Wilsberg - Ein Detektiv und Gentleman

80. Folge

Privatdetektiv Georg Wilsberg wird mit einem ermordeten Taxifahrer konfrontiert. Bald steht fest, dass der rätselhafte Fall weit in Münsters Vergangenheit zurückreicht. Etwa zeitgleich erscheint der britische Historiker John Cross in Wilsbergs Antiquariat. Viele Jahre zuvor war er als Soldat in der Stadt stationiert Anna Springer ist gleich angetan von Cross´ Charme, was Wilsberg sichtlich missfällt. Cross stand in einer besonderen Beziehung zu Tessas Eltern – auch ihr Vater war britischer Soldat. Für Overbeck steht bald fest, dass Cross in den Mord an dem Taxifahrer verwickelt sein muss.

  • ZDF, Samstag, 13. Januar 2024, 20. 15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Samstag, 6. Januar 2024, für ein Jahr

Texte

Inhalt

Privatdetektiv Georg Wilsberg wird mit einem ermordeten Taxifahrer konfrontiert. Bald steht fest, dass der rätselhafte Fall weit in Münsters Vergangenheit zurückreicht.
Etwa zeitgleich erscheint der britische Historiker John Cross in Wilsbergs Antiquariat. Er war viele Jahre zuvor als Soldat in der Stadt stationiert und ist nun zurückgekommen, bevor die alten Kasernen abgerissen werden und dort neue Wohnparks entstehen. Anna Springer ist sogleich angetan von Cross' Charme, was Wilsberg sichtlich missfällt. Für Overbeck steht bald fest, dass Cross in den Mord an dem Taxifahrer verwickelt sein muss, Tatort und Tatwaffe legen diesen Schluss nahe. Mit Unterstützung der Kunsthistorikerin Cornelia Kaiser ist Tessa Tilker als Anwältin für die Umwandlung des ehemals militärisch genutzten Geländes für eine zivile Nutzung zuständig. Als sie John Cross kennenlernt, verhält er sich ihr gegenüber merkwürdig, und Tessa bittet Wilsberg, der Sache auf den Grund zu gehen. Wie sich herausstellt, steht Cross in einer besonderen Beziehung zu Tessas Eltern. Tessas Vater, der ebenfalls britischer Soldat war, starb damals bei einem mysteriösen Autounfall. John Cross hat jedoch nie an einen Unfall geglaubt. Für Tessa ist klar: Sie muss mithilfe von Wilsberg und Cross die Wahrheit über den Tod ihres Vaters herausfinden. Also raufen sich der Westfale und der Brite als smartes "Ermittlerteam" zusammen. Unterdessen befindet sich Ekki Talkötters Chef Grabowski in einer schwierigen Lage und zögert nicht lange, Ekki zur Lösung seines zugegebenermaßen sehr speziellen Problems einzuspannen.

Stab

Buch: Eckehard Ziedrich, Marko Lucht
Regie: Philipp Osthus
Kamera: Daniel Bussmann
Musik: Maurus Ronner
Montage: Tatjana Schöps
Ausstattung: Oliver Mugalu
Kostümbild: Sonia Bouabsa
Produzentin: Carina Hackemann, Warner Bros. ITVP Deutschland
Redaktion: Florian Weber, Martin R. Neumann

Besetzung

Georg Wilsberg – Leonard Lansink
Kommissarin Springer – Rita Russek
Ekki Talkötter – Oliver Korittke
Dr. Tessa Tilker – Patricia Meeden
Overbeck – Roland Jankowsky
John Cross – August Zirner
Cornelia Kaiser – Regula Grauwiller
Mark Randlitz – Tobias van Dieken
Frau Abraham – Antje Lewald
Isabel Wolfangel – Sarah Alles-Shahkarami
Grabowski – Vittorio Alfieri
Wolfgang Luchs – Axel Gottschick
Moderatorin – Antje Hamer
Willy Wagner – Oliver Fleischer
Rechtsanwalt Stein – Enno Kalisch
Nora – Déborah Jo
u.v.a.

