04.09.2019, 12:00 Uhr - Magazine/Interviews, Reportagen/Dokumentationen

"Das Spiel mit den Genen" bei "planet e." im ZDF

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Moderne Methoden können die Erbsubstanz von Pflanzen, Tieren und Menschen präzise verändern – eine Revolution der Medizin und Landwirtschaft bahnt sich an. Die Umweltdoku "planet e." fragt am Sonntag, 8. September 2019, 16.30 Uhr, im ZDF nach den Vor- und Nachteilen der neuen Gen-Editierungsmethoden. In "Das Spiel der Gene" kommen Befürworter und Gegner der sowohl nützlichen als auch potenziell gefährlichen Methode zu Wort. Die Doku von Birgit Hermes und Michael Wiedemann ist ab Freitag, 6. September 2019, 10.00 Uhr, in der ZDFmediathek verfügbar.

Gene gezielt ausschalten, reparieren oder ersetzen: Vor allem mit der häufig als "Gen-Schere" bezeichneten Methode CRISPR/Cas sind solche Eingriffe in die Erbsubstanz einfacher geworden. Zugleich wächst das Risiko, das Werkzeug zu missbrauchen: CRISPR kann genutzt werden, um ungefährliche Mikroorganismen oder Viren genetisch so zu verändern, dass sie Krankheiten auslösen oder gar als Massenvernichtungswaffe eingesetzt werden können.

Das Kürzel CRISPR steht für Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats und bezeichnet einen Abschnitt auf der Erbsubstanz von Bakterien, der der Abwehr angreifender Viren dient. Vor sieben Jahren beschrieben die Wissenschaftlerinnen Jennifer Doudna und Emmanuelle Charpentier die Möglichkeit, diesen Abschnitt der Erbsubstanz zusammen mit einem passenden Enzym als Gen-Schere einzusetzen. Seitdem hat die Methode weltweit Einzug in die Labore beispielsweise der Pflanzenzüchter gehalten.

Das Unternehmen Corteva Agriscience experimentiert unter anderem mit gecrispertem Mais. Die neuen Sorten sollen Krankheiten besser widerstehen. Bei gecrisperter Hybrid-Hirse soll eine bessere Vermehrungsfähigkeit erreicht werden. Einige dieser Produkte stehen in den USA kurz vor der kommerziellen Zulassung. Der europäische Markt dürfte ihnen jedoch verschlossen bleiben, denn in der EU fallen CRISPR-Pflanzen unter das Gentechnik-Gesetz.

Seit Langem diskutieren Wissenschaftler und Mediziner die Möglichkeiten, Erbkrankheiten des Menschen mit Eingriffen in das Genom zu heilen. Bei Patienten mit ß-Thalassämie, einer erblichen Krankheit, die das Blut betrifft, werden derzeit klinische Studien durchgeführt, bei denen die Erbsubstanz der patienteneigenen Blutstammzellen verändert wird. Andere Wissenschaftler erforschen die Möglichkeit, mithilfe von CRISPR/Cas ein effektives Instrument gegen Krebs zu entwickeln.

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Mainz, 4. September 2019
ZDF Presse und Information