title

Deutschland-Saga

Sechsteilige Dokumentationsreihe

Die Deutschland-Saga geht weiter: Nach der erfolgreichen ersten Trilogie im Dezember 2014 stehen in den Folgen 4-6, die im März ausgestrahlt werden, Dichter und Denker, Tüftler und Erfin­der sowie deutsche Eigenschaften und Eigenarten im Mittelpunkt. "Reiseführer" ist wieder Prof. Christopher Clark ("Die Schlafwandler"), gebürtiger Australier und Historiker an der Universität Cambridge. In einem nostalgischen VW Käfer Cabriolet begibt er sich auf den Weg durch die Epochen, um Deutschland zu erkunden. Der Experte für deutsche Geschichte ist leidenschaftlich an der Frage interessiert, wie die Menschen hierzulande wurden, wie sie sind.

Copyright: ZDF / Sabrina Aull
Copyright: ZDF / Sabrina Aull

Von Down under nach Good old Germany – Christopher Clark und die Deutschen
Vorwort von ZDF-Kulturchef Prof. Peter Arens

Die Deutschen waren bass erstaunt, als die BBC im Jahr 2013 anhand einer von ihr in Auftrag gegebenen internationalen Um­frage bestätigte, Deutschland sei das beliebteste Land der Welt. Es war eine völlig neue Erfahrung, dass man uns anscheinend mit Wohlgefallen betrachtet. Auch wenn diese überraschende Sym­pathiewelle eine kurze Haltbarkeit haben kann, ist auffällig, dass das internationale Interesse an Deutschland zugenommen hat.

Dem entspricht auch der Befund innerhalb unserer Grenzen, be­ginnend mit den 90er Jahren nach der Wiedervereinigung und kulminierend in der Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Die Deut­schen interessieren sich immer mehr für ihre Geschichte, auch jenseits des „Geschichtsfelsen Nationalsozialismus“ (Hagen Schulze), der sich jahrzehntelang vor unsere ältere Geschichte gelegt und für einen Bruch gesorgt hat zwischen einem Deutsch­land vor und einem Deutschland nach der Hitler-Diktatur. Umfra­gen belegen, dass viele Deutsche ihre Geschichte mit dem Dritten Reich beginnen lassen, andere mit Bismarck, und dass die Zeit vor 1870 seltsam fern ist.

An diesem Thema setzen wir im ZDF wieder an. Der große Erfolg unserer Reihe „Die Deutschen“ hatte auch damit zu tun, dass 2008 der richtige Zeitpunkt war für eine Erst- oder Wieder­begegnung unseres Publikums mit früheren Epochen unserer Geschichte. Wir erreichten mit dem Auftaktfilm über Otto den Großen damals 6,5 Millionen Zuschauer. Unser neues Programm nun widmet sich nicht den großen politischen Figuren der deut­schen Vergangenheit, sondern will insbesondere erzählen von den Leitmotiven unserer Kultur, Geschichte und Wissenschaft, auch von unserem Seelenleben und unseren Befindlichkeiten – Saga schien uns ein passender Begriff dafür zu sein.

Nachdem die Projektidee gefunden war, fragten wir uns, wer die letzten rund 2000 Jahre beobachten, werten und präsentieren sollte? Schließlich fiel uns der Historiker Christopher Clark ein, den wir gerade bei Precht im ZDF kennen gelernt hatten – und je mehr wir ihn uns vor Augen führten, wie er den Deutschen einen Seelenspiegel vorhalten könnte, desto perfekter kam er uns in dieser Rolle vor. Als Australier mit einem schon frühkindlichen Interesse für das Deutsche könnte er wunderbar von außen auf uns schauen, mit unverbrauchten Formulierungen, könnte er un­befangen über uns urteilen, ohne jemals des Teutonischen und Vaterländischen verdächtigt zu werden. Vielleicht würde er es so hinbekommen, dass wir Grübler uns am Ende etwas anders se­hen, und – gar nicht auszudenken – vielleicht sogar ein wenig mehr mögen würden.

Grübler, weil wir einfach nicht aufhören wollen, unsere Kultur immer wieder auszuleuchten, sie auf ihre großen und kleinen Momente hin zu untersuchen, zu schwelgen und zu hadern. Nietzsche hat das auf den Punkt gebracht: „Es kennzeichnet die Deutschen, dass bei ihnen die Frage ‚Was ist deutsch?’ niemals ausstirbt.“ Unsere Nachbarn haben unsere Selbstbespiegelung stets mit einer Mischung aus Faszination und Sorge betrachtet, wobei der Humor nicht zu kurz kommt, besonders wenn sich Engländer über den Tiefsinn der Deutschen lustig machen: „Die Deutschen tauchen vielleicht tiefer ab – kommen dafür aber auch trüber wieder hoch“, so der Journalist und Historiker Henry Wickham Steed.

Problematische Zuweisungen gibt es aber vor allem aus dem ei­genen Lager zuhauf, insbesondere die Klage ob der sogenannten „verspäteten Nation“, die sich in der Kleinstaaterei des 19. Jahr­hunderts verlor, ohne politischen Ehrgeiz, bieder und pathetisch. Andererseits entstanden gerade aufgrund der vielen Fürstentümer mehr Universitäten, Theater- und Opernhäuser als anderswo, und war Deutschland führend auf vielen Gebieten: in der Musik, der Philosophie und den Naturwissenschaften, bei Telegrafie, Telefon oder Automobil. Es gibt also viel zu erzählen.

Was ist denn nun deutsch, typisch deutsch? Von den Germanen über die Märchen und die Loreley bis zum Oktoberfest: Sind wir wirklich so tiefgründig, gedankenschwer und geheimnisvoll? Christopher Clark mit seinem beeindruckenden Wissen und sei­nem klugen Humor scheint uns genau der Richtige, um uns un­aufgeregt und amüsiert zu betrachten – gegebenenfalls zu ent­mystifizieren, vielleicht sind wir ja doch ein ganz normales Land. Dabei geholfen hat ihm, neben der Geschichtsredaktion des ZDF, insbesondere der Autor, Regisseur und Produzent Gero von Boehm, neben jenem Mann aus Cambridge ebenfalls ein Gent­leman, ein Homme de Lettres, ein Dokumentarist, den wir im Fernsehgeschäft dringend brauchen. Diese Saga über deutsche Traditionen und Mentalitäten in sechs Teilen fürs Fernsehen: Leicht war sie nicht, aber glücklicherweise lässt sich sagen, dass ein solches Unterfangen so viele vor uns nicht versucht haben.

Prof. Peter Arens
Leiter der Hauptredaktion "Kultur, Geschichte und Wissenschaft"

Suche nach Deutschland
Von den Redakteuren der Reihe Stefan Brauburger, Georg Graffe, Anja Greulich

Sind es der Schrebergarten und das Abendbrot oder Goethe und Schiller? Was zählt zum schützenswerten deutschen Kulturerbe? Das fragt sich derzeit ein offizielles Expertenkomitee, das die Vorschlagsliste der „Immateriellen Kulturgüter der Deutschen“ für die UNESCO zusammenstellt. Es ist ein geheimes Verfahren. Ne­ben dem Karneval sollen laut Gerüchten auch Skat, Ludwig van Beethoven sowie Bier und Brot im Rennen sein.