Am Puls der Zeit - Statement von ZDF-Redakteur Florian Weber

"Herzlichen Glückwunsch: 80 Folgen des ZDF-Samstagskrimis "Wilsberg" – und immer noch eine gelungene Mischung aus Krimi, Hintergründigkeit und Humor. Der andauernde Erfolg des Formats fußt nicht zuletzt auf einem starken Ensemble, einer stimmigen regionalen Verortung und konsequenter Formatarbeit. Neue Folgen sollen liebgewonnene Seherwartungen bedienen, das Format gleichzeitig aber auch stets einen Schritt voranbringen. Durch einen vielfältigen erzählerischen wie inszenatorischen Blick auf gesellschaftliche Themen und zwischenmenschliche Beziehungen bleibt "Wilsberg" am Puls der Zeit."

Münster im Mittelpunkt - Statement von Produzentin Carina Hackemann (Warner Bros.)

"Neben den privaten Verwicklungen zwischen Anna und Wilsberg war es uns ein Anliegen, dass wir zum Jubiläum auch die Stadt Münster in den Mittelpunkt stellen. Die britische Geschichte in dieser Stadt wird nicht nur für einen besonderen Krimifall genutzt, sondern auch, um die Rolle der Tessa Tilker von einer anderen Seite zu beleuchten. Auf dem 'Trinity-Gelände' trifft die Vergangenheit auf eine spannende Gegenwart und zeigt auch das zukünftige Münster."

"Die Mischung macht's" - Interview mit Leonard Lansink (Georg Wilsberg)

Herr Lansink, die 80. Folge von Wilsberg wird bald im ZDF ausgestrahlt. Was ist besonders an dieser Folge?
Anna Springer ist, zu Wilsbergs Unwillen, fasziniert von jemand Anderem, der ist gesprächig, höflich, charmant, der bessere Wilsberg eigentlich.

Was mögen Sie besonders an Ihrer Figur? Ist Georg Wilsberg Ihnen in manchen Eigenschaften sogar ähnlich?
Wilsberg marschiert stoffelig durch sein Leben, macht vieles falsch, aber das Entscheidende dann richtig. Er liebt Gerechtigkeit, hat wenig Vorurteile und ist lernfähig. Und er hat Freunde, bessere, als er verdient.

Seit 25 Jahren verkörpern Sie "Wilsberg". Hand aufs Herz: Machen Sie die hundert Folgen noch voll?
Es ist mein heimlicher Ehrgeiz, allerdings jetzt schon nicht mehr heimlich. Ich finde, hundert ist 'ne schöne Zahl.

Seit rund 25 Jahren immer an Ihrer Seite ist Rita Russek in der Rolle der Anna Springer. Wie ist die Zusammenarbeit, und hat sich daraus auch eine Freundschaft entwickelt?
Rita Russek ist mein Glücksfall. Sie hat sich mit mir angefreundet, obwohl das anfangs nicht einfach war mit mir. Da stehe ich in ihrer Schuld, bemühe mich aber inzwischen, diese Freundschaft auch zu verdienen.

Im Verlauf der 80. Folge wird aus dem höflichen Engländer und dem mürrischen Westfalen ein ungleiches Ermittlungsduo. Wie war die Zusammenarbeit mit August Zirner? Und was hätte Wilsberg getan, wäre Anna Springer mit John Cross durchgebrannt?
August Zirner und ich sind entfernte Verwandte, wenn man der Astrologie glaubt, am selben Tag im selben Monat des gleichen Jahres geboren. Er spielt entschieden besser Querflöte als ich. Wilsberg hätte ihnen die Blechdosen an das "just-married"-Auto gebunden, gefasst hinterher gewunken und wäre dann mit Ekki und Tessa in seiner Münsteraner Stammkneipe versackt, zum Ausheulen.

Welche "Reise" hat Wilsberg seit dem Start der Krimireihe gemacht? Ist Wilsberg mit der Zeit gegangen?
Wilsberg raucht nicht mehr, isst keine Pizza direkt aus dem Karton, hat aber immer noch kein eigenes Auto. Ob er überhaupt einen Führerschein hat, haben wir noch nicht geklärt. Die Liste der Kontakte auf seinem Handy wäre sehr kurz, wie auch die der Filme, wenn er denn eins hätte. Er würde niemanden mehr suchen, finden und treffen müssen, und das wäre sehr bedauerlich. Ist aber eine gute Idee: ein Krimi nur am Telefon, statt "Lola rennt" "Wilsberg am Handy".

Bei den vielen Drehtagen gibt es doch bestimmt die ein oder andere lustige Panne oder Anekdote?
Wir haben auf einem Hof gedreht, Landwirtschaft, zwei Schweine, für den Eigenbedarf. Die beiden Kinder haben die Namen ausgesucht "Dortmund" und "Schalke". Geschlachtet wurde nach dem Tabellenstand.

