Generation Porno – Was unsere Kinder online sehen
Doku/Dokuserie
Schon früh stoßen Kinder und Jugendliche in sozialen Medien auf freizügige Darstellungen und Pornografie – oft, ohne danach gesucht zu haben. Bilder und Videos, die eigentlich nicht für sie gedacht sind, tauchen plötzlich im Alltag auf. Doch was macht das mit ihnen? Und wie können Familien damit umgehen?
Der Film begleitet junge Menschen in ihrem täglichen Leben und zeigt, wie sie solche Erfahrungen verarbeiten – zwischen Neugier, Verunsicherung und Überforderung. Fachleute helfen dabei, das Gesehene einzuordnen und geben Orientierung in einer Welt, die für viele zu früh zu viel zeigt.
Fotos
Texte
"Den Autoren Hannah Hartwich und Marc Schlömer ist ein außergewöhnlicher Blick in die digitale Realität von jungen Menschen gelungen, der viele Erwachsene und vor allem Eltern alarmieren dürfte."
ZDF-Redakteur Ron Boese
Die TV-Fassung ist eine komprimierte Fassung des dreiteiligen Streaming-Formats.
Ab Dienstag, 2. Juni 2026, 10.00 Uhr, im ZDF streamen (3x30 Min.)
Generation Porno – Was unsere Kinder online sehen: Aufklärung (1/3)
Film von Hannah Hartwich und Marc Schlömer
Generation Porno – Was unsere Kinder online sehen: Liebe (2/3)
Film von Hannah Hartwich und Marc Schlömer
Generation Porno – Was unsere Kinder online sehen: Verhütung (3/3)
Film von Hannah Hartwich und Marc Schlömer
ZDF: Dienstag, 2. Juni 2026, 20.15 Uhr (ca. 45 Min.)
Generation Porno – Was unsere Kinder online sehen
Film von Hannah Hartwich und Marc Schlömer
Autoren Hannah Hartwich und Marc Schlömer
Kamera Maciej Rolbiecki
Schnitt Jörg Stanke und Alexandra Karaoulis
Producer Kajo Fritz
Produktionsfirma Banijay Productions Germany GmbH
Redaktion Ron Boese und Stefanie Kahn
Redaktionsleitung Caroline Reiher
Sexualisierte Inhalte und Pornos sind auf Social Media allgegenwärtig – auch für Kinder und Jugendliche. Was bedeutet das für sie und wie gehen Familien mit der Übersexualisierung um?
Expertinnen und Experten ordnen die Auswirkungen ein und geben Orientierung.
"Generation Porno – Was unsere Kinder online sehen" erzählt die Geschichten junger Menschen – von ersten Kontakten mit pornografischen Inhalten bis hin zu den Folgen für Selbstbild, Beziehungen und Sexualität. Der Film verbindet persönliche Einblicke Jugendlicher mit wissenschaftlicher Perspektive. Auch Eltern werden mit der neuen digitalen Realität konfrontiert:
Die Lindlars erfahren erstmals, wie viele eindeutige Nachrichten ihre Tochter Paulina (16) über TikTok und Instagram von unbekannten Erwachsenen bekommt, die sich mit ihrer Tochter treffen wollen – zum Entsetzen der Eltern. Ein pornosüchtiger Teenager berichtet, wie er der Sucht entrinnen konnte. Ein Cyber-Grooming-Opfer schildert, wie er in die Fänge eines Pädo-Kriminellen gekommen ist. Gleichzeitig zeigt die Serie, dass auch Kinder selbst Grenzen überschreiten – häufig ohne sich der Konsequenzen bewusst zu sein. "Kinder und Jugendliche glauben, im Netz wäre alles erlaubt", sagt Kriminalhauptkommissar Eric Dieden, "wir haben mittlerweile Straftäter, die acht Jahre alt sind."
So entsteht das Bild einer Generation zwischen digitaler Realität, sozialem Druck und fehlender Orientierung. Expertinnen wie Sexualtherapeutin Madita Oeming, Medienpädagogin Saskia Nakari und Social-Media-Coach Thomas Hillers zeigen Wege im Umgang mit diesen Herausforderungen auf.
