Dear England

Free-TV-Premiere nach James Grahams Bühnenstück

Ex-Fußballer Gareth Southgate (Joseph Fiennes) soll die englische Nationalmannschaft aus ihrem Formtief führen.
ZDF/Left Bank TV
Ex-Fußballer Gareth Southgate (Joseph Fiennes) soll die englische Nationalmannschaft aus ihrem Formtief führen. ZDF/Left Bank TV

Die Miniserie schildert die bahnbrechende Wiedergeburt des englischen Fußballs durch einen Außenseiter – Gareth Southgate. Ein Mann, der noch immer die Narben seines eigenen Scheiterns trägt.

Sendedatum

ab Dienstag, 9. Juni 2026, 21.15 Uhr
Dienstag, 23. Juni 2026, ab 1.00 Uhr
ab Dienstag, 9. Juni 2026, 20.15 Uhr

Fotos

Texte

Stab

Buch

James Graham

Regie

Rupert Goold, Paul Whittington

Kamera

Ole Bratt Birkeland

Schnitt

Sarah Peczek, Ben Yeates, Sacha Szwarc

Szenenbild

Stephen Campell

Kostümbild

Molly Emma Rowe

Maske

Bethany Swan

Executive Producer

James Graham, Andy Harries, Rebecca Hodgson, Rupert Goold, Jo McClellan

Produktion

Left Bank Pictures

Produzentin

Tina Pawlick

Redaktion

Andrea Bette

Länge

4 x ca. 58 Minuten

Die Darstellerinnen und Darsteller und ihre Rollen

Gareth Southgate

Joseph Fiennes

Pippa Grange

Jodie Whittaker

Harry Kane

Will Antenbring

Marcus Rashford

Edem-Ita Duke

Raheem Stirling

Francis Lovehall

Jordan Pickford

Josh Barrow

Bukayo Saka

Abdul Sessay

Harry Maguire

Adam Hugill

Jude Bellingham

Jacob Greenway

Jordan Henderson

David Shields

Dele Alli

Lewis Shepherd

Eric Dier

Hamish Frew

Steve Holland

Daniel Ryan

Mike Webster

Sam Spruell

Physio Phil

Gerard Monaco

Jack Grealish

Sam Baker Jones

Phil Foden

Alfie Middlemiss

Jadon Sancho

Riess Fennell

Ollie Watkins

Daniel Quincy Annoh

Cole Palmer

Dom Rayner

Jesse Lingard

Xander Westcarr-Parsons

Wayne Rooney

Bobby Schofield

und andere

 

Inhalt

England 2018: Die stolze englische Fußballnation liegt am Boden. Schon lange ist sie bei internationalen Turnieren nicht mehr ins Endspiel gekommen. Er soll nun die Wende bringen: Gareth Southgate. Ausgerechnet der Mann, der 1996 den entscheidenden Elfmeter im eigenen Land verschoss, kehrt als Trainer zur englischen Nationalmannschaft zurück.

 

 

Folge 1

Nachdem die englische Nationalmannschaft 2016 nach einer peinlichen Niederlage gegen Island ihren absoluten Tiefpunkt erreicht hatte, wird Gareth Southgate neuer Trainer. Verfolgt von seinem eigenen verschossenen Elfmeter für England im Halbfinale der EM 1996, übernimmt er ein gebrochenes Team und eine desillusionierte Fangemeinde. Gemeinsam mit der Psychologin Pippa Grange macht er sich daran, die Denkweise der Mannschaft zu verändern und sich seiner größten und der ganz Englands zu stellen – dem Elfmeterschießen.

 

Folge 2

Nachdem eine erfolgreiche Weltmeisterschaft neuen Glauben entfacht hat, kehrt die englische Nationalmannschaft während der COVID-19-Pandemie zu einem Turnier im eigenen Land zurück. Während der Druck, zu gewinnen, immer größer wird, hinterfragt Pippa Grange ihre Rolle. Gleichzeitig versucht Gareth Southgate, ein gespaltenes Land vor der EM 2020 zu vereinen – in der Hoffnung, dass die Mannschaft den Titel endlich nach Hause bringt, und zwar im Wembley-Stadion.

Interview mit James Graham

Was hat Sie dazu bewogen, Ihr Bühnenstück "Dear England" als TV-Drama zu adaptieren?

