Annie

Neue Filme: "Annie und der verliehene Mann" und "Annie und das geteilte Glück"

Zwei Jahre nach Ausstrahlung der Komödie "Annie – kopfüber ins Leben" (19. März 2020) gibt es mit zwei neuen Filmen ein doppeltes Wiedersehen mit Annie Frieding, der unkonventionellen Mutter, Krankenschwester und Freundin mit besonderen Liebesverhältnissen: Kann ein Mann zwei Frauen gleichzeitig glücklich machen? In den Hauptrollen wieder zu sehen: Bernadette Heerwagen, Thomas Loibl und Kathrin von Steinburg (Panorama-Foto, von rechts)

  • ZDF, Donnerstage, 15. und 22. September 2022, jeweils 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Alle drei Komödien ab Montag, 5. September 2022, 10.00 Uhr

Texte

Stab

Buch                                                        Dominique Lorenz

Regie                                                      Martin Enlen

Kamera                                                    Philipp Timme

Schnitt                                                     Monika Abspacher

Musik                                                      Biber Gullatz, Lukas Kiedaisch

Ton                                                         Vitus Bernrieder

Szenenbild                                               Monika Maier

Kostümbild                                               Maria Dimler

Produzentin                                             Anna Oeller

Redaktion                                                Wolfgang Grundmann

 

Eine ZDF-Auftragsproduktion der Bavaria Fiction GmbH, München

Die Rollen und ihre Darsteller*innen

Annie Frieding                                         Bernadette Heerwagen

Ralf Frieding                                            Thomas Loibl

Tine Konradi                                            Kathrin von Steinburg

Nils Konradi                                             Manuel Rubey

Raimund Adjey                                         Eugene Boateng

Dominik Frieding                                      Leonardo Brauer

Doris Baumann                                        Rita Russek

 

Julia Hinrichs                                           Lilian Naumann

Cora Frieding                                           Antonia Fulss

Marc von Ameln                                       Alvaro Rentz

Lydia Frieding                                          Brigitte Kren

Helmut Frieding                                       Michael Lerchenberg

Professor Imhoff                                      Oliver Stokowski

und andere

Inhalt

Inhalt "Annie und der verliehene Mann"

Dann hab doch Sex mit Ralf! Annie ist damit einverstanden, dass er mit ihrer besten Freundin Tine schläft. Die und Ehemann Nils versuchen seit Jahren vergeblich ein Kind zu bekommen. Jetzt soll Ralf dabei aushelfen, damit Tines großer Herzenswunsch, ein eigenes Baby, endlich in Erfüllung geht.

Ein ungewöhnlicher Plan mit hohem Risiko für Annies Patchwork-Familie, die im Moment eigentlich bestens harmoniert. Ralf fühlt sich von der ungewöhnlichen Idee seiner Frau überfahren und lässt sich nur widerwillig auf das arrangierte Tête-à-Tête mit Tine ein. Spätestens aber als sich die beiden Paare am Abend des ersten Vollzugs neu sortieren und Annie Ralf bei Tine zurücklassen muss, beschleicht die Krankenschwester ein ungutes Gefühl – erst recht, da mangels Zeugungserfolg ein zweiter Anlauf genommen werden muss.

 

Inhalt "Annie und das geteilte Glück"

Wie viele Menschen passen in ein Herz? Kann ein Mann zwei Frauen gleichzeitig glücklich machen? Ralf liebt Annies beste Freundin Tine noch immer. Doch statt der Trennung schlägt Annie eine Beziehung zu dritt vor. Wieder einmal lässt sich Ralf breitschlagen, zunächst widerwillig, dann aber zunehmend selbstbewusst. Auch Tines Mann Nils ist einverstanden. Ihm steht der Sinn derzeit nicht nach einem Liebesleben mit Tine, beschäftigt er sich doch vielmehr intensiv mit der Selbstfindung.

