Familie Bundschuh - Unter Verschluss

Komödie frei nach der Romanreihe von Andrea Sawatzki

Geplatzte Urlaubsträume bei Familie Bundschuh: Gundula (Andrea Sawatzki) und Gerald (Axel Milberg) müssen ihre lang ersehnte Maledivenreise absagen, als Hadi (Stephan Grossmann) einen Impfdurchbruch hat und an Corona erkrankt. Die ganze Familie muss in Quarantäne!

  • ZDF, Donnerstag, 1. September 2022, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, ZDFmediathek: ab Donnerstag, 25. August 2022, 10.00 Uhr, bis 24. August 2023

Texte

Stab und Besetzung

Familie Bundschuh – Unter Verschluss
Komödie frei nach der Romanreihe von Andrea Sawatzki
ZDF: Donnerstag, 1. September 2022, 20.15 Uhr
ZDFmediathek: ab Donnerstag, 25. August 2022, 10.00 Uhr, bis 24. August 2023

Stab

Buch          Kerstin Cantz
Regie und Headautor     Thomas Nennstiel
Kamera   Wolf Siegelmann
Ton     Michael Junge-Buchholz
Schnitt    Corina Dietz-Heyne
Musik    Jacki Engelken
Szenenbild     Martina Brünner
Kostüm    Corinna Baum
Produktionsleitung    Rolf Klaußner
Produktion   Ziegler Film, Berlin
Producerin        Kirsten Ellerbrake
Produzentin    Regina Ziegler
Redaktion     Anja Helmling-Grob
Länge      circa 89 Minuten

                                                                                                                                                  

Die Rollen und ihre Darsteller*innen

Gundula Bundschuh           Andrea Sawatzki
Gerald Bundschuh    Axel Milberg
Susanne Bundschuh   Judy Winter
Rose Schultze     Eva Löbau
Hadi Schultze        Stephan Grossmann
Matz   Levis Kachel
Carlo Jonker    Rüdiger Vogler
Golo    Kai Lentrodt
Paula      Emilia Packard
Dr. Shilongo     Charlotte Thompson
Ben    Tristán López
und weitere    

Inhalt

Familie Bundschuh trifft es hart: Gundulas Bruder Hadi hat sich Corona eingefangen, und die ganze Familie muss vorsichtshalber in eine fünftägige Quarantäne. Das ist eine Katastrophe – denn Gundula und Gerald müssen ihre geplante Maledivenreise absagen. Der erste Urlaub nur zu zweit nach 25 Ehejahren! Gundula ist untröstlich, zumal Gerald sich nur für die Rückerstattung der Reisekosten interessiert.

Gundula verordnet sich strenges Nichtstun. Wenn sie schon nicht auf die Malediven kann, dann holt sie sich das Trauminsel-Feeling eben ins Haus: Blumenkette, Cocktail, Strandkleid, Bodu Beru. Urlaub im Homeoffice – soll die Familie mal schön selbst zusehen, wie sie klarkommt.

Hadis erste geplante Lesung seines großen historischen Romans muss selbstverständlich abgesagt werden. Schrecklich für den Autor, der in den folgenden Tagen mit heftigen Fieberträumen zu kämpfen hat, die sich aus den Figuren seines Werkes speisen. So sehr Rose sich bemüht, ihrem Mann das Krankenleben leichter zu machen, Hadis Leid ist größer.

Auch Sohn Matz leidet, hat er doch gerade ein Auge auf seine neue Mitschülerin geworfen. Die Quarantäne durchkreuzt seine amourösen Bemühungen. Nur diejenige, von der man den größten Protest erwartet hätte, ist verdächtig fröhlich: Oma Susanne. Einer ihrer verflossenen Liebhaber, Carlo, ist überraschend wieder in ihr Leben getreten und eine Zeit lang gelingt es ihr, ihn vor der Familie und insbesondere vor Gerald im Haus zu verstecken. Als die beiden jedoch auffliegen, nutzt auch Geralds vehementer Protest nichts: Carlo wird ebenfalls unter Quarantäne gestellt und darf das Haus Bundschuh nicht verlassen.

