Am Puls mit Sarah Tacke / Am Puls mit Mitri Sirin

Am Tag der Arbeit und Pfingstmontag im ZDF

Neue Folgen der "Am Puls"-Reihe im ZDF. Am Tag der Arbeit, am Mittwoch, 1. Mai 2024, 19.20 Uhr, geht es bei "Am Puls mit Sarah Tacke" um "Arbeitslos – Kein Bock oder keine Chance?". Am Pfingstmontag, 20. Mai 2024, 19.20 Uhr im ZDF, nimmt dann "Am Puls mit Mitri Sirin" in "Nicht ohne mein Auto!?" die Debatte um die Mobilitätsmaschine und tragende Säule der deutschen Wirtschaft in den Fokus, die heute für verstopfte Innenstädte, kilometerlange Staus und Klimaprobleme verantwortlich gemacht wird.

  • ZDF, Mittwoch, 1. Mai 2024, 19.20 Uhr / Montag, 20. Mai 2024, 19.20 Uhr
  • ZDF Mediathek, Ab Montag, 29. April 2024, 15.00 Uhr

Texte

Sendetermine und Stab

Mittwoch, 1. Mai 2024, 19.20 Uhr, ZDF
Ab Montag, 29. April 2024, 15.00 Uhr in der ZDFmediathek

Am Puls mit Sarah Tacke
Arbeitslos
– Kein Bock oder keine Chance?

Film von Nico Schmolke, Anja Kollruß und Sarah Tacke

Kamera: Felix Korfmann, Sebastian Wagner, Jonny Müller-Goldenstedt, Florian Lengert
Produktion: Elbmotion Pictures GmbH
Redaktion: Malte Borowiack
Länge: ca. 53 Minuten

 

Montag, 20. Mai 2024, 19.20 Uhr, ZDF
Ab Freitag, 17. Mai 2024, 18.00 Uhr in der ZDFmediathek

Am Puls mit Mitri Sirin
Nicht ohne mein Auto!?

Film von Stefan Ebling, Svaantje Schröder und Mitir Sirin

Kamera: Mirko Schernickau
Produktion: Bewegte Zeiten
Redaktion: Nina Behlendorf, Simone Müller
Länge: ca. 53 Minuten

 

Stab der Reihe "Am Puls"

Presenterinnen und Presenter: Jochen Breyer, Jana Pareigis, Christian Sievers, Mitri Sirin Sarah Tacke

Produktionsfirmen: Elbmotion, Nordend, Bewegte Zeiten
Redaktion: Nina Behlendorf, Ron Boese, Malte Borowiack, Simone Müller, Christian Wilk
Leitung: Markus Wenniges

Am Puls mit Sarah Tacke: Arbeitslos – Kein Bock oder keine Chance?

Mittwoch, 1. Mai 2024, 19.20 Uhr, ZDF
Ab Montag, 29. April 2024, 15.00 Uhr in der ZDFmediathek

Am Puls mit Sarah Tacke
Arbeitslos
– Kein Bock oder keine Chance?

Film von Nico Schmolke, Anja Kollruß und Sarah Tacke

Kamera: Felix Korfmann, Sebastian Wagner, Jonny Müller-Goldenstedt, Florian Lengert
Produktion: Elbmotion Pictures GmbH
Redaktion: Malte Borowiack
Länge: ca. 53 Minuten

Deutsche Unternehmen klagen über fehlende Arbeitskräfte. Gleichzeitig gibt es 2,6 Millionen Arbeitslose. Wie kann das sein? Wollen diese Menschen nicht arbeiten, oder können sie es nicht?

ZDF-Moderatorin Sarah Tacke trifft Menschen, die keinen Job haben, obwohl so viele Stellen offen sind. Braucht es mehr Druck oder mehr Unterstützung – und ab wann lohnt sich Arbeit überhaupt? "Am Puls" wirft einen genauen Blick auf ein polarisierendes Thema.

