Liebe und Sex in…

Vier neue Folgen der ZDFinfo-Dokureihe

Was bedeutet für Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen Liebe, Sex und Partnerschaft? Von streng konservativen Lebensweisen über Polyamorie, Solo-Hochzeiten bis hin zur Keuschheitsbewegung: Das Liebesleben weltweit durchläuft jedes Extrem. Die vier neuen Folgen der ZDFinfo-Dokureihe schauen auf Liebe und Sex in Spanien, Bulgarien, Israel und Polen.

  • ZDF info, Dienstag, 15. November 2022, ab 20.15 Uhr, vier neue Folgen
  • ZDF Mediathek, ab Freitag, 4. November 2022, 5.00 Uhr, zwei Jahre lang

Texte

Sendetermine

Dienstag, 15. November 2022

18.45 Uhr: "Liebe und Sex in den USA" (10/2020)
19.30 Uhr: "Liebe und Sex in Nordeuropa" (5/2022)

20.15 Uhr: "Liebe und Sex in Spanien" (Neu)
21.00 Uhr: "Liebe und Sex in Bulgarien" (Neu)
21.45 Uhr: "Liebe und Sex in Israel" (Neu)
22.30 Uhr: "Liebe und Sex in Polen" (Neu)

23.15 Uhr: "Liebe und Sex in Japan" (9/2020)
24.00 Uhr: "Liebe und Sex in Russland" (5/2021)

Stab und Inhalt "Liebe und Sex in Spanien"

ZDFinfo: Dienstag, 15. November 2022, 20.15 Uhr
ZDFmediathek: ab Freitag, 4. November 2022, 5.00 Uhr, zwei Jahre lang
Liebe und Sex in Spanien:
"Te quiero" am Mittelmeer

Buch/Regie     Friederike Schlumbom
Kamera           Diego Marroquín Perez, Juan Pablo, Carlos Aparicio
Schnitt            Christina Preußker
Produzent       Arne Gotzmann, Yellow Table Media
Redaktion       Natalie Zinkand, Frank Grevsmühl
Sendelänge    circa 44 Minuten

"Te quiero" heißt in Spanien "Ich liebe dich", aber auch "Ich will dich haben". Ein Indiz dafür, wie nah Liebe und Sex im Land des Don Juan, der Carmen und des Machismo beieinanderliegen? Obwohl die katholische Kirche bis heute einen starken Einfluss ausübt, gilt Spanien als eines der liberalsten Länder Europas. So werden gleichgeschlechtliche Ehen bereits seit 2005 anerkannt, zwölf Jahre eher als in Deutschland.

Juan Benavent lebt mit seinem Ehepartner unweit von Valencia auf einem kleinen Hof mit Pferden und Hühnern. Abends verwandelt er sich in einen feurigen Flamenco-Tänzer und Sänger. Seine Sexualität steht nicht ganz im Einklang mit der andalusischen Flamenco-Tradition, in welcher die Frau eine untergeordnete Rolle spielt und der Mann seine männlichen Werte ihr gegenüber manifestiert.

Dass der "Machismo" noch heute ein Problem darstellt, hat Patricia Trujillo in ihren Bühnenstücken verarbeitet. Die Autorin und Schauspielerin engagiert sich für Jugendliche, die sich in "ungesunden" Beziehungen befinden. In Rollenspielen lernen die Teilnehmer, was eine gewaltlose Beziehung bedeutet und wo Manipulation und Disharmonie beginnt. Negative Einflüsse sieht Patricia zum Teil durch Pornofilme im Internet, die ein verzerrtes Bild von Liebe und Sexualität vermitteln.

In Barcelona, der Hochburg der Prostitution in Spanien, findet alljährlich die größte Pornofilmmesse Europas statt. David el Moreno, prämierter Pornodarsteller und Produzent, führt durch die Messe und zeigt, wie sich die Pornofilmproduktion seit der Pandemie verändert und zunehmend auf das Internet verlagert hat.

Federico Armenteros Avila wollte erst Priester werden, heiratete dann aber und wurde Familienvater, bevor er in den Achtzigerjahren sein "Coming-out" erlebte. Heute kümmert er sich um queere Personen, die wie er unter der Franco-Diktatur litten, als Homosexualität unter Strafe stand, und hat Spaniens erstes LGBTQ-Altersheim gegründet.