Warum glauben Sie, ist die Filmreihe so erfolgreich?
Die Mischung macht's: Krimi und Komik, Hauptfiguren in familienähnlicher Konstellation, eine kleine Großstadt, freundlich, aber mit Abgründen, und wir sind nie grausam, geht also auch für jüngere Zuschauer.

Sie sind in Hamm geboren, und die Dreharbeiten führen Sie regelmäßig nach Münster. Was verbindet Sie mit Westfalen?
Ich bin Westfale.

Haben Sie einen Lieblingsplatz in Münster?
Tagsüber: Prinzipalmarkt, später dann: mal hier, mal dort.

"Anna Springer lernt von mir" - Interview mit Rita Russek (Kommissarin Anna Springer)

Frau Russek, die 80. Folge Wilsberg ist bald im ZDF zu sehen, und Sie feiern in der Rolle als Anna Springer 2023 ihr 25-jähriges Jubiläum. Was mögen Sie besonders an Ihrer Figur?
Besonders an Anna Springer mag ich, dass sie selbständig und selbstbewusst ist. Sie darf in einem deutschen TV-Format beweisen, dass nicht alle, die über 60 Jahre sind, ausgemustert werden. Die Tendenz geht leider dahin. Wo zeigt man sonst ältere Menschen, die nicht nur Oma oder Opa sind, sondern mit Verantwortung und Widerspruchsgeist ausgestattet und in einem Beruf tätig sind. Ich finde, das sieht man nur bei uns im "Wilsberg".

Wie hat sich die Rolle entwickelt? Wenn Sie Anna Springer aus den ersten Folgen mit Anna Springer aus den heutigen Folgen vergleichen - was ist die auffälligste Veränderung?
So viele Veränderungen gibt es bei Anna Springer gar nicht. Sie ist ein bisschen älter und gelassener geworden. Und sie rastet nicht mehr so aus.

Gibt es etwas, was Sie von Anna Springer für Ihr Privatleben "übernommen" oder gelernt haben?
Umgekehrt – natürlich lernt Anna Springer etwas von mir. Ich durfte die Figur entwickeln, da es keine Vorgaben gab.

Mit Leonard Lansink feiern Sie nun quasi Silberhochzeit. Was schätzen Sie an Ihrem Schauspielkollegen?
Leonard ist ein sehr authentischer Mensch. Er ist unverstellt, hat einen sehr klaren analytischen Verstand. Ich schätze sehr an ihm, dass er hoch distanziert bleiben kann, sich aber im Zweifelsfall für die Belange anderer einsetzt.

In der 80. Folge flirtet Anna Springer mit John Cross, und Georg Wilsberg zeigt sich eifersüchtig. Am Ende kehrt John Cross zurück nach England. Hätte sich Anna Springer vorstellen können, mitzugehen?
Auf gar keinen Fall! Da bleibt ihr ja nur das Privatleben. Was soll Anna Springer denn in England machen? Rosen züchten? Da bleibt sie lieber in ihrem Beruf, solange man die dort noch duldet.

Können sich die Zuschauerinnen und Zuschauer vielleicht doch noch Hoffnung machen, dass Georg Wilsberg und Anna Springer zueinander finden?
Wie man weiß: Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Als besonderes Schmankerl serviert John Cross zum Ende der Folge das schottische Nationalgericht Haggis (gefüllter Schafsmagen). Haben Sie das schon mal probiert?
Das habe ich tatsächlich noch nie probiert und wusste auch gar nicht, dass das ein schottisches Nationalgericht ist. Ich weiß auch immer noch nicht, was das genau ist. Es ist mir auf jeden Fall zu fleischlastig, und Innereien esse ich schon gar nicht.

Was hat Ihnen bei den Dreharbeiten zur 80. Folge am meisten Spaß gemacht?
Wenn man ein gutes Buch, einen guten, zugewandten Regisseur oder eine gute, zugewandte Regisseurin hat, die Spaß an unserer kleinen Familie haben, dann machen alle Dreharbeiten Spaß!

Mögen Sie von einer Panne oder einer Anekdote bei den Dreharbeiten erzählen?
Pannen dürfen nur den anderen passieren (lacht), aber das bleibt dann unter uns.

