Literaturverfilmungen im ZDF

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"Unterleuten – Das zerrissene Dorf": Rudolf Gombrowski (Thomas Thieme) ist der mächtigste Mann in Unterleuten. Copyright: ZDF/Stefan Erhard
"Unterleuten – Das zerrissene Dorf": Rudolf Gombrowski (Thomas Thieme) ist der mächtigste Mann in Unterleuten. Copyright: ZDF/Stefan Erhard

Literaturverfilmungen, wie der Dreiteiler "Unterleuten – Das zerrissene Dorf" nach dem Bestseller von Juli Zeh, haben Tradition im ZDF. Literatur – von großen Romanen über Belletristik bis zu Comics – ist eine wichtige Quelle filmischer Inspiration. Darüber hinaus gehört Literatur zum Kulturschatz Deutschlands, von dem über den Weg der Verfilmung ein zusätzliches und ein größeres Publikum profitieren kann.

Wer die den Filmen zugrunde liegenden Bücher gelesen hat, hat bestimmte Schlüsselszenen und Bilder im Kopf und erlebt den Film oft anders als Zuschauer, die die Romanvorlage nicht kennen. Jede Vorlage muss den filmischen Bedürfnissen angepasst und das geschriebene Wort in die Visualität umgesetzt werden. Bei manchen Vorlagen lässt sich die Struktur gut auf einen Film übertragen. Einen 500 Seiten starken Roman mit vielen Handlungssträngen werkgetreu in einen 90-Minüter zu übertragen, ist aber nicht immer möglich und erfordert oft entsprechende Gewichtungen.

Andere Filme lösen sich stärker von der Vorlage, laufen unter anderen Titeln, übernehmen beispielsweise nur Motive oder einzelne Figurenkonstellationen, verändern den Handlungsablauf oder verlegen die Handlung in eine andere Zeit: Der Fernsehfilm "Die Tote in der Berghütte" (Erstsendung 5. Mai 2014) nach den Motiven des Romans "Warten auf Poirot" von Nora Miedler übernimmt die Situation von fünf Frauen auf einer von der Außenwelt abgeschnittenen Berghütte, weicht jedoch in anderen Details deutlich von der Vorlage ab. Der Zweiteiler "Landgericht – Geschichte einer Familie" (Sendung: 30. Januar/ 1. Februar 2017) nach dem Roman von Ursula Krechel setzt an der Stelle ein, wo die Eheleute getrennt werden, während die Buchhandlung mit dem Wiedersehen der Eheleute nach Jahren der Trennung beginnt. Der ZDF-Fernsehfilm "Unterm Birnbaum" (Sendung: 30. Dezember 2019) verlegt die Handlung der Novelle von Theodor Fontane vom Ende des 19. Jahrhunderts in die Gegenwart. Der ZDF-Vierteiler "Der Seewolf" von 1971 basiert wiederum auf Motiven weiterer Romane von Jack London. Der letzte Teil weicht erheblich vom gleichnamigen Roman ab.

Nach "Unterleuten" kommt unter anderem die gerade abgedrehte Verfilmung des Romanbestsellers "Altes Land" von Dörte Hansen ins ZDF-Programm – voraussichtlich im Herbst 2020. Der Zweiteiler spielt, wie der Roman auch, auf mehreren Zeitebenen. Zudem arbeitet das ZDF seit 2019 an der Verfilmung des Frank-Schätzing-Romans "Der Schwarm".

Die Neuinszenierung des Romans "Deutschstunde" von Siegfried Lenz, die im Oktober 2019 im Kino angelaufen ist, wird zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls im ZDF zu sehen sein. In dieser Adaption des umfangreichen Romans wurden einige Ereignisse verdichtet, Figuren modifiziert und die Zahl der Nebenfiguren reduziert.

Literaturverfilmungen, die in der ZDFmediathek abrufbar sind:

Unterleuten – Das zerrissene Dorf (ab 2. März 2020 verfügbar)

Unterm Birnbaum

Taunuskrimi

Ostfrieslandkrimis

Danowski – Blutapfel

Tage des letzten Schnees

Dengler – Die schützende Hand

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