Leider ist die Euphorie auf allen Seiten nur von kurzer Dauer: Das Doppelleben führt zu Stress und Müdigkeit bei Ralf. Außerdem bemerken sowohl er als auch Tine im Alltag Eigenschaften am jeweils anderen, an die es sich, trotz aller Verliebtheit, kaum gewöhnen lässt. Und als Nils sich überraschend bereit erklärt, wieder ins Eheleben mit Tine einzusteigen, keimt bei Annie die Hoffnung, dass alles wieder so wie früher werden kann. Doch ist das überhaupt möglich – nach allem, was in der Zwischenzeit passiert ist?

Statement des stoffführenden Redakteurs Wolfgang Grundmann

In einer Szene des ersten neuen Films liest Bücherwurm Nils mitten in seiner abendlichen Buchhandlung Annie aus seinem Lieblingsbuch vor: "Wir brauchen Moral nur in Ermangelung der Liebe."  Dann stellt er fest, dass Annie sich aus Liebe über gesellschaftliche Konventionen hinwegsetze und dadurch aufrichtig moralisch handle. Annie fragt ihn, ob ihr Verhalten richtig sei. Eigentlich ist sie eine Frau, die mit beiden Beinen auf dem Boden steht und sich um große Gedanken wenig schert. Stattdessen hört sie auf ihr Herz und verändert dadurch viel in ihrem direkten Umfeld. Sie tut Dinge, die die sogenannten "normalen Menschen" nicht tun würden. So bietet sie in "Annie und der verliehene Mann" ihrer besten Freundin Tine Sex mit ihrem Mann Ralf an, damit Tine auf diese Weise vielleicht doch noch schwanger wird. Oder sie schlägt vor, dass Tine sich in "Annie und das geteilte Glück" mit ihr in einer Dreierbeziehung eben jenen Ralf teilt, weil sich Tine und Ralf ineinander verliebt haben, sie aber einfach auf keinen der beiden verzichten will. Annie handelt aus Liebe – zu ihrem Mann, aber auch zu ihrer besten Freundin. Um Moral und Konvention kümmert sie sich dabei genauso wenig wie um ihren eigenen Vorteil. Dass sie dabei immer wieder Angst vor der eigenen Courage bekommt, sorgt für die Komödie. Das Bewegende aber an dieser Figur liegt in ihrer Authentizität und in der tieferen Wahrheit, dass es solche Menschen im echten Leben braucht: Frauen und Männer, die anpacken, wo Hilfe vonnöten ist, ohne lange nachzudenken. In den "Annie"-Filmen stellen wir eine solche Figur ins Rampenlicht.

Statement von Drehbuchautorin Dominique Lorenz

In der "Annie"-Reihe geht es um ganz normale Menschen, die in schwierigen Situationen außergewöhnliche Entscheidungen treffen und ihre konservativen Vorstellungen über Liebe und Beziehung über Bord werfen, um glücklich zu sein und andere glücklich zu machen.  

Das gesellschaftlich Normale, das Ideal ist immer noch die exklusive, romantische Zweierbeziehung: ein Liebespaar, das zusammenhält, sich treu ist, Kinder bekommt und bis an sein Lebensende in dieser Konstellation glücklich ist. Aber was ist, wenn das – so wie für unsere Figuren – nicht funktioniert? Wenn das Leben andere Wege geht? Wenn plötzlich Liebe für mehrere Menschen da ist? Ist man dann gescheitert? Ist das eine Katastrophe? Führt es zu Trennung? Oder ist es viel mehr eine Chance? Eröffnen sich neue Möglichkeiten, wenn es einem gelingt, enge Moralvorstellungen, das eigene Ego, den inneren Spießer zu überwinden? Diesen Fragen geht die Reihe auf komödiantische Weise nach. Die Figuren lieben, leiden, kämpfen, verhandeln, sind eifersüchtig, zweifeln und gehen doch miteinander weiter.

Mich interessiert, wie sich unsere Gesellschaft wandelt. Der Blick auf das Thema Liebe, Beziehung und Zusammenleben erweitert sich. Alternative Beziehungsformen werden gesellschaftsfähig. Aber wie funktionieren sie? Was sind die Regeln? Und welches philosophische und ethische Rüstzeug brauche ich? In seinem Buch "Lob der Liebe" schreibt Alain Badiou: "Der Feind der Liebe ist der Egoismus, nicht der Rivale".  

