Safe

Achtteilige Dramaserie/neoriginal

Katinka und Tom führen in Berlin eine Praxis für Kinder- und Jugendpsychotherapie. Hier finden die jungen Klientinnen und Klienten einen sicheren Raum und professionelle Hilfe. Da sind zum Beispiel die sechsjährige Ronja, die im Kindergarten andere Kinder beißt und eine besonders enge Beziehung zu ihrem Vater hat, der achtjährige Jonas, der sich mit dem nahenden Tod eines geliebten Menschen auseinandersetzen muss, die 15-jährige Nellie, die unter Panikstörungen leidet, und Sam, ein jugendlicher Straftäter, der von einer Pflegefamilie zur nächsten gereicht wird. 

  • ZDF neo, ab 8. November 2022, dienstags und mittwochs, jeweils ab 20.15 Uhr in Doppelfolgen
  • ZDF Mediathek, ab Freitag, 28. Oktober 2022, 10.00 Uhr, alle Folgen ein Jahr lang abrufbar

Texte

Stab und Besetzung

Buch und Regie                 Caroline Link

Fachberatung                     Dr. Sabine Schlippe-Weinberger, Dipl. Psych. Curd Michael Hockel

Bildgestaltung                    Bella Halben  

Musik                                 Niki Reiser

Schnitt                                Simon Gstöttmayr

Kostümbild                         Barbara Grupp     

Szenenbild                         Susann Bieling

Casting                               An Dorthe Braker 

Kinder-Casting                   Franziska Schlattner

Producerin                          Veronika Ackermann      

Produktion                          Claussen + Putz Filmproduktion GmbH

Produzenten                       Uli Putz, Jakob Claussen

Redaktion ZDF                   Berit Teschner

Koordination ZDFneo         Christiane Meyer zur Capellen

Länge                                8 x 45 Minuten

 

Die Rollen und ihre Darsteller*innen

Katinka                              Judith Bohle

Tom                                   Carlo Ljubek

Jonas                                Jonte Blankenberg

Sam                                   Valentin Oppermann

Nellie                                 Carla Hüttermann

Ronja                                 Lotte Shirin Keiling

Hanna                                Ella Lee

Robert                               Matthias Habich

Michael                              Christian Erdmann

Dorothee                            Corinna Kirchhoff

Matthias                            Sönke Möhring

Claudia                              Christina Große

Rolf                                     Paul Herwig

Hanni                                  Alexandra Finder

Laura                                 Lisa Marie Becker

und andere

Allgemeiner Inhalt

Kantinka und Tom führen in Berlin eine Praxis für Kinder- und Jugendpsychotherapie. Hier finden die jungen Klientinnen und Klienten einen sicheren Raum und professionelle Hilfe.

Da sind zum Beispiel die sechsjährige Ronja, die im Kindergarten andere Kinder beißt und eine besonders enge Beziehung zu ihrem Vater hat, der achtjährige Jonas, der sich mit dem nahenden Tod eines geliebten Menschen auseinandersetzen muss, die 15-jährige Nellie, die unter Panikstörungen leidet, und Sam, ein jugendlicher Straftäter, der von einer Pflegefamilie zur nächsten gereicht wird. Mit Hilfe von Spiel- und Gesprächstherapie versuchen die beiden Therapeuten, den Kindern zu helfen und ihnen Beistand zu leisten.

So kompetent Katinka und Tom in ihrem Job agieren, so sehr zweifeln und wanken sie in ihrem Privatleben. Tom wird in seiner Vaterschaft vor neue Herausforderungen gestellt, da seine Teenagertochter Hanna beschließt, zu ihm nach Berlin zu ziehen. Katinka muss sich mit ihrem übermächtigen Vater Robert auseinandersetzen und hat eine Affäre mit dem verheirateten Arzt Michael, was sie zunehmend unglücklich macht.

Die Serie zeigt, wie sich das Leben und der Seelenzustand der Kinder und Erwachsenen über den Verlauf von mehreren Monaten verändern und weiterentwickeln.

