1 Jahr Ukraine-Krieg

ZDF-Programmschwerpunkt

Vom 15. bis zum 24. Februar 2023 beleuchtet der ZDF-Programmschwerpunkt "1 Jahr Ukraine-Krieg" in informativen Beiträgen und Dokumentationen, in den aktuellen Nachrichten- und Magazinsendungen des ZDF sowie im ZDF-Polittalk die verschiedenen Aspekte der "Zeitenwende", die mit Russlands Angriff auf die Ukraine am 24. Februar 2022 einsetze. Zum ersten Jahrestag des Kriegsbeginns rückt der ZDF-Programmschwerpunkt das Ausmaß und die Auswirkungen dessen in den Fokus, was für viele Millionen Europäer vorher undenkbar schien: die Rückkehr des Krieges nach Europa. 

  • ZDF, Vom 15. bis zum 27. Februar 2023
  • ZDF Mediathek, Vom 11. Januar bis zum 24. Februar 2023
  • ZDF neo, Donnerstag, 23. Februar 2023, 6.25 und 6.45 Uhr
  • ZDF info, Mittwoch, 22. Februar 2023, 11.30 bis 0.45 Uhr
  • KIKA, Donnerstag, 23. Februar 2023, 19.50 Uhr
  • 3sat, Samstag, 11. und 18. Februar 2023, 19.20 Uhr
  • ARTE, Sonntag, 19. Februar 2023, 23.10 Uhr

Texte

"Wir leben in einer anderen Welt" – ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten zum Programmschwerpunkt "1 Jahr Ukraine-Krieg"

"Unser Programmschwerpunkt rund um den ersten Jahrestag des Kriegsbeginns in der Ukraine zeigt das Ausmaß und Konsequenzen der Zeitenwende – global und national. Die angespannte Weltlage, die aus Russlands Angriffskrieg resultiert, verlangt kontinuierlich nach umfassender Information über das aktuelle Geschehen und nach der fundierten Aufarbeitung der unterschiedlichen Perspektiven. Das bündeln wir rund um den 24. Februar 2023 in unseren Nachrichten- und Magazinsendungen, in einer Vielzahl von Dokumentationen, und vor allem in Form vielfältiger Berichte unserer Korrespondentinnen und Korrespondenten. Wir wollen über unser Auslandskorrespondentennetz die weltweiten Zusammenhänge noch verständlicher erklären und dafür auch neue Formate wie etwa die Mediatheks-Serie "Zeitenwende global" nutzen. Wie der Krieg in der Ukraine die Welt bereits nach einem Jahr wirtschaftlich, politisch und militärisch gravierend verändert hat – das stellen wir mit diesem Programmschwerpunkt im TV und online umfassend und vertiefend dar."

Bettina Schausten, ZDF-Chefredakteurin

Übersicht der Sendungen zu "1 Jahr Ukraine-Krieg"

Programmschwerpunkt "1 Jahr Ukraine-Krieg"

 

ZDF

Mittwoch, 18. Januar 2023, 22.45 Uhr, ZDF und ZDFmediathek
ZDFzoom: Weinen werden wir später –  Junge Ukrainer und der Krieg 
Film von Jens Strohschnieder

Sonntag, 22. Januar 2023, 18.00 Uhr, ZDF
Ab Freitag, 20. Januar 2023, 9.00 Uhr, in der ZDFmediathek
ZDF.reportage: Wohin mit den Flüchtlingen? – Gemeinden am Limit
Film von Karin Wendland

Mittwoch, 15. Februar 2023, 22.15 Uhr, ZDF und ZDFmediathek
auslandsjournal spezial: Ukraine – ein Jahr im Krieg
Mit Antje Pieper aus Kiew

Mittwoch, 15. Februar 2023, 1.00 Uhr, ZDF
Ab Dienstag, 14. Februar 2023, 8.00 Uhr, in der ZDFmediathek
auslandsjournal – die doku: Leben im Krieg – Wie Putins Angriff die Ukraine verändert
Film von Katrin Eigendorf und Jenifer Girke

Freitag, 17. Februar 2023, 23.30 Uhr, ZDF und ZDFmediathek
aspekte
Moderation: Katie Salié

Samstag, 18. Februar 2023, 17.05 Uhr, ZDF und ZDFmediathek
Länderspiegel
Moderation: Yve Fehring

Sonntag, 19. Februar 2023, 15.45 Uhr, ZDF
Ab Freitag, 17. Februar 2023, 9.00 Uhr, fünf Jahre lang in der ZDFmediathek
planet e: Umwelt unter Beschuss – Wie der Krieg die Ukraine zerstört
Film von Bernd Reufels und Laura Hohmann

Sonntag, 19. Februar 2023, 23.40 Uhr, ZDF
Ab Samstag, 18. Februar 2023, 23.40 Uhr, fünf Jahre lang in der ZDFmediathek
ZDF-History: Russlands Kriege
Film von Carsten Binsack

Montag, 20. Februar 2023, 19.25 Uhr, ZDF und ZDFmediathek
WISO spezial: Was hat der Krieg bei uns verändert?
Moderation: Marcus Niehaves

Dienstag, 21. Februar 2023, 20.15 Uhr, ZDF
Ab Dienstag, 21. Februar 2023, 10.00 Uhr, in der ZDFmediathek
ZDFzeit: Putins Komplizen – Die geheime Welt der Oligarchen
Film von Florian Huber

Dienstag, 21. Februar 2023, 21.00 Uhr, ZDF und ZDFmediathek
frontal spezial
Der Ukraine Krieg – ein Jahr der Zerstörung
Moderation: Ilka Brecht

Mittwoch, 22. Februar 2023, 22.15 Uhr, ZDF und ZDFmediathek
ZDFzoom: Die geklauten Kinder (Arbeitstitel)
Film von Arndt Ginzel

Mittwoch, 22. Februar 2023, 1.00 Uhr, ZDF
Ab Mittwoch, 22. Februar 2023, 8.00 Uhr, in der ZDFmediathek
auslandsjournal – die doku: Zeitenwende global – Russlands Angriff auf die Freiheit
Film von Phoebe Gaa, Miriam Steimer, Christoph Röckerath, Normen Odenthal, Susann von Lojewski, Ulf Röller und Johannes Hano

Donnerstag, 23. Februar 2023, 21.45 Uhr, ZDF und ZDFmediathek
heute journal
Schwerpunktthema am Abend vor dem Jahrestag des Kriegsbeginns

Donnerstag, 23. Februar 2023, 22.15 Uhr, ZDF und ZDFmediathek
maybrit illner
Polittalk zum ersten Jahrestag des Kriegs in der Ukraine

Freitag, 24. Februar 2023, 5.30 bis 9.00 Uhr, ZDF und ZDFmediathek
ZDF-Morgenmagazin
Schwerpunkt zum Jahrestag

Freitag, 24. Februar 2023, 22.00 Uhr, ZDF und ZDFmediathek
heute journal
Schwerpunkt zum Jahrestag

Montag, 27. Februar 2023, 23.50 Uhr, ZDF
Ab Montag, 20. Februar 2023, 10.00 Uhr, in der ZDFmediathek
RUKLA – Momentan keine Feindsicht
Dokumentarfilm von Steffi Wurster

 

ZDFmediathek

Ab Montag, 20. Februar 2023, 20.00 Uhr, in der ZDFmediathek
ZDFzeit: Tatort Ukraine – Menschen im Krieg
Sechsteilige Dokureihe

Ab Mittwoch, 22. Februar 2023, 8.00 Uhr, in der ZDFmediathek
auslandsjournal: Zeitenwende global
Fünfteilige Dokureihe 

 

ZDFinfo

Mittwoch, 22. Februar 2023, ZDFinfo
11.30 Uhr: Im Schatten Russlands – Zentralasien. Zwischen Armut und Aufbruch
12.15 Uhr: Im Schatten Russlands – Das Baltikum. Brückenkopf Europas
13.00 Uhr: Im Schatten Russlands – Ukraine. Zerrissen zwischen Ost und West
13.45 Uhr: Putins Russland – Vom Spion zum Präsidenten
14.30 Uhr: Putins Russland – Gegner im Visier
15.15 Uhr: Putins Russland – Der ewige Präsident
16.00 Uhr: Wer ist Alexander Lukaschenko?
16.15 Uhr: Putins Propagandamaschine – Das manipulierte Volk
17.00 Uhr: Russlands mutige Frauen – Widerstand gegen Putin
18.00 Uhr: auslandsjournal – die doku: Leben im Krieg 
18.45 Uhr: Putin – der gefährliche Despot
19.30 Uhr: Undercover in Belarus – Protest, Propaganda und Putins Einfluss
20.15 Uhr: Russlands Kriege – 1. Das Zarenreich
21.00 Uhr: Russlands Kriege – 2. Die Sowjetunion
21.45 Uhr: Russlands Kriege – 3. Putins Russland
22.30 Uhr: Krieg gegen die Ukraine – Chronik eines Konflikts
23.15 Uhr: Das Massaker von Butscha

 

ZDFneo

Donnerstag, 23. Februar 2023, ZDFneo
6.25 Uhr: HIMMEL & ERDE – Небо та Земля
6.45 Uhr: HIMMEL & ERDE – Небо та Земля

 

3sat

Samstag, 11. Februar 2023, 19.20 Uhr, 3sat
Kreative im Krieg – Die Verteidigung der ukrainischen Identität
Film von Viola Löffler

Samstag, 18. Februar 2023, 19.20 Uhr, 3sat
Kunstfront – Ukrainische Kulturschaffende im Ausnahmezustand
Film von Andrzej Klamt

 

ARTE

Sonntag, 19. Februar 2023, 23.10 Uhr, ARTE
Vom 18. Februar 2023, 5.00 Uhr, bis zum 21. März 2023, 5.00 Uhr, in der ZDFmediathek
Bereits in der ARTE-Mediathek verfügbar 
Recirquel: "My Land"
Tanz, 60 Minuten

Montag, 20. Februar 2023, 19.40 Uhr, ARTE
Vom 19. Februar 2023, 5.00 Uhr, bis zum 22. März 2023, 5.00 Uhr, in der ZDFmediathek
Re: Boom der Bunker – Wohin im Ernstfall?
Reportage

Montag, 20. Februar 2023, 0.15 Uhr, ARTE
Vom 19. Februar 2023 bis zum 19. Mai 2023 in der ARTE-Mediathek
Mein Land – Mein Land? – Ukrainische Artisten zwischen Kunst und Krieg
Dokumentation

Dienstag, 21. Februar 2023, 19.40 Uhr, ARTE
Ab 20. Februar 2023 in der ZDFmediathek und in der ARTE-Mediathek 
Re: Jagd auf Kriegsverbrecher – Ermittlungsteams in der Ukraine
Reportage

Donnerstag, 23. Februar 2023, 19.40 Uhr, ARTE
Re: Der Fall von TV-Rain – Europas Umgang mit der russischen Opposition
Reportage 

Freitag, 24. Februar 2023, 22.45 Uhr, ARTE
Tracks East – Kinder im Krieg
Magazin 

 

phoenix

Donnerstag, 23. Februar 2022, ab 20.15 Uhr
phoenix-Themenabend zum 1. Jahrestag des Russland-Ukraine-Krieges

20.15 Uhr: ZDF-History: Russlands Kriege
21.00 Uhr: Russland im Krieg
21.45 Uhr: Putin und die Bombe – Atomdrohungen aus Moskau
22.15 Uhr: phoenix runde

Online first ab 23. Februar 2023 bei phoenix.de und in den Mediatheken von ZDF und ARD:
Der Ukraine-Komplex – Ein europäischer Krieg in 10 Stimmen

 

KiKA

Donnerstag, 23. Februar 2023, 19.50 Uhr, KiKA
Ab Dienstag, 21. Februar 2023, auf logo.de und in der ZDFmediathek
logo! extra: Kinder in der Ukraine – ein Jahr im Krieg

Donnerstag, 23. Februar 2023, 20.15 Uhr, KiKA
Montag, 27. Februar 2023, 20.15 Uhr, KiKA
Ab Freitag, 17. Februar 2023 in der ZDFmediathek
Berlin und wir! Ukraine Spezial

Sonntag, 26. Februar 2023, 20.15 Uhr bei KiKA
Ab Freitag, 24. Februar 2023 in der ZDFmediathek
stark!: Aglaya – Geflüchtet aus der Ukraine

auslandsjournal spezial: Ukraine – ein Jahr im Krieg

Mittwoch, 15. Februar 2022, 22.15 Uhr, ZDF und ZDFmediathek

auslandsjournal spezial: Ukraine – ein Jahr im Krieg

Mit Antje Pieper aus Kiew

Produktion: ZDF
Redaktion: Matthias Pupat
Sendelänge: ca. 43 Minuten

Am 24. Februar geschah, was Millionen Europäern bis dahin undenkbar schien: die russische Armee überfiel seinen Nachbarn, die Ukraine, mit mehr als 100.000 Soldaten, mit Tausenden Panzern und Raketen, Kampfjets und Fallschirmjägern. Der Tag markiert eine Zeitenwende, die Rückkehr des Krieges nach Europa. Aus diesem Anlass sendet das "auslandsjournal" am Mittwoch, 15. Februar 2023, 22.15 Uhr, aus Kiew die 45-minütige Spezial-Ausgabe "Ukraine – ein Jahr im Krieg".

