Die Queen und ich

ZDFroyal-Doku von Julia Melchior

Königin Elizabeth II. ist für viele eine Ikone. Wenn die Queen noch leben würde, könnte sie am 21. April 2026 ihren 100. Geburtstag feiern. Was sie wirklich dachte und empfand, was sie bewegte und inspirierte, war für die Öffentlichkeit ein wohlgehütetes Geheimnis. Filmautorin Julia Melchior hat Vertraute aus dem "Inner Circle" von Elizabeth II. getroffen. Sie berichten von den Begegnungen und teilen ihre Erinnerungen an sie.

Sendedatum

Ab Freitag, 10. April 2026, 5.00 Uhr im ZDF streamen
Dienstag, 14. April 2026, 20.15 Uhr
Donnerstag, 9. April 2026, 20.15 Uhr

Fotos

Texte

Stab

Autorin                      Julia Melchior
Kamera                      Tobias Corts, Till Vielrose
Schnitt                      Lars Roland
Grafik                        Kawom!
Produktion                Philipp Müller (ZDF), Britta Luckas und Felix Gottschalk (BROADVIEW TV)
Produzent                 Leopold Hoesch (BROADVIEW TV)
Redaktion                 Peter Allenbacher (ZDF/ARTE), Ursula Nellessen (ZDF)
Leitung                      Stefan Brauburger
Sendelänge               circa 45 Minuten

Inhalt

Für viele schien sie unsterblich, für manche bleibt sie es: Elizabeth II., die Jahrhundertkönigin. Vertraute aus dem "Inner Circle" teilen erstmals ihre Erinnerungen an die Queen. Die Privatsekretärin, ein Freund, ein Bischof, ihr Schneider – durch ihre Erzählungen kommt der Film "Die Queen und ich" der Monarchin sehr nah. Denn was sie wirklich dachte und empfand, was sie bewegte und inspirierte, war immer ein Geheimnis.

Ihre Liebe zu Schloss Windsor und ihren rasanten Fahrstil erlebte der frühere Erzbischof von Canterbury als Wochenendgast und Beifahrer der Queen. Doch stets war sie Profi. "Sie schuf eine entspannte Atmosphäre. Aber es war klar, wer der Boss ist", erinnert sich Bischof Justin Welby an seine Vieraugengespräche mit der Queen. Sie war immer akribisch vorbereitet und vergaß kein Detail. Gefürchtet ihre Frage "Sind Sie sich sicher?".

Selbst wenn sie ein paar Tage bei ihren Freunden, den Warrens, verbrachte, kam sie ihren Pflichten nach. Die roten Lederkoffer mit den Staatspapieren hatte sie ebenso im Gepäck wie ihre Reitstiefel. John Warren beriet die Queen bei der Zucht ihrer Rennpferde. Täglich telefonierten und fachsimpelten sie, erzählt er und berichtet auch von einem Erlebnis mit ihrem Vater, das den Grundstein für ihre Pferdepassion legte.

Die dreireihige Perlenkette, die George VI. seiner Tochter schenkte, war ihr tägliches Accessoire. Jedes Tageskleid musste so gefertigt werden, dass die Kette zur Geltung kam. "Die Queen war durchaus kokett", sagt Modeschöpfer Stewart Parvin, der die Queen zwanzig Jahre lang einkleidete, vom Entwurf bis zur Anprobe.

Zu ihrem ikonischen Look gehörte auch die Handtasche. Aber was ist dran an dem Handtaschen-Code, mit dem die Queen angeblich Signale an ihr Team sendete?
Ihre Privatsekretärin klärt auf, wie die Kommunikation mit ihrer Chefin lief. Besonders gerne denkt Samantha Cohen an Aufenthalte mit der Queen in Balmoral, wo nicht nur die Amtsgeschäfte auf dem Plan standen, sondern auch viel gelacht und auch getanzt wurde.

​​​​​​​Interviewpartner

Samantha Cohen, Privatsekretärin, die 18 Jahre lang für die Queen arbeitete.

Stewart Parvin, Modeschöpfer, der in den letzten zwei Jahrzehnten für den Look der Königin verantwortlich war.

Hugo Vickers, Historiker und Biograf, der die Königsfamilie seit über 50 Jahren begleitet.

John Warren, Rennzuchtberater und Freund, der mehr als zwei Jahrzehnte der Queen mit Rat und Tat zur Seite stand.

