Eine bessere Welt

Drama mit begleitender Dokumentation

Wissenschaftlerin Elena (Peri Baumeister) polarisiert mit ihrem Buch "Eine bessere Welt" mit Ideen für eine ökologische Zukunft.
ZDF/Julia Feldhagen
Wissenschaftlerin Elena (Peri Baumeister) polarisiert mit ihrem Buch "Eine bessere Welt" mit Ideen für eine ökologische Zukunft. ZDF/Julia Feldhagen

Wissenschaftlerin Elena gerät nach einem polarisierenden Talkshow-Auftritt in einen heftigen Shitstorm, der sich zu einer Bedrohung für ihre ganze Familie entwickelt. 

Sendedatum

ad ut ab Samstag, 14. März 2026, 10.00 Uhr
ad ut Montag, 23. März 2026, 20.15 Uhr

Fotos

Texte

Stab, Besetzung und Inhalt

Stab 

Buch 

Nadine Gottmann, Sebastian Hilger 

Regie 

Sebastian Hilger 

Kamera 

Martin L. Ludwig 

Schnitt 

Simone Klier 

Ton 

Hank Trede 

Szenenbild 

Julian Augustin 

Kostümbild 

Sarah Hachim 

Produktion 

Zeitsprung Pictures GmbH 

Produzenten 

Daniel Mann, Michael Souvignier, Till Derenbach 

Redaktion 

Alexandra Staib 

Länge 

circa 90 Minuten 

 

Die Darstellerinnen und Darsteller und ihre Rollen 

Elena Stanat 

Peri Baumeister 

Deniz 

Serkan Kaya 

Ada 

Soraya Marie Efe 

Sami 

Elias Efe 

Nico 

Carl Benzschawel 

Lara 

Kayla Shyx 

Lucas 

Seumas Sargent 

Moderatorin 

Dunja Hayali 

Boris Graubner 

Roland Silbernagl 

Ning 

Yun Huang 

Karl Peisiger 

Felix Geiwanger 

Niels Reiners 

Nikolai Will 

Nicole Simon 

Christina Beyerhaus 

Marie 

Alexandra Schalaudek 

und andere 

 

 

Inhalt 

Elena, Deniz und ihre beiden Kinder Sami und Ada sind gerade in ihr schönes neues Haus eingezogen, als unerwartet eine Hasswelle ihr Leben bedroht. Wird die virtuelle Bedrohung, die Elenas Talkshow-Auftritt mit sich brachte, nun real? Denn nicht nur die Hühner der Familie sterben einen mysteriösen Tod, auch treibt sich ein unheimlicher Mann auf dem Grundstück herum. 

Elena bringt die Hater-Nachrichten zur Anzeige und stattet das Haus mit Überwachungskameras aus. Doch als es eines Nachts in dem Restaurant, in dem Deniz arbeitet, brennt, äußert Elena eine falsche Verdächtigung. Damit wendet sich die Situation drastisch gegen sie. Kann es sein, dass die bedrohlichen Geschehnisse in gar keinem Zusammenhang mit dem Shitstorm stehen? Passiert das alles vielleicht nur in ihrem Kopf? 

Hass im Netz: Eine bessere Welt – Die Dokumentation

Veröffentlichungstermine 

ZDF-Streaming: ab Samstag, 14. März 2026, 10.00 Uhr  

ZDF: Montag, 23. März 2026, 21.45 Uhr 

  

Stab 

Buch und Regie 

Julia Lösch, Rebecca Kirkland 

Kamera 

Marius Klohn, Felix Korfmann 

Schnitt 

Martin Schillinger 

Produktion 

Bewegte Zeiten 

Redaktion 

Nicolai Piechota 

Länge 

ca. 30 Minuten 

 

