Ziemlich beste Nachbarn

Drei neue ZDFzeit-Dokus mit Michael Kessler

Was halten die Europäer voneinander? Wie sehen die Deutschen ihre Nachbarn – und umgekehrt? Die Reihe geht diesen Fragen nach. Für die neuen Folgen macht sich Schauspieler und Comedian Michael Kessler auf den Weg nach Frankreich, in die Schweiz und in die Niederlande und schaut nach, was dran ist an gegenseitigen  Klischees. Am Ende seiner Reise ist er erleichtert: "Ich habe das Gefühl, dass die Mehrheit der Europäer echte Europa-Fans sind. Trotz Unterschieden und Klischees, die oft gar nicht so ernst gemeint sind, überwiegt doch das Verbindende. Wir wissen: Nur gemeinsam lösen wir die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft."

  • ZDF, dienstags: 6., 13. und 20. September 2022, jeweils 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Alle Folgen ab Montag, 5. September 2022, 20.15 Uhr, fünf Jahre lang

Texte

Stablisten

Dienstag, 6. September 2022, 20.15 Uhr
ZDFmediathek: ab 5. September 2022, 20.15 Uhr, fünf Jahre lang
Ziemlich beste Nachbarn: Wir und die Franzosen
ZDFzeit-Doku mit Michael Kessler

Buch und Regie            Annette von der Heyde und Oliver Halmburger
Kamera                         Anthony R. Miller, Jan Prillwitz, Philipp Podlich
Schnitt:                         Christoph Schuhmacher
Grafik                            Kawom!
Produktionsleitung        Carola Ulrich, Philipp Müller
Redaktion                     Stefan Mausbach, Ursula Nellessen
Leitung                         Stefan Brauburger

 

Dienstag, 13. September 2022, 20.15 Uhr
ZDFmediathek: ab 5. September 2022, 20.15 Uhr, fünf Jahre lang
Ziemlich beste Nachbarn: Wir und die Schweizer
ZDFzeit-Doku mit Michael Kessler

Buch und Regie            Friedrich Scherer und Oliver Halmburger
Kamera                         Anthony R. Miller, Jan Prillwitz, Philipp Podlich
Schnitt                          Christoph Schuhmacher
Grafik                            Kawom!
Produktionsleitung        Carola Ulrich, Philipp Müller
Redaktion                     Stefan Mausbach, Ursula Nellessen
Leitung                         Stefan Brauburger

 

Dienstag, 20. September 2022, 20.15 Uhr
ZDFmediathek: ab 5. September 2022, 20.15 Uhr, fünf Jahre lang
Ziemlich beste Nachbarn: Wir und die Niederländer
ZDFzeit-Doku mit Michael Kessler

Autor                             Oliver Halmburger und Frank Diederichs
Kamera                         Tobias Corts, Jan Wich
Schnitt                          J.P. Stahl
Grafik                            Kawom!
Produktionsleitung        Carolin Krüger (Loopfilm), Carola Ulrich, Philipp Müller (ZDF)
Produzent                     Oliver Halmburger (Loopfilm)
Redaktion                     Stefan Mausbach, Ursula Nellessen
Leitung                         Stefan Brauburger

Inhalt der Folgen

"Ziemlich beste Nachbarn: Wir und die Franzosen"

Baskenmütze, Streiks und Seitensprünge: Über Franzosen gibt es viele Vorurteile, und kaum eine Geschichte zwischen zwei Nachbarn war in der Vergangenheit so spannungsgeladen wie die von Franzosen und Deutschen. Allein in dieser Zeit führten beide Länder fünf Kriege gegeneinander. Lange wurde von Erbfeindschaft gesprochen, von unüberbrückbaren Unterschieden, vom Gegensatz der Kulturen und Charaktere. Heute ist von einer unverbrüchlichen deutsch-französischen Freundschaft die Rede; über 2.300 Städte und Regionen pflegen Partnerschaften.

