37°Leben: Phase
Dreiteilige Reportage
Die "37°Leben"-Reportage beleuchtet das Lebensgefühl der Endzwanziger: eine wilde Mischung aus Überforderung, Identitätssuche und dem Gefühl: Jetzt wird's ernst.
Fotos
Texte
Im "37° Leben"-Dreiteiler "Phase" geht es um das Lebensgefühl der Endzwanziger: eine wilde Mischung aus Überforderung, Identitätssuche und dem Gefühl "Jetzt wird’s ernst". Diese Lebensphase ist prägend, da sich Entscheidungen und Situationen schwerwiegender und endgültiger anfühlen, denn sie legen die Richtung für die kommenden Jahre fest. Man ist hin und hergerissen zwischen verschiedenen Lebensanschauungen, Wünschen und Sehnsüchten. Eine Überforderung, die zum Druck werden kann. Druck, den man sich selbst macht und Druck, den man von außen empfindet – durch Familie, Partnerschaft oder auch Gleichaltrige, die vermeintlich einen Schritt weiter in ihrem Leben sind. Diese Überforderung kann sich wie eine Krise anfühlen.
Jonny, Furkan, Lisa, Alina und Leonie sprechen offen, ehrlich und selbstreflektiert über diese "Phase" in ihrem Leben. Die Herausforderungen und Sorgen der Fünf könnten dabei nicht unterschiedlicher sein: Lisa (30) sucht einen Ort zum Ankommen, während Furkan (29) versucht, als Anwalt durchzustarten. Jonnys Musikkarriere ist noch ganz am Anfang – wie groß ist der Druck zu scheitern? Leonie (27) steht vor ganz anderen Hürden: Ihr wurde gekündigt, und sie sucht einen neuen Job. Und auch Alina (31) steht vor einem Neustart. Sie schließt bald ihr Studium ab und weiß noch nicht, wie es für sie weitergeht.
Die Suche nach sich selbst bei Menschen im Alter zwischen etwa 25 und 30 Jahren, lässt sich mit dem Begriff "Quarterlife Crisis" beschreiben. In der Forschung wird diese Sinnkrise als eine emotional belastende, instabile und subjektiv krisenhafte Übergangsphase beschrieben, in der junge Erwachsene zentrale Lebensentscheidungen treffen und ihre Identität neu ausrichten müssen. Laut einer Studie des Psychologen Prof. Oliver Robinson (Regent’s University London) aus dem Jahre 2025 sind Karriere-Unsicherheit, finanzielle Belastungen, Studienstress und familiäre Konflikte die häufigsten Auslöser für die "Quarterlife Crisis".
"37° Leben: Phase" begleitet die fünf Protagonistinnen und Protagonisten, die über ihre Emotionen und Gedanken sprechen. Trotz ihrer unterschiedlichen Lebensmodelle haben sie eins gemeinsam: das Gefühl von Überforderung und Druck und gleichzeitig das Bedürfnis nach Freiheit. Die nahbaren Reportagen, in denen sich Jonny, Furkan, Lisa, Alina und Leonie in emotionalen Interviews öffnen und über ihre Sorgen und Wünsche sprechen, machen ihre ganz persönlichen Themen, Herausforderungen und Hintergründe erlebbar. Das Format ist ein Porträt der fünf Menschen und gleichzeitig eine Einladung an die Zuschauenden, über die eigenen Gefühle und die großen Entscheidungen der Endzwanziger nachzudenken.
Alles Krise? So fühlen sich die Endzwanziger manchmal an, obwohl eigentlich alles okay sein könnte. Neben ersten großen Entscheidungen und Erfolgen hält diese Lebensphase auch Unsicherheiten, Herausforderungen und kleine und große Krisen bereit.
Lisa ist nach mehreren Monaten Zwischenmiete und erfolgloser Wohnungssuche in Innsbruck wieder in ihrer Heimat, einer Kleinstadt in Bayern, gestrandet. Für die selbstständige Synchronsprecherin ist klar: Das ist nur ein Zwischenstopp, aber wo soll es als nächstes für sie hingehen und warum fällt ihr das Ankommen an einem Ort so schwer?
