"plan b": Wie können Brot, Fleisch, Kartoffeln und Palmöl gesünder und ökologisch nachhaltiger werden?

Vier Dokus über neue Ideen zu besseren Lebensmitteln

Wie kann man sich gesund und ökologisch nachhaltig ernähren ohne auf guten Geschmack zu verzichten? Was kann man besser machen bei Anbau, Produktion und Verarbeitung alltäglicher Nahrungsmittel? Mit diesen Fragen befasst sich ab Samstag, 1. Oktober 2022, 17.35 Uhr, "plan b", die Dokumentationsreihe für konstruktiven Journalismus im ZDF. In vier neuen Filmen zeigt "plan b", wie man Brot, Fleisch und Kartoffeln mit gutem Gewissen genießen kann und welche Alternativen es zum bedenklichen Palmölanbau gibt.

  • ZDF, ab Samstag, 1. Oktober 2022, bis Samstag 5. November 2022, 17.35 Uhr
  • ZDF Mediathek, einige Tage vor Sendedatum, jeweils zwei Jahre

Texte

Die Sendungen im Überblick

ZDF: Samstag, 1. Oktober 2022, 17.35 Uhr
ZDFmediathek: ab Montag, 26. September 2022

plan b: Mit Laib und Seele
Gesundes Brot mit mehr Geschmack
Film von Anni Brück              
Produktion: Spiegel TV GmbH
Redaktion und Leitung der Sendung: Christian Dezer

 

ZDF: Samstag, 15. Oktober 2022, 17.35 Uhr
ZDFmediathek: ab Freitag, 30. September 2022

plan b: Lasst die Sau raus

Wenn das Tierwohl im Mittelpunkt steht
Film von Torsten Mehltretter
Produktionsfirma: Mehltretter Media GmbH
Redaktion: Steffen Bayer
Leitung der Sendung: Christian Dezer  

 

ZDF: Samstag, 22. Oktober 2022, 17.35 Uhr
ZDFmediathek: ab Dienstag, 18. Oktober 2022

plan b: Zum Schutz der Regenwälder

Wie Palmöl eine Zukunft hat
Film von Marika Liebsch, Yves Schurzmann und Tanja Reinhard
Produktionsfirma: Good Karma Productions
Redaktion: Christian Dezer, Sina Schwerdt
Leitung der Sendung: Christian Dezer 


ZDF: Samstag, 5. November 2022, 17.35 Uhr
ZDFmediathek: ab Dienstag, 25. Okotober 2022

plan b: Tolle Knolle – Kartoffeln mit Zukunft

Film von Katharina Meyer und Christina Gantner
Produktionsfirma: Berlin Producers
Redaktion: Jasmin Hekmati
Leitung der Sendung: Christian Dezer 

 

4 x je 30 Minuten

Alle vier Dokus sind ab Sendedatum zwei Jahre lang in der ZDFmediathek verfügbar. 

plan b: Mit Laib und Seele

Gesundes Brot mit mehr Geschmack
Film von Anni Brück              
ZDF: Samstag, 1. Oktober 2022, 17.35 Uhr
ZDFmediathek: ab Montag, 26. September 2022

 

Für sein Brot ist Deutschland weltberühmt. Über 3000 verschiedene Sorten gibt es hierzulande. Aber Brot ist nicht gleich Brot, und wer sich gesund ernähren will, schaut genauer hin. "plan b: Mit Laib und Seele. Gesundes Brot mit mehr Geschmack" von Anni Brück zeigt, was gesundes Brot ausmacht.