Folgenübersicht und Sendetermine in ZDFneo

Folge 1: Dienstag, 8. November 2022, 20.15 Uhr

Die sechsjährige Ronja hat ihre achte Therapiestunde bei Katinka. Das Mädchen schminkt und verkleidet sich und erklärt ihrer Therapeutin, worauf es ihrer Meinung nach bei Männern ankommt. Ohne ihr Verhalten zu bewerten, lässt Katinka Ronja gewähren, spiegelt ihr ihre verwirrenden Gefühle. Ronja pendelt zwischen dem Wunsch, eine erwachsene Frau zu imitieren, und dem Verlangen, an einer Babyflasche zu nuckeln, von ihrer Mutter gehalten zu werden.

Samuel, genannt Sam, und seine Pflegemutter Claudia kommen zum ersten Mal in die Praxis. Für Sam ist die Therapie die letzte Chance, nicht ins Heim zu müssen. Er schwänzt die Schule, hat gewalttätige Ausbrüche und wurde beim Diebstahl erwischt. Tom versucht, das Vertrauen des Jungen zu gewinnen. Er zeigt ihm durch eine Familienaufstellung, dass es Gefühle gibt, die tief in unserem Unterbewussten schlummern und nur darauf warten, nach oben geholt zu werden. Ob Sam nach dieser Sitzung die Therapie fortsetzen will, muss er selbst entscheiden.

Katinka leidet unter den klugen Ratschlägen ihres übermächtigen Vaters Robert, der ebenfalls viele Jahre erfolgreich als Kindertherapeut tätig war.

 

Folge 2: Dienstag, 8. November 2022, 21.00 Uhr

Der achtjährige Jonas ist zum ersten Mal mit seinen Eltern bei Tom. Der Vater des Jungen hat eine unheilbare Krebserkrankung zu bewältigen, und Jonas ist dadurch schwer belastet. Er kann sich nicht mehr konzentrieren und versinkt immer öfter in tiefe Traurigkeit. Tom möchte seinen neuen Klienten erst einmal kennenlernen und lässt ihn seine Familie als Tiere zeichnen. Durch seinen Hund Casanova kann Tom Jonas schließlich dazu bringen, sich ein Stück weit zu öffnen.

Katinka hat am Abend eine Therapiestunde mit Nellie. Die 15-Jährige kommt zu ihr, weil sie unter Panikstörungen leidet. Sie ist eine leidenschaftliche Sportlerin und schafft es kaum, ruhig zu sitzen. Entspannungsübungen lehnt sie wütend ab. Behutsam versucht Katinka, Nellies schnippische Provokationen zu ignorieren und ihr aufzuzeigen, dass ihr Körper durch die Panikattacken um Hilfe ruft.

Immer wieder wird Katinka in ihrer Beziehung zu dem verheirateten Arzt Michael enttäuscht. Sie erlebt zum wiederholten Mal, dass Michael es nicht schafft, ein paar freie Tage für sie zu planen.

Toms 15-jährige von ihm getrenntlebende Tochter Hanna kündigt ihren Besuch an. Tom muss die Enttäuschung verkraften, dass sie eine Freundin nach Berlin mitbringt.

 

Folge 3: Mittwoch, 9. November 2022, 20.15 Uhr

Angespannt und misstrauisch erscheint Sam zu seiner zweiten Therapiestunde. Tom erkennt, dass der Junge die Unterstützung durch ihn gerne annehmen würde, aber in seiner Abwehr gefangen ist. Sam wurde beim Klauen erwischt und angezeigt. Seine Pflegemutter Claudia ist enttäuscht von ihm. Tom bietet Hilfe an und kann dem Jungen vermitteln, dass es allen Menschen möglich ist, ihr Schicksal durch ihre Handlungen selbst zu bestimmen.

In ihrer Supervisionsgruppe bespricht Katinka den Fall "Ronja". Die leitende Supervisorin Dorothee ermuntert sie, Ronja weiterhin geduldig zu begleiten, und bekräftigt sie darin, auch mit dem Vater ein Elterngespräch zu führen. Im Sandspiel mit Figuren wird immer wieder die Eifersucht der 6-Jährigen auf den kleinen Bruder deutlich. Ronja wirkt unglücklich, fühlt sich dumm und von anderen Kindern abgelehnt. Aus einem leeren Pappkarton baut sie zusammen mit Katinka ein Schiff, in das sie einsteigen und übers Meer schippern kann. Katinka spielt Wellen nach und schaukelt das aufgebrachte Mädchen, bis es sich beruhigen kann.