Ich hatte immer gehofft, dass "Dear England" auch ein Leben auf dem Bildschirm haben könnte, weil man so auf intimere Weise in die Köpfe der Figuren eintauchen kann als durch die epische Theatralik des Bühnenstücks. Es war unglaublich spannend, die Geschichte und die Welt hinter den Kulissen der englischen Männerfußballnationalmannschaft fürs Fernsehen zu übertragen.

Theater ist großartig, um Menschen gemeinsam in einen Raum zu bringen, aber es gibt auch Hürden. Deshalb hat mich die Möglichkeit begeistert, "Dear England" im Fernsehen zu zeigen und diese Themen auf einer populären Ebene zu behandeln.

 

Hat sich bei Ihrer Recherche etwas verändert, als Sie von der Bühne zum Fernsehen gewechselt sind?

Das Tolle an der Adaption von "Dear England" ist, dass viele Menschen aus der Fußball-Welt das Bühnenstück gesehen haben – ehemalige Fußballspieler, Leute vom englischen Fußballverband und Journalisten. Wenn eine Geschichte in einem anderen Medium weiterlebt, wollen die Menschen, die sie gesehen haben, mit einem darüber sprechen, ihre Erfahrungen teilen und neue Informationen beitragen. Das ist aus Sicht der Recherche unglaublich wertvoll. Wir hatten eine fantastische sechsmonatige Phase, in der wir recherchiert haben. Ich traf Spieler, Kommentatoren und Menschen an der Spitze ihres Fachs, die unser Wissen erweitern konnten. Daraus entstanden neue Szenen, Ideen und Perspektiven für die TV-Version.

Und natürlich ging die Geschichte nach dem Stück weiter. Das ursprüngliche Bühnenstück endete mit der Weltmeisterschaft 2022 in Katar, Gareths drittem Turnier als Trainer. Aber er hatte noch ein viertes Turnier vor sich – das wurde unsere vierte Episode der TV-Serie. Ich durfte nach Deutschland reisen und mit dem englischen Fußballverband bei der EM 2024 dabei sein. Ich war zuvor noch nie bei einem internationalen Turnier gewesen, deshalb war es unglaublich hilfreich, in einem Stadion zu sitzen, diese Spiele mit den besten Spielern der Welt zu sehen und die Atmosphäre zu erleben – sowohl wenn alles gut läuft als auch wenn es schiefgeht. Im Grunde sah ich meine vierte Episode direkt vor meinen Augen entstehen – das war ziemlich surreal!

 

Wie sind Sie beim Schreiben von Figuren wie Gareth Southgate oder Harry Kane vorgegangen, die nicht nur reale Menschen, sondern auch extrem bekannt sind?

In "Dear England" arbeiten wir mit bekannten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Es fühlt sich so an, als würden wir ihre Geschichten, ihr Verhalten, ihre Eigenheiten, ihre Biografien und ihr Familienleben kennen. Deshalb wirkt es fast anmaßend, den englischen Kapitän Harry Kane oder Legenden wie Gary Lineker und Paul Gascoigne auf den Bildschirm zu bringen. Wir alle haben eine bestimmte Vorstellung von diesen Menschen. Meine Regel beim Schreiben über reale Personen lautet, dass man die Verantwortung hat, sie fair darzustellen – und das nehme ich sehr ernst. Ich versuche, sie so gut wie möglich kennenzulernen. Ich durfte während dieses Prozesses Zeit mit Gareth verbringen, was ein echtes Privileg war.

Irgendwann müssen diese Menschen aber auch die Funktion einer Figur in einem Drama erfüllen. Egal ob Harry Kane oder Othello – sie haben Ziele, Hindernisse, Entwicklungen, Stärken und Schwächen. Es ist großartig, dass es bereits eine Biografie gibt, und man sie nicht komplett erfinden muss. Aber irgendwann muss man sich auch ein wenig davon lösen. Ich glaube, das Publikum versteht, dass ich nicht in der Halbzeitkabine war, als England bei der EM 2024 gegen die Slowakei zurücklag. Sobald die Spieler den Platz verlassen, gehören die Figuren ein Stück weit mir, und ich versuche mein Bestes, um darzustellen, was passiert sein könnte und welche Gespräche in diesen privaten Momenten geführt wurden.

 

Wie kann Fußball Ihrer Meinung nach eine Nation verändern?