Justin Welby, damals Erzbischof von Canterbury und enger Vertrauter der Queen.

David Brophy, Dirigent aus Dublin, der über den Staatsbesuch der Queen 2011 in der Republik Irland berichtet.

Zitate von Interviewpartnern aus dem Film

Hugo Vickers, Historiker und Biograf

Über den Charakter von Elisabeth II.:
"Die Queen schätzte Zuneigung. Aber so wie ich sie kannte, ließ sie sich davon nicht beeinflussen. Die Queen war bescheiden und wusste zu differenzieren: Es gibt zwei Personen: Die Königin und die Frau in der Königin. Sie war sich immer bewusst: 'Es ist die Königin, die sie feiern, nicht unbedingt mich.' Sie war kein 'Ich'-Mensch."

Über den Umgang der Queen mit Trump & Co:
"Präsident Trump sagte, er sei der Lieblingspräsident der Königin gewesen. Dazu kann ich nur sagen, dass wahrscheinlich jeder Präsident mit dem Gedanken abgereist ist, der Lieblingspräsident zu sein. Sie war sehr gut darin, diese Leute zu unterhalten. Ich habe sie mit Präsident Jelzin in Russland erlebt. Am Ende küsste er ihre Hand. Sie wickelte ihn einfach um ihren Finger. Er glaubte, eine neue Freundin gefunden zu haben. Dabei sah er sie nie wieder."

 

Samantha Cohen, Privatsekretärin

Über die Queen als berufstätige Mutter und Chefin:
"Die Königin war schon eine berufstätige Mutter, bevor Frauen das überhaupt zum Thema machten. Sie musste einfach damit zurechtkommen, hatte viel Verständnis für die Herausforderungen einer Frau, all' die verschiedenen Aspekte unseres Lebens unter einen Hut zu bringen. Sie war eine sehr kooperative Chefin."

Über das Arbeitsethos der Queen:
"Sie bekam die roten Koffer [mit den Staatspapieren] an jedem Tag. Und sie achtete immer streng darauf, dass sie ihre Arbeit am Abend erledigt hatte. Am nächsten Morgen bekamen wir sie dann zurück. Deshalb reisten wir auch mit ihr, wenn sie im Sommer nach Balmoral, zu Weihnachten nach Sandringham und zu Ostern nach Windsor ging."

Über die Work-Life-Balance der Queen:
"Die Königin hatte eine gesunde Work-Life-Balance und Freude an ihren Hobbys. Sie liebte Pferde und Pferderennen, sie liebte ihre Hunde und sie sah gerne fern. Also nahm sie sich Zeit dafür. (…) Sie wirkte nie gestresst oder überfordert, weil sie diesen Ausgleich hatte."

Über das Gerücht, die Queen hätte Aufbruch-Signale per Handtasche gegeben:
"Keine Ahnung, wo das herkam. Nein, wir hatten natürlich einen Zeitplan. Wir wussten, wann es weiterging. Alles war in Fünf- und Zehn-Minuten-Schritten geplant. Wir wussten genau, wann der Hubschrauber oder das Flugzeug startet. Und wir hatten dafür zu sorgen, dass sie pünktlich dort war. Wir haben also nicht auf ein 'Handtaschenzeichen' gewartet. Wir haben auf unser Programm geschaut, um sie pünktlich und sicher zurückbringen."

Über die Rolle der Hunde im Palastleben:
"Die Corgis waren Teil des Palastlebens. Manche hielten das vielleicht für etwas exzentrisch. Aber die Hunde waren eine fantastische Ablenkung für die Besucher, die ja aufgeregt waren. Bei den Mittagessen saßen die Corgis unterm Tisch. Das beruhigte die Gäste und nahm ihnen die Angst. Sie beugten sich runter, streichelten die Hunde. Und dann sagte die Königin: 'Oh, der ist lustig. Aber er mag keine Kekse.' So kamen sie ins Gespräch. Sie wollte, dass die Menschen das Gefühl haben, zu ihr nach Hause zu kommen. Das war geschickt. Und sie liebte ihre Hunde."

