Im Rausch

Drama / Der Fernsehfilm der Woche

Katjas (Friederike Becht) Alkoholsucht hat sie fest im Griff.
ZDF/ Oliver Vaccaro
Katjas (Friederike Becht) Alkoholsucht hat sie fest im Griff. ZDF/ Oliver Vaccaro

Katja (Friederike Becht) ist leidenschaftliche Journalistin. Als ihr Artikel zensiert wird, betrinkt sie sich und wird ausfällig. Ihre Chefin Simone (Anne Ratte-Polle) stellt Katja vor die Wahl: aufhören zu trinken oder kündigen. Dann lernt sie Eddi (Hans Löw) kennen und beide geraten in eine Spirale aus Alkohol, Leidenschaft und Gewalt. Der ZDF-Fernsehfilm der Woche zeigt das Thema Alkoholismus als Sucht, die zwei Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen an den Abgrund führt.

Sendedatum

ad ut Im ZDF-Stream ab Samstag, 20. September 2025, ein Jahr
ad ut ZDF am Montag, 29. September 2025, 20.15 Uhr

Texte

Stab, Besetzung und Inhalt

Im Rausch
Drama

Im ZDF-Stream: ab Samstag, 19. September 2025, für ein Jahr im ZDF-Streaming-Portal
ZDF: Montag, 29. September 2025, 20.15 Uhr, im ZDF

Stab

Drehbuch                               Mark Schlichter, Laila Stieler

Regie                                     Mark Schlichter

Kamera                                  Carl-F. Koschnick

Ton                                        Oliver Grafe

Schnitt                                   Antonia Fenn

Musik                                     Klaus Wagner

Szenenbild                             Gudrun Roscher       

Kostümbild                             Aino Laberenz 

Produktion                             Senator Film Produktion GmbH
Produzenten                           Ulf Israel, Reik Möller

Redaktion                              Pit Rampelt

Länge                                    ca. 90 Minuten

 

Besetzung

Katja Weiss                            Friederike Becht               

Eddi Sommer                          Hans Löw               

Simone Wagner                      Anne Ratte-Polle              

Sonja Sommer                        Anna Brüggemann            

Katrin Sass                             Katrin Sass             

Dr. Brandt                               Antje Traue             

Martin Kaltenbach                   Heikko Deutschmann        

Jeanne                                    Julia Uttendorfer               

Dr. Aspen                                Jörg Pintsch           

Dr. Hohenstein                        Harald Siebler         

Luzi                                         Nico Garms            

Gerichtsvollzieher                   Kristian Wanzl         

Security                                  Wanja Götz             

und weitere                  

 

Inhalt "Im Rausch"

Katja ist leidenschaftliche Journalistin. Als ihr Artikel zensiert wird, betrinkt sie sich und wird ausfällig. Ihre Chefin stellt Katja vor die Wahl: aufhören zu trinken oder kündigen. Wütend räumt Katja ihr Büro und geht in eine Bar. Dort lernt sie Eddi kennen, der ebenfalls vor den Trümmern seiner beruflichen Existenz steht. Die beiden geraten in eine Spirale aus Alkohol, Leidenschaft und Gewalt. Als Katjas Chefin und Partnerin Simone anbietet, die Kündigung zurückzunehmen, wenn sie sofort eine Entziehungskur macht, stimmt Katja unter einer Bedingung zu: Sie will eine persönliche Reportage über Alkoholsucht schreiben. Katja beginnt zu recherchieren und interviewt neben Psychologen, Ärzten und Prominenten auch Eddi, während sie sich immer wieder mit ihm betrinkt. Die beiden steuern auf einen tödlichen Abgrund zu.
Der ZDF-Fernsehfilm der Woche zeigt das Thema Alkoholismus als Sucht, die zwei Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen an den Abgrund führt.

Statement der Redaktion

Alkohol ist in unserer Gesellschaft allgegenwärtig – als Begleiter bei Feiern, als Ritual zur Entspannung oder als vermeintliches Mittel gegen Kummer. Doch was für viele ein harmloser Genuss ist, kann für andere zur lebensbestimmenden Abhängigkeit werden. Alkoholismus betrifft dabei nicht nur die Erkrankten selbst, sondern auch ihre Familien, Beziehungen zu Freunden und das berufliche Umfeld. Trotz ihrer weiten Verbreitung bleibt Alkoholsucht ein Tabuthema, das mit Scham und Verdrängung behaftet ist.

Für unseren Film "Im Rausch" war es daher besonders wichtig, dass Mark Schlichter sowohl in der Bucharbeit mit Laila Stieler wie auch bei der Inszenierung der Figuren seine persönlichen Erfahrungen einbrachte. Entstanden ist ein emotionales Drama über den Kampf gegen eine Sucht, die überall und einfach befriedigt werden kann und mehr Sichtbarkeit braucht. Der Film erzählt zugleich von zwei Menschen, die eine verzweifelte Sehnsucht nach Liebe und Anerkennung haben.

Die Premiere von "Im Rausch" haben an einem sonnig-warmen Wochentag im Sommer 2024 auf dem Festival des deutschen Films in Ludwigshafen über 1000 Zuschauer gesehen und mit großem Applaus bedacht. Im Anschluss gab es eine lange, intensive und sehr persönliche Diskussion über Alkoholsucht.