Inhalt 

Beleidigungen, Drohungen und gezielte Diffamierungen gehören für viele Menschen in Deutschland zum digitalen Alltag. Hass im Netz ist längst kein Randphänomen mehr, es kann jeden treffen. Die ZDF-Dokumentation "Hass im Netz: Eine bessere Welt – Die Dokumentation" zeigt, wie digitale Gewalt Leben verändert – und stellt die Frage, wie wirksam Staat und Gesellschaft dagegen vorgehen. Der Film macht sichtbar, was oft unsichtbar bleibt. Er zeigt Betroffene nicht nur als Opfer, sondern als Akteurinnen und Akteure, die sich wehren – und fordert dazu auf, digitale Gewalt als gesamtgesellschaftliche Herausforderung ernst zu nehmen. 

Was oft als Meinungsäußerung verharmlost wird, entfaltet für die Betroffenen reale, teils existenzielle Folgen. Die Dokumentation begleitet Menschen, die massive Hasskampagnen erlebt haben – und die sich entschieden haben, nicht zu schweigen. Der Film von Julia Lösch und Rebecca Kirkland erzählt von Angst, Ohnmacht und Scham, aber auch von Mut, Widerstand und der Frage, wie gut der Rechtsstaat im digitalen Zeitalter tatsächlich schützt. 

Im Zentrum stehen persönliche Geschichten: die des ehemaligen Fußballprofis Kevin Plath, der nach einem TV-Auftritt Ziel rassistischer Hassattacken wurde, die der Drag Queen und Aktivistin Vicky Voyage, für die das Internet zugleich Bühne und Schlachtfeld ist und die der Wirtschaftswissenschaftlerin Claudia Kemfert, die für ihre fachliche Arbeit zu Klima- und Energiefragen mit massiven Drohungen konfrontiert wird. Ihre Erfahrungen zeigen: Digitale Gewalt trifft längst nicht nur Randgruppen – sie kann jeden treffen, der öffentlich sichtbar ist. 

Parallel wirft der Film einen Blick hinter die Kulissen von Beratungs- und Meldestellen wie HateAid, die Betroffene juristisch und psychologisch unterstützen. Er begleitet ihre Arbeit im Spannungsfeld zwischen engagierter Hilfe, mangelnder Kooperation großer Plattformen und schleppender Strafverfolgung. Zugleich konfrontiert die Dokumentation Polizei und Justiz mit den Erwartungen der Opfer: Warum verlaufen so viele Anzeigen im Sande? Wo liegen die strukturellen Defizite zwischen Gesetz und Umsetzung? Dazu besucht Autorin Julia Lösch das Bayerische Landeskriminalamt sowie einen Ermittler aus München, der Hass im Netz seit Jahren verfolgt.  

Ein weiterer Fokus liegt auf den Folgen digitaler Gewalt: Rückzug, Angst, Selbstzensur – aber auch dem Moment, in dem Hass aus dem Netz in die analoge Welt übergreift. Der Film zeigt, wie Worte zu realer Bedrohung werden können und warum Hatespeech keine Bagatelle, sondern eine Form von Gewalt ist. Mit Stimmen aus Zivilgesellschaft, Ermittlungsbehörden und prominenten Betroffenen wie Riccardo Simonetti wird die zentrale Frage gestellt: Wer schützt die Opfer – und was braucht es, damit Hass im Netz nicht weiter normalisiert wird? 

"Digitale Gewalt wirkt wie ein Brennglas auf die gesellschaftliche Kluft" – Statement der Autorin Nadine Gottmann

Für mich wurde digitale Gewalt erstmals im Zuge von Fridays for Future sichtbar und während der Coronapandemie in ihrem ganzen Ausmaß deutlich: Einzelpersonen, insbesondere Frauen, gerieten massiv unter Beschuss, sobald sie öffentlich faktenbasiert auf relevante Themen aufmerksam machten. Inzwischen gehört digitale Gewalt für viele Wissenschaftlerinnen, Aktivistinnen und andere Frauen in der Öffentlichkeit zum Alltag. Dass sie damit rechnen müssen, für ihre Arbeit bedroht, beleidigt oder eingeschüchtert zu werden, empfinde ich als inakzeptablen Zustand. Wir brauchen ihre Stimmen!  