Auf ihrer "Am Puls"-Reise spricht Sarah Tacke Menschen vor dem Jobcenter an, trifft einen ehemals Suchtkranken, der den Weg zurück in die Arbeitswelt versucht, besucht gestresste Alleinerziehende und türkische Einwanderinnen ohne Job-Erfahrung in Deutschland. In der Stadt mit der höchsten Arbeitslosenquote Deutschlands, Bremerhaven, arbeitet sie zwei Tage lang im Jobcenter mit. Brauchen Arbeitslose mehr Druck? Oder gibt es gute Gründe, warum diese Menschen nicht in Beschäftigung kommen?

Seit dem 1. Januar 2023 gibt es das Bürgergeld – hochumstritten schon vor der Einführung. Kritiker sagen, für Menschen im Niedriglohnsektor sei das Bürgergeld eine attraktive Alternative zum Arbeiten. Sarah Tacke will von politischen Entscheidungsträgern wissen, wo es strukturell noch hakt im System. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte angekündigt, gegen sogenannte Totalverweigerer wieder harte Sanktionen einzuführen und Geflüchtete schneller in Arbeit zu bekommen. Denn das funktioniert in Deutschland noch wesentlich schleppender als anderswo.

Um zu schauen, wie es bei unseren europäischen Nachbarn aussieht, reist Sarah Tacke nach Polen. Laut Statistiken scheinen viele Ukrainerinnen und Ukrainer dort schneller in Jobs zu kommen als in Deutschland – das im europäischen Vergleich ganz weit hinten steht. Sie will vor Ort herausfinden, wie die Lage wirklich ist – und ob wir uns von dem polnischen Modell etwas abschauen sollten.

Die Dokumentation ist Teil der Reihe "Am Puls", in der bildschirmbekannte ZDF-Presenter den Themen nachgehen, die Deutschland bewegen. Sie hören zu, tauchen in den Alltag der Zuschauerinnen und Zuschauer ein und beleuchten, welche Auswirkungen die Entscheidungen der Politik auf das Leben in allen Teilen der Gesellschaft haben. Und was dringend verbessert werden muss. Was regt auf und macht den Menschen im Land so richtig Puls?

Am Puls mit Mitri Sirin: Nicht ohne mein Auto!?

Montag, 20. Mai 2024, 19.20 Uhr, ZDF
Ab Freitag, 17. Mai 2024, 18.00 Uhr in der ZDFmediathek

Am Puls mit Mitri Sirin
Nicht ohne mein Auto!?

Film von Stefan Ebling, Svaantje Schröder und Mitir Sirin

Kamera: Mirko Schernickau
Produktion: Bewegte Zeiten
Redaktion: Nina Behlendorf, Simone Müller
Länge: ca. 53 Minuten

Um das Auto ist ein Kampf entbrannt: Für die einen ist es ein Symbol für Freiheit, Wohlstand, Ästhetik und Status. Für die anderen eine Dreckschleuder, die von den Straßen verbannt gehört. ZDF-Moderator Mitri Sirin fährt direkt rein in die Debatte – natürlich mit dem Auto. Einst gefeiert als  Mobilitätsmaschine und tragende Säule der deutschen Wirtschaft, wird es heute verantwortlich gemacht für verstopfte Innenstädte, kilometerlange Staus und Klima-Probleme.  

Erleben wir deshalb in Deutschland gerade einen mobilen Sinneswandel? Mitnichten: Nie gab es so viele Autos in Deutschland wie heute, selbst kürzeste Strecken werden damit zurückgelegt, die Neuzulassungen steigen stetig. Kann es sein, dass wir vom Auto abhängig sind? Hat uns eine ganze Industrie süchtig danach gemacht, schnell und unkompliziert von A nach B zu kommen? Wo sind die Alternativen oder gibt es die gar nicht? Wie werden wir in Zukunft Auto fahren? Bei seiner Reise durch Deutschland wird Mitri Sirin schnell klar: Das Auto ist mehr als ein reines Fortbewegungsmittel. Es ist ein Wunderwerk der Technik, es ist ein "safe space", es ist das Statussymbol schlechthin. Mit dem Auto sind die ganz großen Gefühle verbunden: Freiheit. Liebe. Hass.  