Für die "Wilsberg"-Dreharbeiten verbringen Sie immer einige Tage in Münster. Haben Sie einen Lieblingsplatz?
Münster ist ganz großartig und wunderbar. Ich liebe Münster. Ich liebe die Beschaulichkeit, das Aufgeräumte, die distanzierte Freundlichkeit der Bevölkerung, die sich augenscheinlich auch darüber freut, dass wir dort mit den Dreharbeiten zu "Wilsberg" sind. Sie ärgern sich nicht, wenn wir mal Parkplätze blockieren müssen. Das ist wirklich sehr angenehm. Ich liebe die Geschäfte am Prinzipalmarkt. Mein Lieblingscafé gibt es leider nicht mehr. 

"Quasi erwachsen" - Interview mit Oliver Korittke (Ekkehard "Ekki" Talkötter)

Herr Korittke, seit 2005 spielen Sie "Ekki”. Welche Entwicklung ist für Sie dabei die signifikanteste?
Erstmal ist es ja so, dass auch ich seitdem 20 Jahre älter geworden bin. Und für Ekki bedeutet das, dass er in dem Format quasi ein erwachsener Mann geworden ist.

Als Finanzbeamter zu einer der beliebtesten TV-Figuren Deutschlands zu werden, das muss man erst mal schaffen. Was ist an Ekki so liebenswert?
Finanzbeamte sind in erster Linie Menschen wie alle anderen, haben ein Privatleben, Sehnsüchte und Träume. Liebenswert ist Ekki vor allem, weil er ein ganz normaler Mensch ist und einen guten Gerechtigkeitssinn hat.

Ekki Talkötter verbindet eine Art Hass-Liebe mit seinem Chef Grabowski. Was macht Ihnen an den Szenen mit dem Schauspielkollegen Vittorio Alfieri Spaß?
Ich mag ihn privat sehr gerne, und ich mag seine Art, wie er diesen Grabowski spielt. Vittorio ist immer sofort auf den Punkt und sofort "Grabowski", wenn er ans Set kommt. Und er bedient diese Figur sehr liebevoll und mit einem gewissen unangenehmen Charme, möchte ich mal sagen (lacht). Wir haben immer viel Spaß zusammen.

Angenommen, Sie könnten Ekki als Freund einen Tipp geben, was würden Sie ihm sagen?
Schaff' dir eine Familie an!

Was sollte Ekki unbedingt noch erleben?
Er hat ja schon viel erlebt. Und wenn er weiterhin so viel Lustiges, Spannendes und Gefährliches erlebt, fände ich das toll!

Apropos "gefährlich": Gab es für Sie herausfordernde Szenen – zum Beispiel emotional oder eine besondere Actionszene?
Oh, es gab eine Szene mit Heinrich Schafmeister, in der wir gefesselt in einem Tank standen. Die Dreharbeiten für die Szene haben zwei Stunden gedauert!
Ich finde es ansonsten immer gut, wenn Ekki etwas Neues passiert: Dann entdeckt man Seiten an Ekki, die man vorher vielleicht noch nicht kannte, die aber für die Entwicklung der Figur wichtig sind.

Können Sie eine Anekdote oder von einer Panne aus Ihrer Zeit bei Wilsberg erzählen?
Da gibt es bestimmt unzählige. Ich bin am Set jemand, der seine Arbeit sehr ernst nimmt, aber – und das tut meiner Meinung nach der ganzen Crew gut – auch darauf achtet, dass wir alle unseren Humor nicht verlieren. Das gilt auch für mich selbst, sogar wenn ich einen Eimer Wasser ins Gesicht bekomme. Das haben wir zum Glück beim ersten Versuch im Kasten gehabt. Es macht einfach Spaß, solche Szenen zu spielen, und einen riesengroßen Spaß macht es auch, mit diesem Team zu arbeiten.

Was schätzen Sie an Münster?
Ich mag die Ruhe. In Berlin ist es einfach hektischer, und in Münster mahlen die Mühlen etwas langsamer, das tut mal ganz gut.

