Fast perfekte Frauen
Tragikomödie
Ausgebrannt an die Nordsee: Sechs Frauen suchen Ruhe und Perspektiven und so bringt eine Kur am Meer die unterschiedlichen Frauen zusammen, darunter Journalistin Suse (Silke Bodenbender) und Fleischfachverkäuferin Christine (Anne Roemeth) – bis ein Geheimnis alles verändert.
Videos
Clip Silke Bodenbender (Rolle:Suse)
Clip Tanja Schleiff (Rolle:Doris)
Clip Anne Roemeth (Rolle: Christine)
Fotos
Texte
Stab
Buch Gabriela Zerhau, Maya Duftschmid
Regie Gabriela Zerhau
Kamera Dennis Pauls
Ton Thomas Thutewohl
Musik Andreas Weidinger, Christoph Zirngibl
Szenenbild Jan Mueller von der Haegen
Kostüme Monika Hinz
Schnitt Anke Berthold
Produzentin/ Silke Pützer
Produzent Wolfgang Cimera
Network Movie, Köln
Redaktion Caroline von Senden
Länge circa 89 Minuten
Besetzung
Suse Hornegg Silke Bodenbender
Christine Burkhard Anne Roemeth
Elfriede Brandner Ilse Neubauer
Doris Ohlmeier Tanja Schleiff
Jennifer Kanz Malene Becker
Leisha Ayoub Sabrina Amali
Helenka Hummel Ewa Patricia Klosowski
Dr. Else Färber Helene Grass
Sarah Hornegg Kya-Celina Barucki
Anneliese Brandner Friederike Wagner
Uschi Kanz Maike Bollow
Sybille Schön Susi Banzhaf
Heide Rohwetter Stephanie Schadeweg
Enno Tütken Peter Pertusini
Tom Friese Jakob Geßner
und andere
Inhalt
Ausgebrannt an die Nordsee: Sechs Frauen suchen Ruhe und Perspektiven und so bringt eine Kur am Meer die unterschiedlichen Frauen zusammen, darunter Journalistin Suse und Fleischfachverkäuferin Christine. Zwischen Strandkörben und Gesprächen entstehen Freundschaften – bis die Enthüllung eines Podcasts für Konflikte sorgt und alles verändert.
Frauen mit unterschiedlichsten Lebensrealitäten an einem Ort zu versammeln, ohne Rückzugsmöglichkeit, klingt erstmal schwierig. Dass es dann doch funktioniert, man sogar eine richtig gute Zeit miteinander hat, ist vielleicht die größte Überraschung für alle. Und um genau diese unerwarteten Momente von Solidarität und Humor mitten im Chaos geht es im Film. Zuerst ist da viel Schönreden, Jammern, Verdrängen, Resignieren. Allmählich wird aber jede Frau immer mehr von der Passagierin zur Gestalterin ihres eigenen Lebens: Will ich immer die Kämpferin sein? Immer die "Nette"? Die Mutter, Ehefrau, die Geschiedene? Die, die immer nur aushält? Wir Frauen könnten viel voneinander lernen, wenn wir unsere kollektive Kraft erkennen und uns wirklich "zeigen", mit allen Verletzungen und "Makeln". Denn dann beginnt ein spannender Prozess – vor anderen, aber vor allem vor sich selbst. Darin liegt viel Tragik, aber auch Komik. Wechselt man die Perspektive, wirkt das Ganze auf einmal so absurd, dass man nur noch darüber lachen kann. Diese Verzweiflung der modernen Frau mit einem liebevoll komischen Blick zu porträtieren, war die Intention. So, dass sich jede Zuschauerin in einer Figur wiedererkennt und mit ihr lacht und weint.
Silke Bodenbender (Rolle: Journalistin Suse)
Ihre Figur Suse begibt sich in die Kur – allerdings aus einer anderen Motivation heraus als ihre Mitstreiterinnen. Was haben Sie beim Lesen des Drehbuchs über Suse gedacht?
Ich konnte es auf Anhieb gut nachvollziehen, dass sie nach vorne blicken und die Krankheit hinter sich lassen will, auch weil sie sonst ja genug Belastungen hat als alleinerziehende Mutter mit einer Tochter, die ihr große Sorgen macht. Es hat mich berührt, dass sie so eine harte Schale um sich zieht, um nicht zusammenzubrechen. Die Entwicklung von der Figur, die sich im Alltag vielleicht auch nie auf diese unterschiedlichen Frauen eingelassen hätte, hat mir gefallen.
Wie verändert sich Suses Sicht auf die anderen Frauen und am Ende auch auf sich selbst im Laufe der Geschichte?
Es gibt ja dieses Bild der unverwüstlichen Frau, die alles hinbekommt und bloß nicht klagt. Das hat Suse auch aus Selbstschutz übernommen und überträgt es auch auf die anderen Frauen. Im Laufe der Geschichte bröckelt dann dieses Bild und sie erkennt, dass sie auch ohne diese Rüstung leben kann, indem sie sich eingesteht, schwach zu sein. Dabei hilft ihr die Erkenntnis, dass man stärker werden kann, indem man gemeinsam dazu steht, Probleme und Ängste zu haben. Wie Verbindungen entstehen können, wenn man das Herz öffnet und all die Bewertungen über Bord schmeißt, hat mir gefallen.