Bevor das Endergebnis feststeht, ist die ZDF-Reihe „Deutschland-Saga“ längst gesendet und hat vielleicht den Zuschauern eigene Denkanstöße zum Thema gegeben. Wir haben Christopher Clark auf Erkundungstour geschickt, mit einem Fragenkatalog im Ge­päck, der allerdings nicht nur auf kulturelle Errungenschaften zielt, sondern auch auf historisch-politische Traditionen, auf Geistes- und Technikgeschichte sowie die berühmt-berüchtigten deutschen Eigenheiten – vom Gartenzwerg bis zu den „preußi­schen Tugenden“. In den Titeln der Sendungen spiegeln sich die Zugänge:

„Woher wir kommen“ dreht sich um die Ursprünge und Herkunft der Deutschen. Christopher Clark beschreibt, wie der Germanen­kult die tatsächliche Vielfalt überlagerte: die Deutschen sind und bleiben ein Volk der Völker.

„Wovon wir schwärmen“ richtet den Blick auf Mythen, Legenden und Träume, die über Epochen hinweg tatsächlich oder angeblich die „deutsche Seele“ prägten.

„Was uns eint“ zielt auf die wechselvolle Geschichte der Nation, die erst spät zusammenfand, doch nur mit fremder Hilfe. Von An­fang an prägte der Föderalismus die staatliche Entwicklung – auch heute noch.

„Wonach wir suchen“ zeigt Wege und Abwege der deutschen Geistesgeschichte, auf den Spuren des Volkes der Dichter und Denker. Die Einheit der Nation blieb angesichts der Vielstaatlich­keit auf deutschem Boden lange eine reine Kopfgeburt.

„Was uns antreibt“ spiegelt, warum deutsche Tüftler und Erfin­der der Menschheit so viel technischen Fortschritt brachten, aber hin und wieder auch zu Technokraten ohne Moral mutierten.

„Wer wir sind“ meint jene Eigenschaften und Eigenarten, die Deutsche sich oft selbst zuschreiben oder von außen zugeschrie­ben werden. Was ist geblieben von den mal „grüblerischen“, „mo­ralisierenden“, „spaßfreien“, „provinziellen“, aber auch „diszipli­nierten“, „sparsamen“, auf jeden Fall immer wieder „unberechen­baren“ und spätestens seit der WM 2006 auch „feierlaunigen“ Deutschen?

Es gab Zeiten, da stellten sich andere „deutsche Fragen“ als die von Fremd- oder Selbstbildern. Auch daran gilt es zu erinnern: Ein Vierteljahrhundert ist es her, dass auf deutschem Boden die Einheit in Freiheit und in Frieden Wirklichkeit wurde, zum ersten Mal in der Geschichte. Die „Deutschland-Saga“ ist in gewisser Hinsicht auch eine „Europa-Saga“. Das Zentrum des Kontinents war immer Schauplatz einer großen Vielfalt und Buntheit, das Land in der Mitte stets ein Vielvölkergebilde mit untrennbaren Bezügen zu den Nachbarn. Hier trafen höchst unterschiedliche Kulturen aufei­nander, hier verschmolzen sie miteinander. Dass ideelle und reli­giöse Konflikte allein durch Toleranz zu bewältigen waren und bleiben, ist eine Lehre der Geschichte, ebenso die Erkenntnis, dass die Deutschen nur mit und nicht gegen Europa bestehen können. Es sind historische Befunde von bleibender Relevanz, die von Christopher Clark mit einer gehörigen Prise britischen Humors präsentiert werden.

Stefan Brauburger, Redaktionsleiter „Zeitgeschichte“
Georg Graffe, Redaktionsleiter „Terra X“
Anja Greulich, Redaktion „Zeitgeschichte“

Sendedaten, Stab, Kurzinhalt, Onlineangebot

Sonntag, 8. März 2015, 19.30 Uhr
Folge 4
Deutschland-Saga
Wonach wir suchen

Sonntag, 15. März 2015, 19.30 Uhr
Folge 5
Deutschland-Saga
Was uns antreibt

Sonntag, 22. März 2015, 19.30 Uhr
Folge 6
Deutschland-Saga
Wer wir sind

Die ersten drei Folgen "Woher wir kommen", "Wovon wir schwärmen" und "Was uns eint" waren im November/Dezember 2014 im ZDF zu sehen.

Stab

Moderation: Christopher Clark
Buch und Regie: Gero von Boehm, Sebastian Scherrer
Kamera: Alexander Hein, Sven Jakob- Engelmann, Felix Meinhardt
Schnitt: Andreas Tiletzek
Animation: Eike Wichmann
Tonmischung: Oliver Engelhardt
Kostüm: Smilla Hebener
Maske: Yvonne Joseph, Jana Filipp
Szenenbild:
Jörg Fahnenbruck, Ernestine Hipper, Stefanie Probst
Aufnahmeleitung: Remo Acconcia, Volkmar Croyé
Produktionsleitung: Anna Kunkel (ZDF), Cora Szielasko (ZDF), Peter Maasz (Interscience Film GmbH)
Herstellungsleitung: Christiane von Boehm
Produktion: Interscience Film GmbH
Redaktionelle Mitarbeit: Claudia Friese (ZDF), Sabrina Aull (Interscience Film GmbH), Christine Reiß-Suckow (Interscience Film GmbH)
Redaktion: Stefan Brauburger, Georg Graffe, Anja Greulich
Leitung: Peter Arens

Kurzinhalt

25 Jahre nach Mauerfall und Wiedervereinigung erzählt die sechsteilige "Deutschland-Saga" die Geschichte unseres Landes: Woher kommen wir? Was eint uns? Wovon schwärmen wir? Wo­nach suchen wir? Was treibt uns an? Was ist typisch deutsch?

Erzählt und moderiert wird die Dokureihe von Professor Christopher Clark („Die Schlafwandler“, „Preußen“), gebürtiger Australier und Historiker an der Universität Cambridge. Er ist ausgewiesener Experte für deutsche Geschichte und geradezu leidenschaftlich an der Frage interessiert, wie die Menschen hier­zulande wurden, wie sie sind. Von außen wirft er einen Blick auf uns Deutsche, hält uns augenzwinkernd einen Spiegel vor, stellt neugierige Fragen und lädt ein zu einer Entdeckungsreise in un­sere Geschichte. Von den Neandertalern bis zu jenen Zeitgenos­sen, die heute im Herzen Europas leben. Die Deutschen: Sie sind und bleiben ein Volk aus Völkern, leben in einem Land der Län­der, mit vielfältigen Ursprüngen, mit hellen und dunklen Kapiteln ihrer Vergangenheit.

In einem nostalgischen VW Käfer Cabriolet begibt sich Christopher Clark auf den Weg durch die Epochen. Seine Deutschlandreise führt den Historiker an die schönsten und symbolträchtigsten Orte, wie den Aachener Dom, die Wartburg oder das Brandenburger Tor.

Mit der „Deutschland-Saga“ gibt es zum ersten Mal im Fernsehen eine große Zusammenschau dessen, was unser Land einmalig macht. Es ist ein ebenso opulenter wie überraschender Streifzug, bei dem die Zuschauer auch den „Superstars“ unserer Geschichte begegnen. Sie erleben weltverändernde Leistungen, großartige Landschaften und jene liebenswerten Eigenheiten der Deutschen, die auch heute noch unser Bild im Ausland prägen, ob die Liebe zum „Schrebergarten“, die so genannten „deutschen Tugenden“ oder das „Abendbrot“.