Es ist jedoch eine große Herausforderung, unter diesen Bedingungen für eigene Überzeugungen und Ideale einzustehen. Der Angriff kommt aus der Anonymität einer diffusen Masse, ist oft bedrohlich oder entwürdigend, und zielt darauf ab, Menschen zum Schweigen zu bringen. "Eine bessere Welt" untersucht die psychischen Folgen dieser permanenten Bedrohung: wie sie Angst, Selbstzweifel und Selbstgefährdung hervorbringt und wie schnell digitale Gewalt in reale, physische Gewalt übergehen kann. Digitale Gewalt wirkt dabei wie ein Brennglas auf die tiefliegende gesellschaftliche Kluft, die wir derzeit erleben. In einer besseren Welt würden wir faktenbasiert und respektvoll miteinander kommunizieren, und Täter würden konsequent zur Verantwortung gezogen. 

"Im Netz herrscht ein unsichtbarer Krieg" – Statement des Regisseurs Sebastian Hilger

Im Netz herrscht ein unsichtbarer Krieg, seit Jahren schon. Es geht um Meinungshoheit und die Darstellung davon, in der Mehrheit zu sein. Menschen werden beschimpft und gezielt bedroht. Und jede Person, die daraufhin den Mund hält oder das Netz verlässt, ist ein gewonnener Hügel, ein eroberter Landstrich. Denn aus der Hoheit im Netz folgt politischer Druck und der verändert dann Realitäten auch im echten Leben. Das sehen wir derzeit an vielen Fronten gleichzeitig.  

Schnell ist man mit dem Argument bei der Hand, dass Betroffene doch das Internet einfach ausstellen sollten oder einfach nicht so ernst nehmen, was die Spinner im Netz schreiben. Dass das nicht so einfach ist und dass es auch heißt, den Angreifern zurückzuweichen, das wollten wir in unserem Film zeigen – nicht erklären, sondern emotional spürbar machen. Wie es sich anfühlt, wenn der Hass eben durch Zuklappen des Laptops nicht verschwindet, sondern durch alle Ritzen sickert, alles befällt und am Ende auch die eigene Psyche. Dagegen muss etwas getan werden, und die Debatte darüber zu führen, das war unser Ziel. 

"Die Psyche macht keinen Unterschied zwischen digitaler oder analoger Gewalt" – Interview mit Peri Baumeister

Online-Hass bleibt im Film nicht digital, sondern greift in Elenas reales Leben über. Was war für Sie der erschreckendste Moment bei der Arbeit an dieser Rolle? 

Es gibt eine Erkenntnis, die mich seit der intensiven Beschäftigung mit dem Drehbuch, der Rolle, der Recherche und Gesprächen mit Betroffenen durchgängig beschäftigt, und das ist der Fakt: Gewalt ist Gewalt. Die Psyche macht keinen Unterschied zwischen digitaler oder analoger Gewalt. Das nehmen Betroffene so wahr und ist wissenschaftlich belegt. Das ist aber noch nicht genug in der Gesellschaft angekommen und wird immer noch heruntergespielt. Wir haben alle ein Recht auf einen gewaltfreien Raum und Umgang, egal welches Geschlecht, woher wir kommen, was wir sagen oder auch wie wir aussehen und uns kleiden. 

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum, in dem man geschützt alles machen kann, was man will. Meinungsfreiheit ist zwar ein hohes Gut, aber sich dahinter zu verstecken, sie als Deckmantel zu nutzen, um Menschen persönlich zu beleidigen oder mundtot zu machen, ist falsch und kann und muss strafrechtlich verfolgt werden. Also, wenn ihr euch selbst als Betroffene empfindet und euch fragt, wie ihr am gesündesten und sichersten damit umgeht, können euch Beratungsstellen wie Hate Aid helfen. 