Antje Pieper moderiert und berichtet von vor Ort – aus Kiew, Butscha, Hostomel und aus anderen Orten, die für Wendemarken dieser von Russland so genannten "Spezialoperation" stehen. Sie dokumentiert die Zerstörungen und Narben des Krieges. Sie trifft Ukrainerinnen und Ukrainer, Politiker und Entscheidungsträger zum Interview. Und erzählt in Reportagen, wie der von Putin begonnene Angriffskrieg das Land verändert, zerstört, aber auch geeint hat.

Damit setzt das "auslandsjournal" seine intensive journalistische Berichterstattung zum Ukraine-Krieg fort, die im TV, aber auch auf den digitalen Plattformen zahlreiche Akzente gesetzt hat. Dafür stehen vier monothematische Magazinsendungen "auslandsjournal spezial – Putins Krieg", fünf Dokumentationen für TV und ZDFmediathek, zahlreiche YouTube-Reportagen und insgesamt 67 Beiträge im "auslandsjournal"-Magazin.

Mit dem Porträtformat im Handymodus „#myukraine“ brachte die "auslandsjournal"-Redaktion die Geschichten und Schicksale Dutzender Ukrainerinnen und Ukrainer im Krieg auf den Bildschirm, die sonst unerzählt geblieben wären. Die Protagonistinnen und Protagonisten drehten ihre Alltagserlebnisse im Schatten der Kämpfe selbst mit dem eigenen Smartphone und standen den "auslandsjournal"-Reportern per Internet für Interviews zur Verfügung. Hinzu kommt der plattformübergreifende Programmakzent "Winter is coming" – eine Staffel von rund 15-minütigen Reportagen, die die Folgen des Krieges rund um den Globus beleuchten und mehrere hunderttausend Mal abgerufen wurden.

auslandsjournal – die doku: Leben im Krieg – Wie Putins Angriff die Ukraine verändert

Mittwoch, 15. Februar 2023, 1.00 Uhr, ZDF

auslandsjournal – die doku: Leben im Krieg – Wie Putins Angriff die Ukraine verändert

Film von Katrin Eigendorf und Jenifer Girke

Produktion: ZDF
Redaktion: Alexander Glodzinski
Sendelänge: ca. 43 Minuten

Russlands Krieg in der Ukraine hat alles verändert. Die Reporterinnen Katrin Eigendorf und Jenifer Girke schildern Schicksale von Menschen, die sie mehr als zwölf Monate lang begleitet haben. Mit ihren Geschichten geben sie dem Leid ein Gesicht: Menschen, die Angehörige verlieren, Frauen, die ihre Männer an die Front verabschieden, Familien, die alles aufgeben, in U-Bahn-Schächten ausharren oder ihre Heimat ganz verlassen haben.

Katrin Eigendorf reist seit Beginn des russischen Angriffskrieges immer wieder in die Ukraine. Sie hat auf ihren Reisen viele Menschen getroffen und unterschiedliche Orte besucht. Ein Jahr nach Ausbruch des Krieges ist sie erneut in dem Land unterwegs. Sie schildert, welche Veränderungen sie erlebt, wie sich ehemals besetzte Orte verändert haben. Und sie berichtet von den Menschen, für die sich durch den Krieg alles verändert hat. Wie viel Kraft haben sie noch, wie groß ist die Hoffnung auf einen Sieg, und wie überleben sie den Winter?

Reporterin Jenifer Girke hat seit Februar 2022 Kontakt zu Menschen in der Ukraine gehalten – über Videocalls und Chatnachrichten. Menschen aus verschiedenen Orten gaben ihr Einblicke in das eigene Leben durch selbst gedrehte Videos. Immer wieder haben sie Eindrücke aus Schutzbunkern und Notunterkünften geteilt, sie haben Momente der Wut, des Schocks und der Hoffnung gefilmt – mit dem Wunsch, dass die Welt ihre Geschichten sehen kann. Nach einem Jahr Krieg in der Ukraine trifft Jenifer Girke diese Menschen, deren Schicksale sie über ein Jahr begleitet hat, in ihrer Heimat.

Der Film "auslandsjournal – die doku: Leben im Krieg" ist ein sehr persönlicher Einblick in den Alltag von Menschen, deren Leben sich von einem Tag auf den anderen komplett verändert hat.

Was sie eint: ein Jahr Krieg in ihrem Land. Was sie trägt: die Hoffnung auf den Sieg. 

Die Reporterinnen haben Menschen getroffen, von denen manche depressiv und verzweifelt waren. Andere schrien sich die Wut aus dem Leib, weinten und trauerten um Verluste, die zu schwer wiegen, um sie zu ertragen. Wieder andere machten Pläne, gestalteten eine neue Zukunft, kamen voller Euphorie zurück, mitten in die Trümmer ihres Lebens. 

Katrin Eigendorf reist als Journalistin seit vielen Jahren in die Ukraine und hat als eine der ersten Reporter nach dem Angriffskrieg Russlands aus dem Land berichtet. Nah an den Menschen, hat sie auf ihren Ukraine-Reisen in den vergangenen zwölf Monaten viele Schicksale dokumentiert – manche zu brutal, um sie zu zeigen, und dennoch so wichtig, sie festzuhalten. Genau ein Jahr nach Ausbruch des Krieges ist Katrin Eigendorf erneut in dem Land unterwegs.

Katrin Eigendorf schildert, welche Veränderungen sie erlebt, wie sich ehemals besetzte Orte verändert haben. So zum Beispiel Butscha, das die preisgekrönte ZDF-Reporterin Anfang April besuchte, kurz nachdem der Ort nach 33 Tagen Besetzung befreit wurde und das Ausmaß und die Grausamkeit dieses Krieges schonungslos offenbarte. Ähnlich der Ort Irsum, in dem es 450 Todesopfer gegeben haben soll, teilweise auf brutale Art hingerichtet. Die ukrainische Staatsanwaltschaft klagte Russland für Kriegsverbrechen an, Ermittler arbeiteten bis zur Erschöpfung. Wie ist die Lage heute? Was konnte aufgearbeitet werden? Haben die Menschen Kraft für einen Neuanfang oder ist der Schmerz über das Erlebte zu groß, um einfach weiterzumachen? Eingebrannt haben sich auch die Bilder der überfüllten U-Bahn-Stationen, zum Beispiel in Kharkiv, in denen Katrin Eigendorf noch im vergangenen Oktober völlig verstörte Kinder und Familien getroffen hat. Ihr verbliebenes Hab und Gut in ein U-Bahn-Abteil gesteckt, inklusive Haustiere. Zu groß die Angst, herauszukommen. Wie überleben sie diesen bitteren Winter, wie viel Kraft haben sie noch, wie groß ist die Hoffnung auf einen Sieg?

Eindrücke des Krieges in selbstgedrehten Videos

Videos aus abgeschnittenen Regionen, die anfangs zu gefährlich waren, um hinzureisen; Schilderungen von Betroffenen aus besetzten Städten, die fast keinen Kontakt mehr zur Außenwelt hatten – diese exklusiven Einblicke sammelte Reporterin Jenifer Girke seit Beginn des Krieges. Über Videocalls und Chatnachrichten hielt sie Kontakt zu zahlreichen Menschen, verteilt im ganzen Land. Nach einem Jahr Krieg trifft Jenifer Girke diese Menschen in der Ukraine selbst vor Ort.

Igor und seine Verlobte Katya sind aus Kramatorsk nach Lviv geflohen, das junge Paar hangelt sich von Tag zu Tag, ihre Lebensfreude begraben unter Kriegstrümmern. Ganz anders Ärztin Oksana, sie setzte tagtäglich in Kharkiv ihr Leben aufs Spiel, um ununterbrochen für ihre Patienten da zu sein. Doch im Frühjahr war es zu viel – sie floh, bis nach Norddeutschland. Nach sechs Monaten will sie nun zurück – zurück in ihr Heimatland, zurück nach Kharkiv, zu ihrem Ehemann, und sich ein neues Leben aufbauen. Wie wird sie die Rückkehr erleben? Ein neues Leben aufbauen – das scheint in der Frontstadt Kherson noch weit weg zu sein. Kateryna ist im März aus Kherson zu ihrem Freund nach Dänemark geflohen: "Ich kann einfach wieder aus der Tür gehen, ohne Angst haben zu müssen, das ist unglaublich", erzählte sie Jenifer Girke im Interview Ende März. Doch ihre Eltern wollten nicht mit ihr mitgehen, verbarrikadieren sich weiter in ihrem Wohnhaus in Kherson, nur wenige Kilometer vom Fluss Dnipro entfernt. Wie hat sich ihr Leben mit einem Jahr Krieg verändert?

 

Wie "MyUkraine" entstand – Von ZDF-Reporterin Jenifer Girke

Am Abend des 23. Februar 2022 habe ich mit zwei Bekannten in der Ukraine telefoniert und wollte wissen, was an den Gerüchten um einen russischen Angriff dran sei. Einer der beiden, ein Militärpastor, befand sich in der Nähe von Kiew. Ein Angriff auf die Hauptstadt? Niemals, da waren sich beide einig. Wir redeten bis kurz nach Mitternacht. Als ich wenige Stunden später mit den Eilmeldungen auf meinem Handy aufwachte, schrieb ich sofort meinem Kontakt in Kiew. Die Antwort: "Ja, wir wurden angegriffen."

Ehemalige Interviewpartner, offizielle Anlaufstellen, Social Media-Recherchen, Empfehlungen von Bekannten – in den ersten Tagen und Wochen des Krieges versuchte ich, online Kontakt zu möglichst vielen Menschen in der Ukraine aufzubauen. Mit ihren Videos gaben diese Menschen den täglichen Kriegstickern und Schlagzeilen ein Gesicht. Daraus entstand "MyUkraine" – ein Format des ZDF-"auslandsjournal", eine Weiterentwicklung von den "Stimmen aus der Ukraine", die in vielen "ZDFspezial"-Sendungen Gehör fanden.

Jede noch so schwache Internetverbindung nutzten diese Menschen, um Videos zu senden und sich mitzuteilen – ob aus Krankenhausbunkern in Kharkiv oder unter der Bettdecke im Hauskeller in Kherson. Unzählige Male starteten wir Interviews und brachen nach wenigen Minuten wieder ab – entweder wegen eines Luftalarms oder weil das Netz versagte. Über jede Minute Gespräch ohne Freeze-Bild war ich dankbar. Manchmal kam stunden- oder tagelang nichts, dann ganz viel Material auf einmal. Immer aus ihrer ganz persönlichen Perspektive – ungefiltert, emotional, direkt. All diese Schilderungen abzugleichen, einzuordnen und sachlich einzuschätzen, war ebenso wichtig wie dranzubleiben, nicht nur den ersten Schock-Moment festzuhalten, sondern regelmäßig, oft wöchentlich nachzufragen, über nun mehr ein Jahr. Sie haben Momente der Wut, des Schocks und der Hoffnung gefilmt – mit dem Wunsch, dass die Welt ihre Geschichten sehen kann.

"Zeitenwende global": Doku-Serie der ZDF-Auslandskorrespondenten

Zum Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine zeigen die ZDF-Auslandskorrespondenten in der Mediatheks-Serie "Zeitenwende global", wie der Krieg die Welt bereits nach einem Jahr wirtschaftlich, politisch und militärisch verändert hat. In drei Episoden begeben sich die Korrespondentinnen und Korrespondenten auf Spurensuche in ihren Berichtsgebieten und verbinden sie die spürbaren Folgen aus ihren eigenen Berichtsgebieten zu einer weltweiten Perspektive.

Die Doku-Serie steht ab Mittwoch, 22. Februar 2023, 8.00 Uhr, in der ZDFmediathek zur Verfügung. In der Nacht vom 22. auf den 23. Februar 2023, 1.00 Uhr im ZDF zeigt "auslandsjournal   die doku: Zeitenwende global – Russlands Angriff auf die Freiheit".

