Horst Lichter: Mein Herz, mein Motor – Schicksal, Hoffnung, Heilung

ZDFzeit-Dokumentation

Horst Lichter begibt sich auf eine interessante medizinische Reise in die Welt des Herzens: Er selbst erlitt im Alter von 28 Jahren einen Herzinfarkt. Seitdem hat sich viel getan in der Medizin: Herzerkrankungen können schneller erkannt und besser und schonender behandelt werden. Er trifft auf Patientinnen und Patienten, spricht mit Angehörigen und Ärztinnen und Ärzten, über Sorgen, Lebensfragen und die Hoffnung auf ein gesundes Leben. Auch das Thema Vorsorge spielt eine große Rolle.

  • ZDF Mediathek, ab Dienstag, 25. Oktober 2022, 9.00 Uhr, zwei Jahre lang
  • ZDF, Dienstag, 25. Oktober 2022, 20.15 Uhr

Texte

Stab

ZDF: Dienstag, 25. Oktober 2022, 20.15 Uhr
ZDFmediathek: ab Dienstag, 25. Oktober 2022, 9.00 Uhr, zwei Jahre lang
Horst Lichter: Mein Herz, mein Motor – Schicksal, Hoffnung, Heilung
ZDFzeit-Dokumentation

Filmautor                     Michael Schmitt
Presenter                    Horst Lichter
Fach-Presenterin        Dr. med. Yael Adler
Kamera                       Nikola Krivokuca, Mateusz Smolka
Schnitt                        Filip Pampuch
Grafik                          Rudi Kirschen
Produzent                   Nordend
Redaktion                   Christian Wilk, Rita Stingl
Leitung                        Heike Schnaar

Inhalt

Mit 28 Jahren bleibt sein Herz stehen: Horst Lichter überlebt mit viel Glück einen Infarkt. In Deutschland eine der häufigsten Todesursachen. Nun will er mehr über die Gründe erfahren. Horst Lichter trifft Ärzte und Patienten, spricht mit ihnen über ihre Ängste und die Hoffnung auf Heilung. Er selbst lebte in jungen Jahren ungesund, hatte ein stressiges Leben. Mit nun 60 Jahren weiß er: Auch der Motor unseres Lebens braucht gelegentlich einen Check-up.

Das Herz ist das Organ, mit dem Menschen am meisten Emotionen verbinden. Von der ersten Sekunde des Lebens an. Unermüdlich schlägt es, circa 70-mal pro Minute, 100.000-mal am Tag. Ein echtes Kraftpaket, wie der Motor eines Autos. Den Vergleich findet Horst Lichter erlaubt. Denn mit Autos kennt er sich aus, fährt gern mit einem seiner "Oldtimer-Schätzchen" durch die Landschaft und weiß: So ein Motor ist wie das Herz des Menschen. Er treibt den Wagen an, muss aber gepflegt und gewartet werden.

Horst Lichter trifft Menschen, die erkrankt sind. Entweder, weil sie ein ungesundes Leben geführt haben – falsche Ernährung, zu wenig Bewegung – oder aber, weil eine Krankheit das Herz in Mitleidenschaft gezogen hat.

Am Deutschen Herzzentrum Berlin wartet Franziska auf ein Spenderherz. Eine verschleppte Erkältung führte zu einer Herzmuskelentzündung, inzwischen ist ihr Herz so schwach, dass sie die Klinik nicht mehr verlassen darf. Elmar Sprink dagegen zählt zu den glücklich Transplantierten: Er kann Horst Lichter erzählen, wie sich das Leben mit dem Herz eines Verstorbenen anfühlt.

In Hamburg trifft Horst Lichter einen Handwerker, der wie er einst die Arbeit immer voranstellte. Nun pumpt sein Herz nur noch mit 20 Prozent Leistung: Armin muss sich einer Bypassoperation unterziehen.

