plan b: City Vibes
Zweiteile Reportage
Immer mehr Menschen leben in Städten. Was machen sie lebenswert? Wo fühlen sich die Menschen sicher? Was lässt sich gegen die zunehmende Hitze tun? Und wie funktioniert eine gute Nachbarschaft? Der "plan b"-Zweiteiler "City Vibes" begibt sich auf Spurensuche in Deutschland und Europa, um Antworten auf diese Fragen zu erhalten und stößt dabei auf bemerkenswerte Lösungsansätze.
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Städte sind Treffpunkt, Arbeitsplatz und Lebensraum zugleich – rund 77 Prozent der Deutschen leben in urbanen Gebieten. Lebensräume angenehm zu gestalten, fördert sowohl die körperliche als auch die mentale Gesundheit. "Sicherheit" und "Klimatisierung" sind zentrale Stellschrauben, um unsere Städte lebenswerter zu machen. Wenn klassische Verbesserungsmethoden an ihre Grenzen stoßen, sind innovative Lösungen gefragt. Die "plan b"-Reihe "City Vibes“ begibt sich dafür auf Spurensuche durch Deutschland und Europa und stellt bemerkenswerte Beispiele vor.
plan b: City Vibes
Teil 1: Wie machen wir unsere Städte sicherer?
Film von Babette Hnup
ZDF-Redaktion: Grit Cross
Dunkle Parks, zwielichtige Viertel, feiernde Massen: Angsträume gibt es überall. Sie wirken bedrohlich – auch ohne Taten. Neuen Ideen stärken Vertrauen und machen öffentliche Orte sicherer.
Um sich auf Straßen, Plätzen und Partys wohler zu fühlen, setzen Städte auf neue Technik, soziale Präsenz und vorausschauende Stadtplanung – etwa mit einer Sicherheits-App in München, Awareness-Teams in Berlin, KI im Bremer Nahverkehr und neu gestaltete Viertel in Wien.
Tilman Rumland entwickelte die Sicherheits-App "Safe Now" – ausgelöst durch ein persönliches Erlebnis: Seine damalige Freundin wurde in einem Club Opfer eines Übergriffs und konnte keine Hilfe holen. "Ich war fassungslos und dachte: Dafür muss es im 21. Jahrhundert doch eine Lösung geben". Seine Antwort: ein Alarm-System, das per Smartphone ausgelöst wird. Über eine App wird das Sicherheitspersonal alarmiert – inklusive präziser Ortung, auch ohne Mobilfunknetz.
Doch Technik allein reicht nicht. Das Berliner Unternehmen "think SI3" will Konflikte lösen, bevor sie eskalieren. Durch Präsenz, Kommunikation und Vertrauen – kurz Awareness. Im Berliner Mauerpark und am Bahnhof Zoo ist Varvara Borodkina mit ihrem Team im Einsatz, um zu vermitteln und Übergriffe zu verhindern.
Um das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum nachhaltig zu verbessern, setzt Wien auf geschlechts-sensible Stadtplanung. Angsträume umgestalten, oder gleich anders zu planen, das ist das Ziel der Architektursoziologin Julia Girardi-Hoog. Mit ihrem "Gender Planning Netzwerk" baut sie bedrohlich wirkende Plätze um zu freundlichen, gut beleuchteten, einladenden Orten.
Im öffentlichen Nahverkehr steigen die Gewaltdelikte. Deshalb testet Bremen in seinen Straßenbahnen, ob Künstliche Intelligenz für mehr Sicherheit sorgen kann. Kai Harmening vom Start-up "Just Ad AI" hat ein System entwickelt, das Konflikte und Gewalt im Fahrgastraum erkennt und automatisch die Leitstelle alarmiert.
plan b: City Vibes
Teil 2: Wie kühlen wir unsere Städte ab?
Film von Anni Brück
ZDF-Redaktion: Grit Cross
Viel Beton, dichte Bebauung, wenig Grün: Im Sommer verwandeln sich Städte in wahre Hitzefallen – für viele Menschen mit gefährlichen Folgen. Ideen für kühle und lebenswerte Städte sind gefragt.
Millionen Menschen leiden unter immer extremeren Temperaturen. Mit kluger Architektur, wiederentdeckter smarter Technik und grünen Oasen versuchen Städte in ganz Europa, sich abzukühlen und fit für die Zukunft zu machen. Eine Reise zu wirksamen Lösungen gegen die Hitze.
In Delft entsteht das höchste Wohngebäude der Niederlande ohne Betonkern. So soll der ökologische Fußabdruck möglichst gering bleiben und weitere Erderwärmung vermieden werden. Architekt Tim Vermeend sieht die Baubranche in der Verantwortung: „Wir müssen Städte bauen, die Teil der Lösung sind und nicht Teil des Problems“. Ein innovatives Begrünungskonzept unterstützt diese Vision. Dafür bringen Daan Grasveld und sein Team Bäume auf das Dach und die Balkone des zehnstöckigen Holz-Hochhauses, um es auf natürliche Weise zu kühlen. Im benachbarten Leiden wird zusätzlich Moos als Fassadenbegrünung getestet, um Hitze weiter zu reduzieren.
Während Nordeuropa seine Städte für die Hitze wappnet, erlebt Südeuropa sie bereits mit voller Wucht: In Athen steigen die Temperaturen im Sommer regelmäßig über 40 Grad. Die dicht bebaute Stadt hat kaum Bäume oder Parks, die für Abkühlung sorgen. Die Landschaftsarchitektin Dimitra Theochari erlebt jedes Jahr, wie stark die Hitze den Alltag einschränkt: "Athen muss dringend hitzeresilienter werden". Ein Ansatz sind Netzwerke aus kleinen grünen Oasen, sogenannte Tiny Forests. Sie sollen Schatten, Verdunstungskühle und Luftzirkulation bringen. Zudem testet die Stadt neue Straßenbeläge, die Sonnenstrahlen reflektieren – inspiriert von den weißen Häusern auf Kreta.
Im Kampf gegen die Hitze lohnt sich auch ein Blick in die Vergangenheit: In Sevilla verbindet das Team um María de la Paz Montero Gutiérrez jahrhundertealte, wasser- und erdbasierte Kühltechnik aus dem alten Persien mit moderner Technologie. Die Ingenieurin erklärt: "Mit unserer Arbeit wollen wir kühlende Orte schaffen, die vielen heißen Städten Entlastung bringen könnten". Aktuell entwickelt sie den Prototyp einer Bushaltestelle, die die Umgebungstemperatur spürbar senkt.
Pressefotos zur Sendung erhalten Sie als Download (nach Log-in), telefonisch unter 06131 – 70-16100 oder per E-Mail unter pressefoto@zdf.de.
Ansprechpartnerinnen
Christina Betke
Programmkommunikation
Information, Gesellschaft, Sport
betke.c@zdf.de
Telefon: +49 6131 70-12717
Magda Huthmann
Programmkommunikation
Information, Gesellschaft, Sport
huthmann.m@zdf.de
Telefon: +49 6131 70-12149