Generation Porno – Was unsere Kinder online sehen: Aufklärung (1/3)
Kinder und Jugendliche kommen in sozialen Medien früh, ungewollt und ungefiltert mit pornografischen Inhalten in Kontakt – oft über Klassenchats. Das Ausmaß und die Auswirkungen auf junge Menschen sind erheblich und prägen ihr Selbstbild sowie ihren Umgang mit Sexualität.
Generation Porno – Was unsere Kinder online sehen: Liebe (2/3)
Ungefilterter Pornokonsum und weitere Risiken in sozialen Medien wie Cyber-Grooming und Sexting beeinflussen die Sexualität von Jugendlichen. Betroffene junge Menschen berichten von ihren Erlebnissen und den Folgen für ihr Leben.
Generation Porno – Was unsere Kinder online sehen: Verhütung (3/3)
Wie gelingt ein gesunder Umgang mit sozialen Medien für Kinder und Jugendliche? Betroffene und Fachleute zeigen Familien Wege auf, wie ein bewusster und reflektierter Umgang gelingen kann.
Jana, 14:
"Mein erstes Dickpick habe ich mit ungefähr zwölf Jahren zugeschickt bekommen von einem Mann, der auf jeden Fall über 18 war. Ich habe die Anfrage bei Snapchat angenommen, da ich dachte, dass das ein Freund von mir ist. Und dann kam auch relativ schnell halt so ein Bild und ein Video von ihm von seinem Penis."
"Fast alle meine Freundinnen haben auch schon Dickpicks bekommen."
Paulina, 16:
"Mit zwölf war ich mit Freunden auf so einer Chat-Plattform und da hat uns ein alter Mann sein Genital gezeigt. Das war verstörend, ich habe vorher in so einer heilen Welt gelebt."
"Für mich ist es abstoßend, wie in Pornos Männer mit den Frauen umgehen. Wie das so normalisiert wird, dass sie mit Frauen umgehen dürfen, wie sie wollen. Ich finde das einfach ganz schlimm."
"Ich bekomme extrem oft Nachrichten von irgendwelchen Pädos. Die schreiben 'hey Süße' oder 'du verdienst Verwöhnung und alles Liebe der Welt' – das ist ganz normal."
Gaby, Mutter von Paulina:
"Es tut mir echt weh, dass ich meine Tochter bei Social Media nicht vor so etwas schützen kann – und davon auch nichts wusste. Da muss man doch irgendetwas machen können!"
Merlin, 17:
"Mit acht Jahren habe ich mein Handy bekommen und mich schon in dem Alter für das Thema Nacktheit interessiert. Dann kamen bei Social Media Sachen, die man nicht sehen möchte, auch Kinderpornos und Sachen mit toten Menschen. Es gibt total viele Accounts, die innerhalb von einer Stunde 100 Videos hochladen, so schnell kommt ein Filtersystem nicht hinterher."
Über die aktuelle Situation
Silke Müller, Ex-Schulleiterin und Autorin:
"Ich werde ganz oft als ehemalige Schulleiterin gefragt: 'Mensch, ist das wirklich mit Social Media so schlimm?' Ich sage Ihnen eins, es ist deutlich schlimmer als wir denken und viel massiver als wir wissen. Und das genau ist die Problematik."
"Man muss auch dazu sagen, dass über die Hälfte der unter 14-Jährigen bereits härteste Pornografie gesehen haben und nur wenige Schülerinnen und Schüler, Kinder, Jugendliche schätzen das als unrealistisch ein."
Eric Dieden, Kriminalhauptkommissar, aktiv in Social-Media-Prävention:
"Wenn Sexualpraktiken im Bereich der härteren Gangart für 11-Jährige schon ein Thema werden, dann muss einem klar sein, dass hier eine Verrohung entsteht und nicht nur eine Verrohung, sondern wir bekommen dann auch sehr schnell ein sehr großes Problem mit dem Frauenbild."
