Im Grunde Mord – Blutsbande

Der Fernsehfilm der Woche

Paula Schäfer (Hanna Plaß) und Leon Schäfer (Jakob Benkhofer)
ZDF/Frank Dicks
Paula Schäfer (Hanna Plaß) und Leon Schäfer (Jakob Benkhofer) ZDF/Frank Dicks

Ein junger Mann stürzt im Teutoburger Wald an den Externsteinen in die Tiefe und stirbt. Ein Unfall scheint ausgeschlossen. Kriminalkommissarin Paula Schäfer, die erst vor Kurzem in ihre Heimatstadt Detmold zurückgekehrt ist, und ihr Bruder und Kollege Leon werden von Staatsanwältin Britta Everslage mit den Ermittlungen des mysteriösen Falls betraut.

Sendedatum

ad ut ab Samstag, 11. April 2026, 10.00 Uhr, ein Jahr lang
ad ut Montag, 20. April 2026, 20.15 Uhr

Fotos

Texte

Stab, Besetzung, Inhalt

Stab

Buch                                Stefan Rogall

Regie                               Bruno Grass

Bildgestaltung                  Nicolay Gutscher

Montage                           Claudia Wolscht

Szenenbild                       Frank Godt

Kostümbild                       Carola Neutze

Ton                                   Matthias Wolf

Musik                                Florian Tessloff

Casting                             Rebecca Gerling, Lina Behr

Produktionsleitung            Stefan Halbensleben

Herstellungsleitung           Roger Daute

Produktion                        Network Movie Film- und Fernsehproduktion GmbH

Produzent/Produzentin     Bernd von Fehrn, Anne-Lena Dwyer

Redaktion                         Daniel Blum

Länge                               89 Minuten

 

Die Rollen und ihre Darstellerinnen und Darsteller

Paula Schäfer                   Hanna Plaß

Leon Schäfer                    Jakob Benkhofer

Britta Everslage                Ann-Kathrin Kramer

Holger Schäfer                  Rainer Reiners

Dr. Ralf Ächterdiek            Robert Schupp

Amy Kamara                     Kristin Alia Hunold

Dr. Yvonne Hoffmann        Julika Jenkins

Torsten Brokämper            Bernhard Schir

Matteo Brokämper             Ben Felipe

Annika Lorenz                   Philine Schmölzer

Kerstin Lorenz                   Helene Grass

Jens Lorenz                      Patrick Joswig

Ulf Tigges                         Sebastian Schwarz

David Griemert                 David Richter

Ramir Janssen                  Mohamed Achour

und andere

 

Inhalt

Ein Mann stürzt an den Externsteinen im Teutoburger Wald in die Tiefe und stirbt.

Die Kriminalkommissarin Paula Schäfer ist erst vor Kurzem in ihre Heimat Detmold zurückgekehrt. Gemeinsam mit ihrem Bruder und Kollegen Leon übernimmt sie die Untersuchung des Falls. Ein Unfall scheint ausgeschlossen: Beim Toten Ole Wellenkamp wurde neben Sturzverletzungen zudem eine Stichwunde an seinem Körper festgestellt. Staatsanwältin Britta Everslage, eine familiäre Freundin des ungleichen Geschwisterpaares, beauftragt die Polizei mit den Mordermittlungen.

Als in den persönlichen Sachen von Wellenkamp Hinweise gefunden werden, dass dieser Kontakt zu einer Gruppierung hatte, die schon seit Längerem immer wieder in der Umgebung Unfrieden zu stiften versucht, beginnen die beiden Kommissare im Dunstkreis des ortsansässigen Dachdeckers Ulf Tigges sowie des Unternehmers Torsten Brokämper zu ermitteln. Der Fall findet jedoch plötzlich eine unerwartete Wendung, als Ole Wellenkamps Bekannter David und dessen Freundin Annika ins Visier der Ermittler geraten und verschwinden. Was haben sie zu verbergen? Und was hat ihr Geheimnis mit Brokämpers Sohn Matteo zu tun?