Fußball schafft kollektive Erinnerungen. Ich habe mich immer gefragt, warum Menschen heutzutage ein WM-Viertelfinale alleine auf einem riesigen Fernseher mit Surround-Sound schauen könnten, sich aber trotzdem dazu entscheiden, das Spiel in einem lauten Pub zu sehen, wo man sogar für die Toilette anstehen muss. Ich glaube, es liegt daran, dass Menschen gemeinsam mit anderen diesen Moment erleben wollen – mit Freunden ebenso wie mit Fremden. Was ist eine Nation anderes als die Geschichte, die wir uns selbst über uns erzählen? Die Menschen wollen dieses Gefühl wirklich erleben. Ich komme aus dem Theaterbereich und kenne die Kraft davon, gemeinsam mit anderen etwas Bewegendes, Hoffnungsvolles oder Inspirierendes zu erleben. Sport kann genau das – ebenso wie Drama. Wenn eine Nation gemeinsam oder getrennt eine TV-Serie schaut, die einen bestimmten Moment einfängt, und anschließend alle darüber sprechen, dann entsteht daraus Gemeinschaft und ein Gefühl von Land und Zusammengehörigkeit.

Interview mit Ralph Fiennes

Was können Sie uns über die Reise erzählen, die Gareth Southgate im Verlauf der Serie durchmacht?

Viele Menschen haben von Gareth Southgate gehört – besonders Fußballfans und vor allem Englandfans. Die Entwicklung, die Gareth genommen hat, seit er als Junge in den Fußball einstieg und schließlich Teil der englischen Nationalmannschaft wurde, ist an sich schon bemerkenswert. Wie viele Spieler hatte er 1996 in einem Elfmeterschießen einen unglücklichen Moment, bei dem enorm viel auf dem Spiel stand.

In "Dear England" bekommen wir zwei großartige Handlungsstränge: zum einen Gareths persönliche Dämonen, die mit dem Verlust eines großen Turniers verbunden sind, und zum anderen das größere, fast epische Bild einer sanften Erneuerung innerhalb Englands. Ein wichtiger Bestandteil davon war, Psychologen in die Nationalmannschaft einzubinden. Viele andere Sportarten wie Golf oder Tennis arbeiteten bereits mit Sportpsychologen, aber England und der Fußballverband schienen in diesem Bereich hinterherzuhinken. Einer von Gareths Antrieben war es, die mentale Seite hinter den Niederlagen zu verstehen. England und Gareth entwickelten dadurch ein besseres Verständnis für die Zerbrechlichkeit, mit der Spitzensportler konfrontiert sind.

Außerdem hat Hollywood das Konzept des Außenseiters schon oft erfolgreich genutzt, und unsere Geschichte passt perfekt dazu. Weder die Spieler noch Gareth selbst wurden ernst genommen, und genau das macht großartiges Drama aus. Denn je erfolgreicher sie werden, desto mehr verändert sich die Wahrnehmung. Die Außenseiter werden immer stärker anerkannt, und als Publikum fiebert man automatisch mit ihnen mit.

 

Wie sind Sie an die Rolle von Gareth herangegangen?

Sowohl beim Theaterstück als auch bei der Serie war mir immer bewusst, dass ich jemanden spiele, den jeder bereits im Kopf hat. Das Schöne an James Grahams Vision ist aber, dass dies eine fiktionalisierte Version einer Person ist, von der wir glauben, sie zu kennen.

Ein großer Teil unserer Geschichte beschäftigt sich mit dem, was hinter verschlossenen Türen in der Kabine passieren könnte und welche Gespräche dort vermutlich geführt werden. Wir sehen diese Menschen und Ereignisse in einer leicht überhöhten, fantasievollen und dramatisierten Form. Dadurch ist man als Schauspieler ein wenig entlastet, weil wir keine exakte Kopie darstellen. Natürlich orientiert man sich an bestimmten Gesten, Stimmlagen und dem Aussehen, aber das trägt nur begrenzt. Wirklich wichtig sind die Themen darunter – psychische Gesundheit, Rassismus, toxische Männlichkeit und der Druck auf Spitzensportler.

Interview mit Jodie Whittaker

Wer ist Pippa, Ihre Figur?

Die Serie ist eine fiktionalisierte Darstellung, aber diese Menschen existieren tatsächlich und hatten ihre Rollen in der Geschichte des englischen Fußballs wirklich inne. Pippa ist faszinierend, weil sie an der Spitze ihres Fachgebiets steht – der Sportpsychologie. Sie ist allerdings nicht auf dieselbe Weise bekannt wie einige der Fußballer.