Tom tauscht sich mit Katinka darüber aus, dass ihm das selbstbewusste Verhalten seiner Tochter Hanna im Kreis ihrer Freunde fremd erscheint. Er sieht sie so selten, dass er das Gefühl hat, sein Kind nicht mehr gut zu kennen. Katinka wiederum verschließt sich seinen Nachfragen nach Michael.

 

Folge 4: Mittwoch, 9. November 2022, 21.00 Uhr

Als Katinka der hungrigen Nellie Popcorn zubereitet, wird dem Mädchen übel. Es drängt nach draußen an die frische Luft. Dort möchte die Therapeutin etwas mit Nellie ausprobieren. Katinka breitet ein großes weißes Papier auf dem Rasen aus, zeichnet darauf den Umriss von Nellies Körper nach und bittet sie dann, mit bunten Farben ihre Gefühle zu platzieren. Beim Betrachten des entstandenen Bildes tritt ein Gefühl auffällig in den Vordergrund.

In seiner dritten Therapiestunde sucht Jonas im Spiel die Gefahr. Als "Bergsteiger" wagt er einen gefährlichen Sprung, wird in seiner Fantasie dabei tödlich verletzt und unter Felsen, Schnee und Eis begraben. Auf kindliche Weise setzt er sich mit dem Sterben auseinander. Tom hilft dem Jungen, seine Gefühle wahrzunehmen.

In der Mittagspause trifft Katinka ihren Vater in einem Biergarten. Robert Engels kann es nicht lassen, seine Tochter mit guten beruflichen und privaten Ratschlägen zu versorgen. Die Beziehung der beiden ist nicht unkompliziert.

 

Folge 5: Dienstag, 15. November 2022, 20.15 Uhr

Ronjas Vater, Matthias Reiminger, erscheint zum Elterngespräch. Misstrauisch lässt er sich nur langsam auf Katinkas Fragen ein. Matthias fühlt sich nicht nur in der Praxis überfordert. Da er als Koch arbeitet, bleibt ihm nur wenig Freizeit. Den Einfluss seiner Ex-Frau auf die Kinder empfindet er als negativ. Mit einer therapeutischen Intervention kann Katinka ihm aufzeigen, wie wichtig gemeinsam verbrachte Zeit für seine beiden Kinder ist.

Sam erscheint fröhlich zu seiner elften Therapiestunde bei Tom in der Praxis. Er hat zu seinem 16. Geburtstag von seinen Pflegeeltern sehr angesagte Sneaker geschenkt bekommen, die er seinem Therapeuten stolz präsentiert. Dass er in ein Mädchen aus seiner Clique verliebt ist und nicht recht weiß, wie er sich ihr annähern kann, beschäftigt ihn allerdings. In einem Rollenspiel hilft Tom seinem Klienten auf die Sprünge.

Hanna, Toms Tochter, ist zu Besuch. Sie wünscht sich, ab sofort bei ihrem Vater in Berlin zu leben. Tom ist sich nicht sicher, ob er dieser Aufgabe gewachsen ist. Katinka hingegen freut sich für die beiden und bestärkt Hanna in ihrem Plan.

 

Folge 6: Dienstag, 15. November 2022, 21.00 Uhr

Im Garten der Praxis spielen Therapeut Tom und Jonas gemeinsam Fußball. Der Junge gewinnt und Tom hilft ihm, das euphorische Gefühl der Freude und Kraft mit einer Geste im Körper zu verankern. Dies kann der Junge gut gebrauchen, denn sein schwerkranker Vater ist mittlerweile in einem Hospiz. Er hat Jonas seine Armbanduhr überlassen, ein Erbstück der Familie, für die Jonas ein Schmuckkästchen bauen möchte. Beim Basteln vertraut sich Jonas Tom an. Er ärgert sich über seine depressive und immer traurige Mutter, die sich nur noch um seine kleine Schwester Amelie zu kümmern scheint. Tom gelingt es, Jonas einen anderen Blick auf seine Mutter zu vermitteln.