Auch erschreckend war für mich, dass uns in diesen Gesprächen, unter anderem mit Hate Aid, immer wieder davon berichtet wurde, dass es eben nicht möglich ist, das Internet einfach "auszuschalten" oder zu "ignorieren", wie und was dort gesagt wird. Dass der Hass quasi aus dem Bildschirm rauskommt und etwas in den Betroffenen kaputt macht. Genau das ist ja auch das Ziel der Angreifer – das zu erzählen und nicht nur zu erklären, sondern fühlbar zu machen, auch die Zweifel an der eigenen Wahrnehmung, das war unser Ziel hinter dem Film. 

  

Der Film zeigt, wie schnell Frauen, die sich öffentlich zu Missständen äußern, als "überempfindlich" oder "instabil" wahrgenommen werden. Haben Sie das Gefühl, dass dieses Muster gesellschaftlich unterschätzt wird? 

Ja, ich denke, Frauen, die sich öffentlich zu Missständen äußern, werden eher als instabil oder überempfindlich wahrgenommen. Das ist ein gesellschaftlich relevantes Thema, weil es dazu führt, dass wir die Inhalte zu wenig ernst nehmen und weil es dazu führt, dass Menschen, die sich im Internet äußern, durch Hass mundtot gemacht werden. Frauen und Mädchen betrifft das häufiger als Männer. Fakt ist, dass Frauen, besonders wenn sie politisch aktiv sind, viel mehr im Fokus von digitaler Gewalt stehen, besonders sowieso von sexualisierter Gewalt. Und dass wir als instabil oder überemotional beschrieben werden, ist ja ein altes, bekanntes Muster. Darauf wird gerne noch zurückgegriffen. Auch in Film und Fernsehen übrigens! 

Für mich ist Elena aber auch noch mehr als das. Sie ist eine Wissenschaftlerin und Mutter in außergewöhnlichen Umständen, die sich in einer sehr schwierigen Situation mal besser, mal schlechter, aber am Ende kraftvoll und auch, finde ich, erfolgreich behauptet.  

Anfänglich weiß Elena durch die Angriffe selbst nicht mehr, was real ist und was nicht, sie stellt sich selbst die dieselben Frage: Bin ich jetzt "überempfindlich"? Bin ich "instabil", oder ist die Angst in mir berechtigt? Das zu spielen war ein schmaler Grat, weil es immer wieder eine Berührung mit dem Irrationalen erfordert, das hat aber auch viel Spaß gemacht. Mir hat das Bild eines Komposthaufens geholfen, in den Tropfen für Tropfen Hass einsickert und langsam von unten nach oben zu gären beginnt, was Realitäten verschwimmen lässt. 

 

Was wünschen Sie sich, dass Zuschauerinnen – insbesondere Frauen – nach dem Film mitnehmen oder vielleicht anders sehen als zuvor? 

Dass die Betroffenen nicht alleine sind. Dass ich die Chance habe, im Namen vieler zu sprechen, derer, die am Film mitgewirkt haben – aber besonders auch vieler Betroffener, das ist ein Gewinn. Ehrlich gesagt sollten aber viel mehr diese Betroffenen zu Wort kommen als ich. Ich bin Schauspielerin und habe diese Rolle angeboten bekommen und habe mich gefreut sie zu spielen, weil ich die Rolle toll fand und das Thema wichtig.  

Darüber hatte ich kürzlich ein Gespräch mit meiner Tochter, da ging es erstmal um meinen Beruf und tatsächlich über dieses Interview. Sie will nicht, dass ich öffentlich bin. Diese Unterhaltung hat dazu geführt, dass wir kindgerecht und erstmal allgemein über das Internet, Handys und digitale Räume gesprochen haben. Ich habe ihr von dem Film erzählt und worum es geht. Was daran gefährlich ist, und wieso es so wichtig ist, dass wir früh mit unseren Kindern sprechen, aufklären, sensibilisieren. Ich wünsche mir, dass solche Gespräche mehr und freier stattfinden. 