Mitri Sirin begegnet unter anderem Allie Schramm, eine 29-jährige Auto-Tunerin. Leidenschaftlich schraubt sie an ihren Fahrzeugen  und präsentiert sie auf Tunertreffen. Für den Bremer Yousuf Mirzad ist das Auto ein "safe space", sagt er. Mitri Sirin steigt auf dem Beifahrersitz seines Porsche Panameras ein – Yousufs ganzer Stolz und sein erweitertes Wohnzimmer. Laut Musik hören, telefonieren, Freunde treffen – all das passiert in Yousufs Auto, denn die Wohnung, in der er noch mit seinen Eltern lebt, bietet keine Privatsphäre.

Für Familie Hochstein im sächsischen Arzberg bedeutet das Auto vor allem Freiheit. Ohne Auto auf dem Land leben – unmöglich, sagen sie. Damit ihre Kinder zur Schule kommen, bilden die Eltern eine Fahrgemeinschaft mit einer Familie aus dem Nachbardorf. Auch die älteren Menschen in der kleinen sächsischen Gemeinde wären ohne den ehrenamtlich organisierten Bürgerbus aufgeschmissen. In Berlin versucht man gerade Wege zu finden, auf das Auto zu verzichten. So zum Beispiel im Kreuzberger Stadtteil Gräfekiez. Dort werden Parkplätze in Grünflächen verwandelt. Wo einst eine Kreuzung war, sitzen junge Leute mit Picknickdecken auf der Straße und trinken ein Feierabendbier. Klingt idyllisch, doch Kiezbewohnern die auf das Auto angewiesen sind, macht das ordentlich Puls.

Die deutsche Zuliefererbranche hat derweil andere Sorgen. Sie stehen enorm unter Druck. Während die deutschen Autobauer Volkswagen, Mercedes und BMW für Januar bis September 2023 Umsatzsteigerungen verkünden, klagen Zulieferer über Produktionsrückgänge und streichen massenhaft Stellen.

Die Dokumentation "Am Puls Deutschlands" beleuchtet das komplexe Verhältnis der Deutschen zum Auto. Zwischen Nostalgie, ökonomischer Bedeutung und ökologischer Notwendigkeit zeigt sich ein Land im Umbruch. 

Über das Format "Am Puls"

Die Doku-Reihe "Am Puls" ist eine Weiterentwicklung des Formats "Am Puls Deutschlands", in dem Jochen Breyer seit August 2017 im Dialog mit Zuschauerinnen und Zuschauern drängende Probleme hierzulande aufgriff. Das ZDF hat 2023 das Team vor und hinter dem Format erweitert und damit auch die Schlagzahl der Sendungen erhöht.

In der Reihe "Am Puls" gehen bildschirmbekannte ZDF-Presenter den Themen nach, die Deutschland bewegen. Sie hören zu, tauchen in den Alltag der Zuschauerinnen und Zuschauer ein und beleuchten, welche Auswirkungen die Entscheidungen der Politik auf das Leben in allen Teilen der Gesellschaft haben. Und was dringend verbessert werden muss. Was regt auf und macht den Menschen im Land so richtig Puls?

Bisherige "Am Puls"-Sendungen

Am Puls mit Sarah Tacke: Mitarbeiter gesucht! Das deutsche Job-Desaster (1. Mai 2023)
Am Puls mit Jana Pareigis: Wohn-Desaster und Immobilien-Irrsinn (29. Mai 2023)
Am Puls mit Christian Sievers: Stillstand und Regelwut – verspielt Deutschland die Zukunft? (27. Juli 2023)
Am Puls mit Sarah Tacke: Kein Respekt! Wenn Jugendliche zuschlagen (3. August 2023)
Am Puls mit Mitri Sirin: Wie viel Einheit haben wir erreicht? (3. Oktober 2023)

Infos zu den "Am Puls"-Sendungen in der ZDFmediathek

Am Puls mit Mitri Sirin: Wie viel Einheit haben wir erreicht? (3. Oktober 2023)

Tag der Deutschen Einheit? Von wegen. Für viele Ostdeutsche und Menschen mit Migrationsgeschichte ist der 3. Oktober kein wirklicher Feiertag.