Britta Everslage warnt Paula und Leon davor, den umtriebigen Brokämper und dessen Familie zu sehr in die Enge zu treiben. Nicht ganz uneigennützig, denn dieser will sie bei der nächsten Wahl herausfordern und scheint etwas gegen sie in der Hand zu haben. Doch die Geschwister lassen sich nicht von ihrer Spur abbringen und finden sich bald in einem Dickicht aus persönlichen und politischen Verwicklungen wieder, die ein tragisches Ende zu nehmen drohen.

Interview mit Hanna Plaß und Jakob Benkhofer

Paula und Leon sind Geschwister – und müssen trotzdem professionell als Ermittler funktionieren. Das läuft nicht ohne Reibung. Wo sehen Sie darin die größte Herausforderung für Ihre Figur?

Hanna Plaß: Ich glaube, dass Paula sich durch ihre Professionalität und Geradlinigkeit innerhalb der Polizeistruktur sehr gut hocharbeiten konnte. Ihrem großen Bruder gegenüberzustehen, den sie liebt und idealisiert und andererseits um seine männlichen Vorteile beneidet, bringt Gefühle aus ihrer Kindheit und Jugend zurück. Das ist eine extreme Ablenkung für eine eigentlich sehr fokussierte Denkerin.

Jakob Benkhofer: Ich denke, die größte Herausforderung für Leon ist, dass er Paula gleichzeitig als jüngere Schwester und plötzlich auch als Vorgesetzte wahrnehmen muss. Da mischen sich alte Verletzungen und unausgesprochene Konkurrenz mit beruflichem Pflichtbewusstsein. Leon findet dafür erstmal keine Sprache, sondern nur Emotionen, mit denen er allein nicht so recht klarkommt. Wenn die beiden merken, wie gut sie miteinander arbeiten können, eben weil sie sich so gut kennen, öffnet sich da auch etwas. Das zu spielen macht großen Spaß.

Im Film verschieben sich Rollen und Machtverhältnisse innerhalb der Familie. Was hat Sie an dieser Konstellation besonders gereizt?

Hanna Plaß: Besonders finde ich, dass Paula bei den Geschwistern die Führungsposition hat und Leon die Care-Arbeit für den dementen Vater leistet, die in unserer Gesellschaft mehrheitlich von Frauen übernommen wird. Die Ziehmutter ist ihnen als Staatsanwältin überstellt, kämpft aber mit ihrem Status als Mutter, den die Geschwister ihr immer wieder aberkennen. Dadurch ergibt sich eine spannende Dynamik zwischen Liebe und Zugehörigkeit einerseits und Macht und Unabhängigkeit andererseits.

Jakob Benkhofer: Früher war Leon der Sesshafte, der Verantwortung übernommen hat – für den Vater, für den Hof, für die Region. Jetzt kehrt Paula zurück und sucht ihren Platz, den Leon zuvor allein ausgefüllt hat. Ich glaube, das ist für eine Familienkonstellation ein ziemlich komplexer Vorgang und somit reizvoll in der Auseinandersetzung.

Der demente Vater ist ständig präsent, vieles bleibt unausgesprochen. Wie steht Ihre Figur zum Vater?

Hanna Plaß: Ich glaube, Paulas Vater war ein strenger Patriarch und für sie ein großes Vorbild. Sie möchte ihn beeindrucken und ist gleichzeitig genervt von seiner Strenge und seinem Unverständnis für ihre Weiblichkeit. Ihn jetzt so geschwächt zu sehen, verunsichert sie sehr.

Jakob Benkhofer: Leon hat ein ambivalentes Verhältnis zu seinem Vater. Da ist viel Respekt, fast Ehrfurcht – aber auch Enttäuschung und ungeklärte Wut. Der Vater war lange eine Autorität, beruflich wie privat. Tragisch ist: Leon würde gern Dinge klären oder anklagen, aber der richtige Moment ist längst vorbei. Das erzeugt eine stille Traurigkeit, die ihn begleitet.

Region und Landschaft des Teutoburger Waldes spielen in diesem Krimi eine wichtige Rolle. Welchen Einfluss hat das Setting auf Ihre Schauspielarbeit?