 

Der Film zeigt, wie zerstörerisch digitale Gewalt sein kann. Viele Kinder und Jugendliche sind heute schon früh mit Hatespeech und Mobbing im Netz konfrontiert. Sehen Sie darin eine besondere Verantwortung für Eltern – und was bedeutet das für Ihren eigenen Umgang mit digitalen Medien in der Familie? 

Für mich als Mutter ist es tatsächlich total schwierig zu überlegen, wie man die eigenen Kinder darauf vorbereitet, einmal selbst in diesem Internet unterwegs zu sein. Ich merke, wie es alle Eltern um mich herum mit Kindern wahnsinnig beschäftigt. Natürlich will man das Kind nicht als Außenseiter aufwachsen sehen, Internet und Handy gehören zur Lebenswirklichkeit dazu. Und andererseits macht es mir Angst, was dort im Netz passiert, wie es zugeht und wie verschiedenste Interessengruppen versuchen, Kontrolle über den Kopf eines Kindes zu bekommen.  

Ehrlich gesagt habe ich dazu auch keine Antwort bisher, außer dass meine Tochter so spät wie nur irgendwie möglich Zugang zu sozialen Medien bekommen wird. Ich finde es gut, dass Australien erstmals ein Verbot für soziale Medien für unter 16-Jährige erlassen hat. Es ist ein starkes Signal und ein mutiger Versuch, Kinder und Jugendliche besser zu schützen. Großbritannien und Frankreich bereiten ähnliche Gesetze vor. Wir haben jetzt die Chance, diesen Weg zu beobachten, uns zu orientieren und es auch so umzusetzen.

"Plötzlich kommt aus der digitalen Welt Gift in die reale Welt" – Interview mit Serkan Kaya

Deniz beginnt, an Elenas Wahrnehmung zu zweifeln – nicht aus Bosheit, sondern aus Überforderung. Was sagt das über den gesellschaftlichen Umgang mit Angst und psychischer Belastung aus? 

Deniz beginnt ab dem Moment, an Elenas Wahrnehmung zu zweifeln, als es sich für ihn nicht mehr nachvollziehen lässt, was die reale Bedrohung ist und was sich Elena einbildet und damit ihre Familie in Gefahr bringt. Daraus lässt sich natürlich kein Vorwurf an Elena formulieren, aber es kann exemplarisch zeigen, was digitale Bedrohung mit den direkten Betroffenen, Familienangehörigen und Freunden machen kann. Die Bedrohung kommt aus dem digitalen Raum, ist also real und zugleich, aufgrund ihrer Anonymität, nicht real. Wir müssen die Meinungsfreiheit unbedingt schützen, aber klarere Linien dort ziehen, wo Beleidigungen und Bedrohungen beginnen. 

 

Online-Gewalt betrifft oft die ganze Familie, nicht nur die direkt angegriffene Person. War das ein Aspekt, der Ihnen bei dieser Rolle naheging? 

Das Leben als Familie ist ohnehin anstrengend. Jedes Paar mit Kindern weiß das. Das Geheimnis besteht darin, dem Gegenüber immer die besten Absichten zu unterstellen. Wenn nun von außen ein anonymer, digitaler Shitstorm über dich oder eines deiner Familienmitglieder hereinbricht und jede Rechtfertigung oder Richtigstellung alles nur noch schlimmer macht, sendet dir die komplette Außenwelt das Signal: Wir meinen es nicht gut mit dir. Plötzlich kommt aus der digitalen Welt Gift in die reale Welt und fühlt sich insgesamt feindselig an. Das aus der Familie herauszuhalten, halte ich für nahezu ausgeschlossen. Das ging mir sehr nah: eine Familie, die durch anonyme Boshaftigkeit ihren Zusammenhalt zu verlieren droht. 