Interview mit den Hauptdarsteller*innen

Nach knapp zwei Jahren Pause geht es nun mit zwei weiteren "Annie"-Filmen weiter. Wie war das Wiedersehen mit den Kolleginnen und Kollegen?

Heerwagen: Unser Wiedersehen war sehr herzlich. Es macht so unglaublichen Spaß, mit diesen Kolleginnenund Kollegen – dazu zähle ich natürlich auch meine Film-Tochter Antonie und Lilian, die Raimunds Freund spielt, und unsere 'Spielkinder/Babys' – zu arbeiten und Zeit zu verbringen, und ja, es ist für mich fast wie Familie, wenn wir zusammen sind.

Rubey: Es war ein bisschen wie ein Klassentreffen. Alle sind ein wenig älter geworden, aber immer noch so kindisch wie früher (lacht).

 

Nach dem ersten "Annie"-Film sah es so aus, als würde Ruhe einkehren bei den Friedings. Doch nun verleiht Annie ihren Mann Ralf, ein eher ruhiger Typ, auch noch an ihre beste Freundin, damit diese endlich ihr ersehntes Baby bekommt. Ist das eine Handlung, die für Sie in irgendeiner Art und Weise vorstellbar ist?

Loibl: Tja, Familie Frieding und die eingekehrte Ruhe – das wäre wohl eher ein ‚'Mensch Ralf'-Film. Aber für ihn ist auch dieser absurde Vorschlag von Annie irgendwann vorstellbar. In meinem weiteren privaten Umfeld gibt es zwei ähnliche Geschichten. Das sind dann wirklich sehr spezielle Patchwork-Situationen.

Heerwagen: Nein und ja. Vor meinen Erlebnissen mit "Annie" hätte ich sofort und ganz klar nein gesagt. Aber jetzt würde ich zumindest darüber nachdenken. Ich weiß aber nicht, ob ich so kühn und wagemutig und selbstlos wie Annie wäre, wenn die Frage jemals aufkäme.

von Steinburg: Ich liebe das Unkonventionelle, das unsere Autorin Dominique Lorenz in die Bücher schreibt. Es macht die Grenzen in unseren Köpfen auf und gibt uns eine große Freiheit. Ob ich das so leben könnte, kann ich erst sagen, wenn ich in der Situation bin. Wir denken, dass vieles nicht möglich ist, und wenn wir es erleben, merken wir, dass es doch geht. Und umgekehrt.

Wie weit darf für Sie Freundschaft und Selbstlosigkeit gehen?

Rubey: Freundschaft darf prinzipiell überall hin ausgedehnt werden. Die vollkommene Selbstlosigkeit führt irgendwann zur Selbstaufgabe, und dann ist gar nichts mehr möglich.

von Steinburg: Wenn wir jemanden lieben, dann ist vieles möglich. Selbstlosigkeit in Maßen ist eine gute Sache. Es sollte nur in einem gesunden Rahmen bleiben, in dem ich mich nicht selbst verliere.

Loibl: Freunde dürfen alles. Aber das hier ist schon eine sehr große Herausforderung für eine Freundschaft.

 

Können Sie nachempfinden, dass man bereit ist, wirklich "alles" zu tun, um sich den Wunsch nach einem eigenen Kind zu erfüllen?

Heerwagen: Puh, das kann ich schwer beantworten, da ich zwei Kinder habe. Ich würde sie sehr vermissen, wenn ich sie nicht hätte. Ich weiß nicht, was ich getan hätte. Wahrscheinlich hätte ich es auch mithilfe einer Kinderwunschklinik versucht. Ich hätte mir aber nicht den Mann meiner besten Freundin ausgeliehen, wahrscheinlich eher ein Kind adoptiert.

von Steinburg: Da ich selbst zwei Kinder auf natürlichem Wege bekommen habe, war ich glücklicherweise nicht in der Situation. Ob ich alles dafür getan hätte, kann ich nicht sagen. Als Mitmensch kann ich mir sehr gut vorstellen, dass jemand so verzweifelt ist, dass sie oder er alles dafür tun würde.

Rubey: Ja, das kann ich mir vorstellen. Wenn Vision, Sturheit und dann noch die viel zitierte biologische Uhr zusammenkommen, dann können die Grenzen des Möglichen ausgelotet werden.

