am Ende eine Wand, hinter die man nicht schauen könne. Zweitausend Jahre später finden wir wirklich eine für unsere Teleskope undurchdringliche Grenze - die allerdings ganz anders aussieht, als Generationen von Forschern sie sich vorgestellt hatten.

Harald Lesch enthüllt auf seiner Reise in die Finsternis, dass der größte Teil unserer Welt unsichtbar ist, sich in der Dunkelheit versteckt: die sogenannte Dunkle Materie. Sie zu ergründen ist eine der spannendsten Fragen der Astronomie unserer Zeit. Welche Geheimnisse sich noch im "Dunkeln" verbergen, vermag noch niemand zu sagen.

"Unsere Gehirne erfreuen sich am Neuen"

Fragen an Harald Lesch

Was ist für Sie das Besondere an der Reihe "Terra X: Faszination Universum"?

Sonntags um halb acht erwartet das Publikum eine große Geschichte. Und welche Story könnte größer sein, als die des Kosmos? Da oben werden die letzten und größten Geheimnisse vermutet.

Was sind für Sie die spannendsten, wichtigsten Geschichten in den jetzt anstehenden Sendungen?

Wir zeigen ja zwei Seiten einer Medaille: das Licht und die Dunkelheit. In beiden Welten taucht das andere immer zugleich auf, auch wenn es nicht direkt da ist. So finde ich das Spiel mit dem Begriff "dunkle Seiten" im Kosmos und bei Isaak Newton schon spannend, oder wie wir versuchen die Energie der Sonne auf der Erde in einem Kernfusionsreaktor zu bannen. Und das Dunkle im Dunkel der Nacht ist so faszinierend, das interessiert doch jeden, der abends mal in den Sternenhimmel schaut.

Warum sollten viele Menschen etwas über solche Themen erfahren?

Die Astronomie ist eine kulturbildende Naturwissenschaft mit einer großen Geschichte und gehört zum Fundus unserer Zivilisation. Und zu wissen wohin man gehört und woher man kommt, das heißt für mich, gebildet zu sein. Insofern sind unsere Sendungen Bildung per Bildschirm. Unsere Gehirne freuen sich am Neuen und Interessanten. Man profitiert von der puren Freude am reinen Wissen - die Rendite ist die angefachte Neugier, ganz ohne ökonomische Hintergedanken.

Was ist Ihnen das Wichtigste, wenn Sie sich im TV an ein breites Publikum richten?

Aus der Welt der Wissenschaft zu erzählen ist für mich ein Vergnügen und gerade aus meinem eigenen Fachgebiet ein wenig zu plaudern, in historische Situationen einzutauchen und die zu beleuchten. Das alles verrät etwas über die Faszination, etwas verstehen zu können.

Die Fragen stellte Christiane Götz-Sobel

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