Der Garmisch-Krimi – Wolfsmord
Der Samstagskrimi
Eine junge, höchst ambitionierte Ermittlerin (Philine Schmölzer) sucht Rat bei einer leicht desillusionierten Ex-Kommissarin (Lavinia Wilson), die mittlerweile im Team Gartenteich des örtlichen Baumarkts arbeitet. Die beiden gehen unkonventionelle Wege und bilden bei aller Unterschiedlichkeit ein erstaunlich gutes Team.
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Der Garmisch-Krimi erweitert den Samstagskrimi um eine neue Region und frische Farbe. Neben dem Schauwert, den das deutsch-österreichische Format in den Bergen bietet, hat uns vor allem die ungewöhnliche Figurenkonstellation im Drehbuch von Leona Stahlmann und Niklas Hoffmann überzeugt: Eine junge, höchst ambitionierte Ermittlerin sucht Rat bei einer leicht desillusionierten Ex-Kommissarin, die mittlerweile im Team Gartenteich des örtlichen Baumarkts arbeitet.
Bei aller Unterhaltsamkeit ist der Stoff auch angelegt, um regional authentische sowie überregional relevante Themen zu verhandeln. Nicht nur der Wolf sorgt im Film grenzüberschreitend für Aufsehen, auch die Frage, ob die Region zum Weltkulturerbe werden könnte, hat eine politische Dimension, die weit über Garmisch-Partenkirchen hinausreicht.
Regisseurin Saralisa Volm kennt die Gegend sehr gut und widmet sich diesen Themen mit Spannung und Glaubwürdigkeit. Ihre beiden Hauptfiguren gehen unkonventionelle Wege und bilden bei aller Unterschiedlichkeit am Ende ein erstaunlich gutes Team.
Petra Tilger
HR Fernsehfilm/Serie I
Buch Leona Stahlmann, Niklas Hoffmann
Regie Saralisa Volm
Kamera Roland Stuprich
Schnitt Sebastian Schreiner
Szenenbild Stefan Steiner, Andreas Ertl
Kostüme Caterina Czepek
Ton Thomas Schmidt-Gentner, Klaus Federer
Musik Malakoff Kowalski
Produktion Bavaria Fiction und Satel Film
Producer Florian Granert, Herwig Krawinkler
Produzenten Karsten Günther, Ula Okrojek
Koproduktion ZDF, Servus TV
Redaktion Petra Tilger (ZDF), Frank Holderied, Maresa Wendleder (Servus TV)
Länge 90 Minuten
Die Rollen und ihre Darstellerinnen und Darsteller
Ira Zach Lavinia Wilson
Daphne Meindl Philine Schmölzer
Patrick Wams Michael Kranz
Graner Harald Windisch
Corky Marcel Mohab
Johann Simader Max von Thun
Pippa Zach Sophie Borchhardt
Franziska Zach Johanna Bittenbinder
Fabian Pongratz Ben Münchow
Tina Edita Malovčić
Klara Simader Anna Rot
Schorsch Hans Stadlbauer
Vicky Sophie Stockinger
Landrat Auler Gerhard Wittmann
Jenny Bruckner Anne Schäfer
Michi Drexler Simon Pearce
Mara Sevda Polat
Claus Korntheuer Michael A. Grimm
und andere
Ein abgetrennter Wolfskopf wird per Post an einen Naturschützer geschickt. Eine Morddrohung? Davon müssen die Ermittlerinnen in Garmisch ausgehen, als die Leiche des Mannes gefunden wird.
Zwischen Bauern, Aktivisten und Politik brodelt ein Konflikt, dem die junge Ermittlerin Daphne Meindl auf den Grund gehen möchte. Neu im Amt, stößt sie schnell auf Widerstand im Kommissariat und auf ihre Vorgängerin Ira Zach, die jetzt in einem Baumarkt arbeitet.
Die beiden Frauen beginnen gemeinsam mit den Ermittlungen. Hat der Absender des Wolfskopfs auch den engagierten Naturschützer auf dem Gewissen? Obwohl Daphne und Ira nicht unterschiedlicher sein könnten, haben sie dennoch ein gemeinsames Ziel: Den Fall zu lösen. Doch was, wenn ausgerechnet die eigene Familie ins Zentrum der Eskalation rückt?
Charakter zeigt sich nicht im Leichten, sondern im Konflikt. Und von beidem – Konflikten wie Charakter – hat unser Garmisch-Krimi einiges zu bieten. Gemeint sind dabei nicht nur zwei außergewöhnliche Frauenfiguren, sondern ebenso Haltung, Ton und Verortung der Geschichte. Lavinia Wilson hat ihrer Rolle mit großer Lust an den Ecken und Kanten Leben eingehaucht – ob im Baumarkt-Outfit auf dem Gabelstapler oder knietief im Fluss beim Fliegenfischen. Ihre Figur Ira ist warm in der Haltung und entschieden im Handeln. Und welches besondere Problem sie mit Kois hat, sollte man unbedingt selbst entdecken.
