04.11.2020, 13:38 Uhr - Reportagen/Dokumentationen

Doku "Extremismus in Deutschland – Gefahr von rechts und links"


Die Dokumentation spiegelt aus aktuellem Blickwinkel die Geschichte des Extremismus von rechts und links seit 1945 – mit Rückblick auf Traditionen, die bis in die Weimarer Republik reichen.
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Die Debatte, wie weitreichend Rechts- und Linksextremismus die Demokratie in Deutschland gefährden, dauert an. Die ZDF-Dokumentation "Extremismus in Deutschland – Gefahr von rechts und links", Dienstag, 10. November 2020, 22.15 Uhr, beschreibt aus heutiger Perspektive die Geschichte der beiden politischen Strömungen seit 1945. Der 75-minütige Film von Christian Frey und Rainer Fromm zeigt außerdem auch Traditionslinien auf, die bis in die Weimarer Republik zurückreichen. Im Vordergrund stehen politische Akteure, Strömungen und Organisationen sowie eine aktuelle Standortbestimmung. Dabei zeigt sich, dass der rechte Extremismus derzeit die größere Gefahr für die Demokratie darstellt.

Für die Dokumentation haben die Autoren mit Thomas Haldenwang, Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Jürgen Peter, Vizepräsident des BKA, Martin Rettenberger, Direktor der Kriminologischen Zentralstelle, dem Extremismusexperten Armin Pfahl-Traughber und dem Historiker Andreas Wirsching gesprochen. Die Autoren präsentieren zudem bislang nicht gezeigte Zeugnisse und Filmaufnahmen aus beiden extremen Lagern, die vor Augen führen, wie weit sie sich von demokratischen Grundsätzen entfernen.

Der Rechtsruck im Parteienspektrum, der Eklat bei der Ministerpräsidentenwahl in Thüringen, die Polarisierung politischer Lager, völkische und nationalistische Rhetorik, welche den bisherigen Wertekonsens infrage stellen, zeigen, dass die Stabilität der Demokratie stärker als bisher herausgefordert wird. Über den Rechtsaußenflügel der AfD und Pegida haben sich zum Teil extreme Auffassungen den Weg in die Mitte der Gesellschaft gebahnt. Deutschland erlebt wieder einen rechtsextremen Terrorismus. Beispiele sind die noch immer nicht restlos aufgeklärte Mordserie des NSU, der Fall Lübcke und der Angriff auf die Synagoge in Halle. Mehr als sieben Jahrzehnte nach Gründung der Bundesrepublik sehen manche Beobachter in den aktuellen Entwicklungen sogar Anzeichen, die an die Weimarer Zeit erinnern.

Deutschland blieb stets auch im Visier linker Verfassungsfeinde. Der Terror der RAF stürzte die Bonner Republik in ihre schwerste Krise. Der Terrorismus ist passé, doch Gewaltexzesse in Berlin, beim G20-Gipfel in Hamburg und derzeit im Leipziger Stadtteil Connewitz zeigen, dass auch linke Gewalttäter den Tod von Menschen billigend in Kauf nehmen. Die Polizei als Handlanger des als repressiv bekämpften Staates dient in der linken Szene als Feindbild einer angeblich gerechtfertigten Gewalt.

Begleitend zur Sendung wurden in Kooperation mit dem Verband der Geschichtslehrer Deutschlands Materialien für den Schulunterricht erstellt. Diese sind unter der Adresse https://Extremismus-in-Deutschland.zdf.de ab Dienstag, 10. November 2020, abrufbar.

Ansprechpartnerin: Dr. Birgit-Nicole Krebs, Telefon: 030 – 2099-1096;
Presse-Desk, Telefon: 06131 – 70-12108, pressedesk@zdf.de

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/extremismus

Pressemappe: https://presseportal.zdf.de/pm/extremismus-in-deutschland-gefahr-von-rechts-und-links/

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Mainz, 4. November 2020
ZDF Presse und Information