Manche Menschen kommen schon mit einem Herzfehler zur Welt. In Leipzig trifft der Moderator junge Eltern, die sich um ihr herzkrankes Baby sorgen. Vor Jahren noch wäre eine OP, wie sie dem gerade geborenen Karl bevorsteht, nicht denkbar gewesen.

Gerade in der Herzmedizin gibt es Spitzenforschung "Made in Germany". Im Uni-Klinikum Hamburg werden Herzzellen künstlich gezüchtet, in Schleswig-Holstein hat ein Forschungsteam einen 3-D-Drucker entwickelt, der feine Blutgefäße für Bypassimplantate aus Biotinte erzeugen kann. In Zukunft können so individuell zugeschnittene Ersatzteile ausgedruckt werden. Und selbst der Weg zu einem komplett künstlichen Herzen ist nur noch eine Frage der Zeit. Hoffnung für viele Patienten auf der Warteliste. Die Ärztin Dr. Yael Adler erklärt im Film, wie das Herz funktioniert und auf welche Warnsignale man achten sollte.

Nur vor einem Termin hat Horst Lichter ein wenig Muffensausen: Er geht selbst zum Vorsorge-Check ins Herzzentrum Berlin. Sein "Motor" bekommt eine gründliche Inspektion. Neben Ultraschall und Belastungs-EKG steht auch Blutabnehmen auf dem Programm. Am Ende wird klar: Wie Millionen andere Deutsche muss auch Horst Lichter stärker auf seine Ernährung achten – zu hohe Blutfettwerte können Arterien verstopfen. Die von ihm beim Kochen heiß geliebte Butter sollte zukünftig also lieber im Kühlschrank bleiben.

Zehn Fragen an Horst Lichter

Man bringt Sie mit "Bares für Rares", mit Koch- oder Reisesendungen in Verbindung, nicht mit einem Gesundheitsthema. Wie ist es zu "Horst Lichter: Mein Herz, mein Motor" gekommen? Was hat Sie gereizt, mitzumachen?

Als erstes könnte ich all die schönen Sendungen und mein Leben nicht genießen und machen, wenn ich nicht gesund wäre. Das heißt: Man muss auf sich aufpassen. Und worauf muss man am allermeisten aufpassen? Das Herz! Es ist mit das wichtigste Organ, welches wir haben. Es geht ja alles über unser Herz. Und da ich selbst Erkrankungen hatte, hat es mich sehr gereizt zu sehen, wo die Medizin heute angekommen ist, was man machen kann, und wie es den Menschen in Behandlung geht. Es war ein großes Leidenschaftsthema von mir.

Sie waren erst 28 Jahre alt, als Sie einen Herzinfarkt hatten. Was war der Auslöser?

Stress, zu viel Arbeit, Sorgen und ich habe nicht auf mich geachtet. Ich dachte – so wie das junge Menschen meistens tun – dieser Körper hält ewig.

Was hat dieses Erlebnis damals mit Ihnen gemacht und was haben Sie an ihrer Lebensweise danach verändert?

Ich habe immer wieder gerne erzählt, dass ich zum Glück wieder wach geworden bin. Das hat mich auch wachgerüttelt. Man muss auf seinen Körper achten. Genauso wie auf Dinge die man sehr wertschätzt oder Freundschaften, Liebe und Ehe. Man muss einfach die Inspektionen, Wartungen und Pflege ernst nehmen. Ich lebe seitdem bedeutend bewusster.

Was hat Sie bei den Dreharbeiten zur Sendung am meisten beeindruckt?

Das positive Denken der Patienten und dieses unglaubliche Vertrauen, das sie in die Mediziner legen. Das hat mich am meisten beeindruckt.

Welche neuen Erkenntnisse haben Sie durch die Dreharbeiten gewonnen?

Das, was ich jedem sage: "Achte auf dich." Das kann viel helfen und man darf sonst wirklich sein Herz in die Hände der Mediziner legen. Wichtig ist bei allem, dass man auch glaubt.