Seit Ausbruch der Kampfhandlungen ist es für Moskau-Korrespondentin Phoebe Gaa noch schwieriger geworden, über die Situation in Russland zu berichten. Sie geht den Fragen nach, ob die Russen noch hinter ihrem Präsidenten stehen und wie die sogenannte militärische Sonderoperation das Land verändert hat?

China-Korrespondentin Miriam Steimer erkundet, wie die wirtschaftlichen und politischen Verflechtungen Chinas mit Russland die aktuellen Beziehungen prägen.

Südostasien-Korrespondent Normen Odenthal zeigt am Beispiel der Tourismus-Industrie Thailands, wie wichtig Russland als wirtschaftlicher Partner in der Region ist.

Südamerika-Korrespondent Christoph Röckerath schildert, warum Brasilien als größter Soja-Produzent der Welt auf russischen Dünger angewiesen ist und wie die wirtschaftlichen Verflechtungen das politische Verhältnis beeinflussen.

Aus Südafrika berichtet Susann von Lojewski, wie sich russische Oligarchen trotz vom Westen verhängter Sanktionen frei bewegen können und warum Südafrika militärisch und wirtschaftlich ein enger Partner Russlands bleibt.

Der Westen ringt um eine geschlossene Reaktion auf Russlands Angriffskrieg. Aus Brüssel berichtet ZDF-Korrespondent Ulf Röller, vor welchen Zerreißproben die Europäische Union steht und mit welchen Mitteln sie versucht, eine Antwort auf Russlands Aggression zu finden.

New-York-Korrespondent Johannes Hano zeigt, wie hilflos die Vereinten Nationen vor dem Trümmerhaufen der globalen Friedensordnung stehen. Die Abstimmungen in der UN-Generalversammlung haben deutlich gemacht, welche Länder bereit sind, Russlands Angriff auf die Ukraine zu verurteilen.

Aus der Ukraine berichtet Katrin Eigendorf über die Rolle des Westens beim Aufbau der ukrainischen Verteidigung.

aspekte über den Stellenwert der Kultur im Ukraine-Krieg

Freitag, 17. Februar 2023, 23.30 Uhr, ZDF und ZDFmediathek
aspekte
Moderation: Katie Salié

Buch: Philipp Rimmele, Anna Riek
Produktion: ZDF
Sendelänge: ca. 43 Minuten

Obwohl sich die Ukraine nun schon seit einem knappen Jahr gegen den Angriffskrieg Putins behauptet, ist das Land für viele Deutsche ein weißer Fleck auf der Landkarte geblieben. Trotz oder gerade wegen der Bilderflut aus zerstörten Wohnblocks, Massengräbern und Zivilisten in Luftschutzbunkern. Am Eröffnungswochenende der Berliner Filmfestspiele, die sich solidarisch mit der Ukraine erklärt haben, widmet aspekte eine Sendung der ukrainischen Kultur: Was macht ukrainische Identität aus? Gegen welche Widerstände hat sie sich herausgebildet? Welcher Stellenwert kommt der Kultur im Krieg zu und wie verändert sie sich? Unter welchen Umständen sind Kulturproduktionen derzeit möglich? Eine Spurensuche in Film, Literatur, Kunst und Musik. Eine Sendung gegen den weißen Fleck.

Länderspiegel und ZDF.reportage: Wohin mit den Flüchtlingen?

Samstag, 18. Februar 2023, 17.05 Uhr, ZDF und ZDFmediathek

Länderspiegel

Moderation: Yve Fehring

Produktion: ZDF
Redaktion: Ralph Schumacher
Sendelänge: ca. 30 Minuten

Der ZDF-"Länderspiegel" schaut in die Regionen und Kommunen und geht der Frage nach, wie sich nach einem Jahr Krieg in der Ukraine die Flüchtlingssituation in Deutschland darstellt. Seit Kriegsbeginn in der Ukraine sind fast eine Million Menschen nach Deutschland geflohen. Zugleich kommen wieder mehr Geflüchtete aus Syrien, Irak und Afghanistan. Für viele Städte ist das eine große Herausforderung.

 

Die "ZDF.reportage" berichtet bereits am Sonntag, 22. Januar 2023, 18.00 Uhr im ZDF, über die Flüchtlingshilfe in Deutschland und steht im Rahmen des ZDF-Programmschwerpunkts "1 Jahr Ukraine-Krieg" in der ZDFmediathek zur Verfügung.

Sonntag, 22. Januar 2023, 18.00 Uhr, ZDF
Ab Freitag, 20. Januar 2023, 9.00 Uhr, in der ZDFmediathek

ZDF.reportage: Wohin mit den Flüchtlingen? – Gemeinden am Limit

Film von Karin Wendland

Produktion: i&u TV Produktion GmbH
Redaktion: Michael Stagneth
Leitung der Sendung: Bettina Warken
Sendelänge: ca. 30 Minuten

Die Flüchtlingszahlen sind schon wieder so hoch wie 2015. Seit Jahresanfang 2022 sind knapp eine Million Ukrainerinnen und Ukrainer vor dem Krieg in ihrem Land nach Deutschland geflohen. Auch aus anderen Ländern kommen wieder deutlich mehr Menschen nach Deutschland. Viele Städte schlagen Alarm. Ihnen fehlen Unterbringungsmöglichkeiten und Kapazitäten. Viele Gemeinden sind am Limit und fühlen sich von der Bundesregierung alleingelassen.

Im Ankunftszentrum des Landes Baden-Württemberg in Heidelberg durchlaufen neu angekommene Geflüchtete die ersten Stationen ihres Asylverfahrens: von der Registrierung und Identitätsprüfung bis zur Anhörung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Leiter Markus Rothfuß versucht, den Überblick zu behalten. Das Ankunftszentrum ist für rund 2600 Bewohner ausgelegt und schon im Herbst mit rund 3000 Menschen überbelegt. Die Weiterverteilung auf die Gemeinden funktioniert nicht mehr reibungslos, da an manchen Orten Unterkünfte fehlen.

Im ostthüringischen Greiz musste Martina Schweinsburg bereits hart durchgreifen. Die hohen Flüchtlingszahlen ließen der Landrätin keine andere Wahl. Sie hat einen Flüchtlingsaufnahmestopp verhängt. "Wir können einfach nicht mehr!" Der Landkreis hat in diesem Jahr bisher so viele Flüchtlinge aufgenommen wie noch nie. 2016, im Jahr des Höhepunkts der Flüchtlingskrise, kamen knapp 1000 Asylbewerber nach Greiz. Jetzt sind es schon mehr als 1600. Die Landrätin sucht rund um die Uhr nach Lösungen, beklagt aber die fehlende Unterstützung der Landesregierung.

"Wir haben aus 2015 nichts gelernt!", sagt Matthias Schimpf, Beigeordneter im Kreis Bergstraße in Hessen. Er weiß, was es heißt, wenn Hunderte Flüchtlinge eine warme Unterkunft brauchen. Bereits 2015 war er zuständig für die Organisation. Weitere Hunderte Schutzsuchende sollen dem Kreis zugewiesen werden. Helfen soll dabei ein ehemaliges Krankenhaus in Lindenfels. Eigentlich ist das nur ausgelegt für 200 Bewohner. Zurzeit sind dort mehr als 300 untergebracht.

In Bautzen hat Kreisbeigeordneter Jörg Szewczyk ganz andere Sorgen. Seit 2015 kommt es immer wieder zu Gewalttaten gegen Asylbewerber. Zuletzt brannte es Ende Oktober 2022 in einem ehemaligen Hotel am Bautzener Stausee, das als Flüchtlingsunterkunft vorgesehen war. Jörg Szewczyk ließ das Spreehotel wieder instand setzen. Rund 200 Geflüchtete wurden vor Kurzem aus einem abrissreifen Plattenbau dorthin umgesiedelt, denn im gesamten Landkreis sind kaum Unterkünfte verfügbar.

Mehr Geflüchtete heißt oft auch mehr Nachfrage bei den Tafeln. Hartz-IV-Empfänger, Obdachlose, Flüchtlinge: Der Vorsitzende der Krefelder Tafel, Hansgeorg Rehbein, hat 2022 einen enormen Ansturm an Kundschaft beobachten können. "Es kommen immer mehr Menschen dazu, da gibt es natürlich Sozialneid, wenn alle Hunger haben."

planet e: Umwelt unter Beschuss – Wie der Krieg die Ukraine zerstört

Sonntag, 19. Februar 2023, 15.45 Uhr, ZDF
Ab Freitag, 17. Februar 2023, 9.00 Uhr, fünf Jahre lang in der ZDFmediathek

planet e: Umwelt unter Beschuss – Wie der Krieg die Ukraine zerstört

Film von Bernd Reufels und Laura Hohmann

Produktion: Kelvinfilm
Redaktion: Manfred Kessler, Carsten Meyer
Sendelänge: ca. 28 Minuten

Der Krieg in der Ukraine schockiert die Welt. Er zerstört nicht nur das Leben der Menschen, sondern auch ihre Umwelt. Die Folgen: Verbrannte Wälder, kontaminierte Böden und vergiftetes Grundwasser.

Die russische Armee greift Munitionslager, Waffenfabriken, Treibstofftanks und Pipelines an. Die Folgen für die Umwelt könnten verheerend sein. Die ZDF-Umwelt-Dokureihe "planet e." recherchiert vor Ort und zeigt auf, welche Gefahren für die Ökosysteme und die dort lebenden Menschen drohen.

Umweltexperten und -expertinnen beobachten die Situation in der Ukraine genau. Ihrer Einschätzung nach haben die russischen Angriffe bereits zu massiven Umweltverschmutzungen geführt. Durch zerstörte Treibstofflager gelangen Gifte in die Böden, ins Grundwasser und in die Luft. Auch in Waffen und Munition sind Schwermetalle und andere Giftstoffe enthalten, die Boden und Wasser stark verschmutzen können.

Die ukrainische Regierung hat deswegen eine eigene Taskforce gegründet – sie sammelt Informationen über mögliche Umweltverbrechen der russischen Armee. Vor Ort untersuchen die Inspektoren und Inspektorinnen der ukrainischen Umweltbehörde die Umweltschäden. So will sie bereits jetzt Schadensersatzforderungen vorbereiten, um sie beim Internationalen Gerichtshof einzureichen.

Auch international beschäftigen sich Umweltfachleute mit der Frage, wie katastrophal die Auswirkungen des Ukraine-Krieges für die Umwelt sind. Die Friedensorganisation PAX in den Niederlanden beobachtet die Umweltschäden in der Ukraine durch Fernerkundungsanalysen anhand von Satellitenbildern. Ein Forschungsteam der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg ermittelt die Kriegsschäden in ukrainischen Naturschutzgebieten und ein internationales Team von Greenpeace Deutschland untersuchte das radioaktiv belastete Gebiet um Tschernobyl, das Russland im Februar 2022 unter seine Kontrolle gebracht und bis Ende März besetzt hatte.

"planet e." ist mit den ukrainischen Umweltinspektoren vor Ort und spricht mit Expertinnen und Experten, um zu zeigen, wie der Krieg in der Ukraine die Umwelt zerstört.

ZDF-History: Russlands Kriege

Sonntag, 19. Februar 2023, 23.40 Uhr, ZDF
Ab Samstag, 18. Februar 2023, 23.40 Uhr, fünf Jahre lang in der ZDFmediathek

ZDF-History: Russlands Kriege

Film von Carsten Binsack

Kamera: Ion Casado, Jürgen Rumbuchner, Mariusz Rychłowski, Kevin Early
Schnitt: Thomas Wellmann, Oliver Szyza
Redaktion: Winfried Laasch
Leitung: Michael Renz / Stefan Brauburger
Sendelänge: ca. 44 Minuten

Seit einem Jahr tobt der brutale Angriffskrieg, mit dem Putin Grenzen verschieben und sein Land zu alter imperialer Größe führen will. Gibt es historische Parallelen mit früheren Kriegen? Ist die Geopolitik der Sowjetherrscher oder gar der Zaren Vorbild für Putin?

"ZDF-History" nimmt Russlands Kriege unter die Lupe – vom Zarenreich über die Sowjetunion bis zur Gegenwart. Schon in der Vergangenheit versuchte Russland immer wieder, sich als Großmacht militärisch Geltung in der Welt zu verschaffen. Ab dem 17. Jahrhundert möchte das aufstrebende Russland im Konzert der westlichen Mächte mitspielen. Zar Peter der Große sicherte sich im Krieg gegen Schweden den Zugang zur Ostsee. Und Zarin Katharina der Großen gelang es, in einem Feldzug gegen das Osmanische Reich die Krim 1783 den Türken zu entreißen.

