Leere Netze
Spielfilm, Deutschland/Iran 2023, aus der Redaktion Das kleine Fernsehspiel
Um genug Geld für die Hochzeit mit seiner Geliebten (Narges Sadaf Asgari) zu verdienen, schließt sich der junge Iraner Amir (Hamid Reza Abbasi) einer Gruppe Wilderer an. Mit der Zeit gerät er in eine kriminelle Parallelwelt, die auch seine Beziehung zu Narges gefährdet. In seinem Spielfilmdebüt "Leere Netze" erzählt Behrooz Karamizade eine Geschichte aus dem heutigen Iran.
Fotos
Texte
Stab
Buch und Regie Behrooz Karamizade
Kamera Ashkan Ashkani
Ton Bahman Ardalan
Szenenbild Shahram Karimi
Schnitt Anne Jünemann
Musik John Gürtler und Jan Miserre
in Zusammenarbeit mit Saba Alizadeh
Produktionsleitung Mehdi Barzegar
Produzentinnen/
Produzent Eva Kemme, Ansgar Frerich, Uschi Feldges
Produktion BASIS BERLIN Filmproduktion in Koproduktion mit
Living Pictures Production, Rainy Pictures,
ZDF/Das kleine Fernsehspiel in Zusammenarbeit mit ARTE
mit Unterstützung von
Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien,
HessenFilm und Medien, Deutscher Filmförderfonds,
Kuratorium Junger Deutscher Film
Redaktion Christian Cloos (ZDF/Das kleine Fernsehspiel),
Doris Hepp (ZDF/ARTE), Martin Gerhard (ZDF/ARTE)
Länge ca. 90 Minuten
Besetzung
Amir Hamid Reza Abbasi
Narges Sadaf Asgari
Omid Keyvan Mohamadi
Mutter Amir Pantea Panahiha
Rahim Ali Bagheri
Ghasem Behzad Dorani
Majid Mehrdad Bakhshi
Masoud Mojtaba Bahmani
Ahmad Ali Mohseni
und weitere
Amir liebt Narges und Narges liebt Amir. Die beiden bewegen sich zwischen zarter Verliebtheit und vorsichtigem Versteckspiel. Nur im Verborgenen sind Treffen für das unverheiratete Paar möglich, um in dem restriktiven System des Irans nicht aufzufallen. Nur eine Heirat kann den beiden das gemeinsames Leben ermöglichen, von dem sie träumen. Als Amir seinen Job als Kellner verliert und ein wohlhabender Nebenbuhler aus Teheran beginnt Narges zu umwerben, wird es ernst für ihn. Eine Hochzeit ist teuer und die Tradition sieht die Zahlung eines Brautgeldes vor – kaum aufzubringen für Amir, der mit seiner Mutter in bescheidenen Verhältnissen lebt. So heuert Amir bei einer Fischerei an der rauen Küste des Kaspischen Meeres an. Doch durch die Meeresverschmutzung gibt es kaum Einkünfte. So schließt sich Amir einer Bande von Wilderern an, die nachts illegal den vom Aussterben bedrohten Stör fängt, um den lukrativen Kaviar zu erbeuten. Mit der Zeit gerät Amir in eine kriminelle Parallelwelt, die auch seine Beziehung zu Narges gefährdet.
In seinem Debütfilm "Leere Netze" entfaltet Regisseur Behrooz Karamizade eine feinsinnige Liebesgeschichte und zeichnet zugleich ein Porträt einer jungen Generation im Iran, die sich nach einer freieren Zukunft sehnt.
In "Leere Netze" beschäftige ich mich mit der jungen Generation im Iran. Einem Teil der Gesellschaft, die mit großen Problemen und mit einer schier unüberwindlichen Perspektivlosigkeit konfrontiert ist. Durch ihre Proteste sind die jungen Menschen zwar mehr in den internationalen Fokus gerückt, doch ihre Probleme bleiben strukturell bedingt und sehr vielschichtig: Immense Arbeitslosigkeit, die mit der desaströsen wirtschaftlichen Entwicklung einhergeht. Eine immer weiter auseinanderklaffende Schere zwischen Arm und Reich. Und Restriktionen, die durch religiöse Vorgaben gerechtfertigt werden und gerade Frauen und auch Liebespaare wie Amir und Narges in die Illegalität treiben.
In ihrer ausweglosen wirtschaftlichen Situation bleibt ihnen oft nur die Wahl die Flucht aus ihrem Land zu wagen oder ihr Geld auf illegalen Wegen zu verdienen. Wie entwickeln sich diese jungen Menschen, die in einem ungerechten System leben, in dem sie stets ums Überleben und für ihre Rechte kämpfen müssen?
Preise
- Filmfestival München 2023 – Förderpreis Neues Deutsches Kino: Produktion
- Hessischer Filmpreis 2023 – Newcomerpreis
- Deutscher Kamerapreis 2024 – Fiction Kino: Bester Schnitt
- Karlovy Vary International Film Festival 2023 – Spezialpreis der Jury
- San Francisco International Film Festival 2024 – Golden Gate Award
- Fünf Seen Filmfestival 2023 – Horizonte Publikumspreis
- Ahrenshopper Filmnächte 2023 – Publikumspreis und Bester Film
- Adelaide Film Festival 2023 – Bester Spielfilm
- San Francisco International Film Festival 2024 – Sonderpreis der Jury
- Pingyao International Film Festival 2023 – Robert Rossellini Awards: Secial Mention
Nominierungen
- Deutscher Filmpreis 2024 – Beste Tongestaltung
- Deutscher Filmpreis 2024 – Beste Filmmusik
- Filmfestival München 2023 – Förderpreis Neues Deutsches Kino: Regie
- Filmfestival München 2023 – Förderpreis Neues Deutsches Kino: Schauspielerische Leistung
- Zurich Film Festival 2023 – Best Film: Focus Switzerland, Germany, Austria
- Pingyao International Film Festival 2023 – Best Film
- Pingyao International Film Festival 2023 – Chrouching Tigers
Behrooz Karamizade wurde 1978 in Ahwaz, Iran, geboren. 1984 emigrierte er zusammen mit seiner Familie über die ehemalige Sowjetunion und die ehemalige DDR nach West-Deutschland. Von 2005 bis 2013 studierte er Filmregie an der Kunsthochschule in Kassel. Mit seinen ersten Kurzfilmen gewann er mehrere Preise und nahm an über 200 internationalen Filmfestivals teil, unter anderem beim Internationalen Filmfestival Rotterdam, den Kurzfilmtagen Oberhausen und dem Montreal World Film Festival. Mit seinem Abschlussfilm "Bahar im Wunderland" nahm er an über 150 Filmfestivals teil und gewann 20 Preise, unter anderem den Deutschen Menschenrechtsfilmpreis. 2016 wurde "Bahar im Wunderland" auf ARTE ausgestrahlt. Bereits 2021 erhielt er für das Drehbuch seines Debütfilms "Leere Netze" (ZDF/Das kleine Fernsehspiel, ZDF/ARTE) den Deutschen Drehbuchpreis, es folgten zahlreiche weitere Auszeichnungen, unter anderem beim Filmfestival München 2023, beim Hessischer Filmpreis 2023 oder beim Karlovy Vary International Film Festival 2023. Derzeit arbeitet er an seinen neuen Spielfilmprojekten "Brennende Haut" (Drehbuch gefördert von der HessenFilm) und "Der Baum" (Drehbuch gefördert vom BKM).
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