"Menschen – das Magazin" und Co.

Inklusionsthemen im ZDF und in 3sat

Szene aus dem 3sat-Format "Besonders normal". Copyright: ZDF/Philip Flämig
Szene aus dem 3sat-Format "Besonders normal". Copyright: ZDF/Philip Flämig

Die Corona-Pandemie zwingt in Deutschland die Krisenstäbe zu raschem Handeln. Menschen mit Behinderung haben unter den Maßnahmen besonders zu leiden und müssen mit schärferen Einschränkungen ihrer Grundrechte leben. Gefürchtete Isolation, Einsamkeit und die Angst vor einer Rückentwicklung von Inklusionsbestrebungen der jüngsten Vergangenheit zehren an Psyche und körperlichen Kräften der Betroffenen. Zudem sind viele gemeinnützige Inklusionsbetriebe in Branchen angesiedelt, die zurzeit in besonderem Maße von Umsatzeinbußen betroffen sind. Derzeit erscheint es wichtiger denn je, Menschen mit Behinderung und ihren Anspruch auf Teilhabe an der Gesellschaft nicht aus den Augen zu verlieren.

Der Begriff Inklusion meint, Menschen mit Behinderung von vornherein als Teil der Gesellschaft zu begreifen und jedem von ihnen in seiner Besonderheit Teilhabe zu ermöglichen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk als gemeinwohlorientierte, von der Gemeinschaft getragene Institution steht in der Pflicht, Berührungsängste abzubauen, Inklusionsthemen weiter voranzubringen und unabhängig darüber zu berichten. Daher sind Sendeformate, die inhaltlich den Menschen in den Mittelpunkt stellen, für das ZDF unverzichtbarer Programmbestandteil. Sie sollen beständig hinterfragen, wie die Gesellschaft mit Menschen mit Behinderungen, sozial Benachteiligten und Randgruppen umgeht – und zwar so, dass die Betroffenen selbst zu Wort kommen und dass nicht nur über sie gesprochen wird. 

"Menschen – das Magazin" entsteht in Zusammenarbeit mit "Aktion Mensch" und stellt den Alltag von Menschen mit Behinderung in den Mittelpunkt. Es zeigt Erfolgsgeschichten, aber auch die gesellschaftlichen Barrieren auf dem Weg zur Inklusion. In Zusammenarbeit mit dieser Reihe entsteht das monatliche 3sat-Format "Besonders normal", das sich ebenfalls mit dem Alltag von Menschen mit Behinderungen befasst und der Frage nachgeht, wie Teilhabe gelingen kann, was bisher erreicht wurde und welche Voraussetzungen dafür noch geschaffen werden müssen. Die Sendung ist entweder als Dokumentation angelegt oder beinhaltet mehrere Magazinbeiträge zu einem Schwerpunktthema. Die Ausgabe im Februar 2021 zeigte unter dem Titel "Inklusion dank Technik?", wie Hightech-Prothesen, Laufroboter und Navigationsgürtel für Blinde das Leben und den Alltag von Menschen mit Behinderungen erleichtern.

Zudem sind in 3sat viele Beiträge zu Inklusionsthemen zu finden, unter anderem im 3sat-Wissenschaftsmagazin "nano" (Montag bis Freitag, 18.30 Uhr), in der Gesprächssendung "scobel" (Donnerstag, 21.00 Uhr) im Rahmen von "WissenHoch2" und in Dokumentationen. Überdies zeigt 3sat Sendungen seiner Partner ORF, SRF und ARD, in denen Teilhabe thematisiert wird, wie beispielsweise im monatlichen Magazin "selbstbestimmt!" des MDR und einmal jährlich beim "Cybathlon" des SRF, bei dem es um Forschung für Menschen mit Behinderung geht.

funk, das Content-Netzwerk von ARD und ZDF, setzte in der ersten Februarwoche einen Schwerpunkt zum Thema Leben mit Behinderung. Mit dabei waren die ZDF-Formate "follow me.reports", "MrWissen2go Geschichte", "Pocket Money" und "represent".