Und trotzdem, etliche vorgefasste und oft widersprüchliche Vorstellungen wirken weiter. Wo liegt der historische Ursprung der Stereotypen? Michael Kessler reist in das Land von Baguette und Käse und prüft, was dran ist, an den Klischees über unsere französischen Nachbarn. Stimmt es wirklich, dass Franzosen im europäischen Vergleich häufiger streiken und länger Urlaub machen? Arbeiten wir Deutschen tatsächlich mehr? Und worauf gründet der Ruhm der Franzosen, Feinschmecker zu sein? In Versailles spricht Michael Kessler darüber mit Historiker Stanis Perez, um anschließend im ältesten Gasthaus von Paris bei Sternekoch Grégory Garimbay in den Praxistest zu gehen. Ob Frankreich wirklich die Heimat des Parfums ist, erfährt Kessler in der Osmothèque in Versailles, einem weltweit einzigartigen Duftarchiv, das auch das Parfum von Napoleon Bonaparte zum Schnüffeln bereithält.

Mit Sängerin Barbara Pravi plaudert der Comedian über das Savoir-vivre und klärt uns auf, warum Paris die Stadt der Liebe ist. In Reims erfährt er, dass Champagner zwar typisch französisch ist, die Deutschen aber auch ein wenig Anteil an der Erfolgsgeschichte haben. Die Frage, ob Franzosen tatsächlich die besten Modemacher der Welt sind und was Sonnenkönig Ludwig XIV. damit zu tun hat, bespricht Michael Kessler mit Lutz Huelle, einem deutschen Modedesigner in Paris. Im Norden der Stadt, in Saint-Denis, einem sogenannten "Banlieue", sieht er, wie Sport bei der Integration helfen kann und wie wichtig Vorbilder wie Kylian Mbappé für die Kids dort sind. Mit Witz und Neugier sucht Michael Kessler Orte und Menschen auf, und er findet auch einige Indizien, dass manche der Vorurteile stimmen – zur gegenseitigen Bereicherung.

 

"Ziemlich beste Nachbarn: Wir und die Schweizer"

Rütlischwur, Apfelschuss, Eigensinn, Alphorn, Jodeln und Bankgeheimnis – seit Wilhelm Tell scheint das Bild der Deutschen von der Schweiz gefestigt zu sein. . Die beiden Länder haben eine ganz besondere Beziehung zueinander: Schweizer und Deutsche wetteifern und streiten seit Jahrhunderten mit großer Leidenschaft. Verbunden sind sie vor allem durch die gemeinsame Sprache – zumindest zum Teil. Kulturell und politisch gibt es aber Unterschiede und da und dort auch kleine "Minenfelder". Stimmt die Annahme, dass die Schweizer sich gerne nach außen hin abschotten, dass die teuerste Stadt der Welt in der Schweiz liegt und die meisten Eidgenossen reich sind? Dass sie pünktlich sind wie ein Uhrwerk? Schokolade und Käse lieben, Deutsche aber weniger? Wo liegen die historischen Wurzeln dieser Vorurteile? Wie viel Wahrheit steckt in ihnen? Und inwiefern unterscheiden sich Schweizer Eigenschaften von all dem, was als typisch deutsch gilt? Michael Kessler begibt sich auf die Reise in das Land, das seit dem Wiener Kongress von 1815 offiziell neutral ist – und somit in den letzten 200 Jahren eigentlich der einzige direkte Nachbar, mit dem Deutschland keinen Krieg geführt hat. Vom Dialektologen André Perler erfährt Michael Kessler, warum es deutschsprachige Schweiz heißt und Deutsche doch kaum ein Wort verstehen. Warum die Schweizer langsamer reden als Deutsche und sogar langsamer gehen als der Rest der Welt. Auf der Rütliwiese am Vierwaldstätter See, dem mythischen Gründungsort der Schweiz, geht Kessler der Frage auf den Grund, ob Wilhelm Tell tatsächlich gelebt hat, und inwieweit er als Vorbild dient. Mit Emil und Niccel Steinberger spricht der Comedian über den speziellen Schweizer Humor und im Mini-Kanton Glarus erlebt er eine schweizerische Politikspezialität, "die Landsgemeinde", die als Keimzelle der Schweizer Demokratie gilt. Über das, was man den "Kantönligeist" nennt, sinniert er mit Fernsehkoch René Schudel, und mit Glücksforscher Bruno Frey spricht er darüber, warum die Schweizer gemäß dem World Happiness Report glücklich Platz vierbelegen, während die Deutschen nur auf Platz 14 liegen. Michael Kesslers Begegnungen führen vor Augen, dass manche Klischees mit der Realität längst nichts mehr zu tun haben. Das Bankgeheimnis etwa ist seit 2018 Geschichte.