Einer, der zumindest an einem Ort angekommen ist, ist Furkan. Er lebt schon sein ganzes Leben lang in Sack bei Fürth. Auf ihn warten ganz andere Herausforderungen: Nach acht Jahren hat er sein Jurastudium beendet und wird als erster Akademiker der Familie zum Anwalt vereidigt. Der Weg dorthin war lang und steinig. Obwohl er seine Ausbildung beendet hat, fühlt Furkan noch immer Druck. Besonders, weil er nun seine eigene Kanzlei gründen wird. Gelingt ihm der Weg in die Selbstständigkeit?
Einer, der den Sprung in die Selbstständigkeit schon gewagt hat, ist Jonny. Anfang 2025 war er noch arbeitslos, doch dann geht einer seiner Songs auf TikTok viral. Jonny, dessen Wunsch es schon immer war, Musiker zu werden, nutzt die Chance und startet seine Deutschlandtour. In seinen Songs verarbeitet er genau diese Zwischenphase, in der sich die Protagonistinnen und Protagonisten der Doku-Reihe befinden.
Diese Zwischenphase fühlt auch Alina: Mit 28 Jahren hat die gelernte Versicherungskauffrau angefangen, Soziale Arbeit in Bochum zu studieren. Und auch in Sachen Liebe ist Alina noch auf der Suche. Wie und wo kann sie ihre Traumfrau finden, insbesondere in der queeren Szene?
Leonie wurde von heute auf morgen gekündigt. Für die studierte Marketing-Managerin beginnt eine schwierige Phase zwischen Selbstzweifeln und der Suche nach einem neuen Job. Aber selbst nach der vierzigsten Bewerbung gibt sie nicht auf.
Druck ist ein facettenreiches Gefühl, da sind sich Jonny, Lisa, Furkan, Leonie und Alina einig. Da ist der Druck, die eigenen Erwartungen zu erfüllen und Ziele zu erreichen. Und da ist der weit größere Druck – nämlich der von außen. Damit sind nicht nur die Familie oder Freunde gemeint, sondern auch die gesamte Gesellschaft. Kein Wunder, dass sich Druck wie ein Ziehen von allen Seiten anfühlt.
Jonny kennt diesen Druck. Für ihn stand schon lange fest, dass er Musiker werden möchte, aber seine Eltern hatten andere Pläne für ihn: Sie wollten, dass er studiert und Lehrer wird. Ihnen zuliebe studiert er – nicht Lehramt, sondern Mehrsprachige Kommunikation. Doch jetzt folgt er seinem Traum und startet als Musiker durch. Wie hoch ist sein Druck, nicht zu scheitern? Auch Furkan wollte sich und seiner Familie beweisen, dass er das Jura-Studium schafft. Jetzt steht er am Anfang seiner Karriere, nun werden die Fragen nach Kindern und Hochzeit immer lauter. Wie bekommt er alles unter einen Hut, ohne sich selbst zu verlieren? Lisa wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich anzukommen. Seit der Scheidung ihrer Eltern ist sie auf der Suche nach diesem Ort. In die Heimat kommt sie immer wieder gerne, besucht ihre Mutter und ihren Vater, der im Pflegeheim lebt. Wie gelingt ihr dieser Balanceakt zwischen dem eigenen Leben und dem Leben in der Heimat? Auch Leonie kennt dieses Verantwortungsgefühl für ihre Familie. Früh hat sie ihre Mutter verloren und unterstützt seitdem ihren Vater und ihren kleinen Bruder. Ihre aktuelle Arbeitslosigkeit löst Druck in ihr aus, wie sie ihn bisher noch nicht kannte – zum Glück ist ihr Partner Hendrik immer an ihrer Seite. Alina ist schon lange auf sich selbst gestellt und versucht ihr Leben alleine zu meistern. Mit 31 Jahren steht sie kurz vor dem Abschluss ihres Bachelor-Studiums – doch was macht sie danach?
Für Jonny, Furkan und Leonie rückt die 30 näher, für Lisa und Alina ist sie schon da – das Leben fühlt sich ernster an. Die Entscheidungen, die man in dieser Zeit trifft, sind irgendwie endgültiger. Genau so beschreiben Jonny, Lisa, Furkan, Leonie und Alina ihre Lebensrealität. Aber was ist, wenn man eine Entscheidung getroffen hat?