Im Ersten Weltkrieg gingen nach der russischen Revolution und dem Frieden von Brest-Litowsk frühere Eroberungen verloren. Im Land selbst herrschte Bürgerkrieg. Doch die Rote Armee, die Leo Trotzki aus Revolutionstruppen und den Resten der zaristischen Armee 1918 schmiedete, brach jeden Widerstand, beendete alle Unruhen, eroberte abgefallene Gebiete zurück und verteidigte später im Zweiten Weltkrieg das Land gegen Hitlers Vernichtungswahn. Nach 1945 war die Sowjetarmee aber auch Synonym für die Unterdrückung der kommunistischen Satellitenstaaten. Der in seinem Kern russisch dominierte Vielvölkerstaat Sowjetunion verband von 1922 bis 1991 imperiale Großmachtpolitik mit ideologischem Anspruch, nach innen wie nach außen. Das kostete Millionen Ukrainern, Balten, Georgiern, aber auch Russen das Leben. Am Ende brachten die Niederlage im Afghanistankrieg und die Kosten des Wettrüstens mit den USA die Sowjetunion ins Wanken. Gorbatschow versuchte sie durch Reformen zu retten. Durch den Zusammenbruch des "Ostblocks" und die Auflösung des Warschauer Pakts schien der Kalte Krieg beendet.

Den Untergang der Sowjetunion sah Putin von Beginn an als einen Fehler, den es historisch möglichst zu korrigieren gilt. Seine Vorbilder sind Peter der Große und Katharina die Große. Auch Stalin verehrt er als machtvollen Herrscher. Seine Mission: der westlichen Welt zu trotzen, Russlands Bedeutung als Supermacht wiederherzustellen und zumindest einen Teil verlorener territorialer Größe zurückzuerlangen. Und dies nicht nur, wenn es um den vorgeblichen Schutz russischsprachiger Minderheiten geht. Dazu scheint jedes Mittel recht. Der Angriff auf die Ukraine am 24. Februar 2022 ist nicht Putins erster Krieg.

WISO spezial: Was hat der Krieg bei uns verändert?

Montag, 20. Februar 2023, 19.25 Uhr, ZDF und ZDFmediathek

WISO spezial
Was hat der Krieg bei uns verändert?

Moderation: Marcus Niehaves

Produktion: ZDF
Redaktion: Marcus Niehaves
Sendelänge: ca. 42 Minuten

Hohe Energiekosten, eine verunsicherte Wirtschaft und Millionen hilfesuchende Ukrainerinnen und Ukrainer – die Folgen des Krieges verändern auch unser Leben in Deutschland. In einer "WISO spezial"-Ausgabe schaut die Redaktion auf diese Veränderungen.

Auch ein Jahr nach Ausbruch des Krieges suchen Flüchtlingsfamilien Wohnraum und Arbeit. Welche Möglichkeiten es gibt, zu helfen, ist eines der Themen im "WISO spezial". Zudem geht es um die Frage, ob die Integration der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt gelingen kann. Positive Beispiele, aber auch Hürden und Hindernisse zeigen, wie Gesellschaft und Wirtschaft mit der neuen Situation umgehen.

Die wirtschaftlichen Folgen des Krieges machen Deutschland zu schaffen. Die hohen Energiepreise bringen Industrie und Haushalte in Not. Wie geht es weiter mit der Energieversorgung? Und was kommt noch auf die Bürgerinnen und Bürger zu? Mit Hilfe von Expertinnen und Experten geht das "WISO spezial" diesen Fragen nach und zeigt, welche Chancen in dieser Krise liegen.

Tatort Ukraine – Menschen im Krieg: Sechsteilige Doku-Reihe in der ZDFmediathek

Ab Montag, 20. Februar 2023, 20.00 Uhr, in der ZDFmediathek

Tatort Ukraine – Menschen im Krieg

Sechsteilige Dokureihe

Folgentitel und Termine:
ZDFmediathek: ab Montag, 20. Februar 2023, 20.00 Uhr
Tatort Ukraine – Die ersten zehn Tage (1/6)
Tatort Ukraine – Selenskyj (2/6)
Tatort Ukraine – Frauen im Krieg (3/6)

ZDFmediathek: ab Samstag, 20. Mai 2023, 20.00 Uhr
Tatort Ukraine – Mariupol (4/6)

ZDFmediathek: ab Samstag, 27. Mai 2023, 20.00 Uhr
Tatort Ukraine – Russen (5/6)

ZDFmediathek: ab Samstag, 3. Juni 2023, 20.00 Uhr
Tatort Ukraine – Freiwillige (6/6)

Filme von Daniela Volker (1+4), Guy Pugh (2+5), Anke Luddecke (3+6)
Kamera: Anatoly Sakhno, Oleksiy Kharchenko, Semenov Maksim, Oleksandr Skoryk
Schnitt: Folasade Oyelele, Simon Cooper, Justin Amsden, Stephanie Ormonde
Produzenten: Citizens Documentary Ltd, London
Executive Producer: Tilman Remme (UK), Chris Hilton (Australia)
Series Producer: Charles Colville
Redaktion: Heike Schnaar, Caroline Reiher, Ron Boese, Martina Schindelka
Sendelänge: 6 x 45 Minuten
Internationale Koproduktion unter Federführung von ZDFzeit

Ein Angriffskrieg in Europa, gegen ein demokratisches Land und seine Bürger, schien lange unvorstellbar. Seit fast einem Jahr ist er Realität für die Menschen in der Ukraine. Nichts ist mehr, wie es war. Ein Alltag – wenn es so etwas überhaupt noch gibt – im Ausnahmezustand.

Anhand der persönlichen Geschichten von unterschiedlichen Menschen erzählt die Doku-Reihe "Tatort Ukraine", wie der plötzliche Ausbruch des Krieges Lebenswege auf den Kopf gestellt hat und zeigt auf, wie der Krieg eine zivile Gesellschaft binnen kürzester Zeit grundlegend verändert. Ähnlich einem Kaleidoskop wird jede Folge der Reihe bis zu sechs Personen begleiten. Wie haben sie vor dem Krieg gelebt und wie den Tag erlebt, an dem alles anders wurde? Wie sieht ihr Leben jetzt im Krieg aus?

Mithilfe von privaten Archiv- und Handyaufnahmen ist es möglich, neben der aktuellen Kamera-Begleitung und gesetzten Interviews, ein sehr privates Bild der Protagonisten zu zeichnen. Einigen begegnet man innerhalb der Reihe immer wieder.

ZDFzeit: Putins Komplizen – Die geheime Welt der Oligarchen

Dienstag, 21. Februar 2023, 20.15 Uhr, ZDF
Ab Dienstag, 21. Februar 2023, 10.00 Uhr, in der ZDFmediathek

ZDFzeit: Putins Komplizen – Die geheime Welt der Oligarchen

Film von Florian Huber

Kamera: Jürgen Rehberg, Maciej Rlbiexki
Produktion: Storyhouse
Redaktion: Heike Schnaar, Caro Reiher
Sendelänge: ca. 44 Minuten

Russlands Präsident ist kein einsamer Alleinherrscher. Er stützt sich auf einen Kreis von Männern, die mindestes ebenso reich wie mysteriös sind: die Oligarchen.

Megajachten, Megavillen – das Bild der russischen Oligarchen im Westen ist geprägt von ihrem obszönen Reichtum, von Skandalen und Geheimniskrämerei. Aber hinter dieser Oberfläche sind sie die Schlüsselfiguren im politischen System Wladimir Putins.

Ihre Loyalität zum Kreml ist grenzenlos, denn nur Putin verdanken sie ihren Zugriff auf Öl- und Gaskonzerne, Banken und andere Milliardenressourcen. Im Gegenzug für ihren glamourösen Lifestyle müssen sie nicht nur den russischen Staat finanzieren, sondern auch die radikalen Ziele des Kreml umsetzen – bis zum Krieg in der Ukraine. Auch deshalb sind sie so grenzenlos verschwiegen. Sie zeigen sich nicht, sprechen mit niemandem, geben nichts preis.

Doch es gibt eine Handvoll Menschen, die ihnen auf den Fersen sind. Wie die junge österreichische Forscherin Elisabeth Schimpfössl, der es gelungen ist, 80 russische Superreiche persönlich zu treffen und zu befragen. Wie Nikolaj Petrow, der von der Krim stammt und heute von England aus die Mechanik von Putins Oligarchensystem entschlüsselt. Wie der aus Russland ausgewiesene "The Guardian"-Reporter Luke Harding, der den gefährlichen Nachweis führt, dass in diesem System der oberste Oligarch kein anderer als Putin selbst ist. Oder Annika Joeres, die auf ihrer Spurensuche zur Gazprom-Lobby die Manöver der Milliardenbarone bis in deutsche Landesparlamente, Stromkonzerne, Sportvereine und Musikfestivals nachzeichnet.

Wie in einem Ermittlerkrimi inszeniert die Dokumentation die Jagd nach Russlands Oligarchen. Und kommt dabei zu einem faszinierenden Bild von jenen superreichen Männern, die in den 90er-Jahren als die eigentlichen Herrscher im Kreml antraten, jedoch vom unscheinbaren Wladimir Putin erst entmachtet und dann zu seinen persönlichen Geldverwaltern, Stellvertretern und Kriegsmanagern zurechtgestutzt worden sind.

frontal spezial: Der Ukraine-Krieg - ein Jahr der Zerstörung

Dienstag, 21. Februar 2023, 21.00 Uhr, ZDF und ZDFmediathek

frontal spezial
Der Ukraine-Krieg – ein Jahr der Zerstörung

Moderation: Ilka Brecht

Produktion: ZDF
Länge: ca. 44 Minuten

Das ZDF-Politmagazin "frontal" beleuchtet in dieser monothematischen Ausgabe den Krieg in der Ukraine ebenso aktuell wie umfassend – mit Beiträgen aus der Ukraine und aus Russland.

An welchen Stellen hat der Krieg zu einer Neuordnung der deutschen Politik geführt? Die Ausgabe richtet den Fokus zudem auf wirtschaftliche und soziale Auswirkungen des russischen Bombenkriegs und der daraus resultierenden westlichen Sanktionen gegen Russland.

ZDFzoom mit zwei Dokumentation über Atomdrohungen aus Moskau und über junge Ukrainer und der Krieg

"ZDFzoom" sendet bereits am 11. und 18. Januar 2023 zwei Dokumentationen zu "Putin und die Bombe Atomdrohungen aus Moskau" sowie zur jungen Ukraine und der Krieg, die das ZDFmediatheks-Angebot zum ZDF-Programmschwerpunkt "1 Jahr Ukraine-Krieg" erweitern.

"Putin und die Bombe": ZDFzoom-Doku über "Atomdrohungen aus Moskau"

Immer wieder droht der russische Präsident Wladimir Putin im Konflikt mit der Ukraine mit dem Einsatz von Atomwaffen. Zwar beteuert er, es werde keinen russischen Erstschlag geben, aber bereits die Drohung überschreitet eine rote Linie. 

Die "ZDFzoom"-Dokumentation "Putin und die Bombe. Atomdrohungen aus Moskau" am Mittwoch, 11. Januar 2023, 22.45 Uhr, beleuchtet, wie der Westen auf diese Form der Bedrohung reagiert, und versucht einzuschätzen, wie es um die atomare Abschreckung steht. Der Film von Marcus Weller und Alexander Bühler ist spätestens ab Ausstrahlung zwei Jahre lang in der ZDFmediathek verfügbar. 

Die Gefahr eines Atomkrieges wächst, da gebe es nichts zu beschönigen, so öffentliche Aussagen von Wladimir Putin im Dezember 2022 in Moskau. Atomwaffen wolle der russische Präsident aber nur zur Verteidigung seines Landes einsetzen, sagt er weiter. 

Experten sind dennoch in Sorge. Denn niemand wisse, wann für Putin der Zeitpunkt gekommen sei, sein Land verteidigen zu müssen. Ein Vorwand könnte sein, dass der Westen die Ukraine mit modernen Waffen unterstützt. Sollte sich Russland dadurch bedroht fühlen, könnte dies für Putin ein Grund sein, seine Atomwaffen einzusetzen. Die Folgen wären unabsehbar. 

Die USA, Großbritannien und Frankreich verfügen ebenfalls über Atomwaffen in Europa. Zwar beteuern diese Länder auf einen atomaren Einsatz russischer Waffen nicht ihrerseits mit Atomwaffen zu antworten, aber eine weitere Eskalation des Krieges könnte dennoch die Folge sein. 