In ihrer Sitzung erzielt Katinka bei Nellie einen Durchbruch: Ausgelöst durch eine unerfreuliche sexuelle Begegnung mit einem älteren Jungen, der sie nach einem gemeinsamen Tennisturnier zu Freunden mitgenommen hatte, kommen in Nellie Erinnerungen hoch. Zum ersten Mal kann sie mit Katinka über ein traumatisches Erlebnis in ihrer Kindheit sprechen.

Toms Tochter Hanna zieht bei ihm ein und beansprucht gleich das größere Zimmer. Die beiden sind aufgeregt und freuen sich auf die gemeinsame Zeit, die vor ihnen liegt.

 

Folge 7: Mittwoch, 16. November 2022, 20.15 Uhr

Freudestrahlend erzählt Ronja ihrer Therapeutin Katinka, dass sie eine Einladung zu einem Kindergeburtstag vom "schönsten Mädchen aus der ganzen Gruppe" im Kindergarten bekommen hat. Als Geschenk möchte sie Clara daher etwas malen. Während vor ihr das Bild entsteht, wird Ronja mit Katinkas Hilfe bewusst, dass ihr diese ungleiche Freundschaft nicht guttut. Mit gesunder Wut zerstört sie das Bild mit nassem Sand und stärkt sich so selbst.

Sam dagegen fühlt sich von seinem Lehrer unfair behandelt. Obwohl er jetzt wieder regelmäßig zur Schule geht, scheint es ihm unmöglich, sein Leben positiv zu verändern. Aber über die Monate in der Therapie mit Tom hat Sam Zugang zu seinen Gefühlen gefunden. Er kann endlich darüber sprechen, was ihn tatsächlich im Innersten beschäftigt.

Bei einem gemeinsamen Abendessen in einem japanischen Restaurant haben Katinka, Tom und Hanna Spaß zusammen. Der selbstverständliche und herzliche Umgang von Katinka mit seiner Tochter gefällt Tom, und es entsteht ein Moment der Nähe zwischen den beiden.

 

Folge 8: Mittwoch, 16. November 2022, 21.00 Uhr

Nellie geht mithilfe der Bildschirmtechnik noch einmal zurück an den Ort der finsteren Erinnerungen. Begleitet von Katinka wird sie versuchen, ihr Trauma in ihr Leben zu integrieren.

Jonas' Vater ist gestorben. Tom gibt der Trauer Raum und wartet behutsam, bis Jonas von selbst beginnt, von anderen Erlebnissen zu erzählen. Von nun an gilt es, mit dem Verlust zu leben. In einem wilden Regentanz lässt Jonas seinen aufgestauten Gefühlen freien Lauf.

Am Lagerfeuer im Garten lassen Tom und seine Tochter Hanna am Ende des Tages die ersten gemeinsamen Wochen in Berlin Revue passieren. Es läuft gut mit den beiden. Als Tom auch Katinka dazu holen will, findet er sie nachdenklich im dunklen Therapiezimmer. Ihre Fortschritte mit Nellie bewegen sie. Zudem hat sie es geschafft, sich von Michael zu trennen.

"Eine kompromisslose, intensive Fernsehserie"

Wir freuen uns sehr darüber, dass Caroline Link als eine der bedeutendsten und erfolgreichsten Kinoregisseurinnen Deutschlands mit uns ihre erste Fernsehserie realisiert hat. "Safe" widmet sich dem Thema der Kinder- und Jugendtherapie. Ein Thema, das leider in Coronazeiten noch virulenter geworden ist. Entstanden ist, ganz im Stil von Caroline Link, eine kompromisslose, intensive und einfühlsame Fernsehserie.

Heike Hempel, Hauptredaktionsleiterin Fernsehfilm/Serie II

Statement von Caroline Link

Schon in meiner Schulzeit war mir ein Buch von der amerikanischen Kinderpsychotherapeutin Virginia Axline aus den 70er Jahren in die Hände gefallen: "Dibs. In search of himself". Ich habe das Buch als 17-Jährige mit großer Faszination gelesen. Ein angeblich autistisches Kind wird behutsam von einer Therapeutin auf seinem Weg in die Welt begleitet.