„Abwechslungsreich entwickelt“ - Interview mit Roland Jankowsky (Kommissar Overbeck)

Herr Jankowsky, seit 25 Jahren spielen Sie den Kriminaloberkommissar Overbeck. Wie sehr ist Ihnen die Rolle ans Herz gewachsen?
Schon sehr! Denn auch das "ans Herz wachsen" hatte ja eine Entwicklung. Bis zu einem gewissen Zeitpunkt hatte ich ein ambivalentes Verhältnis zur Rolle, weil sie ein doch eher stiefmütterliches Dasein fristete. Da kam ich mir manchmal eher wie ein Requisit vor (lacht). Aber dann hat sich Overbeck über die Jahre sehr abwechslungsreich entwickelt. Und wenngleich er auch immer ein bisschen der "Depp" ist, der in die Fettnäpfchen tritt, ist es durchaus eine sympathische Rolle, die sehr viel darf. Deswegen ist mir Overbeck über all die Jahre auch sehr ans Herz gewachsen.

Die Zuschauerinnen und Zuschauer rätseln, wie Overbeck mit Vornamen heißt. Können Sie einen kleinen Tipp geben? 
Nee (lacht). Genauso wie Inspector Columbo hat Overbeck keinen Vornamen.

Hat Overbeck in den ganzen Jahren von Ihnen etwas übernommen, oder haben Sie sich vielleicht von Overbeck etwas abgeschaut?
Natürlich wird in jeder Rolle eines jeden Schauspielers und einer jeden Schauspielerin ein Stück dessen Persönlichkeit drin sein. Und so ist auch ein Stück Roland Jankowsky in der Rolle Overbeck. Aber ansonsten ist Overbeck ja eher ein nicht gerade sehr sozialer Mensch, der keine Freunde, ständig Pech mit Frauen und keine Familie hat. Da bin ich privat ganz anders. Ich bin Familienmensch, pflege meine Freundschaften, und ich hoffe, dass die Rolle über die Jahre nicht so viel auf mich als Privatperson abgefärbt hat (lacht). Aber in einem Punkt ähneln wir uns doch. Selbst, wenn Overbeck in Fettnäpfchen tritt, sich lächerlich macht oder einen Kopf kürzer gemacht wird ‒ er lässt sich nicht unterkriegen und steht wieder auf! Das ist ein Charakterzug, der uns verbindet. Ich laufe zum Beispiel Marathon, da muss man ein Ziel vor Augen haben, an etwas glauben, sich nicht von Verletzungen oder anderem unterkriegen lassen.

Zwischen Overbeck und Wilsberg herrscht immer noch eine kleine Rivalität. Warum?
Beste Freunde werden sie wohl nicht (lacht). Aber umso mehr werden dann die wenigen Folgen, an denen die beiden an einem Strang ziehen oder Overbeck umständehalber bei Wilsberg einziehen muss, diskutiert oder honoriert. Aber diese Konstellation muss einfach so sein. In Wahrheit hat eben die Polizei nie einen Fall gelöst – und Wilsberg schon. Das nagt natürlich an einem Kriminalbeamten wie Overbeck.

Apropos: In der 80. Folge nagt Overbeck immer noch an einer lang zurückliegenden sportlichen Niederlage. Wie gut spielen Sie denn selbst Tischtennis?
Früher hatten wir in unserem Hobbykeller eine Tischtennisplatte. Das hat mir Spaß gemacht, aber ich habe das nie so ambitioniert betrieben. Meinen sportlichen Ehrgeiz widme ich lieber dem Schwimmen, Radfahren, Laufen und Skifahren. Da bin ich deutlich erfolgreicher (lacht).

Seit einiger Zeit beschäftigt sich Overbeck mit Philosophie und auch in der 80. Folge entwickelt er anspruchsvolle Theorien. Wie intellektuell ist Overbeck?
Das ist eine interessante Entwicklung, die man ihm vielleicht so auch gar nicht zugetraut hat. Wenn er mit diesem Wissen, Halbwissen oder Zitaten um die Ecke kommt, ist das schon eine Bereicherung für die Rolle. Damit kann er manchmal glänzen, manchmal aber auch nicht. Mir gefällt's!

Können Sie eine Anekdote aus den 25 Jahren Overbeck zum Besten geben?
Es gibt nicht die eine Geschichte, aber es wird immer viel gelacht in den Drehpausen. Vor allem, wenn Oliver Korittke Witze erzählt, und das kann er wirklich gut. Da fließen bei den Kolleginnen und Kollegen teilweise Tränen – vor Lachen.

Was macht Ihnen bei den "Wilsberg”-Dreharbeiten besonders viel Spaß?
Ich habe mal Kampfsport gemacht, und mir macht es Spaß, mit der Rolle eine gewisse Körperlichkeit ausleben zu können. Ich hing zwar noch an keinem Flugzeug, aber ich kann mit Stolz behaupten, dass ich meine Stunts selbst mache. Da fliege ich auch mal von der Motorhaube auf die Straße oder stolpere mit Salto über Mehlsäcke.