Auch Claudia Major, Expertin für Sicherheits- und Verteidigungspolitik bei der Stiftung für Wissenschaft und Politik in Berlin, beobachtet die Entwicklung mit Sorge: "Das wahrscheinlich wichtigste Element in der veränderten nuklearen Ordnung für mich ist, dass Russland die Idee von Abschreckung mit Nuklearwaffen neu interpretiert." Russland gehe es nämlich nicht darum, das eigene Territorium zu verteidigen, so die Expertin, "sondern unter seinem Schutz der Atomwaffen die bestehende Ordnung zu verändern, also Grenzen zu verschieben (…) und die Ukraine als eigenständigen souveränen Staat auszulöschen." 

 

Mittwoch, 18. Januar 2023, 22.45 Uhr, ZDF und ZDFmediathek

ZDFzoom: Weinen werden wir später –  Junge Ukrainer und der Krieg

Film von Jens Strohschnieder

Kamera: Alex Foster, Jan Vaceanu, Kyril Nikrashevych, Slava Rakovskyi, Zhenya Sakhno
Redaktion: Ulrike Brödermann, Simone Müller
Leitung der Sendung: Markus Wenniges
Sendelänge: ca. 28 Minuten

Zum Jahrestag des Kriegsbeginns berichtet die "ZDFzoom"-Dokumentation über junge Menschen in der Ukraine. Der Film bietet einen Blick durch das Schlüsselloch auf das erste Jahr einer neuen Kriegsgeneration mitten in Europa. Er zeigt eine Perspektive voller Verzweiflung, aber auch Optimismus und Tatendrang im Angesicht der unbeschreiblichen Gewalt – der Krieg aus den Augen der Jungen persönlich und hoch emotional erzählt. Voller Trauer über das Verlorengegangene, über den Tod von Freunden und Freundinnen aber auch voller aufrechter Hoffnung.

Anton Atamanchuk war gerade erst Grundschullehrer geworden, als die ersten Raketen auf Kiew fielen. Der täglichen Sorge um seine Schülerinnen und Schüler begegnet er mit Kreativität. Mit Rappen gegen die Angst bringt er den Kindern spielerisch bei, was bei einem Luftalarm zu tun ist.

Uliana Dzhurliak war gerade frisch verliebt, es war "das Jahr davor das Schönste in meinem Leben". Doch ihr Freund starb im Sommer als Soldat.

Maria Mesentseva ist eine junge Parlamentarierin. Kaum im Amt war eine ihrer ersten Handlungen für das Kriegsrecht zu stimmen. Im europäischen Parlament sorgte sie für einen Moment des Schweigens, als sie den Raketenalarm über Kiew per Handy über Lautsprecher abspielte.

Valeria Shashenok verbrachte zwei Wochen im Bunker und führte ein Videotagebuch. Über TikTok ging ihr eigenwilliger Humor viral. Sie träumt jetzt davon Journalistin zu werden.

Lesya Drozdova ist Friseurin. Sie beschreibt den Moment, als sie allen Kundinnen absagen musste und wie sie, seit die Kundinnen wieder kommen, versucht, ohne Strom zu föhnen und ohne Wasser Haare zu waschen.

Dmytro Kyrpa organisiert Aufräum-Raves in von Russen zerstörten Gebieten. Wenn er und seine Freunde schon aufräumen müssen, wollen sie wenigstens Spaß dabei haben.

Es sind ihre Erinnerungen, ihre Geschichten, zum Teil auch ihre Bilder, gepaart mit dem objektiven Rückblick auf die Ereignisse, ohne Kommentar nur von ihnen selbst erzählt.  Es sind Geschichten die von Angst und Verzweiflung, aber auch von Momenten des Durchhaltens, sogar des Glücks, erzählen und dem unbändigen Wunsch zu überleben, weiterzuleben und die Ukraine "am Laufen zu halten".

ZDFzoom: Die geklauten Kinder

Mittwoch, 22. Februar 2023, 22.15 Uhr, ZDF und ZDFmediathek

ZDFzoom: Die geklauten Kinder (Arbeitstitel)

Film von Arndt Ginzel

Redaktion: Bernd Weisener
Leitung der Sendung: Markus Wenniges
Sendelänge: ca. 43 Minuten

Gegen russische Soldaten und Behörden werden schwere Vorwürfe erhoben: Sie sollen Tausende Kinder aus der Ukraine nach Russland verschleppt haben. Nach Einschätzung der UN handelt es sich dabei um eines der schwersten Kriegsverbrechen der vergangenen Jahrzehnte.

Der russische Angriffskrieg hat ukrainische Familien auseinandergerissen, Eltern wurden getötet, Kinder zu Waisen gemacht. Viele von ihnen wurden gegen ihren Willen nach Russland verschleppt. "ZDFzoom"-Reporter Arndt Ginzel begibt sich auf Spurensuche: Was geschieht mit den "geklauten" Kindern?

ZDFheute.de zum Jahrestag des Ukraine-Krieges

Wo steht die Ukraine nach einem Jahr Krieg? Eine Analyse von ZDF-Reporterin Katrin Eigendorf steht ab 15. Februar 2023 im Online-Nachrichtenangebot ZDFheute.de zur Verfügung. Jenifer Girke, mit der Katrin Eigendorf zusammen die "auslandsjournal"-Dokumentation "Leben im Krieg – Wie Putins Angriff die Ukraine verändert" realisiert, präsentiert auf ZDFheute.de zudem die Ukraine-Protokolle: Wie geht es den Menschen, die die beiden ZDF-Reporterinnen, kontinuierlich begleitet haben, nach einem Jahr Krieg.

Wie ein Jahr Krieg den Handel mit Russland verändert hat und was die westlichen Sanktionen gegen Russland bewirkt haben, wird zum ersten Jahrestag des Ukraine-Krieges eine grafische Analyse auf ZDFheute.de veranschaulichen.

Der Ukraine-Krieg im Zeitraffer: Wie sich der Frontverlauf im ersten Kriegsjahr verändert hat, können Nutzerinnen und Nutzer von ZDFheute.de in dieser Chronologie nachvollziehen. Ständige Aktualisierungen finden sich zum Beispiel hier: https://zdfheute-stories-scroll.zdf.de/ukraine-krieg-zeitraffer/index.html

Viele weitere aktuelle und hintergründige Artikel, Videos und Social Posts zu "1 Jahr Ukraine-Krieg" kommen auf ZDFheute.de hinzu.

ZDFinfo: Thematischer Schwerpunkt mit fünf Dokumentationen in Erstausstrahlung

ZDFinfo setzt am 22. Februar 2023 einen thematischen Schwerpunkt zu Russland und "1 Jahr Ukraine-Krieg". Ab 11.30 Uhr bis nach Mitternacht sind 17 Dokumentationen zum Thema zu sehen. Ab 20.15 Uhr stehen dabei fünf Erstausstrahlungen auf dem ZDFinfo-Programm.

Mittwoch, 22. Februar 2023, 20.15 Uhr, ZDFinfo
Ab Dienstag, 17. Februar 2023, 5.00 Uhr, in der ZDFmediathek

Russlands Kriege
Dreiteilige Dokumentation

Film von Carsten Binsack (1+2) und Egmont R. Koch (3)

Produzent: ECO Media TV-Produktion
Redaktion: Winfried Laasch, Annette Harfinger
Sendelänge: 3 x circa 44 Minuten

Russlands Kriege: Das Zarenreich (20.15 Uhr)

Die Romanows schrieben Geschichte. Mit Strategie und Härte hievten sie das russische Reich auf die Bühne der Weltpolitik – bis der Erste Weltkrieg dem Zarenreich ein blutiges Ende bereitete. Zar Peter der Große und später Katharina die Große eroberten im 17. und 18. Jahrhundert mit einer gewaltigen Armee auch Teile des europäischen Südens: die Krim und den Kaukasus. Spätere Nachfolger verteidigten das Reich der Romanows gegen Napoleon.

Die mächtigen Romanows führten das Zarenreich in den Kreis der europäischen Großmächte. Nikolaus II. jedoch verlor Thron und Leben als Folge zweier Kriege 1905 und 1917.

Die Romanows säeten die Träume von "Neurussland", auf die sich Putin beruft. Die Zaren waren fasziniert vom Westen und wollten mit militärischer Macht im Konzert der Mächte mitspielen. Obwohl Russland im 19. Jahrhundert zeitweise über die größte Armee der Welt verfügte, musste es jedoch schmerzhafte und unerwartete Niederlagen hinnehmen. Als Zar Nikolaus II. Proteste blutig unterdrücken ließ, setzte er damit seinen Thron aufs Spiel.

Russlands Kriege: Die Sowjetunion (21.00 Uhr)

Aus dem russischen Bürgerkrieg entstand eine neue Macht: die Sowjetunion. Lenin, Stalin und ihre Nachfolger schweißten das Land mit militärischer Macht gegen alle Widerstände zusammen. Die Rote Armee, die Leo Trotzki aus revolutionären Garden und den Resten der zaristischen Armee 1918 bildete, wurde zum Schwert Russlands. Sie gewann den Bürgerkrieg, eroberte abgefallene Gebiete zurück und verteidigte das Land gegen Hitlers Vernichtungswahn.

Nach 1945 wurde die Rote Armee zum Synonym für die Unterdrückung der kommunistischen Satellitenstaaten.

Die Sowjetunion verband von 1917 bis 1991 imperiale Großmachtpolitik mit ideologischem Anspruch, nach innen wie nach außen. Das kostete Millionen Ukrainern, Balten, Georgiern, Tschetschenen, aber auch Russen das Leben. Am Ende besiegelten die Niederlage im Afghanistankrieg und die Kosten des Wettrüstens mit den USA das Schicksal der Sowjetunion – ausgerechnet in dem Moment, in dem sich das Reich vorsichtig demokratisierte.

Russlands Kriege: Die Russische Föderation (21.45 Uhr)

Putin will Russland mit militärischer Gewalt zurück zu imperialer Größe führen. Seine Kriege in Tschetschenien und Georgien waren nur Vorspiele. Sein Ziel: verlorene Territorien zurückholen.  Zur Jahrtausendwende übernahm Putin das Ruder im Kreml. Die russischen Streitkräfte lagen am Boden. Der ehemalige KGB-Offizier wollte das ändern. Er modernisierte die Waffentechnik und setzte auf neue Strategien, darunter Cyberangriffe und verdeckte Operationen.

Den Untergang der Sowjetunion sah Putin von Beginn an als einen Fehler der Geschichte, der korrigiert werden muss. Er verehrt Stalin als Führungsfigur. In seiner Vorstellung sei er selbst auserwählt, Stalin nachzufolgen und Russlands Größe und Bedeutung wieder herzustellen. Gegner wie den KGB-Überläufer Alexander Litwinenko ließ Putin das mit brutaler Härte spüren.

 

Mittwoch, 22. Februar 2023, 22.30 Uhr, ZDF
Ab Montag, 13. Februar 2023, 5.00 Uhr, in der ZDFmediathek

Krieg gegen die Ukraine – Chronik eines Konfliktes

Film von Anne Poiret

Produktion: Talweg Productions
Redaktion: Dagmar Reuber
Sendelänge: ca. 43 Minuten

Der Ukrainekrieg hat eine lange Vorgeschichte. Seit 2014 beansprucht Wladimir Putin die Donbass-Region für Russland und bereitet die Übernahme vor – allen Verhandlungen zum Trotz.

Der Film zeichnet die Entstehung des Konflikts nach und zeigt, wie die Lage immer weiter eskaliert ist. Die diplomatischen Bemühungen scheiterten – die Minsker Vereinbarungen ebenso wie die Treffen im "Normandie-Format".

Hochrangige Politiker, Diplomaten und Berater aller Seiten kommen in der Dokumentation zu Wort, zudem auch betroffene Menschen aus der Ostukraine – so wie die vierfache Mutter Katja, die ihre Familie allein versorgen und schließlich fliehen musste. Oder wie Olga und Sascha, die immer wieder in die Schusslinie gerieten und trotzdem in ihrem Heimatdorf ausharren wollten. Der Krieg hat ihre Hoffnungen auf eine bessere Zukunft längst zunichte gemacht.