Hanna Plaß: Ich liebe Wald und bin sehr glücklich, darin herumzulaufen. Für einen Krimi ist er besonders aufregend, weil wir nicht hindurchsehen können und es hervorragende Verstecke gibt.

Jakob Benkhofer: Die Region des Teutoburger Waldes war für uns schnell viel mehr als bloßes Hintergrundmotiv – eher eine innere Landschaft der Figuren. Das klingt pathetisch, aber so habe ich es empfunden. Auch Detmold war uns von Anfang an wohlgesonnen. Ich freue mich riesig, wieder zurückzukommen.

Gab es bei der Arbeit an "Im Grunde Mord – Blutsbande" Themen oder Situationen, die Sie an eigene familiäre Erfahrungen erinnert oder Ihren Blick auf Familie verändert haben?

Hanna Plaß: Ich finde interessant an Paula, dass sie sich nicht für ihre Lebensentscheidungen entschuldigt, auch wenn es für Leon nicht einfach war, damit umzugehen. Ich bin sehr harmoniegetrieben und habe gemerkt, dass die Möglichkeit, Konflikte einfach existieren zu lassen und auszuhalten, eine Option ist, die ich viel zu selten nutze.

Jakob Benkhofer: Ich denke, in jeder Familie, in der das Thema Pflege präsent ist, stellt das alle Beteiligten vor große Herausforderungen – so auch bei mir. Vor allem, wenn es zu Hause passiert. Paulas und Leons Vater ist nun in einer Einrichtung. Das führt bei Leon, der sich um fast alles gekümmert hat, zu einer Erleichterung, aber auch zu einer Krise, da die Aufgabe, in der er aufgegangen ist, weg ist. Damit konnte ich beim Drehbuchlesen viel anfangen.

Interview mit Ann-Kathrin Kramer

Ihre Figur ist der Familie sehr nah und eng mit ihrer Geschichte verbunden. Zugleich leitet sie als Staatsanwältin das Ermittlungsverfahren und steht den Geschwistern damit fachlich übergeordnet gegenüber. Was hat Sie an diesem Spannungsfeld zwischen Fürsorge und professioneller Autorität besonders gereizt?

Britta ist mit den Schäfer-Geschwistern tief verbunden. Auch wenn sie nicht ihre wirkliche Mutter ist, so hat sie diese Rolle doch schon sehr früh übernommen. Mit allen Konsequenzen. Es ist genau diese Beziehung, die ich an der Konstellation interessant finde und die bei aller Professionalität der Beteiligten auch zeigt, dass sie Menschen sind. Menschen mit Emotionen, vielleicht mit Fehlern und Schwächen, aber eben auch immer mit einem tiefen Wissen voneinander, das ihnen beim Lösen der Fälle helfen kann. Denn wenn es darauf ankommt, weiß hier jeder ganz genau, was er vom anderen erwarten kann.

Der Film erzählt viel über Nähe, Verantwortung und das Schweigen innerhalb von Familien. Was hat Sie an dieser Konstellation emotional besonders beschäftigt?

Das Thema der transgenerationalen Traumata ist in letzter Zeit ja sehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt und hier in unserer kleinen Familienstruktur kann man fast dabei zuschauen, wie sich unverarbeitete psychische Wunden durch Verschweigen und mangelnde Bewusstmachung fortsetzen können. Ich will jetzt nicht zu sehr spoilern, aber was Familiengeheimnisse angeht, könnte es noch recht spannend werden.

Der Film erzählt auch von Verlust, Schuld und familiären Bruchlinien. Was macht "Im Grunde Mord – Blutsbande" über das klassische Krimi-Genre hinaus besonders?

Ich denke, es ist genau das – die zwischenmenschlichen Bruchlinien. Kein Genre ist in Deutschland beliebter als der Krimi und man möchte meinen, es gibt da nicht mehr viel Neues zu erzählen. Aber gerade Tötungsdelikte sind meist verbunden mit starken Emotionen – Wut, Verzweiflung, Rache, Hass, Eifersucht. Wir wollen verstehen, warum etwas zum Äußersten führt. Und auf eine ganz andere Art kämpfen auch Britta und ihre Ziehkinder mit ihren Ambivalenzen. Denn wo viel Nähe ist, entsteht auch Reibung.

