Harald Lesch und Thomas Schwartz. Foto: ZDF/Stefan Schneider

Lesch sieht Schwartz

Weniger ist das neue Mehr

Feiertage sind für viele Menschen Anlass, über existenzielle Lebensfragen nachzudenken. Harald Lesch und Thomas Schwartz laden in "Lesch sieht Schwartz" dazu ein, sich mit theologischen und existenziellen Fragen zu beschäftigen, jeweils vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftspolitischen Herausforderungen. In der zweiten Ausgabe des neuen Feiertagsakzents im ZDF widmen sie sich vor der Kulisse des Klosters Seeon der aktuellen Weltlage mitsamt der Gas- und Energiekrise: "Weniger ist das neue Mehr". 

  • ZDF, Montag, 15. August 2022, 13.45 Uhr
  • ZDF Mediathek, Montag, 15. August 2022, 13.45 Uhr

Texte

Sendetermine 

Montag, 15. August 2022, 13.45 Uhr, ZDF
Ab Montag, 15. August 2022, 13.45 Uhr, in der ZDFmediathek

Lesch sieht Schwartz
Weniger ist das neue Mehr

Naturwissenschaftler Harald Lesch und Theologe Thomas Schwartz im Gespräch

Produktion: Gruppe 5 
Redaktion: Harald Hamm
Katholische Fernseharbeit: Christiane Landwehr, Ulrich Fischer
Leitung der Sendung: Jürgen Erbacher
Länge: ca. 13.30 Minuten

 

Nächste Sendetermine:

Dienstag, 1. November 2022, 17.45 Uhr, ZDF (Allerheiligen)

Freitag, 6. Januar 2023, 17.45 Uhr, ZDF (Dreikönig)

"Ich gehe nie mit Absichten in Gespräche mit Thomas Schwartz"
Harald Lesch über das Duo "Wissen und Glauben"

Die Corona-Pandemie hat zahlreiche Verunsicherungen im gesellschaftlichen Diskurs ausgelöst, komplett gegensätzliche Perspektiven heraufbeschworen und gesellschaftliche Spaltungen verstärkt. Ist angesichts dieser Entwicklung vermehrt darüber zu sprechen, dass Wissenschaft und Glaube nicht zwangsläufig einen Gegensatz darstellen müssen? Oder mit welchen Klärungsabsichten gehen Sie in Ihre nächsten Gespräche mit Thomas Schwartz?

Ich gehe nie mit Absichten in Gespräche mit Thomas Schwartz. Bei uns beiden wissen wir nie, wo es uns hinführt. Aber die unterschiedlichen Perspektiven von Wissen und Glauben interessieren uns ja beide. Und auch vor und nach Corona wird sich dieses Duo "Wissen und Glauben" nicht trennen lassen. Wissen ist immer begrenzt, verweist auf das Viele, das geglaubt werden muss. Da kommen wir Menschen nie heraus. Also sollten wir das auch nicht als Problem, sondern als völlig normalen menschlichen Zustand akzeptieren.

"Hysterie ich auch keine Lösung" heißt es zum Auftakt von "Lesch sieht Schwartz" im ZDF. Was bedeutet das für Ihr Gespräch:  Kein aufgeregtes Diskutieren, kein verbaler Schlagabtausch. Oder wird es trotz des Feiertags scharfzüngig in der neuen Sendung zugehen?

Hysterie ist auch keine Lösung, sondern ein ziemlich ungeordneter Zustand. Eine Mischung aus begründeter und unbegründeter Angst, Aufregung und unverdauten Informationen. Alles keine Eigenschaften für ein gutes Gespräch. Das zeichnet sich aus durch zugewandtes Zuhören, Verstehen und gemeinsame Suche nach Begriffen und hoffentlich dem ein oder anderen interessanten Gedanken, der die durch Hysterie verschlossenen gedanklichen Türen zu öffnen hilft. Wenn es dabei scharfzüngig und womöglich auch witzig zugeht, umso besser.