Mich hat das Buch tief berührt, und ich kann gar nicht genau sagen, warum. Scheinbar waren die Interventionen dieser Therapeutin so klein. So unbedeutend. Und doch haben sie den verschlossenen Buben verändert. Das Buch steht seitdem in meinem Regal, und vor ein paar Jahren habe ich es nochmal hervorgekramt.

Seit ich Filme mache, arbeite ich mit Kindern. Wahrscheinlich gelingt mir das ganz gut, weil ich mich wirklich für sie interessiere. Vor allem, wenn sie Krisen zu bewältigen haben und vor Herausforderungen stehen.

Virginia Axline ist nach Carl Rogers die "Erfinderin" der nicht-direktiven Spieltherapie. Eine Therapieform, die davon ausgeht, dass das Spiel ein natürliches Mittel zur Selbstdarstellung der Kinder ist. So wie Erwachsene sich aus-sprechen wollen, so wollen sich Kinder aus-spielen. Die Therapeuten begleiten die Kinder in ihrer Selbstdarstellung, ohne sie zu lenken und ohne sie verändern zu wollen. Allein durch den wertschätzenden Umgang mit den jungen Klienten und ihren behutsamen Interventionen ermöglichen sie den Kindern, sich selbst und ihre komplizierten Gefühle besser zu verstehen.

In unserer Gesellschaft sind Psychotherapieplätze für Kinder und Jugendliche Mangelware. Immer mehr Eltern wünschen sich professionelle Unterstützung für ihre Kinder. Ich kann mir vorstellen, dass viele Menschen keinerlei Vorstellung davon haben, was genau in einer Spieltherapiestunde passiert. Weil ich das selbst verstehen wollte und weil ich mich mit großer Begeisterung mit erfahrenen Kindertherapeuten austauschen konnte, gehe ich einfach mal davon aus, dass es auch viele andere Menschen gibt, die sich für dieses Thema interessieren.

"Safe" soll einen realistischen Einblick geben in den Ablauf exemplarischer Therapiesitzungen mit Kindern zwischen sechs und 16 Jahren. Und auch wenn der Zuschauer nicht in jedem Moment versteht, warum sich die Therapeuten so und nicht anders zu den Kindern verhalten, so hoffe ich, dass man beim Zusehen spürt, was Therapie in Gang setzen kann. Und wie faszinierend es ist, zu beobachten, wie genau die Kinder und Jugendlichen dazu imstande sind, den Finger auf ihre Wunden zu legen und sich damit selbst zu helfen.

"Safe" ist keine Dokumentarserie, sondern besteht aus 16 geschriebenen und inszenierten Therapiesitzungen. Die Menschen, die wir sehen, sind Schauspieler. Die Bücher habe ich gemeinsam mit den beiden erfahrenen Kindertherapeuten Sabine Weinberger und Curd Michael Hockel geschrieben.

"Safe" soll spannend sein und bewegend. Emotional und manchmal anstrengend. So wie das Leben.

Drei Fragen an Judith Bohle und Carlo Ljubek

Was war der Reiz für Sie, diese Rolle anzunehmen?   

Judith Bohle: Zunächst einmal die Bücher, die fand ich spannend und klug. "Safe" unternimmt eine Reise in die Seelen von bedrängten Kindern, und das hat mich gefesselt. Ich empfand es als etwas Besonderes, mich in der Rolle der Therapeutin dem zu widmen. Die Bücher sind für mich zutiefst humanistisch, verweisen über den Fokus auf die Kinder und Jugendlichen hinaus auf unser aller Verletzungen und Bewältigungsstrategien. Außerdem ist es auch einfach ein goldener Anruf, wenn Caroline Link einen zu einem Projekt einlädt.