Lisa zieht nach Hamburg. Hier möchte sie endlich ankommen, eine Wohnung finden und sich ein eigenes Zuhause schaffen – am liebsten mit einem Partner, schaffen. Wie ist der Neustart in einer fremden Stadt? Auch Leonie wagt einen Neustart und zwar beruflich. Mit einer Freundin organisiert sie Events zum Connecten von jungen Frauen, die neu in einer Stadt sind. Wird sie damit erfolgreich sein? Und wie steht es um Furkans neugegründete Anwaltskanzlei? Hat er schon erste Mandanten und Gerichtstermine? Nach seiner ersten erfolgreichen Tour steht auch für Jonny ein spannendes neues Jahr an. Kann er an seinen Erfolg im vergangenen Jahr anknüpfen und wie steht es eigentlich um neue Songs? Für Alina sind noch viele Zukunftsfragen offen: Wo will ich leben, wo werde ich arbeiten und wo finde ich meine Traumfrau?
Leonie, 27
Leonie wächst zusammen mit ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder in Berlin auf. Durch einen Schicksalsschlag lernt sie schon früh, Verantwortung für sich und ihre Familie zu übernehmen. Umso härter trifft es sie, dass sie ihre Familie aktuell finanziell nicht unterstützen kann. Leonie hat ihren Job verloren und mittlerweile mehr als fünfzig Bewerbungen geschrieben. Noch immer hat sich kein neuer Job aufgetan. Der Arbeitsmarkt für Akademikerinnen und Akademiker ist schlecht, doch Leonie zweifelt langsam auch an ihren eigenen Fähigkeiten.
Ihr langjähriger Partner Hendrik und ihr Freundeskreis unterstützen sie und geben ihr Halt in dieser schwierigen Zeit.
Lisa, 30
Lisa ist seit ihrer Kindheit immer auf Achse. Egal, ob sie mit ihrer besten Freundin nachts aus dem Badzimmerfenster geklettert oder mit Mitte 20 alleine durch die Welt gereist ist.
In letzter Zeit fühlt sich die 29-Jährige, die in Amorbach bei Miltenberg in Bayern aufgewachsen ist, allerdings an keinem Ort richtig zuhause. In ihre Heimat zurückkehren möchte die selbstständige Synchronsprecherin aus Mangel an Jobmöglichkeiten nicht. Und obwohl sie ihrer Heimatstadt sehr verbunden ist, fehlt ihr selbst bei Besuchen ein Platz, an dem sie richtig ankommen kann. Nach der Scheidung ihrer Eltern wurde das Elternhaus verkauft, ihr Vater lebt nach einem Schlaganfall im Pflegeheim.
Lisas nächstes Ziel ist Hamburg. Wird sich die Stadt für sie endlich nach einem Zuhause anfühlen?
Alina, 31
Alina ist ihr Leben lang den Erwartungen ihrer Familie gefolgt: Abitur machen und anschließend möglichst viel Geld verdienen. So entschied sich die damals 19-Jährige für eine Ausbildung als Versicherungskauffrau in ihrer Heimatstadt Dortmund. Nach ein paar Jahren im Job wird ihr Bedürfnis nach einem anderen Lebensentwurf immer größer.
2020 entscheidet sich Alina nach München zu ziehen, weit weg von ihrer Familie. Sie macht dort ein Traineeprogramm im Versicherungsbereich, ist aber zunehmend unglücklicher in der Branche. Sie fasst den Entschluss, zu kündigen und nach Köln zu ziehen – für sie als queere Person eine Stadt, in der sie sich auch in der Dating-Szene wohlfühlt.
Alina findet in Köln zwar keine Partnerin, trifft aber die Entscheidung, ihr Leben komplett umzukrempeln. Sie fängt an, Soziale Arbeit in Bochum zu studieren und stellt so ihr Leben nochmal komplett auf den Kopf.
Jonny, 26
Jonny Mahoro lebt seinen Traum. Seit seiner Kindheit versucht er musikalisch durchzustarten. 2017 nimmt er sogar bei "The Voice" teil. Doch der Erfolg bleibt zunächst aus.
Zeitgleich wächst der Druck aus dem Elternhaus: Jonny soll keine Musik machen, sondern studieren, sich einen Job suchen und früh Kinder bekommen. Seine burundischen Eltern haben wenig Verständnis für die Wünsche ihres Sohnes. Ihnen zuliebe beendet Jonny sein Studium der Kommunikation und begibt sich auf Jobsuche. Musik macht er nur noch nebenbei.
Noch bevor er nach dem Studium seinen ersten Termin beim Arbeitsamt hat, geht sein Song "Zwischenphase" auf TikTok viral. Jonny ergreift die Chance und stellt die Musik vor alles andere. Es zahlt sich aus: Er tourt durch Deutschland und findet sein Publikum.