 

"Ziemlich beste Nachbarn: Wir und die Niederländer"

Windmühlen, Frau Antje mit Käse aus Holland, endlose Wohnwagen-Karawanen und dann noch der Fußball: An Bildern in deutschen Köpfen mangelte oder mangelt es nicht, wenn sie an den Nachbarn denken. Dafür galten die Deutschen dort lange als "Moffen", muffige und unangenehme Zeitgenossen. Ist das auch heute noch so?

Die Niederlande haben siebzehn Millionen Einwohner und Einwohnerinnen, Deutschland über achtzig Millionen. Viele Niederländer verfolgen das deutsche Zeitgeschehen recht aufmerksam, umgekehrt dürften die meisten Deutschen kaum wissen, wer das Nachbarland gerade regiert. Im Verhältnis der ungleichen Nachbarn hat die Besetzung der Niederlande durch die Deutschen im Zweiten Weltkrieg Wunden geschlagen. Nach dem Krieg galten sie lange Jahre als erklärtes Feindbild der Niederländer, während die Deutschen bei den Nachbarn Urlaub machten, als ob nichts gewesen wäre. Heute gibt es eine neue Nähe zwischen den Ländern. So erscheinen in den Niederlanden mittlerweile Buchtitel wie "Warum wir auf einmal die Deutschen lieben" oder "Wir können nicht alle Deutsche sein". Wie aber sehen Deutsche das Nachbarland? Tulpen, Edamer, Rembrandt, Holzschuhe, Deiche und Drogen gehören genauso zum Hollandbild wie Fußballer Marco van Basten und die königliche Familie. Michael Kessler reist mit einem Koffer voller Fragen in die Niederlande und prüft, was tatsächlich dran ist an den Klischees.

Das Nationalsymbol, die Tulpe, kommt eigentlich aus der Mongolei, und die berühmten Holzschuhe, "Klompen" genannt, stammen ursprünglich aus Frankreich. Beim Königstag in Maastricht erklärt König Willem-Alexander höchstpersönlich Michael Kessler, was typisch niederländisch ist. Historiker Christoph Driessen erläutert, warum bei Festen das ganze Land in orange getaucht ist, obwohl die Nationalflagge doch rot-weiß-blau ist, wie deutsch das niederländische Königshaus ist und wie prägend bis heute der Calvinismus. Kessler fragt nach, ob die Niederlande tatsächlich ein so freiheitsliebendes und liberales Land sind, in dem man schneller als andernorts zu Konsens und Kompromiss findet. Er geht der legendären Fußballrivalität zwischen Deutschland und den Niederlanden nach, überprüft in Kinderdijk, seit 1997 UNESCO-Weltkulturerbe, ob die Niederländer wirklich so viele Windmühlen haben, und wie der Klimawandel den Kampf gegen das steigende Meer verschärft. Kessler erfährt, dass der Drahtesel gar nicht von der Fahrradnation erfunden wurde, dass die Niederländer aber tatsächlich Europameister im Wohnwagenbesitz sind und holländische Tomaten viel besser als ihr Ruf. Er kehrt mit Erkenntnissen zurück, die so manche der gegenseitigen Zuschreibungen überdenken lassen.