 

Mittwoch, 22. Februar 2023, 23.15 Uhr, im ZDF
Ab Mittwoch, 22. Februar 2023, 5.00 Uhr in der ZDFmediathek

Das Massaker von Butscha

Film von Thomas Jennings und Annie Wong

Produktion: Frontline
Redaktion: Jochen Leibig
Sendelänge: ca. 83 Minuten

Kurz nach dem Überfall Putins auf die Ukraine wurde klar: Angriffe auf die Zivilbevölkerung sind Teil der russischen Militärstrategie. Die Bilder der Massaker in Butscha erschütterten die Welt. Immer wieder kam es zu gewaltsamen Gräueltaten. Zivilisten wurden auf dem Weg zum Einkaufen erschossen. Andere wurden verhaftet, gefoltert und hingerichtet. Der Film dokumentiert das Ausmaß und Muster der Kriegsverbrechen und sucht nach Verantwortlichen.

Die Journalistin Erika Kinetz sammelt gemeinsam mit einem Rechercheteam Informationen und Filmmaterial und erstellt eine Datenbank der Gräueltaten. Das Team findet exklusive und erschütternde Beweise, die mögliche Kriegsverbrechen über eine Befehlskette mit Russlands obersten Befehlshabern in Verbindung bringen.

Anhand von Interviews mit ukrainischen Augenzeugen – vor allem in den Vororten Kiews – wird das Ausmaß der Gewalt deutlich. Die Recherchen der Journalisten lassen ein Muster erkennen. Interviews mit ukrainischen Politikern, Strafverfolgern und internationalen Experten zu Kriegsverbrechen bieten Hintergrundinformationen. Die Frage, ob die Verantwortlichen für ihre Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden können, bleibt jedoch noch unbeantwortet.

ZDFneo: HIMMEL & ERDE – Небо та Земля

Donnerstag, 23. Februar 2023, 6.25 Uhr, ZDFneo

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HIMMEL & ERDE – Небо та Земля
Warnsignale

Dramaserie

In Form einer Antholgieserie werden unterschiedliche Themen aufgegriffen, die mit dem Krieg in der Ukraine im Zusammenhang stehen: der Schmerz, die Heimat zurücklassen zu müssen, das Ankommen in Deutschland und die Angst um diejenigen, die geblieben sind.

Nestor fühlt sich wie ein Feigling. Während andere an der Front für sein Heimatland, die Ukraine, kämpfen, ist er in Berlin, wo lediglich der Probealarm des Warntages den Frieden stört. Nestor will seinen neuen Job, seine Freundin Antje und sein sicheres Leben nicht aufgeben, gleichzeitig spürt er aber den inneren Druck, in die Ukraine zurückzukehren. Statt zur Arbeit zu fahren, geht er in einen Militärladen, wo er dem Ex-Soldaten Tom begegnet.

Als er einen Anruf von seiner Mutter bekommt und erfährt, dass russische Soldaten ihr Dorf überfallen haben, ist Nestor gezwungen, eine Entscheidung zu treffen. Es kommt zum Streit zwischen Antje und ihm.

 

Donnerstag, 23. Februar 2023, 6.45 Uhr, ZDFneo

neoriginal
HIMMEL & ERDE – Небо та Земля
Sonnenblumen im Februar

Dramaserie

Der 24. Februar 2022 sollte für die Ukrainerin Lisa und die Berlinerin Andrea ein besonderer Tag werden: Ein erstes Date in Kyiv! Doch plötzlich ist alles anders. Der Krieg beginnt. Noch in der Nacht flieht Lisa nach Berlin und kommt dort in Andreas Studio unter. Andrea selbst schafft es nicht, die Ukraine zu verlassen, und bleibt in Lisas Wohnung in Kyiv. Trotz der Entfernung kommen die beiden sich in ihren getauschten Wohnungen näher.

In Berlin versucht Lisa, sich mit den neuen Lebensumständen zu arrangieren und findet einen Job. Die Fotografin Andrea beginnt derweil, die Gräueltaten in der Ukraine zu dokumentieren. Als sie einen Entschluss trifft, der die gemeinsame Zukunft in Frage stellt, kommt es zum Streit. Längst geht es um viel mehr, als nur um ihr persönliches Glück.

Das kleine Fernsehspiel: RUKLA – Momentan keine Feindsicht

Montag, 27. Februar 2023, 23.50 Uhr, ZDF
Ab Montag, 20. Februar 2023, 10.00 Uhr, in der ZDFmediathek
RUKLA – Momentan keine Feindsicht
Dokumentarfilm von Steffi Wurster

Kamera:                  Alexander Gheorghiu
Ton:                        Ignas Lungevičius, Ignas Mateika, Hannes Schulze
Schnitt:                   Maja Tennstedt, Janina Herhoffer
Produzent:              Tobias Büchner
Produktion:             Büchner Filmproduktion GbR im Auftrag des ZDF, gefördert mit dem Gerd
                               Ruge Projektstipendium der Film- und Medienstiftung NRW                 
Redaktion:              Burkhard Althoff    (ZDF/Das kleine Fernsehspiel)

Der litauische Ort Rukla ist Sitz eines NATO-Stützpunkts unter deutschem Kommando. Sieben Monate vor Russlands Angriff auf die Ukraine beginnt das Filmteam mit dem Dreh vor Ort und begleitet eine Bundeswehrsoldatin, die Bürgermeisterin, ein Rentnerehepaar und einen Lebenskünstler. Dann kommt der Krieg. Das ZDF zeigt "RUKLA – Momentan keine Feindsicht" anlässlich des Jahrestages des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine.

Manöver und Übungen finden in Rukla das ganze Jahr statt. Die Kampfbereitschaft ist am NATO-Stützpunkt jeden Tag zu sehen und zu hören. Und das Verhältnis zwischen West und Ost bewegt hier in Rukla alle. Und alle haben eine Meinung. Das Filmteam begleitet Bundeswehrsoldatin Nina während ihres halbjährigen Einsatzes in Litauen. Als sie in Rukla landet, ist Russland noch ein Feind ohne Namen. Dass Nina bald mit ihrem gepanzerten Leguan Brücken für vorrückende NATO-Truppen legen müsste, scheint niemand im Stützpunkt zu befürchten. Doch Bürgermeisterin Vilma befürchtet genau das. Als Russland 2014 die Krim annektiert, greift sie zur Waffe und trainiert seitdem ihre ganze Familie in paramilitärischer Landesverteidigung. Die Ortsvorsteherin hält die militärische Bedrohung Westeuropas durch Russland für real. Für Rentner Georgi und seine Frau Marytje ist das westliche Propaganda. "Wer braucht heute noch Panzer!", schimpft der gebürtige Belarusse. Und Lebenskünstler Vlada ist schon länger ein Meister darin, all diese Widersprüche zu leben. Seine Eltern lernten sich in einem sibirischen Straflager kennen – die aus Litauen vertriebene Mutter als Häftling, der Vater als Aufseher. Der sowjetische Raum ist für ihn nicht nur ein zerfallenes Imperium, sondern Herkunft und Heimat.

3sat: Dokus über "Kreative im Krieg" und "Ukrainische Kulturschaffende im Ausnahmezustand"

Samstag, 11. Februar 2023, 19.25 Uhr, 3sat
Kreative im Krieg – Die Verteidigung der ukrainischen Identität
Film von Viola Löffler

Produktion: 3sat
Redaktion: Bettina von Pfeil
Länge: ca. 37 Minuten

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat auch die Zerstörung der kulturellen Identität zum Ziel. Wie verteidigen die Kreativen des Landes in dieser Situation ihre Kultur gegen die Angriffe? Auf welche Traditionen und Vorbilder berufen sich die ukrainischen Kreativen von heute? Was ist das typisch Ukrainische an ihren Liedern, Büchern und Filmen? Die Dokumentation "Kreative im Krieg – Die Verteidigung der ukrainischen Identität" von Viola Löffler begleitet am Samstag, 11. Februar 2023, 19.20 Uhr,  Kulturschaffende in diesen schweren Kriegstagen.

Der russische Staatspräsident Wladimir Putin bestreitet, dass sich in der Ukraine je eine autonome "stabile Staatlichkeit" entwickelt habe, er spricht dem Land seine kulturelle Eigenständigkeit ab. Die gezielte Zerstörung von Kulturdenkmälern soll das Selbstverständnis der Bevölkerung treffen. Die Kreativen und Intellektuellen des Landes berufen sich hingegen auf ihre ukrainische Kultur, auf ihre Sprache, Bilder, Mythen und Geschichte. Und sie verteidigen sie.

Dass Putin den Ukrainern ihre kulturelle Identität abspricht, muss für sie wie Hohn klingen. Denn sowohl im Zarenreich als auch unter sowjetischer Herrschaft wurden ihre ukrainischen Traditionen konstant unterdrückt und marginalisiert. Seit dem 19. Jahrhundert verboten russische Zaren immer wieder die ukrainische Sprache. Unter Stalin wurden auch ukrainische Intellektuelle, Künstlerinnen und Künstler, Musikerinnen und Musiker in Arbeitslager verschleppt und ermordet. Stalin zwang in fast allen Künsten zum Stil des Sozialistischen Realismus. Definieren sich die ukrainischen Kreativen nun hauptsächlich in Abgrenzung zu russischen Traditionslinien? Welches nationale Selbstverständnis steht hinter dem typisch Ukrainischen?

Der Schriftsteller Andrij Kurkow klärt auf seinen Lesereisen über die ukrainische Geschichte und Kultur auf. Der Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels Serhij Zhadan ist zu dem intellektuellen Gesicht des Widerstands geworden. Er promovierte über den ukrainischen Futurismus und schrieb, obwohl er in russischsprachiger Umgebung groß wurde, auf Ukrainisch. Er bleibt in seiner umkämpften Heimatstadt Charkiw, hilft beim Organisieren und Verteilen von Hilfsgütern – und veranstaltet Kultur-Events. Die Band Dhakabraka sammelt auf ihrer Welttournee Spenden für ihre Heimat. Sie verwendet ukrainische Musiktraditionen neu und beendet ihre hoch emotionalen Konzerte mit der Nationalhymne. Die Regisseurin Marysia Nikitiuk nutzt die Weltpremiere ihres Films "Lucky Girl", um auf grausame Kriegsverbrechen aufmerksam zu machen. Sie unterstützt den Boykott russischer Kunst, denn diese sei auf imperialistischen Ideen aufgebaut. Die Dokumentarfilmerin Alina Gorlova dreht in Kiew ihren neuen Film über den Krieg und seine Folgen. Für sie ist die russische Kunst nichts anderes als eine riesige Propagandamaschine, gegen die man sich verteidigen müsse. Die Kulturwissenschaftlerin Kateryna Mishchenko und der Geschichtswissenschaftler Andreas Kappeler verorten die kulturelle Identität der Ukraine historisch.

 

Samstag, 18. Februar 2023, 19.25 Uhr, 3sat
Kunstfront – Ukrainische Kulturschaffende im Ausnahmezustand
Film von Andrzej Klamt

Trotz der Kriegsbedingungen gelingt es den Kreativen in der Ukraine noch immer, der Bevölkerung ein kulturelles Programm anzubieten. Die Dokumentation zeigt, wie das möglich ist.

Autor Andrzej Klamt begegnet Kulturschaffenden in Kiew, die das Land nicht verlassen haben und denen es wichtig ist, in diesen Kriegszeiten der Bevölkerung Kraft durch Kultur zu schenken.

Normalerweise wird am siebten Januar in der Ukraine das orthodoxe Weihnachtsfest gefeiert. Dieses Jahr haben sich viele Gemeinden davon losgelöst. Sie wollen nicht weiter in der Tradition der russischen Orthodoxie verbleiben und begehen das Fest wie im restlichen Europa. Viele Menschen kommen dennoch auch am siebten Januar mit ihren Familien zusammen.

Doch im Jahr 2023 sind die Bedingungen unvorstellbar hart. Die russische Armee greift die Zivilbevölkerung und die Infrastruktur des Landes an. Seit Wochen sind große Teile der ukrainischen Hauptstadt ohne Strom und Wasser. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko spricht vom schlimmsten Winter für die Stadt seit dem Zweiten Weltkrieg. Dennoch wird Theater gespielt, Musik geprobt, finden Kunstausstellungen statt. Wie gelingt das den Kreativen des Landes, woher nehmen sie die Kraft dafür, und wie erreicht die Kunst die Menschen? Der Autor der Dokumentation Andrzej Klamt reist zum orthodoxen Weihnachtsfest in die Ukraine.

In Kiews Zentrum für zeitgenössische Kunst "Dach" wird Theater gespielt, es finden Proben, Performances und Konzerte statt. Auch der Kinderchor "Schedrik" übt weiter in Kiew, die Leiterin Marianna Sablina ist per Internet aus ihrem Exil in Berlin zugeschaltet. Zu den eindrucksvollsten Theatervorstellungen, die es zurzeit in Kiew zu sehen gibt, gehört die Performance einer aus Mariupol geflüchteten Theatergruppe. Am Anfang des Krieges harrte sie ganze zwei Monate in einem Bunker unweit ihres Theaters aus. Die Performance basiert auf Texten und Erlebnissen, die diese extremen Erfahrungen spiegeln.