Inzwischen lebt er in einer WG in Berlin und konzentriert sich auf seine Musikkarriere.
Furkan, 29
Furkan wächst in der Gemeinde Sack in Bayern auf. Seine Familie ist dort tief verwurzelt, sein Großvater kam als Gastarbeiter nach Sack, Furkans Vater Michael ist in dem Ort aufgewachsen. Furkan empfindet eine tiefe Verbundenheit zum Ort seiner Kindheit und beschließt, auch für sein Studium das Elternhaus nicht zu verlassen.
Er studiert in der Nachbarstadt Erlangen Jura und pendelt zur Uni. Dass sich Furkans Leben mit der Entscheidung, Jura zu studieren, so sehr verändert, war ihm nicht klar. Das Studium fordert ihn, setzt ihn unter Druck, er bekommt zeitweise gesundheitliche Probleme. Doch er will sich und seiner Familie beweisen, dass er es schafft.
Nach acht Jahren macht er seinen Abschluss und wird als erster Akademiker in seiner Familie zum Rechtsanwalt vereidigt. In einer großen Kanzlei will er nicht arbeiten, er gründet seine eigene "Wohnzimmerkanzlei". Eine Entscheidung, die ihn einerseits sehr glücklich macht, andererseits erneut unter Druck setzt: Werde ich genug verdienen? Kann ich später für eine Familie sorgen? Apropos: Wie findet er die Person, mit der er eine Familie gründen möchte? Furkan hat das Gefühl, dass ihm so langsam die Zeit davon läuft.
Von den Autorinnen Lena Baumann und Lena Nagel
Auf dem Weg zu diesem Dreiteiler haben wir uns immer wieder die Frage gestellt, wie man eigentlich ein Lebensgefühl beschreibt. Kann man die Themen, die in der Phase der Endzwanziger, in der wir selbst stecken, überhaupt filmisch erfassen? Wie kann man dieses leise Gefühl der Überforderung, des Drucks und der grenzlosen Möglichkeiten transportieren?
Egal, mit wem aus unserem Umfeld wir gesprochen haben, es ging meistens um die gleichen Themen. Wie soll mein Leben aussehen? Wie möchte ich leben? Wie soll ich Karriere, Haushalt, Beziehung, Freunde und Familie unter einen Hut bekommen? Ein Gefühl, das viele Menschen in der Lebensphase der Endzwanziger teilen, aber alle auf ihre eigene Art und Weise. Bei manchen ist es die Suche nach dem perfekten Wohnort, bei manchen die Kinderwunschfrage oder der nächste Karriereschritt.
Es ist eine Phase, die von großen Entscheidungen und Fragen geprägt ist, doch wie bringen wir diese in einer Doku zusammen und erzählen auch die Zwischentöne? Unsere Antwort: indem man sich bewusst wird, dass wir alle in einem Boot sitzen. Dieses Lebensgefühl beschäftigt uns alle , aber alle gehen anders mit dieser "Phase" um.
Wir haben fünf Menschen gefunden, die uns an diesem Lebensgefühl teilhaben lassen. Über fünf Monate lang haben wir sie bei ihren Herausforderungen, Krisen aber auch Erfolgen begleitet. Und festgestellt, dass, obwohl sie alle unterschiedliche Themen haben, das Lebensgefühl und die Suche nach sich selbst doch gleich sind.
Fotos sind erhältlich über ZDF-Kommunikation, Telefon: 06131 – 70-16100, E-Mail: pressefoto@zdf.de und über https://presseportal.zdf.de/presse/37gradleben
Weitere Informationen
"37°"-Reportagen im ZDF streamen
"37°Leben"-Reportagen im ZDF streamen
37 Grad (@zdf37grad) bei Instagram
37grad (@37grad) bei TikTok
Kontakt
Name: Christina Betke
E-Mail: betke.c@zdf.de
Telefon: +49 6131 70-12717
Name: Magda Huthmann
E-Mail: huthmann.m@zdf.de
Telefon: +49 6131 70-12149
Impressum
Fotos über ZDF-Kommunikation
Telefon: (06131) 70-16100 oder E-Mail: pressefoto@zdf.de
ZDF-Kommunikation
Verantwortlich: Alexander Stock
E-Mail: pressedesk@zdf.de
© 2026 ZDF