 

Was hat die Arbeit an "Eine bessere Welt" bei Ihnen persönlich verändert – im Blick auf digitale Kommunikation, Verantwortung und Zusammenhalt? 

Als vom Theater kommender Schauspieler weiß ich natürlich, wie es ist, nach einer Premiere Kritiken zu lesen. Es konnten zehn sehr gute Kritiken sein, aber diese eine negative hat mich fertiggemacht. Davon habe ich mich mittlerweile erholt, indem ich gar nichts mehr lese. Aber genau das meint der Film ja auch gar nicht – das ist mir sehr wichtig. Es geht um konkrete Beleidigungen und Bedrohungen aus einem geschützten digitalen Raum. Das ist etwas völlig anderes, als nicht gelikt worden zu sein. 

 

Der Film zeigt, wie zerstörerisch digitale Gewalt sein kann. Viele Kinder und Jugendliche sind heute schon früh mit Hatespeech und Mobbing im Netz konfrontiert. Sehen Sie darin eine besondere Verantwortung für Eltern? 

Ich habe drei Söhne, die alle Digital Natives sind. Sie kennen sich technisch viel besser aus als ich, aber emotional sind es eben Kinder. Die ganzen Vergleichsportale wie Instagram und TikTok sowie Meinungsplattformen wie X und Facebook tun mir selbst schon nicht gut. Ich versuche, meine Kinder so lange wie möglich davor zu schützen. 

Es liegt nun an uns – der Generation, die noch Kabeltelefone hatte –, den Kindern beizubringen, wie sie sich verantwortungsvoll im digitalen Raum zu bewegen haben. Wir müssen uns dieser Verantwortung selbst stellen, unsere Kinder zu erziehen. Wir dürfen das nicht Influencern überlassen. 

Statements von Kayla Shyx und Dunja Hayali

Für mich war es sehr wichtig, diese Rolle zu spielen, weil das Thema Hatespeech während der Dreharbeiten auch in meinem eigenen Leben sehr präsent war. Für mich war und ist es nichts Abstraktes, sondern etwas, das mich persönlich beschäftigt und betroffen hat. 

Für viele Menschen da draußen ist "Hass im Netz“ etwas Entferntes – etwas, das sie selbst nicht unmittelbar betrifft. Dadurch wird es oft verharmlost oder sogar als "entertaining" wahrgenommen. Dabei gerät schnell in Vergessenheit, dass hinter jedem Profil ein echter Mensch steht, der in den meisten Fällen keine böse Intention hinter dem hatte, für das er angegriffen wird. 

Ich finde es unglaublich wichtig, auf diese Thematik aufmerksam zu machen und sie auch Zielgruppen näherzubringen, für die das Ausmaß von Hatespeech bisher vielleicht nicht greifbar ist. Es betrifft längst nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder und Jugendliche. Oft beginnt es mit ein oder zwei Kommentaren, die jemanden im Alter von 13 oder 14 Jahren extrem verunsichern können. Aus wenigen Worten kann schnell eine Kettenreaktion entstehen. Am Ende riskieren wir, eine Generation heranzuziehen, die mit Unsicherheiten aufwächst, Angst hat, sichtbar zu sein – und gleichzeitig den Druck verspürt, sich im Netz zeigen und positionieren zu müssen. Deshalb ist es so wichtig, die Ernsthaftigkeit des Themas zu kommunizieren: an Eltern, Großeltern und genauso an die jüngeren Generationen. 

Kayla Shyx 

 

 

Die Arbeit für die Produktion hat mir großen Spaß gemacht, zumal ich ja in der mir bekannten Rolle bleiben konnte. Darüber hinaus freut es mich natürlich, dass ein so wichtiges Thema durch den Film Aufmerksamkeit bekommt. 

Dunja Hayali 

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