Stab und Inhalt "Liebe und Sex in Bulgarien"

ZDFinfo: Dienstag, 15. November 2022, 21.00 Uhr
ZDFmediathek: ab Freitag, 4. November 2022, 5.00 Uhr, zwei Jahre lang
Liebe und Sex in Bulgarien:
Tradition, Emanzipation und Leidenschaft

Buch/Regie     Nadja Mönch
Kamera           Ilian Metev, Ivan Chertov
Schnitt             Sven Giebel
Produzent       Arne Gotzmann, Yellow Table Media
Redaktion       Natalie Zinkand, Frank Grevsmühl
Sendelänge    circa 44 Minuten

Bulgarien beherbergt viele ethnische Minderheiten. Allen gemein ist ihre Verbundenheit zu den eigenen Wurzeln, die sich auch in der Bewahrung alter Traditionen rund um die Liebe zeigen. Speziell in ländlichen Regionen hat die Ehe einen hohen Stellenwert, auch bei jungen Leuten, die meist unberührt vor den Altar treten. Anders sieht es in den großen Städten aus, aber auch am berühmten Goldstrand, wo der Sextourismus und die Prostitution blühen.

Hier lebt die 19-jährige Mia, transsexuell und Sexarbeiterin. Der Sunny Beach ist durch die Touristen besonders in den Sommermonaten lukrativ. Seit sie einmal von einem Mann enttäuscht wurde, gibt es bei ihr nur noch Sex gegen Geld.

Ein ganz anderes Leben als an den quirligen Badeorten des Goldstrands findet sich im abgeschiedenen Rhodopen-Gebirge. Im kleinen Dorf Ribnovo leben Pomaken, eine muslimische Minderheit. Wer hier heiratet, so wie Sadak und Atidzhe, erlebt ein mehrtägiges Fest mit genau festgelegten Ritualen.

Auch die Roma bilden eine eigene Gemeinschaft innerhalb Bulgariens. Sie versuchen noch auf traditionellen Brautmärkten eine ideale Verbindung herzustellen. Der erst 17-jährige Nasko macht sich mit seinem Vater Georgi auf den Weg nach Stara Zagora zum sogenannten "Djumbusch". Wird er dort die Frau fürs Leben finden?

Bulgariens berühmtester Roma ist der auch international bekannte Sänger "Azis". Mit einer Mischung aus Pop und Folklore begeistert er Millionen Fans. Azis ist offen schwul, spielt mit Geschlechtern und Rollenbildern. Damit eckt er an, provoziert die konservativ-bulgarische Gesellschaft. Azis schafft so aber auch mehr Akzeptanz für die Liebe jenseits althergebrachter Normen.

Die kommt auch Ilian zugute, der nach einer schwierigen Schulzeit in der Provinz seine Homosexualität in der Hauptstadt nun freier ausleben kann. Jetzt bereitet er sich auf einen Drag-Race vor, die beste Performance und das schrillste Outfit einer Dragqueen werden prämiert. Doch die Konkurrenz für Ilian ist hart. Kann er mit seiner Figur, "African Benediction", gewinnen?

Stab und Inhalt "Liebe und Sex in Israel"

ZDFinfo: Dienstag, 15. November 2022, 21.45 Uhr
ZDFmediathek: ab Freitag, 4. November 2022, 5.00 Uhr, zwei Jahre lang
Liebe und Sex in Israel:
Leben und Lieben im Land der Gegensätze

Buch/Regie     Antje Behr
Kamera           Dirk Heth, Tomer Fruchter, Nimrod von Keren
Schnitt             Maya Klar
Produzent       Arne Gotzmann, Yellow Table Media
Redaktion       Natalie Zinkand, Frank Grevsmühl
Sendelänge    circa 44 Minuten

Zwischen der Gay-Pride, die schrill mit viel nackter Haut stolz die sexuelle Freiheit feiert und der Frau, die aus religiösen Gründen Perücke trägt, liegt in Israel oft nur ein Straßenzug. Im Land der Vielschichtigkeit mit seinen zahlreichen Religionen und Ethnien sind Themen wie Liebe und Sex komplex: Wer wen, wann und wie küsst, liebt oder heiratet, ist nicht nur Privatsache, und die Antworten darauf, was richtig oder falsch ist, sind mannigfaltig.