Wie sehr achten Sie auf Ihre Gesundheit?

Ich höre schon auf meinen Körper, und ich merke, wann ich müde werde, wann ich mich falsch ernähre. Ich vergleiche das gerne mit einem Auto: Ich würde auch keinen Diesel in einen Benziner-Motor füllen. Der würde kaputt gehen. Eine vernünftige Pflege und nicht immer voll Leistung fahren hilft auch. Ich achte schon sehr darauf, weil ich lange leben und auch alt werden möchte. Das sind ja zwei Dinge, die nicht zwangsläufig zusammenhängen. Jeder möchte gerne lange leben und möglichst nicht alt werden. Aber ich mich möchte auch alt werden.

Was sind Ihre persönlichen Gesundheitstipps?

Weniger maulen, weniger schimpfen, mehr Positives sehen und sich vernünftig ernähren, ohne sich etwas zu verbieten. Man kann gerne mal einen Bad-Day in der Woche einlegen. Da sagt man: Da esse ich sehr fett, sehr süß. An solchen Tagen esse ich Kuchen und trinke alles, was ich gerne möchte. Und an den anderen Tagen muss ich wieder mehr auf mich achten. Solche Tage verkraftet jeder gesunde Körper. Und natürlich ganz wichtig: Bewegung, Bewegung, Bewegung. Mir hat zum Beispiel der Hund bei der Bewegung geholfen.

Welche Gerichte essen oder kochen Sie gern, die lecker und gut fürs Herz sind?

Mein Schatz kocht. Ich koche nicht mehr so viel. Aber sie achtet sehr auf ausgewogene Ernährung. Da gibt es sehr viel Gemüse, wenig Fleisch – aus verschiedenen Gründen – und viel Salat und Rohkost.

Sie vergleichen das Herz mit einem Motor, warum?

In einem Motor kommt etwas rein, was verbrannt wird. Das tun wir auch. Unsere Lebensmittel sind der Brennstoff. Der wird umgewandelt in Energie. Es gibt Ölleitungen im Motor, die alles schmieren und versorgen. Das sind unsere Blutgefäße. All das ist identisch. Da könnte ich jetzt noch stundenlang drüber philosophieren. Aber wenn man mal in Ruhe drüber nachdenkt, dann ist dem so. Und der Motor treibt etwas an, bei einem Auto oder Motorrad sind es das Getriebe und Ketten, Gelenke. All das haben wir auch. Es wird Strom erzeugt und unser Gehirn funktioniert auch mit Strom.

Wie haben ihre Erfahrungen ihr Leben verändert?

Ich bin insgesamt positiver geworden und versuche weniger nur Nachteile zu sehen. Wichtig ist: Wo es dunkel ist, kommt auch wieder Licht. Ich finde es wunderbar.

Fragen an Ärztin Dr. med. Yael Adler

Warum haben Sie bei der Sendung mitgewirkt?

Körperwissen ist die Voraussetzung, um auf sich achtgeben zu können und länger gesund durch Leben zu kommen. Mein Ziel ist es, die Gesundheitskompetenz der Menschen auf unterhaltsame, spannende und verständliche Weise zu verbessern. Ich empfinde Gesundheitswissen als ein Grundrecht für jeden, das nicht nur Ärzten wie Herrschaftswissen vorbehalten sein darf. Herzkreislauferkrankungen sind neben Krebs die Todesursache Nummer 1. Aufklärung und Prävention retten also Leben!

Welche medizinischen Innovationen beim Thema Herz haben Sie am meisten beeindruckt?