Interview mit Michael Kessler

Die Dreharbeiten für die neuen Folgen der ZDF-Reihe "Ziemlich beste Nachbarn" mussten wegen der Coronapandemie mehrmals verschoben werden – keine gute Zeit für Grenzgänger. Wie haben Sie Ihre Reisen jetzt erlebt?

Wir hatten das Glück im Inzidenz-beruhigten Frühsommer zu drehen, in dem man vor allem im überfüllten Paris sehen konnte, wie schnell die Menschen die Masken wieder fallen lassen und mit großem Nachholbedarf alle Coronaregeln sekundenschnell vergessen. Aber wer kann es ihnen verdenken? Hoffen wir mal, dass wir das Virus in Schach halten und nicht das Virus uns. Auf unserer Reise habe ich gemerkt, wie sehr mir unsere Nachbarn gefehlt haben.

Bei "Ziemlich beste Nachbarn" geht es um Klischees, Stereotypen und Vorurteile. Welche Klischees haften uns Deutschen an?

Wenn ich das unsere europäischen Nachbarn frage, reagieren die immer mit einer Mischung aus Bewunderung und Irritation für unsere strukturierte Ordnung. Wir gelten als fleißig und als kompetente Konfliktlöser. Klingt doch gar nicht so schlecht, oder?

Sie haben Frankreich, die Niederlande und die Schweiz bereist. Welche drängendsten Fragen hatten Sie im Gepäck?

Sind die Schweizer wirklich so langsam, essen die Niederländer nur Gouda und machen die Franzosen wirklich zwei Stunden Mittagspause?

Holzschuhe, Tulpen, Käse – welche Bilder hatten Sie persönlich im Kopf vor Ihrer Reise nach Holland?

Achtung, Sie haben das Wichtigste vergessen: die Fritteuse! Schließlich frittiert der Niederländer alles – was ihm kulinarisch auf dieser Reise allerdings nur den dritten Platz eingebracht hat.

Und wie haben Sie unsere niederländischen Nachbarn erlebt?

Bei der Tomaten- und Tulpenproduktion hatte ich das Gefühl, dass uns die Holländer in Perfektion und Geschäftssinn noch übertrumpfen. Ansonsten schätze ich die Lockerheit und den Humor der Niederländer – davon können wir uns eine Scheibe abschneiden!

Wie war Ihr Bild von den Schweizerinnen und Schweizern vor der Abreise?

Da ich mal in Zürich auf der Bühne stand, sind mir die ordentlichen und pünktlichen Schweizer absolut geläufig. Sie ticken wirklich wie ein Uhrwerk. Viele Klischees stimmen, aber wir können von den Schweizern vor allem lernen, wie direkte Demokratie per Volksentscheid geht. Das ist absolut beeindruckend!

Und wie haben Sie Frankreich erlebt?

Modisch, lecker, geschmackvoll und wohlriechend!

Was halten die Europäer voneinander? Welchen Eindruck hatten Sie da auf Ihren Reisen?

Ich habe das Gefühl, dass die Mehrheit der Europäer echte Fans von Europa sind. Der große Grenzverkehr, die große innereuropäische Reiselust zeigt ja, dass wir uns irgendwie mögen und wie gerne wir uns gegenseitig besuchen. Europa sollten wir immer als Chance verstehen.

Was meinen Sie: Bemühen wir uns hierzulande genug, unsere europäischen Nachbarn kennenzulernen?

Wenn wir emsig reisen und statt Selfies zu knipsen, uns wirklich mit Land und Leuten beschäftigen, dann ja. Es macht keinen Sinn, in Frankreich eine Currywurst essen zu wollen oder in Amsterdam sich über die vielen Fahrradfahrer aufzuregen. Andere Länder, andere Sitten. Neugierig alles ausprobieren, was der Nachbar hat – das ist die Devise!