Pit Rampelt und Sandra Dettki /Redaktion Fernsehfilm/Serie I

Statement von Produzent Ulf Israel

"Im Rausch" ist ein Spiegel unserer Zeit. Die Geschichte, die Mark Schlichter in seinem Film mit radikaler Ehrlichkeit erzählt, dürfte vielen Menschen erschreckend vertraut sein. Beruflicher Druck, systemische Ungerechtigkeiten und letztendlich die Flucht in den Alkohol – all das trifft nicht nur auf unsere Protagonistin zu, die trotz Stärke und Intelligenz am Rand des Zusammenbruchs steht, sondern ist in unserer heutigen Zeit weit verbreitet. In Katjas Geschichte verdichten sich die Konflikte unserer Leistungsgesellschaft: zwischen Erfolg und Selbstaufgabe, zwischen Aufklärung und Zensur, zwischen Liebe und Selbstverlust. "Im Rausch" macht ein drängendes Tabuthema sichtbar. Es ist ein Film, der Mut macht, Fragen stellt – und Antworten offenlässt.

Fragen an Schauspielerin Friederike Becht und an Mark Schlichter, Drehbuchautor und Regisseur

Fragen an Friederike Becht (Rolle: Katja)

Was hat Sie bei der Vorbereitung auf diese sehr intensive Rolle besonders berührt oder herausgefordert?
Besonders berührt haben mich die Gespräche mit Menschen, die alkoholkrank sind oder waren – und es sind mehr, als man denkt. Viele verbergen ihre Erkrankung lange vor sich selbst. Die Angst, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen, die eigene Scham zu überwinden, die Sucht überhaupt zu benennen – der Weg aus der Selbstlüge hin zur Ehrlichkeit und Heilung: Viele der Menschen, mit denen ich sprechen durfte, haben genau diesen Weg gefunden. Und das hat mich tief bewegt und hat mir geholfen, die Rolle zu durchdringen.

Gab es Momente während der Dreharbeiten, in denen Ihnen die Rolle persönlich nahegegangen ist – vielleicht sogar über das Spiel hinaus?
Ja, es gab durchaus Momente, die mir persönlich nahegegangen sind – vor allem, wenn meine Figur sich selbst etwas vormacht – etwa wenn sie sich mit Ausreden das Trinken rechtfertigt oder sich einredet, sie habe alles im Griff. Dieses Selbstbetrügen hat mich sehr beschäftigt. Um gut mit diesen emotional fordernden Momenten umzugehen, beginne und beende ich jeden Drehtag mit einer Atemübung. Das hilft mir, eine klare Grenze zwischen der Rolle und meinem eigenen Leben zu ziehen. Nach intensiven Drehtagen tut es mir gut, etwas für mich zu machen: spazieren, kochen, Sport oder einfach mit einer Freundin oder meiner Familie zu telefonieren.

Gibt es etwas, das Sie durch die Auseinandersetzung mit dem Thema für sich selbst mitgenommen haben?
Ja, auf jeden Fall. Ich habe durch die Auseinandersetzung mit der Rolle gemerkt, wie sehr ich mich selbst beim Thema Rauchen belüge. Diese kleinen Ausreden, warum es gerade passt, wieder anzufangen, kenne ich gut. Bei einem Arztbesuch wurde mir klar, wie sehr meine Lunge schon leidet. Ich habe verstanden, wie tief man im Verdrängen stecken kann – und dass die Mechanismen bei Sucht oft sehr ähnlich sind. Diese Bewusstwerdung nehme ich für mich mit.

 

Fragen an Mark Schlichter, Drehbuchautor und Regisseur

Sie verarbeiten mit "Im Rausch" auch Ihre eigene Vergangenheit. Wie persönlich war dieser Film für Sie wirklich?
Persönlicher ging es nicht. Als ich nach Jahrzehnten endlich begriffen hatte, dass ich den Alkohol nicht mehr reduzieren und eben nicht nur ab und zu alle paar Tage mal ein Gläschen trinken konnte, musste ich in einer Klinik fünf Tage entziehen. Das war meine Rettung. Und der Weg aus einer schweren Depression! Alkohol entwickelt sich über einen langen Zeitraum zu einem schweren, oft tödlichen Depressivum. Und der Kampf dagegen lohnt sich für jeden!

Gab es Szenen, die besonders schwer zu drehen oder zuzulassen waren?
Nicht wirklich, da die Spielenden übernahmen. Es hat geholfen, alles mit Abstand zu betrachten – und Friederike Becht spielen zu lassen. So konnte ich sogar eine Szene ertragen, in der ich einst die Reste mehrerer Flaschen in ein Glas schüttete und trank. Es war dann nur ein Moment meiner grausigen Vergangenheit.

Was wünschen Sie sich, was das Publikum im besten Fall nach dem Film mitnimmt?
Ich wünsche mir, dass der Film dazu anregt, Alkoholsucht ernster zu nehmen – als Krankheit, die viele betrifft, unabhängig von Bildung oder Beruf. Es ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein biochemischer Prozess, der sich oft schleichend entwickelt. Jährlich sterben in Deutschland 75.000 Menschen daran, die gesellschaftlichen Kosten betragen 58 Milliarden Euro. Es braucht mehr Aufklärung, weniger Verharmlosung und eine konsequentere Politik, wie in skandinavischen Ländern.

Festivals und Nominierungen
  • Festival des deutschen Films Ludwigshafen 2024 – Premiere, Wettbewerb Rheingold Publikumspreis
  • Biberacher Filmfestspiele 2024
  • Filmtage Oberschwaben 2024
  • Achtung Berlin Filmfestival 2025 – Kategorie Berlin Spezial

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