"einfach Mensch" und Co.

Inklusionsthemen im ZDF und in 3sat

"einfach Mensch", Folge "Mach dein Ding": Ihab Yassin ist kleinwüchsig und läuft Parkour. Er fordert, dass die Gesellschaft Barrieren für Menschen mit Behinderung abbauen soll; Copyright: ZDF/Maximilian Klapdar
"einfach Mensch", Folge "Mach dein Ding": Ihab Yassin ist kleinwüchsig und läuft Parkour. Er fordert, dass die Gesellschaft Barrieren für Menschen mit Behinderung abbauen soll; Copyright: ZDF/Maximilian Klapdar

Menschen mit Behinderung haben unter den Maßnahmen der Coronapandemie besonders zu leiden. Isolation, Einsamkeit und die Angst vor einer Rückentwicklung der Inklusionsbestrebungen zehren an Psyche und körperlichen Kräften der Betroffenen. Es erscheint wichtiger denn je, Menschen mit Behinderung und ihren Anspruch auf Teilhabe an der Gesellschaft nicht aus den Augen zu verlieren. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk als gemeinwohlorientierte, von der Gemeinschaft getragene Institution steht in der Pflicht, Berührungsängste abzubauen, Inklusionsthemen weiter voranzubringen und unabhängig darüber zu berichten. Daher sind Sendeformate, die inhaltlich den Menschen in den Mittelpunkt stellen, für das ZDF unverzichtbarer Programmbestandteil. Sie sollen beständig hinterfragen, wie die Gesellschaft mit Menschen mit Behinderungen, sozial Benachteiligten und Randgruppen umgeht – und zwar so, dass die Betroffenen selbst zu Wort kommen. 

Die Kurzreportagereihe "einfach Mensch", die "Menschen – Das Magazin" ablöst, stellt den Alltag von Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen in den Mittelpunkt. In reinen O-Tonstücken erzählen die Protagonistinnen und Protagonisten selbst, aus ihrer Sicht. Es geht um die Gestaltung des gemeinsamen Lebens von Menschen mit und ohne Behinderung sowie sozial Benachteiligten. Die 15-minütigen Filme sind samstags um 12.00 Uhr im ZDF und in der ZDFmediathek sowie unter der Marke "37°" auf Social Media zu sehen. "einfach Mensch" entsteht, wie auch "Menschen – das Magazin" zuvor, gemeinsam mit der Aktion Mensch, dem Kooperationspartner des ZDF. Die Sendereihe ist nicht nur mit Untertiteln, sondern auch in einer Gebärdenfassung in der ZDFmediathek abrufbar. In Kooperation mit dieser Reihe entsteht das monatliche 3sat-Format "Einfach Mensch!". Die 30-minütige Dokureihe begleitet jeden ersten Freitag im Monat, 11.30 Uhr, Menschen mit Behinderung und sozial Benachteiligte in ihrem Alltag.

Zudem sind in 3sat viele Beiträge zu Inklusionsthemen zu finden, unter anderem im 3sat-Wissenschaftsmagazin "nano" (Montag bis Freitag, 18.30 Uhr), in der Gesprächssendung "scobel" (Donnerstag, 21.00 Uhr) im Rahmen von "WissenHoch2" und in Dokumentationen. Überdies zeigt 3sat Sendungen seiner Partner ORF, SRF und ARD, in denen Teilhabe thematisiert wird, wie beispielsweise im monatlichen Magazin "selbstbestimmt!" des MDR und einmal jährlich beim "Cybathlon" des SRF, bei dem es um Forschung für Menschen mit Behinderung geht.

funk, das Content-Netzwerk von ARD und ZDF, setzte in diesem Jahr einen Schwerpunkt zum Thema Leben mit Behinderung. Mit dabei waren die ZDF-Formate "follow me.reports", "MrWissen2go Geschichte", "Pocket Money" und "represent".

Inklusionsthemen werden zudem regelmäßig in vielen weiteren ZDF-Formaten aufgegriffen. Beispiele sind "Volle Kanne", "plan b.", "37°", "Frontal 21" und die "logo!"-Kindernachrichten. ARD und ZDF haben zudem mit der stark ausgeweiteten Berichterstattung über Behindertensport, derzeit mit den zahlreichen Übertragungen von den Paralympics, dazu beigetragen, dass dieser weit mehr in der öffentlichen Wahrnehmung steht als noch vor einigen Jahren.

Voraussetzung für eine Berichterstattung auf Augenhöhe sind ein enges Vertrauensverhältnis zu den Protagonisten und die Teilhabe an ihrem Alltag. Dies braucht eine sensible Herangehensweise und einen scharfen Blick für die Bild- und Textperspektive. Formulierungen wie "an den Rollstuhl gefesselt" sind zum Beispiel ein sprachliches "No Go". Durch die Zusammenarbeit mit der "Aktion Mensch" bekommen die Redaktionen Themenanregungen aus den einzelnen Verbänden, können wertvolle Kontakte knüpfen und bekommen Unterstützung bei der Recherche.

Auch fiktionale Sendungen leisten einen Beitrag, die die Lebenswelt von Menschen mit Beeinträchtigungen und deren Angehörigen in das öffentliche Bewusstsein transportieren. Jüngere Beispiele aus dem ZDF-Programm sind "Simpel", "Extraklasse" und "Extraklasse 2+" und der Kinderfilm "Auf Augenhöhe" (2018) und "4 Könige" (2017). Die ZDF-Serie "Dr. Klein" (2014 bis 2019) mit ChrisTine Urspruch brach mit Klischees über kleinwüchsige Menschen. 

Weitere Informationen:

"einfach Mensch" in der ZDFmediathek

"Einfach Mensch" in der 3satMediathek

Weitere Beispiele für Sendebeiträge zum Thema

in der ZDFmediathek:

"37°: Mama Held – Eine Pflegemutter kämpft für ihre Kinder"

"37°: Liebe macht mutig – Zu zweit mit Down-Syndrom"

"37°: Unser Baby soll leben – Wenn der Ultraschall auffällig ist"

"37°: Unser ziemlich bestes Leben"

"37°: Vorwärts ins Leben – Auf dem Weg mit Samuel Koch"

"37°: Im Traum kann ich wieder laufen – Nikolas will raus aus dem Rollstuhl"

Porträt "Verena Bentele: Ausnahme-Athletin und Kämpferin für Inklusion"

"Tindern im Rollstuhl?! ?? – Auf Klo mit Eda Vendetta" aus der funk-Reihe "Auf Klo"

funk-Reihe "Ypsilon": "Wie macht man das als blinde junge Frau?"

"Einzigartiges Paar: Cristina und Max zeigen ihre Liebe" aus der funk-Reihe "TRU DOKU"

"Pur+: Leben im Rollstuhl"

 

in der 3sat-Mediathek:

"Cybathlon 2020"

"scobel – Inklusion als Menschenrecht"

 

Kontakt:

Presse-Desk, Telefon: 06131 – 70-12108, pressedesk@zdf.de