Nun fordern die großen Probleme der Zeit – Klima, Krisen, Konflikte, Krieg – Europa heraus wie schon lange nicht mehr: Was merkt man davon als Grenzgänger?

Die Sorgen und Ängste sind doch am Ende bei allen Menschen und Nationen dieselben. Deshalb ist und bleibt Europa eine tolle Idee, denn die Probleme der Gegenwart und Zukunft lassen sich nur gemeinsam lösen. Da kann nicht jeder sein eigenes Süppchen kochen.

Was hat Sie auf Ihren Reisen besonders überrascht?

Wie schwer ein Schweizer Käsefondue im Magen liegt, wie Napoleons Parfüm gerochen hat und dass der niederländische König sich von mir interviewen ließ!

Das Interview führte Barbara Gauer

​​​​​​​O-Töne aus "Wir und die Franzosen"

Grégory Garimbay, Sternekoch "Auberge Nicolas Flamel", über die französische Küche:
"Frankreich hat die beste Küche der Welt, weil wir auf ein großes Erbe zurückschauen. Kochen ist ein wichtiger Bestandteil unserer Kultur, wir machen das seit Jahrhunderten. Ist es chauvinistisch, so etwas zu sagen? Die französische Küche ist mein Leben. Da kann ich nicht sagen, dass wir nicht die Besten sind. Wir sind die Besten!"

Prof. Dr. Stanis Perez, Historiker, über die Mahlzeiten des Sonnenkönigs:
"Unter dem Sonnenkönig Ludwig XIV. nahm der ganze Hofstaat in Versailles an den Mahlzeiten des Königs teil. Es gab eine Dramaturgie um die königliche Ernährung mit 25 Gängen und um die 100 Tischgäste. Insofern war das Privatleben des Monarchen immer auch politisch."

Barbara Pravi, Sängerin, über den französischen Chanson:
"Für mich bieten Chansons die Möglichkeit, Geschichten zu erzählen. Man kann damit so viel ausdrücken, man hat viele Freiheiten. Ich liebe es, Geschichten zu erzählen, und deshalb liebe ich auch den französischen Chanson."

Daniel Cohn-Bendit, Publizist und Ex-Politiker, über das Verhältnis der Franzosen zur Revolution:
"Die Franzosen sind fasziniert von ihrer eigenen Revolution. Wenn sie die Franzosen fragen, dann ist 1789 die Geburtsstunde der Französischen Republik. Das ist typisch französisch, diese Überidentifikation mit einem revolutionären Prozess."

Marina Perrin, Hochzeitsplanerin, über Paris als Stadt der Romantik:
"Paris ist die Stadt der Romantik. Ich kenne kein Paar, das nicht am Hochzeitstag Fotos vor dem Eiffelturm macht. Paris ist die schönste Stadt der Welt. Wenn man erst mal hier war, dann weiß man auch wieso."

O-Töne aus "Wir und die Schweizer"

Emil Steinberger, Schweizer Kabarettist und Schauspieler, über Schweizer Humor:
"Der Schweizer Humor ist schwer zu beschreiben. Es ist wie ein kleines Geheimnis, es liegt auch an der Sprache. Wir haben so viele wunderbare Mundartwörter, die nicht existieren im Hochdeutschen. Und mit denen bereichern wir die Sätze, und die sind dann lustiger, als wenn sie im trockenen Hochdeutsch daherkommen. Wir können nicht so lustig sein, wenn wir hochdeutsch reden müssen. Das ist so."

Emil Steinberger, Schweizer Kabarettist und Schauspieler, über Unterschiede in der Schlagfertigkeit:
"Die Deutschen sind natürlich schlagfertiger, also da sind wir neidisch. Sie können reden, sie finden die Wörter, und alles geht ruckruck, zackzack. Und wir Schweizer brauchen wahrscheinlich mehr Zeit zum Denken zwischen den Wörtern. Aber vielleicht kommt dann etwas Positiveres raus, als wenn man schnell spricht und gewisse Elemente vergisst beim Sprechen."