Zwischen Susanne und Carlo sprühen die Funken, zwischen Gerald und Carlo donnert es gewaltig, denn Gerald konnte den verflossenen Liebhaber aus Susannes wilden Ibiza-Zeiten noch nie leiden. Und Gundula wundert sich über die tiefe Abneigung ihres Mannes, fallen ihr doch gewisse Ähnlichkeiten zwischen den beiden auf. Ob Carlo wohl …? Fünf Tage Wortgefechte, Animositäten, Heimlichkeiten und offen ausgetragene Konflikte – die Bundschuhs schenken sich rein gar nichts!

Fragen an Andrea Sawatzki, Axel Milberg, Judy Winter, Stephan Grossmann und Eva Löbau

Andrea Sawatzki (Rolle: Gundula Bundschuh):

Gundula Bundschuh sagt im Film: "Alles war wie sonst, nur schlimmer. Ich war eine Gefangene des Hauses, die für eine Ferienlänge hat entkommen wollen." Wie viel Wahrheit steckt in diesem Satz?

Andrea Sawatzki: Dadurch, dass Gundula jetzt mit der Familie in diesem Dreiseitenhof leben muss, sehnt sie sich natürlich nach einer Auszeit. Das schien auch beinahe zu klappen, allerdings hatte niemand damit gerechnet, dass es einen Lockdown aufgrund der Pandemie geben würde. Wie Gundula ging beziehungsweise geht es wohl einigen Familien, die sich während Corona auf die Ferien gefreut hatten und dann in die Isolation mussten.

Corona bedeutet(e) auch für viele Schauspieler und Schauspielerinnen eine notgedrungene Zwangspause. Was haben Sie aus der auferlegten Entschleunigung für Ihren Alltag mitgenommen?

Andrea Sawatzki: Zum Glück wurde weiterhin unter strengen Sicherheitsmaßnahmen gedreht. Der tägliche Test war Routine. Ab und zu ist mal jemand plötzlich von der Bildfläche verschwunden und erst nach einer Woche wieder aufgetaucht, weil es ihn trotzdem erwischt hatte. Mein Problem waren die Bundschuh-Lesungen. Es wurden einige verschoben, aber mittlerweile habe ich alle aufgeholt. Im ersten großen Lockdown habe ich den Roman "Woanders ist es auch nicht ruhiger" für "Familie Bundschuh" geschrieben, im zweiten Lockdown innerhalb von zwei Wochen meinen Roman "Brunnenstraße". Dafür war es ganz praktisch, nicht raus zu dürfen. Aber ansonsten fühlte ich mich ziemlich isoliert. Und ohne Theateraufführungen und Kinobesuche ist das Leben schon ein wenig öde.
 

Axel Milberg (Rolle: Gerald Bundschuh):

Was ist das Besondere an diesem Drehbuch, das mit dem Umgang der häuslichen Covid-19-Quarantäne ein seit einiger Zeit sehr aktuelles Thema aufgreift?

Axel Milberg: Es ist schon etwas ganz Besonderes, ein Thema als Komödie zu erzählen, unter dem alle aktuell leiden oder zu leiden hatten. Zumal diese Coronapandemie immer noch gegenwärtig ist. Wie gehen die Bundschuhs damit um? Jeder natürlich anders: Ist der Hypochonder wirklich krank? Nützt Roses Beten? Freut sich Gerald, dass die Reise ausfällt? Wen hat Mutter da Neues angeschleppt? Warum trinkt Gundula exotische Drinks und lächelt entrückt? Reisen in der Fantasie ersetzen die echten, alle sind ja unter Verschluss in einem großen Haus, das doch gar nicht groß genug sein kann.

Während Gundula Bundschuh im Film emotional sehr betroffen ist, dass der lange geplante Urlaub mit Gerald ins Wasser fällt, denkt Ihre Figur eher in Zahlen: "7.800 Euro für nichts – hoffentlich greift die Reiserücktrittsversicherung!". Wie sehr hat Corona die Denkweise hinsichtlich des Wertes immaterieller Dinge, seien es Freundschaften, Umarmungen oder Gespräche ohne Maske, beeinflusst?

Axel Milberg: Für kurze Zeit schien es durch unsere Gesellschaft zu geistern als Idee, von dem Materialismus und der ganzen Rennerei und Selbstoptimierung Abstand zu nehmen und sich zu fragen: Was ist wirklich wichtig? Von Entschleunigung und der Bedeutung der Kultur wurde gesprochen, aber nur kurz. Dann kamen Krieg und der sich verschärfende Klimawandel, Inflation und Aufrüstung als neue Schrecken, verdrängten die Pandemie und machten Corona zum kleineren Übel.
 