Wie gesund ein Laib ist, hängt von der Qualität der Rohstoffe und einer schonenden Verarbeitung ab, die den Aromen und der Bekömmlichkeit zugutekommt. Das kostet Zeit, die sich viele Menschen mittlerweile nehmen:  Brot selbst zu backen, liegt im Trend. Grit Steußloff aus Rostock bietet Workshops für Backbegeisterte an. Eine Leidenschaft, die viele in der Coronapandemie für sich entdeckt haben. Vor allem der Sauerteig, der nicht dank Hefe, sondern mit Milchsäurebakterien aufgeht, hat eine wachsende Fangemeinde. Im "Sommerspezial-Kurs" soll ein Roggenschrotbrot gebacken werden. Auch die 34-jährige Elisa Zeitke will hier noch mehr Kniffe für eine gesunde Ernährung lernen.

Für Bäcker Heiner Beck ist eine lange Teigruhe eine wichtige Zutat für gesundes Brot. Denn ohne sie wird Brot für viele unbekömmlich. Doch es ist das Getreide, das viele KonsumentInnen als Ursache vermuten, egal ob Glutenunverträglichkeit oder Verdauungsprobleme: Weizen hat einen schlechten Ruf. Damit will Bäcker Beck aufräumen, gemeinsam mit dem Getreideforscher Friedrich Longin von der Uni Hohenheim. Derzeit testet das Team verschiedene Leinsamensorten – auch in Hinblick auf die verdauungsfördernde "Schleimigkeit".

Neben dem Getreide, den Zutaten und der Backkunst trägt für die Brüder Jens und Thorsten Eiling auch das richtige Mahlen zu einem gesunden Brot bei. Sie betreiben eine Bio-Mühle und testen eine neue Mehlsorte: ein extrafeines Vollkornweizenmehl aus sogenanntem Populationsweizen, einer Kreuzung mehrerer Weizensorten, die dem Klimawandel besser standhalten soll. Aber lässt sich damit auch gut backen? Brot-Blogger und Arzt Björn Hollensteiner macht den Backtest.

 

plan b: Lasst die Sau raus

Wenn das Tierwohl im Mittelpunkt steht
Film von Torsten Mehltretter
ZDF: Samstag, 15. Oktober 2022, 17.35 Uhr
ZDFmediathek: ab Freitag, 30. September 2022

 

Tiere lieben und trotzdem Fleisch erzeugen: Das muss kein Widerspruch sein. Immer mehr Bäuerinnen und Bauern stellen das Tierwohl in den Mittelpunkt ihrer Landwirtschaft. Dabei muss gutes Fleisch nicht unbedingt bio sein. "plan b: Lasst die Sau raus" von Torsten Mehltretter zeigt, wie es mehr Schweinen, Rindern und Hühnern mit neuen Haltungsformen besser gehen kann. 

Die 49-jährige Landwirtin Gabriele Mörixmann aus dem niedersächsischen Melle hat schon immer in der Schweinehaltung gearbeitet. Überzeugt hat sie keines der bestehenden Haltungskonzepte. Also hat sie eine Stallwelt rund um das Schwein geschaffen, die auch in kein Biosiegel passt. Ihre Schweine haben mehr Platz als in der höchsten Haltungsstufe vorgeschrieben. "Aktivstall für Schweine" heißt das Konzept, bei dem die Tiere jederzeit die Sau rauslassen können.

Als der frühere Finanzberater Benedikt Bösel (37) 2016 den elterlichen Ackerbaubetrieb im brandenburgischen Alt Madlitz, einem der trockensten Standorte Deutschlands, übernahm, wurde ihm schnell klar: Die Folgen des Klimawandels und eine nur auf Ertrag ausgelegte Landwirtschaft haben die Böden ausgelaugt. Nur eine Kreislaufwirtschaft, in der die Nährstoffe, die mit jeder Ernte vom Acker geholt werden, über Rinder wieder zurück in die Böden gelangen, kann den Hof retten. Sein Konzept hält die Rinder auf Trab: Wie einst in der Prärie sind sie in ständiger Bewegung und wechseln die Weideflächen.