Stichwort: Female Empowerment – Welche Erfahrungen haben Sie persönlich mit weiblicher Unterstützung gemacht? Wo sehen Sie Stärken oder auch Schwächen von Frauen im gegenseitigen Empowerment?
Es gibt ja Frauen, die sich darin übertrumpfen wollen, wie stark sie sind und was sie alles aushalten. So eine Stärke kann in bestimmten Situationen natürlich helfen, aber nachhaltig ist es nicht, da man so nicht voneinander lernt, mit Problemen umzugehen. Erst wenn man zusammen schwach sein kann, kann man zusammen auch richtig durchstarten, finde ich. Persönlich habe ich das Glück, dass schon immer Frauen an meiner Seite sind, die mich stützen und unterstützen und mit liebevoller Wahrheit weiterbringen.
Es ist ein Film von Frauen mit Frauen. Wie erinnern Sie sich an die Dreharbeiten?
Wir hatten eine Menge Spaß miteinander und haben uns mit großer Freude viel Raum zur Entfaltung gelassen. Gabriela Zerhau hat durch ihre feinfühlige und offene Regie eine warme Atmosphäre geschaffen, in der das möglich war. Schon vor Drehbeginn habe ich mich von Gabriela sehr gesehen und eingeladen gefühlt, die Figur mitzugestalten. Das war besonders.
Welche Szenen oder Momente im Film sind Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben und warum?
Es gibt eine Szene, in der wir alle in Badeanzügen und Bademänteln ins Meer laufen. Nur mit den Füßen, aber die Temperaturen waren so ordentlich, dass extra eine Fasssauna an den Strand transportiert wurde, in der wir uns zwischendurch aufwärmen konnten. Das war einer dieser lustigen gemeinsamen Momente, von denen es viele gab.
Was wünschen Sie sich, welche Botschaft nehmen die Zuschauerinnen und Zuschauer aus dem Film vielleicht mit in ihr eigenes Leben?
Viele erliegen heute der Versuchung, auf Schwächere hinabzublicken, und zwar nicht nur Frauen, die eine Kur brauchen. Das finde ich eine schreckliche Entwicklung, der dieser Film etwas entgegensetzt: Wenn man seine eigene Schwäche akzeptiert, wird sie zu einer Stärke, mit der man anderen helfen kann.
Anne Roemeth (Rolle: Christine)
Christine ist zu Beginn sehr unsicher und ihrem Körper fremd – sie kann nicht schwimmen und entdeckt ihre Weiblichkeit erst allmählich. Durch viel Balletttraining habe ich selbst eine gute Verbindung zu meinem Körper. Das Tanzen ist für mich eine Kraftquelle und Inspiration.
Die Arbeit an "Fast perfekte Frauen" hat meine Haltung zum Miteinander von Frauen sehr geprägt. Weibliche Vielseitigkeit ist eine große Kraft und wir können nur gewinnen, wenn wir unsere unterschiedlichen Stärken und Schwächen anerkennen und einander die Hand reichen.
Tanja Schleiff (Rolle: Doris)
Jede Frau, auch ich, hat die Erfahrungen und individuellen Altersfragen der Frauen im Film selbst erlebt oder könnte sie jederzeit erleben. Ich bin sehr froh, eines der Lebensbeispiele in unserer Geschichte zu spielen. Insofern sind mir nicht nur die Momente meiner Figur, wie die Aufforderung zu gesundem Egoismus oder der Lernprozess, nicht immer das letzte Wort haben zu wollen, wichtig. Es ist ein Film über Freundschaft zwischen und eine Liebeserklärung an die Frauen.
Malene Becker (Rolle: Jennifer)
Dieser Film ist ein sehr besonderer Film für mich. Nicht nur, weil er aktuelle und relevante Themen wie persönliche Lebenskrisen und Female Empowerment thematisiert, sondern auch, weil man jeder Figur beim Scheitern und gleichzeitig bei Ihrem Wachstum zuschauen kann – alles mit einer feinen Prise Humor. Ich habe selten mit einem Ensemble am Set so viel gelacht. Mich persönlich hat die Arbeit vor und hinter der Kamera sehr berührt, weil vor allem die Themen Selbstfürsorge und psychische Erschöpfung auch in meinem Leben durchaus präsent sind und genau das hier thematisiert wird. Unser Film hat Witz, Tiefgang und fein ausgearbeitete Figuren, bei denen sich jeder irgendwie irgendwann wiedererkennen kann. "Fast perfekte Frauen" ist nicht nur für Frauen, sondern für alle.
Sabrina Amali (Rolle: Leisha)
Ich kam direkt aus einer langen Drehphase zu diesem Projekt und dachte ehrlich gesagt, ich würde mich am Set eher in meinen Kokon zurückziehen. Aber daraus wurde nichts: Die anderen Frauen haben mich sofort eingesammelt, mit Gesprächen, Lachen und sehr viel Herzlichkeit. Plötzlich war der Dreh selbst wie eine kleine Kur. Die Figuren im Film stehen alle an einem Punkt, an dem es so nicht mehr weitergeht und genau dieses Gefühl kennen viele Frauen aus ihrem Alltag. Für mich zeigt der Film, dass man nicht perfekt sein muss, um stark zu sein, und manchmal reicht es schon, wenn man nicht mehr alles allein trägt.
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