Da ist einmal Yoilisch Krauss, der seine Frau vor der Hochzeit nur einmal für eine Viertelstunde gesehen hat. Heute hat der Ultraorthodoxe mit ihr 18 Kinder und lebt im religiösesten Viertel Jerusalems, wo Frauen in knöchellangen Röcken und Männer mit Hut und Schläfenlocken das Bild prägen.

Doch nur eine Autostunde entfernt tanzen Frauen und Männer halb nackt in Tel Aviv bei der Gay Pride auf der Straße. Einer davon ist Tomo. Aufgewachsen ist er in einer streng religiösen Familie, die seine Homosexualität nicht akzeptieren konnte. Die Freiheit, seine Liebe jetzt offen leben zu können, wiegt den Schmerz über den Bruch mit seinen Angehörigen auf.

Auch für muslimische Israelis bietet das Sex- und Liebesleben so manche Herausforderung. Bian setzt sich für sexuelle Aufklärung und das Recht auf Abtreibung ein. Themen, die sie der muslimisch-konservativen Gesellschaft nur schwer vermitteln kann.

Rubi und Maya versuchen es mit und ohne Gott: Sie feiern und tanzen auf dem Midburn-Festival in der israelischen Wüste zu elektronischer Musik, bevor sie bei ihrer Hochzeit versuchen, einen Spagat zwischen dem säkularen und dem religiösen Teil der Familie zu schlagen. Ob das gelingt?

Stab und Inhalt "Liebe und Sex in Polen"

ZDFinfo: Dienstag, 15. November 2022, 22.30 Uhr
ZDFmediathek: ab ???, ?? Jahre lang
Liebe und Sex in Polen:
Freiheitsdrang und Katholizismus im Herzen

Buch/Regie     Nadja Mönch und Anne-Sophie Jakubetz
Kamera           Roman Schlaack, Tomasz Suski
Schnitt             Denise Lipfert
Produzent       Arne Gotzmann, Yellow Table Media
Redaktion       Natalie Zinkand, Frank Grevsmühl
Sendelänge    circa 44 Minuten

Die große Kluft zwischen Stadt- und Landbevölkerung in Polen spiegelt sich nicht nur in den Wahlergebnissen wider, sondern auch in den Einstellungen zu Liebe, Sex und Partnerschaft. Das strikte Verbot von Abtreibung, weit verbreitete Homophobie und die Verklärung der Jungfräulichkeit finden sich in Polen ebenso wie NGOs, die für mehr Liberalität kämpfen, oder die jährliche Gay-Pride in Warschau mit zehntausenden Teilnehmern.

Zu ihnen zählt auch Lukasz, der sich Luke nennt. 2018 wurde er zu Mr. Gay Poland gekürt. Bei einem Nacktfotoshooting für ein Magazin lässt er sich mit einer Bodypaint-Regenbogenflagge ablichten. Außerdem renoviert er mit seinem Mann Kendrik ihre gemeinsame Wohnung in Krakau. Wie lebt es sich offen schwul in einem Land, in dem sich viele Regionen im Süden zu sogenannten "LGBTQ-freien Zonen" erklären?

Der Norden des Landes ist liberaler, obwohl auch hier die katholische Kirche einen großen Einfluss auf das Alltagsleben ausübt. Hier lebt Emilia mit ihrem Mann Slawek und den vier Kindern. Sie gingen jungfräulich in die Ehe, haben eine sehr konservative Sicht auf Abtreibung, Sex und Familienleben. Am Corpus Christi-Fest flicht Emilia Kränze, Slawek ist im Festumzug beteiligt und die Kinder sind als Messdiener dabei.

Manchmal geht die Liebe zu Gott noch ein Stück weiter. Katarzina ist Mitte 20 und sitzt im Rollstuhl. Die zarte Person heiratet in einer seltenen Zeremonie Jesus. Damit ist sie eine von 4000 geweihten Jungfrauen weltweit. Ihr Pater erläutert den Stellenwert der Jungfräulichkeit für den Glauben.