Auf der größten Bühne der Stadt, dem Iwan-Franko-Schauspielhaus, wird aus aktuellem Anlass Bertolt Brechts "Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui" inszeniert. Was bewegt die Kreativen in der Ukraine? Was bedeutet es, unter permanenter Bedrohung und Angst Kunst zu schaffen? Wen erreichen sie damit? Und was bedeutet ihnen die Solidarität von Künstlerinnen und Künstlern aus dem Ausland? Der britische Graffity-Künstler Banksy ist undercover nach Kiew gereist und hat für die Menschen in der Ukraine Street-Art-Graffitis an Hauswänden und Mauern hinterlassen.

ARTE: Reportagen und mehr

Montag, 20. Februar 2023 um 19.40 Uhr, ARTE
Ab 19 Februar 2023, 5.00 in der ZDFmediathek
Re: Boom der Bunker – Wohin im Ernstfall?

Der Ukrainekrieg hat in Europa das Bedürfnis nach unmittelbaren Schutzmaßnahmen geweckt. Viele fragen sich, wo sie im Ernstfall Zuflucht finden. In Deutschland gibt es für die rund 84 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner heute weniger als 500.000 Bunkerplätze. Dagegen ist die sogenannte Schutzraumpflicht in der Schweiz sogar gesetzlich verankert. Jedem Einheimischen steht dort ein Platz im Bunker zu.

 

Dienstag, 21. Februar 2023, 19.40 Uhr, ARTE
Re: Jagd auf Kriegsverbrecher – Ermittlungsteams in der Ukraine

"ARTE Re:" begleitet die US-Amerikanerin Belkis Wille von Human Rights Watch bei ihren Ermittlungen zu russischen Kriegsverbrechen in der Ukraine. Die Juristin ermittelt rund um den Angriff auf den Bahnhof von Kramatorsk, bei dem mehr als 50 Zivilistinnen und Zivilisten starben, und versucht Verbrechen in Zusammenhang mit der Zerstörung der Stadt Mariupol aufzuklären.

 

Donnerstag, 23. Februar 2023, 19.40 Uhr, ARTE
Re: Der Fall von TV-Rain – Europas Umgang mit der russischen Opposition

Kein Fall zeigt das Dilemma der russischen Opposition und des Umgangs mit ihr in Europa deutlicher als der letzte russische Oppositionssender TV Rain. In Lettland wurde ihm im Dezember die Lizenz entzogen, der Sender kämpft um seine Existenz. Eventuell gelingt nun ein Neustart in Amsterdam, der Weg dorthin ist aber mit endlosen Schwierigkeiten verbunden.

 

Freitag, 24. Februar 2023, 19.40 Uhr, ARTE
Ab 23. Februar 2023 in der ZDFmediathek
Re: Russische Soldaten – Wie sie den Krieg in die Heimat bringen

Burjatien liegt 6.000 Kilometer östlich von der Ukraine, trotzdem sterben sehr viele Burjaten in Russlands Angriffskrieg. Die Region ist wirtschaftlich schwach, und die Karriere in der Armee stellt eine der wenigen Möglichkeiten des sozialen Aufstiegs dar. Die Unzufriedenheit über die vielen Toten unterdrückt die russische Regierung mit totaler Kontrolle.

 

Freitag, 24. Februar 2023, 22.45 Uhr, ARTE
Ab 21. Februar 2023 in der ZDFmediathek
Tracks East – Kinder im Krieg

Im Krieg hat Kindheit kaum Überlebenschancen. So auch seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine: Der zehnjährige Egor Kravzov liest aus seinem Tagebuch vor, wie er die Zerstörung seiner Heimat Mariupol erlebte. In Cherson berichtet der Leiter eines Waisenhauses von den russischen Verschleppungen: Mindestens 12.000 ukrainische Kinder wurden laut ukrainischen Quellen nach Russland entführt. "Heimgeholt" nennt es der Kreml. In Russland steht in allen Schulen die "Z-Education" auf dem Lehrplan, schon Kindergartenkinder werden auf den Krieg eingeschworen – zur Not auch mit Druck der Staatsgewalt.

Im Krieg hat Kindheit kaum Überlebenschancen. Die Kleinsten erleben das Schrecklichste: Sie werden beschossen, ihr Zuhause wird zerstört, sie müssen flüchten. So auch im Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine. Mindestens 12.000 ukrainische Kinder wurden zudem, laut offiziellen ukrainischen Quellen, nach Russland verschleppt. "Heimgeholt" nennt es die Kreml-Propaganda. Waisenkinder werden dort zur Adoption freigegeben. Der Direktor des Waisenhauses in Cherson berichtet, wie er Dutzende seiner Schützlinge vor der russischen Armee versteckte. Alle konnte er nicht retten. Die Leiterin der Hilfsorganisation "Children of War", Daria Herasymchuk, koordiniert die Suche nach den vermissten Kindern und versucht, sie heimzuholen. In rund 400 Fällen ist das bisher gelungen.

Der zehnjährige Egor Kravzov schrieb Tagebuch, während seine Stadt Mariupol zerstört wurde. Die kindliche Sicht und berührende Beschreibung des Jungen zeigen eine neue Perspektive auf den Schrecken.

Die Kinder, die in Mariupol geblieben sind, leben jetzt unter russischer Besatzung. Das bekommen sie im Schulunterricht sofort zu spüren. Neue Schulbücher mit der Geschichtsinterpretation des Kremls, Fahnenappelle, Propaganda-Unterricht. Die sogenannte Z-Education steht seit September auf dem Lehrplan. Schon Kindergartenkinder werden auf den Krieg eingeschworen. Und wehe, wer sich nicht fügt. Dann droht die Staatsgewalt.

phoenix: Themenabend zum 1. Jahrestag des Russland-Ukraine-Krieges

Donnerstag, 23. Februar 2022, ab 20.15 Uhr
phoenix-Themenabend zum 1. Jahrestag des Russland-Ukraine-Krieges

20.15 Uhr
ZDF-History: Russlands Kriege

(Erstsendung im ZDF am Sonntag, 19. Februar 2023)

Film von Carsten Binsack

Seit einem Jahr tobt der brutale Angriffskrieg, mit dem Putin Grenzen verschieben und sein Land zu alter imperialer Größe führen will. Gibt es historische Parallelen mit früheren Kriegen? Ist die Geopolitik der Sowjetherrscher oder gar der Zaren Vorbild für Putin?

"ZDF-History" nimmt Russlands Kriege unter die Lupe – vom Zarenreich über die Sowjetunion bis zur Gegenwart. Schon in der Vergangenheit versuchte Russland immer wieder, sich als Großmacht militärisch Geltung in der Welt zu verschaffen. Ab dem 17. Jahrhundert möchte das aufstrebende Russland im Konzert der westlichen Mächte mitspielen. Zar Peter der Große sicherte sich im Krieg gegen Schweden den Zugang zur Ostsee. Und Zarin Katharina der Großen gelang es, in einem Feldzug gegen das Osmanische Reich die Krim 1783 den Türken zu entreißen.

Im Ersten Weltkrieg gingen nach der russischen Revolution und dem Frieden von Brest-Litowsk frühere Eroberungen verloren. Im Land selbst herrschte Bürgerkrieg. Doch die Rote Armee, die Leo Trotzki aus Revolutionstruppen und den Resten der zaristischen Armee 1918 schmiedete, brach jeden Widerstand, beendete alle Unruhen, eroberte abgefallene Gebiete zurück und verteidigte später im Zweiten Weltkrieg das Land gegen Hitlers Vernichtungswahn. Nach 1945 war die Sowjetarmee aber auch Synonym für die Unterdrückung der kommunistischen Satellitenstaaten. Der in seinem Kern russisch dominierte Vielvölkerstaat Sowjetunion verband von 1922 bis 1991 imperiale Großmachtpolitik mit ideologischem Anspruch, nach innen wie nach außen. Das kostete Millionen Ukrainern, Balten, Georgiern, aber auch Russen das Leben. Am Ende brachten die Niederlage im Afghanistankrieg und die Kosten des Wettrüstens mit den USA die Sowjetunion ins Wanken. Gorbatschow versuchte sie durch Reformen zu retten. Durch den Zusammenbruch des "Ostblocks" und die Auflösung des Warschauer Pakts schien der Kalte Krieg beendet.

Den Untergang der Sowjetunion sah Putin von Beginn an als einen Fehler, den es historisch möglichst zu korrigieren gilt. Seine Vorbilder sind Peter der Große und Katharina die Große. Auch Stalin verehrt er als machtvollen Herrscher. Seine Mission: der westlichen Welt zu trotzen, Russlands Bedeutung als Supermacht wiederherzustellen und zumindest einen Teil verlorener territorialer Größe zurückzuerlangen. Und dies nicht nur, wenn es um den vorgeblichen Schutz russischsprachiger Minderheiten geht. Dazu scheint jedes Mittel recht. Der Angriff auf die Ukraine am 24. Februar 2022 ist nicht Putins erster Krieg.

 

21.00 Uhr
Russland im Krieg

Film von Demian von Osten, ARD/WDR 2023

Russlands Einmarsch in die Ukraine war ein Schock für Europa. Doch anders als im Westen erwartet, bleiben Massenproteste in Russland weitgehend aus: Weder unmittelbar nach Kriegsbeginn noch im Herbst, als Putin die Teilmobilisierung der Bevölkerung anordnet, kommt es zu nennenswerten Protesten. Die Staatsgewalt hat das Land fest im Griff.

ARD-Korrespondent Demian von Osten lebt seit fast fünf Jahren in Russland. Er hat selbst erlebt, wie sich ein lähmendes Schweigen im Land ausbreitet, wie die letzten Freiheiten schwinden, wenn es um den Krieg und Politik geht. Für die "Weltspiegel"-Doku hat er seit Kriegsbeginn vier Russinnen und Russen begleitet.

 

21.45 Uhr
Putin und die Bombe – Atomdrohungen aus Moskau

Film von Marcus Weller und Alexander Bühler,
ZDF 2023

Immer wieder droht der russische Präsident Wladimir Putin im Konflikt mit der Ukraine mit dem Einsatz von Atomwaffen. Die atomare Abschreckung scheint nicht mehr zu funktionieren.

In Deutschland wächst die Angst vor einer atomaren Eskalation. Zwar beteuert Putin, es werde keinen russischen Erstschlag geben, aber bereits die Drohung überschreitet eine rote Linie. Bislang galt das als Tabu: keine Atomdrohungen.

Die Gefahr eines Atomkriegs wächst, da gebe es nichts zu beschönigen, so öffentliche Aussagen von Wladimir Putin im Dezember 2022 in Moskau. Atomwaffen wolle der russische Präsident aber nur zur Verteidigung seines Landes einsetzen, sagt er weiter. Experten sind dennoch in Sorge. Denn niemand wisse, wann für Putin der Zeitpunkt gekommen sei, sein Land verteidigen zu müssen. Ein Vorwand könnte sein, dass der Westen die Ukraine mit modernen Waffen unterstützt. Sollte sich Russland dadurch bedroht fühlen, könnte dies für Putin ein Grund sein, seine Atomwaffen einzusetzen. Die Folgen wären unabsehbar.

Die USA, Großbritannien und Frankreich verfügen ebenfalls über Atomwaffen in Europa. Zwar beteuern diese Länder, auf einen atomaren Einsatz russischer Waffen nicht ihrerseits mit Atomwaffen zu antworten, aber eine weitere Eskalation des Krieges könnte dennoch die Folge sein.

Auch Claudia Major, Expertin für Sicherheits- und Verteidigungspolitik bei der Stiftung für Wissenschaft und Politik in Berlin, beobachtet die Entwicklung mit Sorge: "Das wahrscheinlich wichtigste Element in der veränderten nuklearen Ordnung für mich ist, dass Russland die Idee von Abschreckung mit Nuklearwaffen neu interpretiert." Russland gehe es nämlich nicht darum, das eigene Territorium zu verteidigen, so die Expertin, "sondern unter seinem Schutz der Atomwaffen die bestehende Ordnung zu verändern, also Grenzen zu verschieben (…) und die Ukraine als eigenständigen souveränen Staat auszulöschen."

Die "ZDFzoom"-Autoren Marcus Weller und Alexander Bühler berichten in ihrem Film, wie der Westen auf diese Form der Bedrohung reagiert, und sie versuchen eine Einschätzung zu geben, ob die atomare Abschreckung tatsächlich nicht mehr funktioniert.