Onlineangebot

Die Orte der Deutschland-Saga

Deutschland ist ein Land mit vielen Facetten, einer reichen Ge­schichte und einzigartigen Kultur. Die interaktive Karte „Orte der Deutschland-Saga“ spürt den Hotspots nach, die unser Land und seine Bewohner, aber auch das Bild der Deutschen im Ausland geprägt haben. Es sind Sehnsuchtslandschaften, Orte, an denen sich unser Schicksal entschieden hat, aber auch Schauplätze des Schreckens. Und eine Besonderheit unseres föderalen Landes ist, dass diese Schauplätze nicht im Radius einer dominanten Hauptstadt liegen, sondern über ganz Deutschland verteilt sind.

Die Online-Anwendung lädt die Zuschauer ein, virtuell auf Spu­rensuche zu gehen und bestimmten Themenrouten zu folgen, welche die einzelnen Orte miteinander verbinden. Wer sich real auf den Weg machen will, wird nicht zu bekannten Bauwerken wie Brandenburger Tor oder Wartburg geleitet, sondern trifft auf ma­gische Steine, einen riesigen Galgen, die Rügener Kreidefelsen oder die ersten Kleingärten Deutschlands. Hinter jedem Eintrag auf der Karte verbirgt sich eine Geschichte, die etwas über uns Deutsche, unsere Vergangenheit und unsere Eigenheiten erzählt und Lust macht, diese Plätze auch selbst real zu besuchen.

Eine solche Auswahl kann nur unvollständig sein und so werden die User aufgerufen, eigene Plätze zu benennen und die inter­aktive Karte zu ergänzen. Wer einen Ort vorschlagen, Bilder hochladen oder Videos empfehlen möchte, wird dies unkompli­ziert – auch per Mobiltelefon – tun können.

Das begleitende Online-Angebot mit der interaktiven Karte, allen Folgen als Abrufvideos, Hintergrundinformationen zur Reihe und dem Moderator, sowie weiterführende Links sind sendungsbegleitend abrufbar unter: www.saga.zdf.de

Folge 4: Deutschland-Saga. Wonach wir suchen

Sonntag, 8. März 2015, 19.30 Uhr

„Da steh ich nun, ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor.“ Die ewige Suche nach den letzten Gründen, nach dem, „was die Welt im Innersten zusammenhält“ – Goethes Faust brachte es als Symbolfigur für deutsches Streben nach dem Absoluten zu inter­nationalem Ruhm. Wäre da nicht der Pakt mit dem Teufel, die Verführbarkeit, wenn es darum geht, höchste Früchte vom Baum der Erkenntnis zu ernten.

Warum gilt die Romantik als Wegbegleiter der Deutschen? Wa­rum haben letztlich Dichter und Denker die Nation der Deutschen erfunden? Und was ist dran am Begriff der Kulturnation? Diese Fragen begleiten Christopher Clark auf seiner Reise in der vierten Folge der „Deutschland-Saga“.

An Schöpfergeist hat es hierzulande nie gemangelt. Deutschland brachte Komponisten hervor, die zeitlose Klangwelten schufen wie Bach, Beethoven oder Wagner. Forscher und Gelehrte wie die Brüder Humboldt wollten nicht nur die Welt erkunden, sondern den Menschen durch Bildung zu einem besseren Wesen machen. Was hat Philosophen wie Kant, Marx oder Nietzsche oder Adorno bewegt bei ihrer Reflexion und Kritik gesellschaftlicher Zustände?

In dieser Folge der „Deutschland-Saga“ begegnet Christopher Clark so manchem großen Geist, auch solchen, die von „außen“ auf die Deutschen blickten, wie Mark Twain und Madame de Staël. Die französische Schriftstellerin, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts Deutschland bereiste und das Bild vom „Land der Dichter und Denker“ prägte, fiel zunächst das provinzielle Element des deutschen Genies auf. Schrullige Junggesellen waren darunter, die in ungeheizten Dachzimmern einer Kleinstadt die Welt aus den Angeln heben wollten. Carl Spitzweg und Wilhelm Busch haben solch kauzige Typen aus der deutschen Provinz später ironisch-bissige Bilder und Texte gewidmet.

Ganz anders als in Frankreich, wo alles Bedeutende aus Paris kam, gab es in Deutschland eben kein kulturelles Zentrum, son­dern viele kleine. Ein Ergebnis der jahrhundertelangen politischen Zersplitterung Deutschlands, in der viele adlige Dynastien im Wettstreit standen. Daher die vielen Theater, Opernhäuser und Universitäten, von denen es hierzulande mehr gibt als anderswo in Europa.

Dass viele Wege nach Weimar führen, weiß auch Christopher Clark. Es ist die Stadt der Dichter-Genies. Den einen, Friedrich Schiller, liebten die Deutschen schon zu Lebzeiten, den anderen, Johann Wolfgang von Goethe, achteten sie als Dichterfürsten. Mit seinem „Faust“ schuf Goethe einen literarischen Helden, der noch immer fasziniert. Am „Faustischen“, das rastlos nach dem Höchsten und Tiefsten im Menschen strebt, haben sich viele Au­toren bis hin zu Thomas Mann abgearbeitet. Die Nationalsozia­listen bedienten sich bei „Faust“ ebenso wie die marxistischen Vordenker der DDR.

Folge 5: Deutschland-Saga. Was uns antreibt

Sonntag, 15. März 2015, 19.30 Uhr

Deutschland gilt als Land der Forscher, Tüftler und Erfinder, und wie eine Berufsempfehlung klingt immer noch der alte Spruch: „Dem Ingenieur ist nichts zu schwer“. Auch Christopher Clark stellt in der fünften Folge der „Deutschland-Saga“ fest: Die Nachfolger Leonardo da Vincis müssen sich eindeutig weiter nördlich von dessen Heimat angesiedelt haben. Zumindest dieje­nigen, die dem Universalgelehrten der Renaissance auf dem Feld der „technischen Erfindungen“ nacheiferten. Schon der florentini­sche Alleskönner trug den Titel „Ingenarius“ und es sind vor allem Leistungen dieses Standes, die heute noch den Wirtschaftsstand­ort Deutschland prägen.

Bei den Patenten teilen sich deutsche Wissenschaftler gegenwär­tig die ersten Plätze mit der Konkurrenz aus den USA und Japan. Hat das etwas mit Disziplin, Gründlichkeit und Präzision zu tun? Oder entwickelten sich im industriell einst etwas verspäteten Deutschland Strukturen, die das Handwerkliche begünstigten so­wie das Forschen um seiner selbst willen?

Bei einem Streifzug durch die Geschichte der Entdeckungen und Erfindungen führt Clark vor Augen, was die Welt deutschen „Superhirnen“ zu verdanken hat: ob Fahrrad, Auto, Dynamo oder Flugzeug. Mancher Pionier endete jedoch tragisch, wie Otto Lilienthal, der seinen Traum vom Fliegen mit dem Leben bezahlte.

Deutschland – einig Autoland. Christopher Clark bereist es mit einem nostalgischen VW-Käfer-Cabrio. Karossen „Made in Ger­many“ haben den Weltmarkt erobert. Neben dem Volkswagen auch BMW, Audi und Daimler.

Doch wo liegen die Anfänge? Christopher Clark wandelt auch auf den Spuren der Mobilität, die nicht erst mit Carl Friedrich Benz, dem Erfinder des modernen Automobils oder Ottos gleichnamigen Motor begann. 1813 baute Karl Drais seine erste vierrädrige Fahrmaschine, angetrieben mit den Füßen. In Erinnerung aber blieb der badische Forstmeister und passionierte Erfinder durch die von ihm entwickelte Laufmaschine, die als Draisine Berühmt­heit erlangte.

