RUKLA – Momentan keine Feindsicht

Das kleine Fernsehspiel zeigt einen Dokumentarfilm von Steffi Wurster

Der litauische Ort Rukla ist Sitz eines NATO-Stützpunkts unter deutschem Kommando. Sieben Monate vor Russlands Angriff auf die Ukraine beginnt das Filmteam mit dem Dreh vor Ort und begleitet eine Bundeswehrsoldatin, die Bürgermeisterin, ein Rentnerehepaar und einen Lebenskünstler. Dann kommt der Krieg. Das ZDF zeigt "RUKLA – Momentan keine Feindsicht" anlässlich des Jahrestages des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine.

  • ZDF, Montag, 27. Februar 2023, 23.50 Uhr
  • ZDF Mediathek, ab Montag, 20. Februar 2023, 10.00 Uhr

Texte

Stab und Protagonist*innen

Stab
Buch und Regie:     Steffi Wurster
Kamera:                  Alexander Gheorghiu
Ton:                        Ignas Lungevičius, Ignas Mateika, Hannes Schulze
Schnitt:                   Maja Tennstedt, Janina Herhoffer
Produzent:              Tobias Büchner
Produktion:             Büchner Filmproduktion GbR im Auftrag des ZDF, gefördert mit dem Gerd
                               Ruge Projektstipendium der Film- und Medienstiftung NRW                 
Redaktion:              Burkhard Althoff    (ZDF/Das kleine Fernsehspiel)

Protagonist*innen
Nina, Vilma Akvilė Karoblienė, Vladimiras Kornijevskis, Georgijus Glekovas, Marytė Janušauskienė, Kristupas Karoblis, Raigardas Karoblis, u. a.

Inhalt

Manöver und Übungen finden in Rukla das ganze Jahr statt. Die Kampfbereitschaft ist am NATO-Stützpunkt jeden Tag zu sehen und zu hören. Und das Verhältnis zwischen West und Ost bewegt hier in Rukla alle. Und alle haben eine Meinung. Das Filmteam begleitet Bundeswehrsoldatin Nina während ihres halbjährigen Einsatzes in Litauen. Als sie in Rukla landet, ist Russland noch ein Feind ohne Namen. Dass Nina bald mit ihrem gepanzerten Leguan Brücken für vorrückende NATO-Truppen legen müsste, scheint niemand im Stützpunkt zu befürchten. Doch Bürgermeisterin Vilma befürchtet genau das. Als Russland 2014 die Krim annektiert, greift sie zur Waffe und trainiert seitdem ihre ganze Familie in paramilitärischer Landesverteidigung. Die Ortsvorsteherin hält die militärische Bedrohung Westeuropas durch Russland für real. Für Rentner Georgi und seine Frau Marytje ist das westliche Propaganda. "Wer braucht heute noch Panzer!", schimpft der gebürtige Belarusse. Und Lebenskünstler Vlada ist schon länger ein Meister darin, all diese Widersprüche zu leben. Seine Eltern lernten sich in einem sibirischen Straflager kennen – die aus Litauen vertriebene Mutter als Häftling, der Vater als Aufseher. Der sowjetische Raum ist für ihn nicht nur ein zerfallenes Imperium, sondern Herkunft und Heimat.

Regiestatement Steffi Wurster

Der kleine litauische Ort Rukla, mehr Wald als Plattenbauten, ist für Deutschland ein wichtiger Ort seiner Sicherheitsarchitektur. Dort an der Ostflanke des Bündnisses leitet die Bundeswehr eine multinationale NATO-Battlegroup. 2018 ging ich dort hin, weil mich das starke Bedrohungsgefühl interessierte, das die Litauer*innen gegenüber Russland empfanden. Wozu wird in Rukla regelmäßig ein Krieg mit schweren Waffen geprobt? In Zeiten von Cyber- und Informationskriegen schien mir das wie eine überholte Kulisse der Abschreckung. Dass dieses schwere Gerät so bald wieder wichtig werden würde, konnte ich mir damals nicht vorstellen. Mein Film dreht die Zeit um sieben Monate vor Russlands Angriff auf die Ukraine zurück. Er zeigt militärische Routinen und einen Ort, der schon zu sowjetischen Zeiten vor militärischen Geheimnissen strotzte. Er begleitet seine Protagonist*innen über den Kriegsbeginn hinweg: Nina, die als Soldatin an den Manöverroutinen teilnimmt, Vilma, die Bürgermeisterin von Rukla, die sich und ihre Familie in der paramilitärischen Schützenunion auf den Tag X vorbereitet, Grigori aus Belarus, der das Misstrauen gegenüber Russland nicht verstehen kann und der gewitzte Vladas, für den der postsowjetische Raum trotz aller Verwerfungen dennoch eine Heimat ist.

Festivals 

Max Ophüls Preis 2023 (Premiere), Wettbewerb Dokumentarfilm

Biografie Steffi Wurster (Buch und Regie)

Steffi Wurster, Bühnenbildnerin und Filmemacherin, lebt in Berlin. Sie studierte bildende Kunst an der Universität Mainz und Bühnenbild an der Universität der Künste Berlin. Neben ihren szenografischen Arbeiten entwickelt Steffi Wurster seit 2010 dokumentarische Filmprojekte (u. a. "Constructing Sochi", 2014, "Ein gut bewachter Konflikt", 2017, und "Frozen Conflict", 2018). Ausgehend von konkreten Orten befassen sich die visuellen Recherchen häufig mit ungelösten politischen Konflikten und widerstreitenden Narrativen. Seit 2017 ist Steffi Wurster Dozentin an der TU Berlin im Masterstudiengang Bühnenbild_Szenischer Raum. Sie erhielt zahlreiche Förderungen und Auszeichnungen.

Fotohinweis

Fotos sind erhältlich über ZDF-Hauptabteilung Kommunikation, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/ichchefduchefin

Weitere Informationen

Sehen Sie auch den Dokumentarfilm "Generation Euromaidan – Sehnsucht nach Demokratie" (Deutschland 2022). Eine Produktion von Thurnfilm mit Schuldenberg Films und Weltfilm im Auftrag von ZDF/Das kleine Fernsehspiel; ZDF: 14.11.2022). Der Film von Kristof Gerega begleitet drei befreundete junge Journalist*innen und Aktivist*innen in der Ukraine, die sich zu Politiker*innen eines zerbrechlichen demokratischen Systems entwickeln. Der Film ist noch bis 14.11.2023 in der ZDFmediathek unter https://www.zdf.de/filme/das-kleine-fernsehspiel/generation-euromaidan--sehnsucht-nach-demokratie-100.html

 

Das kleine Fernsehspiel in der ZDFmediathek finden Sie unter https://www.zdf.de/filme/das-kleine-fernsehspiel

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