Der niederländische Hühnerhalter Ruud Zanders (49) hat gemeinsam mit Freunden ein neues Konzept für eine nachhaltige Eierproduktion entwickelt: Die Hühner füttert er nur noch mit Lebensmittelresten aus Großbäckereien. Damit vermeidet er zwar Lebensmittelverschwendung, erhält aber dennoch kein Biosiegel – das gibt es nur bei ökologisch erzeugtem Futter. In seinen Ställen haben die Hühner Platz, aber sind sie auch glücklich? Das will er jetzt herausfinden – gemeinsam mit Verhaltensbiologen der Uni Wageningen.  

plan b: Zum Schutz der Regenwälder

Wie Palmöl eine Zukunft hat
Film von Marika Liebsch, Yves Schurzmann, Tanja Reinhard
ZDF: Samstag, 22. Oktober 2022, 17.35 Uhr
ZDFmediathek: ab Dienstag, 18. Oktober 2022

 

Fast jedes zweite Produkt in deutschen Supermarktregalen enthält Palmöl. Für seinen Anbau werden riesige Flächen Regenwald gerodet und damit auch die Lebensräume vieler Tiere vernichtet. Der ungebremste Ausbau der Plantagen bedroht die Artenvielfallt auf der Erde und schadet dem Klima. "plan b: Zum Schutz der Regenwälder" zeigt, wie Palmöl eine Zukunft haben kann.

Tag für Tag bleiben jede Menge Brötchen und Brote in den Bäckerei-Auslagen liegen, so auch bei Bäcker- und Konditormeister Ludovic Gerboin im bayerischen Moosinning. Doch was damit tun? Durch Zufall lernt er Thomas Brück, Professor für synthetische Biotechnologie an der Uni München, kennen. Der sucht dringend nach einem Rohstoff, um einen Palmölersatz zu kreieren. Und so wird nach langer Tüftelei aus altem Brot eine Alternative zum Palmöl: das Hefe-Öl. Dafür röstet und schreddert Bäcker Gerboin sein trockenes Brot, danach wird es in einem speziellen Verfahren fermentiert. "Unser Hefeöl ist haltbarer als Palmöl und kann bis zu 60 Mal wiederverwendet werden", sagt Thomas Brück.

Im indonesischen Teil der Insel Borneo ernährt Kleinbäuerin Sulastri Rahmawati mit ihrer Palmölplantage ihre sechsköpfige Familie. Wie sie sind weltweit Millionen Menschen abhängig von der Superpflanze. Denn die Palme hat einen immensen Flächenertrag, der dadurch die steigende Nachfrage nach Pflanzenfetten decken kann. Als Teil einer Kooperative kultiviert sie seit 20 Jahren Ölpalmen. Bisher wurde dafür der Regenwald gerodet, Pestizide und Kunstdünger kamen zum Einsatz. Doch nun geht die Kooperative neue Wege: Sie will dauerhaft nachhaltig produzieren und soziale Standards schaffen.

Auch wenn Ölpalmen nachhaltig angebaut werden, fallen auf den Feldern riesige Mengen Ernteabfälle an. Der Rheingauer Unternehmer Markus Matuschka von Greiffenclau hat mit thailändischen Partnern ein Verfahren entwickelt, um aus den leeren Obsttrauben der Ölpalme einen neuen Rohstoff herzustellen, der Holz und Papier ersetzen kann.

plan b: Tolle Knolle – Kartoffeln mit Zukunft

Film von Katharina Meyer und Christina Gantner
ZDF: Samstag, 5. November 2022, 17.35 Uhr
ZDFmediathek: ab Dienstag, 25. Okotober 2022

 

Ob gepellt oder gedämpft, aus der Pfanne oder dem Backofen, als Pommes oder Krokette: Die Deutschen lieben Kartoffeln und verspeisen pro Kopf fast 60 Kilo jedes Jahr.