Über drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung und nach Generationen von Einwanderungsgeschichte haben viele noch immer das Gefühl, nicht wirklich angekommen zu sein. Sie fühlen sich mitunter unterrepräsentiert und von politischer Teilhabe ausgeschlossen.

Wo steht Deutschland, und was muss sich ändern? ZDF-Moderator Mitri Sirin fühlt Deutschland den Puls und erzählt Geschichten von Frust und Ausgrenzung – aber auch von gelungener Gemeinschaft und Teilhabe.

 

Am Puls mit Sarah Tacke: Kein Respekt! Wenn Jugendliche zuschlagen (3. August 2023)

"Ihr könnt mir nichts!" Polizisten und Co. bekommen das häufig zu hören. Seit der Neuköllner Silvesternacht wird diskutiert über fehlenden Respekt und gewaltbereite Jugendliche.

ZDF-Rechtsexpertin Sarah Tacke geht dem Problem auf den Grund: Wer sind die Täter, was treibt sie an? Handelt es sich um Einzelfälle? Oder hat Deutschland ein strukturelles Problem mit Jugendgewalt? Welche Rolle spielt der Faktor Migrationshintergrund?

Auf ihrer Reise durch Deutschland trifft Sarah Tacke Jugendliche aus "Problemvierteln" und spricht mit ihnen über Vorurteile, fehlende Zukunftschancen und Perspektivlosigkeit. Sie ist unterwegs mit Sozialarbeitern, die nah dran sind an Familien, die der Staat nicht erreicht, und trifft Jugendrichter, die tagtäglich die richtige Balance zwischen Härte und Empathie, zwischen Bestrafung und Prävention suchen.

Wie sinnvoll ist ein härteres gerichtliches Durchgreifen oder schürt es eher den Hass gegenüber staatlichen Institutionen und verleitet sogar zu noch mehr Wut und Gewalt? Was kann der Rechtsstaat tun, um Respekt und im besten Fall sogar Akzeptanz zurück zu erlangen?

 

Am Puls mit Christian Sievers: Stillstand und Regelwut – verspielt Deutschland die Zukunft? (27. Juli 2023)

Bürokratie, Föderalismus, Datenschutz – vieles von dem, was einmal als gute Idee angefangen hat, bremst die Deutschen inzwischen aus. Reguliert Deutschland sich in den Stillstand?

Lange waren die Deutschen Organisationsweltmeister, wurden um "German Gründlichkeit" beneidet. Gründlich sind sie immer noch, aber längst nicht mehr so effizient. ZDF-Moderator Christian Sievers reist durchs "Stillstandland" und sucht nach Ursachen und Auswegen.

Christian Sievers ist "unterwegs" – oder eben nicht. Mit Schritttempo geht es über Brücken, die nicht fertig werden und deren Kosten explodieren. Und die Autofahrer? Bewegen sich genervt im Stopp-and-Go-Takt. Das macht "Puls". Aber steht Deutschland im europäischen Vergleich wirklich so schlecht da, wie es sich anfühlt? Das möchte Christian Sievers von Experten wissen. Er schaut bei beeindruckenden Projekten in Italien hinter die Kulissen.