In den nächsten 5–10 Jahren kommen mehrere "Made in Germany"-Innovationen auf den Markt, die weltweit Menschenleben retten und verlängern können. Etwa die Erfindung aus Berlin: mitwachsende Kinderherzklappen, die in nur einer Operation aus Herzbeutelgewebe entnommen, direkt zu Herzklappen umgeformt und direkt wieder eingesetzt werden. Oder maschinelle Kunstherzen, die in Zukunft statt einer Organspende anstelle des kranken Herzens eingebaut werden können – bisher ist die Wartezeit auf ein Spenderherz lang, nicht jeder überlebt sie. Oder auch Gefäß-Bypässe aus dem 3-D-Drucker, die aus körpereigener Bio-Tinte (Fibrin und Kollagen, also Eiweiße aus dem Patienten) hergestellt werden. Eine Revolution der Bypass-Chirurgie.

Welche Warnsignale sendet der Körper, wenn mit dem Herz etwas nicht stimmt?

Klassische Symptome eines Herzinfarktes sind etwa starke Schmerzen hinter dem Brustbein, die in Arme, Schulter oder Bauch ausstrahlen können; Unruhe bis Todesangst; blass-graues Gesicht; Person ist geschwächt. Männer und Frauen haben jedoch manchmal unterschiedliche Symptome. Bei Frauen sind sie oft nicht eindeutig, daher haben sie eine höhere Sterblichkeit. Bei Frauen können unspezifische Symptome wie Atemnot, Schweißausbrüche, Rückenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auf einen Herzinfarkt hinweisen.

Was kann jeder für mehr Herzgesundheit tun?

Wichtig ist es, die Vererbung im Blick zu haben. Bei betroffenen Familienangehörigen sollte man rechtzeitig mit Check-up-Untersuchungen des Herzkreislauf-Systems beginnen. Und ansonsten sind es die Klassiker: nicht rauchen, Übergewicht vermeiden, pflanzenbetonte Kost, gern mediterrane Ernährung mit Gemüse, Fisch, Olivenöl, Nüssen, Bewegung und Sport, Stress reduzieren und unbedingt eine etwa vorhandene Schlafapnoe (nächtliche Atemaussetzer) untersuchen und behandeln lassen.

Wann sollte man zum Arzt gehen und sich untersuchen lassen?

Vorbeugend als Check-up und bei "Herz-Kreislauf"-Familien. Ansonsten bei Schmerzen, auch Kopfschmerzen, Herzrhythmusstörungen, Kreislaufproblemen, unklare Kurzatmigkeit, besonders nach verschleppten Erkältungen, wenn man nicht mehr recht auf die Beine kommt.

Was sind Ihre wichtigsten Gesundheits-Tipps fürs Herz?

Frauen, die zu früh in die Menopause kommen, sollten eine naturidentische Hormontherapie mit dem Frauenarzt erwägen, um die Gefäße zu schützen. Low-Carb-Kost, Blutzuckerspitzen vermeiden. Viele lösliche Ballaststoffe in der Ernährung für eine fitte Darmflora, die auch das Herzkreislaufsystem schützt. Mediterrane Kost, kaltgepresste Öle, Nüsse, Linsen, Kichererbsen, buntes Gemüse und Obst voller Vitamine, Mineralien und sekundärer Pflanzenstoffe. Auf eine gute Versorgung mit Vitamin D3 und Omega 3 Fettsäuren achten. Dies ist eine präventive Maßnahme. Verzicht auf Fastfood mit gehärteten Fetten, tierischer Fette meiden, insbesondere Wurst. Täglich Bewegung und Sport mit einer guten Mischung aus Ausdauer und Kraft: Sport wirkt wie ein Herzmedikament, verbessert die Ausbildung von Blutgefäßen, die den Herzmuskel versorgen. Blutdruck messen und bei erhöhten Werten behandeln. Tracking-Uhren messen auch den Puls und den Rhythmus. Gesunder Schlaf, Schlafapnoe behandeln, Cholesterin messen und gegebenenfalls senken durch Abnehmen und Umstellung der Ernährung (Ballaststoffe!) oder Arzneimittel. Auf Risikomarker Homocystein und Lipoprotein A im Blut achten. Blutzucker überwachen und einen Diabetes gut einstellen.

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