Inklusionsthemen werden zudem regelmäßig in vielen weiteren ZDF-Formaten aufgegriffen. Beispiele sind "Volle Kanne", "plan b.", "37°", "Frontal 21" und die "logo!"-Kindernachrichten. ARD und ZDF haben zudem mit der stark ausgeweiteten Berichterstattung über Behindertensport, namentlich den zahlreichen Übertragungen von den Paralympics, dazu beigetragen, dass dieser weit mehr in der öffentlichen Wahrnehmung steht als noch vor einigen Jahren.

Voraussetzung für eine Berichterstattung auf Augenhöhe sind ein enges Vertrauensverhältnis zu den Protagonisten und die Teilhabe an ihrem Alltag. Dies braucht eine sensible Herangehensweise und einen scharfen Blick für die Bild- und Textperspektive. Formulierungen wie "an den Rollstuhl gefesselt" sind zum Beispiel ein sprachliches "No Go". "Menschen – Das Magazin" hat mit Sandra Klatt-Olbrich eine Moderatorin, die den journalistischen Blickwinkel und den von Menschen mit Behinderungen in sich vereint. Durch die Zusammenarbeit mit der "Aktion Mensch" bekommen die Redaktionen Themenanregungen aus den einzelnen Verbänden, können wertvolle Kontakte knüpfen und bekommen Unterstützung bei der Recherche.

Auch fiktionale Sendungen leisten einen Beitrag, die die Lebenswelt von Menschen mit Beeinträchtigungen und deren Angehörigen in das öffentliche Bewusstsein zu transportieren. Jüngere Beispiele aus dem ZDF-Programm sind "Simpel" (2020), "Extraklasse" (2018) und "Extraklasse 2+" (Dreharbeiten im Frühjahr 2020), der Kinderfilm "Auf Augenhöhe" (2018) und "4 Könige" (2017). Die ZDF-Serie "Dr. Klein" (2014 bis 2019) mit ChrisTine Urspruch brach mit Klischees über kleinwüchsige Menschen. Und die ZDF-Redaktion Das kleine Fernsehspiel präsentierte im Dezember 2014 in der Reihe Barrierefrei mit dem Fernsehfilm "Be My Baby" sowie den Dokumentarfilmen "Eine ganz normale WG" und "Berg Fidel – Eine Schule für alle" drei Filme über Menschen mit Behinderungen, die zeigen, wie sie mit ihren unterschiedlichen Handicaps den Alltag meistern und wo die Schwierigkeiten liegen, an allen gesellschaftlichen Bereichen gleichberechtigt teilzuhaben.  

 

Weitere Informationen:

"Menschen – das Magazin" in der ZDFmediathek

"Besonders normal" in der 3sat-Mediathek

 

Weitere Beispiele für Sendebeiträge zum Thema

in der ZDFmediathek:

"37°: Mama Held – Eine Pflegemutter kämpft für ihre Kinder"

"37°: Liebe macht mutig – Zu zweit mit Down-Syndrom"

"37°: Unser Baby soll leben – Wenn der Ultraschall auffällig ist"

"37°: Unser ziemlich bestes Leben"

"37°: Vorwärts ins Leben – Auf dem Weg mit Samuel Koch"

"37°: Im Traum kann ich wieder laufen – Nikolas will raus aus dem Rollstuhl"

Porträt "Verena Bentele: Ausnahme-Athletin und Kämpferin für Inklusion"

"Tindern im Rollstuhl?! ?? – Auf Klo mit Eda Vendetta" aus der funk-Reihe "Auf Klo"

funk-Reihe "Ypsilon": "Wie macht man das als blinde junge Frau?"

"Einzigartiges Paar: Cristina und Max zeigen ihre Liebe" aus der funk-Reihe "TRU DOKU"

"Pur+: Leben im Rollstuhl"

 

in der 3sat-Mediathek:

"Cybathlon 2020"

"scobel – Inklusion als Menschenrecht"

 

Kontakt:

Presse-Desk, Telefon: 06131 – 70-12108, pressedesk@zdf.de