Es ist selten, dass in der katholischen Kirche offen über Sex gesprochen wird. Eine Ausnahme bildet Pater Piotr Slizewski. Er dreht Filme über Fremdgehen und Masturbation und wie der Mensch sich aus den Fesseln der sexuellen Sucht lösen kann, um in Einigkeit mit der Bibel Sex zu haben.

Apropos Fesseln: Die japanische Fesselkunst Shibari hat eine kleine, aber sehr aktive Szene in Polen. Ganraptur und seine Freundin Slaneesh – unter diesen Namen kennt man sie in der Szene – geben landesweit Shibari-Workshops. Ein Seminar in Warschau vermittelt Einblick in die Fesselkunst. Was fasziniert die Teilnehmenden an Shibari und was macht sie dabei an?

Fragen an die Regisseurinnen Antje Behr (Israel), Nadja Mönch (Bulgarien/Polen) und Friederike Schlumbom (Spanien)

Was waren die besonderen Herausforderungen bei der Recherche und dann bei den Dreharbeiten?

Friederike Schlumbom (Spanien): "Die Protagonistensuche und eine 'repräsentative' Auswahl zu finden."

Antje Behr (Israel): "Israel ist ein hochpolitisches Land. Die Gesellschaft ist mehr als nur gespalten. Sie ist ein Puzzle aus unendlich vielen Facetten, die alle kaum zu greifen sind. Selbst innerhalb der ultraorthodoxen Community gehen die politischen Meinungen weit auseinander. Von Zionisten bis zu Unterstützern Palästinas gibt es alles. Ein korrektes Abbild des Landes in 43 Minuten zu geben ist quasi unmöglich. Abgesehen von dem Facettenreichtum der Protagonist*innen ist es schwer, in den einzelnen Communitys Fuß zu fassen. Die Gay-Community war am aufgeschlossensten."

Nadja Mönch (Bulgarien/Polen): "Herausforderungen gab es besonders bei Themen, die sehr katholisch, konservativ, politisch oder persönlich heikel sind, wie zum Beispiel Sextourismus in Bulgarien oder Abtreibung in Polen. Bei diesen Themen hatten die Menschen Angst oder trauten sich nicht offen vor der Kamera zu sprechen, da sie befürchteten, bedrängt oderbedroht zu werden oder politische Konsequenzen erwarteten. Wir haben zum Teil sehr viel Zeit und viel Feingefühl gebraucht, um diese Geschichten zu finden. Insbesondere geht da auch ein Dank an die Stringer, welche uns so sehr unterstützt haben, diese Geschichten möglich zu machen und geholfen haben, diese schlussendlich auch umzusetzen. Ohne sie wäre es nicht möglich gewesen. "

Wie schwer war es, die Protagonistinnen und Protagonisten für Ihren Film zu finden?

Friederike Schlumbom (Spanien): "Relativ schwer, da Spanier Nachrichten etc. erst im letzten Moment beantworten und recht chaotisch und nicht immer die zuverlässigsten sind. "

Nadja Mönch (Bulgarien/Polen): "Das hängt vom Thema ab. Bei manchen Geschichten war es einfacher, wie zum Beispiel den homosexuellen Protagonisten oder den Menschen, die auch schon öffentlich aktiv sind. Das geht ein bisschen mit der ersten Frage einher. Allerdings war die Recherche insgesamt gar nicht so einfach wie gedacht, da es ja doch intime Themen sind und Menschen dann häufig zweimal überlegen, ob sie darüber öffentlich sprechen oder nicht."

Antje Behr (Israel): "Am schwierigsten gestaltete sich die Suche bei muslimischen und palästinensischen Mitbürgern Israels. Abgesehen von der Sprach- und Kulturbarriere gilt man als deutsche Journalistin direkt als Israel-unkritisch und unterstützend. Das Vertrauen der arabischen Bürger zu gewinnen, stellte sich als besonders schwierig heraus."

Gibt es Themen, die Sie gerne im Film umgesetzt hätten, die aber nicht realisiert werden konnten?

Nadja Mönch (Bulgarien/Polen): "Ich wäre gern mehr in die Tiefe gegangen. Wir haben so tolle, unterschiedliche und interessante Menschen in unseren Filmen. Da hätte ich gern mehr über sie, ihr Leben und ihre Geschichte erzählt. Da erscheint mir eine 45-Minuten-Doku dann doch auch mal kurz."