Das Großartige an der Rolle war die Freiheit, James Grahams Texte auf meine eigene Weise zu interpretieren. Durch die Schauspielerinnen des Theaterstücks wusste ich, dass jede Pippa unterschiedlich gespielt hatte, weil jede ihre eigene Interpretation der Figur hatte. Das hat mich begeistert, weil ich das Gefühl hatte, meine eigene Version entwickeln zu können, ohne die echte Person imitieren zu müssen.

 

Wie begegnen wir Pippa zum ersten Mal in "Dear England"?

Zum ersten Mal sehen wir Pippa, als sie vor einem Publikum darüber spricht, wie man Menschen am Arbeitsplatz zu Höchstleistungen bringt. Wenn man ein tyrannisches Umfeld schafft, kann niemand sein Bestes geben. Wenn Menschen sich unterstützt und gefördert fühlen, holen sie ihr volles Potenzial heraus.

Wir haben uns angewöhnt, uns nur auf Erfolg und das Vermeiden von Fehlern zu konzentrieren. Doch genau dieser Fokus auf Leistung erzeugt oft erst das Scheitern. Wenn man dagegen einen Raum schafft, in dem Menschen Fragen stellen und Fehler machen dürfen, entwickeln sie eine gesündere Einstellung zu ihrer Arbeit.

 

Sie teilen viele Szenen mit Joseph Fiennes. Wie war die Zusammenarbeit?

Es ist wirklich, als würde man mit Gareth Southgate selbst in einer Szene stehen! Ich bin total fußballbegeistert und damit aufgewachsen. Mein Vater ist riesiger Fan von Huddersfield Town, mein Mann ein großer Arsenal-Fan, und unsere Kinder ebenfalls. Fußballfiguren sind mir also sehr vertraut.

Obwohl ich wusste, dass Joseph Fiennes vor mir stand, gab es viele Momente, in denen ich kurz zu ihm hinüberschaute und kaum glauben konnte, dass ich nicht tatsächlich Gareth Southgate ansah oder mit ihm sprach.

Interview mit Will Antenbring

Wie hoch sind Ihrer Meinung nach die Konsequenzen einer Niederlage, wenn man für eine Nationalmannschaft spielt?

Der Druck ist enorm, und genau das habe ich durch dieses Projekt gelernt. Wir haben eine Szene aus dem Spiel gegen Ungarn gedreht, das England 0:4 verloren hat. Während der Dreharbeiten gab es einen Teil der Zuschauermenge als Statisten – natürlich nur ein kleiner Bruchteil dessen, was in einem echten Stadion los wäre. Aber allein diese Menschen Beleidigungen schreien zu hören und sich dann vorzustellen, wie das in dem Ausmaß sein muss, das die englische Nationalmannschaft erlebt – das ist unglaublich. Es ist beeindruckend, was diese Spieler alles ausblenden müssen, wenn sie auf den Platz gehen.

 

Zu Beginn des Projekts haben Sie gemeinsam mit den anderen Darstellern ein Fußball-Trainingscamp absolviert. Wie war das?

Eines der wichtigsten Ziele des Camps war, dass wir uns untereinander wohler fühlen. Durch diese Erfahrung habe ich verstanden, wie gut sich die echten Spieler kennenlernen müssen, weil sie so viel Zeit miteinander verbringen – vor allem in einem sehr körperlichen Umfeld. Man bekommt jede Kleinigkeit aus dem Leben der anderen mit, egal ob jemand herumalbert oder ernste Gespräche führt. Natürlich konnten wir diese Bindung nicht vollständig in so kurzer Zeit nachbilden, aber die Zusammenarbeit mit den Schauspielern, die die anderen England-Spieler darstellen, war großartig.

 

Wie war das eigentliche Fußballtraining? Mit welchen Fähigkeiten sind Sie gestartet, und wie viel haben Sie selbst trainiert?

Um ehrlich zu sein, hatte ich nicht besonders viele Fähigkeiten. Als Kind habe ich zwar viel Fußball gespielt, aber definitiv nicht so wie Harry Kane. Das kann ich einfach nicht. Ich habe ständig Elfmeter trainiert und versucht, sie genauso auszuführen wie er, aber man darf nicht vergessen, dass er sein ganzes Leben lang genau dafür trainiert hat. Er ist unglaublich in dem, was er tut.

Fotolink

Pressefotos zur Sendung erhalten Sie als Download (nach Log-in), telefonisch unter 06131 – 70-16100 oder per E-Mail unter pressefoto@zdf.de

Kontakt

Anja Weisrock
Programmkommunikation Fiction, Entertainment und Young Audiences
weisrock.a@zdf.de
+49 (0)6131 70-12154