Auch bei den großen Entwicklungen in der Kommunikationstech­nik, bei Telefon, Radio, Fernseher, Computer, standen Deutsche Pate. Physiker und Chemiker machten bahnbrechende Erfindun­gen – etwa bei der Quantenphysik oder der Kernspaltung – und waren deshalb lange führend bei der Zahl der Nobelpreise. Der Nationalsozialismus war auch hier eine Zäsur – brillante Forscher wie Albert Einstein, James Franck und Max Born wurden ins Exil getrieben. Andere fügten sich dem Willen und den Vorgaben des menschenverachtenden Regimes. Wernher von Braun baute für Hitler sogenannte „Vergeltungswaffen“, später als Staatsbürger der USA, verhalf er der Menschheit als einer der Väter der Mondrakete zu einer Sternstunde.

Folge 6: Deutschland-Saga. Wer wir sind

Sonntag, 22. März 2015, 19.30 Uhr

Sind es die „deutschen Tugenden“ wie Pünktlichkeit, Ordnung und Fleiß oder eher Eigenheiten wie das Abendbrot oder die Kehrwoche, die das Image der Deutschen prägen? Warum wähl­ten laut einer Umfrage der BBC im Jahr 2013 Menschen aus 25 verschiedenen Nationen Deutschland zum „beliebtesten Land der Welt“? Und wie erklärt es sich, dass nichtsdestotrotz Deutsche von Karikaturisten im Ausland immer wieder als wütender Aggressor mit Hitler-Bärtchen oder als vollbusige Germania mit Pickelhaube dargestellt werden?

Bei der Frage nach den Selbst- und Fremdbildern trifft Christopher Clark auf viele amüsante, sehr unterschiedliche, manchmal widersprüchliche Befunde, aber auch auf Stereotype mit historischen Wurzeln. Zum Beispiel die vielzitierte „German Angst“, im Ausland häufig belächelt als Melancholie und Schwarzseherei der Deutschen. Dabei sehen Historiker und Psychologen ihre wahren Gründe in den vielen kriegerischen Auseinandersetzungen, die unsere Geschichte prägten – begin­nend mit dem Dreißigjährigen Krieg bis hin zu den beiden großen Weltenbränden des 20. Jahrhunderts.

Auch andere „typisch deutsche“ Eigenschaften, wie die vielzitierte Sparsamkeit soll eine Folge von Krisenzeiten sein: „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not“, heißt es in einem bekannten Sprichwort. Und bereits Martin Luther mahnte: „Der ersparte Pfennig ist redlicher als der erworbene!“ Christopher Clark wun­dert es daher nicht, dass viele Deutsche Zahncremetuben bis auf das letzte Milligramm ausquetschen, dass sie Lampen selten unachtsam brennen lassen, Strümpfe lieber stopfen als wegwer­fen und die Angebote der Supermarktwerbeblättchen studieren wie eine Bibel.

Während die Landsleute im Ausland für eine stabile Wirtschaft und ein funktionierendes Steuer- und Sozialsystem bestaunt wer­den, löst ihr Eifer in Umweltdingen selbst bei Deutschlandfans wie Christopher Clark Rätselraten aus. Vor allem die Mülltrennung ist für Betrachter von außen ein Buch mit sieben Siegeln. Ein kom­pliziertes Pfandrückgabesystem macht die Verwirrung für so manchen Zeitgenossen perfekt.

Clark begibt sich auch ins Reich der deutschen Schrebergärten, die „kleine, umzäunte Freiheit der Deutschen“, wie er es nennt. „Die Liebe der Deutschen zur Natur feiert hier fröhliche Urständ“. Doch auch hier habe „alles seine Ordnung – eben eine Garten-Ordnung: Rasen statt Wiese. Unkraut, schrecklich!“ Ein Wort übrigens, das es in anderen Sprachen so nicht gibt.

Die Deutschen „entschlüpfen der Definition“, stellte einst der deutsche Philosoph Friedrich Nietzsche fest. Doch spätestens seit „die Welt“ bei der Fußball-WM 2006 „zu Gast bei Freunden“ war, hat sich das internationale Rätseln um die „unberechenbaren Deutschen“ merklich entspannt. Die Menschen hierzulande prä­sentierten sich – so manchem Vorurteil trotzend – als überaus gastfreundlich, feierlaunig und offen. „Die Deutschen von heute wollen eben in Eintracht mit ihren Nachbarn leben, nicht über und nicht unter andern Völkern“, lautet eine von Clarks Schlussfolge­rungen.

Die ersten drei Folgen (bereits ausgestrahlt)

Folge 1: Deutschland-Saga. Woher wir kommen

Sonntag, 30. November 2014, 19.30 Uhr

Wer waren die ersten Menschen auf deutschem Boden? Welche Spuren haben sie hinterlassen und wie weit reichen diese bis in die Gegenwart?

Die Frage nach unseren Ursprüngen führt Christopher Clark zunächst in die Schwäbische Alb, wo vor rund 14 000 Jahren steinzeitliche Jäger lebten. Im Eselsburger Tal stellte der Homo sapiens Rentieren und Bären nach, suchte Schutz in den Höhlen der Kalkfelsen und fertigte raffinierte Steinwerkzeuge an. Die „Deutschen“ jener Zeit waren durchaus schöpferisch, ihre Erfin­dungen „made in Germany“ fanden schon damals weite Verbrei­tung. Doch sind die urzeitlichen Bewohner des Schwabenlandes bei weitem nicht als erste Vorfahren der späteren Deutschen an­zusehen.

Bei den „Ur-Deutschen“ zählt zweifellos der Neandertaler zu den prominentesten Vertretern. Lange Zeit hielt man den robusten Eiszeitmenschen mit der fliehenden Stirn, der im Jahre 1856 im Neandertal bei Düsseldorf entdeckt wurde, für den Angehörigen einer ausgestorbenen Nebenlinie der großen Menschenfamilie. Inzwischen weiß man aber: der rätselhafte Urzeitjäger, der vor 30 000 Jahren scheinbar spurlos von der Erde verschwand, lebt in Wirklichkeit weiter – nämlich in uns. Bis zu vier Prozent Nean­dertaler-Gene tragen Menschen von heute in sich. Irgendwann einmal müssen also der Homo sapiens und Neandertaler Sex mit­einander gehabt haben – vermutlich vor etwa 50 000 Jahren.

Christopher Clarks Reise in die deutsche Frühzeit führt auch nach Niederdorla, heutiger Mittelpunkt Deutschlands. Vor über 2500 Jahren siedelten hier Angehörige von Stämmen, die in ihrer Ge­samtheit sogar namensgebend für die Deutschen wurde – zumin­dest in der englischsprachigen Welt: The Germans. In Niederdorla hatten sie eine Kultstätte angelegt und brachten ihren Gottheiten Menschenopfer dar. Doch wer waren diese Germanen eigentlich? Ein einheitliches Volk, das sich so nannte, hat nie existiert. Statt­dessen gab es Cherusker, Chatten, Markomannen und viele an­dere, die eine ähnliche Kultur und Lebensweise aufwiesen und sich innerhalb der großen Gruppen sprachlich verständigen konnten. Den Namen „Germanen“ verdanken sie dem römischen Geschichtsschreiber Tacitus, der „Germanien“ selbst nie betreten hat.

Weil es den Römern nicht gelang, die wilden Waldbewohner zu unterwerfen, wurde der größere Teil des späteren Deutschland nicht romanisiert. Und noch etwas gehört zum Erbe jener Epoche, die bis zur Völkerwanderung andauert: das spätere Deutschland blieb ein Land der Stämme, der Alemannen, Franken, Bajuwaren, Hessen, Friesen, Sachsen und anderer, die immer wieder auf ihre Eigenständigkeit pochten – und das gelegentlich auch heute noch.