Friederike Schlumbom (Spanien): "Liebe und Sex in der Sinti und Roma-Community, eine kleine, aber wichtige Community. Es ist wahnsinnig schwer, in diese geschlossene Gesellschaft hineinzukommen. Schlussendlich hat meine Protagonistin aufgrund eines Familiendramas abgesagt."

Gibt es Dinge in Sachen "Liebe und Sex in Spanien" die Sie überrascht habe?

Friederike Schlumbom (Spanien): "Die Pornoindustrie und der offene Umgang mit der Diversität. "

Und gab es auch Überraschendes bei den anderen Ländern?

Nadja Mönch (Bulgarien/Polen): "Ich war überrascht, wie groß die Unterschiede doch sind, gerade im Nachbarland Polen. Da ist man sich so nah und doch so fern. Geschichten wie die der geweihten Jungfrau sind selten und haben auch mich überrascht. Bisher war mir so eine Geschichte noch nicht begegnet."

Antje Behr (Israel): "Die Welt der ultraorthodoxen Juden in Israel ist eine Lebenswelt, die mit unserer modernen Sicht auf die Welt kaum zu vereinbaren oder zu verstehen ist. Frauen bedecken ihr Haar mit Perücken. Diese sind aus jungfräulichen Mädchenhaaren geknüpft und aus Brasilien oder China importiert. Der weibliche Körper dient als Uhrwerk für die Intimität und bestimmt, wann man Geschlechtsverkehr haben darf, da Männer und Frauen während der Periode und im Anschluss daran keinen Sex haben dürfen. Nicht nur das, dem Mann ist es nicht einmal gestattet, der Frau ein Glas Wasser zu reichen.
Aufklärungsarbeit für junge Menschen findet kaum bis gar nicht statt, sodass es manchen verheirateten Paaren nicht gelingt, Kinder zu zeugen, da sie ihre Anatomie noch nicht kennengelernt haben."

Wie sieht ihr Fazit in Sachen "Liebe und Sex in Spanien, Bulgarien, Israel und Polen" aus?

Friederike Schlumbom (Spanien): "Spanien hat sich rasant schnell geöffnet."

Antje Behr (Israel): "Ein extremes Land in alle Richtungen, von Machotum bis Verklemmtheit bietet Israel alle Facetten. Viele Menschen hassen eher, als dass sie lieben, denn Staat und Religion sind nicht voneinander getrennt. Das führt dazu, dass Menschen im Leben und Lieben massiv eingeschränkt werden. Ihre Freiheiten werden gestutzt und die Fronten der unterschiedlichen religiösen Communitys verhärtet und gestärkt."

Nadja Mönch (Bulgarien/Polen): "Mein Fazit: Liebe und Sex ist ein wunderbares, vielfältiges und schönes Thema mit unendlich vielen berührenden, tragischen und manchmal – gerade bei Verboten, politischen Restriktionen et cetera – erschütternden Geschichten. Ein Thema, das mehr raus aus dem Tabu und 'hinter vorgehaltener Hand flüstern' kommen und mit Freude und Offenheit gelebt werden sollte. Die Reihe kann zur interkulturellen Sensibilität und zu Verständnis beitragen, denn wenn wir Hintergründe miterzählen, lernen wir auch einiges über die Länder." 

Falls Sie einen Vergleich ziehen können zwischen verschiedenen Ländern. Wie fällt der aus?

Nadja Mönch (Bulgarien/Polen): "Ich möchte keinen Vergleich ziehen, da jede Gesellschaft und Geschichte anders ist, einzigartig und besonders auf ihre Weise. Es gibt auch immer Gründe, warum Gesellschaften und Menschen sind, wie sie sind. Es ist spannend, da einen Einblick zu bekommen und für mich macht die Reihe auch aus, dass wir dies wertfrei und unvoreingenommen tun, also mit neugierigem Blick von außen in eine andere Gesellschaft und Kultur schauen. Auch wenn es Dinge gibt, die ich persönlich anders sehe und lebe, möchte ich sie nicht werten und vergleichen. Dankbar bin ich für den Einblick in die polnische und bulgarische Gesellschaft, Kultur, Liebe und Sexualität auf jeden Fall."

Die Fragen stellte Birgit-Nicole Krebs

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