Nicht nur auf Autobahnen müssen die Deutschen derzeit kräftig auf die Bremse drücken. Eigentlich sollten alle 575 Verwaltungsdienstleistungen in Deutschland mittlerweile digital möglich sein. Derzeit sind es 33. In deutschen Ämtern stapeln sich weiterhin die Papierberge. Im Workshop des Hamburger Amt für IT und Digitalisierung planen sie die Zukunft der Verwaltung und Christian Sievers ist mit dabei. Die Motivation der Mitarbeiter ist zu spüren, aber sie geben auch zu: Der Weg zur digitalen Verwaltung in Deutschland ist noch sehr weit.

Das zeigt auch der Besuch im BAföG-Amt Halle. Zwar können Studenten ihre Anträge mittlerweile online einreichen, diese müssen dann im Amt aber wieder ausgedruckt werden. Zwischen Arbeitsplatz und Drucker legen die Mitarbeiter hier jeden Tag viele Meter zurück.

Steht Deutschland sich am Ende selbst im Weg? Ist alles vielleicht nur eine Mentalitätsfrage? Christian Sievers fährt über die Grenze, um mit etwas Abstand auf Deutschland zu schauen. Im Digitalisierungsland-Nummer-eins Dänemark fragt er nach: Warum scheinen die Dänen so offen gegenüber Innovationen, den Deutschen haftet dagegen der Ruf der ewigen Skeptiker an?

Zurück in Deutschland rät der Wirtschaftsminister von Schleswig-Holstein, der deutsch-dänische Politiker Claus Ruhe Madsen, zu mehr Gelassenheit. Die Deutschen wollen immer alles perfekt machen, aber wenn es mal nicht funktioniert, dann sei das auch ok. Im Dänischen gibt es dafür ein Wort: "pyt", das heißt so viel wie "ist nicht schlimm", "ist nicht von Bedeutung". Für Christian Sievers ist die Botschaft klar: Nicht ewig planen, sondern einfach mal machen, dann kommt wieder Bewegung ins "Stillstandland".

 

Am Puls mit Jana Pareigis: Wohn-Desaster und Immobilien-Irrsinn (29. Mai 2023)

Deutschland steckt in der Wohnkrise! Mietwohnungen sind verzweifelt gesucht, Kaufen oder Bauen können sich nur noch wenige leisten. Jana Pareigis trifft Menschen mit besonderen Geschichten.

300 Bewerbungen verschickt und trotzdem keine Wohnung? Alltag bei der Wohnungssuche 2023. Viele Familien hängen auf zu engem Raum fest. Miet- und Baukosten explodieren. Statt schöner Träume vom Eigenheim haben Häuslebauer schlaflose Nächte.

Was sind die Alternativen? Der Empfehlung von Bundesbauministerin Klara Geywitz folgen und das Wohnglück jenseits der Metropolen auf dem Land suchen? Als Studierender wieder zu den Eltern ziehen? Sich trotz hoher Zinsen und Baukosten ein Eigenheim bauen? Jana Pareigis erfährt, dass es Menschen gibt, denen das alles egal sein kann, weil sie das Geld haben, sich ein Homeoffice in einer 500 Quadratmeter Villa am Starnberger See einzurichten – für einen zweistelligen Millionenbetrag. Und sie trifft Menschen, die auch im Alter noch einen radikalen Neustart in Sachen Wohnen wagen.

 

Am Puls mit Sarah Tacke: Mitarbeiter gesucht! Das deutsche Job-Desaster (1. Mai 2023)

Überall fehlen Arbeitskräfte – ganz egal, wo man fragt: Kellner, Erzieherinnen, Lehrer, Ärztinnen, Lkw-Fahrer und andere mehr. Aber wo sind die denn plötzlich alle hin? Na klar, die Gesellschaft altert, die Baby-Boomer gehen in Rente. Doch ist das allein der Grund für das deutsche Job-Desaster? Zum Tag der Arbeit wirft ZDF-Rechtsexpertin Sarah Tacke einen Blick in die Arbeitswelt im Jahr 2023.

"Wohnen ist eine der sozialen Fragen unserer Zeit" – Drei Fragen an Jana Pareigis

Die Bezahlbarkeit des Wohnens ist aktuell wieder ein großes Thema. Können wir uns Wohnen bald nicht mehr leisten?