"Diese Verrohung der Gesellschaft, auch im Sexualitätsbereich, ist bei Kindern und Jugendlichen schon festzustellen und wird in den nächsten zehn bis 15 Jahren sicherlich durch den immensen Internetkonsum zunehmen. Und das wird unsere Gesellschaft vor ein Problem stellen."
Reaktion auf Fragen von Kindern zu Pornos
Madita Oeming, Sexualpädagogin, Kulturwissenschaftlerin, Expertin für digitale Sexualität:
"Ganz oft geht es nicht darum, ins Detail zu gehen, wenn wir mit Kindern über Pornos reden. Viel wichtiger ist, das übergeordnete Wissen und zu erklären: 'Wenn dir Pornos im Internet begegnen, sind das Fantasyfilme für Erwachsene und keine Anleitung für Sex, den du später haben wirst.'"
"Wenn ein Kind kommt und sagt: 'In der Schule haben alle Gangbang gesagt – was ist das?', dann muss ich das beantworten. Ich kann Worte dafür finden, zum Beispiel, dass es eine Möglichkeit ist, Sex miteinander zu haben. Der passiert in Filmen häufiger als in der Realität. Das reicht manchmal schon."
Smartphones für Kinder und Jugendliche
Saskia Nakari, Referentin für Jugendmedienschutz, Medienpädagogin:
"In den letzten fünf Jahren, ist mir aufgefallen, dass die Kids teilweise immer früher ein Smartphone in die Hand gedrückt bekommen haben, teilweise schon am Ende des Kindergartens, zu Beginn der Grundschule. (…) das muss ja eigentlich nicht sein. Viele Kinder sind tatsächlich einfach überfordert."
"Ich merke auch oft, dass Eltern meistens auch gar nicht verstehen, wie diese Algorithmen tatsächlich funktionieren."
Thomas Hillers, Lehrer Waldschule Hatten, plädiert dafür, Kindern erst spät ein Smartphone zu geben:
"Es ist nie zu spät, einem Kind ein Smartphone in die Hand zu geben, es ist in der Hand des Kindes eine Waffe, bei der nicht erklärt wird, wie sie funktioniert. Die Eltern müssen sehr früh erklären, was dieses Gerät kann, wofür es da ist und welche Verantwortung man mit dem Smartphone trägt."
Saskia Nakari, Referentin für Jugendmedienschutz, Host des Podcasts "SchoolCrime – Smartphones in Kinderhand":
"Auf Smartphones sind standardmäßig Apps installiert wie WhatsApp, Google oder YouTube. Wenn man einem Kind das Gerät in die Hand gibt, dann kann ich diese Apps auch erst einmal löschen."
Über Fotos, die Kinder an "Freunde" verschicken:
Eric Dieden, Kriminalhauptkommissar, Cybercrime-Experte, Kriminalprävention Opferschutz der Polizei Köln:
"Wie erkläre ich meinem Kind, welches Foto okay ist und welches nicht? Sagen sie ihrem Kind folgendes: 'Das Foto, was du gerade gemacht hast, schickst du jetzt im Kopf deiner Oma. Und im Gesicht deiner Oma kannst du dann ablesen, ob das Bild okay ist oder eben nicht.'"
Möglichkeiten von Opfern, die mit Nacktfotos erpresst werden:
Eric Dieden, Kriminalhauptkommissar, Cybercrime-Experte, Kriminalprävention Opferschutz der Polizei Köln:
"Wenn ich Opfer geworden bin, indem ich jemandem Nacktfotos von mir zur Verfügung gestellt habe und ich werde damit erpresst, dann gibt es die Möglichkeit, eine Strafanzeige zu stellen. Die Polizei ermittelt dann. Wenn sich dann herausstellt, der Täter ist vielleicht unter 14 Jahren, dann sind die polizeilichen Maßnahmen erschöpft. Der nächste mögliche Weg ist nicht uninteressant, obwohl ich keine Rechtsberatung als Polizeibeamter machen darf: Es gibt die Möglichkeit der Privatklage und ermöglicht mir den Täter auf Schmerzensgeld zu verklagen."
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