Die Fragen stellte Thomas Hagedorn.

"Naturwissenschaften und Glaube haben sich heute noch etwas zu sagen"
Thomas Schwartz über kritische Fragen und gute Nachrichten

Sie leiten das Osteuropa-Hilfswerk der Katholischen Kirche – was ändert der Krieg in der Ukraine derzeit an Ihrer Projektarbeit in den osteuropäischen Ländern?

Die Arbeit und das Selbstverständnis haben sich sehr verändert. Denn eigentlich war dieses Werk 1993 gegründet worden, um beim Wiederaufbau der Länder des ehemaligen kommunistischen Blocks zu helfen. Es soll den Kirchen und den mit ihnen verbundenen Partnern helfen, am Aufbau einer friedlichen, demokratischen und freien Gesellschaft mitzuwirken. Das wird durch einen solchen Krieg und den damit verbundenen riesigen Problemen nun in Frage gestellt. Statt Aufbauarbeit müssen wir im Augenblick vorrangig humanitäre Hilfe leisten. Das gilt natürlich nicht nur für die Ukraine, sondern auch für alle Partner in den Anrainerstaaten, die solidarisch den Menschen aus dem geschundenen Land helfen und zur Seite stehen. Auch unsere ökumenische Arbeit mit den Kirchen der Orthodoxie ist davon betroffen.

Was werden denn Ihre Argumente im Gespräch mit dem Naturwissenschaftler Harald Lesch sein, was den Menschen in solchen Kriegs- und Krisenzeiten hilft?

Religion und Glaube können den Menschen zur Ruhe bringen, nicht heruntermachen, sondern herunterholen von dieser ständigen Angst. Sich rückzubinden an einen Gott, der sich solidarisch mit den Menschen in Angst, mit dem Leidenden und mit den Opfern macht, kann Kraft und Trost geben und Mut auf die Zukunft machen.

Ist das neue Talkformat an vier christlichen Feiertagen im ZDF zuvörderst ein Angebot für Christen, am Feiertag über ihren Glauben und über existenzielle Fragen nachzudenken? Oder kann es darüber hinaus neue Impulse geben, um einer von der Corona-Pandemie verunsicherten Gesellschaft deutlich zu machen: Wissenschaft und Glaube müssen nicht zwangsläufig konträr ausgerichtet sein? 

Wir beide wollen zeigen, dass Naturwissenschaften und Glaube sich heute noch etwas zu sagen haben. Dass wir nicht in getrennten Denkwelten leben und dass es gut ist, als Christ auch eine Art "Zeitgenossenschaft" zu leben. Als Glaubende begeben wir uns nicht in eine Art religiöses Ghetto, sondern stellen uns angstfrei und couragiert auch kritischen Fragen. Wir müssen uns als Christen weder verstecken noch schämen, dass es uns gibt, denn wir haben für alle Menschen eine "gute Nachricht" – oder biblisch: eine "Frohe Botschaft"!

Und welche Themen und Fragestellungen würden Sie gerne in den kommenden Ausgaben von "Lesch sieht Schwartz" besprechen?

Wir möchten einmal über das reden, was Hoffnung in unserer Welt bedeuten kann, außerdem einmal über den Wert des Verzichten-Könnens gegen die Last und die Lust zum Konsum, und vielleicht auch darüber, was es heißt, Gemeinschaft zu leben. Die Themen werden uns aber auch in Zukunft vom Leben selbst und von den Geschehnissen unserer Zeit vorgeschlagen werden. Wir möchten auch da neugierig sein.

Die Fragen stellte Thomas Hagedorn.

Lesch sieht Schwartz: Weniger ist das neue Mehr

Wie nur alles bezahlen? Kann ich im Winter noch heizen? Harald Lesch und Thomas Schwartz diskutieren die aktuelle Weltlage, die Belastungen der Verbraucher und selbstbestimmten Verzicht.