Gleichzeitig haben wir viel daran gesetzt, der Grenzregion mit ihren Bergen und ihrer rauen Schönheit einen ganz eigenen Charakter zu verleihen und sie zum heimlichen Protagonisten zu machen. Mit dem aktuell intensiv diskutierten Thema der Abschussgenehmigung des Wolfs greifen wir bewusst einen hoch emotionalen Konflikt auf, der die Region bewegt und exemplarisch für größere gesellschaftliche Spannungen steht. Wir wollten einen Krimi mit dichter Atmosphäre erzählen, der keine eindeutigen Antworten vorgibt, sondern unterschiedliche Perspektiven zulässt – und hoffen, dass sich viele Zuschauerinnen und Zuschauer darin wiederfinden.
Ira darf als Ex-Polizistin offiziell nicht mehr ermitteln, wie verändert es den Blick auf eine Ermittlerin, wenn sie plötzlich im Baumarkt statt im Polizeipräsidium arbeitet?
Das macht total Spaß, weil es sie unabhängig macht und vom Präsidiumsalltag befreit. Ich bin gerne in Baumärkten, Ira offensichtlich nicht. Sie vermisst ihren alten Job – und trotzdem kriegt man ganz schnell mit, wie sie drauf ist, und ahnt, warum das schiefgehen musste als Ermittlerin. Ich liebe an ihr, dass sie so hart austeilt – aber immer nur nach oben tritt, niemals nach unten. Und sie ist grundehrlich. Und wenn das bedeutet, dass man die Leute davon abhält, Schrott zu kaufen, dann ist das eben so.
Was ist das Besondere an diesem Krimi, was erwartet die Zuschauer?
Bei dem Titel erwartet man eher einen konventionellen Regionalkrimi. Davon gibts aber schon genügend. Ich komme aus Bayern und habe mir immer gewünscht, dass es auch in der bayerischen Provinz eine Reihe gibt, die die Region ernst nimmt und trotzdem cool und spannend ist und Überraschungen bereithält. Ich habe in meiner Kindheit viel Zeit in Garmisch verbracht, meine Großeltern haben dort gelebt.
War es für Sie eine Herausforderung, die meiste Zeit ungeschminkt vor der Kamera zu stehen?
Ich konnte morgens endlich mal so lange schlafen wie die männlichen Kollegen. Aber es war schon sehr ungewohnt, ein Schutzpanzer hat gefehlt. Aber genau das wollten wir für Ira. Sie ist auf eine ganze eigene Art anders eitel. Sie ist so kratzbürstig und trägt diese toughe Attitüde vor sich her mit dem Ledermantel und der Sonnenbrille und ist irgendwie in den 90ern hängengeblieben. Mit jeder Faser ihres Körpers will sie ausstrahlen, dass es ihr wurscht ist, was die anderen von ihr denken. Klassisch hübsche Schminke hätte das verraten.
Ich persönlich sehe natürlich auch gerne top gestylt aus und liebe Make-up zu bestimmten Anlässen – und gleichzeitig nervt mich dieser Beautywahnsinn massiv. Ich finde das Überschminkte, die bei allen gleichen aufgeplusterten Lippen und absurden Augenbrauen unattraktiv, und es wirkt auf mich immer eher etwas traurig und verzweifelt. Abgesehen davon, dass die Beschäftigung damit endlos wertvolle Lebenszeit kostet. Deswegen freue ich mich immer, wenn es auch im Fernsehen andere, pure, echte Gesichter zu entdecken gibt.
Was lernt Daphne weniger durch die Ermittlungen als durch die Begegnung mit Ira in diesem ungleichen Ermittlerduo?
Immer wieder rutscht Daphne beinahe ab in ihre alte Rolle als Iras Assistentin. Im Laufe des Films schafft sie es, sich daraus zu befreien und sich zu behaupten, gegenüber Ira und auch gegenüber ihrem duckmäuserischen Chef Graner. Ich mag, dass Daphne ihre Bewunderung für Ira zwar zeigt, sie aber trotzdem infrage stellt, und ihren eigenen Weg geht.
Wie haben Sie das Spannungsfeld zwischen Pflichtbewusstsein und Zweifel in Ihrer Figur angelegt?
Daphne hat ihre Prinzipen. Sie hält sich an Vorschriften und glaubt daran, mit ehrlicher Ermittlungsarbeit weiterzukommen. Als sie damit aber gegen Wände läuft, begibt sie sich widerwillig aufs Glatteis. Sie bezieht eine gefeuerte Ex-Polizistin in die Ermittlungen ein und übertritt die Grenzen der Legalität. Das macht wahnsinnige Freude, zu spielen. Wenn eine Figur sich gegen ihre eigenen Vorsätze stellt und ihrer Intuition folgt, da entsteht eine große Spannung.
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