Man sagt den Lippern nach, sie seien noch sturer als die Bergischen. War die sprichwörtliche ostwestfälische Zurückhaltung eine besondere Herausforderung oder haben Sie als Wuppertalerin dort eher eine vertraute Seelenverwandtschaft in Sachen Bodenständigkeit gefunden?

Dass die Menschen aus dem Bergischen Land besonders stur sind, wäre mir neu. Und ich muss sagen, meine Erfahrungen mit den Lippern sind auch eher geprägt von einer großen Offenheit. Wir sind dort sehr herzlich aufgenommen worden und haben Detmold und Ostwestfalen schätzen und lieben gelernt. Beim Erzählen von Geschichten ist es immer schön, in Gegenden einzutauchen, die man entdecken kann und die man noch nicht so gut kennt. Das ist für die Zuschauer*innen sicher ähnlich.

Statement von Produzent Bernd von Fehrn

Die Deutschen lieben Krimis, ich tue das auch. Ich mag raffiniert verzahnte Plots, die mit Fehlspuren aufgeladen die Zuschauer*innen zum Miträtseln und -fiebern animieren, die mit komplexen, vielschichtigen, absolut authentischen, und somit teils sympathischen und teils undurchsichtig zwielichtigen Charakteren aufwarten, deren Reise wir mit Spannung begleiten.

Überdies habe ich mich absolut in die so ursprüngliche und irgendwie dramatische Landschaft des Teutoburger Walds verliebt. Jahrelanges Pendeln zwischen Rheinland und dem hohen Norden haben mich immer wieder durch dieses bislang filmisch wenig erzählte Fleckchen Erde geführt, so dass ich irgendwann unbedingt diese so besondere, geschichtsträchtige und schauwertige Region ins Zentrum eines Films oder gar einer Reihe habe stellen wollen. Nun gelingt uns tatsächlich beides – den Teutoburger Wald zur Spielfläche packender Kriminalfälle werden zu lassen, und diese mit wahrhaftigen, facettenreichen Figuren auszufüllen – die, und das ist das für mich wirklich Einzigartige an dieser neuen Reihe, in mehrheitlich engen und vertrauten Beziehungsgefügen zueinander stehen. Wie im echten Leben eben.

Sehr viele der in Deutschland polizeilich erfassten Fälle von Mord, Totschlag oder Töten auf Verlangen sind nicht auf organisiertes Verbrechen, eiskalte Psychopathen, auf Serienkiller oder dergleichen zurückzuführen. Die hochbrisanten Epizentren für Zwietracht, Gewalt und Bluttaten sind erschreckenderweise sehr oft Beziehungen und/oder finden innerhalb familiärer Strukturen statt.

Genau aus diesen dramatischen Spannungsgefügen der von zwischenmenschlichen Beziehungen motivierten Konflikten und Gewalttaten speist sich die Erzählwelt von "Im Grunde Mord". Fokussiert sich, da wo möglich, auf die Wurzeln von solchen Beziehungstaten, sucht nach Motiven und dröselt derlei Konflikte spannungsgeladen und zugleich hoch unterhaltsam auf. Und das charmante Add-On: Wir bespielen nicht nur in der Täter-Opfer-Welt den facettenreichen Kosmos der Beziehungen, auch auf der Ermittler*innenseite haben wir es bei "Im Grunde Mord" mit dem herrlichen Beziehungs-Ensemble einer quasi Patchwork-Familie zu tun. Und für deren Probleme, Konflikte und auch innerfamiliär bedingten Zipperlein lässt die Erzählung ebenso viel Raum, was ich persönlich sehr mag.

Nicht umsonst heißt der erste Teil der vom Drehbuchautor Stefan Rogall erdachten neuen Reihe "Blutsbande". Die dem Titel innewohnenden Anspielungen auf brisante, engste Familiendynamiken und -verbindungen und den daraus resultierenden mörderischen Crime-Fällen sind dabei absolut gewollt: Ein – im wahrsten Wortsinne – Bilderbuchkrimi vor ausgesprochen schöner Kulisse im Teutoburger Wald.

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