Wo halten Sie sich gerne außerhalb des Sets in Münster gerne auf? Haben Sie einen Lieblingsplatz?
Ich laufe sehr gerne, und Münster hat da einiges zu bieten. Auf der Promenade, wo früher die Stadtmauer von Münster war, können sich heute Fußgänger, Radfahrer und Läufer wunderbar unter einem Laubdach um Münster herumbewegen. Auch der Aasee ist ein toller Ort zum Joggen. Die Entwicklung des Hafens finde ich bemerkenswert. Als wir in Münster anfingen zu drehen, war das Brachland, da standen nur alte Fabrikhallen. Inzwischen hat sich das unglaublich entwickelt. Da bin ich gerne. Und es gibt noch viele andere schöne Orte in Münster.

„Freundschaft an erster Stelle“ - Interview mit Patricia Meeden (Anwältin Dr. Tessa Tilker)

Frau Meeden, die Anwältin "Dr. Tessa Tilker” verstärkt seit 2020 den "Wilsberg”-Kosmos. Welche Herausforderung ist es für eine Schauspielerin, in ein eingespieltes Ensemble zu kommen?
Ich hatte erst gedacht, dass es schwierig wird, aber da das Team mich so herzlich aufgenommen hat und ich ja auch schon einen Film mit ihnen gemacht hatte, hatten wir uns relativ schnell aneinander gewöhnt und schon beim Dreh meiner dritten und vierten Folge fühlte ich mich wie zu Hause. Das ist nicht selbstverständlich. Ich habe großes Glück mit unserem Ensemble und der Produktion.

Was hat Dr. Tessa Tilker, was Sie nicht haben? 
Kurzfassung: Strengere Frisuren, stärkeres Make-up und ein besseres Zeitgefühl. Am Anfang hatte ich noch das Gefühl, sie geht zum Lachen in den Keller! Nach und nach wird Tessa aber etwas lockerer, und wir bekommen mehr von ihr als Privatperson mit, was mich sehr freut und mir als Schauspielerin auch mehr Möglichkeiten gibt, die Rolle weiterzuentwickeln.

Was mögen Sie an Ihrer Figur besonders?
Ihren Sinn für Gerechtigkeit und dass sie immer hilfsbereit ist, auch wenn es manchmal gegen die Regeln verstößt, an die sie sich sonst akribisch hält. Sie hat das Herz am rechten Fleck. Außerdem ist sie tough und scheut sich nie, ihre Meinung zu sagen.

Welche Entwicklung wünschen Sie Tessa für die Zukunft? 
Dass wir etwas mehr von der privaten Tessa sehen. Mehr Humor. Mich würde interessieren, wie sie sich verhält, wenn sie verknallt ist oder Liebeskummer hat. Hat sie ein schräges Hobby? Ich würde sie gerne mal in einem Club tanzen sehen. Wie macht Tessa Urlaub und wo? Ich würde ihr mal eine gute Freundin wünschen, vielleicht aus der Schulzeit, die peinliche Geschichten aus deren Jugend ausplaudert. Ich würde gerne sehen, wie sie sich einen Lebenstraum erfüllt, von dem die anderen komplett überrascht sind. Ach, Ideen habe ich viele. Ich hoffe einfach, dass sie nach und nach mehr Facetten zeigen darf, das fände ich spannend. Allerdings würde ich sie auch wahnsinnig gerne mal vor Gericht in Aktion sehen! Ich mochte aber auch in den früheren Wilsberg Filmen immer sehr, wenn sich die Truppe verkleiden musste, um inkognito zu ermitteln, das würde ich auch so gerne mal machen!

In der 80. Folge "Ein Detektiv und Gentleman" geht es unter anderem um Tessas Familiengeschichte. Wie empfinden Sie die Öffnung von der Rolle der disziplinierten Anwältin zur emotionalen Privatperson?
Richtig und wichtig. Immer nur disziplinierte Anwältin wäre zu einseitig. Tessa hat noch viel mehr zu bieten.