Viele kennen diese Gespräche aus dem Freundeskreis, in der Familie, von der Arbeit: "Hat jemand etwas von einer bezahlbaren Wohnung gehört – ich finde einfach keine?". Oder: "Die Baukosten sind so gestiegen – wir können uns das nicht mehr leisten." Oder: "Ich habe Angst, meine Wohnung zu verlieren, es wurde luxussaniert." An vielen Orten in Deutschland gibt es auf dem freien Wohnungsmarkt kaum noch bezahlbare Mietwohnungen. Eine Eigentumswohnung oder ein Haus ist für immer weniger Menschen erschwinglich. Wir begleiten einen Studenten in Hamburg, der mit Anfang 20 wieder bei seinem Vater einziehen musste, weil er mit seiner Freundin keine gemeinsame Wohnung findet. Wir besuchen in Süddeutschland eine alleinerziehende Mutter mit drei Kindern, die in einem Haus leben, das zur Hälfte eine Baustelle ist. Erleben wir gar Verhältnisse, die amerikanischen gleichen, in denen Menschen, die einen Job haben, sich keine Wohnung mehr leisten können und dann in Zelten leben müssen? Wir begleiten eine Frau in Berlin, die jeden Tag von der Arbeit ins Obdachlosenheim gefahren ist, wo sie schlafen musste, weil sie ihre Wohnung verloren hatte. Doch wir schauen auch, wie sich Wohnträume verwirklichen lassen: So besuchen wir eine selbst verwaltete Genossenschaft, in der mehrere Generationen unter einem Dach leben. Das sind einige unserer Geschichten. Wir sprechen mit Menschen über Ihre Wohnsituation, ihre Sorgen und Nöte und die Frage, was sich in Deutschland ändern muss.

Wird Wohnen also nur noch in Ausnahmefällen ein adäquater Ausdruck des eigenen Lebenskonzepts sein? Ist es angesichts der aktuellen Situation immer nur ein Abfinden mit den Gegebenheiten?

Das Thema "Wohnen" ist eine der sozialen Fragen unserer Zeit. Wie wohne ich und wie würde ich gerne wohnen, hat alle Menschen beschäftigt, mit denen wir gesprochen haben. Aber viele können es sich finanziell schlichtweg nicht leisten, ihre Wohnsituation zu ändern, da vielerorts die Miet- und Immobilienpreise so stark gestiegen sind. Klar gibt es auch Orte mit Leerstand, also freien Häusern und Wohnungen, aber da fehlt es dann teilweise an einer guten Bahnverbindung, schnellem Internet, Ärztinnen und Ärzten. Oder es fehlt schlicht und ergreifend an Arbeit. Orte müssen eben auch attraktiv sein, damit Leute dorthin ziehen.

Hat die Arbeit an der Doku auch Erkenntnisse gebracht, wie Jana Pareigis am liebsten wohnen würde?

Ich würde gerne mit Freundinnen und Freunden in einem Mietshaus wohnen, aber das ist in vielen Städten so gut wie unmöglich: Erstens fehlt es in Deutschland an Wohnungen und zweitens sind die meisten nicht bezahlbar.

Interview: Thomas Hagedorn

"Das Wichtigste ist, dass die Leute in ihrem Job einen Sinn erkennen" – Drei Fragen an Sarah Tacke

Sind Corona und der demografische Wandel die alleinigen Ursachen dafür, dass heute Arbeitskräfte in so vielen unterschiedlichen Bereichen fehlen? Oder hält manchen auch anderes von der Arbeit ab?