Folge 2: Deutschland-Saga. Wovon wir schwärmen

Dienstag, 2. Dezember 2014, 20.15 Uhr

Warum haben Wälder, Ritterburgen, Märchen, Mythen und Sagen eine so große Bedeutung im Reigen der Befindlichkeiten, die man den Deutschen immer wieder zuschreibt? Warum nehmen Dra­men wie das Nibelungenlied einen so hohen Rang in der kultu­rellen Selbstwahrnehmung ein? In der dritten Folge der Deutsch­land-Saga macht sich Christopher Clark auf die Suche danach, was Deutsche zum Schwärmen bringt.

Auf der Gefühlsskala rangiert der Wald ganz oben. Diese Vorliebe hat eine lange Tradition. Schon der römische Geschichtsschreiber Tacitus beschrieb „Germanien“ als ein Land unendlicher Wälder. Eigenartig wirkte auf die Römer, dass es keine Tempelbauten in „Germanien“ gab, vielmehr Haine und Bäume, die als Heiligtümer verehrt wurden. Tatsächlich haben sich die Deutschen ihre innige Beziehung zu den Pflanzenriesen bewahrt. So markierten Bäume über die Jahrhunderte den Gerichtsplatz und den Mittelpunkt ei­nes Dorfes. Unter der Linde feierte man die Feste des Jahreskrei­ses, in ihre Rinde schnitzte man die Initialen von Liebenden. Bäume sind Symbole des Beständigen und Erhaltenswerten. Vielleicht entlud sich der Zorn der Schwaben gegen das umstrit­tene Bauvorhaben „Stuttgart 21“ gerade deshalb in dem Moment, als die Bäume des Schlossgartens gefällt werden sollten.

Eng verbunden mit dem Wald sind viele deutsche Märchen, wie etwa Hänsel und Gretel oder Rotkäppchen und der Wolf. Sie und andere Figuren entstammen der „Kinder- und Hausmärchen“ der Gebrüder Grimm, die – gleich nach der Lutherbibel – das weltweit meistverbreitete Buch der deutschen Kulturgeschichte sind. Die Welt der Märchen hat das Bild Deutschlands bis heute geprägt. Und noch 200 Jahre nach der ersten Ausgabe der Sammlung der Gebrüder Grimm wachsen Kinder – nicht nur in Deutschland – mit Schneewittchen, Dornröschen und Rapunzel auf.

Christopher Clarks Reise führt auch am Rhein entlang. Schon zu Zeiten der Römer war dieser Fluss die große Verbindungsachse in Europa. Kaufleute, Pilger und auch Kriegsheere nutzten den prominenten Wasserweg. Doch bis jemand fragte „Warum ist es am Rhein so schön?“, sollte es noch eine Weile dauern. Eher lief den Rhein-Reisenden ein kalter Schauer über den Rücken, wenn am Loreley-Felsen oder am Binger Loch Gefahr durch Untiefen und Strudel drohte.

Die Romantik machte den Rhein zum Mythos. Heinrich Heines Loreley-Lied brachte es zu einer Art deutscher Hymne. Die Dich­ter jener Epoche schwärmten für ursprüngliche Landschaften, sahen in der beginnenden Industrialisierung und Verstädterung eine Gefahr, warfen dem modernen Zeitalter vor, die Welt allein unter dem Aspekt der Nützlichkeit und Verwertbarkeit zu be­trachten. Eine Denktradition, die bis ins Heute reicht.

Natürlich will Clark auch die Liebe der Deutschen zum Fußball ergründen, hierzulande die beliebteste Sportart. Die Fakten sprechen für sich: Sechseinhalb Millionen Menschen – das sind über acht Prozent der Bevölkerung – sind in über 27 000 Fußball­vereinen aktiv. Das zahlt sich in vielen Meistertiteln aus, und nicht nur bei den Herren. Die deutschen Fußballerinnen haben die letzten fünf Europameisterschaften hintereinander gewonnen.

Beim Einblick in die Seele der Fußballnation entdeckt Christopher Clark noch ein weiteres Phänomen: Als Gastgeber der WM 2006 zeigten die Deutschen einen erfrischend fröhlichen Patriotismus. Danach stellte sich heraus: Die Deutschen werden anderswo viel sympathischer wahrgenommen, als sie sich selbst oft sehen.

Folge 3: Deutschland-Saga. Was uns eint

Sonntag, 7. Dezember 2014, 19.30 Uhr

Jene bewegenden Szenen, die um die Welt gingen, von Wende, Mauerfall und Einigung, sind inzwischen ein Vierteljahrhundert alt. Noch immer zeugen eindrucksvolle Filmaufnahmen, Bilder und ein Musikhit davon, wie der „Wind des Wandels“ um sich griff und die Menschen mit sich nahm. Was sich damals ereignete, zählt ohne Übertreibung zu den historischen Glücksfällen der deutschen Geschichte: Zum ersten Mal wurde die deutsche Ein­heit in Freiheit und in Frieden Wirklichkeit, eine Premiere.

1200 Jahre vorher waren es andere, die sich um die Einheit im Herzen Europas bemühten – freilich unter ganz anderen Prämis­sen. Christopher Clark reist in seinem VW Käfer nach Aachen, dem Lieblingsort Karls des Großen. Der mächtige Frankenherr­scher, den bereits Zeitgenossen als „Vater Europas“ bezeichne­ten, war getrieben von der Idee, ein im christlichen Glauben ge­eintes Imperium zu errichten. Schritt für Schritt dehnte er seinen Herrschaftsraum nach Osten aus, verleibte seinem Reich auch die Gebiete der Bayern und der Sachsen ein und führte dafür grausame Kriege. Es gelang ihm erstmals die germanischen Festlandsstämme unter einem gemeinsamen Dach zu vereinen – ob es ihnen gefiel oder nicht. Karl verlieh dem europäischen Viel­völkergebilde eine politische Struktur und schuf damit auch eine Grundlage für das spätere Reich der Deutschen.

An dessen Anfang steht Otto I.: Unter seiner Herrschaft entwi­ckelte sich das Reichsgebiet zu einer Art „Dachverband der Deutschsprachigen.“ Von deutscher Einheit und Nation konnte noch lange nicht die Rede sein. „Heiliges Römisches Reich“ nannte sich das Imperium fortan, dessen Krone deutsche Kaiser fast 900 Jahre lang trugen. Die Menschen in der Mitte Europas konnten sich als Angehörige dieses Reiches fühlen – oder auch einfach als Bayern, Sachsen, Franken oder Schwaben.

Clarks Suche nach dem, was die Nation eint, führt ihn schließlich auf die Spur jenes Mannes, der den Deutschen eine gemeinsame Sprache gab: Martin Luther wurde zur Identifikationsfigur, zu ei­ner Art „Popstar“ seiner Zeit. Er wetterte gegen das päpstliche Rom und appellierte an nationale Gefühle. Doch Luthers Refor­mation spaltete zugleich. Der Glaubensstreit führte später in den Dreißigjährigen Krieg, der das Land verwüstete und Deutschland zum Schlachtfeld Europas machte.