Tessa bittet in der Folge Wilsberg um Hilfe, und auch Ekki tut das seine dazu, um das Geheimnis um ihre Familie zu lüften. Wie wichtig sind Tessa Tilker Freundschaften, und welchen Stellenwert nehmen bei Ihnen Freundschaften ein?
Tessa sind ihre Freundschaften sehr wichtig, sonst würde sie ihren Job nicht ständig für ihre Freunde riskieren. Für mich sind Freundschaften auch extrem wichtig. Sie stehen an oberster Stelle. Ich wüsste nicht, wie man die Höhen und Tiefen des Lebens ohne seinen engen Freundeskreis und seine Familie meistert.

Gibt es eine Anekdote oder gar Panne bei den Dreharbeiten, die Sie erzählen möchten?
Von meiner früheren Arbeit auf der Bühne könnte ich hundert Geschichten erzählen, aber bei Wilsberg ist mir bisher noch keine besonders große oder lustige Panne passiert, außer der gelegentliche Stolperer über die Pflastersteine in Münster ‒ ich bin ein ziemlicher Tollpatsch. Oh Mist, jetzt wo ich das gesagt habe, passiert morgen am Set bestimmt gleich eine Panne!

Durch die Dreharbeiten verbringen sie immer auch einige Tage in Münster. Gibt es etwas, was Sie an der Stadt besonders schätzen? Haben Sie schon einen Lieblingsplatz?
Münster ist einfach wunderbar sauber und idyllisch. Als Berlinerin ist es für mich eine Wohltat, dort spazieren zu gehen und nicht ständig aufpassen zu müssen, wo ich hintrete. Es gibt ein Café, wo ich den besten und größten Apfelpfannkuchen meines Lebens gegessen habe, und seitdem gehe ich immer wieder hin. Aber ich verrate nicht, wo das ist, sonst wird der Laden ja vielleicht rappelvoll, und ich mag, wie ruhig und entspannt man da sitzen kann. Egoistisch, ich weiß, aber wer wie ich so lange nach einem anständigen Pfannkuchen gesucht und dann endlich gefunden hat, würde es genauso machen. (lacht).

Wussten Sie schon - Zahlen, Daten, Fakten

…, dass die Drehbücher zur ZDF-Samstagskrimi-Reihe unter Verwendung der Figur des "Georg Wilsberg" von Jürgen Kehrer entstehen?

..., dass die erste Folge, "Und die Toten lässt man ruhen", am Montag, 20. Februar 1995, im ZDF erstausgestrahlt wurde?

…, dass die Rolle des "Georg Wilsberg" in der allerersten Folge noch von Joachim Król gespielt wurde? Leonard Lansink verkörpert die Figur seit der zweiten Folge, "In alter Freundschaft", die am Montag, 25. Mai 1998, im ZDF erstausgestrahlt wurde?

…, dass in jeder Folge mindestens einmal "Bielefeld" erwähnt wird, meist in einem lustigen Zusammenhang, und dass die Folgen "Ins Gesicht geschrieben" und "Bielefeld 23" sogar hauptsächlich in Bielefeld spielen?

…, dass in fast jeder Folge irgendwo eine Ente quakt sowie eine mit Zeitungsausschnitten verzierte Holz-Ente auftaucht?

…, dass Antiquar und Privatdetektiv Georg Wilsberg weder Auto noch Handy besitzt und sich beides daher im Zuge seiner Ermittlungen regelmäßig von seinen Freunden ausleiht?

…, dass Kriminalkommissar Overbeck immer nur mit seinem Nachnamen "Overbeck" angesprochen wird? In der Folge "Gottes Werk und Satans Kohle" antwortet sogar er selbst auf die Frage nach seinem Vornamen "Kommissar Overbeck." Dennoch gibt es hier und da kleine Hinweise wie einen Anfangsbuchstaben, die auf seinen Vornamen schließen lassen könnten.

…, dass es mit "Morderney" und "Wellenbrecher" zwei "Wilsberg"-Crossover-Folgen mit dem Samstagskrimi-Format "Friesland" gibt, die hauptsächlich auf der Insel Norderney spielen?

…, dass 2023 die Folge "Folge mir" besonders gut beim Publikum ankam und sich bei der Erstausstrahlung im ZDF am 18. März 2023 im Schnitt einen Marktanteil von 29,3 Prozent sicherte?

Interview mit Leonard Lansink

Hier finden Sie das Interview mit Leonnard Lansink zur 80. Folge der Reihe mit dem Titel "Wilsberg - Ein Detektiv und Gentleman"

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