Carlo Ljubek: Für mich sind die Themen der Psyche und die Fragilität eines Menschen die Reize gewesen. Diese Themen begleiten mich schon lange. Wir leben in einer Zeit, in der wir noch nicht genau und sensibel genug mit mentalen Krankheiten umgehen. Dass mir Caroline Link in der Serie eine zentrale Rolle gegeben hat, ist ein Bonus. Wir verhandeln in "Safe" Themen, die jeder von uns kennt und die keine offensichtlichen Wunden haben: Tod, Verlust, Ängste, Trennungen, Schmerzen. Für mich war die besondere Herausforderung, als Spieler eher ein Spiegel zu den jungen Spielern zu sein, die die einzelnen Themen getragen haben. Interessant ist für mich, ob die Zuschauerinnen und Zuschauer, vor allem Eltern, sich selbst und ihre Zerbrechlichkeit und Verletzlichkeit in unseren Erzählungen wiederfinden können. In unserer Gesellschaft wird Therapie immer noch als Ausdruck für ein Scheitern und nicht als eine Chance für Heilung und Verbindung zu sich und den anderen gesehen. 

Wie anspruchsvoll ist es für eine Schauspielerin/einen Schauspieler, sich auf so ein komplexes Thema vorzubereiten?  

Judith Bohle: Für mich startete die Vorbereitung mit einem sehr eindrücklichen Treffen mit Sabine Weinberger, die eine Koryphäe auf dem Gebiet der personenzentrierten non-direktiven Beratung ist. Caroline Link hat die Bücher mit ihr entwickelt, und es war immer wichtig, dass bei aller dramaturgischen Verdichtung die Sitzungen hoch realistisch bleiben und so stattfinden könnten. Wir sind gemeinsam durch die Bücher gegangen, sie erklärte mir die psychodynamischen Vorgänge der Sitzungen. Später sah ich auch faszinierendes Ausbildungsmaterial. Wann löst sich in der kindlichen Psyche etwas und wodurch? Das ist vielleicht der rote Faden in meiner Vorbereitung gewesen.

Carlo Ljubek: Interessant war für mich, für die Serie eine andere Form zu spielen zu finden. Ein Therapeut spiegelt seinen Klient*innen ja eher die Situationen wider, in denen sie sich befinden, ohne sich selbst in den Vordergrund zu stellen und zu deutlich einzubringen. Für den Spielenden können diese Spiegelungen nicht anders als zurückhaltend sein. Sie haben aber die Aufgabe, Reflexionen zu den Themen der jungen Spieler und deren Episoden zu sein, und sind gleichzeitig Gradmesser für die Tiefe der Themen und dafür, was für ein Ausmaß die Inhalte für die Zuschauer*innen erreichen können.

Wie war die Zusammenarbeit mit Caroline Link? 

Judith Bohle: Es ist faszinierend, wie Caroline Link anzustecken vermag, mit ihrem inhaltlichen Fokus, mit ihrer Genauigkeit und ihrer Motivation, und so am ganzen Set die Stimmung herrscht, an etwas Besonderem zu arbeiten. Dann war unsere Arbeit mit so jungen Darstellenden, die ganz intuitiv und unmittelbar spielen, für mich spannend, durchaus herausfordernd und sehr bestechend. Und außerdem war es auch toll zu erleben, dass in aller Selbstverständlichkeit die weibliche Perspektive am Set dominiert. Regie, Kamera, Produktion, Producerin, Buch, Kostümbild, Casting, Ausstattung: alles Frauen!  

Carlo Ljubek: Caroline Link ist ein Gegenüber, das immer in Verbindung bleibt und bei der es kein Entkommen, kein Davonschleichen, keine Zurückhaltung gibt. Sie ist anwesend und will Anwesenheit. Dafür schafft sie einen genauen und sicheren Rahmen, in dem wir uns als Spieler ausprobieren können – immer mit der eigentlichen Aufgabe, am Set glaubhaft gesellschaftlich relevante Geschichten zu erzählen. Ihre Akribie in der Vorbereitung, ihre Genauigkeit, die Themen anzufassen, anzuschauen und sie auf den Weg zu bringen, sind Grundlagen für gesellschaftlich relevante Narrative, die uns am Set, aber wohl auch den Zuschauer*innen helfen, einen Platz für sich und die eigenen Geschichten zu finden.

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