12.05.2020, 12:17 Uhr - Nachrichten/Aktuelles

Die Corona-Krise dominiert die Berichterstattung der Fernsehnachrichten

Untersuchungszeitraum: 01.–30. April 2020

Im April sind, wie schon im Vormonat, nahezu ausschließlich Ereignisse unter den Top-10-Themen, die unmittelbar mit der Corona-Krise zusammenhängen. Dabei bestimmen die Ausbreitung und die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus die Berichterstattung, gefolgt von der Diskussion um die Maskenpflicht und die Kontaktsperren über die Oster-Feiertage. Der Blick auf das Ausland, ebenfalls im Corona-Kontext, zeigt sich ab dem vierten Platz. Hier landet die Verbreitung des Virus in den USA, gefolgt von der kritischen Erkrankung des britischen Premiers Boris Johnson. Auch die übrigen Ränge sind an Themen mit Bezügen zur Corona-Krise verteilt, mit Ausnahme des sechsten Ranges, hier landet die erneute Flüchtlingskrise an europäischen Grenzen. Die Flüchtlings-Thematik sorgt für einen kleinen Einbruch in dem sonst sehr stabilen und homogenen Zeitverlauf des Umfangs der Corona-Berichterstattung im April. So werden – mit Ausnahme weniger Tage – stets zwischen 80 und 90 Prozent der gesamten Sendezeit für Beiträge mit einem Bezug zum Coronavirus reserviert.

In einer Zeit, in der die Pandemie die tagesaktuellen Berichte so stark dominiert, ist es kaum verwunderlich, dass die Bundeskanzlerin Angela Merkel die Top-20 der deutschen Politikerinnen und Politiker anführt. Anders als in den Vormonaten ändert sich auch an der Spitzenposition nichts, wenn lediglich die O-Ton-Auftritte der Akteure betrachtet werden. Wie bereits im März beobachtet, gelangen vermehrt Landeschefs in die Top-20. Die weitreichenden Folgen der Corona-Krise vor allem in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Soziales sorgen auch für mehr Auftritte der verantwortlichen Minister. Wie es die Präsenz einzelner Politikerinnern und Politiker vermuten lässt, dominieren die Regierungsparteien die Berichterstattung im Monat April. Die ersten drei Ränge gehen, in absteigender Reihenfolge, an die CDU, SPD und CSU.

Obwohl die Corona-Krise das bestimmende Thema der gesamten Berichterstattung im April ist, zeigen sich die thematischen Angebotsstrukturen der einzelnen Sendungen weitestgehend stabil. So betrifft die Corona-Krise jeden Themenbereich, jedoch zeigt sich eine erkennbare Verringerung des Sendeumfangs, der für Zerstreuungs-, Angst- und Sportthemen reserviert wird, zu Gunsten von politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen.

Den ausführlichen Bericht mit allen Grafiken finden Sie > hier

Ansprechpartner: Presse-Desk, Telefon: 06131 – 70-12108, pressedesk@zdf.de

Mainz, 12. Mai 2020
ZDF Presse und Information