Loibl: Nachempfinden kann ich das natürlich, aber wahrscheinlich würde ich unter anderen Umständen nicht raten, 'alles' dafür zu tun.

Wie haben Sie die fiktionale Handlung abseits der Kamera im Kollegenkreis diskutiert?

Loibl:  Es ist oft schon kompliziert genug, Trennungen und neue Beziehungen mit Kindern und allem Drum und Dran zu managen. Wenn diese neuen Beziehungen dann auch noch innerhalb eines Freundeskreises entstehen, würde das auch schon für einen Film reichen. Hier hat Dominique Lorenz noch ein paar interessante Wendungen konsequent weitergeführt.

Heerwagen: Wir haben viel über diese absurden Situationen gelacht, zum Beispiel beim ersten Partnertausch. Annie und Ralf stehen in der Haustüre Tine und Nils gegenüber, sie verabschieden sich, weil Annie mit Nils ins Kino geht, während Tine und Ralf Sex haben sollen. Das war herrlich absurd und lustig.

 

In unserer Zeit stehen sämtliche Beziehungsmodelle zur Diskussion:offene Beziehung, Polyamorie und so weiterWie beobachten Sie diese Entwicklung, hat das klassische Modell der Monogamie ausgedient?

Loibl: Nein, glaube ich nicht. Als Dogma vielleicht. Das innere Bedürfnis, neue Beziehungen auszuprobieren, ist wahrscheinlich natürlich, aber führt am Ende wohl eher zu einer Form der Beziehungslosigkeit.

von Steinburg: In den letzten Jahren habe ich mich viel mit diesen Themen auseinandergesetzt. Bisher habe ich nur in monogamen Beziehungen gelebt. So – wie in allem  ist es gut, Regeln und Normen zu hinterfragen. Nur dann kann ich mich frei entscheiden, wie ich leben möchte.

Heerwagen: Die Beziehungsform ist so individuell wie jeder Mensch und jede Beziehung. Es wird in unserer Gesellschaft viel zu wenig offen über Sexualität und Beziehungen gesprochen. Das sieht man schon daran, dass mein Rechtschreibprogramm das Wort 'Polyamorie' nicht kennt.

Rubey: Grundsätzlich ist es gut, dass Modelle hinterfragt werden und Neues ausprobiert wird. Es gilt aber nach wie vor: Das ist eine sehr persönliche, individuelle Entscheidung, die jeder nur für sich und mit dem oder den Involvierten treffen kann.

 

Gibt es etwas, dass Sie aus der Arbeit in den "Annie"-Filmen für sich persönlich mitgenommen haben?

Heerwagen: Viele Beziehungen könnten gerettet werden, wenn man sich Polyamorie zugestehen würde. Dafür braucht es aber Mut und Vertrauen und eine neue gesellschaftliche Denkweise. Ich verstehe aber auch, dass viele niemals in einer polyamoren Beziehung leben könnten.

Rubey: Vielleicht die Demut, dass es ein großes Geschenk ist, wenn der Kinderwunsch, auf welche Weise auch immer, erfüllt wird.

Loibl: Von jeder Figur kann man etwas für sein eigenes Leben lernen.  Manchmal vielleicht nur eine kleine Reaktion, manchmal vielleicht auch mehr. Unsere Erzählung lädt hoffentlich die Zuschauerinnen und Zuschauer dazu ein, mit dem gegebenen Humor auf diese Themen zu sehen und damit auch auf sich selbst mit einer guten Portion Selbstironie.

 

Gibt es eine Anekdote oder Begebenheit bei den Dreharbeiten, die Ihnen in besonderer Erinnerung geblieben ist?

Heerwagen: Ich erinnere mich an eine Szene, in der Nils sein Zelt im Garten abreißt. Bei der Szene hat im Hintergrund dauernd ein Specht an einen Baum gehämmert. Wir hatten in der Szene eigentlich etwas Ernstes zu spielen, mussten aber immer wieder lachen, wenn der Specht angefangen hat zu hämmern. Ich weiß nicht, wie viele Takes wir gebraucht haben, um diese Szene zu drehen. Unzählige.

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