 

22.15 Uhr
phoenix runde

Alexander Kähler diskutiert mit seinen Gästen anlässlich des ersten Jahrestages Russland-Ukraine-Krieges über ein Jahr Krieg in Europa

 

Online first ab 23. Februar 2023 bei phoenix.de und in den Mediatheken von ZDF und ARD:
Der Ukraine-Komplex – Ein europäischer Krieg in 10 Stimmen

Film von Alexandra Kravtsova und Andreas Fröhlich
phoenix / Deutsche Welle 2022

Am 24. Februar 2022 überfiel Russland die Ukraine in einem massiven Angriffskrieg. Erstmals seit Jahrzehnten ist Europa damit wieder Schauplatz einer großen kriegerischen Auseinandersetzung zwischen unabhängigen Ländern. Auch nach fast genau einem Jahr tobt der Krieg unerbittlich weiter, sterben täglich Dutzende Menschen auf beiden Seiten. Die in Kooperation von phoenix und Deutscher Welle entstandene Reportage "Der Ukraine-Komplex – Ein europäischer Krieg in 10 Stimmen" lässt zehn Menschen ausführlich zu Wort kommen, die von Ihren Erlebnissen und ihrer Sichtweise auf den Krieg in der Ukraine berichten und die ihm durch die Schilderungen ihrer dramatischen Erlebnisse und ihre unterschiedlichen Meinungen ein vielschichtiges, intensives und besonders unmittelbares Gesicht geben.

Der Krieg in der Ukraine ist ein Krieg, der uns alle betrifft. Fast Jeder und Jede hat einen direkten oder indirekten Bezug zu diesem europäischen Krieg – ein Begriff, den wir zum ersten Mal seit 77 Jahren wieder in unser tägliches Vokabular aufnehmen mussten. Neben den Menschen, die in Russland und in der Ukraine unmittelbar betroffen sind, verläuft dieser Krieg auch hier bei uns quer durch Familien und Freundeskreise.

Die Interview-Reportage "Der Ukraine-Komplex" gibt 10 Menschen aus der Ukraine und Russland ein Gesicht und eine Stimme, Menschen, von denen die meisten selbst durch das Kampfgeschehen und die kriegerische Zerstörung unmittelbar betroffen waren - und deren Familien es vor Ort teils noch sind. Diese Zeitzeug:innen haben häufig sowohl ihr vormals friedliches Leben als auch Hab und Gut oder sogar Freunde und Angehörige verloren. Darunter ist der Teenager Jaroslaw (17), der ohne Eltern aus Charkiw nach Deutschland floh, die 63-jährige Ludmila, die russische Kampflieger über ihrem ukrainischen Dorf erlebte, und Irina (41), die mit ihrer Familie und zehn Pflegekindern flüchtete, und viele mehr.

Das Autoren-Team Alexandra Kravtsova und Andreas Fröhlich verzichtet dabei gänzlich auf  Archivbilder, Nachrichten-Ausschnitte und eine Kommentierung. Dadurch erzeugt „Der Ukraine-Komplex“ ein besonderes Augenmerk auf die unterschiedlichen Erlebnisse, Wahrnehmungen und Meinungen der zehn Interviewprotagonist:innen selbst, und bietet damit ein intensives, vielschichtiges und unmittelbares Bild, was dieser Krieg in Europa mit den betroffenen Menschen und ihren Familien macht.

Die Reportage "Der Ukraine-Komplex – Ein europäischer Krieg in 10 Stimmen" von phoenix und Deutsche Welle ist online-first ab 23. Februar im phoenix-Online-Angebot und in den Mediatheken von ARD und ZDF abrufbar.

Zitate der zehn Interview-Protagonistinnen und -Protagonisten aus der Reportage "Der Ukraine-Komplex":

Jaroslaw, 17, ist ohne Eltern aus Charkiw nach Deutschland geflohen. Der Krieg hat ihn binnen kürzester Zeit zu einem Erwachsenen gemacht: "Verdammt, was würde ich geben, um in Charkiw wieder mit meinen Kumpels abzuhängen, um sogar wieder in die Schule, in den Unterricht zu gehen. Warum beginnt man erst etwas zu schätzen, wenn man es verliert?!"

Ludmila, 63, musste ihre Heimat in einem ukrainischen Dorf verlassen: "Das Schlimmste sind die Kampfflugzeuge. Wenn ein Flieger näherkommt, schmeißt man sich flach auf den Boden, ob man will oder nicht. Und selbst wenn er dann schon weg ist, raschelt die Luft noch lange nach. Das ist Horror."

Roman, 40, ist in Odessa geboren, lebt mit seiner Familie seit 1992 in Deutschland: "Das ist eine Militäroperation zum Schutze der Bevölkerung der Donbass-Region. Das ist meine persönliche Meinung. Und mit der Meinung der russischen Regierung und der vom Präsident Wladimir Putin stimme ich hundertprozentig überein."

Vitali, 58, ist renommierter Regisseur aus Moskau mit ukrainischen Wurzeln, hat Dokumentarfilme unter anderem über Gorbatschow und Putin gedreht, lebt heute in Lettland im Exil: "Wenn jeder russische Bürger eine ukrainische Fahne in sein Fenster hängen würde, würde diese Regierung alleine schon unter dem Gewicht der ukrainischen Fahnen zusammenbrechen. Und jetzt schauen wir uns mal um: Wie viele Fahnen hängen in den russischen Fenstern? Drei, vier? Ah, gar keine?! Was wollt ihr dann noch?!"

Irina, 41, ist mit ihrer Familie und zehn Pflegekindern nach Deutschland geflohen. „Der Kleine hat mich die ganze Zeit gefragt: Wohin fahren wir?! Ich habe ihm gesagt, wir machen eine Abenteuerreise und am Ende gewinnen wir einen Schokopanzer. Ich war wie versteinert, habe alles gemacht und getan wie ein Roboter, um die Kinder zu beschützen. Aber ich erlaubte mir keine Gefühle.“

German, 37, lebt in St. Petersburg und ist Mitglied der letzten demokratischen Partei Russlands – der "Jabloko"-Partei. Er hadert sehr damit, ob er Russland verlassen soll oder nicht: "Es gibt keine Prognosen. Dass es nicht gut sein wird, ist völlig klar. Wie schlimm es sein wird, ist unklar. Ich habe Angst, dass meine persönliche Zukunft, die ich trotz allem in Russland gesehen habe, nicht mehr existiert."

Bogdana, 14, ist mit den anderen Kindern aus ihrem ukrainischen Kinderheim in den ersten Kriegstagen nach Freiburg evakuiert worden. "Ich kann mir nicht erklären, warum dieser Krieg ausgebrochen ist, warum Menschen getötet werden, warum alle fliehen… "

Valerij, 58, Priester der russisch-orthodoxen Kirche in Wiesbaden, gebürtiger Ukrainer: "Es ist ein Bruderkrieg. Die Geschichte der Menschheit beginnt mit einem Mord. Ein Bruder tötet den Anderen. Kain tötete Abel, obwohl sie aus dem gleichen Geschlecht stammten. Warum?"

Linda, 47, in der Ukraine geboren und aufgewachsen, lebt seit vielen Jahren in Deutschland. Seit Kriegsbeginn kümmert sie sich mit ihrem Verein "Blau-Gelbes Kreuz e.V" um die Geflüchteten in Deutschland und die Zivilisten in der Ukraine. "Die Ukraine hat sich für eine demokratische Welt entschieden. Für Werte, die auch hier in Deutschland geschätzt werden. Wir denken, das sei selbstverständlich. Aber jetzt merken wir, dass es nicht so ist. Diese Welt ist zerbrechlich!"

Alla, 69, hat mehr als die Hälfte ihres Lebens in Moskau verbracht, lebt seit vielen Jahren in Köln. Seit dem 24. Februar unterstützt sie die geflüchteten Ukrainer. Sie schämt sich für Russland und ist fassungslos darüber, was passiert ist: "Für mich gibt es keine Halbtöne. Es gibt nur schwarz oder weiß. Russland ist Aggressor. Sie töten Zivilisten. Meine Landsleute."

KiKA: "logo! extra", "Berlin und wir" und "stark!" zum Ukraine-Krieg

Donnerstag, 23. Februar 2023, 19.50 Uhr, KiKA
Ab Dienstag, 21. Februar 2023, auf logo.de und in der ZDFmediathek

logo! extra: Kinder in der Ukraine – ein Jahr im Krieg

Millionen Kinder in der Ukraine sind seit einem Jahr bedroht von Bomben- und Raketenangriffen und leben in Angst und ständiger Ungewissheit. Bei seiner Reise durchs Land kommt "logo!"-Reporter Sherif Rizkallah mit Kindern ins Gespräch und erfährt, wie es ihnen geht. Was macht der Krieg mit den Kindern? Was bereitet ihnen im Alltag die größten Probleme und Sorgen? Und welche Wünsche haben sie? Diesen Fragen geht Sherif Rizkallah nach und sagt: "Die Kinder in der Ukraine sind die größten Leidtragenden in diesem Krieg. Deshalb ist es für uns auch so wichtig, die Situation der Kinder in den Mittelpunkt zu rücken."

Auf logo.de abrufbar wird die Sondersendung ergänzt mit einer Vielzahl von Hintergrundinformationen und Videos zu den Dreharbeiten sowie eine ausführliche Themenseite zum Krieg in der Ukraine.

 

Donnerstag, 23. Februar 2023, 20.15 Uhr, KiKA
Montag, 27. Februar 2023, 20.15 Uhr, KiKA
Ab Freitag, 17. Februar 2023 in der ZDFmediathek

Berlin und wir! Ukraine Spezial

Zwei Jugendliche, Dasha und Ros, die aus der Ukraine geflüchtet sind, werden in Berlin von Diana und Anton in Empfang genommen. Vier Wochen lang werden sie gemeinsam Zeit verbringen, die jeweils andere Kultur kennenlernen, Berlin erkunden und eine gemeinsame Streetdance-Aktion planen, um auch mal an etwas anderes denken zu können als an Krieg und Schrecken. Den Streetdance choreografiert Evgenij Voznyuk (der mit Motsi Mabuse gemeinsam eine Tanzschule führt). Komponiert wird das Ganze von dem ukrainischen Musiker Yuri Gurzhy. Im Laufe der Staffel stoßen Mitwirkende aus vorhergehenden Staffeln von "Berlin und wir!" zu den vier Jugendliche dazu. Ihre eigenen Erfahrungen beim Ankommen und sich Einleben können sie unterstützend im neuen Miteinander einbringen. Und klar, sie lernen auch den neuen Streetdance.

Die Tanzaktion soll auch andere geflüchtete Menschen in Berlin in Bewegung bringen und damit zumindest kurzfristig aus der Niedergeschlagenheit holen. Durch das gemeinsame Erleben lassen sich in der neuen Heimat Berlin vielleicht auch neue Bekannte finden und nützliche Kontakte knüpfen. Die ukrainischen Jugendlichen bringen ihre eigenen Sport- und Tanz-Erfahrungen aktiv mit ein und das Finale am Brandenburger Tor verspricht ein großer Spaß zu werden.

 

Sonntag, 26. Februar 2023, 20.15 Uhr, KiKA
Ab Freitag, 17. Februar 2023 in der ZDFmediathek

stark!: Aglaya – Geflüchtet aus der Ukraine

Mit Notgepäck verlässt Aglaya im April 2022 ihr Zuhause in Kiew. Im überfüllten Zug flüchten sie, ihre Mutter, ihr Bruder und sechs weitere Familienmitglieder Richtung Deutschland. Inzwischen lebt die Elfjährige in Köln, fühlt sich dort wohl und hat doch oft Heimweh.

Als Cheerleaderin war Aglaya in der Ukraine mit ihrem Team Europameisterin. Nun trainiert sie in einem Kölner Verein und nimmt an Wettkämpfen teil. In ihrem neuen Team hat sie schon Freundinnen gefunden, ebenso wie in der Montessori-Schule, die sie besucht.

Aglaya bangt um ihre beste Freundin Nastia zuhause im bombardierten Kiew. Werden sich die beiden je wieder sehen? Regelmäßig telefoniert Aglaya mit Nastia und erlebt mit, wie gefährdet sie in der Ukraine ist. Die Raketen schlagen manchmal direkt in ihrer Nachbarschaft ein. Auch Nastia flieht deshalb im Januar 2023 nach Deutschland und die Mädchen treffen sich in Köln wieder.

Fotohinweis

Fotos sind erhältlich über ZDF-Kommunikation, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/einjahrukrainekrieg

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