Prof. Bruno S. Frey, Schweizer Ökonom und Glücksforscher, über eine Ursache für das Schweizer Glück:
"Die Schweizer macht glücklich, dass sie sich wirklich an politischen Entscheidungen beteiligen können bei Volksabstimmungen und bei Landsgemeinden. Die Regierung ist nicht so wichtig und das Parlament auch nicht, sondern am Schluss steht eine Volksabstimmung, und da muss die Regierung tun, was entschieden wurde."

Prof. Bruno S. Frey, Schweizer Ökonom und Glücksforscher, über Unterschiede in der Diskussionskultur:
"
Was mir ganz besonders in Deutschland immer gefallen hat, ist die intensive Diskussionskultur. Wenn man gegen etwas ist, sagt ein Deutscher: 'Das ist doch völliger Quatsch, das ist völlig falsch'. Und ein Schweizer sagt bestenfalls: 'Ja, ich bin nicht vollkommen damit einverstanden."

Miriam Christian-Zarri, Kuratorin des Tell-Museums in Bürglen
"In der Zeit, in der wir jetzt stecken ist der Wilhelm-Mythos aktueller denn je: Ich denke, die Menschen brauchen Heldinnen und Helden, denen sie nacheifern können."

Über die Direktheit der Deutschen:

Niccel Steinberger, aus Deutschland gebürtige Schweizer Autorin und Ehefrau von Emil Steinberger:
"Es tut manchmal gut, wenn ein Deutscher ein bisschen 'direkter' spricht, aber bei den Schweizern kommt das gar nicht gut an."

Emil Steinberger: "Ja, wir sind halt Mimöschen, ein bisschen, ja…".

O-Töne aus "Wir und die Niederländer"

Willem-Alexander, König der Niederlande, am Königsdag (27.4.2022), über etwas typisch Niederländisches:
"Das ist typisch Niederländisch: Dass wir zusammen in Freiheit feiern. Dass wir nach zwei Jahren Corona endlich wieder zusammen sind und mit tausenden von Leuten im ganzen Land gefeiert wird. Wir sind so froh, dass das endlich wieder möglich ist."

Christoph Driessen, Autor von "Geschichte der Niederlande", über die Königshausfarbe Orange:
"Orange ist die Farbe des Niederländischen Königshauses und das geht darauf zurück, dass der Stammvater der Oranier, Wilhelm von Oranien, auch Herrscher über das winzige Fürstentum Orange in Südfrankreich war."

André Rieu, Violinist und Orchesterleiter, über den Sinn eines Königshauses:
"Braucht man heute noch ein Königshaus? Absolut! Überall, wo ich hinkomme, sage ich: Ihr solltet euch einen König oder eine Königin anschaffen, denn das schweißt das Volk zusammen. Es ist ein romantisches Gefühl, das tief in uns drin ist."

André Rieu, Violinist und Orchesterleiter, über einen Unterschied zwischen Niederländern und Deutschen:
"Ich denke, dass wir ein freies Völkchen sind. In Deutschland hat man oft diese Hierarchien. Wir haben Respekt voreinander, aber wir sind nicht so stramm miteinander, sondern etwas lockerer."

Chantal de Vries, Marketing Manager Coffee Shop "The Bulldog", über Cannabis:
"Cannabis ist in den Niederlanden nicht legal. Wir haben hier eine so genannte Toleranzpolitik, das heißt wir dürfen Cannabis in unseren Geschäften verkaufen, aber wir dürfen es nicht einkaufen."

Ton Janssen, Tomatenexperte, unter anderem über Tomaten aus Holland:
"Es werden in Holland 1.600 Hektar Tomaten angebaut, 600 Hektar Gurken und 1.200 Hektar Paprika und dann noch all diese Blumen. Es gibt noch viel mehr Blumen als Tomaten."  (…) Das Klischee, dass alle Tomaten aus Holland nach nichts schmecken, stimmt nicht mehr. Das war einmal."

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