Gas- und Energiekrise, die Preise klettern in schwindelerregende Höhen. Die Ereignisse überschlagen sich, täglich ereilen uns neue Szenarien. Und dann noch die Klimakrise. Wie sollen wir mit all dem umgehen, und wie lässt sich aus der Belastung Positives ableiten?

Es geht um die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen, es geht um uns und welche Welt wir den nachfolgenden Generationen hinterlassen wollen. Wie kann das der Menschheit gelingen? Was braucht es dazu von der Gesellschaft und vom Individuum? Und was kann der Einzelne dafür tun?

Diese Fragen stehen im Mittelpunkt dieser Folge des Feiertagsakzentes "Lesch sieht Schwartz". An Mariä Himmelfahrt diskutieren der Naturwissenschaftler Harald Lesch und der Theologe Thomas Schwartz unter dem Motto "Weniger ist das neue Mehr", was wir als Gesellschaft tun müssen und können, um das 21. Jahrhundert gut werden zu lassen.

Unter wissenschaftlichen und religiösen Aspekten betrachten Harald Lesch und Thomas Schwartz die aktuelle Situation und die Herausforderungen. Dabei suchen sie explizit nach positiven Antworten und den Kräften und Wirkungen, die selbst gewählter Verzicht freisetzen kann. Dies sowohl in wissenschaftlich motivierten Konzepten zur Rettung unserer Lebensgrundlagen als auch in religiösen Ausrichtungen zum Teilen und zur Solidarität. Aus ihren jeweiligen Positionen und Denkweisen heraus versuchen die beiden, die Handlungsoptionen herauszuarbeiten, die wir haben, und zeichnen ein optimistisches Bild unserer kollektiven und individuellen Möglichkeiten.

Infos zu Harald Lesch

Harald Lesch ist Astrophysiker, Naturphilosoph, Wissenschaftsjournalist und Fernsehmoderator. Er moderiert die ZDF-Wissenschaftsreihe "Leschs Kosmos", die "Terra X"-Reihe "Faszination Universum" und zahlreiche andere "Terra X"-Sendungen sowie die YouTube-Kanäle "Terra X Lesch & Co." Harald Lesch erhielt zahlreiche wissenschaftliche und journalistische Auszeichnungen, unter anderem den Deutschen Fernsehpreis 2018.

Infos zu Thomas Schwartz

Thomas Schwartz ist römisch-katholischer Priester, Theologe, Honorarprofessor, Autor, Verleger und Fernsehmoderator. Zusammen mit Harald Lesch hat er mehrere Bücher veröffentlicht und die ARD-alpha-Reihe "Alpha bis Omega" moderiert. Thomas Schwartz ist außerdem Hauptgeschäftsführer des Hilfswerks Renovabis.

Die erste Ausgabe von "Lesch sieht Schwartz"

In der ersten Ausgabe des neuen ZDF-Feiertagsformats "Lesch sieht Schwartz" ging es um Wege aus der medialen Überforderung. "Hysterie ist auch keine Lösung" lautete das Thema an Fronleichnam, 16. Juni 2022, 17.45 Uhr, im ZDF. Die Sendung steht in der ZDFmediathek zur Verfügung.

Harald Lesch und Thomas Schwartz diskutierten an Fronleichnam über die Verhältnisse in der Welt und die mediale Berichterstattung darüber. Sie sprachen über die Unterschiede zwischen gefühlten und echten Bedrohungen, beleuchteten die Ursprünge von Angst und Verzweiflung, und gingen auf die Kräfte ein, die durch Vertrauen und Gottvertrauen frei werden.

Wissenschaft und Glaube stehen seit jeher in einem Spannungsverhältnis – sind sie Gegensätze, die sich ausschließen? Harald Lesch und Thomas Schwartz sind überzeugt, dass es beides braucht, um eine menschenfreundliche Zukunft zu gestalten.

Fotohinweis

Fotos sind erhältlich über ZDF-Kommunikation, Telefon: 06131 - 70-16100 oder über https://presseportal.zdf.de/presse/leschsiehtschwartz  

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