Anders als zum Beispiel Briten und Franzosen gelang es den Deutschen bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts nicht, in einem geeinten Staat zu leben. Und ausgerechnet Napoleon katapultierte sie in ihr nationales Zeitalter, daran erinnert Christopher Clark am Brandenburger Tor, durch das auch der französische Kaiser marschierte. Der Versuch, auf deutschem Boden Einheit und Freiheit zu erreichen, scheiterte in der Revo­lution von 1848/49. Clark setzt dies in Beziehung zur deutschen Einigung 1871, die schließlich von „oben“ kam, von den Mächti­gen, aber auch Zustimmung beim Volk fand.

Wenige Jahrzehnte nach der Staatsgründung setzten kaiserliche Eliten das Einigungswerk wieder aufs Spiel. 1914 begann das militärische Ringen um die Vorherrschaft in Europa, in das die Mächte, so Clark, wie Schlafwandler hineintaumelten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland von den Siegern geteilt. Nie wieder sollten von deutschem Boden Massenmord und Krieg ausgehen. Erst nach Jahrzehnten kam die Wiedervereini­gung – in der Erkenntnis, dass Deutschland und Europa nur in enger Bindung zueinander bestehen können.

Unterwegs mit Christopher Clark
Drehbericht von Gero von Boehm

Christopher Clark kommt aus dem Staunen nicht heraus. Wir sind am Mittelpunkt Deutschlands, in Niederdorla. Hier siedelte vor mehr als 2000 Jahren ein Germanen-Stamm.

„Das soll eine Göttin sein?“, fragt der gebürtige Australier und Cambridge-Professor und betrachtet ungläubig die Astgabel, die über ein germanisches Opfermoor wacht. Natürlich kennt Clark die bewegte Geschichte der Deutschen in- und auswendig. Aber er hatte nur selten Zeit, dieses Land zu bereisen. Mit der „Deutschland-Saga“ ändert sich das. Viele Wochen sind wir mit dem roten Käfer-Cabrio, Baujahr 1971, unterwegs, das er mit Leidenschaft fährt. Wir entdecken Orte der Geschichte ebenso wie deutsche Eigenschaften und Gewohnheiten und gönnen uns nach Drehschluss manchmal vorzüglichen deutschen Wein.

Die Reise geht quer durchs Land und mit jeder Station wird das Bild, das sich Christopher Clark von unserem Land macht, kon­kreter. „Was ich besonders bewundere, ist die Vielfalt der Land­schaften“, sagt er, als wir im Eselsburger Tal mit seinen bizarren Felsen auf der Schwäbischen Alb drehen. Dort kamen einst die ersten „Deutschen“ an – Homo sapiens-Stämme, die eine lange Reise hinter sich hatten. Sie waren bereits äußerst erfinderisch. Clark nennt sie „Cleverles“ und ihre Höhlen, in denen sie nützli­che Instrumente und den Klebstoff erfanden, „think tanks“. Er fragt sich, ob diese ersten Bewohner deutschen Bodens – abge­sehen vom Neandertaler – auch schon Eigenschaften aufwiesen, die heute als „typisch deutsch“ gelten. Über unsere Pünktlichkeit und Ordnungsliebe lächelt er immer wieder auf dieser Reise. Auch über Sprüche wie „Ordnung ist das halbe Leben“ amüsiert er sich und fragt „Ist das Leben dafür nicht zu kurz?“ Vor dem Berliner Dom, der auch „Pickelhaube Gottes“ genannt wird, erklärt er den Ursprung dieser Kopfbedeckung, die unter Kaiser Wilhelm I. im 19.Jahrhundert aufkam. Er weiß, dass der Kaiser die Haube bei seinem Verwandten, dem russischen Zaren, auf dem Schreib­tisch gesehen hatte und begeistert in Deutschland einführte.

Dem über 40 Jahre alten VW Käfer kann man keine ganz langen Strecken mehr zumuten. Deshalb gibt es einen ausgeklügelten Plan für seinen Transport zwischen den Drehorten. Ein Techniker, der für das Wohl unseres „Maskottchens“ zuständig ist, reist im­mer mit.

Manchmal überschneiden sich szenische und dokumentarische Dreharbeiten, weil wir Moderationen im Set aufzeichnen. Das gefällt Christopher Clark, der auch stark in Bildern denkt. Unsere „Faust-Stube“ mit ihren zahllosen, von der Ausstattung liebevoll ausgewählten Objekten und Fausts (echtem) schwarzen Pudel begeistert ihn. „So ähnlich hat sich Goethe die Werkstatt dieses Urtypus des Deutschen Forschers sicher vorgestellt“, sagt er. Wir arbeiten an diesem Tag in einem mittelalterlichen Gemäuer vor den Toren Berlins. Heute muss alles etwas schneller gehen, denn abends wollen wir noch auf der Fanmeile am Brandenburger Tor drehen. Es ist Fußball-Weltmeisterschaft und wir werden mit Christopher Clark, einem eingefleischten Sportfanatiker, das legendäre Spiel Deutschland-Brasilien erleben. Unser Moderator hat sich mitten unter die Fans gemischt und ist genauso eupho­risch wie sie. Die Kamera ist natürlich dabei. Clark wendet sich ihr zu, als nach dem dritten Tor für Deutschland tausende von Plastikstangen aneinandergeschlagen werden und alle schreien – auch Clark: „So ähnlich muss es gewesen sein, als Varus vor der Schlacht im Teutoburger Wald seine Truppen sammelte.“

Auf dem Rhein, an Bord des Dampfschiffs „Goethe“ begeben wir uns auf die Suche nach der deutschen Romantik. Und wir besu­chen eine Schrebergarten-Kolonie, die Clark ebenso fasziniert wie die Dialekte, denen wir auf der Reise begegnen.

Für mich als Autor und Regisseur ist die Arbeit mit Christopher Clark ein reines Vergnügen. Als Moderator bringt er bestes BBC-Niveau mit und passt deshalb perfekt zum ZDF. Einem Peter Ustinov oder Michael Palin oder Kenneth Clarke steht er in nichts nach. Mit seinem Witz und Wissen, mit seinem Charme und einer schier unstillbaren Neugier bereist er Deutschland und ist nicht zuletzt der legitime Nachfolger von Mark Twain und Madame de Staël, die im 18. und 19. Jahrhundert ihre Reiseeindrücke be­schrieben (beide kommen natürlich in unserer Reihe vor und werden inszeniert).

Und Christopher Clark ist offen für alle spontanen Eindrücke, die wir auf dieser Reise sammeln. Als Australier, als einer der wich­tigsten britischen Historiker und als höchst gefragter Bestseller-Autor, der mit Preisen überhäuft wird, muss er nicht allzu viel Rücksicht auf „Political Correctness“ nehmen. Das würde auch seiner Einstellung nicht entsprechen. Er kann uns Deutschen den Spiegel vorhalten, uns loben und kritisieren. Und wenn einer das mit so viel Kenntnis und Witz tut, ist es umso erhellender. Die ZDF-Zuschauer werden das zu schätzen wissen.

Gero von Boehm
Autor und Regisseur der Reihe

„Die Vielfalt Deutschlands beeindruckt mich“
Interview mit Prof. Dr. Christopher Clark

Sie sind gebürtiger Australier, leben und arbeiten aber seit vielen Jahren in England. Wie kommt es, dass Sie sich aus­gerechnet für die Deutschen so interessieren? 