 

John Warren, Rennzuchtberater und Freund

Über den Ursprung der Leidenschaft der Queen für Vollblut-Pferde:
"Sie erzählte mir, dass ihr Vater sie als Teenagerin in einen Rennstall mitgenommen hatte. Vom Trainer bekam sie eine Karotte. Sie gab sie einem Fohlen und streichelte ihm den Hals. Sie war fasziniert, wie anders dieses Vollblut war im Vergleich zu den Pferden, die sie bis dahin gekannt hatte. Als sie abends nach Hause kam, sagte sie zu ihrer Mutter: 'Ich wasche meine Hände nicht, denn ich habe heute dieses Fohlen berührt. Ich spüre noch immer seinen Schweiß an meinen Fingern.‘“

Über die Zusammenarbeit mit der Queen:
"Meine Aufgabe bestand darin, die Königin zu beraten. Einerseits hinsichtlich der Marktlage: was sich bei Auktionen und Verkäufen von Vollblütern tat. Andererseits mit Blick auf den Rennsport. Ich bin bei den Rennen vor Ort, höre mich um. Diese Informationen gab ich an die Königin weiter. Wir haben uns dann zusammengesetzt und getüftelt, wie wir unser Ziel am besten erreichen könnten."

Über die private Verbindung zur Queen:
"Die Wochenenden bei uns waren für sie etwas Besonderes. Die Königin konnte sich hier wie zu Hause fühlen. Wir luden Gäste zum Abendessen ein. Da drehte sich alles um Pferde, was ihr viel Freude machte. Die Königin verpasste keine Gelegenheit, uns zu besuchen."

 

Stewart Parvin, Modeschöpfer der Queen

Über den Modegeschmack von Elisabeth II.:
"Die Königin sagte: 'Man muss mich sehen, um an mich zu glauben.' Sie war ja nicht 1,80 Meter. Sie war sehr klein und musste auffallen. Daher bestand ihre 'Uniform' aus leuchtenden Farben, darunter ein bedrucktes Kleid, sehr schlicht. So stach sie heraus. Und sie trug eigentlich immer dieselbe Halskette: eine dreireihige Perlenkette. Ich glaube, ein Geschenk ihres Vaters.
"Die Queen war eine wirklich unkomplizierte Kundin. Sie überließ mir die Entscheidungen. Der Schnitt durfte natürlich nicht unbequem sein. Ansonsten war ich für den Look verantwortlich."

 

Justin Welby, damals Erzbischof von Canterbury

Über den Abschied von der Queen:
"Ich dachte, ich komme vielleicht drumherum. Denn ich wollte die Queen nicht beerdigen. Ich habe nie eine andere Königin gekannt. Sie war immer da gewesen und plötzlich nicht mehr. Die Welt hatte sich ein Stück auf der Achse verschoben."

"Das war ein vollkommenes Leben, außergewöhnlich. Ich denke an die Worte des Apostels Paulus zu Timotheus: 'Ich habe den Lauf vollendet.'"

"Ich habe immer gedacht, dass sie alles tat, um eine gute Tochter zu sein. Wenn sie ihren Vater im Jenseits treffen würde, könnte sie ihm direkt in die Augen schauen, und er würde sagen: 'Du hast einen wunderbaren Job gemacht.'"

Julia Melchior über den Ansatz ihrer Dokumentation

Es gibt unzählige Filme und Publikationen über die Queen. Ich wollte nicht einfach die Biografie noch einmal aufarbeiten und in schönen Filmaufnahmen schwelgen. Ich wollte die Queen diesmal anders denken – aus der Sicht der Menschen, die ständig mit ihr zu tun hatten, und sie von ihrer persönlichen Seite erlebten.

Das war natürlich eine Herausforderung. Denn je näher man der Königsfamilie kommen möchte, desto schwieriger wird es. Aber es ist gelungen, Menschen aus dem engsten Umfeld der Queen zu treffen, die sonst nicht vor die Kamera treten, an Orten zu drehen, zu denen nicht jeder Zugang hat, und Geschichten zu erzählen, die eben neu sind.
Und nicht nur die Schlüssellochperspektive ist aufschlussreich, sondern vor allem auch die Menschen kennenzulernen, denen die Queen vertraute.

Fotos über ZDF-Kommunikation
Telefon: (06131) 70-16100 oder E-Mail: pressefoto@zdf.de oder über https://presseportal.zdf.de/presse/zdfroyal

Impressum

ZDF-Kommunikation
Verantwortlich: Alexander Stock
E-Mail: pressedesk@zdf.de
© 2026 ZDF

Kontakt

Name: Dr. Birgit-Nicole Krebs
E-Mail: krebs.b@zdf.de
Telefon: +49 30 2099-1096