Auf meiner Drehreise habe ich vor allem drei verschiedene Ursachen für den Arbeitskräfte- und Fachkräftemangel erlebt. Zu viele Jugendliche starten nach der Schule nicht in eine Ausbildung oder ins Studium oder fangen an zu Jobben. Ich habe einen jungen Mann getroffen, der erst fünf Jahre nach seinem Schulabschluss jetzt eine Qualifikation macht, um dann eine Ausbildung machen zu können. Die Zahl der Jugendlichen, die es nicht schafft, in eine Ausbildung zu kommen, steigt seit Jahren. Würde man diese jungen Leute besser unterstützen, ergäbe sich ein enormes Potenzial, das noch nicht genügend genutzt wird. Und wenn alle Frauen mit Kindern unter sechs Jahren so viele Stunden im Job arbeiten würden, wie sie Umfragen zufolge gerne möchte, dann hätten wir mit einem Schlag 840.000 Arbeitskräfte mehr in Deutschland. Wir haben eine dieser Frauen getroffen. Sie ist angehende Erzieherin, will ihre Ausbildung abschließen, findet aber selbst keinen Kita-Platz um ihr Kind betreuen zu lassen. Und dann gibt es natürlich Menschen, die noch arbeiten könnten, sich aber schon in den Ruhestand verabschieden. Wir begleiten einen Soldaten an seinem letzten Arbeitstag. Er ist einer von 80.000, die sich aktuell jedes Jahr aus dem Berufsleben verabschieden, obwohl sie länger arbeiten könnten. Diese Renten-Lawine ist ein entscheidender Grund für den immer stärker wachsenden Fachkräftemangel.

Hat sich der Stellenwert der Arbeit für das persönliche Lebensglück verändert? Ist Arbeit nicht mehr zwingend Mittelpunkt des Lebens?

Doch, ich habe viele verschiedene Menschen getroffen, die glücklich sind, auch und vor allem, weil sie tun, was sie lieben. Zum Beispiel eine Malermeisterin, die einen großen und erfolgreichen Betrieb aufgebaut hat. Sie hat aktuell mehr als 30 Bewerber auf der Warteliste, weil es ihr gelungen ist, mit besonders attraktiven Arbeitsbedingungen, besonderes qualifizierte Fachkräfte anzuwerben. Ich habe einen jungen Mann getroffen, der seine ganze Energie reinsteckt, sich für eine Ausbildung im Bordbistro der Deutschen Bahn zu qualifizieren. Und eine junge Frau hat mir mit leuchtenden Augen erzählt, dass sie auch am Wochenende und Feiertagen und bis weit nach Mitternacht arbeitet, weil sie Köchin werden will. Mein Eindruck ist, Arbeit hat einen sehr hohen Stellenwert, aber die Rahmenbedingungen müssen stimmen. Geschätzt werden ein kollegiales Team, ein wertschätzender Chef und eine Aufgabe die einem liegt und einen erfüllt. Und ja, für manchen ist nur Teilzeit möglich und andere arbeiten besonders produktiv in einer Vier-Tage-Woche. Aber unterm Strich bin ich nur Menschen begegnet, denen es wichtig ist zu arbeiten und was sie arbeiten. Das Wichtigste ist, dass Leute in ihrem Job einen Sinn erkennen.

Inwiefern könnte Künstliche Intelligenz die Arbeitswelt von morgen noch einmal grundlegend verändern? Welche Jobs werden dann noch gefragt sein und könnte der aktuelle Arbeitskräftemangel die Veränderung beschleunigen?

Ich war beeindruckt, welche Möglichkeiten schon heute die Robotik bietet. Und zwar nicht in irgendwelchen großen Werkshallen, sondern auf der Baustelle nebenan. Ich durfte selbst auf einer Handwerksmesse ausprobieren, wie der Kollege aus Plastik und Metall in nicht ferner Zukunft etwa bei Hilfstätigkeiten zum Einsatz kommt. Ganz konkret wurde mir etwa gezeigt, wie der Roboter eine Deckenplatte nach oben stemmt, an der richtigen Position festhält – und der menschliche Handwerker schraubt das Teil dann fest. Diese Arbeitsteilung ist faszinierend und sicherlich auch ein möglicher Schritt, um dem Personalmangel zu begegnen.  

Interview: Thomas Hagedorn

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