Wie lernt man ein Land kennen? Ich bin in Australien aufgewach­sen und erst im Alter von 21 Jahren überhaupt ins Ausland ge­reist. Aber schon damals hatte ich von Deutschland vieles mitbe­kommen. Zuerst die Musik: Die ersten deutschen Worte, die ich auswendig gelernt habe, waren die Texte von Bach-Kantaten und Schubert-Liedern: „So geh herein zu mir, du mir erwählte Braut!“ Oder: „Wie schön bist Du, freundliche Stille, himmlische Ruhe.“ Und dann natürlich die Nazis: Das Dritte Reich haben wir in der Schule gründlich studiert – als Jugendliche auf dem Gymnasium kannten wir uns mit der Verbrecherbande um Hitler besser aus als mit den Kabinetten der australischen Regierungen des
20. Jahrhunderts! Und natürlich auch das Kino der „neuen deut­schen Welle“ – die Filme von Werner Herzog (leidenschaftlich, gequält) Wim Wenders (cool, spielerisch, distanziert), Helma Sanders-Brahms (melancholisch, verzweifelt) und Margarethe von Trotta (kritisch, politisch engagiert) waren besonders wichtig. Meine kinophilen Freunde und ich haben diese Filme durch das Goethe-Institut in Sydney kennen gelernt – wir waren fasziniert. Also: Ein ungemein interessantes aber auch höchst widersprüch­liches Bild, ein Mysterium, das es zu entschlüsseln galt.

Was hat Sie an der Aufgabe gereizt, als Erzähler der „Deutschland-Saga“ im deutschen Fernsehen mitzuwirken?

Das Kommunikative am Erzählen interessiert und reizt mich sehr. Dazu auch die Gelegenheit, mit kreativen und begeisterten Menschen zusammenzuarbeiten – Gero und Christiane von Boehm und das Interscience-Team. Es herrscht bei ihnen ein fantastischer esprit de corps – das macht einfach Spaß.

Bei Ihrer Reise durch Deutschland sind Sie an viele berühmte und geschichtsträchtige Orte gekommen. Welcher Ort hat Sie persönlich am nachhaltigsten beeindruckt?

Der Aachener Dom. Die geschichtliche Tiefe dieses Ortes ist beeindruckend, die Überlagerung verschiedener Zeitalter und Erinnerungsebenen.

Welche Erkenntnisse konnten Sie auf Ihrer Reise durch die deutsche Geschichte gewinnen? Gab es etwas, das Sie noch überrascht hat?

Es ist vor allem die Vielfalt Deutschlands, die mich beeindruckt. Man weiß das natürlich als abstraktes Faktum, muss aber immer mit Erstaunen davon Kenntnis nehmen, wie unterschiedlich die deutschen Landschaften und die Menschen, die sie bevölkern, sind. Manchmal wundert man sich, dass die Deutschen es über­haupt mal geschafft haben, einen Nationalstaat zu bilden. 

Wenn Sie einem Australier in einer Minute erklären müssten, wie die Deutschen „ticken“, was würden Sie sagen?

Ich möchte keiner Nation und keinem Land das Unrecht antun, sie oder es in einer Minute erklären zu wollen.

Was ist für Sie „typisch deutsch“?

Die Redewendung „Mahlzeit, Herr Kollege“ greift schon tief in diesen Bereich, wobei man nicht vergessen darf, dass viele Deutsche diesen Ausdruck genauso ulkig finden wie ich.

Welches Symbol ist für Sie das „deutscheste“: Der Garten­zwerg oder der Schrebergarten? Das Bier, das Abendbrot oder die Germania?

Das Bemühen um solche Wahrzeichen des Deutschseins ist ei­gentlich ein Symptom der Vielfalt. Man greift nach ihnen eben nur deswegen, weil der Stoff der Identität so diffus ist.

Wie haben Sie auf Ihrer Deutschlandreise die Deutschen er­lebt? Haben sich bestimmte Klischees, wie Ordnungssinn, Pünktlichkeit, Fleiß oder Humorlosigkeit, bestätigt?

Humorlos sind die Deutschen nicht. Ich habe sie auf dieser Reise als freundlich, herzlich, komisch und hilfsbereit erlebt. Unfreund­liche und Humorlose gibt es hier sicherlich auch wie in allen Län­dern, aber die lassen sich auf ein Gespräch mit einem Fernseh­team wohl eher nicht ein.

Auf Ihrer Reise sind Sie manchem Großen der deutschen Vergangenheit begegnet. Wer ist Ihr persönlicher „Held der Geschichte“?

„Helden der Geschichte“ gibt es für mich nicht. Dafür aber viele sympathische, unsympathische und selbstverständlich auch interessante Gestalten, die vor großen Herausforderungen stan­den und sie entweder gemeistert haben oder von ihnen gemeis­tert wurden.

Eine Umfrage der BBC aus dem vergangenen Jahr kürte uns Deutsche zur beliebtesten Nation der Welt. Was macht uns plötzlich so beliebt?

Die Tatsache, dass Deutschland an den großen Nahost-Kriegen der letzten Jahre nicht beteiligt war, mag das vielleicht zum Teil erklären, jedenfalls in der außereuropäischen Welt. Der zurück­haltende, sachliche Ton der deutschen Außenpolitik kommt im Ausland gut an. Frau Merkel wird in Großbritannien und Amerika als force tranquille in der europäischen Politik – abregend, menschlich, nüchtern – hoch angesehen. In Europa spielt das allmähliche Abebben von Ressentiments aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges vielleicht auch eine Rolle.

25 Jahre in Einheit und Freiheit, stabile Wirtschaftszahlen und nun auch noch eine gewonnene Fußballweltmeister­schaft. Warum sind die Deutschen im Moment so erfolgreich?

Planung und Teamarbeit.

Was an den Deutschen gibt Ihnen immer noch Rätsel auf?

Heino.

Die Fragen stellten Anja Greulich und Stefan Brauburger

Biografie Christopher Clark

Christopher Clark, geboren 1960 in Sydney, lehrt als Professor für Neuere Europäische Geschichte am St. Catharine's College an der University of Cambridge.

Seine Forschungsinteressen konzentrieren sich auf die Ge­schichte des neunzehnten Jahrhunderts in Deutschland und Kontinentaleuropa. Er ist Autor einer vielbeachteten Biografie Wilhelms II., des letzten deutschen Kaisers. Für sein Buch „Preußen“ erhielt er 2007 den renommierten Wolfson Prize sowie 2010 als erster nicht-deutschsprachiger Historiker den Preis des Historischen Kollegs.

Mit seinem Buch "Die Schlafwandler" (2013) erregte der gebürtige Australier weltweit Aufmerksamkeit. Er analysiert darin die Gründe für den Ausbruch des Ersten Weltkriegs und stellt die alleinige Kriegsschuld der Deutschen in Frage, die über Jahr­zehnte die Geschichtsschreibung dominiert hatte.

2013 wurde ihm der Braunschweiger Geschichtspreis verliehen, im Frühjahr 2014 erhielt er den Bruno-Kreisky-Preis für das politi­sche Buch für sein Werk „Die Schlafwandler“.

Als Presenter stand er 2011 für die BBC-Dokumentation „Friedrich der Große und das Rätsel um Preußen“ vor der Kamera.

