Politik ist persönlich

Dokumentarfilm aus der Reihe "Das kleine Fernsehspiel", Deutschland 2026

Copyright: ZDF/Nele Goldberg
Copyright: ZDF/Nele Goldberg

Als der ehemalige Düsseldorfer SPD-Oberbürgermeister Thomas Geisel im Januar 2024 Knall auf Fall aus der SPD austritt und stattdessen für das neu gegründete Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) antritt, überrascht er nicht nur die Presse, sondern auch seine ganze Familie. Insbesondere sein Vater Alfred Geisel, der seit 1965 in unterschiedlichen Funktionen für die SPD kämpft, reagiert mit Unverständnis. Thomas Geisels Tochter Indira begleitet ihren Vater mit der Kamera, dokumentiert politische Diskussionen und Bruchlinien innerhalb der Familie und macht in diesem besonderen Porträt deutlich: Politik ist persönlich.

Sendedatum

ab Freitag, 29. Mai 2026, 10.00 Uhr, ein Jahr lang im ZDF-Streaming
Montag, 1. Juni 2026, 23.55 Uhr, im ZDF

Fotos

Texte

Redaktionelle Einordnung

Indira Geisels Blick auf die eigene Familie ist mehr als nur ein interessanter Blick hinter die Kulissen einer Familie aus Vollblutpolitikern. Er ist zugleich eine Bestandsaufnahme des zunehmenden Bedeutungsverlustes von etablierten politischen Parteien, insbesondere der SPD. Skeptisch, wohlwollend und bisweilen auch sarkastisch beobachtet die Regisseurin die politischen Haltungen innerhalb ihrer Familie. Der Versuch Thomas Geisels, durch einen Parteiwechsel politisch wieder mehr gestalten zu können, wird zur Herausforderung. Auch, weil er durch seine Entscheidung mit dem Ansatz seines Vaters bricht, sich loyal in den Dienst einer Partei zu stellen. 

Jakob Zimmermann, Redakteur, ZDF/Das kleine Fernsehspiel 

Inhalt und Stab

Inhalt

Als der ehemalige Düsseldorfer SPD-Oberbürgermeister Thomas Geisel für Sahra Wagenknechts neue Partei antritt, bricht eine Familienkrise aus. Denn die Geisels sind nicht irgendeine Familie, sondern eine SPD-Dynastie seit mehreren Generationen. Thomas Geisels 93-jähriger Vater Alfred, "Grandseigneur der schwäbischen Sozialdemokratie", versteht die Welt nicht mehr. Für ihn ist es ein Akt der Treulosigkeit, für langjährige Weggefährten ein Abgleiten in den Populismus. Wo gehört man dazu, wenn die politischen Verhältnisse sich geändert haben? Vom aktuellen Zustand der deutschen Parteienlandschaft erzählt die Filmhochschülerin Indira Geisel in "Politik ist persönlich" anhand des politischen Alleingangs ihres Vaters. Die Premiere ihres Films fand im Rahmen des DOK.fest München 2026 statt. 

Mit Alfred Geisel, Thomas Geisel, Herrad Geisel, Sofie Geisel, Christof Geisel, Indira Geisel u. a

 

Stab

Buch und Regie: Indira Geisel 
Kamera: Indira Geisel, Samuel Zerbato 
Schnitt: Sebastian Winkels, Simon Brücker 
Ton: Indira Geisel, Thomas Slatter, Nils Plambeck 
Dramaturgische Beratung: Simon Brückner, Prof. Karin Jurschick 
Musik: Arezou Rezaei 
Produzenten und  Produzentinnen: Felix Sommer, Thomas Slatter, Daniela Seelos, Ute Lührig 
Produktion: Eine Produktion von Sommer Slatter Film in  Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Fernsehen und Film München mit Unterstützung des Bayerischen Bankenfonds 
Redaktion: Jakob Zimmermann (ZDF/Das kleine Fernsehspiel) 
Länge: 103 Minuten 

Statement von Indira Geisel (Buch und Regie) 

In "Politik ist persönlich" will ich zeigen, wie unser politisches Leben in unseren Privaträumen und persönlichen Träumen stattfindet. Es geht mir um eine radikale Offenheit, von der ich glaube, dass sie unserer politischen Kultur guttun könnte. Ich möchte erzählen, wie ich in meiner Familie Politik erlebe: als Selbstverständlichkeit, als Selbstverständnis und auch als etwas Schmerzhaftes. In der SPD zu sein, bedeutete für mich lange Zeit eine familiär vorbestimmte Zugehörigkeit, wie die Zugehörigkeit zu einer Kirche. Die Sozialdemokratie hat in den Nachkriegsjahrzehnten aus Deutschland eine moderne und wirtschaftlich zufriedene Republik gemacht. Heute weiß keiner mehr genau, wofür sie steht. Ihr sind die Wähler abhandengekommen und den Wählern ist, was viel tragischer ist, die SPD fremd geworden. Das ist das Problem, das mein Vater hoffte, mit dem BSW lösen zu können. Doch so einfach ist es nicht. 

Biografie Indira Geisel

1996 in Berlin geboren und aufgewachsen, absolvierte Indira Geisel nach dem Abitur ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Gedenkstätte Buchenwald. Am Deutschen Nationaltheater inszenierte sie mit jungen Spielern Jura Soyfers "Der Weltuntergang". Nach einem Jahr Jura in Freiburg studierte sie Geschichte und Politikwissenschaften mit dem Schwerpunkt Demokratie- und Verfassungsgeschichte an der Humboldt Universität in Berlin und als Fulbright-Stipendiatin Schreiben fürs Theater in Charlottesville, Virginia (USA). Nach einem Praktikum in der Redaktion des "ZDF Magazin Royale" studiert sie seit 2021 Dokumentarfilmregie und Fernsehjournalismus an der HFF München. 

Foto

Pressefotos als Download (nach Log-in), per E-Mail unter pressefoto@zdf.de oder telefonisch unter 06131 – 70-16100. 

Kontakt

Dr. Britta Schröder, Maja Tripkovic
schroeder.b@zdf.de; tripkovic.m@zdf.de
06131 – 70-12108