08.08.2019, 13:58 Uhr - Nachrichten/Aktuelles

Die Personalie von der Leyen beherrscht Themenlage und Akteurspräsenz der Fernsehnachrichten im Juli


Top-Themen in den Fernsehnachrichten, Juli 2019
Quelle: GöfaK Medienforschung GmbH.

 

Drei der zehn Top-Themen im Monat Juli beziehen sich auf die Personalie Ursula von der Leyen. Über Rücktritt und Nachfolge der Leitung des Verteidigungsministeriums wurde insgesamt 101 Minuten berichtet. Auf Rang zwei folgt die Nominierung von der Leyens für das Amt der EU-Kommissionspräsidentin. Die eigentliche Wahl des Spitzenpostens in der Europäischen Union landet mit etwas Abstand auf dem vierten Platz. Der Schwerpunkt der Berichterstattung lag insgesamt auf nationalen und internationalen politischen Personaldebatten. Ab dem dritten Rang sind die Abstände – bezogen auf den Umfang der Berichterstattung – marginal. Die zwei Top-Themen im Juli erreichen außerdem nicht das quantitative Niveau der bestplatzierten Ereignisse der Vormonate. Insgesamt fokussieren die Formate der privaten Anbieter eher auf Beiträge im deutschen Ereignisraum mit angstbesetzten Themen, wie das Extremwetter in Deutschland. Die öffentlich-rechtlichen Hauptnachrichten setzen dagegen deutlich mehr auf innen- und außenpolitische Themen.

Wie die Ereignislage vermuten lässt, wird die Rangliste der am häufigsten vorkommenden deutschen Politikerinnen und Politiker von Ursula von der Leyen angeführt. Damit verdrängt sie die Bundeskanzlerin auf den zweiten Platz. Die ersten zehn Plätze werden dabei ausschließlich von Politikerinnen und Politikern der CDU/CSU und der SPD belegt. Die ersten sechs Ränge sind gar nur Akteuren der CDU/CSU vorbehalten. So überrascht es nicht, dass die CDU die Parteienpräsenz in der politischen Berichterstattung dominiert. Mit großem Abstand folgen SPD und CSU sowie die AfD als erste Oppositionspartei.

Die unterschiedliche Schwerpunktsetzung spiegelt sich auch in der Themenstruktur der Formate wider. Während die Politikberichterstattung bei der Tagesschau und den beiden Nachrichtenmagazinen bei über 60 Prozent liegt, ist der Anteil bei heute und den Sat.1 Nachrichten geringer (zwischen 54 und 48 Prozent). RTL aktuell reservierte lediglich ein Drittel der Gesamtsendezeit für Nachrichten mit politischem Inhalt. Werden die absoluten Sendeminuten pro Tag betrachtet, so strahlten die Tagesthemen und das heute journal 16 bis 17 Minuten politische Nachrichten aus, während die Hauptnachrichtensendungen zwischen zehn (Tagesschau und heute) und sieben Minuten (RTL aktuell und Sat.1 Nachrichten) Politikberichterstattung sendeten.

Den ausführlichen Bericht mit allen Grafiken finden Sie hier als PDF-Download

Ansprechpartner: Presse-Desk, Telefon: 06131 – 70-12108, pressedesk@zdf.de

Mainz, 8. August 2019
ZDF Presse und Information