Weltweit ist die nährstoffreiche Knolle eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel. Doch Produktion und Verarbeitung sind oft wenig nachhaltig. Gleichzeitig bringt der Klimawandel neue Herausforderungen. "plan b" zeigt Menschen, die diesen mit Erfindungsreichtum begegnen.

Einer von ihnen ist Karsten Ellenberg. Der Bio-Landwirt kämpft für mehr Vielfalt auf Acker und Teller. Während im Supermarkregal meist nur wenige, ähnliche Hochleistungssorten großer Saatgutunternehmen zu finden sind, baut Ellenberg viele unterschiedliche alte und neuer Sorten an und züchtet sogar selbst Knollen. Seine gelb-, rosa- oder sogar violettfleischigen Kartoffeln vertreibt er als Speiskartoffeln und als Saatgut für andere Kartoffelbauern. Dabei geht es Ellenberg auch um Unabhängigkeit von Chemiekonzernen und Zuchtgiganten. Denn seine biologisch gezüchteten Sorten sind besonders resistent gegen Krankheiten und Klimaveränderungen und wachsen auch ohne Pestizide. Zudem zahlen Landwirte, die bei Ellenberg Saatgut kaufen, nur einmal und dürfen seine Kartoffeln dann auch selbst vermehren. Große Saatgutunternehmen lassen sich den Anbau in den Folgejahren immer wieder neu bezahlen.

Anna und Sönke Strampe bauen in der Lüneburger Heide Süßkartoffeln an und leisten damit Pionierarbeit. Denn die stärkehaltige Knolle muss vorwiegend importiert werden – vor allem aus den USA. Dabei lässt sich die Süßkartoffel dank steigender Temperaturen inzwischen auch hierzulande kultivieren. Noch ist das wegen mangelnder Erfahrungen ein risikoreiches Unternehmen, das viel Geduld und Kreativität erfordert. Doch genau darin liegt für Landwirt Strampe der besondere Reiz.

Von den fast 60 Kilogramm Kartoffeln, die in Deutschland pro Kopf und Jahr gegessen werden, landet mehr als die Hälfte in verarbeiteter Form auf dem Teller. Besonders beliebt sind Pommes – die gleichzeitig besonders klimaschädlich sind. Denn Frittieren und Tiefkühlen sind energieintensiv, was mit einer schlechten CO2-Bilanz zu Buche schlägt. In der Kartoffelmanufaktur Pahmeyer haben sie ein Rezept dagegen: Dort laufen die Fritten als Frischprodukt vom Band. Das kostet deutlich weniger Energie als die übliche Tiefkühlung. Die Idee hatte Sohn Max, der als Nachhaltigkeitsmanager des Familienbetriebs noch mehr erreichen will. Schon jetzt produzieren die Pahmeyers ihre Pommes nur mit regionalen Rohstoffen, haben eine hofeigene Photovoltaik- und Biogasanlage mit Wärmerückgewinnung. Aber noch sieht der 22-Jährige das Unternehmen nicht am Ziel: "Wir sind in der Landwirtschaft direkt von den Konsequenzen des Klimawandels betroffen, aber haben als produzierendes Unternehmen gleichzeitig die Verantwortung und den Hebel etwas zu verändern."

Infos zu "plan b"

"plan b" bietet seit 7. Oktober 2017, samstags um 17.35 Uhr im ZDF, konstruktiven Journalismus. "plan b" ist eine Dokumentationsreihe mit Reportage-Elementen, die das jeweilige Thema anhand verschiedener Beispiele und Protagonisten aufbereitet und dabei den europäischen Aspekt immer mit einbezieht. "plan b" wirft einen lösungsorientierten Blick auf aktuelle Probleme und zeigt verschiedene Möglichkeiten auf, wie diese in den Griff zu bekommen sind. "plan b" ist die erste Dokumentationsreihe im deutschen Fernsehen, die diesen konstruktiven Ansatz verfolgt.

Fotohinweis

Fotos sind erhältlich über ZDF-Kommunikation, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/planb

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