Judy Winter (Rolle: Susanne Bundschuh):

Im Film versteckt Susanne ihre Jugendliebe im Keller des Familienanwesens, obwohl die auferlegte Quarantäne dies eigentlich verbietet. Wie sehr haben auch Ihnen im realen Leben die "echten" Begegnungen mit Menschen gefehlt?

Judy Winter: Sehr. Vor allem mit den Menschen, die mir nahe stehen. Ich habe Umarmungen vermisst. Und liebevolle Berührungen.
 

Stephan Grossmann (Rolle: Hadi Schultze):

Was ist das Besondere an diesem Drehbuch, das mit dem Umgang der häuslichen Covid-19-Quarantäne ein seit einiger Zeit sehr aktuelles Thema aufgreift?

Stephan Grossmann: In erster Linie überwog die Freude, dass wir mit der Familie Bundschuh ein weiteres Abenteuer bestehen werden. Als ich dann hörte, jemand wird es mit Covid-19 treffen, war mir klar, dass es nur einen geben kann. Nicht, dass Hadi schon genug gestraft ist mit all den Unverträglichkeiten, nein, jetzt muss er auch noch im fiebrigen Wahn seine Umwelt wahrnehmen. Meiner Fantasie waren keine Grenzen gesetzt, was wir alles mit ihm anstellen können. Schauspielerisch gesehen erstmal ein Schock, alles hinter verschlossener Türe zu spielen. Es zeigten sich mir aber ganze neue Perspektiven, in diesem wunderbar ausgestatteten Raum, komplett auf sich allein gestellt – Hans Dieter hatte plötzlich viel Zeit und Ruhe, alles gedanklich zu verarbeiten. 

Hadi fiebert begeistert dem großen Tag entgegen: Seine erste Lesung eines historischen Romans. Dann muss die Veranstaltung wegen seiner Coronaerkrankung abgesagt werden. Wie sehr hat die Coronazwangspause Sie persönlich zu Hause eingeschränkt?

Stephan Grossmann: Es ist wie eine Strafe. Dieser große Moment und plötzlich kann Hadi wieder nicht den Erfolg und den Lohn seiner Arbeit gebührend genießen. Wenn ich mir vorstelle, wie schwer es den Erkrankten fiel, gerade anfänglich mit der Krankheit klarzukommen, habe ich einen Heidenrespekt. Nirgendwo konnte man hin, man sollte nur zu Hause bleiben und ja niemanden anstecken. Da ist die Familie ein großer Halt. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es den Menschen wohl ergangen ist, die ganz allein sind. Diese Zwangspausen habe ich so gut es geht zu nutzen versucht, aber letztendlich gehen Dinge verloren und Neue kommen wieder hinzu. Ich versuche, das Ganze als Herausforderung unserer Zeit zu sehen.
 

Eva Löbau (Rolle: Rose Schultze):

Rose bemüht sich, ihrem Mann Hadi die Coronaerkrankung zu erleichtern. Im echten Leben kommen auch viele Pflegekräfte speziell während Corona an ihre Grenzen. Was war für Sie die größte Herausforderung zu Beginn der Pandemie?

Eva Löbau: Ich erinnere mich an die diffuse Angst zu Beginn der ersten Welle, die große Unsicherheit im Umgang mit der Pandemie, als Zugreisen nur eingeschränkt erlaubt waren. Ich habe selbst kein Auto, da war es teilweise echt schwierig, von A nach B zu kommen. Die Gefahren, die an jeder Türklinke zu kleben schienen, und als man nicht wusste, wann man seine Liebsten an anderen Orten wieder besuchen können würde, das hat zwischenzeitlich ziemlich an den Kräften gezehrt.

Was haben Sie am meisten vermisst?

Eva Löbau: Am meisten vermisst habe ich das sogenannte öffentlich Leben. Ins Kino zu gehen und sich vorbehaltlos zu begegnen, zum Beispiel auf Partys, bei Versammlungen, im Theater oder in Lokalen, da musste auch ich mich tatsächlich sehr im Verzicht üben.

Die Fragen stellte Stefanie Kieslich.

Weitere Informationen

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