Zitate über Deutschland und die Deutschen

Friedrich Schiller, Dichter: „Deutschland? Aber wo liegt es? Ich weiß das Land nicht zu finden.“

Friedrich Nietzsche, Philosoph: „Es kennzeichnet die Deut­schen, dass bei ihnen die Frage ‚Was ist deutsch?‘ niemals ausstirbt.“

Henry Wickham Steed, britischer Journalist und Historiker: „Die Deutschen tauchen vielleicht tiefer ab – kommen dafür aber auch trüber wieder hoch.“

Salvador de Madariaga, spanischer Diplomat und Schriftsteller: „Wenn Deutschland verrückt wird, wird auch Europa verrückt.“

Kaiser Napoleon I.: „Die Deutschen haben sechs Monate Winter und sechs Monate keinen Sommer. Und das nennen sie Vater­land.“

Madame des Staël, französische Schriftstellerin: „In Frank­reich studiert man die Menschen, in Deutschland die Bücher.“

Tacitus, römischer Geschichtsschreiber: „Wer würde ferner, ganz abgesehen von der Gefahr, die das schauerhafte, unbe­kannte Meer bietet, Kleinasien oder Afrika oder Italien verlassen, um nach Germanien zu ziehen mit seinen hässlichen Landschaf­ten, dem rauen Klima, dem trostlosen Äußern – es sei denn, es ist seine Heimat?“

Tacitus, römischer Geschichtsschreiber: „Das Land ist (…) insgesamt aber doch entweder durch seine Wälder grauenerre­gend oder durch seine Sümpfe grässlich.“

Johann Rist, Dichter und Prediger: „Ja Deutschland, du bist aufrührerisch, streitest wider dein eigenes Haupt (…) Deine Hände waschest du im Blute und hast nichts anderes als Krieg im Sinn.“

Immanuel Kant, Philosoph: „Sparsamkeit in allen Dingen ist die vernünftige Handlung eines rechtdenkenden Menschen.“

Friedrich Hölderlin, Lyriker: „Es ist ein hartes Wort und den­noch sag ich‘s, weil es Wahrheit ist: Ich kann kein Volk mir denken, das zerriß‘ner wäre, wie die Deutschen. Handwerker siehst du, aber keine Menschen, Denker, aber keine Menschen, Priester, aber keine Menschen, Herrn und Knechte, Jungen und gesetzte Leute, aber keine Menschen – ist das nicht, wie ein Schlachtfeld, wo Hände und Arme und alle Glieder zerstückelt untereinander liegen, indessen das vergoßne Lebensblut im Sande zerrinnt?“

Otto von Bismarck, Politiker und Staatsmann: „Erreicht Deutschland sein nationales Ziel noch im 19. Jahrhundert, so erscheint mir das als etwas Großes, und wäre es in zehn oder gar fünfzehn Jahren, so wäre das etwas Außerordentliches, ein un­verhofftes Gnadengeschenk von Gott.“

Otto von Bismarck, Politiker und Staatsmann: „Es ist ein Grundbedürfnis der Deutschen, beim Biere schlecht über die Regierung zu reden.“

Heinrich von Kleist, Schriftsteller und Dramatiker: „Der schönste Landstrich von Deutschland (…) sind die Ufer von Mainz bis Koblenz. Das ist eine Gegend wie ein Dichtertraum, und die üppige Phantasie kann nicht Schöneres erdenken.“

Alexandre Dumas, französischer Schriftsteller: „Für uns Franzosen ist es schwer zu verstehen, welch tiefe Verehrung die Deutschen für den Rhein empfinden.“

Robert Bosch, Erfinder und Ingenieur: „Immer soll nach Ver­besserung des bestehenden Zustands gestrebt werden, keiner soll mit dem Erreichten sich zufriedengeben, sondern stets da­nach trachten, seine Sache besser zu machen.“

Kurt Tucholsky, Schriftsteller: „Die Engländer wollen etwas zum Lesen, die Franzosen etwas zum Schmecken, die Deutschen etwas zum Nachdenken.“

Kurt Tucholsky, Schriftsteller: „Als deutscher Tourist im Aus­land steht man vor der Frage, ob man sich anständig benehmen muss oder ob schon deutsche Touristen dagewesen sind.“

Wladimir Kaminer, russisch-deutscher Schriftsteller und Kolumnist: „Wenn der Plan mal nicht funktioniert, ein Zug zu spät kommt oder ein Taxi nicht hält und ein Flugzeug nicht recht­zeitig abhebt, bricht sofort die heile Welt zusammen und alle Sicherungen knallen durch (…). In jedem Gebäude Deutschlands hängen an der Wand Evakuierungspläne für den Fall eines Bran­des. Das hat einen Grund. Ohne einen solchen Plan wären die Deutschen nicht imstande, ein brennendes Gebäude zu verlas­sen. Lieber würden sie in Flammen aufgehen, als etwas ohne Plan zu machen.“

Maxim Gorski, russischer Journalist und Autor: „Der Deutsche fährt sein Auto regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen, TÜV genannt, und wenn er einen Kratzer im Blech entdeckt, dann rea­giert er wie ein Orientale, dessen Frau von einem Fremden be­lästigt wird. (…) Wenn Sie sich an das Auto eines Deutschen anlehnen, könnten sie sich ebenso gut auf sein Kind, seine Frau oder seinen Hund setzen.“

Arthur Miller, amerikanischer Schriftsteller: „Ich habe die schreckliche Ahnung, dass die Deutschen immer noch nicht herausgefunden haben, wer sie eigentlich sind. Sie definieren sich meistens darüber, was sie nicht sind.“

Joachim Gauck, Bundespräsident: „Ich empfinde mein Land vor allem als ein Land des Demokratiewunders.“

O-Töne (Audio) von der Pressekonferenz in München am 21.10.2014:

Prof. Peter Arens, Kulturchef des ZDF:

Programmatische Einordnung (gesamt)

Definition der Deutschland-Saga (Programm-Einordnung (1/3)

Weitere Infos zur Deutschland-Saga (Programm-Einordnung (2/3)

Was ist typisch deutsch? (Programm-Einordnung (3/3)

Quoten

Internationale Fassung

Prof. Dr. Christopher Clark, Historiker, Moderator der "Deutschland-Saga":

Charakterisierung der Deutschen

Berlin

Das Deutsche

Nationalsozialismus

Die Ursprünge des typisch Deutschen

Deutschlandausstellung im British Museum

Interesse an Deutschland

Gero von Boehm, Produzent, Autor, Regisseur:

Definition der Deutschland-Saga

Bayern

Nationalsozialismus

Die deutschen Wurzeln

Reenactments

Deutschlandausstellung im British Museum

Stefan Brauburger, Leiter der ZDF-Redaktion "Zeitgeschichte"

Der deutsche Nationenbegriff

Themen der Deutschland-Saga, auch eine Europa-Saga

Georg Graffe, Leiter der ZDF-Redaktion "Terra X"

Das Besondere der Deutschlans-Saga

Der "Terra X"-Zuschauer

Begleitbuch, Kontakt, Bildhinweis, Impressum

Peter Arens, Stefan Brauburger:
„Die Deutschland-Saga
Woher wir kommen – Wovon wir träumen – Wer wir sind“

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 384 Seiten, 17 x 24 cm, durchgehend farbig illustriert.
ISBN: 978-3-570-10240-4
€ 24,99 (D), € 25,70 (A), CHF 35,50
Verlag: C. Bertelsmann

Kontakt ZDF Presse und Information
Magda Huthmann
Telefon: (06131) 70-12149
E-Mail: huthmann.m@zdf.de

Fotos über ZDF Presse und Information
Telefon: (06131) 70-16100 oder über
pressefoto.zdf.de/presse/deutschlandsaga

Impressum
ZDF Hauptabteilung Kommunikation
Presse und Information
E-Mail: pressedesk@zdf.de
© 2015 ZDF

Sendetermine
Ab 8. März 2015, sonntags, 19.30 Uhr

Ansprechpartner
  Name:Magda Huthmann
E-Mail:huthmann.m@zdf.de
Telefon:(06131) 70-12149